Nader und Simin - Eine Trennung - Kritik

IR 2011 Laufzeit 123 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 14.07.2011

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Kritiken (14) — Film: Nader und Simin - Eine Trennung

Flibbo: Wie ist der Film?

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8.5Ausgezeichnet

[...] Immer stimmig vermengt „Nader und Simin“ Themen wie Liebe, (Un)Wahrheit und (Un)Gerechtigkeit anhand eines kleinen Alltagseinblicks und stellt viele kritische Fragen. Das wahre Kunststück dabei ist, dass der Film es subtil und völlig parteilos tut. Jeder in der Geschichte hat sein Päckchen zu tragen; alle stehen in Wechselbeziehungen zueinander, jenseits von Gut und Böse, Schwarz und Weiß. Mit schwierigen, immer nachvollziehbaren Konflikten zieht der Film in seinen Bann und schöpft seine Kraft daraus, dass er sich auf keine klare Schuldzuweisung und keine klaren Antworten verlässt. Die Töchter der beiden im Mittelpunkt stehenden Ehepaare sind geschickt als Schlüsselfiguren eines komplexen Vierernetzes eingearbeitet. [...]

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Gnislew: Sneakfilm - Kino mal anders

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9.0Herausragend

Unbedingt ansehen! “Nader und Simin – eine Trennung” ist packendes Kino, das eine Geschichte erzählt die den Zuschauer von der ersten Minute an in den Bann zieht. Der Blick auf die ungewohnte Gerichtswelt und die für die westliche Welt eher unbekannte Kultur, gepaart mit einem Thema, dass überall auf der Welt immer aktuell ist, machen “Nader und Simin – eine Trennung” zu einer Filmperle, die man sich als echter Filmliebhaber nicht entgehen lassen darf!

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Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...

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8.0Ausgezeichnet

Käme Regisseur Asghar Farhadi nicht aus dem Iran, „Nader und Simin“ wäre ein vielschichtiges Familiendrama, eine Beziehungstragödie, ein Minikrimi, in dem sich alle irgendwie schuldig gemacht haben und je nach Lage auf Anstand und Moral oder geltendes Recht plädieren. Die objektive Wahrheit bekommen wir während der 123 Minuten nicht zu Gesicht; sind vielmehr von Beginn an eingeladen, selbst Richter zu spielen. Nun kommt Farhadi aber aus dem Iran und so werden die Konflikte zu Gleichnissen des unfreien politischen Systems im Ayatollah-Staat.

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Andrew O'Hehir: Salon.com Andrew O'Hehir: Salon.com

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8.5Ausgezeichnet

Nader und Simin ist ein altmodisches Drama von erschreckender Intensität und Komplexität.

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Filmering: Filmering.at

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8.0Ausgezeichnet

Nader und Simin erzählt eine spannende Geschichte, die den Zuseher vor schwierige moralische Entscheidungen stellt und es auf subtile Weise schafft das moderne Leben im Iran zu schildern. Der Film ist feinfühlig erzählt, ausgezeichnet gespielt und schafft es mit viel Fingerspitzengefühl die verschiedenen Ebenen der Erzählung ineinandergleiten zu lassen und so ein umfassendes Bild von den Figuren und den kulturellen Gegebenheiten zu zeichnen. Nader und Simin ist Weltkino wie es sein sollte und ein absoluter Tipp für alle Cineasten.

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Thomas Hutter : Outnow.ch Thomas Hutter : Outnow.ch

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9.5Herausragend

Dass Farhadi diese vielen Themen zu einem mehr als überzeugenden, weil konsequenten Ende zusammenführen kann, verdient das grösste Lob. Er liefert keine Antworten zu diesen Problemen, da es keine einzelne Antwort dazu gibt. Nader and Simin ist ein Juwel von einem Film, welcher hoffentlich die Anerkennung erhält, die er verdient.

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José Garcia: Textezumfilm

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9.0Herausragend

Obwohl die Wahrheitsfindung durchaus im Vordergrund des Filmes von Asghar Farhadi steht, handelt es sich bei „Nader und Simin – Eine Trennung“ keineswegs um einen Gerichtsfilm. Asghar Farhadi bietet vielmehr einen Einblick in eine iranische Gesellschaft voller Kontraste. Denn hier prallen zwei gesellschaftliche Schichten aufeinander: Auf der einen Seite die gebildeten, religionsfernen Nader und Simin, auf der anderen die strenggläubigen und bildungsfernen Razieh und Hodjat. Was sich auf dem Papier wie eine soziologische Versuchsanordnung liest, wird in Farhadis Inszenierung seines selbstverfassten Drehbuchs zu einer überaus spannenden Geschichte. Dabei inszeniert der 1972 in Isfahan, Iran geborene Regisseur im Vergleich zu anderen iranischen Filmemachern, etwa Majid Majidi („Kinder des Himmels“, 1997; „Die Farben des Paradieses“, 1999) oder Abbas Kiarostami („Der Geschmack der Kirsche“, 1997; „Ten“, 2002), seinen Film durchaus konventionell. Die Handkamera von Mahmood Kalari wirkt lediglich zu Beginn etwas hektisch, verleiht dem Film sonst zusammen mit dem unauffälligen, aber dennoch wirkungsvollen Schnitt von Hayedeh Safiyari eine Dynamik, die auf den Einsatz von Filmmusik verzichtet.
Über den Einblick in die Beziehungen von Mann und Frau sowie in die Rolle der Bildung in der iranischen Gesellschaft hinaus behandelt „Nader und Simin – Eine Trennung“ ebenfalls allgemeingültige Fragen wie Schuld, Verantwortung und Moral bei der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit. Der Gewinner des Goldenen Bären bei der Berlinale 2011 handelt nicht zuletzt auch vom Schmerz einer Elfjährigen, die durch die Trennung ihrer Eltern zwischen Vater und Mutter zu wählen hat.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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8.0Ausgezeichnet

