No Country for Old Men - Kritik

US 2007 Laufzeit 122 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Thriller, Drama, Western, Kinostart 28.02.2008

  • 3
    Fanto 30.07.2015, 05:09 Geändert 30.07.2015, 05:10

    Ich muss ganz ehrlich sagen: Als erstes dachte ich, dass das ein super spannender Thriller ist und sicher auch ein super Ende hat, aber genau dieses Ende enttäuscht m.M.n total! Ab der Hälfte ca. geht es steil bergab und der Schluss ist der letzte Mist. Ich kann ja verstehen, wenn man was offen lässt, aber so...
    Es ist so, als ob der Film mittendrin auf einmal zu ende ist und jemand vergessen hat, die 2. DVD einzulegen. Einfach richtig schwach, zumal ich das Ende auch mit am wichtigsten finde. Bringt ja nichts, wenn der Film erst super anfängt und dann immer schlechter wird. Dann lieber andersrum.

    3 Sterne für eine guten Anfang.
    Ein Film, den ich bestimmt nicht noch einmal sehen werde.

    • 10

      Ein perfekter Film.

      • 9 .5

        Wieder einmal ein schönes Beispiel dafür, wie es ein Schauspieler hinbekommt, dass die Gänsehaut auf dem Rücken einen Steptanz aufführt. Danke, Herr Bardem. ,-)

        • 8

          ^^
          Bardem...
          geistesgestörter Typ.

          Was soll man sagen...
          Kranker Film.
          Hart, ohne viel drumherum Gerede.
          Ich hasse Spoilern, daher halt mich zurück.
          Aber die Wendung des Hauptdarstellers hats mir besonders angetan ^^
          I was shocked. :)
          Genau deshalb fand ich den Film aber sehr gelungen.
          Javier wahrscheinlich in einer seiner best gespieltesten Rollen.

          Sehr gute 8/10 Punkte

          2
          • 10

            Ein Katz und Maus spiel, nur das hier die schlaue, aber brutale Katze noch von einem sich an die Regeln haltenden Hund verfolgt wird. Die Katze hält sich weniger an die Regeln, aber versucht mal so einem Vieh so was beizubringen. Die Maus kapiert alles wie immer etwas spät, ob sie sich aus dem Staub machen kann werden werden wir noch sehen...
            Düsterer, knallharter Thriller. Musik braucht man, hier aber nicht. Grandioses Meisterwerk mit einem unglaublichen Ende. Mein Lieblingsfilm von den Coens
            Spoiler:
            Am allerallerallerbesten ist, dass wenn Moss stirbt (ist immerhin bis jetzt der Hauptcharakter) nur eine Sekunde gezeigt wird und es dann einfach weitergeht... ich kann das schlecht beschreiben, aber als man ihn da tot liegen sah, nur einer von vielen - so etwas habe ich noch nie gesehen.

            8
            • 6

              Solider Thriller mit enttäuschendem Ende...
              Ganz große schauspielerische Leistung von Javier Bardem

              1
              • 10

                Ganz großes Kino!

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                • 6

                  Wegen der positiven Kommentare habe ich mir den Film jetzt erstmals und mit freudiger Erwartung angesehen. Dass er brutal sein würde, war zu erwarten. Ich empfand ihn über weite Strecken auch als interessant und spannend. Der letzte Teil war nach meinem Empfinden allerdings eher schwach. Es ging alles so schnell, dass ich Mühe hatte mitzubekommen, wer denn nun noch getötet worden war. Und auch die letzten Szenen mit dem Killer waren für mich auch schwer einzuordnen. Insgesamt war ich eher enttäuscht, weil ich mehr Schlüssigkeit in der Handlung (bis zum Schluss) erwartet hätte.

                  (Spoilerwarnung) Dass das Ende nicht gut ist und fast alles tot sind, die man vorher eher der (mehr oder weniger) guten Seite zugeordnet hatte, ist bei einem solchen Film nicht besonders schlimm. Aber ich hatte am Schluss große Mühe mitzukommen. Vorher wurde die Handlung so breit erzählt, aber plötzlich ging gegen Ebde alles so schnell, dass mir z.B. nicht klar war, dass Moss auch getötet wurde. Dann war die Beerdigung seiner Schwiegermutter; gleich darauf musste seine Frau sterben. Und schließlich dieser anscheinend zufällige Autounfall von Chigurh, nach dem er einem Jungen das Hemd abkauft, um den offenen Armbruch zu versorgen. Das alles wirkte auf mich, als sei das Geld ausgegangen und der Film musste dann sehr schnell zu Ende sein.

