No Country for Old Men - Kritik

US 2007 Laufzeit 122 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Thriller, Drama, Western, Kinostart 28.02.2008

  • 8

    No Country for old Men behandelt die Frage, die sich sicherlich schon viele Menschen gestellt haben: Was würde ich tun, wenn ich zwei Millionen Dollar bzw. Euro finden würde? Der Film erzählt die Geschichte von Llewelyn Moss, der genau das tut und das Geld an sich nimmt. Von nun an ist er ein Gejagter von den Menschen, die das Geld für sich beanspruchen. Eine packende Jagd quer durch das Land ist die Konsequenz.
    Der Cast ist sehr gut. Tommy Lee Jones gibt hier den Sheriff während Javier Bardem, der in diesem Film eindeutig am besten spielt, den Kriminellen Anton Chigurh spielt. Chigurh ist ein Mensch, dem man nur ungern allein begegnet. Ein (vermeintlich) falsches Wort reicht aus und du verlässt den Raum nicht lebend. Bardem spielt diese Rolle so gut, dass man sich teilweise ins Gedächtnis rufen muss, dass er lediglich ein Schauspieler und kein kaltblütiger Mörder ist.

    Die Story bzw. der Grundgedanke des Films ist spannend und fesselt den Zuschauer. Auch die Darstellung ist sehr schön. Jedoch muss ich mich meinen Vorschreibern anschließen, wenn ich sage, dass der Film ab der zweiten Hälfte ca. enorm nachlässt und das Ende leider Gottes sehr enttäuschend ist. Ich hätte mir ein besseres bzw. ein anderes Ende erhofft, aber man kann nicht alles haben.
    [SPOILER:] No Country for old Men ist ein Film, in dem alles passieren kann. Der Film schreckt auch nicht davor zurück, eine seiner Hauptfiguren mal eben so sterben zu lassen.

    Trotz des enttäuschenden Endes gefällt mir der Film sehr gut, gerade weil die Story nicht auf Stereotypen bzw. Handlungen aufgebaut ist, die man in jedem zweiten Thriller findet. In dem Punkt ist No Country for old Men schon origineller. Ich empfehle den Film herzlichst weiter, allein schon aufgrund der enormen schauspielerischen Leistungen in diesem Film.

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    • 10

      Unglaubliche Leistung von Javier Bardem. Ein absoluter Lieblingsfilm von mir.

      • 9

        SPOILER

        Die Sonne ragte über die kargen Hügel in dieser trostlosen Einöde. Vegetation war nur spärlich vertreten. Eine Landschaft wie gemalt. Einsame Männer streifen durch diese Wüste, fernab der Zivilisation. Sie ziehen eine blutige Spur hinter sich her. Leichen pflastern ihren Weg und alles wegen ein paar Dollar.
        Willkommen in "No country for old men". Einem Western, der ja eigentlich kein Western ist. Doch die Coens würfeln ja gerne mal die Genrekiste etwas durch und so ist auch dieser Streifen ein Thriller, in anderem Gewand. Pferde benutzen hier zwar nur die Gesetzeshüter, Revolver trägt auch kaum jemand, Ponchos und Duelle fehlen und auch die Filmmusik wird weggelassen. Und trotzdem treffen die Coens den Ton eines Western. Sie kitzeln alles aus der Landschaft raus, kleiden die Darsteller in moderne Cowboy-Klamotten erschaffen eine karge Atmosphäre, wie die großen Western der vergangenen Tage.
        "No country for old men" macht eigentlich alles richtig. Die Geschichte ist nicht nur großartig, sie wird auch großartig erzählt. Aus verschiedenen Blickwinkeln, stets ruhig gehalten, aber nie schleppend. Die Sheriff-Arbeit macht dabei genauso viel Spaß, wie die Jagd nach Brolin und dem Geld.
        Was die Dialoge angeht. Typisch Coen. Lakonisch, sarkastisch, trocken. Das liegt natürlich wieder an den tollen Charakteren. Aus der Besetzungsliste kann man schon erahnen, was einen erwartet. Aber vorallem Javier Bardem hat sich mit seiner Darstellung des Psychokillers (zurecht) in das Herz der Filmfans gespielt. Das ist sogar furchteregender als Jack Nicholson in "Shining". Der Blick von Bardem wenn er den Deputy erwürgt, die Kälte und Lässigkeit mit der er seine Opfer ins Jenseits schickt, ist nicht von dieser Welt. Verdientester Oscar aller Zeiten.
        Der Rest macht seine Sache ebenfalls toll. Am meisten begeistert mich jedes Mal aufs Neue Woody Harrelson. Den find' ich aber sowieso immer klasse und hier als "Cowboy-Killer" liefert er eine tolle Performance ab.
        Der Kniff, ohne Musik zu arbeiten, geht ebenfalls wunderbar auf. Mit den ruhigen und kargen Landschaftsbildern und ewig langen Einstellungen ohne gesprochene Worte, bauen die Coens eine atemberaubende Atmosphäre auf. Hier hat wirklich jedes Bild einen Platz verdient.
        Auch das Ende ist fabelhaft. Nach einer mörderischen Hetze mit vielen Leichen und umherspritzendem Blut, gewinnt der Böse. Zumindest kommt er davon. Einiges bleibt ungeklärt, aber Bardem entkommt. Tommy Lee Jones darf dann noch einen wunderbaren Dialog von sich geben und dann. Schnitt. Ende. Großartig.
        Ein Weiterer (fast) perfekter Film in der Coen-Filmografie. Vollkommen Einzigartig, aber trotzdem ein waschechter Coen. Ich würde ja sagen "Einer der Besten Coen's", aber das sag ich zu allen ihren Werken. Daher: Macht bitte weiter, vielleicht kann das zeitgenössische Kino doch noch gerettet werden. Mit solchen Genies hinter der Kamera darf man auf jeden Fall noch hoffen.

