No!
No! (2012), CL/FR/US Laufzeit 118 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 07.03.2013
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17 Kommentare
Keine
von Pablo Larraín, mit Gael García Bernal und Alfredo Castro
1988 lässt der chilenische Diktator Pinochet eine Volksabstimmung über seine Präsidentschaft zu. Werbeprofi Gael García Bernal will das Volk mit bunten Werbefilmen überzeugen No! zu sagen.
Als es in den späten 1980er Jahren zu einer Wahl in Chile kommt, muss sich das Volk zwischen Ja oder Nein entscheiden. Der mexikanische René (Gael García Bernal) arbeitet in einer angesagten Werbefirma und gehört zum Wahl-Propaganda Team, was die Menschen vom No! zu Pinochet überzeugen will. Statt auf die zahlreichen Verbrechen des Diktators aufmerksam zu machen, setzt er auf die Vision einer fröhlichen Zukunft ohne Pinochet. Widerstand kommt jedoch nicht nur vom Geheimdienst, der ihn und seinen Sohn bedroht, oder seinem eignen Chef, der mir seiner Firma an der SI Kampagne arbeitet. Selbst in den Reihen der Opposition sind die witzigen Werbespots dem Vorwurf der Verharmlosung ausgesetzt.
Hintergrund & Infos zum Film No!
Der Film No! ist keineswegs eine echte Dokumentation der vegangenen Wahl, sondern basiert auf dem Theaterstück El Plebiscito von Antonio Skármeta. Die Premiere des Film No! wurde 2012 auf dem Cannes Film Festival gefeiert und der Film gewann den Art Cinema Award, sowie den Zuschauerpreis des São Paulo International Film Festivals. Im September desselben Jahres wurde No! in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film auch mit einer Oscarnominierung bedacht. (LB)
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Kritiken (13) — Film: No!
Silvia Hallensleben: EPD-Film, Der Tagesspiegel Silvia Hallensleben: EPD-Film, Der Tagesspiegel
Kommentar löschenDie professionellen Darsteller um Bernal und Alfredo Castro als sein Gegenspieler sind so brillant wie das auf einem Theaterstück von Antonio Skármeta beruhende Buch und die präzise Inszenierung. So hält der Film seine Zuschauer 118 Minuten unter Hochspannung, obwohl der Ausgang der Geschichte bekannt ist. Zum Oscar hat es, im Schatten von Hanekes „Liebe“, zwar nicht gereicht. Doch auch so bleibt „¡No!“ das Wunder eines unterhaltsamen und gänzlich unheroischen Politfilms, der uns mehr auch über unsere Demokratie erzählt, als wir vielleicht wissen wollen.
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Thomas Winkler: fluter Thomas Winkler: fluter
Kommentar löschenObwohl die Handlung bisweilen märchenhaft oder doch wenigstens absurd anmutet, wirkt No! äußerlich wie ein Dokumentarfilm. Eine Ambivalenz, die den Film grundsätzlich bestimmt
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Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de
Kommentar löschenDie Politik des Nein-Sagens und des Widerstands macht Spaß in dem klugen und packenden historischen Drama No!.
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Jörg Taszman: Deutschlandradio Jörg Taszman: Deutschlandradio
Kommentar löschenEine kluge, nachdenkliche und unterhaltsame Metapher über die Werbemechanismen im Wahlkampf, Zivilcourage und den Mut, sich in einer Diktatur zu wehren.
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Katja Nicodemus: NDR Katja Nicodemus: NDR
Kommentar löschenPablo Larraíns Film "No!" ist mehr als chilenischer Geschichtsunterricht. In den Zeiten neu entstehender bürgerlicher Teilhabe, demokratischer und antikapitalistischer Bewegungen, führt dieser Film vor, dass es einmal möglich war, einem Diktator in einem Referendum die Stirn zu bieten. Mit einer Mischung aus Werbung, Anarchie, Überzeugung und Glück.
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Magali-Ann Thomas: BR Magali-Ann Thomas: BR
Kommentar löschenSpannendes Drama, dass das Referendum um die Amtszeit Pinochets mittels einer Werbekampagne auf's Korn nimmt. Exzellente Darsteller, kammerspielartige Szenen und ein 90er Jahre Videolook bringen authentisches Kino auf die Leinwand. Oscarnominierung für den besten ausländischen Film und verdienter Gewinner zahlreicher Festivalpreise.
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Jörg Schöning
Kommentar löschenMit der Figur und der Kampagne des konsumbewussten, Skateboard fahrenden Werbers feiert "No!" einerseits eine Pop-oppositionelle Haltung, die in Losungen wie "Subversion durch Affirmation" ihren Ausdruck fand. Andererseits bestätigt deren Erfolg die Funktionstüchtigkeit eines Systems, das auf entpolitisierten Oberflächenglanz baut.
