Nachtzug nach Lissabon
Night Train to Lisbon (2013), CH/DE/PT Laufzeit 111 Minuten, FSK 12, Drama, Abenteuerfilm, Thriller, Kinostart 07.03.2013
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24 Kommentare
Keine
von Bille August, mit Jeremy Irons und Jack Huston
Als Jeremy Irons in Nachtzug nach Lissabon einen lebensverändernden Entschluss fasst, findet er in der Hauptstadt Portugals zu seinem Wahren Ich.
Der 60-jährige Gymnasiallehrer Raimund Gregorius (Jeremy Irons) ist auf dem Weg zu seiner Vorlesung, als er im strömenden Regen eine junge Frau auf einer Brücke stehen sieht. Davon überzeugt, dass sie sich das Leben nehmen will, beginnt er eine Unterhaltung mit ihr und versucht, sie abzulenken. Dabei findet er heraus, dass sie Portugiesin ist und wie durch Zufall fällt Gregorius einige Tage darauf ein Buch eines portugiesischen Autors in die Hände. Er ist von der Lektüre so begeistert, dass er einen lebensverändernden Entschluss fasst. Er will etwas über das Schicksal des besagten Autors erfahren, der im Buch seinen Kampf gegen den portugiesischen Diktator Antonio de Oliviera Salazar beschreibt. Deswegen nimmt Gregorius den nächsten Nachtzug nach Lissabon und fährt seiner neuen Zukunft entgegen.
Hintergrund & Infos zu Natchzug nach Lissabon
Der Film von Bille August basiert auf der Romanvorlage Nachtzug nach Lissabon des Philosophen Peter Bieri, auch bekannt als Pascal Mercier. Der Autor lebte in Bern und war ebenfalls lange Zeit als Professor in Berlin tätig. Sein Buch wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und verkaufte sich in Deutschland über zwei Millionen Mal. Bille August, der bereits in Das Geisterhaus mit Meryl Streep Erfahrungen mit Romanverfilmungen machte, nahm sich des Stoffes an und konnte Academy Award-Preisträger Jeremy Irons für die Hauptrolle begeistern. Beide bezeichneten die philosophische Tiefe des Werkes als eine Herausforderung, derer sie sich gerne annahmen.
Vanessa Redgrave (Anonymus) sollte zunächst die Rolle der Adriana de Prado übernehmen, wurde jedoch von Charlotte Rampling ersetzt. Dem Projekt schlossen sich weitere bekannte Schauspieler an, darunter Christopher Lee (Der Herr der Ringe: Die zwei Türme), Mélanie Laurent (Beginners), Bruno Ganz (Der Baader Meinhof Komplex) und August Diehl (Inglourious Basterds). (LB)
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Cast & Crew
- Genre
- Schicksalsdrama, Drama, Gross-Out-Film, Thriller
- Zeit
- 1920er Jahre
- Ort
- Bern, Lissabon
- Handlung
- Affäre, Arzt, Faschismus, Faschist, Lehrer, Liebe, Liebeskummer, Pädagogik, Schicksal, Suche, Verlust einer geliebten Person, Zugfahrt
- Stimmung
- Berührend, Geistreich, Spannend


























Kritiken (11) — Film: Nachtzug nach Lissabon
Jan Schulz-Ojala: der Tagesspiegel Jan Schulz-Ojala: der Tagesspiegel
Kommentar löschenAllenfalls mit einer Überdosis Voice-over wohl hätte Bille August der im Roman durchaus faszinierend ausgebreiteten Gedankenwelt gerecht werden können. Lieber aber schickt er Jeremy Irons als ziemlich schlafwandlerischen Rechercheur in ein fades Begegnungsgeflecht, das vor allem der Ausleuchtung der filmisch ergiebigeren, irgendwie wilderen Biografie des Arztes, Autors und Rebellen Amadeu de Prado dient. Und schon sieht sich die feine Textur des Romans recht grobschlächtig übermalt.
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SimonBroll
Kommentar löschenBille Augusts "Nachtzug nach Lissabon" hätte großes europäisches Kino werden können. Doch auch Stars wie Jeremy Irons oder Martina Gedeck schützen nicht vor Edel-Kitsch.
