Paradies: Liebe - Kritik

AT/DE/FR 2012 Laufzeit 121 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 03.01.2013

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    JoeKramer 17.11.2014, 15:31 Geändert 17.11.2014, 15:32

    Eigentlich hätte es 10 Punkte geben müssen, alleine schon wegen dem Mut von Margarete Tiesel sich hier vollkommen Nackt, sowohl physisch als auch psychisch zu zeigen.

    Uli Seidl schafft es wieder einmal ein unbehagliches Klima für voyeuristischen Zuschauer zu schaffen bei dem er weder weg- noch ausschalten kann.

    Schwierig und unbequem anzusehen und dennoch jede Minute wert. Ich kann dennoch keine 10 Punkte geben, wer will schon freiwillig solche Erinnerungen in seiner Liste der Lieblingsfilme verewigt haben oder Empfehlungen auf Basis dieses Films bekommen. ;-)

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    • 7

      Sehr eindrücklicher Film. Der Zuschauer wird auf eine Achterbahn der Gefühle mitgenommen. Von Scham über Enttäuschung und Wut ist alles dabei. Dem Filmeteam ist es bei dieser Verfilmung gelungen die Situation der "Touristen" sowohl der Einheimischen Bevölkerung transparenter zu machen und auch die Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung beider Seiten dem Zuschauer zu transportieren. Sehr guter und eindrücklicher Film!

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      • 9

        Ein herausragend inszenierter Film mit herausragenden Darstellern - glaubwürdiger als jede Reality-TV-Soap!

        Jeder, der schon mal in größeren Hotelanlagen Urlaub gemacht hat - sei's in Afrika, sei's in Asien - wird sofort bekannte Typen wiederfinden. Ein kleines Minus kann man für die weitgehend fehlende Dramatik des Films geben, der sich aber dennoch einprägt und hängen bleibt. Unbequem, teils zum fremdschämen und mit viel Stoff zum Nachdenken.

        Großartig - allerdings gar nicht "witzig"!

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        • 9

          Puh. Nun sind zwei Stunden "Paradies:Liebe" vorbeigeplätschert. An den tatsächlich sehr hoch angesetzten Fremdschämpegel konnte ich mich schnell gewöhnen. Alsbald vergaß ich das wabbelnde Fleisch der weißen Ü45er und das beiderseitige konsequente Beuteschema, da sich viel zentralere Aussage dieser Filmperle recht schnell offenbarte: Der Mensch ist des Menschen Befriedigung.
          Seidel gelingt es in "Paradies:Liebe" erstaunlich gut zu zweigen, dass hier die Abhängigkeit nicht nur vom kenianischem Call-Boy, der Geld für seine Familie braucht, ausgeht, sondern dass sich auch die weiße vermeintliche Wohlstandslady in die Abhängigkeit der Wertschätzung begibt. Beide Seiten vom Kapitalismus gezeichnet versuchen unter der Sonne Kenias das Beste aus ihrer Situation zu machen und scheitern ebenso schnell, wie sie es versucht haben.

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          • 9

            Verleiht dem Begriff "Fremdschämen" die sechste Dimension. Und dem Wort "Alleskleber" auch. Das ist ja furchtbar. Leider aber extrem realistisch. Jetzt weiß ich jedenfalls, wo mein nächster Urlaub NICHT hingeht. Denn vieles davon kann man auch an der nächsten Bushaltestelle haben. Hut ab vor den Darstellern. Mutig und super gespielt. Hakuna Munga Matata Money Boppa. Ich geh jetzt mal ne Runde ko ...

            • 5 .5

              Oh. Das war erstaunlich erträglich. Für einen Ulrich Seidl Film ist das unergiebig.Nach 'Hundstage' hab ich beschlossen meinen Filmmasochismus auf ein Minimum zu beschränken, und weitere Filme von dem Herren zu meiden.Was ist da in der Zwischenzeit passiert,ist das Altersmilde, oder ist Seidl einfach von der Zeit, mit all ihren demütigenden Doku-Soaps und dem allgegenwärtigen Voyeurismus,eingeholt worden? Zwar schafft Seidl immer noch den einen oder anderen Scham- oder Ekelmoment,aber zu alter Form fährt er nur in einer einzigen Szene auf.
              Die Leistung von Margarete Tiesel als Terese ist allerdings beindruckend,aber der Gesamteindruck ist doch eher mau.
              Da kann ich Seidl wohl weiterhin meiden,wenn auch aus anderen Gründen.

