No Country for Old Men - Kritik

US 2007 Laufzeit 122 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Thriller, Drama, Western, Kinostart 28.02.2008

  • 9 .5
    Martin Canine 18.03.2015, 12:41 Geändert 18.03.2015, 12:42

    (leichte SPOILER)

    Ich liebe es, wenn die Coen-Brüder Thriller drehen. Ich liebe ihre Filme generell, aber ihre Thriller haben nochmal etwas ganz Besonderes. Da sie sie mit derselben Art von Skurrilität erzählen wie ihre Komödien, nur eben auch mit der gewissen Ernsthaftigkeit und Spannung, die dieses Genre erfordert.
    Man nehme z.B. 'Fargo'. Ein Film, der uns in die eisigen Hinterlandschaften North Dakotas führt, und uns mit Leuten konfrontiert, die zu blöd sind, um eine Scheinentführung durchzuführen, was in Ketten sinnloser Gewalt endet. Es sind unbestreitbar merkwürdige Gestalten, aber das Ganze hat doch eine Menge echten Thrill, allerdings eben auf coensche Art und Weise.

    "No Country for Old Men" pustet diesen Schnee zur Gänze weg und ist in der brüllenden Hitze texanischen Ödlandes angesiedelt oder besser gesagt einer bizarren Gegend irgendwo zwischen Zivilisation und Wildnis.
    Inmitten dieser Ödnis ist Anton Chigurh mit seinem Schlachtschussapparat. Bar jeder Logik. Er ist einfach da. Und hat mal schnell ein paar Leichen und einen Koffer voller Geld dagelassen. Ein weiterer Mann, Llewlyn Moss, stolpert zufällig über besagte Überbleibsel und - da Gelegenheit ja Diebe macht - schnappt sich das Geld und macht sich daher zum Ziel für den gerade aus der U-Haft entkommenen Killer. Ein dritter Mann, Sheriff Ed Tom Bell, ist auf Chigurhs Fersen und hat allmählich die Schnauze voll von all diesen gewalttätigen Verbrechen, die dieses Land mittlerweile hervorbringt...

    Diesen klassischen Kriminalthrillerplot erzählen die Coen Brüder mithilfe einer Inszenierung, die man für gewöhnlich aus dem Westernkino kennt, vor Allem vom Italowestern: Weite Landschaftsaufnahmen, eine durch Licht und Farbe vermittelte Hitze, raue Umgangsformen, die schnelle Verwendung von Schusswaffen, jede Figur hat mit ihrem baldigen Tod zu rechnen, hartgesottene, aber völlig fertige Antihelden, Geld ist wichtiger als Gefühle, so gut wie jede Figur hat Dreck am Stecken.
    "No Country for Old Men" kommt, für die Coen-Brüder sehr untypisch, komplett ohne musikalische Untermalung aus. Erst im Abspann vernimmt man nach einigen Sekunden Stille allmählich lauter werden Rhythmen Carter Burwells. Atmosphäre wird hier ganz groß geschrieben. Rau, wild, unfreundlich.
    So möchte Sheriff Bell ein schlimmes Unglück verhindern, welches eintreten würde, sobald sich Moss und Chigurh erstmal gegenüberstehen.

    Doch wer ist dieser Anton Chigurh eigentlich?
    Oberflächlich betrachtet ist er ein Auftragskiller, angeheuert vom mexikanischen Kartell, um die Konkurrenz auszuschalten. Aber so einfach ist das nicht. Chigurh ist eine allgegenwärtige Bedrohung, eine Hand des Schicksals, ein ständiger Begleiter, wie auch der Tod - jemand, der sich holt, wessen Zeit abgelaufen ist. Er funktioniert anders als andere Bürger, obwohl er alles andere als dumm oder wahllos verrückt wirkt. Eher erscheint er als eine Art Todesengel, der auf die Erde gesandt wurde, um die Seelen zu holen, die auf der Erde nicht mehr weilen sollen. Er lässt es sich nicht nehmen, mit seinen Opfern - ohne deren Wissen - um deren Leben zu spielen. Eine Laplace-Münze soll darüber entscheiden, wer bleiben darf und wer gehen muss. Von Javier Bardem (der zu diesem Zeitpunkt kaum Englisch sprach und wohl auch sonst nicht unbedingt viele Qualifikationen für diese Rolle besaß) einschneidend in all seiner Erbarmungslosigkeit verkörpert wird Chigurh zu einer Jahrhundertfigur.