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Sascha Rettig: Tip, fluter, Netzeitung Sascha Rettig: Tip, fluter, Netzeitung
Kommentar löschenAuch die philosophischen Gedanken des Romans werden in Nachtzug nach Lissabon allzu häufig auf Kalenderblattgriffigkeit gebracht, während das Historien-Liebes-Aufbruchs-Drama in der zu schlicht konventionellen Inszenierung zum betulichen Altmodischkino gerät.
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Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de
Kommentar löschenFurchtbar scheitert Nachtzug nach Lissabon, weil er durchgehend damit beschäftigt ist, seine Schau-Werte auszustellen. Das sind Postkarten aus Lissabon sowie Jeremy Irons, Martina Gedeck, August Diehl, Bruno Ganz und Lena Olin.
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V. Robrahn: Filmszene.de V. Robrahn: Filmszene.de
Kommentar löschenWas sich aus Nachtzug nach Lissabon entwickelt ist allerdings allemal lohnend, sofern man denn ein gewisses Faible für fast schon etwas altmodisch ruhig erzählte Geschichten mit vielen Dialogen besitzt.
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Daniel Licha: Movie Maze Daniel Licha: Movie Maze
Kommentar löschenWer auf weichgespülten Kitsch steht, wird in Bille Augusts Romanverfilmung voll auf seine Kosten kommen. Der Film [...] kann den Zuschauer mit seiner zunächst interessanten Geschichte und der geballten Starpower durchaus bei der Stange halten, ist aber letzten Endes leider nicht mehr als eine seichte Geschichte, deren Potenzial nur selten ausgenutzt wird.
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David Siems: programmkino.de, epd Film David Siems: programmkino.de, epd Film
Kommentar löschenDie Kamera von Filip Zumbrunn fängt die Hafenstadt am Atlantik als bonbonfarbene Postkartenschönheit ein. Unter den vielen namhaften Schauspielern, die hier im Minutentakt das Publikum überraschen, ist die Stadt vielleicht der schönste Nebendarsteller. „Nachtzug nach Lissabon“ – ein solides Stück europäisches Kino vor großartiger Kulisse.
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Lida Bach: f.lm, weltexpress, kino-zei... Lida Bach: f.lm, weltexpress, kino-zei...
Kommentar löschenAngesichts der sentimentalen Reiseromanze wird es zu unfreiwilliger Ironie, dass Bieri/Mercier die Verfilmung als 'dem Buch entsprechend philosophischen Film' tituliert, 'in dem über existenzielle Fragen nachgedacht wird, die jeden beschäftigen.'
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Peter von Becker: Der Tagesspiegel Peter von Becker: Der Tagesspiegel
Kommentar löschenIn der schematischen Rückblende-Dramaturgie und auf schmalzigem Musikteppich entfacht einzig Martina Gedeck so etwas wie dramatische Reibung. Sie setzt dem britisch-prüden Berner einen Hauch deutsch-romanischer Anfechtung entgegen, ein anderes Lächeln und Begehren.
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David Rooney: The Hollywood Reporter David Rooney: The Hollywood Reporter
Kommentar löschenTrotz der altertümlichen Eleganz Berns, dem gepflasterten Charme Lissabons und einigen Panorama-Ansichten der portugiesischen Küstenstraßen ist der Film langweilig gedreht. [...] Nehmen Sie den letzten Zug nach Clarksville, den Nachtzug nach Georgia - alles statt dieser pfeifenden Lokomotive.
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Christian Wolf: outnow.ch Christian Wolf: outnow.ch
Kommentar löschenNight Train to Lisbon mag nicht die erwartete, herausragende Romanze sein, über welche man noch Stunden nach dem Schauen sinnieren kann, aber die Schweizer Koproduktion von Bille August funktioniert in ihrem Erzähluniversum zusammen mit der Besetzung auf ansprechende und liebevolle Weise.
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Kommentare (13) — Film: Nachtzug nach Lissabon
MovieDan Tue, 28 May 2013 16:05:14 -0000
Kommentar löschenTolle Story vor wunderschöner Kulisse sehr gut inszeniert! Sehenswert!