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        • 10

          Ruhe, eine blutige Gewalttat, Ruhe, eine harte Actionszene, Ruhe.

          Die Ruhe ist es, die sich durch den gesamten Film "No Country For Old Men" zieht. Mit viel Ruhe und Gelassenheit verfolgt unerbittlich der Auftragskiller Anton Chigurh sein Ziel, welches er immer im Fadenkreuz behält. Unablässig ist er seinem Opfer, Llewelyn Moss, auf der Spur, da dieser einen Koffer voller Drogengeld gefunden und mitgenommen hat. Routiniert und mucksmäuschenstill geht er mit seinem Bolzenschussgerät seiner Tätigkeit nach, als hätte er alle Zeit der Welt.
          Als Zuschauer verfolgt man jeden Schritt von Anton Chigurh mit seinen Augen und bei jedem Wort, das seinen Mund verlässt, klebt man ihm an den Lippen. Von Außen harmlos, und doch extrem bedrohlich bahnt sich diese tickende Zeitbombe ihren Weg und das ohne viel Lärm.
          Aber nicht nur Javier Bardem in der Rolle des Bösewichts ist ein Grund sich dieses Meisterwerk der Cohen-Brüder anzusehen. Alle schauspielerischen Leistungen sind auf den Punkt, die Atmosphäre des Films ist dicht und hart, es gibt wunderbar inszenierte Action, eine tolle Geschichte und der Film ist einfach etwas besonderes.

          "No Country For Old Men" hat sich für immer einen Platz in meiner persönlichen
          TOP 100 der besten Filme gesichert. Er wird immer einer meiner absoluten Lieblingsfilme bleiben, und ich werde ihn mir noch einige Male ansehen.

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          • 10
            sachsenkrieger 07.08.2015, 23:30 Geändert 08.08.2015, 06:50

            "Es heißt, die Augen sind die Fenster der Seele. Ich weiß nicht, von was dem seine Augen die Fenster waren, und ich will’s auch gar nicht wissen. Aber da draußen gibts einen anderen Blick auf die Welt und andere Augen, die sie sehen, und darauf läuft es raus."

            NO COUNTRY FOR OLD MEN und THERE WILL BE BLOOD - zwei Filme, die das Ende des ersten Jahrzehnts des dritten Jahrtausends, wohl nicht nur für mich, zu etwas Besonderem machten. Wobei ich zugeben muss, das ich zweiteren für den bisher stärksten Film dieser mittlerweile 15 Jahre halte. Nichtsdestotrotz hat das Werk der Coen-Brüder sich seine vier Oscars redlich verdient und ist eine der phantastischen Umsetzungen des "weltgrößten Kulturpessimisten", Cormac McCarthy. Das liegt auch daran, das die Coen-Brüder, ganz anders als viele ihrer Kollegen, das dem Film zugrundeliegende Buch weitestgehend unverändert verfilmten. Denn in KEIN LAND FÜR ALTE MÄNNER zeigt McCarthy zum wiederholten Male, das er nicht zu Unrecht zu den bedeutendsten, lebenden Schriftstellern zählt. Die Gebrüder Coen tragen mit ihrer unnachahmlichen Art und Weise, Filme zu schöpfen, zum weltweiten Erfolg und zur authentischen Atmosphäre des Films bei.