    Wie kann in einer Welt, in der man ständig vom möglichen Tod umringt ist, ständig um ein grausiges Ende bangen muss, als mitfühlender, zartbesaiteter und schwächlicher Bürger überleben? Llewlyn Moss geht recht erfolglos auf die Jagd, und auch sonst scheint er an der Anwendung von Gewalt nicht allzu viel Reizvolles zu finden, und geht daher auch ungeschickt bei selbiger vor.
    Leider ist er zur richtigen Zeit am falschen Ort, und trifft die falsche Entscheidung. Zweimal. Einmal, als er den Koffer mitnahm, und einmal, als er zurückkam, um den letzten Überlebenden zu helfen. Die Grenze von Texas und Mexiko ist undankbar und hart. Später bietet der schwerst verletzte Moss einem Jugendlichen 500 Dollar für dessen Jacke an. "Ich will zuerst das Geld in meinen Händen halten." Dann wird zwar die Jacke übergeben, doch als Moss auch um das Bier eines seiner Kumpel bittet, erwidert dieser nur: "Wieviel?"
    Es ist eine raue Welt. Niemand schenkt jemandem ein nettes Wort oder eine freundliche Geste... oder?
    Nach der eigentlichen Story wird ausgerechnet Chigurh noch in einen Autounfall verwickelt, bei dem er sich den Arm bricht.
    Zwei Jugendliche kommen an und fragen ihn, ob es ihm gut ginge.
    "Wieviel für deine Jacke?" fragt er, um sich mit dieser den Arm abzubinden. "Die geb ich Ihnen so."
    Liegt unter all diesem Dreck doch etwas an Güte versteckt?

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    • 8
      inceptionfan 17.02.2015, 11:14 Geändert 17.02.2015, 13:42

      "No Country for Old Men" hat meine recht hohen Erwartungen schon erfüllt, aber es ist dennoch kein Film, den ich so schnell wieder sehen möchte. Auf alle Fälle ist es ein Film, auf den man von Anfang an Lust haben muss und auf dessen langsame Erzählweise man sich einlassen können muss, denn ansonsten wird man sich an "No Country for Old Men" wahrscheinlich die Zähne ausbeißen. Vor allem finde ich fragwürdig, dass der Film teilweise (darunter auch auf dem Blu Ray-Cover) als "Actionthriller" bezeichnet wird, was in meinen Augen nicht im Ansatz zutrifft, denn der Film spezialisiert sich nun bei weitem nicht nur auf die Action. "No Country for Old Men" ist viel mehr ein Mix aus Western und sehr brachialem Thriller. Der Cast ist hier der absolute Spitzenklasse! Besonders hervorzuheben sind hier Tommy Lee Jones, Josh Brolin, Woody Harrelson mit seinem kurzen, aber genialen Gastauftritt und sogar Kelly MacDonald aus "Boardwalk Empire" überzeugt hier trotz ewig gleichem Gesichtsausdruck. Allen voran muss man aber natürlich Javier Bardem loben, der hier den Wahnsinn in Person verkörpert und endlich mal wieder einen Killer spielt, vor dem man mehr als nur Respekt hat. Handwerklich ist der Film auch außerordentlich gut gemacht, fängt tolle Bilder ein und baut eine einzigartige Atmosphäre auf. Bemerkenswert ist hier vor allem, dass der Film in jedem Moment auch ohne Soundtrack funktioniert. Davon sollten sich andere Filmemacher mal eine Scheibe abschneiden! "No Country for Old Men" ist extrem stark geschrieben, überhaupt nicht vorhersehbar, hat teils großartige Dialoge, ist in vielen Momenten unglaublich intensiv und spannend und ist auch in Hinblick auf die Gewalt so schonungslos, dass man als Zuschauer die Schmerzen regelrecht spüren kann. Ich muss aber leider auch sagen, dass der Film doch ein paar Minuten zu lang ist, denn besonders in der zweiten Filmhälfte gibt es einige Momente, in denen die Spannungskurve etwas abfällt und in denen der Film dann noch anstrengender wird. Erst das brilliante Ende hat mich dann wieder richtig begeistern können.
      Fazit: "No Country for Old Men" dürfte nicht jedem gefallen, ist aber ein absolut starker Film, den man durchaus gesehen haben sollte!

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      • 10
        Socratez 10.02.2015, 18:04 Geändert 19.03.2015, 16:51

        Ein genialer Film, der meine Erwartungen, die universell groß waren, absolut erfüllt und sogar noch ein wenig übertroffen hat. Ein großes Dank an die Coen-Brüder!
        Eine tolle Geschichte, eine wunderschöne verlangsamte Erzählweise, ein furchteinflößender Killer und vieles, vieles mehr, das diesen Film zu einem großartigen Meisterwerk macht. Spannend, witzig, brutal und mitreißend. Ein toller Film und ein Must-See!