Es beschäftigt sich mit den Gegensätzen zwischen aufgeklärtem und fundamentalistischem Islam, mit Geschlechterkonflikten in einem Land, in dem Frauen wenige Rechte haben, gleichwohl aber selbstbewusst auftreten und zusammenhalten, mit alten Ehrvorstellungen unter Männern sowie dem Umgang der Generationen untereinander. - Viel Stoff für ein zweistündiges Drama, bei dem sich Farhadi jedoch keinesfalls verzettelt. Geschickt führt er die verschiedenen Figuren und Fäden zusammen. Und das sehr konzentriert an wenigen Schauplätzen, überwiegend in Innenräumen.

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Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de

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7.0Sehenswert

Geschickt sind Widersprüche und Zweifel, Lügen und Wahrheit im Drehbuch angelegt und verwoben. Autor und Regisseur Asghar Farhadi erhielt für seinen Film in Berlin (2011) den Goldenen Bären. [...] Ein sehenswertes Drama.

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Herbert Spaich: SWR Herbert Spaich: SWR

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8.0Ausgezeichnet

Mit „Nader & Simin – Eine Trennung“ hat sich Farhadi noch einmal übertroffen. [...] Ohne den Einen oder den Anderen an den Pranger zu stellen, gibt dieser großartige Film Anstöße. [...] Ein perfekt durchkomponiertes Drehbuch wurde dramaturgisch überwältigend gut, mit faszinierenden Schauspielern, umgesetzt.

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Stefan Volk: film-dienst Stefan Volk: film-dienst

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7.5Sehenswert

Dass Farhadi sich mit Nader und Simin nicht bereitwillig ins Gefängnis oder Exil inszenierte, mag in manchen Feuilletons bedauert werden; vorwerfen sollte man es ihm nicht. Ironischerweise ist die vielleicht erzwungene zurückhaltende, differenzierte Erzählweise dramaturgisch und inszenatorisch für den Film ein Gewinn.

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Volker Mazassek: programmkino.de Volker Mazassek: programmkino.de

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8.5Ausgezeichnet

Regisseur Asghar Farhadi taucht tief in den iranischen Alltag ein und zeichnet mit klaren Linien das Bild einer verfahrenen Lage. Das ist nicht nur aufschlussreich und kunstvoll gebaut, sondern berücksichtigt auch die Unterhaltungsbedürfnisse des Publikums. Dank Drehbuch und Timing schwingt sich die simple Trennungsgeschichte zu großem Kino auf, ein intensives Drama, spannend bis zum Schluss.

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Andreas Fanizadeh: taz Andreas Fanizadeh: taz

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9.0Herausragend

Farhadis Film macht die verdrehten Moral- und Rechtsauffassungen eines neurotischen Systems deutlich. Willkür und Zufall entscheiden über Glück oder Unglück der Einzelnen. Peyman Moadi spielt dabei einen beeindruckenden Nader, der sich immer tiefer in kaum beeinflussbare Widersprüche verstrickt. [...]
Nader und Simin ist ein kleines Meisterwerk aus einem Land, in dem man eigentlich keine Filme mehr drehen kann.

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Jan Schulz-Ojala: der Tagesspiegel Jan Schulz-Ojala: der Tagesspiegel

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9.0Herausragend

Nader And Simin, A Separation ist so brisant wie brillant. Die alltägliche Geschichte um zwei Familien, eine aus dem Mittelstand und eine aus ärmeren Verhältnissen, erzählt von Moral und Verantwortung, religionsgeprägter Tradition und rational gesteuerter Moderne, gesellschaftlichem Rollenverständnis und individuellem Mut. In einem stets geerdeten, kompliziert verflochtenen und sich wandelnden Konfliktfeld bietet der Film, Zeichen seiner hohen dramaturgischen Subtilität, dem Zuschauer schwindelerregend viele Identifikationsmöglichkeiten. Und, das Wichtigste: So wie Regisseur Asghar Farhadi auf das simple Gut-Böse-Schema verzichtet, so lässt er simple Antworten beiseite.

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Kommentare (44) — Film: Nader und Simin - Eine Trennung


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brucelee76

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Bewertung10.0Herausragend

Hallo zusammen,

endlich wieder ganz ganz großes Kultur-Kino. Leute so geht Film! Bravo und einsame Spitze :). Das Leben so wie es ist. Ohne schön Malerei und mit all seinen Problemen und Missverständnisse.