            CARLA JEAN: Was hast du vor? 
            LLEWELYN: Was ich vorhab, ist so dämlich ... dämlicher geht’s nicht, aber ich tu´s trotzdem. Wenn ich nicht wiederkomme, sag Mutter, dass  ich sie liebe. 
            CARLA JEAN: Deine Mutter ist tot, Llewelyn. 
            LLEWELYN: Dann sag ich’s ihr eben selber. 

            Dabei meint man streckenweise ... ich hasse Vergleiche ... das man sich FARGO statt im Schnee in der Wüste anschaut. Aber dies ist mehr als das, denn hier wird die Handlung noch von einem ganzen Klapperschlangennest genialer Schauspieler getragen. Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly MacDonald, allen passen ihre maßgeschneiderten Rollen wie angegossen. Sie sind die hochspezialisierten Erfüllungsgehilfen eines Schriftstellers, der auszog, sich selbst das Fürchten zu lehren. Die Coens packen diese unheimlich staubtrocken-straßenslangig-blumenpoetischen Dialoge McCarthys am stachligen Schwanz und platzieren sie gekonnt in wahnwitzig-wunderschöne Bildkompositionen. Für mich ist KEIN LAND FÜR ALTE MÄNNER damit eine der bisher gelungensten Umsetzungen einer Romanvorlage und der beste Film der Coens ... zusammen mit dem Dude.

            P.S.: Wer diesen Film und insbesondere die Arbeiten McCarthys mag, dem kann ich nur empfehlen, sich THE COUNSELOR noch einmal anzuschauen. Dieser ist nicht minder genial umgesetzt.

            Als kleinen Einstieg in die "wahre" Welt des Counselors: http://decider.com/2015/07/17/the-counselor-hbo-go/

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            • 6 .5
              RoboMaus 03.08.2015, 08:59 Geändert 23.08.2015, 09:06

              Der grosse Wurf der Coen-Brüder – bei vier Oscars muss man durchaus etwas Besonderes abliefern. Eines ist sicher die stoische Ruhe, die diesen Film durchzieht, bei der man es schon Action nennen muss, wenn einer rennt (keine Angst, das passiert nur einmal). Werden Handschellen normalerweise nicht auf dem Rücken angebracht, v.a. bei gefährlichen Kriminellen? Weil der Sheriff wohl aus Personalmangel eingestellt wurde, konnte der psychopathische Killer sie praktischerweise dazu verwenden, ihm die Kehle zuzudrücken. Für den Zuschauer ist das glückliche Fügung, denn der so entkommene Killer sorgt für reichlich Spannung, und er tötet gerne mit einem Bolzenschlaggerät wie bei der Tierschlachtung. Auch etwas Besonderes. Als kompromisslose Tötungsmaschine erlegt er jeden Widersacher, Kollateralschäden inbegriffen, doch einer wird sich ihm in den Weg stellen....
              'No Country for Old Men‘ ist über zwei Drittel ein interessanter Thriller, der ein kluges Katz- und Mausspiel im unnachahmlich trägen Coen-Inszenierstil aufzieht, driftet dann aber in Lynch-mässigen Wirrwarr ab. Zur Krönung darf man sich am Ende als Traumdeuter für Tommy Lee Jones betätigen. Ich dachte da wäre eine versteckte Message, eine Art verschlüsseltes Finale, und habe zurückgespult - reingefallen. Man muss wohl hinnehmen, dass der Film quasi mittendrin aufhört und dem Zuschauer einen Showdown oder ein dramaturgisch mitreissendes Ende verweigert, aber das ist eben das Besondere. Oscars bekommt man nicht umsonst.
              Schade, die Coens waren mit diesem Werk kurz davor selbst ein simples Gemüt wie mich zu begeistern, das mit einer 'klassischen' Dramaturgie gefüttert werden will. Es zu tun war wohl nicht standesgemäss, und, wer weiss, vielleicht wäre 'No Country for Old Men' dann als zu gewöhnlich eingestuft und hätte ein paar Oscars weniger bekommen.

