Once Upon a Time in Anatolia - Kritik

BA/TR 2011 Laufzeit 163 Minuten, FSK 12, Drama, Kriminalfilm, Kinostart 19.01.2012

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Kritiken (7) — Film: Once Upon a Time in Anatolia

M. Semenowicz: Filmszene.de M. Semenowicz: Filmszene.de

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9.0Herausragend

Once Upon a Time in Anatolia webt einen reichen Teppich aus winzigen Details zu einer zeitlosen Geschichte menschlicher Sinnsuche im Angesicht des Todes, die sich erst durch genaues Hinsehen und Hinhören offenbart.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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9.0Herausragend

Nuri Bilge Ceylan ist mit Once Upon a Time in Anatolia ein existenzialistisches Drama und ein Meisterwerk europäischen Autorenkinos gelungen – seine beste Arbeit bislang.

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José Garcia: Textezumfilm

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7.5Sehenswert

Die ohnehin spärliche Handlung tritt im Laufe der Zeit in den Hintergrund, weil sich Regisseur Nuri Bilge Ceylan und seine Mit-Drehbuchautoren Ercan Kesal und Ebru Ceylan immer mehr für die familiären Probleme der Ermittler interessieren, für den geschiedenen Arzt oder für den kranken Sohn des Polizeichefs. In den Gesprächen zwischen dem Arzt und dem Staatsanwalt gewinnen die Erzählung über den Selbstmord von dessen Ehefrau und die daraus resultierende Belastung für ihn nach und nach so sehr an Bedeutung, dass sich dies zu einem regelrechten Handlungs-Nebenstrang ausweitet. Das bedächtige, ja Geduld erfordernde Erzähltempo erlaubt eine genaue Beobachtung der zwischenmenschlichen Beziehungen. Trotz der ausgesucht schönen Bilder der anatolischen Landschaft, auch und insbesondere der Nachtaufnahmen, von Kameramann Gökhan Tiryaki besitzt dieses Gesellschaftsporträt einen universellen Charakter. Ceylans Bild der „conditio humana“ lässt etliche Rätsel bewusst ungelöst. „Once upon a Time in Anatolia” wurde auf dem Filmfestival Cannes 2011 (ex aqueo mit „Der Jungen mit dem Fahrrad“ der Dardenne-Brüder) mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.

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Andrew O'Hehir: Salon.com Andrew O'Hehir: Salon.com

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9.0Herausragend

Was eine Handvoll geduldiger Zuschauer in Once Upon a Time in Anatolia finden werden, ist eine feinsinnige, hinreißende und geheimnisvolle Allegorie, die vielleicht Ceylans Meisterwerk bis dato darstellen könnte.

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Eric Kohn: indieWIRE Eric Kohn: indieWIRE

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9.0Herausragend

Nuri Bilge Ceylans fesselnder Once Upon a Time in Anatolia ist wie eine Mischung aus Zodiac und Police, Adjective.

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J. Hoberman: Village Voice J. Hoberman: Village Voice

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8.0Ausgezeichnet

Eine 157-minütige polizeilichen Untersuchung, zugleich sinnlich wie auch geistig, profan und metaphysisch, "leer" und überbordend, ist Once Upon a Time in Anatolia näher dem Antonioni eines "L'Avventura", und hebt den 52-jährigen Regisseur auf eine neue Ebene des Erfolges.

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Justin Chang: Variety Justin Chang: Variety

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8.0Ausgezeichnet

Auch wenn das Erzähltempo eines Gletschers eine nicht unbeträchtliche Hürde für so manchen Zuschauer darstellen wird, zieht der Film einen zunehmend hinein ins Geschehen [...]. Visuell ist Once Upon a Time in Anatolia einfach umwerfend.

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Kommentare (8) — Film: Once Upon a Time in Anatolia