                  • 9 .5

                    Dieser Film regt, durch seine brutalität und das es kein happy end gibt, zum nachdenken an.. Vor allem das Ende ist unerwartend und schokierend..
                    Starke Darsteller mit starker Kameraführung dazu kommt, dass es keine Musik im Film gibt
                    Alles zusammen ergibt ein Meisterwerk, dass mich bis zum Schluss gefesselt hat

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                    • 9 .5

                      Wirklich meisterhaft Regieleistung der Cohen-Brüder! Meisterhafte darbietung von Bardem und auch von Brolin. Umwerfend, bildgewaltig, spannend, rabenschwarzer Humor und brutal! GENIAL

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                      • 10

                        "Wenn ich nicht zurück komme, sag' Mutter, ich liebe sie!" - "Deine Mutter ist tot!" - "Na, dann sag ich's ihr selbst."
                        -- Llewelyn Moss (Josh Brolin)

                        Ich liebe den schwarzen Humor der Coen-Brüder. Dazu noch ein genialer Javier Bardem, in seiner besten Rolle! Die Figur des Auftragskillers "Anton Chigurh" spielt er beängstigend gut!

                        Sehr atmosphärisch, spannend und einfach anders!

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                        • 6 .5
                          Troublemaker69 05.04.2015, 20:55 Geändert 11.07.2015, 14:03

                          Ich hatte extrem hohe Erwartungen an No Country for Old Men.
                          Bis zur Sichtung des Filmes habe ich drei Filme der Coens gesichtet.
                          Als erstes wäre da "The Big Lebowski", der in meinen Augen absolut grandios ist. Danach folgte der starke "Burn after Reading" und dann wäre da noch der für mich sehr gelungene "True Grit".
                          Dementsprechend habe ich mich sehr auf diesen Film hier gefreut, wurde dann aber leider teilweise ein wenig enttäuscht.

                          Vom Aufbau her gleicht sich No Country for Old Men nahezu mit True Grit. Beide besitzen eine solide Story, die von starken Charakteren getragen werden.
                          True Grit lebt von dem Marshal, Mattie Ross und Tom Chaney, diese drei Charaktere hatten ein so enormes Charisma, dass sie den Film einfach so tragen konnten.
                          Hier gibt es ebenfalls durchaus charismatische Charaktere, da wären beispielsweise Llewely, Ed Tom und Carson.
                          Auch diese drei Charaktere besitzen Tiefe und Charisma, sind für mich aber leider relativ unnahbar.
                          So wurde ich mit keinen der drei wirklich warm und konnte auch keinen der drei so recht interpretieren.
                          Die Motive und Gedanken werden für mich immer viel zu spät klar, so dass man ihnen immer nur im Nachhinein folgen kann und sie nicht in der Szenerie nachvollziehen kann.
                          Damit meine ich nicht, dass man nicht versteht, was sie dort machen, das tut man nämlich sehr wohl, aber leider fehlt immer das letzte Stück der Nachvollziehbarkeit, das True Grit noch hatte.
                          Das wäre aber gar nicht so ein großes Problem, das wäre Nörgeln auf ganz hohem Niveau, viel drastischer sind für mich die Konsequenzen, die sich daraus ergeben.
                          So entstehen dadurch für mich teilweise viel zu langatmige Szenen, bei denen sich einfach keine Faszination entwickeln lässt.
                          Der für mich einzig komplett runde und hoch tiefgründige Charakter ist hier Anton, dieser ist gleichzeitig für mich einer der grandiosesten Filmcharaktere überhaupt. Bösewichte sind oftmals differenziert, aber fast nie in einem solchen Ausmaß.
                          Anton wird so differenziert auf seine Prinzipien untersucht, dass er schon gar kein Bösewicht mehr ist, er wird mit den vermeintlichen "Helden" gleichgestellt und das halte ich schlichtweg für grandios.
                          Javier Bardem´s Schauspiel wirkt dabei auf mich so eindrucksvoll, dass man ihm die Rolle komplett abkauft und in den Szenen, in denen er in den Vordergrund rückt, an nichts anderes denken kann.
                          Um auf den Vergleich zu True Grit zurück zu kommen: Dieser wird von drei zentralen Charakteren getragen und geht circa 110 Minuten, währenddessen No Country for Old Men von einem Charakter getragen wird und gute zehn Minuten länger geht.
                          Anton gelingt es auch, den Film über weite Strecken zu tragen, aber eben nicht über die komplette Lauflänge hinweg, so gibt es immer wieder Sequenzen, die auf mich recht gehaltlos wirken, bei denen mich einfach nichts in Faszination versetzen kann.
                          Das bedeutet nicht, dass der Streifen keine anderen Stärken hat als Anton, da wären nämlich noch die meiner Meinung nach sehr gelungenen Dialoge und die tolle Kameraführung.
                          In Bezug auf die Atmosphäre bin ich recht gespalten, denn teilweise kam mir diese sehr dicht vor, an diesen Stellen zog sie mich regelrecht in ihren Bann, dann gibt es aber auch wieder Stellen, wo die Atmosphäre meiner Meinung nach nicht ganz gehalten werden kann.
                          Teilweise schaffen es die Coens auch noch Spannung bei mir zu erzeugen, aber diese hält leider nie wirklich lange an, sondern geht nach ein paar Minuten wieder verloren und bleibt dann lange fern.
                          Insgesamt betrachtet schafft es No Country for Old Men für mich einfach nicht seine teilweise extrem hohe Qualität über die komplette Lauflänge zu halten.
                          Das ändert jedoch nichts daran, dass es sich hierbei in meinen Augen um einen gelungenen Film handelt, denn auch wenn meine Review eher kritisch wirkt, bleibt am Ende trotz einer kleinen Ernüchterung ein positives Gesamtbild.
                          Der Streifen lebt für mich von seinem Bösewicht, der eigentlich gar keiner mehr ist, und von seinen gelungenen Dialogen.