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              • 3
                Fanto 30.07.2015, 05:09 Geändert 30.07.2015, 05:10

                Ich muss ganz ehrlich sagen: Als erstes dachte ich, dass das ein super spannender Thriller ist und sicher auch ein super Ende hat, aber genau dieses Ende enttäuscht m.M.n total! Ab der Hälfte ca. geht es steil bergab und der Schluss ist der letzte Mist. Ich kann ja verstehen, wenn man was offen lässt, aber so...
                Es ist so, als ob der Film mittendrin auf einmal zu ende ist und jemand vergessen hat, die 2. DVD einzulegen. Einfach richtig schwach, zumal ich das Ende auch mit am wichtigsten finde. Bringt ja nichts, wenn der Film erst super anfängt und dann immer schlechter wird. Dann lieber andersrum.

                3 Sterne für eine guten Anfang.
                Ein Film, den ich bestimmt nicht noch einmal sehen werde.

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                • 10

                  Ein perfekter Film.

                  • 9 .5

                    Wieder einmal ein schönes Beispiel dafür, wie es ein Schauspieler hinbekommt, dass die Gänsehaut auf dem Rücken einen Steptanz aufführt. Danke, Herr Bardem. ,-)

                    • 8

                      ^^
                      Bardem...
                      geistesgestörter Typ.

                      Was soll man sagen...
                      Kranker Film.
                      Hart, ohne viel drumherum Gerede.
                      Ich hasse Spoilern, daher halt mich zurück.
                      Aber die Wendung des Hauptdarstellers hats mir besonders angetan ^^
                      I was shocked. :)
                      Genau deshalb fand ich den Film aber sehr gelungen.
                      Javier wahrscheinlich in einer seiner best gespieltesten Rollen.

                      Sehr gute 8/10 Punkte

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                      • 10

                        Ein Katz und Maus spiel, nur das hier die schlaue, aber brutale Katze noch von einem sich an die Regeln haltenden Hund verfolgt wird. Die Katze hält sich weniger an die Regeln, aber versucht mal so einem Vieh so was beizubringen. Die Maus kapiert alles wie immer etwas spät, ob sie sich aus dem Staub machen kann werden werden wir noch sehen...
                        Düsterer, knallharter Thriller. Musik braucht man, hier aber nicht. Grandioses Meisterwerk mit einem unglaublichen Ende. Mein Lieblingsfilm von den Coens
                        Spoiler:
                        Am allerallerallerbesten ist, dass wenn Moss stirbt (ist immerhin bis jetzt der Hauptcharakter) nur eine Sekunde gezeigt wird und es dann einfach weitergeht... ich kann das schlecht beschreiben, aber als man ihn da tot liegen sah, nur einer von vielen - so etwas habe ich noch nie gesehen.

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                        • 6

                          Solider Thriller mit enttäuschendem Ende...
                          Ganz große schauspielerische Leistung von Javier Bardem

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                          • 10

                            Ganz großes Kino!

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                            • 6

                              Wegen der positiven Kommentare habe ich mir den Film jetzt erstmals und mit freudiger Erwartung angesehen. Dass er brutal sein würde, war zu erwarten. Ich empfand ihn über weite Strecken auch als interessant und spannend. Der letzte Teil war nach meinem Empfinden allerdings eher schwach. Es ging alles so schnell, dass ich Mühe hatte mitzubekommen, wer denn nun noch getötet worden war. Und auch die letzten Szenen mit dem Killer waren für mich auch schwer einzuordnen. Insgesamt war ich eher enttäuscht, weil ich mehr Schlüssigkeit in der Handlung (bis zum Schluss) erwartet hätte.

                              (Spoilerwarnung) Dass das Ende nicht gut ist und fast alles tot sind, die man vorher eher der (mehr oder weniger) guten Seite zugeordnet hatte, ist bei einem solchen Film nicht besonders schlimm. Aber ich hatte am Schluss große Mühe mitzukommen. Vorher wurde die Handlung so breit erzählt, aber plötzlich ging gegen Ebde alles so schnell, dass mir z.B. nicht klar war, dass Moss auch getötet wurde. Dann war die Beerdigung seiner Schwiegermutter; gleich darauf musste seine Frau sterben. Und schließlich dieser anscheinend zufällige Autounfall von Chigurh, nach dem er einem Jungen das Hemd abkauft, um den offenen Armbruch zu versorgen. Das alles wirkte auf mich, als sei das Geld ausgegangen und der Film musste dann sehr schnell zu Ende sein.