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              • 8

                Wir Menschen mögen klare Verhältnisse.
                Wir wollen mit dem Finger auf die einen zeigen und sagen: "Das sind die Bösen!"
                Und uns dann den anderen zuwenden und feststellen, dass sie unschuldig, fromm und einfach durchweg gut sind.
                Wir wollen Schuld definieren und zuweisen - klar und deutlich.

                Doch so einfach macht Ulrich Seidl es uns mit dem Auftakt seiner PARADIES-Trilogie leider (bzw. eher zum Glück) nicht. In PARADIES: GLAUBE gibt es nicht die eine Seite, die alles richtig macht und die andere die darunter leidet. Es ist komplizierter, das Stichwort heißt:
                Ambivalenz.

                Die frustrierte, tief einsame, körperlich wenig anziehende Teresa will aus ihrer Tristesse ausbrechen. Nach Kenia - wenn man dem Film glauben schenken darf, dem Bangkok der sexuell frustrierten Mittfünfziger-Damen. Ihre Freundin schwärmt ihr noch ein wenig die Ohren voll - vom Kokos-Geruch der "Negerhaut" und den Vorzügen solch erkaufter Zärtlichkeiten - und nach anfänglicher Abneigung und Skepsis, fällt sie auf die durchtriebene Masche des Einheimischen Munga herein.
                Getrieben von der Illusion der gefundenen Liebe.

                Was Seidl uns dann im Laufe der zwei Stunden in quasi-dokumentarischer Form vorsetzt, ist sowohl auf eine traurige Art bewegend, wie auch konträr dazu enorm abstoßend.

                Liebend gern würde man die frustrierte Dame und ihre respektlosen Urlaubsgenossinen anschreien, rütteln und bestrafen. Für ihre Menschen-verachtende Art - die Afrikaner werden zu willen- und rechtelosem Fleisch degradiert und auch in unmittelbarer Anwesenheit so abfällig wie nur möglich behandelt. Wie Tiere oder schlichtweg gekaufte Sex-Sklaven. Und immer wieder schlägt man vor überkochender Naivität die Hände vor dem Gesicht zusammen und kann es nicht fassen, wie gutgläubig Teresa denkt, es wäre eine Chance auf echte Gefühle im Spiel.
                Und dann tut sie einem trotz allem Leid. Ganz echt und ehrlich. Man fühlt ihre Verzweifelung und gönnt ihr, nur ein kleines Bisschen vom gesuchten Glück zu finden.

                Und auf der anderen Seite?
                Die logische Konsequenz aus dem schrecklichen Verhalten der Frauen, wäre Mitgefühl und tiefe Empathie für die male-Prostitutes, die gedemütigten Barmänner, usw. aus Kenia. Doch: So einfach ist auch das nicht!
                Durch harte Kontraste - in vollkommener, durch Wachmänner und Begrenzungsseile abgeschottete Nobel-Hotel-Einöde, liegen Heerscharen an weißen Touristen in Reih und Glied, wenige Meter von den kenianischen Einheimischen am Strand entfernt, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als auf potentielle Kunden zu warten, denen sie ein paar Dollar für selbstgemachten Schmuck abluchsen können - schafft Seidl ein Gefühl für die Armut in diesem Land und die tiefe Verzweiflung, die die Einheimischen zu ihren Taten treibt. "Hakuna Matata" - alles kein Problem heißt es nach außen. Doch das ist falsche Fassade, denn es gibt ein Problem, ein gravierendes sogar: Geld. Ohne Geld nichts zu essen, keine Kleidung, kein Haus.
                Und da bittere Armut herrscht, zirkuliert Geld nur durch den Tourismus. Die reichen Damen ziehen es (absichtlich) als Köder hinter sich her und die Haie riechen Blut und gehen auf Jagd. Jedes Mittel ist recht.
                Und so heftig die Armut und die Zustände im Land sind, so abstoßend sind auf auch die perfiden Zocker-Methoden mit denen die Männer über die Tränendrüse abkassieren.
                Mein Bruder liegt im Krankenhaus.
                Mein Vater hatte einen Unfall
                Bla.. Nichts mehr "Hakuna Matata"

                Ambivalenz.

