Nacht und Nebel

Nuit et Brouillard (1955), FR Laufzeit 32 Minuten, FSK 16, Dokumentarfilm

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8.1
Kritiker
8 Bewertungen
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8.3
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136 Bewertungen
18 Kommentare
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von Alain Resnais, mit Michel Bouquet und Heinrich Himmler

Dokumentation über deutsche Konzentrationslager in Polen, die durch die Kombination aus Nachrichtenbeiträgen, Archivmaterial der Alliierten und Fotos die Grausamkeiten zu erzählen versucht.

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Kommentare (18) — Film: Nacht und Nebel


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hutvic

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Bewertung7.0Sehenswert

Zweifelsohne sehr beeindruckende Bilder. Die Musik hat mich stark an Disney's "Die Wüste lebt", erinnert. Zwei Themen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, selbe Musik. Jedoch passt sie bei "Die Wüste lebt" sehr viel besser.

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DerDude_

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Bewertung10.0Herausragend

Alain Resnais Tag - Teil 1 :

NUIT ET BROUILLARD

Alain Resnais Dokumentation über den Holocaust aus dem Jahre 1955. Was könnte man über Filme wie diese schreiben. Ich könnte schreiben wie mutig dieser Film ist, wie verstörend und wie ehrlich. Resnais zeigt die Konzentrationslager völlig unabhängig von dem damaligen Kontext. Hier geht es um das pure Grauen das in den Lagern geschah. Die Gefangennahme, Folterung und Ermordung von Millionen von Menschen, deren einziges Verbrechen darin bestand das sie so waren, wie sie waren.
Leise gleitet die Kamera über die wunderschönen Felder, bis sie das bedrohliche Konzentrationslager erreicht, das wie eine stillgelegte Fabrik aussieht welche jeden Moment wieder in Betrieb genommen werden könnte, weil der Schrecken nicht aufhört.
Die Stimme aus dem Off klingt poetisch verträumt aber dennoch erzählt sie von blanke Wahrheit mit einem Informationsgehalt die ihres gleichen sucht. Die Musik wirkt harmonisch, gerade zu fröhlich, aber sie macht das ganze noch schlimmer. Es wirkt als würde sie das Heile-Welt-Denken repräsentieren, aus das einem die grausamen Bilder immer wieder reißen.
Die Menschheit ist nicht böse, aber sie kann verdammt böse sein. Der Holocaust ist nur ein Indiz dafür. Einfach weil die Morde und die Ächtung von Millionen von Menschen Teil der Normalität geworden sind.
Und wer trägt nun Schuld ? Niemand will schuld haben und am Ende waren es die, die schon Tod sind und nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden können. Es wird behauptet, man habe von all dem nichts gewusst aber hat man den wirklich nichts gewusst ? Hat man bewusst nicht hingesehen oder hat man nicht erkannt wie grausam es ist, was da gemacht wird ? Ehrlich gesagt finde ich Reaktionen wie diese nur menschlich und verständlich. Denn niemand möchte sagen, das er das alles gesehen hat und nichts dagegen getan hat. Es ist menschlich vor etwas derartigem die Augen zu verschließen.
Was ist heute ?
Heute wird der Holocaust oft verkitscht, trivialisiert, verharmlost und teilweise sogar geleugnet. Ein Indiz dafür, was der Film mit seinem letzten Satz verdeutlicht : Wir Menschen lernen nicht dazu. Das Grauen wird niemals enden. Es verhält sich teilweise nur sehr ruhig, aber es ist stets präsent.
Ich erinnere mich wie ich vor fast einem Jahr das Konzentrationslager Buchenwald mit meiner ehemaligen Schulklasse besucht habe. Ich versuche nicht zu beschreiben, was man in den Kammern fühlt. Es ist, als würde einem die Luft zum atmen weggenommen werde, einfach weil schon der Gedanke daran reicht, um ein Gefühl der Beklemmung zu erzeugen.
Aber dennoch sei gesagt, und ich hoffe das ich das nicht falsch beschreibe, was für ein schöner Ort es war, oder besser, was für ein schöner Ort es hätte sein können, würde dort nicht ein KZ stehen und hätte man dort keine Menschen ermordet.
Die Welt ist nicht böse, aber wir machen sie dazu und wir hören nicht damit auf.
Ein Werk das jeder Mensch irgendwann einmal sehen sollte.