                              • 9 .5

                                Dieser Film regt, durch seine brutalität und das es kein happy end gibt, zum nachdenken an.. Vor allem das Ende ist unerwartend und schokierend..
                                Starke Darsteller mit starker Kameraführung dazu kommt, dass es keine Musik im Film gibt
                                Alles zusammen ergibt ein Meisterwerk, dass mich bis zum Schluss gefesselt hat

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                                • 9 .5

                                  Wirklich meisterhaft Regieleistung der Cohen-Brüder! Meisterhafte darbietung von Bardem und auch von Brolin. Umwerfend, bildgewaltig, spannend, rabenschwarzer Humor und brutal! GENIAL

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                                  • 10

                                    "Wenn ich nicht zurück komme, sag' Mutter, ich liebe sie!" - "Deine Mutter ist tot!" - "Na, dann sag ich's ihr selbst."
                                    -- Llewelyn Moss (Josh Brolin)

                                    Ich liebe den schwarzen Humor der Coen-Brüder. Dazu noch ein genialer Javier Bardem, in seiner besten Rolle! Die Figur des Auftragskillers "Anton Chigurh" spielt er beängstigend gut!

                                    Sehr atmosphärisch, spannend und einfach anders!

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                                    • 6 .5
                                      Troublemaker69 05.04.2015, 20:55 Geändert 11.07.2015, 14:03

                                      Ich hatte extrem hohe Erwartungen an No Country for Old Men.
                                      Bis zur Sichtung des Filmes habe ich drei Filme der Coens gesichtet.
                                      Als erstes wäre da "The Big Lebowski", der in meinen Augen absolut grandios ist. Danach folgte der starke "Burn after Reading" und dann wäre da noch der für mich sehr gelungene "True Grit".
                                      Dementsprechend habe ich mich sehr auf diesen Film hier gefreut, wurde dann aber leider teilweise ein wenig enttäuscht.

                                      Vom Aufbau her gleicht sich No Country for Old Men nahezu mit True Grit. Beide besitzen eine solide Story, die von starken Charakteren getragen werden.
                                      True Grit lebt von dem Marshal, Mattie Ross und Tom Chaney, diese drei Charaktere hatten ein so enormes Charisma, dass sie den Film einfach so tragen konnten.
                                      Hier gibt es ebenfalls durchaus charismatische Charaktere, da wären beispielsweise Llewely, Ed Tom und Carson.
                                      Auch diese drei Charaktere besitzen Tiefe und Charisma, sind für mich aber leider relativ unnahbar.
                                      So wurde ich mit keinen der drei wirklich warm und konnte auch keinen der drei so recht interpretieren.
                                      Die Motive und Gedanken werden für mich immer viel zu spät klar, so dass man ihnen immer nur im Nachhinein folgen kann und sie nicht in der Szenerie nachvollziehen kann.
                                      Damit meine ich nicht, dass man nicht versteht, was sie dort machen, das tut man nämlich sehr wohl, aber leider fehlt immer das letzte Stück der Nachvollziehbarkeit, das True Grit noch hatte.
                                      Das wäre aber gar nicht so ein großes Problem, das wäre Nörgeln auf ganz hohem Niveau, viel drastischer sind für mich die Konsequenzen, die sich daraus ergeben.
                                      So entstehen dadurch für mich teilweise viel zu langatmige Szenen, bei denen sich einfach keine Faszination entwickeln lässt.
                                      Der für mich einzig komplett runde und hoch tiefgründige Charakter ist hier Anton, dieser ist gleichzeitig für mich einer der grandiosesten Filmcharaktere überhaupt. Bösewichte sind oftmals differenziert, aber fast nie in einem solchen Ausmaß.
                                      Anton wird so differenziert auf seine Prinzipien untersucht, dass er schon gar kein Bösewicht mehr ist, er wird mit den vermeintlichen "Helden" gleichgestellt und das halte ich schlichtweg für grandios.
                                      Javier Bardem´s Schauspiel wirkt dabei auf mich so eindrucksvoll, dass man ihm die Rolle komplett abkauft und in den Szenen, in denen er in den Vordergrund rückt, an nichts anderes denken kann.
                                      Um auf den Vergleich zu True Grit zurück zu kommen: Dieser wird von drei zentralen Charakteren getragen und geht circa 110 Minuten, währenddessen No Country for Old Men von einem Charakter getragen wird und gute zehn Minuten länger geht.
                                      Anton gelingt es auch, den Film über weite Strecken zu tragen, aber eben nicht über die komplette Lauflänge hinweg, so gibt es immer wieder Sequenzen, die auf mich recht gehaltlos wirken, bei denen mich einfach nichts in Faszination versetzen kann.
                                      Das bedeutet nicht, dass der Streifen keine anderen Stärken hat als Anton, da wären nämlich noch die meiner Meinung nach sehr gelungenen Dialoge und die tolle Kameraführung.
                                      In Bezug auf die Atmosphäre bin ich recht gespalten, denn teilweise kam mir diese sehr dicht vor, an diesen Stellen zog sie mich regelrecht in ihren Bann, dann gibt es aber auch wieder Stellen, wo die Atmosphäre meiner Meinung nach nicht ganz gehalten werden kann.
                                      Teilweise schaffen es die Coens auch noch Spannung bei mir zu erzeugen, aber diese hält leider nie wirklich lange an, sondern geht nach ein paar Minuten wieder verloren und bleibt dann lange fern.
                                      Insgesamt betrachtet schafft es No Country for Old Men für mich einfach nicht seine teilweise extrem hohe Qualität über die komplette Lauflänge zu halten.
                                      Das ändert jedoch nichts daran, dass es sich hierbei in meinen Augen um einen gelungenen Film handelt, denn auch wenn meine Review eher kritisch wirkt, bleibt am Ende trotz einer kleinen Ernüchterung ein positives Gesamtbild.
                                      Der Streifen lebt für mich von seinem Bösewicht, der eigentlich gar keiner mehr ist, und von seinen gelungenen Dialogen.