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alter.native Fri, 26 Apr 2013 06:45:48 -0000
Kommentar löschenImmer da, wo der Film der Intention des Buches folgt, wird er langweilig und aufgesetzt. Schon am Buch hat mich gestört, dass der Autor uns seine Welterkenntnissätze um die Ohren schlägt und drumherum eine Rahmenhandlung konstruiert.
Diese Rahmenhandlung hätte im Film was starkes werden können, ein Ausflug in die jüngere Portugiesische Geschichte, ähnlich wie beim Film "No!". Das gelingt aber nur in seinen besten Momenten, wo die Schauspieler einfach spielen. Ansonsten haut uns die Stimme aus dem Off auch hier die gedankenschweren Welterkenntnissätze als Dreh- und Angelpunkt um die Ohren und der Regisseur vertut damit die Chance, was Eigenens draus zu machen.
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marishok Sun, 07 Apr 2013 12:56:33 -0000
Kommentar löschenVon "Nachtzug nach Lissabon" habe ich mehr erwartet. Leider ist es dem Regisseur nicht gelungen, aus einem literarischen Werk ein autarkes filmisches Werk zu machen. Sobald man spürt, dass ein Film auf einer Vorlage beruht, ist der Film misslungen. Es war unüberzeugend und wenig nachvollziehbar, eher gekünstelt und langweilig...
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mariega Fri, 05 Apr 2013 08:47:44 -0000
Kommentar löschenIch bin in den Zug eingestiegen und habe keine Minute bereut, diese Reise ans Ende der Nacht gemacht zu haben.
"Bin ich langweilig?" fragt Raimund Gregorius - Rein der Name klingt schon wie eine langweilige Lateinunterrichtsstunde -
Die Juxtaposition des farblosen Lebens eines gebildeten alternden schweizerischen Lateinlehrer mit dem bewegten Leben eines hochbegabten jungen portugiesischen Arztes - verbunden durch den subtilen Effekt eines Ensemblefilms - bringt uns zweifellos auf die Frage des Zögerns: Welchem Lebensweg soll ich folgen? Soll ich in den Zug einsteigen oder nicht?
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dAShEIKO Sat, 30 Mar 2013 20:55:05 -0000
Kommentar löschenWenn man nach reiner Poesie, nach den Weisheiten des Lebens sucht. Und das ohne jedwede Verblendung durch melancholische Dramen und herzlichen Liebesgeschichten. Wenn man sich für alt genug hält, die Dinge, die man erlebt hat zu hinterfragen. Nach einem Sinn sucht ohne abslute Antworten zu erhalten. Dann kann man sich diesen Film anschauen. Und für mich waren so viele Sätze aus "dem Buch" so richtig. Und man ist geneigt, an die Kreuzwege seines Lebens zurückkehren zu wollen.
Es war schön Jeremy Irons wieder einmal auf der Leinwand zu sehen. Da mag man Martina Gedeck gerne beneiden.
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AbrahamCityRangers Sun, 24 Mar 2013 21:46:34 -0000
Kommentar löschenDas war das langwseiligste,was ich je gesehen habe. Null Dramaturgie,null Pointe, null Idee
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Ripley1 Wed, 20 Mar 2013 19:11:10 -0000
Kommentar löschenDas sogenannte Arthaus-Kino wird zum Friedhof. Während früher in den Programmkinos noch Entdeckungen zu machen waren, z.B. von Filmemachern, deren Filme neu waren und anders, mutig und experimentell, eigenständig und aufregend, oft auch schwierig oder verstörend, sieht man heute viel zu viele Filme, die von europäischen Fördergremien weichgespült werden, gediegene und belanglose Literaturverfilmungen für Lehrerehepaare und die Generation "Unsere Rente ist sicher".