                Teresa will Liebe, Munga will Geld - ein System in dem jede Seite das hat und geben kann, was der andere braucht, jedoch nur um zu bekommen was er selber will.

                Keiner nimmt sich in PARADIES: LIEBE etwas, jeder verdient Mitleid und jeder erzeugt Wut. Das macht den Film schwierig, aber eben auch unheimlich stark. Werten muss der Zuschauer, aufgebaute Beziehungen stürzen in Minuten wieder ein.
                Eine Suche ohne Ziel, am Ende immer noch nur Leere.
                Allerdings eine, um einige Enttäuschungen reichere Leere.

                [http://weltamdraht.blogsport.de/2013/11/04/paradies-liebe-2013]

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                • 6 .5

                  Interessanter Film, der das Thema Sex Tourismus mal aus der weiblichen Perspektive zeigt.

                  Natürlich sind so manche Sachen erst mal komisch. Zb das die Frau den Männern erklärt, wie Sie sich zu verhalten haben. Die Männer präsentieren sich da eher wie Sex Maschinen.

                  Nativ finde ich das nicht. Die Männer in Thailand wollen auch nicht nur reinen Sex. Viele Heiraten da auch bzw wollen es und denken an die große Liebe.

                  Ich rede nun nicht von den Pädophilen.

                  Paradies: Liebe ist also durchaus ein guter Beitrag. Weil es eben nicht in den Köpfen der Menschen ist, dass auch das weibliche Geschlecht dem Sex Tourismus frönt.

                  Ich fand das Ganze auch sehr nachdenkenswert. Also warum das eigentlich so ist.
                  Für reinen Sex braucht man weder nach Thailand noch nach Kenia. Also ist es doch so, das den Menschen mit zunehmenden Alter etwas fehlt, was Sie hier nicht mehr bekommen.

                  Vielleicht liegt es auch an den Kommentaren, die es hier stellenweise gab. Und zwar Nackte Rentner wer will Sie sehen. Offenbar ist es im Schönheitswahn genau das Problem. Warum der Sex Tourismus floriert.

                  Irgendwann wird es bei uns alle Hängen. Und die Sehnsucht wird bleiben.

                  • 8 .5

                    Diese Dummheit, diese Naivität. Ich bekam jede zweite Minute Tobsuchtsanfälle, herrlich!

                    • 9 .5

                      Ulrich Seidl gehört zu den erbarmungslosesten Regisseuren, die ich kenne. Schlimm sind seine Filme für mich aus zweierlei Hinsicht: 1. Sie zeigen die Wahrheit. 2. Sie geben keine Antworten.
                      In Paradies: Liebe reist die Österreicherin Teresa, die um die 50 Jahre alt sein wird, nach Kenia. Das Präludium des Films zeigt sie vor dem Abflug als sie Tochter und Katze zur Aufsicht abgibt. Ihr Leben ist irgendwie trostlos gewöhnlich, verstärkt noch durch die fahle Farbgestaltung. Nach der Einblendung des Titels verändert sich die Szenerie: Bunte Farben des Hotels, schrille Sommerkleidchen der Hauptdarstellerin, Palmen, Sand, Ozean und natürlich die exotischen Einheimischen, in die man nur so reinbeißen möchte (laut Hotelgenossin). Die Affen kommen bis zum Balkon und die schönen, agilen “Neger” (das ist ein Zitat!), die “Jambo, Jambo” 200 Mal am Tag sagen und für die alles “Hakuna matata” ist, kommen auch fast an die Liegen der Touristen. “Das Fremde ist ja das Interessante” erklärt eine Bekannte Teresa im Hotel, die ihrem Moussa sogar ein Moped gekauft hat. Die molligen blassen Österreicherinnen sind hier um ein Liebesabenteuer zu erleben, eine paradiesische Affäre mit einem knackigen, muskulösen Schwarzen, die ihnen in ihrer tristen westeuropäischen Einöde verwehrt bleibt. Der Rassismus, der in dieser Faszination steckt, ist über weite Teile kaum noch erträglich. Mehrere Male zog sich mir die Kehle zusammen, weil ich so viel Verachtung einfach nicht ertragen kann.
                      [...]
                      Ich bin aus dem Kino gegangen und habe mich schuldig gefühlt. Weshalb genau weiß ich noch nicht… Aber dieser Film zeigt nicht das Paradies, sondern den status quo nach dem Sündenfall.
                      (die ganze Review gibt's auf http://bit.ly/14GsqTI)

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                      • 7

                        Kaum zu ertragen.