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Ichundso

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Bewertung9.0Herausragend

Es war einmal in Anatolien.
Übern Daumen gepeilt einer der schönsten Filme der Welt. Man kann vom Drehbuch halten, was man will, aber verdammt nochmal, da weiß jemand, wie man Filme macht. Regisseur Nuri Bilge Ceylan und Kameramann Gökhan Tiryaki (deren Namen ich mir natürlich aus der IMDB kopieren musste), tun so viel mehr als nur Landschaft und Gesichter filmen, bloße Informationen aufnehmen und diese in visuelle Signale umwandeln. Sie erwecken die Bilder zum Leben und machen aus einer einfachen Handlungsprämisse das vielleicht kleinste Epos aller Zeiten. Man braucht eine Weile, um sich an den visuellen Stil des Films zu gewöhnen, aber sobald man da ist, halten die Bilder einen gefangen. Jeder, der sich irgendwie für Filmtechnik interessiert (was ich eher nicht tue), hat diesen Film zu schauen und zu studieren wie Citizen Kane oder There Will Be Blood.
Inhaltlich ist Once Upon a Time in Anatolia schwer zu beschreiben. Ein kleiner Haufen Männer sind auf der Suche nach der Wahrheit. Und einer Leiche, die irgendwo weit vor der Stadt begraben wurde. In seiner Essenz kann man in diesem Film wohl vor allem die schlichte Suche nach Menschlichkeit finden. Das klingt natürlich furchtbar nach Arthouseknödel erster Güte, aber auch ein gelegentlicher Arthouseknödelskeptiker wie ich hatte mit Once Upon a Time in Anatolia ein Erlebnis, das nur bei den besten der Filme vorkommt. Dass der Film über seine Begrenzungen hinauswächst und sich dessen Fragen und Ideen auf mein reales Leben ausdehnen. Die Suche der Protagonisten wird meine Suche, ihre Probleme, Dilemmas und Gedanken werden meine Gedanken und meine Gedanken bauen sich ein Flugzeug aus Melancholie und fliegen davon.
Großes Kino.

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Punsha

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Heute mag ich dich. :) Schade, dass ich mir den Film damals mit völlig falschen Erwartungen und in der falschen Stimmung angeschaut hatte, denn diese 2 1/2 Stunden geb ich mir garantiert nicht nochmal. :(


Ichundso

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Hab mir deinen Kommentar grade durchgelesen und irgendwie hast du schon gewaltig unrecht. ;)
Bitte verzeih mir. Auch ich fand den neuesten Petzold-Film zum Sterben langweilig, aber der hier... Der ist etwas ganz Besonderes.


Jenny von T

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Nicht, dass ich die Hoffnung aufgegeben hätte, aber ONCE UPON A TIME IN ANATOLIA war mir eine äußerst wohltuende Bestätigung zum rechten Zeitpunkt - die Garde fähiger Autorenfilmer ist noch nicht ausgestorben. Um es vorweg zu nehmen: Die Art von Filmkunst, wie sie Nuri Bilge Ceylan mit seinem eigenwilligen Antimärchen-Western (was für ein herrlich ironischer Titel…) präsentiert und zelebriert, bekommt man dieser Tage nicht mehr allzu häufig vor die blockbuster"verwöhnte" Linse.
Es ist weniger eine Geschichte mit Anfang und Ende, sondern eine sich erst nach und nach als solche offenbarende psychologische Reise, die Ceylan beschreibt. Der Plot und die Essenz dieses Films erschließen sich nicht etwa durch konventionelles Erzählen, sondern – und das macht dieses Werk für die einen zum Fest, für die anderen (= vermutlich die meisten) zu einer gähnend zähen Überforderung – durch den Rückgriff auf selten ausgeschöpfte Potenziale des Mediums, für die es eine Sensibilisierung braucht. Dies macht bereits eine nüchterne Zusammenfassung des Films zur schier unlösbaren Mammutaufgabe. Worum es überhaupt geht (ja, an dieser Stelle resigniere ich als Möchtegern-Kritikerin ein Stück weit), sollte eigentlich jeder für sich selbst über den Dialog mit dem Film herausfinden, denn der Aufbruch ins Ungewisse ist das große As im Ärmel von ONCE UPON A TIME IN ANATOLIA.
Ich könnte zum Beispiel davon berichten, dass die ersten eineinhalb Stunden die nächtliche Odyssee eines ermittelnden polizeilichen Autokonvois nachzeichnen, der sich mit den beiden Tatverdächtigen auf die Suche nach der Leiche begibt. Damit wäre de facto über die Hälfte des Films verraten und doch überhaupt nichts gesagt, denn Ceylans genreallergisches Ungetüm möchte vom Zuschauer ergründet werden. Der türkische Regisseur fordert ihn dabei vor allem durch das Verkehren und damit das Infragestellen von dramaturgischen Orientierungsmustern heraus: Wenn zwei Männer einen dritten töten, wird daraus in 99% aller Fälle ein innerhalb gewisser Grenzen berechenbarer, typischer TV-Krimi mit altbackenen Fixpunkten. Ceylan dagegen scheint der Umstand, dass hier ein Mord geschehen ist, gar nicht zu interessieren. Nein, er lässt den Blick schweifen – über die anatolische Steppe (im Übrigen meisterlich abfotographiert) hinein in die Seelen seiner Charaktere (nicht weniger beeindruckend visualisiert und dokumentiert). Die erzählen sich auch so allerlei, während sie von den beiden Tätern, welche sich wiederum alkoholbedingt nicht mehr daran erinnern können, wo sie die Leiche platziert haben, ungewollt durch die Provinz getrieben werden. Tatsächlich ist dieses Szenario genauso absurd wie es klingt, aber dieser charmant-kernige Humor ist lediglich eines von mehreren Markenzeichen des Films, wenn auch ein sehr markantes, das die Laufzeit von zweieinhalb Stunden sehr angenehm gestalten kann. Was ONCE UPON A TIME IN ANATOLIA nun aber zu einer stillen Urgewalt erhebt, ist Ceylans unaufdringliche Virtuosität: Wie ein unsichtbare Marionettenspieler wechselt er den Fokus zwischen den Figuren so subtil, wie man es selten erlebt hat; ehe man sich versieht, ist aus Müßiggang Ernst geworden, entpuppen sich scheinbar bedeutungslose Fragmente als wesentlich, liegen (unangenehme) Fragestellungen und Tatsachen von moralischer Tiefe auf dem Tisch, die wie Wolken am Himmel aufgezogen sind, ohne, dass man es im (hier nicht nur sprichwörtlichen) nächtlichen Dunkeln bemerkt hätte.
Lakonischer Schwermut paart sich mit schwebender Langsamkeit, reale Monotonie und Mystik treffen sich am Scheideweg, ländliche Weiten spiegeln sich in Gesichtern, welche die Kamera dann mit unerwartet intensiver Ausdruckskraft für sich sprechen lässt, wenn es offenbar nicht mehr anders geht ("Fans dieses Films mögen auch": PERSONA – für mich nicht unbedingt ein Zufall, dass Bergman hier auftaucht). Mikro- und Makrokosmos vereint in einem Film, der sich offenbar ziellos treiben lässt. Ceylan entmystifiziert, was wir deshalb bevorzugen, weil wir es durch die Herangehensweise konventioneller Kunst gewohnt sind und schreibt im Gegenzug dem eine Bedeutung zu, was unsere abgestumpften Sinne gar nicht mehr empfangen. ONCE UPON A TIME IN ANATOLIA ist also eine Lektion in Sachen Entlarvung postmoderner Sehgewohnten – und mehr als das. Häufig anzutreffende "Kritiken" mit einem Grundtenor à la: "versucht originell zu sein, ist aber langweilig. Nach einer halben Stunde abgebrochen." legen amüsantes Zeugnis hiervon ab. Tarkovsky (übrigens eines von Ceylans Idolen) (er)fand seinerzeit sogar ein passendes Zitat für diese Gattung Ignoranz: "Wir schauen nur, aber wir sehen nicht."
Ein hochbegabter Filmemacher lädt ein zum ganz und gar nicht perfiden Spiel mit unserer Wahrnehmung, das bis in die höchsten Wipfel von Menschlichkeit führt. Wer bei Gelegenheit fernbleibt – sei es bereits räumlich oder gedanklich, aus Desinteresse oder Faulheit – ist selbst schuld. Intelligenter wird (Arthaus-)Kino jedenfalls nicht mehr.