Ein Beispiel dafür ist der "Nachtzug nach Lissabon": Die Hauptfigur der Rahmenhandlung ist ein langweiliger, verstaubter Lateinlehrer (sic!), dem ein Buch eines vergessenen portugiesischen Autors in die Hände fällt. Dieses Buch ist Impuls genug, um sich in den besagten Nachtzug nach Lissabon zu setzen und, dort angekommen, der Geschichte des unbekannten Autors auf den Grund zu gehen. Dieser Autor kam in den Wirren der portugiesischen Revolution gegen das Salazar-Regime ums Leben, und in zahlreichen Rückblenden mit viel Voiceover werden die Erzählungen der einstigen, jetzt greisen Weggefährten bebildert. Freundschaft und Verrat, eine Dreiecks-Liebesbeziehung und ein bisschen Terror werden im Rückblick zu einer bittersüß-melancholischen Melange verrührt, in der unser langweiliger Lateinlehrer ein bisschen Kompensation für sein eigenes ungelebtes Leben findet. Das Ganze wird garniert mit unerträglichen Kalenderblatt-Weisheiten, die dem Film einen philosophischen Anstrich geben sollen.
Trotz des hochkarätigen Casts scheitert dieser Film kolossal an seiner fehlenden Dramaturgie und letztlich an fehlendem Gehalt. Der Zuschauer (ich) bleibt völlig unberührt von dieser Kaffeefahrt nach Lissabon mit ihren ausgesuchten, aber leeren Postkarten-Ansichten.
Ich empfehle stattdessen Wenders' "Lisbon Story" als den klügeren Film.
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Sonse Thu, 21 Mar 2013 10:13:17 -0000
Antwort löschenGrandios!
In Mainz findet sich die perfekte Kinostruktur, um Filme direkt einordnen zu können. Ein Multiplex, ein Programmkino und ein Kino, welches auf Arthouse macht, aber dem Multiplex gehört, von mir stets Lehrerehepaar-Arthousekino genannt. Eben mal überprüft, ob der Film dort läuft. Bingo. Gemeinsam mit Hitchcock und Argo. :)
Ripley1 Thu, 21 Mar 2013 11:48:29 -0000
Antwort löschen"Hitchcock" habe ich am selben Tag im selben Kino (Universum Braunschweig) gesehen. Er fällt in die gleiche Kategorie: Nett gemeintes Konsenskino, anekdotisch und flau, ohne Ecken und Kanten. Ebenfalls gut besucht von Damen und Herren im gesetzten Alter.
sarah.kugler.10 Fri, 15 Mar 2013 08:24:29 -0000
Kommentar löschenIch war sehr skeptisch, ob der Film dem Buch gerecht werden kann und er kann es definitiv nicht! Die emotionale philosophische Tiefe des Romans konnte er einfach nicht einfangen. ABER: Der Film ist für sich betrachtet ein guter Film. Er ist schön gefilmt, die Schauspieler spielen gut und die Geschichte ist stringent und spannend erzählt. Für einen entspannten Filmabend mit ein wenig Anspruch durchaus geeignet!
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Moviefan85 Wed, 13 Mar 2013 22:58:03 -0000
Kommentar löschenDie Verfilmung des Weltbestsellers von Pascal Mercier, unter der Regie von Bille August ("Goodbye Bafana"). Jeremy Irons steht im Mittelpunkt der Geschichte, er spielt einen von seinem Job gelangweilten Lehrer, der nur durch Zufall, als er einer jungen Frau das Leben rettet, die sich von einer Brücke stürzen will, in den Besitz einer Zugfahrkarte und einem Buch gelangt, die ihn nach Lissabon führen. Dort erfährt er die Vergangenheit des Autors des Buches, Armandeo und begegnet Menschen, die mit ihm in Verbindung standen. Diese Menschen, die Jeremy Irons in diesem Film antrifft, werden von britischen (Jack Huston, Tom Courtenay), französischen (Mélanie Laurent), schweizerischen (Bruno Ganz), schwedischen (Lena Olin), und deutschen (Martina Gedeck, August Diehl, Burghart Klausner), Schauspielern dargestellt, die ganze Besetzung ist überzeugend. Sogar Christopher Lee ist hier zu sehen, der für sein Alter mit fast 90 Jahren immer noch gut als Schauspieler beschäftigt ist. Die Stadt von Lissabon ist schön in Szene gesetzt worden, man kann viel von den Kulissen sehen, obwohl sie nicht im Vordergrund des Films steht. Es kommen zwei etwas zu brutale Szenen vor, die für manche Zuschauer unangenehm sein können. Die Handlung ist für fast 2 Stunden etwas lang, aber umso spannender ist es, der Hauptfigur bei der Suche nach des Rätsels Lösung zu folgen bis ans Ende des Films. Sehenswert!