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        • 9

          Ein Film der bei den Oscars zurecht abgeräumt hat. Düster, brachial und mit starken Darstellern. Javier Bardem spielt hervorragend und ist hiermit in Hollywood angekommen. Seine Darstellung hier ist wirklich Kultverdächtig, blieb mir im Nachgang immer im Kopf. Josh Brolin als Gegenpart ebenfalls überzeugend. Starker Film.

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          • 9

            Film Noir in seiner Vollendung - grandioses Werk!
            1 Punkt Abzug für die Nebendarsteller die durchaus Schwächen zeigen

            • 8 .5

              Sehr gelungene Hetzjagd mit einem GRANDIOSEN (!) Darsteller-Ensemble.
              Vor Bardems Schauspiel muss man schon fast Angst haben. Im positiven Sinne!

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              • 9

                Wer große Erklärungen erwartet oder fein zuende gesponnene Handlungsstränge, wird enttäuscht sein. Das ist auch einer der wenigen Kritikpunkte - gegen Ende hin zerfasert die Story zusehends und löst sich fast auf, Protagonisten sterben unvermittelt, der anfangs sehr gradlinige Erzählfluss verliert sich im Nichts . Genau das ist zwar Kalkül, macht es aber nicht wirklich besser. Aber die Story ist hier auch nicht der Mittelpunkt - No Country for Old Men lebt von der Stimmung, den Figuren, der Atmosphäre, grandios in Szene gesetzt. Großes Kino.

                • 8 .5

                  Hart, ironisch, ruhig-sehr guter FILM!

                  • 9 .5
                    oliver.roth.5059 19.12.2014, 16:03 Geändert 19.12.2014, 20:56

                    Phantastische Verfilmung des Buches von Cormac McCarthy von den Coen-Brüdern. Ein blutiger, episch photographierter Drogenthriller in McCarthys " Wohnzimmer", der ausgedörrten texanisch-mexikanischen Grenze. Genauso trocken ist auch der Film, angenehm langsam erzählt, keine hektischen Schnitte, minutenlange Schießereien, jedwedes Pathos oder dergleichen. Der Tod ist hier schnell, unvermittelt und vollkommen emotionslos.Gerade dies macht die Wucht aus, die den Zuschauer so trifft. Auch Tommy Lee Jones´ großartiges, zurückgenommenes Schauspiel als amtsmüder, ausgezehrter Sheriff Bell am Ende seines Weges, in einem aussichtslosen Kampf gegen eine neue Generation von Gangstern, deren Ausmaß und Intensität an Verbrechen er nicht mehr verstehen kann und will, und Hauptdarsteller Josh Brolin in der Rolle des Ex-Vietnam-Veterans Moss, der den größten Fehler seines Lebens begeht, überzeugen zu jeder Zeit. Die eigentlich tragende Kraft des Films ist jedoch der lakonische Killer Anton Chigurh, ( Javier Bardem ), der sich an Moss´ Fersen heftet und vor dem es kein Entrinnen gibt. Der Film wirkt selbst unter der strahlend flirrenden texanischen Wüstensonne düster und fatalistisch. Der unfassbar bedrohlich aufspielende Bardem dürfte sich spätestens hiermit seine Platz im Schauspiel-Olymp gesichert haben ( den Oscar hat er ja bereits zu Recht erhalten ) und die Figur Anton Chigurh gilt bereits jetzt als einer der angsteinflößendsten Bösewichte aller Zeiten. Großes Kino!

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                    • 9

                      Ein absolut herausragender Film.
                      Ohne irgendeine Form von Filmmusik kommt dieser Film doch so Rhythmisch daher. Hier passt alles zusammen.
                      Vor allem dieser unglaubliche Top-Cast, bei dem ich jedem seine Rolle voll abkaufe. Auch wenn das im Falle von Javier Bardem's Chigurh nicht wirklich ein Kompliment darstellt. Wobei genau dieser Chigurh für mich einer der einprägsamsten Filmbösewichte der letzten Jahre darstellt.
                      Die Coen Brüder schafften es, mit diesem Film DEN Wester (wenn man den Film als solchen bezeichnen will) der letzten Jahrzehnte zu erschaffen.