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jeffcostello

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Bewertung9.0Herausragend

„Kein Bild, keine Beschreibung gibt ihnen ihre wahre Dimension wieder, diese ununterbrochene Angst…“
Resnais „Night and Fog“ gibt die Dimensionen des Grauens zumindest stärker wieder als jeder andere Dokumentarfilm, den ich über dieses Thema gesehen habe, und dauert dabei nur 32 Minuten.
Nüchtern versucht Resnais dem Zuschauer den Wahnsinn der KZs wiederzugeben, zeigt die Gaskammern, die Leichen, die Sterbenden, die Haare der toten, die zu Stoffen werden, ein Gefängnis in einem KZ, den puren Wahnsinn, das pure Grauen.
Ein ungemein wichtiger Film und ein Unding, dass die Regierung der BRD das Zurückziehen der Nominierung für Cannes gefordert hat, weil man dachte, die „gewöhnlichen Zuschauer seien nicht fähig, zwischen den verbrecherischen Führern des NS-Regimes und dem heutigen Deutschland zu unterscheiden“.
Ein Film den jeder gesehen haben sollte, und der an Schulen unbedingt Pflichtstoff werden müsste!

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franticfury

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Wie bewertet man einen Film wie Alain Resnais' "Nuit et brouillard"? Zweifellos ein erschütterndes, wichtiges, zeitloses Werk. Etwas anderes als die 10 könnte hier also gar nicht stehen. Als Deutscher kommt man ja gar nicht darum herum, fast täglich im Geschichtsunterricht dieses schwärzeste Kapitel unseres Landes aufzuarbeiten. Man liest über den Holocaust, man besucht die KZ-Gedenkstätten und hin und wieder sieht man sich auch einen Film an. Worte finden kann man hierfür, mehr als 60 Jahre später, aber immer noch nicht. Doch Alain Resnais hat es geschafft, er hat tatsächlich Worte für das Unfassbare gefunden und diesen unglaublichen Film geschaffen. "Nuit et brouillard" ist ein Stich mitten ins Herz (wie könnte es auch anders sein), Resnais zeigt uns nie zuvor gesehenes Archivmaterial und wechselt dieses ab mit langsamen Kamerafahrten, die den Ort des Grauens zehn Jahre nach Kriegsende zeigen. Man will wegsehen und kann doch nicht, denn Resnais lässt keinen Zweifel daran: Man muss hinsehen, auch wenn es fast nicht ertragen zu ist. Ein Film, der so schrecklich ist und doch leuchtet wie der Polarstern in der finstersten Nacht. Ein Plädoyer für Menschlichkeit, ein Film, der nicht nur an die NS-Vergangenheit anknüpft, sondern überall gehört werden möchte, wo Menschen unterdrückt und misshandelt werden.
Ohne Worte, ohne Wertung...

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nerdkiller

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@OW: Klar, auf Deutschland bezogen schon, aber warte mal ein paar Jahrzehnte. Die letzten Augenzeugen werden dann tot sein.


mattxl

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@ Nerdkiller: Interesant, hatte auch den Salo-Vergleich im Kopf, kann man eigentlich auch nicht bewerten - ich glaub ich habs getan. wider besseren Wissen..... asche auf mein haupt....


longus69

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Homo Homini Lupus... !!!!!!!!!!!

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longus69

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Ich weiss... Der Spruch ist ein Polyptoton (hab ich auch erst gelernt)... Aber auch mit erweiterter Bedeutung wörtlich übersetzt bleibt er anwendbar... Wobei natürlich ein Tier, was der Wolf ja unstreitbar ist, zu solch industrieller Ausrottung seiner / einer Spezies nicht imstande wäre... Lange Rede kurzer Sinn... Die Menschen sind nicht die Krone der Schöpfung und sind (auch aus vielen anderen Gründen) dieses Planeten nicht würdig... Es ist nur eine Frage der Zeit bis sich die Menschheit durch eigenes Verschulden ausgerottet hat... Da ist mir schon lange kein Optimismus mehr eigen... Und das wird laaaaaaange vor dem Verglühen der Sonne geschehn...