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andrelaurence Wed, 20 Feb 2013 10:51:27 -0000
Kommentar löschenBewertung wird noch kommen...
ABER WIE HEIßT DIE MUSIK AUS DEM KURZEN TEASER???
Ich bekomme es einach nicht heraus...
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Seraph Thu, 14 Feb 2013 17:52:18 -0000
Kommentar löschenLiebe + Philosophie + Landeskunde = Thriller? Ich glaube nicht. Billie August hat anscheinend ein anderes Buch gelesen als ich. Er saß schlichtweg in einem anderen Zug nach Lissabon. Wie man dieses überragende Material jedenfalls so verzerren kann, ist mir schleierhaft.
Ich hatte wirklich große Erwartungen an den Film, so viel muss ich zugeben. Als Liebhaber der Literaturvorlage war ich sehr gespannt darauf, wie man den Stoff umsetzen würde und ob es wirklich machbar sei, dem Buch auch nur ansatzweise gerecht zu werden. Es zeigt sich nach Sichtung der filmischen Umsetzung, das dies leider nur in Teilen möglich war. Eine zu schwierige Aufgabe wie es scheint - unlösbar, würde manch einer wohl sagen.
Nachtzug nach Lissabon beginnt mit melodramatischer Musik. Negative, aufwühlende Klänge, die sich durch die gesamten weiteren 110 Minuten ziehen werden. Doch warum, frage ich mich? So ist das Eingangskapitel eines der wärmsten, die ich jemals in meinem Leben gelesen habe. Man fühlt die Einsamkeit des Protagonisten, den Trott des Alltags, die Sehnsucht nach der Ferne, nach dem Unbekannten, nach ihr. Aber alles in seinem Leben verändert sich, wird sich verändern - auf eine gute Weise. Doch davon ist im Film nichts zu spüren. Die Schauspielerin welche für die Rolle der jungen Dame ausgewählt wurde enttäuscht auf ganzer Linie; ihr Spiel ist ausdruckslos, ihre Miene bleibt blass. Auch wurden viele, sehr viele Änderungen vorgenommen. Es gibt keinen Augenarzt Doxiades, es gibt keine Begegnung im Nachtzug mit Silveira, und Gregorius kann von Anfang an fließend Portugiesisch und muss es nicht erst erlernen - einfach nur traurig. Und das sind nur Auszüge.
Dazu kommt überdies die Tatsache, dass die Schnitte im Film viel zu schnell und hektisch sind. Stationen des Buches werden aus Zeitgründen derart stressig abgearbeitet, dass man denkt, wieder die grauselige Harry Potter 5 Verfilmung zu schauen. Ein weiteres großes Manko, was m.E. erneut auf die Drehbuchschreiber zurückfällt, welche die Adaption verfasst haben. Es ist mir völlig klar, dass man in zwei Stunden nicht alles behandeln kann und immer detailgetreu bleibt, aber das Argument wird schwach, wenn man den Film mit wirklich starken Literaturverfilmungen vergleicht. Jene muss ich jetzt gar nicht nennen, da jedem von uns andere Beispiele in den Kopf schießen. Worum es geht ist die reine Tatsache, dass es möglich ist, ein Buch zufriedenstellend auf die Leindwand zu bringen. Definitiv und absolut möglich.
Zum Abschluss möchte ich noch die positiven Aspekte des Streifens herausstellen, welche zweifelsohne alle nur in einem Thema münden werden und können: dem grandiosen Hauptcast. Die deutsche Riege rund um Gedeck, Ganz und Diehl spielt gewohnt fantastisch, absolut über jeden Zweifel erhaben. Auch Laurent und ihr "älteres Gegenstück" sind eine faszinierende Augenweide, jede auf ihre ganz besondere, eigene Art. Irons, Rampling und Lee spielen gewohnt routiniert und souverän, ohne wirklich überragend zu glänzen. Einziger Wermutstropfen neben der eingangs gennanten Eröffnungsdame ist der Schauspieler des Amadeu selbst - Jack Huston. Einen schmalzigeren Enrique Iglesias-Klon hätte man ja wohl auf diesem Planeten nicht finden können und alles was de Prado im Buch an Kühnheit und Ehrenhaftigkeit versprüht, verblasst hier zu dem trivialen Augenaufschlag eines Schönlings. Hätte man ihm mehr Zeit gegeben, um sich in diese Rolle einzufühlen, wäre er vielleicht glaubhafter herübergekommen, ja - ich denke jedoch nichtsdestotrotz, dass ein anderer Schauspieler gleich mehr Sinn gemacht hätte.