                      • 10
                        SmooliEntertainment 29.11.2014, 19:05 Geändert 30.11.2014, 22:23

                        _Reise durch das Werk der Coens

                        STATION XII: NO COUNTRY FOR OLD MEN

                        Stille. Die Logos der Produktionsfirmen erscheinen. Stille. Der Filmtitel erscheint. Weiße Schrift auf schwarzem Grund. Absolute Stille. Doch dann sehen wir die aufgehende Sonne im Westen Texas und Tommy Lee Jones (mit einem Blick, der mehr ausdrückt, als Worte es je könnten) beglückt den Zuschauer mit einem der besten Monologe, die es in einem Film zu bewundern gibt. Das liegt nicht nur daran, dass Bild und Stimme perfekt aufeinander abgestimmt sind. Das liegt vor allem daran, dass der Zuschauer mit ein paar Sätzen in eine Welt gezogen wird, in die er gar nicht möchte, aber dennoch drin gefangen bleibt. Der Film beginnt und endet mit einem Monolog von Jones’ Charakter Bell. Der Anfang strotzt vor Müdigkeit und Pessimismus. Ed Bell ist zu alt für das Land.
                        Die erste Filmfigur, die wir kennenlernen, ist Anton Chigurh. Ist er der Teufel? Ist er Gottes Strafe? Ist er ein Mensch? Ist er zu alt für das Land? Javier Bardem (diese Stimme muss man sich unbedingt im Originalton anhören!) unangefochten.
                        Die zweite Hauptfigur, die wir sehen, ist Llewyn Moss. Ein zäher Mann, der sich in dieser Welt zurechtfinden zu scheint.
                        Diesen drei Hauptfiguren folgen wir für zwei Stunden. Kann man deshalb sagen, sie zu kennen, sobald der Abspann beginnt? Nein, wir kennen diese Menschen nicht, wissen aber zwei Sachen. Wie ihre Zukunft aussieht. Und dass sie alle jagen und gejagt werden. Nach und von der gleichen Sache: dem Leben.

                        Technisch gesehen ist der Film die reinste Parade. Und das ist eigentlich ein kleines Wunder, da der Film auf Spielereien verzichtet. Beinahe keine Filmmusik. Beinahe keine Stilisierung der Kamera von dem anbetungswürdigen Roger Deakins. Wenn Musik und Kamera aktiv werden, dann ist das Ergebnis so passiv und hintergründig, dass es einem gar nicht wirklich auffällt. Erst wenn die Szene vorbei ist und man sich fragt, wieso man schon wieder so im Bann war, fängt man an, darüber nachzudenken und das Genie der Regie zu würdigen.
                        Die Coens zeichnen die Charaktere schlicht und ergreifend perfekt und fügen sie noch besser in die allgemeine Stimmung des Werkes ein, sodass alles eine Einheit bildet und den Kern des Menschseins offenbart: Gier, Angst, Egoismus, Schicksal. Dabei verstehen die Brüder es grandios, stets das berüchtigte Schema F zu umgehen und immer interessant und spannend zu inszenieren. Gerade wenn man denkt, es würde Kontrolle und damit innere Ruhe in den Film zurückkehren, kommt eine Wendung und erwischt einen ganz ganz kalt. Der Begriff „stetig die Schrauben anziehen“ trifft auf diesen Film zu, wie die Faust auf’s Auge, in seinen besten Momenten (und davon gibt es hier verdammt viele) ist der Film an Spannung kaum zu übertreffen. Der reinste Terror.
                        Dass das alles ohne Hektik, sondern im Gegenteil mit einer Ruhe sondergleichen passiert, ist beinahe nicht zu glauben.
                        Zudem gibt es selten Filme, in denen die Regisseure durch die bloße Inszenierung so viel aussagen können, wie hier. Besonders die Charakterzeichnung des undurchsichtigen Killers gewinnt nur durch Bilder einige Informationen. Besonders beeindruckend ist dabei, dass sie es schaffen, Einzelheiten in das Gesamtkonzept einzuweben, sodass trotz der Informationsfülle ein absolut rundes Werk entsteht.