                        • 7 .5

                          [...] Seidls (Pseudo)Doku ist ein Werk voller Traurigkeit, in dem die Bezeichnung „Paradies“ genauso unerreichbar bleibt wie reine, bedingungslose Liebe. Das hat nicht nur die entlarvende Reaktion, dass der Betrachter sich als Voyeur immer deutlicher selbstertappt und nicht selten vor (Fremd)Scham die Augen vor der Wahrheit verschließen will, es ist auch die radikale Konsequenz, die trotz ihrer Unmittelbarkeit, die Hauptfigur mit viel Ruhe ausleuchtet und dem Zuschauer den Spiegel entgegenhält. Ein schmerzhafter Urlaubstrip ins sonnige Afrika.

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                          • 8

                            Vorsicht, ein sehr verstörender Film!
                            Ich mag verstörende Filme :-)
                            Es geht um Prostitution: diesmal sind die Geschlechterrollen verkehrt, ältere österreichische Frauen kaufen sich mehr oder weniger direkt junge kenianische Männer.
                            Der Film zeigt das ganze Elend: die Armut und fehlende Bildung der Prostituierten, die Verklemmtheit, Liebesunfähigkeit und Komplexe der sexkaufenden Frauen.
                            Der Film tut weh, schaut ganz genau hin, bleibt noch mehrere Tage im Kopf.
                            Prostitution ist einfach armselig, wie unsensibel und gestört muss man sein, wenn man Sex sucht, bei dem der/die eine an Sex denkt und der/die andere an Geld??? Wer braucht denn sowas?

                            • 8

                              Die besten "deutschen Filme" machen nach wie vor die Ösis. Man weiß eigentlich nie, ob man über die Absurdität lachen, über das Leben der Figuren traurig oder über das Gesamtbild verstört sein soll. Alles pass(ier)t zusammen und entwirft eine ganz eigene Realität. Nie gibt einem Seidl auch nur den kleinsten Hinweis und bleibt bedingungslos wertungsfrei. Er lässt das Leben die Arbeit machen, denn das ist schon lustig, traurig und absurd genug. Die Betonkamera liefert meisterliche Bildkompositionen des Grotesken, das man mit einer Mischung aus Mitleid und Fremdscham teilweise einfach durchstehen muss. Wenn einem der Sinn danach steht. Diese Konsequenz ist anstrengend und man muss sie nicht mögen, aber in ihrer Gesamtwirkung ist sie auch irgendwie genial.

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                              • 9

                                Lange nicht mehr so gelacht im Kino. Es ist schön als Zuschauer die Tragik von Filmfiguren von anfang an zu begreifen und die Protagonisten des Films dann gnadenlos an ihren Wünschen scheitern zu sehen. Ästhetisch klar und einfach, was ich so am deutschsprachigen Film schätze und inhaltlich so konsequent wie ein koreanischer Thriller. Großes Kino im kleinen Urlaubsresort.

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                                • 6

