Ohne Ende
Bez konca (1985), PL Laufzeit 108 Minuten, Drama
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Keine
von Krzysztof Kieslowski, mit Grazyna Szapolowska und Maria Pakulnis
Polen 1982 unter dem Kriegsrecht, Osteuropa im Koma, die Spätphase des Sozialismus ein Friedhofsgespenst: Das ist die Situation in Krzysztof Kieslowskis “Ohne Ende” von 1985. Im Mittelpunkt steht ein Toter – der Anwalt Antek Zyro, gerade an einem Herzanfall verstorben und nichts als ein schweigender Schatten. Um ihn herum inszeniert Kieslowski eine Welt, in der Politik, Gerechtigkeit, der Wunsch nach Freiheit und persönlichem Glück nicht auszusöhnen sind. Die letzte existenzielle Freiheit liegt im Selbstmord. Kieslowskis Parabel über ein Polen kurz vor dem Tauwetter der Geschichte ist zugleich ein Film über die condition humaine, wie er sie sieht: chancenlos, schonungslos, desillusioniert und vor allem hoffnungslos verspätet: Alle guten Geister sind schon tot. Nur in der liebenden Trauer verfängt sich ein Widerschein dessen, was fehlt. So ist Kieslowskis radikale Absage an die Politik zugleich eine orphische Hymne an die Liebe: “Die Liebe ist die einzige Lösung für das Problem der menschlichen Existenz.”
Zespół Filmowy TOR, Warschau
Handlung
Der plötzlich, an einem Herzinfarkt, verstorbene Anwalt Antoni Zyro (Jerzy Radziwiłowicz) hinterlässt, im Warschau während des Kriegszustandes, seine Frau Urszlua (Grażyna Szapołowska), den gemeinsamen Sohn Jacek (Krzysztof Krzemiński) sowie einen Mandanten, der sich, wegen Anzettelei zum Streik, vor dem Gericht verantworten muss.
Trotz seines Todes ist Antek als Erzähler und Begleiter im Film präsent.
Die junge Ehefrau, völlig überfordert mit der neuen Lage, wird von der Frau des Angeklagten Darek Stach (Artur Barciś) aufgesucht, die die Herausgabe der Strafakte ihres Mannes von ihr fordert, da sie Unterschlagung von der offiziellen Seite befürchtet. Urszula weigert sich, da sie zur Übergabe der Akten an die, die Fälle übernehmenden, Anwälte verpflichtet ist. Dennoch lenkt sie ein, zeigt der besorgten Ehefrau die Akte, und empfiehlt ihr…
Polen 1982 unter dem Kriegsrecht, Osteuropa im Koma, die Spätphase des Sozialismus ein Friedhofsgespenst: Das ist die Situation in Krzysztof Kieslowskis “Ohne Ende” von 1985. Im Mittelpunkt steht ein Toter – der Anwalt Antek Zyro, gerade an einem Herzanfall verstorben und nichts als ein schweigender Schatten. Um ihn herum inszeniert Kieslowski eine Welt, in der Politik, Gerechtigkeit, der Wunsch nach Freiheit und persönlichem Glück nicht auszusöhnen sind. Die letzte existenzielle Freiheit liegt im Selbstmord. Kieslowskis Parabel über ein Polen kurz vor dem Tauwetter der Geschichte ist zugleich ein Film über die condition humaine, wie er sie sieht: chancenlos, schonungslos, desillusioniert und vor allem hoffnungslos verspätet: Alle guten Geister sind schon tot. Nur in der liebenden Trauer verfängt sich ein Widerschein dessen, was fehlt. So ist Kieslowskis radikale Absage an die Politik zugleich eine orphische Hymne an die Liebe: “Die Liebe ist die einzige Lösung für das Problem der menschlichen Existenz.”
Zespół Filmowy TOR, Warschau
Handlung
Der plötzlich, an einem Herzinfarkt, verstorbene Anwalt Antoni Zyro (Jerzy Radziwiłowicz) hinterlässt, im Warschau während des Kriegszustandes, seine Frau Urszlua (Grażyna Szapołowska), den gemeinsamen Sohn Jacek (Krzysztof Krzemiński) sowie einen Mandanten, der sich, wegen Anzettelei zum Streik, vor dem Gericht verantworten muss.
Trotz seines Todes ist Antek als Erzähler und Begleiter im Film präsent.