                        NO COUNTRY FOR OLD MEN beschäftigt sich mit Gewalt, Unmenschlichkeit, dem Leben in seinen verschiedenen Phasen und dem Schicksal. Gerade durch letzteres scheinen alle Charaktere zum Scheitern verurteilt zu sein, weil sie ganz einfach nicht alles kontrollieren können. Auch Chigurh nicht (und das ist überraschend und erleichternd).
                        Der Film beginnt und endet mit einem Monolog von Jones’ Charakter Bell. Das Ende strotzt vor Erleichterung. Balsam für den Zuschauer, nachdem er zwei Stunden in einer Welt gefangen war, die an Pessimismus und Zynismus kaum zu überbieten ist. Und so schaffen die Coens das, was ich mit am beeindruckendsten an ihnen finde. Sie schaffen es große Gefühle ohne Sentimentalität zu wecken. Und so wirkt Bells Frau am Ende dadurch, dass sie Vertrauen und Zuneigung ausstrahlt, wie das schönste Wesen, das es auf der Welt gibt.
                        An diesem Film gibt es wirklich rein gar nichts, was ich auszusetzen hätte und noch weniger, was mich beim Schauen dieses Filmes nicht beeindruckt. Dieser Film ist so anders und so großartig, dass er noch lange überdauern wird. Stets mit seinem Ruf und stets mit Recht.

                        Der nächste Halt dieser Reise ist nahe der russischen Botschaft, mit ganz viel geheimen Geheimdienstscheiß.
                        Nächste Station: BURN AFTER READING

                        _Smooli

                        Vorherige Station: http://www.moviepilot.de/movies/the-ladykillers/comments/1056266
                        Nächste Station: http://www.moviepilot.de/movies/burn-after-reading-wer-verbrennt-sich-hier-die-finger/comments/1057516

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                        • 7 .5

                          Meine Bestnote erhält dieser Film nicht, weil die Botschaft mir nicht rüberkommt und der Schluss spottet jeder Gesellschaft..okay grandiose 2 Schauspieler...aber ein Soundtrack fehlt total...Logische Widersprüche hat er auch..und die Komik von Tommy Lee Jones ist fehl am Platze...aber eins hat er-er ist spannend.

                          • 6

                            Die Bewertung des Filmes erscheint unmöglich, da er streng genommen nicht in klassische Filmkategorien passt.

                            Der folgende Text stellt wohl mehr das Angebot für einen Deutungsschlüssel für den Film dar und weniger eine beherzte Kritik im eigentlichen Sinne.

                            Nicht umsonst wird das filmische Schaffen der Coen Brüder von vielen Beobachtern als "postmodern" eingestuft. Hierbei sind wohl die gängigen und allgemeinen Qualitäten des Postmodernismus gemeint, die nach einer einfachen Deutung mit z.B. Derrida oder Lyotard folgendermassen hergeleitet werden könnten: Es gibt keine großen Geschichten mehr (Lyotard) und es gibt im eigentliche Sinne keine Identität (Derrida).

                            Viele Kommentare und Kritiken zum Film stellen richtigerweise fest, dass der Film in keine "klassische" oder "moderne" Filmkategorie so richtig passt. Das will er auch nicht. Postmodernes Kino wird sich der Kategorisierung entziehen wollen und dementsprechend wird es keine Geschiche im eigentlich Sinne erzählen.

                            Bei no country for old men gibt es ledeglich drei größere Identitässtränge- drei mögliche vollkommen individuelle Stimmen, Narrationen oder in Kinosprache "Plots" (das sind die drei Stränge von Shigurh, Moss und Bell) die mehr oder weniger parallel existieren, vor sich hin leben und eben den Gesetzen und Regeln folgen, in denen diese drei Identitäten gefangen sind bzw. durch diese sie erst zur Identität werden. Die Schicksaale dieser drei Identitäten können sich natürlich kreuzen, begegnen oder teilwiese verweben, müssen sie aber nicht. Aufgrund vollkommen zufälliger Ereignisse (Drogendealblutbad in Wüste zu Beginn des Filmes) werden alle drei Figuren mehr oder weniger zufällig in einen Ereignisstrang verwoben.

                            Es gibt keine höhergelagerte Ordnung, nur Zufälle und Kollisionen von vollkommen unterschiedlichen Regel- und Gesetzeswelten. Begegnung und Kontakt der im Film gezeigten Identitäten entstehen vor allem durch den Konflikt differenter Gesetzes- und Regelgefüge: Moss (Brolin) klaut Drogengeld und verstösst damit gegen die Gesetze von Shigurh (Bardem). Shigurh (Bardem) mordet rum auf seiner Suche nach dem Geld und verstösst damit gegen geltendes Strafrecht/US Gesetze und damit gegen Bell(Jones) usw. Dieses Motiv sieht man meiner Meinung nach auch in dem Jagdmotiv, das oft im Film "zitiert" wird und gefunden werden kann...