                          Unterm Strich betrachtet ist No Country for Old Men in meinen Augen also ein solider Film, der für mich zwar nicht das Meisterwerk ist, welches ich erwartet habe, aber noch immer ein relativ gelungener Streifen ist.

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                          • 9 .5
                            Martin Canine 18.03.2015, 12:41 Geändert 18.03.2015, 12:42

                            (leichte SPOILER)

                            Ich liebe es, wenn die Coen-Brüder Thriller drehen. Ich liebe ihre Filme generell, aber ihre Thriller haben nochmal etwas ganz Besonderes. Da sie sie mit derselben Art von Skurrilität erzählen wie ihre Komödien, nur eben auch mit der gewissen Ernsthaftigkeit und Spannung, die dieses Genre erfordert.
                            Man nehme z.B. 'Fargo'. Ein Film, der uns in die eisigen Hinterlandschaften North Dakotas führt, und uns mit Leuten konfrontiert, die zu blöd sind, um eine Scheinentführung durchzuführen, was in Ketten sinnloser Gewalt endet. Es sind unbestreitbar merkwürdige Gestalten, aber das Ganze hat doch eine Menge echten Thrill, allerdings eben auf coensche Art und Weise.

                            "No Country for Old Men" pustet diesen Schnee zur Gänze weg und ist in der brüllenden Hitze texanischen Ödlandes angesiedelt oder besser gesagt einer bizarren Gegend irgendwo zwischen Zivilisation und Wildnis.
                            Inmitten dieser Ödnis ist Anton Chigurh mit seinem Schlachtschussapparat. Bar jeder Logik. Er ist einfach da. Und hat mal schnell ein paar Leichen und einen Koffer voller Geld dagelassen. Ein weiterer Mann, Llewlyn Moss, stolpert zufällig über besagte Überbleibsel und - da Gelegenheit ja Diebe macht - schnappt sich das Geld und macht sich daher zum Ziel für den gerade aus der U-Haft entkommenen Killer. Ein dritter Mann, Sheriff Ed Tom Bell, ist auf Chigurhs Fersen und hat allmählich die Schnauze voll von all diesen gewalttätigen Verbrechen, die dieses Land mittlerweile hervorbringt...

                            Diesen klassischen Kriminalthrillerplot erzählen die Coen Brüder mithilfe einer Inszenierung, die man für gewöhnlich aus dem Westernkino kennt, vor Allem vom Italowestern: Weite Landschaftsaufnahmen, eine durch Licht und Farbe vermittelte Hitze, raue Umgangsformen, die schnelle Verwendung von Schusswaffen, jede Figur hat mit ihrem baldigen Tod zu rechnen, hartgesottene, aber völlig fertige Antihelden, Geld ist wichtiger als Gefühle, so gut wie jede Figur hat Dreck am Stecken.
                            "No Country for Old Men" kommt, für die Coen-Brüder sehr untypisch, komplett ohne musikalische Untermalung aus. Erst im Abspann vernimmt man nach einigen Sekunden Stille allmählich lauter werden Rhythmen Carter Burwells. Atmosphäre wird hier ganz groß geschrieben. Rau, wild, unfreundlich.
                            So möchte Sheriff Bell ein schlimmes Unglück verhindern, welches eintreten würde, sobald sich Moss und Chigurh erstmal gegenüberstehen.

