Nachmittag

Nachmittag (2007), DE
Laufzeit 95 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 11.10.2007

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7.0 Kritiker
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von Angela Schanelec, mit Jirka Zett und Miriam Horwitz

Drei Sommertage einer Familie in einem schönen Haus am See bei Berlin. Irene besucht mit ihrem neuen Geliebten ihren älteren Bruder Alex, der mit dem schriftstellernden Sohn Konstantin noch in dem gemeinsamen Haus wohnt. Konstantins Freundin kommt auch zu Besuch – und alle entfernen sich immer weiter voneinander.

Handlung

Konstantin (Jirka Zett) pflegt in einem Haus am See seinen kranken Onkel Alex (Fritz Schediwy) und schreibt. Zwei verschrobene Männer, einer jung, einer alt und dabei, sich aufzugeben, die sich in ihrem Unglück ganz gut eingerichtet haben und auf allen Kontakt von außen ablehnend reagieren. Gern gesehen ist nur Mimmi, ein kleines Mädchen aus dem Nachbarhaus.

In den Semesterferien ist Agnes (Miriam Horwitz) zu Besuch. Sie ist Mimmis (Agnes Schanelec) große Schwester und die Freundin von Konstantin, die zum Studieren das Elternhaus verlassen hat und somit auch Konstantin nur noch selten sieht. Szenen mit Agnes und Konstantin sind bestimmt von Konstantins stummen, aber heftigen Vorwürfen Agnes gegenüber. Agnes gesteht ohne Schuldbewusstsein, dass sie in Momenten, in denen sie nicht an Konstantin denkt, viel leichter und unbeschwerter lebt.

Mit Konstantin und Alex im Haus wohnt besuchsweise auch Irene (Angela Schanelec), Konstantins Mutter und Alex’ Schwester. Sie wird von beiden Männern wann immer es geht ignoriert, mit Vorwürfen konfrontiert oder gehässig angegriffen. Nicht besser ergeht es ihrem Freund Max, der wenig später von Irene nach einem Ausflug mit ins Haus gebracht wird. Nur Agnes, die naivste unter ihnen und die einzige, die noch Hoffnung hat, unterhält sich freundlich und ehrlich mit ihm über Ziele und Ängste im Leben.

Konstantin macht in Irenes Beisein einen Versuch, sich die Pulsadern aufzuschneiden und schlägt ihr, als sie es verhindert, ins Gesicht – um sie danach wie tröstend in den Arm zu nehmen. Agnes erträgt die Manipulation und die Lust am Leiden anderer nicht mehr. Sie haut ab, ohne sich von irgendwem zu verabschieden. Die letzte Szene zeigt Konstantin in seinem Zimmer bei einem weiteren Selbstmordversuch mit Tabletten.

Weiterführende InformationenWeitere Informationen im Internet
Rezension von Thomas Neuhauser auf arte.tv
Über die Regisseurin bei peripherfilm.de
Ich will den Personen näher sein, Interview mit der Regisseurin in der taz
Ein Recht auf Liebe gibt es nicht, Interview mit der Regisseurin Angela Schanelec und Thomas Arslan im Tagesspiegel
Weitere Rezension von Lukas Foerster auf critic.de
Weitere Rezension von Ekkehard Knörer in der Filmzentrale

Quellen

  • Nachmittag - Bild 39114
  • Nachmittag - Bild 39115
  • Nachmittag - Bild 39116
  • Nachmittag - Bild 39117

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Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Nachmittag

Lukas Foerster: taz / cargo / perlentaucher...

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9.0Herausragend

Es geht um die Feinheiten des Sprechens und des Zuhörens, des Verstehens und Nicht-Verstehens. Dass die Werke der sogenannten Berliner Schule von Kommunikationslosigkeit handeln, war in dieser Verkürzung noch nie richtig, schon gar nicht bei Schanelec.

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Kommentare (3) — Film: Nachmittag

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Bewertung6.0Ganz gut

"alles ist nur eine große müdigkeit. und du bist nur der stein darin!" das ist ein schöner satz zugegebenermaßen. der rest des films ist aber eher tröge und schwer und vor allem zu gewollt mit bedeutung gefüllt. das ist schade. das konzept, die musik und auch die schauspieler (allen voran miriam horwitz) sind toll. man merkt das bemühen, ruhe und eindringlichkeit zu erzeugen. bei "mein langsames leben" hat das doch auch ganz wunderbar funktioniert.

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davidpm

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Bewertung3.0Schwach

Habe Orly auf der diesjährigen Berlinale gesehen und war begeistert von der Regisseurin, die ich nicht kannte. In diesem Film fand ich mich nicht zurecht. Die Charaktere und ihre Dialoge wirkten alles andere als real, sondern aufgesetzt und bedeutungsschwanger. Das nervte nach kurzer Zeit. Hat mir nicht gefallen.

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Geistertexter

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Bewertung6.0Ganz gut

Ich schätze die bisherigen Filme von Angela Schanelec sehr, in ihrer virtuosen Verknüpfung von zwischenmenschlicher Ereignislosigkeit und emotionaler Spannung entwerfen sie eine geschliffene Leichtigkeit des Kammerspiels, wie sie im Kino der Gegenwart nur selten zu sehen ist. Tschechow als Vorlage für ihren neuen Film auszuwählen, ist also durchaus folgerichtig, denn ihr Kino bewegt sich in seiner dramatischen Tradition. Leider wirkt ihr Versuch, Tschechows "Möwe" ins Heute zu übersetzen, neben einigen gelungenen Szenen, auch angestrengt und erschöpfend. Besonders dem jungen Helden (Jirka Zett), still leidend unter vielfältigen Bürde des ihm vorgeworfenen Versagens, fehlt es an Ausdruck. Seiner Stille fehlt die Spannung und damit dem Film die Kraft gänzlich zu überzeugen.

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