                            Alle Figuren sind somit tragische Figuren, da sie sich in einem Kreislauf von Aktio/Reaktio, bezüglich des Erhaltes ihrer Gesetze und Regeln, befinden. Alleine durch Ihre unterschiedlichen Regelsysteme jedoch können die Figuren ihre Identität erst stiften bzw. entwicklen (Kontinuität)- verfolgen so zu sagen das, wovon sie überzeugt scheinen. Im ewigen Spiel der differenten Gesetze und Regelsysteme pendeln
                            die Figuren bei der Umsetzng ihrer Überzeugungen und Ziele. Dabei scheint es vollkommen irrelevant, ob die Ziele erreicht werden können (nebenher mir auch nicht klar ist, ob Shigurh überhaupt ein Ziel verfolgt). Viele wichtige Eckinformationen der Hauptfiguren werden daher ausgelassen. Nur eines scheint gewiss: Die ansich stärkste gedachte Gesetzeskraft (symbolIsiert durch Bell=Staat, Recht, Verfassung) ist sehr müde, überfordert und desillusioniert von der Gewalt und immer einen Schritt hinterher, das Recht nach Glück, Hoffnung und Verheißung geht nicht auf (Moss scheitert), denn das Gesetz des Stärkeren, Tabuloseren und Skrupeloseren gewinnt immer (Tyrannei durch Shigurh).

                            Auch ist unklar, für welche Organisation Wells (Harrelson) arbeitet. Dies ist auch insofern unwichtig, da Wells wieder nur Repräsentant und ausführende Instanz eines weiteren (im Prinzip x beliebigen) Regelsystems ist. Hier auch der interessante Dialog mit Shigurh, in dem Shigurh Wells fragt (sinngemäß): Welche Regel oder Lebensregeln haben dich bis hierhin geführt und hat es sich gelohnt nach diesen Regeln zu leben?

                            Der Film endet nicht mit einem dramaturgischen Schluß, sondern mit einem Ausklang der Erzählung/Narration/Identität von Bell. Ich denke auch hier wieder, der genaue Inhalt von Bells Traum ist vollkommen irrelevant. Die Szene hat keinen Bezug mehr zur Identität von Moss oder der Identität Shigurh. Die Identität Bell sucht ganz einfach weiter nach identitätsstiftenden Kriterien, in dem Fall ein xbeliebiger Traum.

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                            • 10

                              Müsste man die Worte "filmische Perfektion" neu definieren, würde ich die Worte "NO COUNTRY FOR OLD MEN" vorschlagen.
                              Einen Film wie diesen, gab es noch nie zuvor. Noch nie gab es einen Film, der trotzt seine Perfektion nie unglaubwürdig wird, trotz seine Spannung und Action nie die Botschaft verliert.
                              Jede Kameraeinstellung, jeder Schnitt, jede Regieanweisung und jedes Zucken einer Wimper der Darsteller ist perfekt.
                              Die Coen-brüder schwören mit "No Country" eine Vielschichtigkeit herauf, an die nichts herankommt. Einerseits Actionfilm, andererseits Charakterstudie, einerseits Western, andererseits Zurschaustellung eines gewaltbereiten Amerika, ja einer gewaltbereiten Welt.
                              Javier Bardem`s Charakter repräsentiert die Depression der heutigen Zeit. Eine Gewalt die nicht mehr rational erklärbar ist und keinen Sinn mehr bietet, aber auch eine Zeit, in der die einzigen Versprechen die zählen, Gewaltversprechen sind.
                              Tommy Lee Jones gibt uns einen Menschen, dessen Beruf es ist gegen das Unrecht und die Gewalt zu kämpfen. Letzten Endes sind wir Tommy Lee Jones, der dasitzt und nicht mehr versteht, der in die Ferne blickt und dabei überfordert ist.
                              Die Coenbrüder präsentieren uns einen Mikrokosmos, der für die heutige Zeit steht und dies mit ihrer, für sie so typischen pessimistischen Grundhaltung. Hätte ein Anderer den Film gemacht, hätten wir einen stumpfsinnigen pseudo intellektuellen, schnell geschnittenen Actionthriller zu sehen bekommen. Aber in den Händen der beiden Meister, wird "No Country for Old men" zum vielleicht besten Film aller Zeiten.
                              Aber der Film gibt uns noch eine Botschaft. Eine Botschaft, die die Coens wohl nicht gewollt haben. Nämlich dass es sich bei den beiden Brüdern um die größten Filmemacher aller Zeiten handelt....

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                              • 9

                                Wird erst nach wiederholtem Anschauen richtig sehenswert. Beim ersten Mal fand ich ihn sehr langatmig. Doch er wird mit jedem mal besser und besser. Darsteller, Story und Setting sind einfach großartig und die Spannung in vielen Szenen beinah unerträglich.

