Pandoras Box
Pandora'nin kutusu (2008), BE/FR/DE/TR Laufzeit 113 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 26.11.2009
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von Yesim Ustaoglu und Yeşim Ustaoğlu, mit Onur Ünsal und Derya Alabora
“Pandora’s Box” erzählt von drei Generationen: Die Großmutter Nusret lebt in einem kleinen Bergdorf am Schwarzen Meer und beginnt allmählich ihr Gedächtnis zu verlieren. Eines Tages wird sie vermisst. Ihre drei erwachsenen Kinder, zwei Töchter und ein Sohn, müssen aus der Metropole Istanbul anreisen. Nach einer großen Suchaktion wird die Großmutter verirrt in den Bergen gefunden. Es ist klar, dass sie nicht mehr alleine wohnen kann. Also nehmen ihre Kinder sie mit nach Istanbul. Doch alle drei führen ihr eigenes kompliziertes Leben und haben kaum Zeit für ihre Mutter, die sich in der fremden Umgebung nicht eingewöhnen kann. Nusret sitzt verloren am Fenster oder läuft orientierungslos durch die Stadt. Schließlich scheint das Pflegeheim der einzige Ausweg. Nur dem rebellischen Enkel Murat gelingt es, Zugang zu seiner Großmutter zu finden, die zunehmend in ihrer eigenen Welt lebt. Murat entführt Nusret aus dem Heim und macht mit ihr einen Tagesausflug per Schiff, bei dem die alte Frau sichtlich aufblüht. Dann bestürmt sie ihn mit ihrem letzten Wunsch: sie möchte wieder zurück in ihr Dorf.
Inhalt
Nach einer großen Suchaktion wird die Großmutter verirrt in den Bergen gefunden.
Es ist klar, dass sie nicht mehr alleine wohnen kann. Also nehmen ihre Kinder sie mit
nach Istanbul. Doch was nun? Alle drei führen ihr eigenes kompliziertes Leben:
Nesrin, die älteste, ist in ihrem Mittelklasse-Dasein gefangen und kann ihren
halbwüchsigen Sohn Murat nicht loslassen, der von zu Hause abhaut; Güzin ist
erfolgreiche Geschäftsfrau, aber in eine unglückliche Liebesbeziehung zu einem
verheirateten Mann verstrickt; Mehmet führt als „Aussteiger“ ein zielloses Leben mit
zuviel Alkohol und Marihuana und wird von seinen Schwestern verachtet, denen er
auf der Tasche liegt. Sie alle haben kaum Zeit für ihre Mutter, die sich ihrerseits in
der fremden Umgebung nicht eingewöhnen kann. Nusret sitzt verloren am Fenster
oder reißt aus und läuft orientierungslos durch die Stadt. Schließlich scheint das
Pflegeheim der einzige Ausweg.
Nur ihrem rebellischen Enkel Murat gelingt es, Zugang zu seiner Großmutter zu
finden, die zunehmend in ihrer eigenen Welt lebt. Murat entführt Nusret aus dem
Heim und macht mit ihr einen Tagesausflug per Schiff, bei dem die alte Frau sichtlich
aufblüht. Dann bestürmt sie ihn mit ihrem letzten Wunsch: sie möchte wieder zurück
in ihr Dorf…
Hintergrund
Regisseurin Yeşim Ustaoğlu erzählt auf intensive und feinfühlige Weise eine
universale Geschichte über Eltern und Kinder und menschliche Konflikte, die in
Istanbul und am Schwarzen Meer spielt, die aber so ähnlich in jeder modernen
Großstadt stattfinden könnte. Herausragend die fast 90jährige französische
Schauspielerin Tsilla Chelton als Nusret, die beim Festival von San Sebastian
verdientermaßen den Preis als beste Darstellerin bekam. Zugleich wurde
Pandora’s Box mit dem Hauptpreis, der „Goldenen Muschel“, als bester Film
ausgezeichnet.
Weiterführende InformationenPandora’s Box Filmseite des Verleihers
PANDORAS BOX – Pressespiegel auf film-zeit.de
Pandora’s Box auf moviepilot.de
Cast & Crew
-
Yesim Ustaoglu
-
Yeşim Ustaoğlu
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Onur Ünsal
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Derya Alabora
-
Tsilla Chelton
-
Övül Avkiran
-
Osman Sonant
-
Tayfun Bademsoy
Regie
Schauspieler
-
Yesim Ustaoglu
-
Selma Kaygusuz
- Genre
- Drama
- Ort
- Dorf, Großstadt, Metropole, Türkei
- Handlung
- Alzheimer, Art House-Film, Generationenkonflikt, Landleben, Neu in der Stadt
- Mitmachen
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Drehbuch
Filmdetails Pandoras Box
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- Pandoras Box: cineclic.de












Kritiken (5) — Film: Pandoras Box
Lukas Foerster: taz / cargo / perlentaucher...