Iamthesword

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Ha, dafür sind die viel zu zäh. Sie werden immer weiter die Ärmsten aufeinander hetzen und selbst fern von allem in klimatisierten Büros sitzen und zuschauen:
http://vimeo.com/10724030


Iamthesword

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Bewertung9.5Herausragend

"Je ne suis pas responsable", dit le Kapo.
"Je ne suis pas responsable", dit l'officier.
"Je ne suis pas responsable."
Alors, qui est responsable?

"Ich bin nicht verantwortlich", sagt der Kapo.
"Ich bin nicht verantwortlich", sgt der Offizier.
"Ich bin nicht verantwortlich."
Wer ist dann dafür verantwortlich?

Europa in den 50ern: ein Kontinent erholt sich langsam von einem grauenvollen Krieg - dem furchtbarsten Krieg, den die Welt jemals erlebt hat. Doch das größte Grauen, die schlimmsten Verbrechen geschahen abseits der Schlachtfelder, außerhalb des Interesses der meisten Menschen, die zusätzlich viel zu oft beide Augen fest zukniffen, um ja nicht zu viel zu sehen. Und ihre Augen waren oftmals auch in den 50ern noch geschlossen.

Alain Resnais erkundet dieses Grauen: er wirft einen Blick zurück auf ein perverses System, dass trotzdem in seinem Inneren eine schreckliche Logik und Konsequenz birgt. Resnais erwähnt keine Gründe, er beschreibt lediglich den Ablauf der Vernichtung: "1933 - La machine se met en marche."/"1933 - Die Maschinerie setzt sich in Gang." Ein Mechanismus, befreit von jeglicher Rechtfertigung oder Hinterfragung. Ein Mechanismus, organisiert wie eine industrielle Produktion. Die völlige Verrohung (oder ist es Gleichgültigkeit?) der Täter und die totale Entmenschlichung der Opfer, die nur Objekte sind auf einem Fließband des Todes. Ein System mit all seinen von außen absurden, von innen logischen Auswüchsen - wenn ein KZ die normale Lebenswelt wird, ist auch ein Gefängnis im Gefängnis nur logisch. Die Banalität des Bösen.

Vergrößert wird die Fallhöhe durch die lyrische Inszenierung Resnais'. An manchen Stellen beinahe fröhliche Musik untermalt schrecklichste Bilder, der Erzähler nutzt die gesamte Schönheit der ihm zur Verfügung stehenden Sprache und die Aufnahmen der zerstörten KZs in der Nachkriegszeit wirken auf solch unwirkliche Weise poetisch, dass es einem einen Schauer über den Rücken jagt.

Aber Resnais wollte nicht nur erinnern. Er wollte auch mahnen: er sah die Gefahr einer Wiederholung bereits herauf ziehen. Frankreich kämpfte in seinen algerischen Kolonien gegen die Unabhängigkeitsbewegung und ging dabei äußerst brutal und rücksichtslos vor. Resnais will jedem Zuschauer klar machen: dieses Grauen mag so unglaublich, so riesig erscheinen, dass man es für einmalig halten könnte. Aber die Gefahr einer Wiederholung besteht immer - und überall.

Beinahe ebenso erschütternd wie der Film selbst ist das Verhalten der Bundesrepublik Deutschland bei seiner Veröffentlichung. Nachdem der Film als französischer Beitrag für die Filmfestspiele in Cannes 1956 nominiert wurde, protestierte die Regierung Adenauer vehement gegen diese Entscheidung. Die Entnazifizierung in Deutschland war gerade "abgeschlossen" und die Bundesregierung befürchtete neu aufkeimende Feindseligkeiten. Das französische Vorschlagskomitee gab dem Druck nach und zog den Film zurück. Erst nach massiven Protesten aus dem In- und Ausland wurde der Film doch außerhalb des Wettbewerbs auf dem Festival gezeigt. In Deutschland sollte es noch einige Jahre dauern, bis sich die Augen wieder öffneten...

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Sepf

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Ich muss den jetzt endlich mal sehen.