                            Doch wer ist dieser Anton Chigurh eigentlich?
                            Oberflächlich betrachtet ist er ein Auftragskiller, angeheuert vom mexikanischen Kartell, um die Konkurrenz auszuschalten. Aber so einfach ist das nicht. Chigurh ist eine allgegenwärtige Bedrohung, eine Hand des Schicksals, ein ständiger Begleiter, wie auch der Tod - jemand, der sich holt, wessen Zeit abgelaufen ist. Er funktioniert anders als andere Bürger, obwohl er alles andere als dumm oder wahllos verrückt wirkt. Eher erscheint er als eine Art Todesengel, der auf die Erde gesandt wurde, um die Seelen zu holen, die auf der Erde nicht mehr weilen sollen. Er lässt es sich nicht nehmen, mit seinen Opfern - ohne deren Wissen - um deren Leben zu spielen. Eine Laplace-Münze soll darüber entscheiden, wer bleiben darf und wer gehen muss. Von Javier Bardem (der zu diesem Zeitpunkt kaum Englisch sprach und wohl auch sonst nicht unbedingt viele Qualifikationen für diese Rolle besaß) einschneidend in all seiner Erbarmungslosigkeit verkörpert wird Chigurh zu einer Jahrhundertfigur.

                            Wie kann in einer Welt, in der man ständig vom möglichen Tod umringt ist, ständig um ein grausiges Ende bangen muss, als mitfühlender, zartbesaiteter und schwächlicher Bürger überleben? Llewlyn Moss geht recht erfolglos auf die Jagd, und auch sonst scheint er an der Anwendung von Gewalt nicht allzu viel Reizvolles zu finden, und geht daher auch ungeschickt bei selbiger vor.
                            Leider ist er zur richtigen Zeit am falschen Ort, und trifft die falsche Entscheidung. Zweimal. Einmal, als er den Koffer mitnahm, und einmal, als er zurückkam, um den letzten Überlebenden zu helfen. Die Grenze von Texas und Mexiko ist undankbar und hart. Später bietet der schwerst verletzte Moss einem Jugendlichen 500 Dollar für dessen Jacke an. "Ich will zuerst das Geld in meinen Händen halten." Dann wird zwar die Jacke übergeben, doch als Moss auch um das Bier eines seiner Kumpel bittet, erwidert dieser nur: "Wieviel?"
                            Es ist eine raue Welt. Niemand schenkt jemandem ein nettes Wort oder eine freundliche Geste... oder?
                            Nach der eigentlichen Story wird ausgerechnet Chigurh noch in einen Autounfall verwickelt, bei dem er sich den Arm bricht.
                            Zwei Jugendliche kommen an und fragen ihn, ob es ihm gut ginge.
                            "Wieviel für deine Jacke?" fragt er, um sich mit dieser den Arm abzubinden. "Die geb ich Ihnen so."
                            Liegt unter all diesem Dreck doch etwas an Güte versteckt?

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                            • 8
                              inceptionfan 17.02.2015, 11:14 Geändert 17.02.2015, 13:42

                              "No Country for Old Men" hat meine recht hohen Erwartungen schon erfüllt, aber es ist dennoch kein Film, den ich so schnell wieder sehen möchte. Auf alle Fälle ist es ein Film, auf den man von Anfang an Lust haben muss und auf dessen langsame Erzählweise man sich einlassen können muss, denn ansonsten wird man sich an "No Country for Old Men" wahrscheinlich die Zähne ausbeißen. Vor allem finde ich fragwürdig, dass der Film teilweise (darunter auch auf dem Blu Ray-Cover) als "Actionthriller" bezeichnet wird, was in meinen Augen nicht im Ansatz zutrifft, denn der Film spezialisiert sich nun bei weitem nicht nur auf die Action. "No Country for Old Men" ist viel mehr ein Mix aus Western und sehr brachialem Thriller. Der Cast ist hier der absolute Spitzenklasse! Besonders hervorzuheben sind hier Tommy Lee Jones, Josh Brolin, Woody Harrelson mit seinem kurzen, aber genialen Gastauftritt und sogar Kelly MacDonald aus "Boardwalk Empire" überzeugt hier trotz ewig gleichem Gesichtsausdruck. Allen voran muss man aber natürlich Javier Bardem loben, der hier den Wahnsinn in Person verkörpert und endlich mal wieder einen Killer spielt, vor dem man mehr als nur Respekt hat. Handwerklich ist der Film auch außerordentlich gut gemacht, fängt tolle Bilder ein und baut eine einzigartige Atmosphäre auf. Bemerkenswert ist hier vor allem, dass der Film in jedem Moment auch ohne Soundtrack funktioniert. Davon sollten sich andere Filmemacher mal eine Scheibe abschneiden! "No Country for Old Men" ist extrem stark geschrieben, überhaupt nicht vorhersehbar, hat teils großartige Dialoge, ist in vielen Momenten unglaublich intensiv und spannend und ist auch in Hinblick auf die Gewalt so schonungslos, dass man als Zuschauer die Schmerzen regelrecht spüren kann. Ich muss aber leider auch sagen, dass der Film doch ein paar Minuten zu lang ist, denn besonders in der zweiten Filmhälfte gibt es einige Momente, in denen die Spannungskurve etwas abfällt und in denen der Film dann noch anstrengender wird. Erst das brilliante Ende hat mich dann wieder richtig begeistern können.
                              Fazit: "No Country for Old Men" dürfte nicht jedem gefallen, ist aber ein absolut starker Film, den man durchaus gesehen haben sollte!