Zur Story: Eine iranische Emanze Simin will sich trennen von ihrem Ehemann Nader. Der fühlt sich verpflichtet für seinen Pflegebedürftigten Vater da zu sein. Und durch falschen Stolz mit der Trennung einverstanden ist. Was wieder rum die Simin, auch durch falschen Stolz, verärgert macht. Weil sie insgeheim hofft Nader würde für sie kämpfen.
Dann wird der Stein ins rollen gebracht, als die neue ungebildete und streng gläubige Muslimin Pflegeschwester Razieh, den Vater ans Bett fesselt, um zum Frauenarzt gehen zu können. Das kommt überhaupt nicht gut an beim Sohnemann und die menschliche Tragödie nimmt Ihren Lauf ... und das alles geschieht unter den Augen der elf Jährigen Tochter Termeh (übrigens, sie ist die Tochter vom Regisseur) mehr sage ich dazu nicht. Bitte selber anschauen :).

Hodjat der Ehemann von Razieh zu Nader und Simin: "Was denkt ihr beiden, wir sind Tiere oder was!? Wir sind keine Tiere, habt ihr beide das verstanden! Wir sind keine Tiere!!!"

Mein Fazit: Ungebildete Schicht triff auf gebildete Mittelschicht mit so einer unglaublichen Wucht das einem das blanke entsetzen aller Beteiligten, überkommt. Mehr als verdient der Oscar. Pures Kino aus dem Iran. Ein Persisches Filmjuwel :).

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based_god

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Bewertung7.0Sehenswert

„Nader und Simin“ ist ein moderner Film, der ein ungewohnt liberales Bild seines Landes zeichnet. „Nader“, der Protagonist, dessen Frau aus dem Iran emigrieren will, wird beschuldigt, für die Fehlgeburt der Pflegehilfe seines Vaters verantwortlich zu sein, die aus deutlich ärmeren und wesentlich konservativeren Verhältnissen stammt.

Anstatt tiefer auf seine sehr spannenden Figuren (sei es die Familie aus ärmeren Verhältnissen, die Tochter, die Ehefrau) einzugehen hält sich „Nader und Simin“ zu viel mit seinem Gerichts-Plot auf und lässt seiner sonstigen Handlung zu wenig Spielraum. Trotzdem ein sicherlich sehenswerter Film, der sicherlich überraschen wird, ist der doch eine iranische Produktion aus der Feder eines iranischen Regisseurs.

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Gabster

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Nader und Simin ist klug, witzig, spannend, ergreifend, tiefsinnig und intelligent. Vor allem das Drehbuch ist packend geschrieben, die Dialoge sind so schneidend und das Timing so perfekt, das einem die Luft weg bleibt.
Nach einer genialen fünfminütigen ersten Einstellungen geht der Film erstmal recht schleppend weiter, nimmt dann aber Fahrt auf und wechselt gekonnt zwischen der Trennungsgeschichte und dem Gerichtsprozess. Der ist raffiniert aufgebaut, sowohl sehr alltäglich (wir alle hätten der Mann sein können, der die Schwangere aus der Tür stößt) als auch sehr verzwickt: Der Zuschauer weiß irgendwann nicht mehr, ob und wann jemand lügt oder welche Fragen eigentlich relevant sind. Farhadi packt da in sein Scheidungsdrama einen verdammt guten Krimi. Etwas geholfen hätte es vielleicht, wenn das andere Ehepaar ein wenig sympathischer wäre, dann wäre der Konflikt des Zuschauers größer, aber wirklich sympathisch in diesem Film ist eigentlich nur Nader und vielleicht noch seine Tochter, das war es dann leider auch. Aber je mehr wir über die prekären Lebensverhältnisse des anderen Paares lernen, desto klarer wird uns, dass sie nicht nur die aggressiven Ekelpakete sondern auch Menschen mit Problemen sind. Keine sympathischen zwar, aber immerhin. Und am Ende hält Farhadi der Menschheit in all ihrer Käuflichkeit den Spiegel vor. Wunderbar! Ob der Film jetzt irgendetwas über die iranische Gesellschaft aussagt, weiß ich nicht, ich war noch nie da. Es ist mir aber auch ziemlich egal, denn er hat mich zwei Stunden lang auf höchstem Niveau unterhalten und zum Nachdenken angeregt. Das ist alles, was ich von einem Film verlange.

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Jomo

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein wirklich ergreifender Film, in dem die beim Dreh 13-jährige Sarina Farhadi (nicht 18 oder 19 wie manche behaupten) überzeugend die Tochter spielt.

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Jomo

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Hier (in der Mitte) ist Sarina Farhadi bei Dreharbeiten 2007 zu Dayere Zangi:
http://www.whatsupiran.com/Gallery/Album/Dayere-Zangi-photos/11366
Hier sieht man sie auf mehreren Fotos (mit Zöpfen) 2009 nachdem ihr Vater den Silbernen Bären aus Berlin mitgebracht hat:
http://forum.iranproud.com/showthread.php?224841
Und hier ist sie auf der Berlinale 2011:
https://www.berlinale.de/de/archiv/jahresarchive/2011/05_boulevard_2011/05_boulevard_2011.html#navi=10884&item=11653

Manche behaupten, sie wäre 1992 geboren und auf den Fotos wäre eine 15, bzw. 17 und 19 Jahre alte Person zu sehen.
Tatsächlich ist sie auf den Fotos aber erst 10, bzw. 12 und 14 Jahre alt, was ziemlich offensichtlich zu erkennen seien sollte.