                                  Sextourismus mal von der anderen Seite. Wenn alte Männer sich für Geld junge Dinger gönnen, so ist das fast schon normal, die umgekehrte Variante wird von der Gesellschaft eigentlich nicht beachtet, deshalb hat der Film durchaus seine Existenzberechtigung. Teresa fährt aber nicht nach Kenia, um sich Sex zu kaufen, sondern die Liebe zu finden. Hier beginnen aber in meinen Augen die Probleme. Oke, man kann ja anfangs vielleicht noch sehr naiv sein und glauben, dass die Männer sich in Teresa verlieben, aber irgendwann beginnt die Verzweifelte völlig irrational und dumm zu handeln. Die Männer wollen ihr Geld und sagen ihr das völlig unverblümt ins Gesicht, und sie gibt es ihnen, auch ist das Zögern nur sehr kurz, als sie ständig mehr verlangen. Deswegen ist für mich die Rolle der Teresa total unsympathisch und ich will, dass es ihr schlecht geht. So blauäugig kann doch niemand sein in dem Alter. Man muß aber zugeben, dass Margarethe Tiesel diese Rolle hervorragend spielt. Sowas muß man erst mal bringen können! Die letzten beiden Szenen waren dann eher unangenehm und tragikomisch, vor allem die Geburtstagsparty hätte man in der Form nicht unbedingt zeigen müssen. Aber oke, Blick in die Seelen der Frauen und zeigen, wie es wirklich ist, schon klar. Kann man verkraften. Die Flut an Auszeichnungen kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Provokation und das Brechen von Sehgewohnheiten allein ist mir für einen Topfilm zu wenig. Seidls Hundstage gefiel mir da um Welten besser. Bin dennoch auf Glaube und Hoffnung gespannt, werd ich mir sicher ansehn.

                                  • 3

                                    Das Hr. Seidl für dieses Machwerk nicht seitens diverser Interessengruppen für Frauen in "mittleren Jahren" verklagt wurde und wird wundert mich wirklich. Dem geneigten Zuschauer präsentiert sich hier ein 2 stündiges Portrait über eine Dame die (hoffentlich) einfach nicht Durchschnitt ist, sondern extraarm! Arm an Selbstbewußtsein, an Phantasie, an Perspektive usw. und schlussendlich auch noch arm an Vernunft. Wo Seidl sonst die Realität und unseren Eindruck von ihr hinterfragt und routiniert dekonstruiert hat präsentiert er hier lediglich einen reichlich ekelig und naiv ausfallenden Abriss gefühlsmäßiger Befindlichkeiten von gängigen und allzu stereotypen Charakteren, sowie deren beidseitige Bedingt- und Abhängigkeit. Einziger Lichtblick, nach 2 Stunden mittelmäßig widerlicher Tristesse, war und ist für mich die starke Darstellung der M. Tiesel. Ihre Leistung und der schonungslos Anwendung findende Schleichrassismus sind mir 3 Punkte wert. Leider ansonsten ein Griff ins Klo, Hr. Seidl.

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                                    • 6

                                      Seidls neuen Film halte ich für schwächer als beispielsweise "Hundstage" oder "Import / Export". Nach einer tollen Exposition - Wir sehen behinderte Menschen in einem Autoscooter (institutionalisierter Eskapimus, wie S. Bendix schreibt) - verliert der Film an erzählerischer Kraft, sobald die Protagonistin in Afrika angekommen ist.
                                      Zwar geht Seidl wie immer dorthin, wo es wehtut, und zeigt den Menschen in seiner ganzen Hässlichkeit und Kläglichkeit. Und weil er so treffsicher ist in seinem denunziatorischen Gestus, empfindet der Zuschauer (ich) Scham. Andererseits ist die Thematik aber auch banal: Als Zuschauer versteht man sehr schnell, wie der Sextourismus funktioniert: Auf der europäischen Seite Selbsthass, Einsamkeit, Gier und Naivität, auf der afrikanischen Seite materielle Not, psychologische Tricks und Geschäftssinn. Wenn der Film das auserzählt, wird er zunehmend thesenhaft und illustrativ. Ich vermisse die Originalität und den Hang zum Absurden aus den früheren Filmen.

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                                      • 8 .5

                                        Von Ulrich Seidl kann man denken was man will, aber er macht ehrliche realistische Filme, überhaupt als man so das Gespräch zwischen den 2 molligen Weibern hört, wie die eine meint dass die Neger so gut riechen und dass sie die Haut von dem einen abschlecken könnte die ganze Zeit. Ja das denke ich mir auch immer über gewisse Körperpartien von stark pigmentierten Mitmenschen. Weiblicherseits.

                                        TERESA ist 50 und wohnt in Wien, macht Urlaub in Kenia, die Tochter bleibt bei der Schwester glaube ich, weiß ich jetzt nicht mehr, jedenfalls wird mit Katze umgezogen und da ist gleich der 1. Interessant Punkt. Kleines Zimmer, Bett mit TV, die Tochter ist 14 und wächst, auch in die Breite, ein dickes faules Teenager Dreckstück, oh Mann also wenn ich mir vorstelle wie das ist wenn man so ein Teenager ist, ein Horror. Also die Arme Mutter.

