Nichts geht mehr

Nichts geht mehr (2007), DE
Laufzeit 90 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 08.05.2008

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von Florian Mischa Böder, mit Jörg Pohl und Jean-Luc Bubert

August will für Stimmung im verschlafenen Bochum sorgen und gewinnt seinen Bruder Konstantin für den Plan, die wichtigsten Verkehrsampeln über Nacht zu schwärzen. Tatsächlich versinkt Bochum am nächsten Morgen im Verkehrschaos. Die Brüder haben es geschafft – “Nichts geht mehr”. Als August daraufhin eine Party gibt, auf der er sich für die Aktion feiern lässt, weiß Konstantin schon um die Gefahr ihres Streichs. Plötzlich sind sie in allen Medien als Terroristengruppe AKB bekannt. Kurz entschlossen fliehen August und Konstantin nach Hannover, wo die Eltern von Konstantins Freundin eine Zweitwohnung haben. Eine Zeit im “Underground” beginnt, wie August es romantisch ausdrückt: Als “Chicago” und “Sydney” schnüffeln sie den Geruch des Outlaw-Lebens, bis sie die Realität langsam wieder einholt. Eine Mischung aus frecher Komödie und sensibler Beziehungsgeschichte zwischen zwei ungleichen Brüdern, die sowohl durch frischen, unbefangenen Humor, als auch durch ernsten, zeitgenössischen Bezug fesselt.

HandlungVerkehrschaosDie Brüder Konstantin (Jörg Pöhl) und August (Jean Luc Bubert) sind zwei völlig unterschiedliche Charaktere – Konstantin ist ruhig und introvertiert, August dagegen unangepasst und rebellisch. Trotzdem fröhnen beid einer subversiven Leidenschaft: Zusammen übermalen sie in nächtlichen Aktionen die Lichter von Ampelanlagen und verursachen so in ihrer Heimatstadt Bochum ein Verkehrschaos. Ihr letzte Coup ist sogar so erfolgreich, dass die regionalen Nachrichten über sie berichten und die Polizei sich einschaltet. Die durchsucht kurz danach ihre Wohnung und so müssen die beiden flüchten.

Die FluchtErst einmal kommen sie bei Konstantins neuen Freundin Marit (Nadja Bobyleva) unter. Deren Eltern sind gerade verreist und so brechen die beiden kurzerhand in die Wohnung ein. Kaum angekommen, treffen sie auf die aufgeschlossene Nachbarin Hanna (p:54534), die eigentlich auf die Wohnung aufpassen soll. Sie freunden sich an und Hanna stellt die beiden ihren Freunden vor. Mittlerweile zu einer nationalen Berühmtheit avanciert, gelten die Brüder in den Medien nun als gefährliche Terroristen. Das macht auch bei Hannas Freunden Eindruck und die nächste Aktion wird geplant.

Gegensätze brechen aufAber Konstantin entfernt sich langsam von seinem älteren Bruder und will dem bei dessen immer wirrer erscheinenden Plänen nicht mehr mitmachen, die Beziehung zu Marit rückt in den Vordergrund. Der neue Plan Augusts sieht vor, gemeinsam mit Hannas Freunden einen Teil des Stromnetzes in Hannover lahm zu legen. Während August sich an die Planung macht, geraten die Brüder immer stärker aneinander. Als dann auch noch Hannas Freunde verhaftet werden, ist für Konstantin endgültig Schluss.

Realität und IrrsinnWährend Konstantin sich schließlich der Polizei stellt und für seine Taten einsteht, ist August weiterhin auf der Flucht und verfällt gänzlich seinem Wunschtraum, ein Terrorist zu sein.

Wissenswertes
Der Film feierte seine Premiere am 25. Oktober 2007 bei den 41. Internationalen Hofer Filmtagen.
Jörg Pohl gewann für seine Leistung den Darstellerpreis beim Max-Ophüls Festival Saarbrücken 2008.
“Nichts geht mehr” gewann ausserdem den 2007 Publikumspreis “Das Mainzer Rad” beim Festival des deutschen Kinos Mainz.

Weiterführende InformationenWeitere Informationen im Internet
Deutsche Homepage
Zusammenstellung von Film-Kritiken, Trailer auf film-zeit.de (deutsch)
Linksammlung auf Filmz.de
Rezension von Joachim Kurz auf kino-zeit.de

Quellen
Presseheft

  • Nichts geht mehr - Bild 53959
  • Nichts geht mehr - Bild 53960
  • Nichts geht mehr - Bild 53961
  • Nichts geht mehr - Bild 53962

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Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Nichts geht mehr

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6.5Ganz gut

In seinem ersten abendfüllenden Spielfilm erzählt Florian Mischa Böder die Geschichte zweier Brüder, die mitten in Bochum nichts als Schabernack aushecken. Doch irgendwann überspannen sie den Bogen und müssen vor der Polizei nach Hannover fliehen. Böder schildert in „Nichts geht mehr“ eine ironische Geschichte über aufbegehrende junge Erwachsene ohne politische Ideale. Der Film weckt Erinnerungen an „Die fetten Jahre sind vorbei“ und gefällt nicht zuletzt durch seine unverbrauchte Besetzung...

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7.0Sehenswert

Nichts geht mehr ist nicht mit Filmen wie Die fetten Jahre sind vorbei zu vergleichen, die ein Anliegen thematisierten. Hier geht es nicht um eine politische Position sondern um eine Nicht-Position. Dies beklagen einige Kritiken und steigen dadurch genau in die Diskussion ein, die der Film anstößt. „Nichts geht mehr“ gilt durchaus auch für eine Position des Widerstands.

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