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Jenny von T

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Deine Meinung + Wertung werden mit Spannung erwartet! :-) Zumindest für mich ist ONCE UPON A TIME IN ANATOLIA sicherlich einer der besten Filme des Jahres - vielleicht sogar mein Favorit gleich nach Hanekes AMOUR.


Memduman

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Das ist mal sowas von der beste Text seit längerer Zeit, welchen ich gelesen habe. Und dazu noch eine so tiefe und ausführliche Auseinandersetzung mit Herrn Ceylan, wie ich sie vermutlich nicht geschafft hätte. Das ist einer dieser Regisseure, die es schaffen mit ihrer scheinbar grenzenlosen Intelligenz nicht selbstgefällig und arrogant zu wirken. Ehrfürchtig und mächtig trifft es eher, und diese wird, wenn überhaupt, nur von seinem visionärem Künstlerblick und seiner Faszination für alles, was geistig & emotional im Menschen stattfindet, übertroffen. Und dies alles so fasziniert zusammenzufügen & so subtil (nicht zu subtil) zu präsentieren, dass ich mich unbedingt der Geschichte hingeben möchte; und so vollkommen in seiner Ästhetik, dass man sich niederknien möchte.
'Hochbegabt' & 'Besser wird Kopfkino nicht mehr' unterschreib ich daher bedingungslos. Danke für diesen fantastischen Text :)


U-Turn

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Bewertung3.0Schwach

versucht originell zu sein, ist aber langweilig. Nach einer halben Stunde abgebrochen.

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Punsha

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Bewertung5.0Geht so

Wie soll ich bloß diesen Film bewerten? Autorenkino im Stil eines Kaurismäki oder Petzold, nur noch zehn Mal langatmiger. Philosophisch, gut durchdacht und doch ein so brutales, endloses Geduldsspiel, das einem alles abverlangt. Zweieinhalb Stunden schmucklose Realität, getränkt in zähen Dialogen über Leben und Sterben und einer Handlung ohne jegliche Höhepunkte. Wen das nicht abschreckt, könnte an "Once Upon a Time in Anatolia" womöglich Gefallen finden. Alle anderen sind nun zumindest gewarnt.