                                        Nun, die Gespräche gehen ja weiter man redet über Intimrasur, über die wenigen Haare, über die Vorlieben der Frauen die oft sehr auf Sex und Liebe bezogen sind, irgendwie ist der Film sehr ehrlich sehr weiblich und man kann sich fremd schämen. Na wo hört man heute schon in Hollywood so Direct to Video Gespräche über Achselhaare, über die Buschwindröschen und die Perlen im Mösenbereich, wo hört man schon so coole Gespräche über die Vorteile von Rasur bei älteren Damen um die 50, ja das kann man sich nicht so einfach vorstellen, 50 zu werden ist echt scheiße, denn dann bist du bald 60 und 70 und dann tot, aber bis dorthin haben wir ja noch Zeit, ich auch.

                                        Der Film hat 'ne witzige Story, also TERESA macht Urlaub in Kenia und lässt Tochter bei ANNA MARIA der Schwester, ja genau. Und die Handlung ist nur ganz kurz denn es geht eigentlich darum wie 2 Frauen reagieren in verschiedenen Situationen und alles ist auf Sex bezogen. TERESA will sich verlieben, und kommt drauf, am Strand beim Hotel da wo sie in Kenia ist ja da geht es eigentlich nur um Sex und um das Ausnützen von notgeilen 50 Jährigen Frauen aus Europa die mit Ihrem Hängebauch und Hängetitten mal das Gefühl haben wollen von einem Muskulösen gefährlich wirkenden Strandneger bestiegen zu werden, denn denen ist es egal ob du mollig bist oder nicht, für die ist das oft ein Schönheitssymbol, und da man hin und wieder gerne was erotisch exotisches im Bett hat, kann ich mir schon gut den Frust von TERESA vorstellen.

                                        Ich hätte ehrlich gesagt lieber mehr von der Schwester sehen wollen, denn das ist Maria Hofstätter, die in Import / Export gespielt hat, auch von Ulrich Seidl. Und die hat ein besonderes Schauspieltalent, die kann sehr einfach eine Drecksau sein und ein blödes Dreckstück und spielt oft in Ulrich Seidl Filmen.

                                        Allein schon die Szene, irre echt, wie TERESA am Strand ist und von Elfenbein hört und von anderen Dingen die illegal sind nach Wien mit zu nehmen oder sonst wo auf der Welt. Es geht wirklich nur um Geld, die Neger da unten scharen sich schon alle in langen Schlangen und warten geradezu begehrlich auf reiche fette Europäerinnen, nein das ist leider Realität, wer da mal unten ist wir das erleben was aber fast überall in armen Ländern ist.

                                        Naja wieso nicht, Nebengeschäfte machen ist ja gut, die machen wenigstens was, während bei uns viele Leute lieber Arbeitslos bei Hartz 4 mit 400 € im Monat leben und herumschimpfen, da geh ich doch lieber nebenbei arbeiten und pfusche und gehe schwarz arbeiten und lasse mir was einfallen, wieso nicht.

                                        Egal anderes Thema. Die Story übrigens ist ein Teil von einem Dreiteiligen Filmepos, oder einer Art Trilogie die irgendwie ineinander verwoben ist und sich auf den ungarischen Schriftstellers Ödön von Horváth bezieht der 1932 sein Glauben Liebe Hoffnung Spektakel auf die Bühne brachte. Der leicht sarkastische Film ist natürlich anders als das Theaterstück von damals aber egal, es geht um Hoffnung, im Film um Liebe eben, um die Sucht oder Sehnsucht nach einer Berührung aus Liebe, nach den ehrlichen Worten eines Mannes der dich nicht kennt und dich mag weil du nett bist.

                                        Zu Hause, ja wer mag dich, du bist alt, du hast 'ne Tochter, du bist hässlich, du bist mollig, du hast Stress, du bist Arm, du hast wenig Geld, du hast wenig Platz in der Tochter, du kannst nicht frei reden, du bist vielleicht Alleinerzieher und hast Schulden du kannst dir den Strom nicht leisten aber machst Urlaub in Kenia um auszuspannen und was neues zu erleben und nicht dauernd an die Probleme zu denken die du den ganzen Tag hast. Der Film ist nett, er ist ehrlich und er ist nicht übel.