Jomo

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http://www.arte.tv/guide/de/050355-000/es-war-einmal
Minute 47:40: Sarina zum Erfolg des Filmes (Goldener Bär): "Manchmal frage ich mich, wie ich es geschafft habe, in meinem Alter, mit 13 oder 14, eine derartige Erfahrung zu machen."


dbeutner

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Bewertung7.0Sehenswert

Schwierig. Potential bis zum Abwinken, und in seiner Inszenierung in den letzten zwei Dritteln durchaus ernsthaft spannend. Das Kernelement des Dramas leidet aber an zwei drei Schwächen, die es mir immer schwerer gemacht haben, das melodramatische Element, welches mir verkauft werden sollte, noch abzunehmen. SPOILER ahead...

Wirklich nervig empfand ich den "Streit" um die Frage, ob "er" "sie" geschubst bzw. in welche Richtung geschubst bzw. in welcher Härte geschubst habe. Das wird - auch bzgl. der Frage, wie er sich denn verhalten hätte (dürfen), wenn er von der Schwangerschaft gewusst hätte - immer wieder thematisiert, als ob es eine offene Frage sei. Tatsächlich sieht man aber den gesamten Hergang, es gibt eine Berührung, noch vor der Tür, keinerlei Schubsen, schon gar keines beim Tür schließen. Immer wieder habe ich mich gefragt, ob der Film mich jetzt für blöd verkaufen will oder ob der Regissseur schon selbst vergessen hat, was er da eine Filmstunde vorher inszeniert hat...

Dann kommt hinzu, dass jede Person sich eigentlich ziemlich kopflos unsympathisch verhält. Es wird einem sehr, sehr schwer gemacht, Empathie zu entwickeln. Dabei, und gerade das meine mich mit dem Potential bis zum Abwinken, bietet die Grundkonstellation allerlei Möglichkeiten, dass sich alle Seiten unvernünftig verhalten, man aber gerade /jede/ dieser Seiten versteht. Dass aber der Vater etwa immer weiter an der Eskalationschraube dreht, obwohl er weiß, dass er bzgl. des Wissens um die Schwangerschaft lügt und daher eigentlich ein Interesse daran haben sollte, die Sache möglichst leise abzuhandeln - so etwas nervt dann schon mal.

Das Alter der Tochter ist dann noch ein echter Reinhauer. Welchen Unterschied hätte es denn in der Geschichte gemacht, die Tochter 14 sein zu lassen? Eine 19-jährige Darstellerin als 11-jährige zu verkaufen ist schon mehr als gewagt; dass der Regisseur seine Tochter besetzen wollte - hat ja niemand was dagegen, aber dann bitte etwas glaubwürdiger.

Wie gesagt, die rel. hohe Bewertung - allerdings auch wirklich das Höchste der Gefühle - weil unter den Fehlern in der Geschichte immer noch ausreichend Drama und Spannung steckt, wie Situationen, in denen subjektiv niemand "böse" ist, aber objektiv alle alles falsch machen, eskalieren können. In der konkreten Umsetzung leider an zentralen Punkten schwach, und auch verglichen mit anderen iranischen Filmen keineswegs auf voller Höhe.

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dbeutner

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Zum Geburtsdatum der Darstellerin, vgl. Kommentar von "Jomo" über mir: http://lmgtfy.com/?q=Sarina+Farhadi+birthday


Hartmut Wastian

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Guter Kommentar, auch bei mir kamen einige Schwächen an... Die Debatte ums "Schubsen" finde ich allerdings plausibel, da es sich hier ja um die "Ur-Lüge" von Razieh handelt, mit der die Probleme für Nadir anfangen. Es dreht sich hier imho nicht um unsere Wahrnehmung als Zuschauer, sondern die Debatte vor dem Richter und wie sie die Beteiligten beeeinflusst.


vuvuzela

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Bewertung6.0Ganz gut

Der Film veranschaulicht wie zermürbend sich Glaube und Moral auf ein soziales Verhalten auswirken.

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BlackSeaStorm

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich könnte mir vorstellen, dass der Film nichts für Leute mit fehlendem Interesse am Orient ist.

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Kill_Diether

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Es dauert eine Weile bis das persische Drama an Fahrt aufnimmt. Oder dauert es eine Weile, bis der Mensch aus der westlichen Hemisphäre die Gemeinsamkeiten und die Vorzüge dieser Kultur wahr nimmt.
Hitchcock hätte so gut wie alles an dem Film gelobt. Denn so eine ausgeklügelte Story, mit hervorragenden Schauspielern, auf diese Art in einem Gesellschafts- und Beziehungsrahmen zu verstricken, ist von der Idee schon hoch interessant.
Wenn dann die Umsetzung ungezwungen spannend ausfällt, ist das großes Kino, wo sogar im Abspann noch gestaunt wird.

