Old Joy - Kritik

US 2006
Laufzeit 73 Minuten, FSK 0, Drama, Kinostart 23.10.2008

Kritiken (3) — Film: Old Joy

Lukas Foerster: taz / cargo / perlentaucher...

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8.0Ausgezeichnet

Old Joy hat es nicht nötig, die Welt oder die Menschen, die in ihr leben rätselhafter zu machen, als beide es in sich selbst ohnehin schon sind.

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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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9.0Herausragend

Die Dialoge präsentieren sich sparsam und wortkarg, immer wieder fängt die Kamera Naturaufnahmen ein, die auf den ersten Blick keinerlei Bezüge zur Geschichte aufweisen, die aber in Summe gesehen dem Film seine ganz eigene Atmosphäre geben.

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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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9.0Herausragend

Reichardt forciert keine Pointen, das unterscheidet den Film von einem vergleichbaren Buddy-Movie wie Sideways; es warten auch keine gewaltbereiten Hinterwäldler im Wald wie in John Boormans Deliverance. Old Joy ist viel eher ein Film über ein unbestimmbares Gefühl des Verlusts, über die Unendlichkeit, die der Schwermut zu eigen ist.

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Kommentare (8) — Film: Old Joy

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The_Comedian

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Bewertung4.0Uninteressant

Will Oldham hat einiges zu sagen und vieles zu verschweigen, zu vorderst in seinem Hauptbetätigungsfeld als Singer-Songwriter in der Sparte `Alternative Country´. Der minimalistische Score von ´Old Joy´ hätte außer leisen ´Instrumental-Schnippseln´, welche wirklich wunderbar zu den sehr schönen Landschaftsaufnahmen passen, auch nicht mehr Text vertragen können, denn Oldham´s Dia,- und Monologe sind omnipräsent. Vorausgesetzt man befindet sich exakt in der Stimmung für diesen Film, das heißt in spiritueller, meditativer und zutiefst (n)erdiger Hinsicht, kann man bei ´Old Joy´ exzellent entspannen und zur Ruhe kommen. Feinste Niancen lassen einen dann vielleicht am Ende dieses cineastischen ´Coming-Of-Age-Bühnenstücks´ nicht allzu ratlos zurück, eröffnen sich doch unter Umständen etwaige Antworten auf zuvor häufiger gestellte Fragen nach dem Sinn des Ganzen. Oder ist der Sinn des Ganzen vielleicht das´große Ganze´ selbst? Nein, misch dich nicht ein, Will Oldham, du hattest deine Zeit!;-) Von ´Old Joy´ bleibt letztlich nur `Special Special Interest´ übrig, zu einfach scheint es, gerade am Schluß, die lahm und uninspiriert dargebotenen Interpretationswünsche dem Zuschauer als Ausrede für eine unausgegorene Story, die eigentlich gar keine ist, zu offerieren. Im Falle einer von vorneherein erkennbaren, totalen Antipathie gegenüber mindestens einem der beiden Hauptcharaktere, empfiehlt sich sowieso zügiges, vorzeitiges Abschalten.

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jazzfan

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Bewertung4.0Uninteressant

Fehlschlag:
Dieser Film weiß nicht, wo er hin will.
"Was will uns der Dichter damit sagen" wurde man früher in der Schule bei Literaturbesprechungen gefragt. Dieser Film sagt . (Nichts)

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8martin

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Bewertung1.5Ärgerlich

Es ist die Entdeckung der inhaltlichen Leere, bzw. das Fehlen von anschauenswerter Handlung. Über eine Stunde lang wandern zwei Jugendfreude durch den Wald, nehmen ein Bad und gehen wieder heim. Sie führen bedeutungslose Gespräche, teils persönliche aus der gemeinsamen Jugendzeit, teils über Gott und die Welt, Chaos und Ordnung. Man traut seinen Augen und Ohren nicht und bleibt nur dabei, weil man überzeugt ist, dass noch etwas passieren wird. Tut es aber nicht. Sie wandern immer weiter. Man sieht endlose Kamerafahrten durch Baumgipfel und hört im Autoradio politische Diskussionen über Präsident Johnson. Selbst gegen das eiserne Theatergesetz von G. B. Shaw wird verstoßen: wenn man eine Pistole sieht, muss sie auch zum Einsatz kommen. Manche Kritiker haben hier die angebliche Melancholie mit Langeweile verwechselt. Nach der unterschiedlichen Lebenseinstellung der beiden Typen muss man lange und tief graben, um fündig zu werden. Und der Titel ’Alte Freude’ scheint ironisch gemeint zu sein. Die Freude ist nicht auszumachen, ebenso wenig wie der angebliche Verlust linker Ideale. Das ist keine Werbung für das Independentkino. Und unter Kino verstehe ich etwas ganz anderes! K.V.