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Jomo

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Von manchen Bildern möchte man Screenshots machen, ausdrucken und aufhängen. Ein sehr ruhiger, komplexer, philosophischer Film.

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Marc Moe Münster

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Bewertung1.0Ärgerlich

unglaublich langweilig. verstehe den sinn des films nicht.

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Prestigeww

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein sehr eigener Film, unglaublich gut fotografiert. Der Wind, die Dunkelheit, das Licht, der Schatten - alles wirkt igendwie bedrohlich surreal und fast schon expressionistisch. Es geht irgendwie um das Leben am Ende der Welt, ums Sterben und die Frage warum Menschen leben und töten. Von drei Freunden werden zwei zu Mördern, aber keiner versteht warum. Eine Frau stirbt scheinbar ohne Grund. Das alles ist aber so rätselhaft inszeniert, dass ich eigentlich gern jemanden zum diskutieren dabei gehabt hätte. Und mit 2,5h ist er zu lang inszeniert, um ihn noch einmal zu schauen.

Eine unglaubliche Szene auf einem einsamen Bauernhof, auf dem der Suchtrupp übernachtet: Der Strom ist ausgefallen, die erschöpften Männer sitzen im Dunkeln und hängen geistesabwesend ihren Gedanken nach. Die bis dahin noch unbekannte jüngste Tochter des Hausherren bringt ein Tablett mit einer Lampe und Tee, den sie den Männern einzeln anbietet. Die Art wie sich die Gesichter der erschöpften Männer verändern, als sie inmitten dieser toten Einöde das engelsgleiche von der Laterne beleuchtete Gesicht der Tochter erblicken, ist eine Mischung aus Staunen und auch Angst - unglaublich! Nur einer bleibt unbeeindruckt. Es ist Jascha, der gesuchte Tote. Der Mörder sieht ihn im Traum und fragt angesichts seiner Gleichgültigkeit gegenüber dem Mädchen: Sag mal, bist du denn schon tot?

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Markbln

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Obwohl ich den anbiedernden Filmtitel nicht mag, macht mich deine Kritik sehr neugierig. mal sehen, wo ich den Film finde.


dbeutner

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein lakonisches Road-Movie von Nuri Bilge Ceylan, dem Aki Kaurismäki der Türkei.

Formal geht es um das Auffinden einer vergrabenen Leiche, beteiligt sind Polizisten, Staatsanwalt, Arzt und ein paar weitere Personen. Aber nein, am Ende geht es (fast) gar nicht um diesen Plot, sondern vielmehr um die Personen, ihre Hintergründe und ihr Aufeinandertreffen.

Die Dialoge sind in ihrer mitunter herben Schroffheit dennoch herzlich; der trockene Humor Ceylans ist sehr großartig, und dass er sich für komische Situationen viel Zeit nimmt (und diese Szenen dann auch auskostet), sollte unbedingt auf der Haben-Seite des Films verbucht werden.

Das Ende kommt etwas schwerer daher, und auch das Road-Movie ist dann dahin. Wäre das gestrafft worden und etwas weniger aufdringlich inszeniert, hätte es bei mir für lockere acht Punkte gereicht, so aber war ich etwas enttäuscht, dass es - ganz leicht - stilbrüchig wird zum Schluss - und 163 Minuten Spielzeit hätten ja Raum gelassen für Optimierungen.

Dennoch: Wer Kaurismäki mag, sollte sich Ceylan hier auf keinen Fall entgehen lassen.

Weiterer Pluspunkt: Es gibt keine Synchronisation, was dem Flair auch einmal mehr radikal geschadet hätte.

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dbeutner

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Im Kino lief er mE ausschließlich OmU?! Die Synchro scheint für die Lighthouse-DVD nachgeliefert worden zu sein - und sie soll über die Maßen schlecht sein (vgl. www.amazon.de/review/R1T53NUKUX1RWP). Die Trigon-DVD (in Frankreich auch BluRay) ist ausschließlich im O-Ton. Hier könnte man sich mal wieder die Mühe machen, "manuell" eine "ordentliche" BluRay (Bild&Ton: franz- BD, Untertitel: deutsche Trigon-DVD) herzustellen...


Jomo

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Die Lighthouse-DVD hat allerdings auch O-Ton und Untertitel, allerdings UT als Textfassung der Synchro (und zu groß). Und spätestens bei arte & Co. wäre dann wohl ohnehin synchronisiert worden. OmU im Kino heißt ja leider überhaupt nicht, dass man es irgendwann auch OmU im TV sehen kann.



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