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                                • 9 .5

                                  Ein starker Film, der irgendwie durchgängig neutral ohne großes Highlight spielt. Trotzdem ist der Film interessant, ich habe jede Szene genossen. Ein Film der durch die seltsame Atmosphäre fesselt. Die Leistung von Javier Bardem ist einfach nur "killerisch". Ich weiß nicht was mir mehr Angst gemacht hat: Sein kalter Gesichtsausdruck oder seine Frisur ?!? :-)

                                  • 8 .5

                                    Ich gebe hier ja immer zu JEDEM Film, den ich bewerte, einen Kommentar ab aber hier fehlen mir doch wirklich ein wenig die Worte beim neusten Meisterwerk der Coens;

                                    Thriller? Krimi? Drama?
                                    Für mich ist "No Country for Old Men" am ehesten dem Westerngenre zuzuordnen.
                                    Das Grenzgebiet zwischen Texas und Mexico, brutale Gangsterbanden, desillusionierte Gesetzeshüter und schweigsame, mysteriöse Killer-
                                    Die Stimmung die hier erschaffen wurde, war für mich Western in Reinform!

                                    Ein Western, weil es über die USA geht, über die Menschen in diesem Land, weil die Geschichte die hier erzählt wird, nur an diesem Ort so stattfinden konnte, nur vor dieser Kulisse eine solche Stärke aufbauen konnte und den Zuschauer so unglaublich faszinieren und mitreißen konnte.

                                    Hier wurde schon so viel geschrieben über dieses Werk, über Javier Bardem der einen der kältesten Killer der Filmgeschichte ausfüllt, über den in seinem zurückhaltendem Spiel unglaublich starken Josh Brolin und die Meisterleistung der Coens die ohne jegliche Musikuntermalung eine bedrohliche Atmosphäre aufbauen, die einen ganz tief in ihre Geschichte hineinzieht über die Fehler und das Versagen von uns Menschen.

                                    Aber was ich hier betonen will, was für mich das Herzstück des Films ist und ihn letzten Endes zum Meisterwerk macht, ist Tommy Lee Jones in seiner Essenzrolle, der diesen Film trägt, ihm eine unglaubliche Würde verleiht, wenn er seinen altersschwachen Sheriff spielt, der diese Welt nicht mehr versteht, auf längst vergangene(und längst verklärte) Zeiten zurückblickt und einfach nur müde ist, nicht mehr weiter kann und für sich keinen richtigen Platz mehr sieht.
                                    Die Coens zeigen uns den Menschen als Bestie, zeigen uns in ihrem Film zum einen das wahre Böse und stellen dem "Bösen" den alten Tommy Lee Jones entgegen, der seine Position nicht mehr halten kann und dem das "Böse" immer einen Schritt voraus zu sein scheint, wenn Jones seinen Aufgaben kaum noch hinterher kommt.

                                    "Ich saß auf einem Pferd und bin nachts durch die Berge geritten - über diesen Pass in den Bergen. Es war kalt und es lag Schnee. Er ist an mir vorbei geritten und hat überhaupt nichts zu mir gesagt. Er ist einfach nur vorbei geritten. Und er hatte seine Wolldecke umgewickelt und seinen Kopf gesenkt. Als er vorbei ritt, da sah ich, dass er Feuer in einem Horn trug, wie es früher Brauch war und ich konnte das Horn durch das Licht im Innern sehen, eine Farbe wie der Mond. In dem Traum wusste ich, er würde voraus reiten und er würde ein Feuer machen irgendwo da draußen in der Dunkelheit und Kälte. Ich wusste er ist da, wenn ich ankomme. Dann bin ich aufgewacht."

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                                    • 9 .5

                                      Schockierend.
                                      Einfach grandios schockierend.