                                      Unterm Strich betrachtet ist No Country for Old Men in meinen Augen also ein solider Film, der für mich zwar nicht das Meisterwerk ist, welches ich erwartet habe, aber noch immer ein relativ gelungener Streifen ist.

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                                      • 9 .5
                                        Martin Canine 18.03.2015, 12:41 Geändert 18.03.2015, 12:42

                                        (leichte SPOILER)

                                        Ich liebe es, wenn die Coen-Brüder Thriller drehen. Ich liebe ihre Filme generell, aber ihre Thriller haben nochmal etwas ganz Besonderes. Da sie sie mit derselben Art von Skurrilität erzählen wie ihre Komödien, nur eben auch mit der gewissen Ernsthaftigkeit und Spannung, die dieses Genre erfordert.
                                        Man nehme z.B. 'Fargo'. Ein Film, der uns in die eisigen Hinterlandschaften North Dakotas führt, und uns mit Leuten konfrontiert, die zu blöd sind, um eine Scheinentführung durchzuführen, was in Ketten sinnloser Gewalt endet. Es sind unbestreitbar merkwürdige Gestalten, aber das Ganze hat doch eine Menge echten Thrill, allerdings eben auf coensche Art und Weise.

                                        "No Country for Old Men" pustet diesen Schnee zur Gänze weg und ist in der brüllenden Hitze texanischen Ödlandes angesiedelt oder besser gesagt einer bizarren Gegend irgendwo zwischen Zivilisation und Wildnis.
                                        Inmitten dieser Ödnis ist Anton Chigurh mit seinem Schlachtschussapparat. Bar jeder Logik. Er ist einfach da. Und hat mal schnell ein paar Leichen und einen Koffer voller Geld dagelassen. Ein weiterer Mann, Llewlyn Moss, stolpert zufällig über besagte Überbleibsel und - da Gelegenheit ja Diebe macht - schnappt sich das Geld und macht sich daher zum Ziel für den gerade aus der U-Haft entkommenen Killer. Ein dritter Mann, Sheriff Ed Tom Bell, ist auf Chigurhs Fersen und hat allmählich die Schnauze voll von all diesen gewalttätigen Verbrechen, die dieses Land mittlerweile hervorbringt...

                                        Diesen klassischen Kriminalthrillerplot erzählen die Coen Brüder mithilfe einer Inszenierung, die man für gewöhnlich aus dem Westernkino kennt, vor Allem vom Italowestern: Weite Landschaftsaufnahmen, eine durch Licht und Farbe vermittelte Hitze, raue Umgangsformen, die schnelle Verwendung von Schusswaffen, jede Figur hat mit ihrem baldigen Tod zu rechnen, hartgesottene, aber völlig fertige Antihelden, Geld ist wichtiger als Gefühle, so gut wie jede Figur hat Dreck am Stecken.
                                        "No Country for Old Men" kommt, für die Coen-Brüder sehr untypisch, komplett ohne musikalische Untermalung aus. Erst im Abspann vernimmt man nach einigen Sekunden Stille allmählich lauter werden Rhythmen Carter Burwells. Atmosphäre wird hier ganz groß geschrieben. Rau, wild, unfreundlich.
                                        So möchte Sheriff Bell ein schlimmes Unglück verhindern, welches eintreten würde, sobald sich Moss und Chigurh erstmal gegenüberstehen.