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José Garcia: Textezumfilm
Kommentar löschenRegisseur Larraín macht kein Hehl daraus, wem seine Sympathien gelten, was sich bereits in der Schauspieler-Auswahl abzeichnet: Der „Gute“ René Saavedra wird von einem Sympathieträger dargestellt, einem der beliebtesten spanischsprachigen Schauspieler, obwohl dies erforderlich machte, dass sich der Mexikaner Gael García Bernal einen chilenischen Akzent aneignen musste. Den „Bösen“ Luis Guzmán verkörpert der chilenische Darsteller Alfredo Castro hingegen mit finsterer Miene und deutlicher Humorlosigkeit. Trotz dieser Parteinahme umschifft Pablo Larraín die Gefahr, zu ideologisieren, die Pinochet-Anhänger zu sehr als Abziehbilder darzustellen. Seinen Film zeichnet vielmehr dieselbe Leichtigkeit, die feine Ironie aus, die auch die darin beschriebene Werbekampagne charakterisiert. Dennoch: Dass bei der freien Volksabstimmung 46 Prozent mit „Ja“ stimmten, war gewiss nicht nur darauf zurückzuführen, dass die Diktatur (fast) die gesamte Medienlandschaft kontrollierte. Darüber hinaus muss Augusto Pinochet bei einem nicht zu vernachlässigenden Teil der Bevölkerung Rückhalt gehabt haben. Was für Menschen diejenigen waren, die Pinochet gewählt haben, bleibt bis auf die klischeehafte Figur des Luis Guzmán als Handlanger der Diktatur völlig im Dunkeln. Schade, dass dies Pablo Larraíns Film um der politischen Korrektheit willen kaum anreißt.
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Dimitrios Athanassiou: moviemaze.de Dimitrios Athanassiou: moviemaze.de
Kommentar löschenLehrreich und interessant ist No durchaus geworden [...]. Spannend wird es hingegen eher selten, und selbst der Unterhaltungswert der Medienkampagne kann nicht über die unangenehm spürbaren Längen hinwegtrösten.
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W. Hamdorf: Deutschlandradio, film-dien... W. Hamdorf: Deutschlandradio, film-dien...
Kommentar löschenHinter allem Humor und aller Situationskomik bleibt die Brutalität der Diktatur in No! stets bewusst. Die Figuren sind vielschichtig, fast gebrochen.
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Peter Travers: Rolling Stone Peter Travers: Rolling Stone
Kommentar löschenNo! packt dich gleich in der ersten Minute ohne Gnade und hält dich gefesselt bis zum Ende.
Kritik im Original: http://www.rollingstone.com/movies/reviews/no-20130221
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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...
Kommentar löschen"No!" ist der letzte Teil von Pablo Larraíns Diktatur-Trilogie. Während in vorangegangenen Filmen die Anfänge und Hochphase des brutalisierten Pinochet-Regimes standen, steht hier ihr vermeintliches Ende im Vordergrund. Dabei steht die Figur des René prototypisch für den jüngeren Teil der Mittelschicht Chiles: Man hat zwar Opfer in der Familie, lebt aber nicht schlecht mit den neoliberalen Attributen der Gegenwart. Und so muss sich René mit seinen flotten Kampagnen-Ideen vor allem vor jenen Politikern rechtfertigen, die selbst verfolgt sind und so alt wie seine exilierten Eltern sind.
Die "No"-Kampagne, so wichtig sie gewesen sei, habe erst recht zur Konsolidierung des Kapitalismus als einzig möglicher Form des Zusammenlebens geführt, so Larraín. Nicht immer kommt diese komplexe Sicht der Dinge im Film zur Geltung. Der Grund: Die Leistung der Schauspieler, allen voran die von Gael Garcia Bernal als René, ist so gekonnt, das die Figuren völlig sympathisch wirken. Aber dies kann auch als doppelte Botschaft dieses wunderbaren Films gelesen werden, der wenig Schwächen hat außer dass er manchmal ein wenig auf der Stelle tritt: Trau nie den schönen Sprüchen der Politik. Sie könnten schnöde Werbung sein.
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Oliver Kaever: Programmkino Oliver Kaever: Programmkino
Kommentar löschenSo entwickelt sich No zu einem politischen Thriller, der authentisch den realen Kampf David gegen Goliath nachstellt.
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Kommentare (4) — Film: No!
based_god Sat, 18 May 2013 10:33:46 -0000
Kommentar löschenGuter Geschichtslektion im Kino.
Chile Ende der 80er, Pinochet muss weg. Der Wahlkampf kommt in die heisse Phase. Das, ich nenne es mal, "Demokratie-Komittee" hat gerade mal 15 Minuten Fernsehzeit pro Tag, die sie nutzen will um den Chilenen das Ende der Pinochet-Herrschaft schmackhaft zu machen. Was der Film zeigt ist zum einen, ein im Retro-Stil gehaltener Film über die Zustände im Pinochet-Chile und andererseits eine Dokumentation über die Macht von guter Werbung.
Die einzige Schwäche des Films liegt darin, sich nicht zwischen Dokumentarfilm und Spielfilm entscheiden zu können. Was daraus resultiert ist eine bewusste Verschmelzung aus Originalbildern und Bildern im Retro-Look, was mir persönlich nur mässig zugesagt hat.