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Martin Oberndorf

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Bewertung9.5Herausragend

Hollywood ist ohne Zweifel die größte Anlaufstelle für internationalen Erfolg.
Da hilft alles Leugnen nichts.
Das hat aber mit der Qualität des Streifens nichts zu tun.
Denn weder ist alles, was die ehemalige Traumfabrik hervorbringt, gut, noch ist es automatisch schlecht.
Doch hinter diesen schier überwältigenden Anzahl von großen Studioproduktionen schaffen es hin und wieder vereinzelt auch Filme anderer Länder, es zu internationalem Ruhm zu bringen.
Filme wie dieser.
Filme wie "Nader und Simin - Eine Trennung".
...
Wie viele andere wahrscheinlich auch, wenn sie nicht gerade auf einen Anti-Hollywood-Trip unterwegs sind, bin ich auf diesen Film gestossen, als er 2012 für den Oscar für den besten fremdsprachigen Film nominiert war, und zeitgleich seinen Weg in die IMDB Top 250 fand.
Dass er später für den Iran den Preis auch erhielt, war kein Wunder.
Und auch nach Zweitsichtung hat sich mir meine durchwegs positive Erinnerung nur bestätigt.

"Nader und Simin - Eine Trennung" ist ein sehr ergiebiger Film.
Man hat viele Ansätze, und viele Möglichkeiten, dem Film etwas abzugewinnen.
Auf der einen Seite sind es vor Allem die Charaktere und deren Beziehungen zueinander, die mich faszinieren.
Auf der einen Seite natürlich Nader und Simin.
Die erste Szene beim Scheidungsrichter zeigt, dass sie sich nicht ihretwegen trennen wollen.
Es ist nämlich so, dass sie sich immer noch lieben.
Doch beide wollen für ihre Liebsten nur das Beste.
Simin für ihre Tochter, Nader für seinen Vater.
Und gerade das Verhältnis zur Tochter ist sehr interessant.
Beide kümmern sich prächtig um.ihre Tochter, beide lieben sie, und sie liebt beide.
Deshalb und weil immer beide sympathisch und nachvollziehbar dargestellt werden, sind sie zu gleichen Teilen zur Identifikation geeignet, was in Anbetracht des Titels einige Stellen schwer macht.

Aber am Interessanten finde ich allerdings den harten Kontrast zwischen den beiden im Film vordergründigen Familien.
Die Familie der Haushälterin ist eher konservativ eingestellt. Sie ist eingemummt, sodass man bis auf ihr Gesicht nichts sieht, muss erst ihren Mann um Erlaubnis fragen und lebt strengstens nach den Regeln des Korans. Ihr Mann, zutiefst religiös, behandelt seine Frau wie seine Schwester nicht gerade feinfühlig, um nicht zu sagen, dass er aggressiv ist.
Nader und Simin hingegen stellen die moderne Seite dar. Sie sind auch gläubig, sehen sich allerdings als absolut gleichgestellt an, und finden es auch absolut normal.
Simin lebt ihren Glauben auch aus, trägt ein Kopftuch, allerdings ist ihrevrestliche Kleidung nicht anders als die Westliche, mit Jacke und Jeans. Jedoch ist ihr Glauben weitaus sekundärer gelegt.
Somit gibt es hier zwei sehr unterschiedliche Welten, die aufeinanderprallen, ohne, dass eine wirklich als negativ dargestellt wird. Jedoch ist es hier so, dass die beiden Lebensstile so unterschiedlich wie Tag und Nacht, weshalb nicht alles friedlich bleibt.

Aber auch die Story und deren Verlauf ist interessant.
So stellen sich in der krimiähnlichen Handlung immer wieder neue Fragen, und genauso häufig gibt es Wendungen, die die Ereignisse in einem neuen Licht erscheinen lassen.
Denn so wirklich weiß man nie, wer die Wahrheit sagt, oder vielleicht doch etwas verschweigt.
Und das macht den Film auch auf einer spannungstechnischen Ebene interessant.
Somit bietet der Film auch etwas für Zuschauer, die sich von einem Film auch nur einfach unterhalten lassen wollen.

Somit funktioniert der Film als Charakterstudie, Auseinandersetzung mit Religion und wie diese ausgelebt wird, als Film über die Gründe und Auswirkungen einer Trennung und letztlich auch einfach als spannendes Drama mit vielen Überraschungen.

Eine blinde Empfehlung für alle FilmliebhaberInnen!

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brucelee76

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Klasse Kommentar :).


Martin Oberndorf

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Danke :3


arnd1964

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Endlich mal ein Film, bei dem man intellektuell nicht unterfordert ist", sagte mir meine Kinobegleiterin beim Rausgehen. Sie hat vollkommen recht!
Ein großartiger, zeitlos gültiger Film.
Was für ein großes, wertvolles Potential in diesem Iran steckt...
Und der Oscar ist absolut verdient!

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atilla

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein klasse Film. Das kommt raus wenn ein gut durchdachtes Drehbuch ebensogut umgesetzt wird.

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meinalterego

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Bewertung9.0Herausragend

NADER & SIMIN erzählt eine außergewöhnliche Geschichte über eine Trennung und deren Folgen, in denen sich nach und nach ein Netz aus Lügen, Täuschung und Diffarmierung spinnt in dass sich jeder der Charaktere verfängt. NADER & SIMIN ist außerordentlich gut gespielt. Durch seinen dokumentarischen Stil mit Handkamera ist der Zuschauer immer sehr nahe dran im Geschehen. Ein sehr bewegender Film.

