Napoleon

Napoléon (1927), FR
Laufzeit 240 Minuten, FSK 12, Historienfilm, Drama, Kinostart 17.02.1983

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von Abel Gance, mit Albert Dieudonné und Vladimir Roudenko

Die Handlung dieses sehr frühen Monumentalfilms, der ursprünglich sechs Stunden lang war, dreht sich um das Leben des Napoleon Bonaparte von seiner Kindheit bis zum Italienfeldzug 1797. Die Handlung endet hier, weil der Film ursprünglich als erster von insgesamt sechs (!) Filmen geplant war, die anderen fünf wurden aber nie realisiert.


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dAJaro

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Bewertung10.0Herausragend

Diese "4-Stunden-und-mehr"-Stummfilme ziehen mich einfach magisch an...
Dieses Wochenende bist du reif, Napoléon!
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Mit dieser Einstellung bin ich an meinen dritten Vierstünder rangegangen und nach einer Eingangsszene mit Napoléon im Kindesalter, der eine Schneeballschlacht schlägt, habe ich das Schlimmste erwartet:
Ein unfertiges Biopic, das im Kindesalter anfängt und mir in den nächsten Stunden das Leben von Napoléon im Kindesalter und als Jugendlicher präsentieren wird.
Als dann auch noch im Geographieunterricht die St. Helena Insel besonders deutlich an die Tafel gezeichnet wurde und Napoléon diese ehrfürchtig anstarrte, kam mir das kalte Grausen.
Aber: Falscher Alarm!
Der Film schneidet ziemlich schnell zu Napoléons militärischer Laufbahn und gibt nebenbei immer wieder wichtigen historischen Kontext. Es kommt nicht das Gefühl auf, dass sich der Film an irgendeiner Stelle unnötig Zeit lässt, sondern zieht seine Geschichte (verhältnismäßig) straff erzählt durch.
Ich würde sogar meinen, ähnlich wie bei Greed, der Film ist ziemlich schnell vorüber.
Schade, dass die "Fortsetzungen" nicht realisiert wurden. Ein 24-Stunden-Biopic über Napoléon wäre, wenn die restlichen Teile eine ähnliche Qualität besessen hätten, sicherlich einer der besten Filme aller Zeiten geworden.
Doch mit diesem Film vorlieb nehmen zu müßen, ist bei seiner überragenden Qualität auch nicht tragisch.
Wie kommt diese Qualität zustande?
Ganz einfach:
1. Gute Schauspieler: Die Schauspieler agieren natürlich und porträtieren ihre Emotionen glaubhaft. Gott sei dank, sonst wären diese vier Stunden zu einer Dauerqual verkommen.
2. Der Schnitt: Die Montage orientiert sich in ihren Höhepunkten stark an den sovietischen Formalisten, was, gepaart mit den aufreibenden Bildern, zu jeder Menge Spannung führt.
Besonders hervorzuheben ist die erste Szene des Konvents, die zeitgleich mit einer Bootsfahrt während eines Sturms gezeigt wird. Um dies zu krönen werden zusätzlich noch ständig Gesichter und eine fallende Guillotine eingeblendet. Habe ich schon erwähnt, dass die Kamera dabei häufig nicht statisch ist? Close-ups, Split-screens, es gibt hier wirklich einiges zu bestaunen.
3. Die Musik: Meine "Coppola-Version" hatte eine erstklassige Orchesterbegleitung. Gäbe es ein Score-Album, ich würde es ohne zu zögern kaufen.
4. Anders als Jeanne d'Arc zeigt Napoléon nicht nur eine Massenschlacht, sondern auch Explosionen UND Brüste. 1:0 für Napoléon!

Nur schade, dass der Film aufhört, wenn er gerade (mal wieder besonders) spannend wird.
Fazit: Ein Must-See für jeden Cineasten. That's cinéma!

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dAJaro

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Weil er in seiner Darstellung von Napoléon so einseitig ist?


dAJaro

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Napoléon zeigt nur einen kleinen Ausschnitt aus Napoléons Leben. Wer weiss wie seine Darstellung während des Russlandfeldzuges oder der Schlacht von Waterloo gewesen wäre.
In einer Szene vor dem Italienfeldzug wird Napoleon jedenfalls bereits als größenwahnsinnig dargestellt.
Völlig einseitig und herrlichend ist der Film jedenfalls nicht.
Auch wenn Darstellungen wie das Essen der Exekuntionsbefehle nicht unbedingt historisch akurat sind, funktioniert der Film in seiner Darstellung.
Da kenn ich ganz andere Filme aus der Periode...


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