                                        Doch wer ist dieser Anton Chigurh eigentlich?
                                        Oberflächlich betrachtet ist er ein Auftragskiller, angeheuert vom mexikanischen Kartell, um die Konkurrenz auszuschalten. Aber so einfach ist das nicht. Chigurh ist eine allgegenwärtige Bedrohung, eine Hand des Schicksals, ein ständiger Begleiter, wie auch der Tod - jemand, der sich holt, wessen Zeit abgelaufen ist. Er funktioniert anders als andere Bürger, obwohl er alles andere als dumm oder wahllos verrückt wirkt. Eher erscheint er als eine Art Todesengel, der auf die Erde gesandt wurde, um die Seelen zu holen, die auf der Erde nicht mehr weilen sollen. Er lässt es sich nicht nehmen, mit seinen Opfern - ohne deren Wissen - um deren Leben zu spielen. Eine Laplace-Münze soll darüber entscheiden, wer bleiben darf und wer gehen muss. Von Javier Bardem (der zu diesem Zeitpunkt kaum Englisch sprach und wohl auch sonst nicht unbedingt viele Qualifikationen für diese Rolle besaß) einschneidend in all seiner Erbarmungslosigkeit verkörpert wird Chigurh zu einer Jahrhundertfigur.

                                        Wie kann in einer Welt, in der man ständig vom möglichen Tod umringt ist, ständig um ein grausiges Ende bangen muss, als mitfühlender, zartbesaiteter und schwächlicher Bürger überleben? Llewlyn Moss geht recht erfolglos auf die Jagd, und auch sonst scheint er an der Anwendung von Gewalt nicht allzu viel Reizvolles zu finden, und geht daher auch ungeschickt bei selbiger vor.
                                        Leider ist er zur richtigen Zeit am falschen Ort, und trifft die falsche Entscheidung. Zweimal. Einmal, als er den Koffer mitnahm, und einmal, als er zurückkam, um den letzten Überlebenden zu helfen. Die Grenze von Texas und Mexiko ist undankbar und hart. Später bietet der schwerst verletzte Moss einem Jugendlichen 500 Dollar für dessen Jacke an. "Ich will zuerst das Geld in meinen Händen halten." Dann wird zwar die Jacke übergeben, doch als Moss auch um das Bier eines seiner Kumpel bittet, erwidert dieser nur: "Wieviel?"
                                        Es ist eine raue Welt. Niemand schenkt jemandem ein nettes Wort oder eine freundliche Geste... oder?
                                        Nach der eigentlichen Story wird ausgerechnet Chigurh noch in einen Autounfall verwickelt, bei dem er sich den Arm bricht.
                                        Zwei Jugendliche kommen an und fragen ihn, ob es ihm gut ginge.
                                        "Wieviel für deine Jacke?" fragt er, um sich mit dieser den Arm abzubinden. "Die geb ich Ihnen so."
                                        Liegt unter all diesem Dreck doch etwas an Güte versteckt?

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                                          inceptionfan 17.02.2015, 11:14 Geändert 17.02.2015, 13:42

                                          "No Country for Old Men" hat meine recht hohen Erwartungen schon erfüllt, aber es ist dennoch kein Film, den ich so schnell wieder sehen möchte. Auf alle Fälle ist es ein Film, auf den man von Anfang an Lust haben muss und auf dessen langsame Erzählweise man sich einlassen können muss, denn ansonsten wird man sich an "No Country for Old Men" wahrscheinlich die Zähne ausbeißen. Vor allem finde ich fragwürdig, dass der Film teilweise (darunter auch auf dem Blu Ray-Cover) als "Actionthriller" bezeichnet wird, was in meinen Augen nicht im Ansatz zutrifft, denn der Film spezialisiert sich nun bei weitem nicht nur auf die Action. "No Country for Old Men" ist viel mehr ein Mix aus Western und sehr brachialem Thriller. Der Cast ist hier der absolute Spitzenklasse! Besonders hervorzuheben sind hier Tommy Lee Jones, Josh Brolin, Woody Harrelson mit seinem kurzen, aber genialen Gastauftritt und sogar Kelly MacDonald aus "Boardwalk Empire" überzeugt hier trotz ewig gleichem Gesichtsausdruck. Allen voran muss man aber natürlich Javier Bardem loben, der hier den Wahnsinn in Person verkörpert und endlich mal wieder einen Killer spielt, vor dem man mehr als nur Respekt hat. Handwerklich ist der Film auch außerordentlich gut gemacht, fängt tolle Bilder ein und baut eine einzigartige Atmosphäre auf. Bemerkenswert ist hier vor allem, dass der Film in jedem Moment auch ohne Soundtrack funktioniert. Davon sollten sich andere Filmemacher mal eine Scheibe abschneiden! "No Country for Old Men" ist extrem stark geschrieben, überhaupt nicht vorhersehbar, hat teils großartige Dialoge, ist in vielen Momenten unglaublich intensiv und spannend und ist auch in Hinblick auf die Gewalt so schonungslos, dass man als Zuschauer die Schmerzen regelrecht spüren kann. Ich muss aber leider auch sagen, dass der Film doch ein paar Minuten zu lang ist, denn besonders in der zweiten Filmhälfte gibt es einige Momente, in denen die Spannungskurve etwas abfällt und in denen der Film dann noch anstrengender wird. Erst das brilliante Ende hat mich dann wieder richtig begeistern können.
                                          Fazit: "No Country for Old Men" dürfte nicht jedem gefallen, ist aber ein absolut starker Film, den man durchaus gesehen haben sollte!