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Jack_Torrance

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Bewertung7.5Sehenswert

Eine Autofahrt begleitet von einem Radio-Interview, in dem über die Politik der USA diskutiert wird. Was machen die Republikaner falsch ? Was machen die Demokraten falsch ? In diesen Interviews wird angedeutet, was die Protagonisten widerspiegeln: den Drang nach Freiheit.
Dieser Drang nach Freiheit wird von den beiden auf verschiedene Weise umgesetzt. Der eine (Mark) integriert sich in die Gesellschaft, um ein sorgloses Leben zu führen; der andere (Kurt) nutzt das Wort "Freiheit" im wörtlichen Sinne und ist somit ein Freigeist fern aller gesellschaftlicher Pflichten.
Diese beiden Ideale kommen sich durch den Ausflug näher. In diesem Ausflug ähneln ihre Gefühle der sie umgebenden Landschaft: schön, aber seltsam kalt.
Denn vor allem ist "Old Joy" eine Geschichte über eine alte Freundschaft. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen sich die Protagonisten wieder einmal näher.
Aber das melancholische Ende deutet bereits an: Ändern werden sie sich nicht. All das gibt dem Film eine unglaubliche Lebensnähe...

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Telebaum

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Bewertung6.0Ganz gut

Zwei Männer, ein Hund, ein Ausflug - mehr darf man hier nicht erwarten, keine Überraschungen, keine Wendungen, keine Lösungen - Kelly Reichardt geht es ums Zwischenmenschliche. Mir persönlich hat "Wendy and Lucy" um einiges besser gefallen, vor allem in ästhetischer Hinsicht. "Old Joy" fehlt dagegen das gewisse Etwas, der Film nimmt sich zu ernst und wirkt angestrengt, die beiden Darsteller sind nicht besonders überzeugend, ihre Freundschaft wirkt nicht wie eine von früher her, sondern eher wie eine noch nie dagewesene. Der Film hat etwas sehr Trübsinniges und in keinem Moment kommt man als Zuschauer auf den Gedanken, hier gerne dabei sein zu wollen. Alles ist irgendwie traurig, beklemmend und befremdlich und in dieser Stimmung ist "Old Joy" fast schon unheimlich konsequent, was ihm hoch anzurechnen ist, allerdings kein Vergnügen.

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Nutella?!!

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Bewertung7.0Sehenswert

.. sounds like Park, feels like Jarmusch.

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Schlegel

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Drei Kurzfilme und drei Langfilme hat Kelly Reichardt bisher gedreht. Filme, die so unscheinbar daherkommen, dass es nicht schwerfällt, sie zu übersehen. Ihre Geschichten sind allesamt im Hinterland von Oregon angesiedelt (bis auf "River of Grass"), und besonders viel scheint dort nicht zu passieren. Wer sich jedoch auf den ruhigen Rhythmus dieser Filme einlässt, bemerkt schnell, wie genau hier Details beobachtet und miteinander verwoben sind und wie dicht die Erzählungen unter ihrer entspannten Oberfläche sind. Ähnlich wie die frühen Filme von David Gordon Green kann sich Reichardts schlackenloser aber zärtlicher Kosmos wohl nur im Kino richtig entfalten. Es ist, als säße man in "Old Joy" als Vierter im Bunde auf der Rückbank des Autos, als streune man gemeinsam mit Mark, Kurt und Lucy, dem Hund, durch die Wälder und komme wie sie nach langer Zeit wieder zur Ruhe. Am Ende verlässt man den Saal vielleicht mit dem Gefühl, zwei Menschen wirklich gut kennengelernt zu haben, mir jedenfalls ging es so, und ich kenne nur wenige Filme, von denen ich etwas Ähnliches sagen kann.
Ein Freund meinte mal, Filme könnten wie Freunde sein. Die Filme Kelly Reichardts gehören für mich definitiv in diese Kategorie, und ich möchte sie nicht mehr missen.

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pfeffer

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Bewertung6.0Ganz gut

Darauf war ich sehr gespannt. Aber Fan-Sein (in dem Fall von Bonnie "Prince" Billy) hilft hier nicht viel.

Interessant: Die Musik von Will Oldham darf meinetwegen gerne diffus und gefühlsduselig sein, ohne in meiner Gunst zu sinken.

Dem Film und dem Schauspiel Will Oldhams lege ich aber genau das zur Last.

Extra Punkt für den Score von Yo La Tengo.

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Aufgabe

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das macht mich sehr neugierig. wo hast du den denn gesehen?!


pfeffer

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hab ich hier, kann ich dir gerne mal geben. erwarte allerdings nicht zuviel.


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