No!

No! (2012), CL/FR/US Laufzeit 118 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 07.03.2013


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7.4
Kritiker
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7.3
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269 Bewertungen
9 Kommentare
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von Pablo Larraín, mit Gael García Bernal und Alfredo Castro

1988 lässt der chilenische Diktator Pinochet eine Volksabstimmung über seine Präsidentschaft zu. Werbeprofi Gael García Bernal will das Volk mit bunten Werbefilmen überzeugen No! zu sagen.

Als es in den späten 1980er Jahren zu einer Wahl in Chile kommt, muss sich das Volk zwischen Ja oder Nein entscheiden. Der mexikanische René (Gael García Bernal) arbeitet in einer angesagten Werbefirma und gehört zum Wahl-Propaganda Team, was die Menschen vom No! zu Pinochet überzeugen will. Statt auf die zahlreichen Verbrechen des Diktators aufmerksam zu machen, setzt er auf die Vision einer fröhlichen Zukunft ohne Pinochet. Widerstand kommt jedoch nicht nur vom Geheimdienst, der ihn und seinen Sohn bedroht, oder seinem eignen Chef, der mir seiner Firma an der SI Kampagne arbeitet. Selbst in den Reihen der Opposition sind die witzigen Werbespots dem Vorwurf der Verharmlosung ausgesetzt.

Hintergrund & Infos zum Film No!
Der Film No! ist keineswegs eine echte Dokumentation der vegangenen Wahl, sondern basiert auf dem Theaterstück El Plebiscito von Antonio Skármeta. Die Premiere des Film No! wurde 2012 auf dem Cannes Film Festival gefeiert und der Film gewann den Art Cinema Award, sowie den Zuschauerpreis des São Paulo International Film Festivals. Im September desselben Jahres wurde No! in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film auch mit einer Oscarnominierung bedacht. (LB)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails No!
Genre
Drama
Ort
Chile
Handlung
Diktator, Kampagne, Plakat, Projekt, Volk, Wahlkampf, Wahlsieger, Werbung
Verleiher
Piffl Medien GmbH
Produktionsfirma
Canana Films, Fabula

Kommentare (8) — Film: No!


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spanky

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Bewertung7.0Sehenswert

Larrains großes Verdienst ist, über diese geschichtlich vor allem für Chile relevante und deswegen nicht jedermann geläufige Volksabstimmung aufmerksam zu machen. Ob das nun historisch korrekt wiedergegeben oder fiktiv und verklärt ist, mag dahingestellt sein. Selbst wenn der Regisseur alles tut, um authentisch zu sein, und sogar alte Videokameras zum Filmen einsetzt. Wichtig ist hier letzlich nur der originelle Blickwinkel seitens der Werbeagenturen, die mit der Erstellung der Spots für die jeweiligen Kampagnen betraut waren.

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Peter Franz Scherer

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Bewertung6.5Ganz gut

Ein inhaltlich hochinteressanter Film; der Widerstand gegen Diktatoren ist halt ein großes Thema. Der Film hätte allerdings etwas aufregender sein dürfen.

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mariega

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Bewertung5.0Geht so

NO! NADA! NADIE! NUNCA!
NEIN! NICHTS! NIEMAND! NIE!

NEIN! Ich habe einen Schrei erwartet, eine gewaltige Empörung, die mich überrollt! NICHTS! Ich habe gewusst, Gael García Bernal (René Saavedra) ist der perfekte Schauspieler für diese Rolle! Ich liebe ihn! NIEMAND! Ich dachte nach jeder Szene, jetzt wird der Film losgehen! NIE! Er wurde sogar langwierig. Ich hatte alles gehofft: Die Werbekampagne der Gegner Augusto Pinochets im Vorfeld des nationalen Referendums im Jahr 1988 ist ein Thema, das mich hätte fesseln müssen. Ich wusste, dass die Recherche historisch korrekt war. Pinochet verliert am Ende gegen alle Erwartungen die Abstimmung mit 44 zu 56 Prozent der abgegebenen Stimmen!: Das hätte die ganze Zeit eine unerhörte Spannung bringen können um auf eine gigantische Euphorie zu enden. Aber, welche Enttäuschung! Der Film war langweilig, unpersönlich und überhaupt nicht mitreißend. Es war ein interessanter Bericht aber: NEIN! Kein guter Film!