Sei es wie es sei, ich bin enttäuscht. Nachtzug nach Lissabon ist keineswegs ein schlechter Film, aber mit seiner Entfremdung von der Buchvorlage und der ein oder anderen Drehbuch- plus Besetzungstechnischen Fehlentscheidung hat man sich selbst leider schneller ins Aus katapultiert, als Martina Gedeck "Berlinale" sagen kann. Das Original ist hinten und vorn kein Thriller, warum man demnach um jeden Preis Ekelszenen wie [SPOILER] das Hände-Zertrümmern oder den Luftröhrenschnitt mit notdürftigen Behelfsmitteln [/SPOILER] einbauen musste, werde ich wohl nie verstehen. Solche Sachen hätte man getrost weglassen können, gefühlt der halbe Saal hat weggeschaut. So far von der Buchliebhaber/Hardliner-Front; ich bin recht sicher, viele andere Zuschauer haben das insgesamt positiver aufnehmen können als ich. Unwissenheit ist eben doch oftmals ein Segen.
6.0 for now.
MfG
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philipp.warnke Sat, 09 Feb 2013 14:05:38 -0000
Kommentar löscheneins vorweg: ich hab das buch nicht gelesen also kann ich vermutlich die meisten kritikpunkte nicht teilen.
Dieser Film regt wirklich zum Nachdenken an, zum einen auch auf philosophischer Ebene durch die Annekdoten aus Armandeo´s Buch und vor allem die Szene mit der Rede von Armandeo als Schüler (Diese Szene , diese Rede hatte das meiste philosophische Pozenzial).
Der Film im Allgemeinen wird sehr ruhig und sehr stimmig erzählt. Jeremy Irons spielt den langweiligen, farblosen Lehrer überzeugend. Das ist auch umso wichtiger, denn darum geht es eigentlich im Kerngedanken, um die Identität, Selbsterkenntnis und Persönlichkeit. Der Lehrer ist vergleichbar mit einem Gefäß, das mit jeden Detail von Armandeo´s Geschichte, mit jedem Flashback an Form und Persönlichkeit gewinnt.
Weiterhin ist anzumerken, dass Portugal und Lissabon schön realistisch in Szene gesetzt wurden, keine Auschmückungen, keine auf Sight-seeing auf gelegte Kameraführung.
Die deutschen Schauspieler, vor allem August Diehl und Bruno Ganz, spielen wirklich sehr sehr eindrucksvoll und sind auch wirklich das Highlight der Geschichte.
Die Philosophie spielt generell eine sehr wichtige Rolle, auch wenn ich das Buch nicht gelesen habe, dafür aber Peter Bieris Buch "Wie wollen wir leben?", haben mich die dominierenden philosophischen Aspekte sehr angesprochen.
Alles in Allem eine runde Sache, dass vor allem Philosophen und die, die es werden wollen, sehr gefallen wird.
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midesp Sat, 23 Jun 2012 10:18:39 -0000
Kommentar löschenOh Oh! Jetzt wird's schwierig!
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Seraph Sun, 09 Sep 2012 19:45:58 -0000
Antwort löschenIn wiefern? :)
MfG
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midesp Mon, 10 Sep 2012 16:26:44 -0000
Antwort löschen...dem Buch einigermaßen gerecht zu werden. Glaube zwar kaum, dass es in diesem Fall möglich ist aber we'll see!
Schnalex Sat, 17 Nov 2012 23:49:32 -0000
Antwort löschenDas glaube ich auch kaum, aber man sollte dem Film eine Chance geben. Kann ein sehenswertes Ding werden.