Page Eight

Page Eight (2011),
Laufzeit 99 Minuten, Thriller

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- Kritiker
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von David Hare, mit Bill Nighy und Rachel Weisz

In “Page Eight” spielt Bill Nighy einen Agenten des MI-5, der glaubt, dass Nancy, gespielt von Rachel Weisz, eine Gefahr für ihn darstellt.

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Kommentar — Film: Page Eight

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dbeutner

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Bewertung7.5Sehenswert

Ich beginne mal mit einer zumindest etwas ausführlicheren und korrekteren Inhaltszusammenfassung, als sie derzeit hier zu lesen ist: Johnny Worricker (perfekt besetzt mit Bill Nighy) ist ein älterer und vereinsamter Geheimdienstler, dem die Frauen weggelaufen und die Tochter fern geblieben ist. Sein Freund und Chef Ben verfügt über Geheimdienstmaterial mit hochbrisantem Inhalt und gibt dieses, kurz bevor er stirbt, mehreren Menschen weiter. Was nun anstellen mit diesem Material, welches die britische Regierung potentiell zu stürzen in der Lage wäre? In dieser Situation neigt Worricker zu paranoider Wahrnehmung, die allerdings so abwegig keineswegs ist...

Für mich war es innerhalb ganz weniger Tage erst der zweite Film mit Rachel Weisz (zuvor: Whistleblower), die auch hier wieder solide spielte, deren Namen ich dennoch in einem halben Jahr vermutlich nicht mehr zuordnen kann. Getragen wird der Film vor allem durch die Darstellung Nighys, der den unaufgeregten desillusionierten alten Mann wirklich vorzüglich umsetzt. Und der Film macht auch einiges richtig, wenn er (fast) darauf verzichtet, in typischer Thrilller-Standard-Manier alle "guten" am Ende "böse" sein zu lassen.

Was schade ist, dass das Thema der Geheimdienstinformationen (inoffizielle Foltergefängnisse der USA und das frühzeitige Wissen darüber und Tolerieren dieser Politik durch westeuropäische Regierungen) nur als holzschnittartiger Hintergrund für ein eher übliches Ränkespiel zwischen Politik und Geheimdienst dient. Da wäre sicherlich mehr drin gewesen. Auch das Ende läuft etwas unentschlossen dahin inkl. einer Kirchen- (Beerdigungs-)Szene, die um 98% hätte gekürzt werden können, denn auch sonntags kann ich getrost auf die Gottesdienstübertragungen im Fernsehen verzichten und habe da kein Nachholbedürfnis, schon gar nicht, wenn ich einen Thriller-Drama-Abend habe.

Der Cast ist eher hochwertig, allerdings merkt man dem Film anhand des doch überschaubaren Personenkreises und der aufzählbar vielen (vor allem Innen-)Locations an, dass es sich um eine Fernsehproduktion (BBC) handelt - aber das Niveau ist dennoch um ganze Klassen höher, als praktisch jede deutsche Fernsehproduktion.

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