Netto

Netto (2005), DE
Laufzeit 90 Minuten, FSK 12, Komödie, Kinostart 05.05.2005

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6.4 Kritiker
11 Bewertungen
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von Robert Thalheim, mit Milan Peschel und Sebastian Butz

Der fünfzehnjährige Sebastian will seinem Vater wieder auf die Beine helfen. Der nach der Wende gescheiterte, heute arbeitslose Marcel Werner verbringt seine Tage bei Country-Musik zwischen Vietnam-Imbiss und seiner Parterrewohnung im Prenzlauer Berg. Sein großer Traum ist eine Karriere als Personenschützer. Als Sebastian merkt, dass es seinem Vater vor allem an der richtigen Strategie in punkto erfolgreicher Bewerbung mangelt, springt er kurzerhand als Bewerbungscoach ein. Widerspenstig nimmt Marcel die altklugen Ratschläge seines Sohnes an und die beiden entwickeln sich zu einem kameradschaftlichen Team. Das besondere Verhältnis zwischen Vater und Sohn wird jedoch auf eine Probe gestellt, als Sebastian seinem Vater die schöne Nora vorstellt…


Cast & Crew


Kommentare (6) — Film: Netto

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satyrrrr

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Bewertung7.5Sehenswert

"NeNeNe, Braun ist DDR, das geht nicht mehr, die Zeiten sind vorbei!" - Das Leben des Marcel Werner (Milan Peschel), an dem die blühenden Landschaften der Wende irgendwie vorbei gingen und der sich jetzt mit dem real existierenden Kapitalismus konfrontiert sieht, gerät aus den brüchigen Fugen, als sein Sohn Sebastian (Sebastian Butz) nach 2 Jahren zum ersten mal wieder bei ihm vor der Tür steht und nach Quartier verlangt. Der Film ist auf der Suche nach scheitern, Bemühung, Beziehung, Konflikt, Verständnis und Zukunft der Protagonisten in einer kiezigen Berliner Umgebung.

Man merkt das Laienhafte den Darstellern zwar teilweise an, aber die Frage kommt auf, was eigentlich bei den deutschen Billig-Soaps falsch gemacht wird, das man einen so großen Unterschied in der Qualität feststellen muss. Gerade auch die beiden jugendlichen Darsteller, Sebastian Werner und die als Berliner Göre einfach zuckersüße Stephanie Charlotta Koetz, führen Dialoge, die eben nicht professionell routiniert, aber sehr authentisch und lebensnah wirken, das fällt insbesondere auf, wenn man die Berliner Mundart gut kennt. Die Figuren des Films könnten einem wirklich genau so in Berlin über den weg laufen. Klasse gemacht.

Dieses casual acting, gepaart mit den charmanten Locations, der unkomplizierten Story und ruhigen Umsetzung, machen aus diesem None-Budget Film eine sehenswerte Berlin-Millieurette, der man das handwerkliche Potential der Macher anmerkt. Sicher nicht jedermanns Sache, sicher kein hoch professionelles Meisterwerk, aber für den geneigten Filmliebhaber ein kleines Erlebnis.

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filmbaum

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Bewertung7.5Sehenswert

Manche Anfänge geschehen auf Umwegen. Mit einem Budget von nur einigen tausend Euro zieht der 1975 geborene HFF-Filmstudent Robert Thalheim mit einer digitalen Videokamera los, um zu beweisen, dass man auch mit wenig Geld einen "richtigen" Film machen kann. Er nimmt ein selbstverfasstes Drehbuch, sucht und findet Schauspieler, die bereit sind, auf Gage zu verzichten und beginnt zu drehen. In nicht einmal drei Wochen entsteht diese lakonische Vater-Sohn- und Ost-West-Geschichte.
Thalheims Ziel war "Kino für den Hausgebrauch", nicht mehr. Doch dann erfährt das ZDF von dem Projekt und zeigt Interesse, den Film für die große Leinwand aufzubereiten. "Netto" wird zum Saarbrücker Max-Ophüls-Festival eingereicht und gewinnt dort prompt den Förderpreis. Während der Berlinale 2005 läuft er in der Reihe "Perspektive Deutsches Kino", wird dort vom Publikum gefeiert und Thalheim mit dem Stempel "vielversprechendes Talent" geadelt.
Natürlich ist "Netto" kein perfektes Kino und sein Regisseur noch erkennbar auf der Suche nach dem eigenen Stil. Doch gerade das etwas Unfertige, Direkte, improvisiert Wirkende ist es, was den Charme dieser melancholischen Komödie ausmacht.
Und ich kenne seitdem einen ostdeutschen Country-Sänger.

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rkuehne

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Bewertung9.0Herausragend

Klasse Film mit kleinem Budget, aber großartigen Darstellerleistungen, die in jeder Hinsicht überzeugend waren. Vor allem die beiden Hauptdarsteller wirken immer glaubhaft und zeigen einen Wendeverlierer, der nicht nur lamentierend und trotzdem irgendwie Hoffnungslos an der neuen Welt zerbricht, aber dennoch die Flucht nach vorn und in eine wunderbare Vater-Sohn-Beziehung antritt.

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feininger75

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Bewertung7.0Sehenswert

Sympathische Filmhochschul-Low-Budget-Produktion.
Was erwartet einen?
Das Leben des kleinen Mannes liebevoll porträtiert.
Wer will das sehen?
Wer "Sommer vorm Balkon" mag und keine Angst vor Video-Wackelkameras hat, kommt auf seine Kosten.
Wer hats gemacht?
Robert Thalheimer hat danach den sehr sehenswerten, aber leider etwas untergegangenen Film "Am Ende kommen Touristen" gemacht.

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TobiasSD

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Bewertung7.5Sehenswert

Milan Peschel als Verlierer der Wende: Sein Frau hat ihn für einen Wessi sitzengelassen, den Job hat er verloren und auch der Sohn sieht in ihm zunächst nur noch einen bemitleidenswerten Alkoholiker, der allzu viel über Personenschutz und Sicherheit philosophiert, Musik des Country-Barden Peter Tschernig ("der ostdeutsche Johnny Cash") feiert und immer wieder zur Bierdose greift. Dennoch kommen sich Vater und Sohn im Laufe der Zeit wieder näher und die Zweckgemeinschaft wandelt sich bald wieder in eine richtige Beziehung. Die Thematik des Films ist zwar deprimierend. Aber die Schauspieler wirken einfach so überzeugend, dass man diesen Film einfach lieben muss.

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alter.native

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Bewertung9.5Herausragend

Low budget Arbeit eines Noch-Filmstudenten mit hervorragenden Schauspielern besetzt. Ein Film, den offenbar nicht nur Robert Thalheim, sondern auch das Leben schrieb. Einfach Klasse!

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