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                              • 9

                                Ein Film der bei den Oscars zurecht abgeräumt hat. Düster, brachial und mit starken Darstellern. Javier Bardem spielt hervorragend und ist hiermit in Hollywood angekommen. Seine Darstellung hier ist wirklich Kultverdächtig, blieb mir im Nachgang immer im Kopf. Josh Brolin als Gegenpart ebenfalls überzeugend. Starker Film.

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                                • 9

                                  Film Noir in seiner Vollendung - grandioses Werk!
                                  1 Punkt Abzug für die Nebendarsteller die durchaus Schwächen zeigen

                                  • 8 .5

                                    Sehr gelungene Hetzjagd mit einem GRANDIOSEN (!) Darsteller-Ensemble.
                                    Vor Bardems Schauspiel muss man schon fast Angst haben. Im positiven Sinne!

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                                    • 9

                                      Wer große Erklärungen erwartet oder fein zuende gesponnene Handlungsstränge, wird enttäuscht sein. Das ist auch einer der wenigen Kritikpunkte - gegen Ende hin zerfasert die Story zusehends und löst sich fast auf, Protagonisten sterben unvermittelt, der anfangs sehr gradlinige Erzählfluss verliert sich im Nichts . Genau das ist zwar Kalkül, macht es aber nicht wirklich besser. Aber die Story ist hier auch nicht der Mittelpunkt - No Country for Old Men lebt von der Stimmung, den Figuren, der Atmosphäre, grandios in Szene gesetzt. Großes Kino.

                                      • 9 .5
                                        oliver.roth.5059 19.12.2014, 16:03 Geändert 19.12.2014, 20:56

                                        Phantastische Verfilmung des Buches von Cormac McCarthy von den Coen-Brüdern. Ein blutiger, episch photographierter Drogenthriller in McCarthys " Wohnzimmer", der ausgedörrten texanisch-mexikanischen Grenze. Genauso trocken ist auch der Film, angenehm langsam erzählt, keine hektischen Schnitte, minutenlange Schießereien, jedwedes Pathos oder dergleichen. Der Tod ist hier schnell, unvermittelt und vollkommen emotionslos.Gerade dies macht die Wucht aus, die den Zuschauer so trifft. Auch Tommy Lee Jones´ großartiges, zurückgenommenes Schauspiel als amtsmüder, ausgezehrter Sheriff Bell am Ende seines Weges, in einem aussichtslosen Kampf gegen eine neue Generation von Gangstern, deren Ausmaß und Intensität an Verbrechen er nicht mehr verstehen kann und will, und Hauptdarsteller Josh Brolin in der Rolle des Ex-Vietnam-Veterans Moss, der den größten Fehler seines Lebens begeht, überzeugen zu jeder Zeit. Die eigentlich tragende Kraft des Films ist jedoch der lakonische Killer Anton Chigurh, ( Javier Bardem ), der sich an Moss´ Fersen heftet und vor dem es kein Entrinnen gibt. Der Film wirkt selbst unter der strahlend flirrenden texanischen Wüstensonne düster und fatalistisch. Der unfassbar bedrohlich aufspielende Bardem dürfte sich spätestens hiermit seine Platz im Schauspiel-Olymp gesichert haben ( den Oscar hat er ja bereits zu Recht erhalten ) und die Figur Anton Chigurh gilt bereits jetzt als einer der angsteinflößendsten Bösewichte aller Zeiten. Großes Kino!

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                                        • 9

                                          Ein absolut herausragender Film.
                                          Ohne irgendeine Form von Filmmusik kommt dieser Film doch so Rhythmisch daher. Hier passt alles zusammen.
                                          Vor allem dieser unglaubliche Top-Cast, bei dem ich jedem seine Rolle voll abkaufe. Auch wenn das im Falle von Javier Bardem's Chigurh nicht wirklich ein Kompliment darstellt. Wobei genau dieser Chigurh für mich einer der einprägsamsten Filmbösewichte der letzten Jahre darstellt.
                                          Die Coen Brüder schafften es, mit diesem Film DEN Wester (wenn man den Film als solchen bezeichnen will) der letzten Jahrzehnte zu erschaffen.