                                      • 5 .5

                                        Zweite Sichtung des Filmes und meine Reaktion ist wie beim erstenmal.
                                        No Country for Old Men sagt mir nicht viel.
                                        Javier Bardem als gefühlloser Killer mit einer Frisur, die so beschissen ist wie die Figur selber.
                                        Josh Brolin räumt nebenbei und zufällig 2 Millionen Dollar ab frei nach dem Motto Gelegenheit macht Diebe, was ihm eine Menge Troubles einbringt. Den Anforderungen, die seine Rolle an ihn stellt, hechelt er meiner Meinung nach immer etwas hinterher. Der Rest des Cast ist gut bis sehr gut.
                                        Großartige Landschaftsaufnahmen zu Beginn des Filmes. Auch später immer wieder schöne Bilder.
                                        Doch wenn Bardem sein Bolzenschussgerät in Anschlag bringt und Menschen killt, als wäre das so selbstverständlich wie das zuschließen der Wohnungstür , ist es aus mit Beschaulichkeit.
                                        Er ist der kälteste Mörder, den in je in einem Film gesehen habe. Spannung kommt aber trotzdem während des ganzen Filmes nicht auf.
                                        Und am Schluß erzählt der Sheriff, der die heutige Gewalt nicht mehr versteht, seiner Frau einen Traum.
                                        Cut. Ende. Abspann.
                                        Ja hat der Film jetzt eine Botschaft oder hat er keine? Wenn überhaupt dann die:
                                        Die Welt ist böse, brutal und inhuman. Die Gewalt hat neue Formen angenommen und Menschen sind keinen Cent mehr wert. Sehr trostlos.
                                        Ein richtiger Coen Film. Ich kenne nur einen von ihnen, den ich wirklich mag und der heißt True Grit.

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                                        • 7

                                          Insgesamt kein schlechter Film, aber auch kein wirklicher Kracher. Javier Bardem spielt seine Rolle grandios. Die Idee ganz ohne Filmmusik auszukommen, ist gewagt, mich hats aber nicht gestört.
                                          Manche Szenen in 'No Country for Old Men' sind ziemlich verwirrend und dass Ende genauso. War stellenweise recht spannend, aber insgesamt konnte der Film micht nicht so arg beeindrucken. Mal sehen ob er mich beim zweiten Schauen besser überzeugen kann.
                                          Eigentlich hätt ich ihm 6 Punkte gegeben, aber 1 gibts dazu für die extrem geniale Frisur von Bardem, die - wie ich finde - auch richtig gut passt ;)

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                                          • 9 .5

                                            "No Country for old Men" ist eine absolute Ikone unter den Thrillern. Vom Anfang bis zum Ende unglaublich bedrückend, besticht der Film durch toll gezeichnete Charaktere und brillante Leistungen der Hauptdarsteller Josh Brolin, Tommy Lee Jones und nicht zuletzt Javier Bardem. Wann wurde jemals ein Psychopath so dermaßen brachial dargestellt? Bardem gewann vollkommen verdient den Oscar als bester Nebendarsteller, doch in meinen Augen ist er keine Nebenfigur des Films. Als Auftragskiller Anton Chigurh löst er beim Publikum in jeder Szene Beklemmungen aus, in der er auf dem Bild erscheint. Auch Josh Brolin meistert seine Rolle als Vietnamveteran Lllewelyn Moss, der rein zufällig während der Jagd auf eine gescheiterte Drogenübergabe stößt. Die beiden markanten Antagonisten liefern sich im weiteren Verlauf eine nervenzerreißende Hetzjagd, die nur einer überleben kann. Episches Meisterwerk der Coen-Brüder!

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                                            • 2 .5

                                              Für sowas kriegt man vier Oscars? Und dann auch noch als bester Film? Was war denn 2008 bitte los?
                                              Ich fand die schauspielerischen Leistungen jetzt nicht schlecht, aber herausragend schon gar nicht. Javier Bardem hat dafür allen Ernstes einen Oscar als besten Nebendarsteller bekommen? Entzieht sich vollends meines Verständnisses, verglichen mit anderen Jahren. Allgemein fand ich alles sehr trostlos und trist, sowohl schauspielerisch als auch umgebungstechnisch (gut aber das ist halt Texas' Einöde, verschaffte wenigstens etwas Atmosphäre). Lediglich Kelly Macdonald hatte einen kurzen Anflug von Gefühlen.
                                              Die Geschichte fand ich, ich kann es nicht anders sagen, lieblos dahingeklatscht. Ich finde man hätte so viel mehr draus machen können. Es kam keine Spannung auf.
                                              In den vorherigen Kommentaren wurde von "witzigen Dialogen" gesprochen, in Kritiken wurde von "rabenschwarzem Humor" gesprochen. Habe ich nicht gefunden.
                                              Ich kann dafür nichts abgewinnen. Absolut overhyped, wie man es so schön neudeutsch sagt.

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                                              • 8 .5

                                                Ein gefährliches "Katz und Maus-Spiel" zwischen Josh Brolin und Javier Bardem.
                                                Spannend bis in die letzte Sekunde, blutig und skrupellos.

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                                                • 9

                                                  Die Coens haben zugeschlagen. Dieser Film fesselt. Und sind wir mal ehrlich; der heimliche Star ist doch die Frise von Javier Bardem!

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                                                  • 10

                                                    Keine Sekunde ist unspannend

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