Die junge Ehefrau, völlig überfordert mit der neuen Lage, wird von der Frau des Angeklagten Darek Stach (Artur Barciś) aufgesucht, die die Herausgabe der Strafakte ihres Mannes von ihr fordert, da sie Unterschlagung von der offiziellen Seite befürchtet. Urszula weigert sich, da sie zur Übergabe der Akten an die, die Fälle übernehmenden, Anwälte verpflichtet ist. Dennoch lenkt sie ein, zeigt der besorgten Ehefrau die Akte, und empfiehlt ihr den Anwalt Mieczyslaw Labrador (Aleksander Bardini), den früheren Mentor Anteks.
Dieser ist ein Anwalt der “alten Schule” und hat seit 1954 die Finger von politischen Strafsachen gelassen. Labrador und sein Referendar übernehmen den Fall. Darek muss sich nun mit zwei neuen Anwälten auseinandersetzen. Der ältere von beiden (Labrador) ist Pragmatiker und will um jeden Preis ein günstiges Urteil erreichen, sein junger Kollege hingegen möchte die Situation für eine kämpferische Auseinandersetzung mit dem System nutzen. Da es Darek “nur” um Gerechtigkeit geht, lehnt der Angeklagte beide Optionen ab und tritt in einen Hungerstreik.
Zur gleichen Zeit wird Urszulas Verzweiflung über den Verlust des Ehemannes, im Hinterfragen der gemeinsamen Vergangenheit, deutlich.
Zusammen mit einem Freund der Familie entdeckt Urszula ein rotes, handschriftliches Fragezeichen im Anwaltsverzeichnis hinter dem Namen Labrador. Sie sucht die Ehefrau des Angeklagten Stach auf, um sie zu informieren, dass sie vermutet, ihr verstorbener Mann wolle sie auf diese Weise vor der Wahl Labradors warnen.
Auf dem Weg dahin passiert ein Unfall, dessen Opfer Urszula hätte werden können, wäre ihr Wagen nicht völlig grundlos kurz vorher ausgegangen. Auch diesen “Zufall” schreibt sie ihrem toten Mann zu.
Bei Joanna Stach (Maria Pakulnis) lernt Urszula Oppositionelle kennen und engagiert sich, indem sie verbotene Schriften übersetzt. Ihre Einsamkeit versucht sie mit einer Affäre mit einem amerikanischen Touristen, der kein Wort polnisch versteht, zu überwinden.
Zuletzt sucht sie einen Hypnotiseur auf, der Antek aus ihren Gedanken vertreiben soll. Das Gegenteil passiert. Urszula scheint Antek überall wahrnehmen zu können. Um ihm letztlich ganz nahe zu sein und den eigenen, unerträglichen Verlustschmerz auszugleichen, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung. Sie bringt Jacek zu seiner Großmutter, kehrt heim, schließt sich in der Küche ein und dreht das Gas auf.
Endlich kann sie Antek im Jenseits wiederbegegnen.
Quellen und Literatur
Wach, Margarete: Krzysztof Kieślowski – Kino der moralischen Unruhe.Köln, 2000.
Maurer, Monika: Krzysztof Kieślowski. Harpenden, 2000.
Stok, Danusia: Kieślowski on Kieślowski. London, 1993.
Insdorf, Annette: Double lives, second chances: the cinema of Krzysztof Kieślowski. New York, 1999.
Krzysztof Kieślowski auf www.m_koniuszko.webpark.pl
Krzysztof Kieślowski auf www.kieslowski-cinema.de
Krzysztof Kieślowski auf www.kieslowski.de
Krzysztof Kieślowski auf www.filmpolski.pl
Krzysztof Kieślowski auf www-personal.engin.umich.edu
Krzysztof Kieślowski auf www.msz.gov.pl
Krzysztof Kieślowski auf rozmowy.onet.pl
Cast & Crew
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Krzysztof Kieslowski
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Grazyna Szapolowska
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Maria Pakulnis
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Aleksander Bardini
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Jerzy Radziwilowicz
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Michal Bajor
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Marek Kondrat
Regie
Schauspieler
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Tadeusz Bradecki
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Danny Webb
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Krzysztof Krzeminski
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Marzena Trybala
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Adam Ferency
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Elzbieta Kilarska
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Jerzy Kamas
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Hanna Dunowska
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Andrzej Szalawski
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Krzysztof Kieslowski
- Genre
- Politdrama
- Handlung
- Ehefrau, Einfluss, Gerichtsverhandlung, Herzinfarkt, Jenseits, Krieg, Liebe, Rechtsanwalt, Sterben und Tod
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Drehbuch
Filmdetails Ohne Ende
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Kommentare
Kommentar schreibenalter.native 2011/11/12 23:17:37
Kommentar löschenSehr politischer Film des großen Moralisten Kieslowski, der im Warschau des Kriegsrechts Anfang der 80er Jahre spielt. Dramatisches Kino ohne Ausweg.
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