                                          • 10

                                            _Reise durch das Werk der Coens

                                            STATION XII: NO COUNTRY FOR OLD MEN

                                            Stille. Die Logos der Produktionsfirmen erscheinen. Stille. Der Filmtitel erscheint. Weiße Schrift auf schwarzem Grund. Absolute Stille. Doch dann sehen wir die aufgehende Sonne im Westen Texas und Tommy Lee Jones (mit einem Blick, der mehr ausdrückt, als Worte es je könnten) beglückt den Zuschauer mit einem der besten Monologe, die es in einem Film zu bewundern gibt. Das liegt nicht nur daran, dass Bild und Stimme perfekt aufeinander abgestimmt sind. Das liegt vor allem daran, dass der Zuschauer mit ein paar Sätzen in eine Welt gezogen wird, in die er gar nicht möchte, aber dennoch drin gefangen bleibt. Der Film beginnt und endet mit einem Monolog von Jones’ Charakter Bell. Der Anfang strotzt vor Müdigkeit und Pessimismus. Ed Bell ist zu alt für das Land.
                                            Die erste Filmfigur, die wir kennenlernen, ist Anton Chigurh. Ist er der Teufel? Ist er Gottes Strafe? Ist er ein Mensch? Ist er zu alt für das Land? Javier Bardem (diese Stimme muss man sich unbedingt im Originalton anhören!) unangefochten.
                                            Die zweite Hauptfigur, die wir sehen, ist Llewyn Moss. Ein zäher Mann, der sich in dieser Welt zurechtfinden zu scheint.
                                            Diesen drei Hauptfiguren folgen wir für zwei Stunden. Kann man deshalb sagen, sie zu kennen, sobald der Abspann beginnt? Nein, wir kennen diese Menschen nicht, wissen aber zwei Sachen. Wie ihre Zukunft aussieht. Und dass sie alle jagen und gejagt werden. Nach und von der gleichen Sache: dem Leben.

                                            Technisch gesehen ist der Film die reinste Parade. Und das ist eigentlich ein kleines Wunder, da der Film auf Spielereien verzichtet. Beinahe keine Filmmusik. Beinahe keine Stilisierung der Kamera von dem anbetungswürdigen Roger Deakins. Wenn Musik und Kamera aktiv werden, dann ist das Ergebnis so passiv und hintergründig, dass es einem gar nicht wirklich auffällt. Erst wenn die Szene vorbei ist und man sich fragt, wieso man schon wieder so im Bann war, fängt man an, darüber nachzudenken und das Genie der Regie zu würdigen.
                                            Die Coens zeichnen die Charaktere schlicht und ergreifend perfekt und fügen sie noch besser in die allgemeine Stimmung des Werkes ein, sodass alles eine Einheit bildet und den Kern des Menschseins offenbart: Gier, Angst, Egoismus, Schicksal. Dabei verstehen die Brüder es grandios, stets das berüchtigte Schema F zu umgehen und immer interessant und spannend zu inszenieren. Gerade wenn man denkt, es würde Kontrolle und damit innere Ruhe in den Film zurückkehren, kommt eine Wendung und erwischt einen ganz ganz kalt. Der Begriff „stetig die Schrauben anziehen“ trifft auf diesen Film zu, wie die Faust auf’s Auge, in seinen besten Momenten (und davon gibt es hier verdammt viele) ist der Film an Spannung kaum zu übertreffen. Der reinste Terror.
                                            Dass das alles ohne Hektik, sondern im Gegenteil mit einer Ruhe sondergleichen passiert, ist beinahe nicht zu glauben.
                                            Zudem gibt es selten Filme, in denen die Regisseure durch die bloße Inszenierung so viel aussagen können, wie hier. Besonders die Charakterzeichnung des undurchsichtigen Killers gewinnt nur durch Bilder einige Informationen. Besonders beeindruckend ist dabei, dass sie es schaffen, Einzelheiten in das Gesamtkonzept einzuweben, sodass trotz der Informationsfülle ein absolut rundes Werk entsteht.