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                                            Ein Film der bei den Oscars zurecht abgeräumt hat. Düster, brachial und mit starken Darstellern. Javier Bardem spielt hervorragend und ist hiermit in Hollywood angekommen. Seine Darstellung hier ist wirklich Kultverdächtig, blieb mir im Nachgang immer im Kopf. Josh Brolin als Gegenpart ebenfalls überzeugend. Starker Film.

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                                              Film Noir in seiner Vollendung - grandioses Werk!
                                              1 Punkt Abzug für die Nebendarsteller die durchaus Schwächen zeigen

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                                                Sehr gelungene Hetzjagd mit einem GRANDIOSEN (!) Darsteller-Ensemble.
                                                Vor Bardems Schauspiel muss man schon fast Angst haben. Im positiven Sinne!

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                                                  Wer große Erklärungen erwartet oder fein zuende gesponnene Handlungsstränge, wird enttäuscht sein. Das ist auch einer der wenigen Kritikpunkte - gegen Ende hin zerfasert die Story zusehends und löst sich fast auf, Protagonisten sterben unvermittelt, der anfangs sehr gradlinige Erzählfluss verliert sich im Nichts . Genau das ist zwar Kalkül, macht es aber nicht wirklich besser. Aber die Story ist hier auch nicht der Mittelpunkt - No Country for Old Men lebt von der Stimmung, den Figuren, der Atmosphäre, grandios in Szene gesetzt. Großes Kino.

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                                                    oliver.roth.5059 19.12.2014, 16:03 Geändert 19.12.2014, 20:56

                                                    Phantastische Verfilmung des Buches von Cormac McCarthy von den Coen-Brüdern. Ein blutiger, episch photographierter Drogenthriller in McCarthys " Wohnzimmer", der ausgedörrten texanisch-mexikanischen Grenze. Genauso trocken ist auch der Film, angenehm langsam erzählt, keine hektischen Schnitte, minutenlange Schießereien, jedwedes Pathos oder dergleichen. Der Tod ist hier schnell, unvermittelt und vollkommen emotionslos.Gerade dies macht die Wucht aus, die den Zuschauer so trifft. Auch Tommy Lee Jones´ großartiges, zurückgenommenes Schauspiel als amtsmüder, ausgezehrter Sheriff Bell am Ende seines Weges, in einem aussichtslosen Kampf gegen eine neue Generation von Gangstern, deren Ausmaß und Intensität an Verbrechen er nicht mehr verstehen kann und will, und Hauptdarsteller Josh Brolin in der Rolle des Ex-Vietnam-Veterans Moss, der den größten Fehler seines Lebens begeht, überzeugen zu jeder Zeit. Die eigentlich tragende Kraft des Films ist jedoch der lakonische Killer Anton Chigurh, ( Javier Bardem ), der sich an Moss´ Fersen heftet und vor dem es kein Entrinnen gibt. Der Film wirkt selbst unter der strahlend flirrenden texanischen Wüstensonne düster und fatalistisch. Der unfassbar bedrohlich aufspielende Bardem dürfte sich spätestens hiermit seine Platz im Schauspiel-Olymp gesichert haben ( den Oscar hat er ja bereits zu Recht erhalten ) und die Figur Anton Chigurh gilt bereits jetzt als einer der angsteinflößendsten Bösewichte aller Zeiten. Großes Kino!

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