Ansonsten ist der Film jedoch sehr gut und für jeden, der sich für eines der Themen (Werbung bzw. Pinochet) interessiert ein Pflicht-Kinobesuch oder ein Pflicht-DVD-Kauf.
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Wumz Thu, 28 Mar 2013 09:19:13 -0000
Kommentar löschenEs muss ein tolles Gefühl sein einen Moment mitzuerleben, in dem Geschichte geschrieben wird, der Moment in dem ein ganzes Volk von kollektiver Aufbruchsstimmung erfasst wird oder zumindest alle Gleichgesinnten eines Volkes. In "No!" wird von so einem geschichtsträchtigen Moment erzählt und von denen, die diese Veränderung in die Wege leiten. Das Volk Chiles wird zum ersten Mal wählen, SI und NO stehen zur Auswahl, SI steht für den Diktator Pinochet und seinen Machterhalt, NO führ eine Machtablösung und die Demokratie. Man begleitet den Werbefachmann René Savaadra, der die NO-Kampagne leitet und die Bevölkerung Chiles so vom Nein gegen Pinochet überzeugt. Stilistisch ist der Film überaus gelungen, denn es wurde mit der Technik der 80er Jahre gedreht und so wirken die Aufnahmen gekoppelt mit dem Archivmaterial wie aus einem Guss. Der Film ist mit schwarzem Humor angereichert und nimmt den Zuschauer gefühlvoll mit in diesen besonderen Moment des chilenischen Volkes. Gael García Bernal verkörpert die Hauptfigur herausragend und ist einer der wichtigen Bausteine für diesen packenden Film.
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Sonse Mon, 18 Mar 2013 10:40:20 -0000
Kommentar löschenPiNO!chet muss weg!
"No!" erzählt wie Ende der Achtziger auf internationalen Druck hin der chilenische Diktator Pinochet eine Volksabstimmung über seine Herrschaft zuließ und diese (Spoiler for History) tatsächlich verlor. Man weiß also wie es ausgeht und so folgt man mehr fasziniert und amüsiert als gespannt wie Gael García Bernal als Werbeprofi gegen den Widerstand der politischen Opposition eine positive (!) Kampagne für das Nein-Votum gegen Pinochet entwirft, die erfolgreicher ist als die staatliche Sí-Propaganda, die sein Chef betreut. Rund 30 Prozent des oscarnominierten Films bestehen aus Archivmaterial und man merkt dies als Zuschauer kein bisschen, da die Filmemacher No! auf die gleiche Weise, d.h. mit gleichem Material, gedreht haben wie die Werber damals ihre 15-minütigen Spots, mit denen sie bis zur Abstimmung einen Monat lang täglich auf Sendung gingen. Bei eben jenen Werbeclips handelt es sich ganz sicher um die Originale.
Unbedingt als Chile-Double Feature mit Costa Gavras' ausgezeichnetem "Missing" (1982) mit Jack Lemmon schauen, der nach dem Militärputschs Pinochets gegen Allende spielt. Also zuerst "Missing", dann "No!".
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BlueSquirrel Tue, 19 Mar 2013 13:59:55 -0000
Antwort löschenHmm. Ich kann Gael García Bernal nicht leiden. Dann mal zuerst Missing.
Sonse Tue, 19 Mar 2013 17:19:03 -0000
Antwort löschenWar bei mir anfänglich auch so, mittlerweile kann ich mich zunehmend für ihn erwärmen. Ich mag seine Konsequenz in der Rollenwahl und "No!" ist nun schon der zweite gute und interessante Film, indem ich ihn dieses Jahr gesehen habe (nach The Loneliest Planet). "Missing" (bzw. Vermisst) habe ich aber auch noch einen Ticken besser in Erinnerung, insofern...
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alter.native Tue, 19 Mar 2013 17:36:03 -0000
Antwort löschenJa, Missing ist unbedingt zu empfehlen. Hab ihn vor etwa 25 Jahren gesehen und er ist immer noch präsent in meinem Kopf.
BlueSquirrel Tue, 19 Mar 2013 19:04:03 -0000
Antwort löschen@Sonse: Dann werde ich ihn mögen lernen.
alter.native Fri, 08 Mar 2013 12:01:48 -0000
Kommentar löschenEin Geschichtsfilm! Wir erinnern uns an den Putsch gegen Allende 1973 und an die blutige Diktatur von Pinochet. Das alles taucht im Film auch immer mal wieder als Dokumentarmaterial auf. Der Film ist geschickt mit alter Technik gemacht (etwas weniger ins Gegenlicht gefilmt hätte aber auch gereicht), so dass man die Übergänge zum verwendeten Originalmaterial kaum bemerkt. Die Handlung hält nicht immer die Spannung, zeigt aber gut die Macht der Bilder und Werbebotschaften um Menschen zu erreichen. Das alles steht im Widerspruch zu den harten Fakten von tausenden Verschleppten, Gefolterten und Ermordeten. Wenn man aber diese Bilder zeigt, kann man keine Mehrheiten mobilisieren.
Und das alles ist, 25 Jahre später, in noch ausgeklügelteren Kampagnen, überall auf dieser Welt, nicht anders geworden.
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