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FumerTue

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

In "Nader und Simin" treffen gleich mehrere menschliche Schicksale aufeinander und stehen sich dabei unnötigerweise im Weg, was zu einem sehr beklemmenden Film führt.
Simin (Leila Hatami) möchte sich von ihrem Mann Nader (Peyman Moadi) scheiden lassen, um ins Ausland zu gehen. Nader hat damit auch kein Problem, allerdings braucht er jetzt eine helfende Hand für seinen dementen Vater. Simin, die noch die Klärung des Sorgerechts abwarten muss, vermittelt ihm Razieh. Die erzählt ihrem arbeitslosen Mann nichts von ihrer Arbeit. Und Razieh ist schwanger.
Nader verdächtigt Razieh, Geld bei ihm gestohlen und seinen Vater aus den Augen gelassen zu haben. Ein Streit wird das auslösende Moment für den Prozess: Wer hätte was wissen können? Wer weiß was? Wer ist "schuldig"? Wem kannst du vertrauen?
Alle lügen einander an und eigentlich stünde keiner irgendeinem anderen im Wege, aber trotzdem kommt man sich in die Quere, verklagt sich, ohne es zu wollen. Es gibt Notlügen, Misstrauen. Man weiß nicht weiter und tut anderen Unrecht und hadert deshalb mit sich selbst. Der Apparat hat kein Verständnis für die jeweiligen Lagen, in denen sich alle befinden. Es gibt in diesem Film keinen "Edlen", der immer aufrichtig ist, nie lügt, Vorbild wäre. Echte Menschen halt. Gezwungen und eingezwängt von äußeren Umständen. Und dann ist da noch die Ehre. Und die Religion, der Quran, auf den man alles schwören kann. Der Gottesstaat Iran ist ja auch nur durch Allah legitimiert. Mit Religion kann man alles rechtfertigen, weil man sie ja nicht hinterfragen darf.
Misstrauen.
Notlügen.
Wer weiß was?
Und die Kinder stehen immer so dazwischen und verstehen all das gar nicht so recht.
Die beklemmende Lage scheint zunehmend ausweglos und die Figuren sind ohnmächtig im Apparat und den sonstigen Umständen. Das System des Iran wird aber nicht explizit kritisiert, es ist zwar mitverantwortlich für die prekäre Ausgangssituation, aber die Handlung könnte auch in einem westlichen Land so verlaufen; wenn die Sache mit dem Misstrauen und so eben gegeben ist, wie sie es hier ist.
So wie ein US-Film eben im Rahmen der USA mit dortigen Eigenschaften spielt, spielt dieser Film eben im Iran. Wenn in Hollywood wer weint, ist das auch noch keine Kritik an der Regierung. "Nader und Simin" wird erst dadurch zur Kritik, wenn man die unbewertet dargestellten Sachverhalte negativ deutet. Deshalb darf Asghar Farhadi wohl auch noch seinen Beruf im Iran ausüben, weil die Situation nur dargestellt und nicht gewertet wird.
Fazit: Dieser Streifen bietet eine intelligente Handlung, die sehr ansehnlich und mit klasse Schauspielern umgesetzt wurde.

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MaxN91

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Bewertung9.0Herausragend

Aufgrund der doch überwältigen Resonanz und Kritik für "Nader und Simin" aus dem Iran, musste ich mir den Film einfach ansehen. Was ich von dem Film halte versuche ich den nächsten Zeilen aufzuschreiben, auch wenn es nicht leicht ist diesen facettenreichen Film in die richtigen Worte zu fassen.
Wie im Titel schon ersichtlich trennen sich Nader und Simin nach 14 Jahren Ehe. Der Grund dafür ist, dass Simin gerne den Iran verlassen will, Nader aber bleiben möchte, damit seine Kinder in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können. Da sie nun getrennt leben und Nader arbeiten muss, muss sich eine bezahlte Arbeitskraft um den schwer alzheimerkranken Vater von Nader kümmern. Als diese Arbeitskraft einen fatalen Fehler begeht, eskaliert die Situation und eine Kette von unvorhergesehen Ereignissen zeichnen sich ab.
"Nader und Simin" ist eine Studie über das iranische Leben, ja über das Leben und die Probleme, die damit einhergehen. Falls man das hier liest geht man warsch. von einem höchst gesellschaftskritischen Film aus. Um eine Antwort zu geben: Nein, das ist er nicht- gerade weil Regisseur und Drehbuchautor Asghar Farhadi leider die iranische Regierung auf die Pelle rückte. Klar, wenn man genau hinsieht erkennt man im Subtext die ein oder andere Kritik am Iran, das Hauptaugenmerk liegt allerdings im Alltagsleben und den Problemen der Menschen in diesem Land. Fast dokumentarisch wirkt der Film, denn die Kamera ist an einigen Stellen recht wackelig (warsch. Handkamera?) und bis auf die allerletzte Einstellung verzichtet der Film völlig auf Musik! Ausnahmslos jede Darstellerleistung ist absolut herausragend und erzeugt eine packende Stimmung, die nicht immer leicht zu verkraften ist, welcher man sich aber auch nicht entziehen kann.
Der Film stellt einige höchst interessante Fragen und erzeugt Spannungsfelder innerhalb des Plots. Wie auch in der westlichen Welt plagen die Menschen Arbeitslosigkeit, Scheidung, das Pflegen der kranken Eltern und die Frage nach Wahrheit, Moral und Gerechtigkeit. Doch obwohl diese Menschen die selben Probleme wie wir auch haben, stellen sie sich doch ganz anders dar. Warum ist das so? Nunja, jeder der den Film gesehen hat bekommt davon ein schönes Bild. Eine paradoxe Gesellschaft, geprägt von religiösen und moralischen Vorstellung, die dennoch alle Abgründe des menschlichen Lebens kennt und erfährt.
Dabei gelingt es dem Film auf eine herausragende Weise keine der verschiedenen Parteien für sich zu beanspruchen und dient als stiller Beobachter des Geschehens. Eine Milieustudie, die fast über die gesamte Spieldauer perfekt funktioniert. Ungefähr im letzten Drittel des Films dachte ich mir, da es doch so gut zum Aufbau des Films passen würde, welches Ende perfekt wäre: Und ich behielt mit meiner Vermutung recht. Ein Endbild, welches den Film für mich nochmal auf ein höheres Podest heben konnte.