                                            NO COUNTRY FOR OLD MEN beschäftigt sich mit Gewalt, Unmenschlichkeit, dem Leben in seinen verschiedenen Phasen und dem Schicksal. Gerade durch letzteres scheinen alle Charaktere zum Scheitern verurteilt zu sein, weil sie ganz einfach nicht alles kontrollieren können. Auch Chigurh nicht (und das ist überraschend und erleichternd).
                                            Der Film beginnt und endet mit einem Monolog von Jones’ Charakter Bell. Das Ende strotzt vor Erleichterung. Balsam für den Zuschauer, nachdem er zwei Stunden in einer Welt gefangen war, die an Pessimismus und Zynismus kaum zu überbieten ist. Und so schaffen die Coens das, was ich mit am beeindruckendsten an ihnen finde. Sie schaffen es große Gefühle ohne Sentimentalität zu wecken. Und so wirkt Bells Frau am Ende dadurch, dass sie Vertrauen und Zuneigung ausstrahlt, wie das schönste Wesen, das es auf der Welt gibt.
                                            An diesem Film gibt es wirklich rein gar nichts, was ich auszusetzen hätte und noch weniger, was mich beim Schauen dieses Filmes nicht beeindruckt. Dieser Film ist so anders und so großartig, dass er noch lange überdauern wird. Stets mit seinem Ruf und stets mit Recht.

                                            Der nächste Halt dieser Reise ist nahe der russischen Botschaft, mit ganz viel geheimen Geheimdienstscheiß.
                                            Nächste Station: BURN AFTER READING

                                            _Smooli

                                            Vorherige Station: http://www.moviepilot.de/movies/the-ladykillers/comments/1056266
                                            Nächste Station: http://www.moviepilot.de/movies/burn-after-reading-wer-verbrennt-sich-hier-die-finger/comments/1057516

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                                            • 7 .5

                                              Meine Bestnote erhält dieser Film nicht, weil die Botschaft mir nicht rüberkommt und der Schluss spottet jeder Gesellschaft..okay grandiose 2 Schauspieler...aber ein Soundtrack fehlt total...Logische Widersprüche hat er auch..und die Komik von Tommy Lee Jones ist fehl am Platze...aber eins hat er-er ist spannend.

                                              • 6

                                                Die Bewertung des Filmes erscheint unmöglich, da er streng genommen nicht in klassische Filmkategorien passt.

                                                Der folgende Text stellt wohl mehr das Angebot für einen Deutungsschlüssel für den Film dar und weniger eine beherzte Kritik im eigentlichen Sinne.

                                                Nicht umsonst wird das filmische Schaffen der Coen Brüder von vielen Beobachtern als "postmodern" eingestuft. Hierbei sind wohl die gängigen und allgemeinen Qualitäten des Postmodernismus gemeint, die nach einer einfachen Deutung mit z.B. Derrida oder Lyotard folgendermassen hergeleitet werden könnten: Es gibt keine großen Geschichten mehr (Lyotard) und es gibt im eigentliche Sinne keine Identität (Derrida).

                                                Viele Kommentare und Kritiken zum Film stellen richtigerweise fest, dass der Film in keine "klassische" oder "moderne" Filmkategorie so richtig passt. Das will er auch nicht. Postmodernes Kino wird sich der Kategorisierung entziehen wollen und dementsprechend wird es keine Geschiche im eigentlich Sinne erzählen.

                                                Bei no country for old men gibt es ledeglich drei größere Identitässtränge- drei mögliche vollkommen individuelle Stimmen, Narrationen oder in Kinosprache "Plots" (das sind die drei Stränge von Shigurh, Moss und Bell) die mehr oder weniger parallel existieren, vor sich hin leben und eben den Gesetzen und Regeln folgen, in denen diese drei Identitäten gefangen sind bzw. durch diese sie erst zur Identität werden. Die Schicksaale dieser drei Identitäten können sich natürlich kreuzen, begegnen oder teilwiese verweben, müssen sie aber nicht. Aufgrund vollkommen zufälliger Ereignisse (Drogendealblutbad in Wüste zu Beginn des Filmes) werden alle drei Figuren mehr oder weniger zufällig in einen Ereignisstrang verwoben.

                                                Es gibt keine höhergelagerte Ordnung, nur Zufälle und Kollisionen von vollkommen unterschiedlichen Regel- und Gesetzeswelten. Begegnung und Kontakt der im Film gezeigten Identitäten entstehen vor allem durch den Konflikt differenter Gesetzes- und Regelgefüge: Moss (Brolin) klaut Drogengeld und verstösst damit gegen die Gesetze von Shigurh (Bardem). Shigurh (Bardem) mordet rum auf seiner Suche nach dem Geld und verstösst damit gegen geltendes Strafrecht/US Gesetze und damit gegen Bell(Jones) usw. Dieses Motiv sieht man meiner Meinung nach auch in dem Jagdmotiv, das oft im Film "zitiert" wird und gefunden werden kann...

