Ob ihr wollt oder nicht

Ob ihr wollt oder nicht (2009), DE
Laufzeit 110 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 30.04.2009

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3.6 Kritiker
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von Ben Verbong, mit Katharina M. Schubert und Julia Maria Köhler

Als Laura (Ende 20) an Krebs erkrankt, versammelt sich ihre Familie um sie herum, um Abschied zu nehmen. Drei Wochen lang wohnen die erwachsenen Schwestern wieder im Elternhaus. Was als sentimentale Zusammenkunft geplant war, wird zur Tragikomödie, denn auch der bevorstehende Tod Lauras kann nicht verhindern, dass es unsinnige Auseinandersetzungen gibt, alte Rivalitäten wieder aufleben und elterliches Fehlverhalten genau so schmerzhaft empfunden wird wie in der Kindheit. Um ihrem Leben und ihrem Tod einen Sinn zu geben, durchbricht Laura mit einer letzten heldenhaften, provokanten Anstrengung die Fassade familiärer Rücksichten.

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Cast & Crew


Kritiken (3) — Film: Ob ihr wollt oder nicht

José Garcia: Textezumfilm

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3.0Schwach

Mit einem betont distanzierten, teilweise einfach albern-grotesken Blick lässt Regisseur Verbong die klischeehaften Figuren ebenso klischeehaft die Fassade einreißen. Bei allen Nebenhandlungen um Lauras Schwestern steuert das konstruierte Drehbuch deutlich aber auf die Kernhandlung zu: Laura möchte den Zeitpunkt ihres Todes selbst festlegen, ihrem Leben ein selbstbestimmtes Ende setzen. Die ganze Familie soll sie dabei unterstützen. Auf die Inszenierung der Schlussszene mit der Beihilfe zur Selbsttötung legt Regisseur Verbong folglich besonderen Wert. Das Zimmer, in dem Laura nun liegt, wird in ein weißes Licht getaucht. Dazu spielt leicht beruhigende Musik. So wird der Eindruck eines ganz und gar schmerzfreien und „schönen“ Todes suggeriert, der selbstbestimmte Tod zur selbstverständlichen Tat verklärt. Regisseur Ben Verbong macht keinen Hehl daraus, dass er mit dem Film für die Sterbehilfe Position bezieht: „Das ist mein Statement für jene Freiheit, von der ich spreche“, bekennt er. Über den durch einen Perspektivenwechsel leicht überwundenen Widerstand des Vaters hinaus werden in seinem Film gegen die Beihilfe zum Suizid keine Bedenken angemeldet. Ben Verbong hat es sich etwas zu leicht gemacht.

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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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7.0Sehenswert

Manche Szenen wirken ein wenig klischeehaft und vorhersehbar. Aber der großartige Cast - darunter Christiane Paul, Anna Böger und Mark Waschke - spielt locker darüber hinweg. Und am Ende bleibt wohl jedem das Lachen buchstäblich im Halse stecken. Ein kleiner Besetzungscoup gelang Verbong zudem mit Senta Berger als Mutterdrohne. Es ist schon kurios: Fünf Jahre lang stand sie als Präsidentin der Deutschen Filmakademie vor. Dabei war sie im Kino das letzte Mal in Doris Dörries "Bin ich schön?" zu erleben. Ausgerechnet jetzt, da ihre Präsidentschaft ausläuft, ist sie in ihrem ersten Kinofilm seit elf Jahren zu sehen.

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alexandra seitz: Berliner Zeitung, tip, ray ... alexandra seitz: Berliner Zeitung, tip, ray ...

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1.0Ärgerlich

Die Frage nach dem würdevollen Sterben ist eine der Wichtigsten, die sich einem Menschen im Laufe seines Lebens stellt, und "Ob ihr wollt oder nicht!" hätte ein aufrichtiger Film über diese Frage und mögliche Antworten sein können.

Stattdessen verharrt Verbongs Inszenierung sowohl ästhetisch als auch erzählerisch auf dem kreuzbiederen Niveau eines Fernsehfilms. Vor allem verärgern die realitätsfremde Darstellung der Möglichkeiten, die sich einem Todkranken bieten, und die beschönigende Zeichnung der Krankheit selbst. Schleim, Schweiß und Scheiße werden ausgespart, Ärger mit der Krankenkasse ist unbekannt, der Kampf um Schmerzbehandlung oder Hausbesuche unnötig. Laura ist offenbar privat versichert.

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Kommentare (2) — Film: Ob ihr wollt oder nicht

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dette35

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein Film über das Sterben, der dann doch ein Plädoyer für das Leben wird.
Laura entscheidet sich dafür, statt in einer anonymen Klinik dass Leiden in die Länge zu ziehen, lieber zu Hause im Kreise Ihrer Familie zu Sterben - und diese dabei sich wieder näher zu bringen, als sie es vielleicht je waren...
Ein Ensemble toller Schauspieler, mit einer tollen Senta Berger. Jedoch die Entdeckung für mich ist Julia-Maria Köhler als Toni - wirklich erfrischend.
Ein leichter Film über ein schweres Thema, absolut empfehlenswert! Mit das beste, was ich dieses Jahr gesehen habe. Hingehen - aber vergeßt die Taschentücher nicht.

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lucie

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Bewertung9.0Herausragend

Dieser Film bring auf wunderbare Weise ein Thema nahe, wovor die meisten Menschern Angst haben. Er zeigt die vielen Möglichkeiten damit umzugehen, wie man jedem Menschen, auch sich selber Würde entgegen bringt, Wünsche und Meinungen meines Nächsten respektvoll anzunehmen. Aus meiner langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit in der Sterbebegleitung, kann ich nur sagen, dass sich Familienkonflikte leider nicht immer so auflösen wie im Film. Doch es ist auf seine Weise immer gut wie es letztendlich kommt und ein gnädiges Geschenk wenn man dabei sein durfte.

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