Fazit: "Nader und Simin" ist eine zutiefst packendes und mitreisendes Drama, welches als Gesellschafts- oder Milieaustudie zu verstehen ist. Grandiose Darstellerleistungen erzeugen eine packende Stimmung und bieten einen interessanten Einblick in eine paradoxe Gesellschaft, die aus unserer Sicht nicht immer leicht nachzuvollziehen ist.
Ein Muss für jeden Cineasten und grundsätzlich für jeden, der etwas über den Tellerrand der westlichen Welt herausblicken möchte.

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Dachsman

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Bewertung7.5Sehenswert

Nachdem "Nader und Simin - Eine Trennung" (OT: "Dschodai-ye Nader az Simin", was nicht nur "Trennung" sondern auch "Scheidung", aber auch "Abgrund" oder "Kluft" heißen kann) 2011 zuerst alle wichtigen Preise auf der Berlinale einstreichen konnte, danach einer der Runner-Ups für den "Peoples Choice Award" auf den Filmfestspielen in Toronto war (der Preis ging an das französisch-libenasische Drama "Wer weiß, wohin?") und sich letztendlich bei den Oscars als "bester fremdsprachiger Film" durchsetzen konnte, war der iranische Film in aller Munde.
Der erste Reflex eines westlichen Zuschauers wird es wohl sofort sein, den Film von Asghar Farhadi, Regie, Buch und Produktion, auf seine politische Natur abzuklopfen. Kritiker - der Beamtenapparat des Irans würde zu gut wegkommen, nur deswegen sei der Film überhaupt von der iranischen Regierung weitgehend unbehelligt gelassen - gibt es ebenso, wie Befürworter - auf Grund der privaten Finanzierung der Dreharbeiten sei eine Einflussnahme nicht nachzuweisen und Farhadis (regiem)kritische Aussagen seien zu gut verborgen.
Man sollte aber nicht den Fehler machen und "Nader und Simin" primär als politischen Film betrachten. Obwohl gesellschaftliche Themen behandelt werden, gerade durch das Aufeinandertreffen der gebildeten, liberalen und in Maßen wohlhabenden, iranischen Mittel- und der arbeits- und perspektivlosen, teils streng religiösen Unterschicht, gibt der Film das nicht her.
Er ist auch eine Milieustudie, wie oben angesprochen, ein Eindruck der dadurch verstärkt wird, dass er mit Handkamera gedreht wird, was sehr oft an eine Dokumentation erinnert (dazu passt auch der vollständige Verzicht auf Musik).
Im Kern aber ist "Nader und Simin" ein (Melo)Drama. Die zentralen Figuren sind, natürlich, das Ehepaar Nader (sehr gut: Peyman Moadi) und Simin (passendes Gegenstück: Leila Hatami) aber vor allem auch ihre elfjährige Tochter Termeh (überzeugend: Sarina Farhadi), welche oft zum Sprachrohr des Zuschauers wird und die Fragen stellt, die für die weitere Beurteilung des Handlung wichtig werden.
Ab der Hälfte der Spielzeit bekommt "Nader und Simin" deutliche Anleihen an einen Krimi, wenn es darum geht die Schuld-, oder besser Tathergangsfrage, zu ermitteln.
Wichtig dabei ist am Ende aber nicht richtig oder falsch, in solchen klar abgegrenzten S/W-Kategorien denkt Farhadi nicht.
Er bleibt die gesamte Laufzeit über stiller Beobachter. Seinem starken Drehbuch ist es zu verdanken, dass sich die Sympathien des Publikums stets verschieben und jede Figur in ihrem Handeln und Auftreten nachvollziehbar und menschlich bleibt. In dieser Hinsicht überrascht der große internationale Erfolg von "Nader und Simin" tatsächlich nicht. Die Themen, die er hauptsächlich behandelt sind universell und seine Machart weist, trotz eines erkennbaren, eigenen Stils, viele Parallelen zu guten amerikanischen Dramen auf.
"Nader und Simin" ist deshalb ein so starker Film; weil er einem kulturunkundigen Publikum einen differenzierten und unverstellten Blick auf eine fremde Kultur ermöglicht (über welche wir alle von den Medien erzeugte Vorurteile und Stereotypen haben dürften), weil sowohl er als spannendes Familien- als auch Kriminaldrama funktioniert. Und weil er, wie Farhadi in Interviews stets betont, dem Zuschauer mehr Fragen stellt als Antworten gibt.
[Dezenter Spoiler]
Der Film beginnt mit einer Frage: Warum wollen sie sich scheiden lassen? Und endet mit einer weiteren, die deutlich an die erste anknüpft. Eine Antwort gibt er aber nicht.