                                                Alle Figuren sind somit tragische Figuren, da sie sich in einem Kreislauf von Aktio/Reaktio, bezüglich des Erhaltes ihrer Gesetze und Regeln, befinden. Alleine durch Ihre unterschiedlichen Regelsysteme jedoch können die Figuren ihre Identität erst stiften bzw. entwicklen (Kontinuität)- verfolgen so zu sagen das, wovon sie überzeugt scheinen. Im ewigen Spiel der differenten Gesetze und Regelsysteme pendeln
                                                die Figuren bei der Umsetzng ihrer Überzeugungen und Ziele. Dabei scheint es vollkommen irrelevant, ob die Ziele erreicht werden können (nebenher mir auch nicht klar ist, ob Shigurh überhaupt ein Ziel verfolgt). Viele wichtige Eckinformationen der Hauptfiguren werden daher ausgelassen. Nur eines scheint gewiss: Die ansich stärkste gedachte Gesetzeskraft (symbolIsiert durch Bell=Staat, Recht, Verfassung) ist sehr müde, überfordert und desillusioniert von der Gewalt und immer einen Schritt hinterher, das Recht nach Glück, Hoffnung und Verheißung geht nicht auf (Moss scheitert), denn das Gesetz des Stärkeren, Tabuloseren und Skrupeloseren gewinnt immer (Tyrannei durch Shigurh).

                                                Auch ist unklar, für welche Organisation Wells (Harrelson) arbeitet. Dies ist auch insofern unwichtig, da Wells wieder nur Repräsentant und ausführende Instanz eines weiteren (im Prinzip x beliebigen) Regelsystems ist. Hier auch der interessante Dialog mit Shigurh, in dem Shigurh Wells fragt (sinngemäß): Welche Regel oder Lebensregeln haben dich bis hierhin geführt und hat es sich gelohnt nach diesen Regeln zu leben?

                                                Der Film endet nicht mit einem dramaturgischen Schluß, sondern mit einem Ausklang der Erzählung/Narration/Identität von Bell. Ich denke auch hier wieder, der genaue Inhalt von Bells Traum ist vollkommen irrelevant. Die Szene hat keinen Bezug mehr zur Identität von Moss oder der Identität Shigurh. Die Identität Bell sucht ganz einfach weiter nach identitätsstiftenden Kriterien, in dem Fall ein xbeliebiger Traum.

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                                                • 10

                                                  Müsste man die Worte "filmische Perfektion" neu definieren, würde ich die Worte "NO COUNTRY FOR OLD MEN" vorschlagen.
                                                  Einen Film wie diesen, gab es noch nie zuvor. Noch nie gab es einen Film, der trotzt seine Perfektion nie unglaubwürdig wird, trotz seine Spannung und Action nie die Botschaft verliert.
                                                  Jede Kameraeinstellung, jeder Schnitt, jede Regieanweisung und jedes Zucken einer Wimper der Darsteller ist perfekt.
                                                  Die Coen-brüder schwören mit "No Country" eine Vielschichtigkeit herauf, an die nichts herankommt. Einerseits Actionfilm, andererseits Charakterstudie, einerseits Western, andererseits Zurschaustellung eines gewaltbereiten Amerika, ja einer gewaltbereiten Welt.
                                                  Javier Bardem`s Charakter repräsentiert die Depression der heutigen Zeit. Eine Gewalt die nicht mehr rational erklärbar ist und keinen Sinn mehr bietet, aber auch eine Zeit, in der die einzigen Versprechen die zählen, Gewaltversprechen sind.
                                                  Tommy Lee Jones gibt uns einen Menschen, dessen Beruf es ist gegen das Unrecht und die Gewalt zu kämpfen. Letzten Endes sind wir Tommy Lee Jones, der dasitzt und nicht mehr versteht, der in die Ferne blickt und dabei überfordert ist.
                                                  Die Coenbrüder präsentieren uns einen Mikrokosmos, der für die heutige Zeit steht und dies mit ihrer, für sie so typischen pessimistischen Grundhaltung. Hätte ein Anderer den Film gemacht, hätten wir einen stumpfsinnigen pseudo intellektuellen, schnell geschnittenen Actionthriller zu sehen bekommen. Aber in den Händen der beiden Meister, wird "No Country for Old men" zum vielleicht besten Film aller Zeiten.
                                                  Aber der Film gibt uns noch eine Botschaft. Eine Botschaft, die die Coens wohl nicht gewollt haben. Nämlich dass es sich bei den beiden Brüdern um die größten Filmemacher aller Zeiten handelt....

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                                                  • 9

                                                    Wird erst nach wiederholtem Anschauen richtig sehenswert. Beim ersten Mal fand ich ihn sehr langatmig. Doch er wird mit jedem mal besser und besser. Darsteller, Story und Setting sind einfach großartig und die Spannung in vielen Szenen beinah unerträglich.

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