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Sven - Friedrich Wiese

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Das Thema ist interessant. Der Film ist anscheinend aber nicht gut.


mariega

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Das stimmt! Aus diesem Thema hätte man etwas besseres machen können! Schade auch um so einen guten Schauspieler wie Gael García Bernal!


dbeutner

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Bewertung7.5Sehenswert

No! besticht einerseits durch Zeitkolorit, andererseits ist der Film so sehr auf seine zentralen Ereignisse bezogen, dass die sozialen Stimmungen und Schwankungen, um die es aber ja im Hintergrund zwingend auch geht (die Kampagne spielt ja nicht im luftleeren Raum), etwas zu sehr in den Hintergrund geraten und dadurch Empathie verloren geht.

Technisch wie auch darstellerisch ist nichts auszusetzen, im Gegenteil, es ist schon oft benannt worden: Durch das Drehen im gleichen Format und Material wie die originalen Ausschnitte wurde sehr viel Authentizität im Äußeren erreicht (auf der Tonspur fällt dann doch auf, was Original und was Film ist, aber das werte ich eher als Pluspunkt, dass dem Publikum zumindest die Chance eingeräumt wird, zu wissen, was "echt" und was nachgedreht ist).

Aber die ganzen gesellschaftlichen Konflikte werden eben vernachlässigt. Die Freude der jungen Menschen über das Ergebnis wird im Vorfeld nicht nahe gebracht, weil die Stimmung bei den GegnerInnen Pinochets nicht vermittelt wird. Ebenso wird nur sehr sehr fragmentarisch darauf eingegangen, warum es so viele Anhänger eines der übelsten Diktatoren der Geschichte in der breiten Bevölkerung gab (wird mal kurz angerissen in 10 Sekunden Frage an die Haushälterin, aber (auch dort) deutlich zu oberflächlich).

Auch der Konflikt über die Frage, wo die ethische Grenze des Vertretbaren liegt, eine politisch-humanistische Frage mit kommerziellen Werbemitteln zu lösen zu versuchen, wird in wenigen Sekunden angerissen und dann ignoriert, weil der Fragende explodiert und geht.

Das ist sehr schade, weil eben so viel Handwerkszeug stimmt. Etwas mehr Herz, und der Film hätte "historisch mehr mitreißen" können, so bleibt die Darstellung für meinen Geschmack etwas zu nüchtern.

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based_god

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Bewertung7.0Sehenswert

Guter Geschichtslektion im Kino.

Chile Ende der 80er, Pinochet muss weg. Der Wahlkampf kommt in die heisse Phase. Das, ich nenne es mal, "Demokratie-Komittee" hat gerade mal 15 Minuten Fernsehzeit pro Tag, die sie nutzen will um den Chilenen das Ende der Pinochet-Herrschaft schmackhaft zu machen. Was der Film zeigt ist zum einen, ein im Retro-Stil gehaltener Film über die Zustände im Pinochet-Chile und andererseits eine Dokumentation über die Macht von guter Werbung.
Die einzige Schwäche des Films liegt darin, sich nicht zwischen Dokumentarfilm und Spielfilm entscheiden zu können. Was daraus resultiert ist eine bewusste Verschmelzung aus Originalbildern und Bildern im Retro-Look, was mir persönlich nur mässig zugesagt hat.

Ansonsten ist der Film jedoch sehr gut und für jeden, der sich für eines der Themen (Werbung bzw. Pinochet) interessiert ein Pflicht-Kinobesuch oder ein Pflicht-DVD-Kauf.