Iamthesword

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Kein Problem. Den gibts mit englischen Untertiteln auf Youtube.


fleeting

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Bewertung9.0Herausragend

Primo Levis "Ist das ein Mensch?", Imre Kertész' "Roman eines Schicksallosen", Zygmunt Baumans "Dialektik der Ordnung"... Es ist, als hätte Alain Resnais all diese großartigen Werke schon 1955 gelesen. Und wenn er die Sonnenstrahlen zeigt, die nach dem Krieg auf die Bahngleise in Auschwitz fallen, könnte man fast meinen, er hätte auch Claude Lanzmanns "Shoah" schon längst gesehen. Hat er aber nicht. Das alles kam später. Gerade das macht diesen Film so einzigartig. Er nimmt vorweg, was sich ganze Gesellschaften mühsam erarbeiten mussten (und immer noch müssen) und ist seiner Zeit um Jahre und Jahrzehnte voraus.
Ein mutiger, scharfsinniger und aufwühlender Film mit Musik von Hanns Eisler und Chris Marker als Second Unit Director. Auch die deutsche Version (Übersetzung von Paul Celan) ist durchaus sehenswert, auch wenn mich hier Kurt Glass als Sprecher nicht vollends überzeugt. Dennoch: Dieser Film muss gesehen werden, ganz gleich in welcher Sprache. Den Grund dafür nennt er selbst am besten:
"War nods off to sleep, but keeps one eye always open. [...] Who among us keeps watch from this strange watchtower to warn of the arrival of our new executioners? Are their faces really different from our own?"

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ElMagico

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Bewertung10.0Herausragend

Verwirrend. Grauenvolle Poesie. Unterträglicher Zynismus. Ekelhaftes Interesse. Interessantes Ekelhaftes. Abscheuliche Absurditäten. Unerträgliche Minuten. Noch nie gesehene Bilder. Fast heitere Musik. Schöne Worte. Unterträgliche Bilder. Neue Bilder. Ruhe. Kurz Ruhe. Bilderflut. Wörterflut. Schöne Worte. Wichtige Worte. Unerträgliche Bilder. Wieder neue Bilder. Ruhe. Innere Starre. Eine Warnung. Keine Bilder mehr. Ruhe. Formvollendung. Absolute Formvollendung. Aus. Ruhe. Tränen schießen aus dem Nichts in die Augen. Ein Gefängnis im KZ.

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Andy Dufresne

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Vorgemerkt, aber so was von!


nerdkiller

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Was soll man zu diesem Werk denn noch schreiben? Ich kann dazu nichts schreiben, ausser dass es eines der wichtigsten Zeugnisse, eines der größten Verbrechen der Menschheit ist und dass jeder es zumindest einmal - und bei einer Vorliebe für Springerstiefel, braune Hemden und Swastikas ruhig mehrmals - gesehen haben MUSS. (Selbiges gilt für "Shoah")

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demien.bartok

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Wenn ich mal in Gruselstimmung bin, schau ich den an. Derzeit hab ich nicht Lust auf Sensationalismus. Ja, in der Vergangenheit sind krasse Sachen passiert... na und? Dieses permanente Erinnern an sowas kann nicht gut sein. Lieber mal ein bisschen ins Heute schauen. Diese Leute, die sich so moralisch aufgeilen, sind so nervig ....

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demien.bartok

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Naja, ich wollte nicht Broder für mich reden lassen. Es war eine Ergänzung zu dem, was ich gesagt habe. - - Praktizierte Geschichte? Nennt man das nicht Gegenwart? - Was hat der Film anders gewollt als zu unterhalten oder zu belehren? Ich kann mich durchaus von Massenmorden unterhalten lassen, aber welcher Film zeigt denn sowas ohne moralische Filter? Und soll ich mich belehren lassen, dass ich keinen Massenmord anzetteln darf? Wenn ich ein Massenmörder wäre, würde mich ein Film nicht aufhalten. Wenn ich keiner wäre, könnte mich ein Film nicht dazu bringen, sondern mich nur entsetzen, was es für Bösis auf der Welt gibt. --- Ich habe den Film ja noch nicht gesehen, aber die Beschreibung reicht mir erstmal. Was sagst du denn zu dem Film?