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jollyroger

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Sehr treffender Kommentar. Für mich nicht mal annäherungsweise ein guter Film, da gibts bessere ZDF Fernsehfilme, so hart das klingt. Er ist nicht wirklich schlecht, aber diese Überschüttung mit Preisen ist....nun ja.


Dachsman

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Hm, finde ich jetzt nicht. Selbst wenn man den ganzen "anspruchsvollen" Kladeradatsch unbeachtet lässt fand ich ihn sehr stark gespielt, geschrieben und gefilmt. Wenn das ZDF jetzt auch in der Qualität produziert sollte ich wohl auch mal öfters einschalten. :D


plattfuss69

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Bemerkenswerter Film, der mehrere Ebenen hat. Da wäre zum einen die zutiefst zwischenmenschliche Ebene. Daneben die Ebene der persisch-muslimischen Kultur, zur Abwechslung nicht aus westlicher, sondern aus Insider-Sicht. Und dann der Aspekt des Zusammentreffens der aufgeklärten Moderne auf die konservativ-islamische Welt innerhalb dieses interessanten, zerrissenen Landes. Kritik am iranischen Staat, seinen Verhältnissen? Kritik an den verbohrten Klerikern? Zwischen den Zeilen durchaus sehr deutlich zu spüren, aber nicht plakativ. So kam der Film vermutlich durch die Zensur, in dem er vordergründig einen modernen Iran darstellt, der im Innern aber schwer trägt am konservativem Würgegriff.

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U-Turn

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Endlich mal ein Film, der diese Kultur nicht aus westlicher Sicht beschreibt. Den kleinen Punktabzug gibt es nur für das viele Gezeter, das hat genervt.

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ElMagico

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Welch vielschichtiger und tiefgründiger Film! Erwartete ich Anfangs eher ein Ehe-Drama, welches ein leise Kritik an den Geschlechterrollen im Iran beinhaltet, bekam ich am Ende doch soviel mehr. Das war als würde man ein Puzzle mit 50 Teilen beginnen und plötzlich kommen von irgendwoher immer mehr Teile dazu...und überraschenderweise passen sie auch alle in das Bild. Am Ende hat man ein riesiges Puzzle, dass schon lange nicht mehr nur ein Bild zeigt, sondern viele. Diese sind so eng miteinander verwoben, dass man kaum noch erkennt wo das eine anfängt und das andere aufhörte. Man kann nicht mehr sagen welches einem am besten gefällt, alles scheint ein Ganzes zu sein in dem jedes Teil immens wichtig ist.
Diese tragische Geschichte, angestossen von einer Entscheidung und vorangetrieben von dem was man entweder Zufall oder Schicksal nennt, weitet sich aus auf die Leben und Menschen um Nader und Simin herum. Sie zieht sich zusammen, nimmt immer wieder andere Formen an und leitet uns oftmals auch mit Masken fehl. Dabei wirkt alles immer ausgeglichen, glaubwürdig und doch von einer dramatischen Grösse.
Schonungslose Kritik sucht man in "Dschodai-ye Nader az Simin" jedoch vergebens...ich ich will sagen: Zum Glück. Denn es hätte diesem dichten Film viel von seiner Echtheit genommen. Diese ist natürlich auch so nicht zu 100% gegeben, aber ich denke sie ist das äußerste Maß für die gegebenen Umstände im Iran. Hier wird Tradition nicht verteufelt und Fortschritt bejubelt und umgekehrt. Alles hat seine hellen Seiten, seine Grauzonen und seine dunklen Schatten. Gezeigt von Menschen wie völlig wirklich erscheinen. In einem Film der interessant, spannend, aufwühlend, nachdenklich und zuweilen auch brutal ist. Ein grossartiger Film.
Als Vergleich kommt mir da nur der ebenfalls tolle "House of sand and fog" in den Sinn. Thematisch nur grob ähnlich, vom Gefühl her aber fast genauso wuchtig und tief.

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eisbaerdios

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Bewertung9.5Herausragend

Es betrübt mich schon sehr zu sehen, was kleinste Entscheidungen doch alles kaputt machen können. Wenn man sich vor Augen führt, was der kleinste Streit auslösen kann.
Selten einen so abgründigen Film gesehen, dem man es im ersten Moment gar nicht anmerkt.
Ich will nie mehr stur sein :)

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marishok

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

toller film, der jede minute wert ist!! sofort weiterzuempfehlen.

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