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Wumz

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Es muss ein tolles Gefühl sein einen Moment mitzuerleben, in dem Geschichte geschrieben wird, der Moment in dem ein ganzes Volk von kollektiver Aufbruchsstimmung erfasst wird oder zumindest alle Gleichgesinnten eines Volkes. In "No!" wird von so einem geschichtsträchtigen Moment erzählt und von denen, die diese Veränderung in die Wege leiten. Das Volk Chiles wird zum ersten Mal wählen, SI und NO stehen zur Auswahl, SI steht für den Diktator Pinochet und seinen Machterhalt, NO führ eine Machtablösung und die Demokratie. Man begleitet den Werbefachmann René Savaadra, der die NO-Kampagne leitet und die Bevölkerung Chiles so vom Nein gegen Pinochet überzeugt. Stilistisch ist der Film überaus gelungen, denn es wurde mit der Technik der 80er Jahre gedreht und so wirken die Aufnahmen gekoppelt mit dem Archivmaterial wie aus einem Guss. Der Film ist mit schwarzem Humor angereichert und nimmt den Zuschauer gefühlvoll mit in diesen besonderen Moment des chilenischen Volkes. Gael García Bernal verkörpert die Hauptfigur herausragend und ist einer der wichtigen Bausteine für diesen packenden Film.

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Sonse

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

PiNO!chet muss weg!
"No!" erzählt wie Ende der Achtziger auf internationalen Druck hin der chilenische Diktator Pinochet eine Volksabstimmung über seine Herrschaft zuließ und diese (Spoiler for History) tatsächlich verlor. Man weiß also wie es ausgeht und so folgt man mehr fasziniert und amüsiert als gespannt wie Gael García Bernal als Werbeprofi gegen den Widerstand der politischen Opposition eine positive (!) Kampagne für das Nein-Votum gegen Pinochet entwirft, die erfolgreicher ist als die staatliche Sí-Propaganda, die sein Chef betreut. Rund 30 Prozent des oscarnominierten Films bestehen aus Archivmaterial und man merkt dies als Zuschauer kein bisschen, da die Filmemacher No! auf die gleiche Weise, d.h. mit gleichem Material, gedreht haben wie die Werber damals ihre 15-minütigen Spots, mit denen sie bis zur Abstimmung einen Monat lang täglich auf Sendung gingen. Bei eben jenen Werbeclips handelt es sich ganz sicher um die Originale.

Unbedingt als Chile-Double Feature mit Costa Gavras' ausgezeichnetem "Missing" (1982) mit Jack Lemmon schauen, der nach dem Militärputschs Pinochets gegen Allende spielt. Also zuerst "Missing", dann "No!".

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alter.native

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Ja, Missing ist unbedingt zu empfehlen. Hab ihn vor etwa 25 Jahren gesehen und er ist immer noch präsent in meinem Kopf.


BlueSquirrel

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@Sonse: Dann werde ich ihn mögen lernen.


alter.native

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein Geschichtsfilm! Wir erinnern uns an den Putsch gegen Allende 1973 und an die blutige Diktatur von Pinochet. Das alles taucht im Film auch immer mal wieder als Dokumentarmaterial auf. Der Film ist geschickt mit alter Technik gemacht (etwas weniger ins Gegenlicht gefilmt hätte aber auch gereicht), so dass man die Übergänge zum verwendeten Originalmaterial kaum bemerkt. Die Handlung hält nicht immer die Spannung, zeigt aber gut die Macht der Bilder und Werbebotschaften um Menschen zu erreichen. Das alles steht im Widerspruch zu den harten Fakten von tausenden Verschleppten, Gefolterten und Ermordeten. Wenn man aber diese Bilder zeigt, kann man keine Mehrheiten mobilisieren.

Und das alles ist, 25 Jahre später, in noch ausgeklügelteren Kampagnen, überall auf dieser Welt, nicht anders geworden.

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