Kommentar löschenWie unaufdringlich und zurückhaltend "Pandoras Box" auch fotografiert ist: diese Bilder fügen sich nie zu einem auch nur ansatzweise freien, offenen Film.
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I.Reicher: der Standard I.Reicher: der Standard
Kommentar löschenPandoras Box rückt neben Matriarchin Nusret auch die unterschiedlichen Lebensentwürfe von deren beiden Töchtern in den Mittelpunkt und entwickelt letztlich aus dem Porträt eines brüchigen Familienverbands eine weiter reichende, unsentimentale Geschichte vom Abschiednehmen.
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Filmering: Filmering.at
Kommentar löschenEs dauert nicht lange bis Pandora’s Box, der scheinbar krampfhaft versucht an einer konzeptlosen und langweiligen Arthouse-Stilistik festzuhalten, gewaltig an den Nerven zehrt. Aus der Tristesse und der Leere auf der Leinwand entsteht leider keine Kraft, wie es die besseren Vertreter der Kunstfilmszene vormachen, sondern großteils leider nur ein emotionsloser und toter Raum, der sich viel Mühe gibt möglichst spröde zu bleiben. Nur leider entfremden sich Thema und Stil so zunehmend und die emotionale Kraft des Films erstarrt ohne je wirklich in Bewegung gekommen zu sein.
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenWie löst man den Konflikt zwischen Freiheit und Fürsorge? Klug zeigt Ustaoglu diesen Konflikt als unlösbar: Beide Seiten können und wollen ihr Leben nicht aufgeben. Unübersehbar nimmt die Regisseurin allerdings Partei für die Großmutter. Und gegen die drei Kinder, die sämtlich als irgendwie selbstsüchtig und frustriert, gescheitert und unglücklich und vor allem von der Moderne verdorben portraitiert werden - dies ist der Schwachpunkt in einem ansonsten liebevollen Film, der vorhersehbar mit dem Tod der alten Dame endet, die ihren Enkel bittet, sie zurück zu "ihrem Berg" zu bringen, wo sie sich, wie ein afrikanischer Elefant, zum Sterben zurückzieht. Ein tief pessimistischer Blick aufs moderne Leben - gedreht in einem emotional intensiven Stil.
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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
Kommentar löschenWie im griechischen Mythos der Pandora spielt auch in Yesim Ustaoglus Film eine "Plage" eine wichtige Rolle, doch hier verhält es sich ein wenig anders als in der Titel gebenden Sage: Denn hier ist die Alzheimer-Erkrankung Nusrets bereits manifest und fungiert selbst als Katalysator, statt ihre Ursache woanders zu haben – es ist beinahe schon die Vertauschung von Ursache und (Aus)Wirkung. Was zwangsläufig die Krankheit als auslösendes Moment in den Hintergrund treten lässt. So werden die Symptome von Morbus Alzheimer zwar durchaus treffend beschrieben, der Fokus richtet sich aber eher auf allgemeinere Themen wie Entfremdung, erodierende Familienstrukturen und die (vornehmlich falschen) Entscheidungen im Laufe eines Lebens. Vor allem dank der sehenswerten Leistung von Tsilla Chelton ist Pandora's Box aller Tristesse zum Trotz ein Film geworden, der berührt, zu Herzen geht und neben aller Schwere auch zarten Optimismus verbreitet. Kein spektakuläres Kino, aber ein leiser und eindringlicher Film voller Weisheit und Sympathie für die Schrullen seiner Figuren.
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Kommentare
Kommentar schreibeneierfeile 2009/12/10 18:14:08
Kommentar löschenEin Film über die moderne Türkei und deren dramatische Veränderung in Sachen familiäre Gesellschaft. Ein eher stiller Film, deren Hauptdarsteller (Oma und Enkel) mich gerührt haben. Die anderen Darsteller bzw. deren Figuren blieben dagegen meistens blass und unverbindlich. Ein wichtiger Film für einen direkten Blick auf bzw. in die moderne türkische Gesellschaft.
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