ElMagico

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demien du schätzt den Film ziemlich falsch ein! Hab ihn heute gesehen...und nur wenig von dem was du von ihm erwartest trifft tatsächlich zu. investier die 30 Minuten mal (der Film schwirrt ja sicherlich irgendwo im Netz rum).


hollygolightly1

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Bewertung9.0Herausragend

Erschütterndes Zeugnis des NS-Verbrechens.
Zwischen Machart und Inhalt sowie Gegenwart und Vergangenheit herrscht ein gewaltiger Widerspruch, wie man ihn selten fühlt. Er ist unanständig, ironisch. Die Hülle: eine friedliche, farbvolle Landschaft. Was hinter der Fassade steckt: Gräuel. Sequenzen in Farbe und in Schwarzweiß wechseln sich ab. Grausames Bildmaterial. Keine Dialoge. Nur ein Erzähler, der für eine vertraute Atmosphäre sorgt, indem er den Zuschauer direkt anspricht, sich einer poetischen Sprache bedient, äußert sich, führt eine Untersuchung durch. Begleitet von passender Musik.
Dieser Dokumentarfilm präsentiert die Realität auf brutale Weise. Wir haben hier keine Fiktion vorliegen. Die brilliante Filmtechnik stimmt in keinster Weise mit der Essenz überein, was den Film zu einem Geniestreich macht. Es ist die traurige Wahrheit, unterstützt von künstlerischer Darstellung. Es ist so, als hätte Resnais Paul Celans "Todesfuge" verfilmt. Das Zeigen von "Nuit et Brouillard" sollte in allen Schulen obligatorisch sein.

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Le Samourai

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Jop.


faulmaus

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Dazu lesen: Primo Levi. Ist das ein Mensch.

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seta13

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Bewertung9.0Herausragend

Das einzige, was ich zu dieser Dokumentation sagen möchte und sagen kann ist:

Ohne Worte!

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Proclamator

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Bewertung9.0Herausragend

Absolut geniales Stück filmmaterial wer es gesehen hat und dem es nicht übel geworden ist sollte sich ernsthaft Gedanken machen !

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dae-su

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Bewertung9.0Herausragend

Nach Sichtung von NACHT UND NEBEL tut die Tatsache, dass Uwe Boll einen "Ausschwitz" gedreht hat, gleich noch etwas mehr weh.

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Mimuschka

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huch erwischt! nein, aber ich hole es die tage nach wenn die criterion dvd ankommt. wollte die beiden dokus auch gar nicht gegeneinander ausspielen, jede hat auf ihre weise einen wichtigen beitrag geleistet.


fleeting

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@mimuschka: wie schön, dass wir mal wieder einer meinung sind ;)
beides großartige werke, die mensch unbedingt gesehen haben muss!


Le Samourai

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Bewertung9.0Herausragend

Erschütternd.
Dieses Meisterwerk von Dokumentarfilm sollte jedem in Dauerschleife gezeigt werden, der der NPD oder sonstigem Gesindel beitreten möchte.

Absolutes Pflichtprogramm.

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filmbaum

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Bewertung9.5Herausragend

"Wer von uns wacht hier und warnt uns, wenn die neuen Henker kommen?
Haben sie wirklich ein anderes Gesicht als wir?
Irgendwo gibt es noch Kapos, die Glück hatten, Prominente, für die sich wieder Verwendung fand, Denunzianten, die unerkannt blieben; gibt es noch all jene, die nie daran glauben wollten - oder nur von Zeit zu Zeit.
Und es gibt uns, die wir beim Anblick dieser Trümmer aufrichtig glauben, der Rassenwahn sei für immer darunter begraben,
uns, die wir dieses Bild entschwinden sehen und tun, als schöpften wir neue Hoffnung.

als glaubten wir wirklich, dass all das nur EINER Zeit und nur EINEM Land angehört,
uns, die wir vorbeisehen an den Dingen neben uns
und nicht hören, dass der Schrei nicht verstummt."

Aus dem Schlusskommentar des Films, Text: Jean Cayrol, Nachdichtung von Paul Celan

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annaberlin

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Einer der wichtigsten europäischen Dokumentarfilme und leider der erste, den Schüler in den USA, Israel etc. meist in der Schule sehen. Die deutsche Textversion von Paul Celan ist ebenso poetisch und erschütternd wie der französische Originalton.

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