                                        Die Hauptdarstellerin Margarethe Tiesel die von 1981 bis 1983 an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst „Mozarteum“ in Salzburg Ihr Schauspielstudium gemacht hat, ist wirklich eine sehr gute Schauspielerin, ich finde sie ist die Urwienerin, die wirklich nette gemütliche aber im Herzen gebrochene Urwienerin, mit der man Lachen und Arbeiten kann und die genauso gut blasen wie kochen kann und die sich nicht darum scheißt ob du 2 Meter bist, einen 50 cm Prügel hast oder 1 Million am Konto, Tiesel ist im Film so richtig aufgegangen oder einfach so wie sie ist, eine wunderbare Darstellung in einem echt traurigem Film, ein Film wo wirklich Schmerz zurückbleibt, Schmerz vor dem Alleine Sein, vor dem Sich selber hassen und nicht leiden können und Schmerz vor den alltäglichen Problemen.

                                        Du gehst nach 120 Minuten aus dem Kino und alles ist wieder so wie es war. Man merkt so richtig wie TERESA zerbricht, wie sie spielt, Übrigens, der Film ist im Wettbewerb der 65. Internationalen Filmfestspiele von Cannes uraufgeführt worden und hat gute Kritiken erhalten und ich muss sagen das hat er sich verdient. Naja TERESA ist ja sozusagen ein weiblicher Sextourist, vielleicht gibt’s mal einen Film über männliche in Thailand und den ganzen Horror mit minderjährigen Entführungs Sex Opfern.

                                        Nun wie gesagt, der Film ist gut, er ist wienerisch, er ist österreichisch, er ist ehrlich, er ist deprimierend, er ist für das wenige gut gespielt hat wenig Handlung, Filmmusik, Technik, Effekte, Schnitt, das alles ist hier sehr einfach aber von der Geschichte her, 85 Punkte kriegt er von mir.

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                                          Puuh... ein schwieriger Film! Das Schauen viel mehr schwer, mehrmals überlegte ich das Kino zu verlassen und jetzt fällt mir auch das bewerten schwer. Nein, bei der Bewertung geht es für mich nicht um filmische Umsetzung, die Schauspieler, die Kamera, die eingesetzte Musik, das passt alles; was für mich alles so schwer macht ist der Inhalt, was gezeigt wird, wird, wie es gezeigt wird. Weiße Frauen, die sich in ein afrikanisches Land, nach Kenia, früher Kolonie, begegeben, auf der Suche nach... ja nachwas, nach Liebe, nach Anerkennung, nach körperlichem Belangen? Sie benutzen das N-Wort, lachen über mangelnde Deutschkenntnisse der Kenianer*innen und begeben sich, ohne Kenntnisse der Kultur, in eben diese. Dies alles wird gezeigt. Das ist in jedem Fall unbequem, solch einen Rassismus zu sehen. Sicherlich existiert dieser real, aber in dann hier auch noch, in einer Inzenierung, in einem Schauspiel sehen zu müssen, schwierig. Vor allem, weil dann doch diese beklommene Stimmung immer wieder durch Heiterkeit, Belustigung abgelöst wird. Der Film ist hier sicher schön, um das Thema anzugehen, es zu besprechen. Mir kraust aber davor, dass dieser Film gesehen wird, ohne den nötigen Hintergrund, oder eine Aufarbeitung, dass es gesehen wird, und die rassistischen Eigenheiten, Alltag werden können. Außer diesem Thema beschäftigt mich auch noch das Frauenbild. Was wird hier gezeigt, über was wird hier, im besten Falle, zum Nachdenken angeregt, im schlechtesten Falle, sichlustig gemacht: Frauen, mittelhohem Alters, die nicht den Schönheitsidealen entsprechen, aber immernoch, hach wie Absurd, ein Verlangen nach Liebe, Geborgenheit und Anerkennung haben. Hier wird nicht das Problem gezeigt, dass dies in unserer Gesellschaft verwehrt wird, das ist der Punkt, sondern das Symptom dass diese gesuchten Dinge, dann woanders gesucht, oder erstanden werden. Das ist traurig, aber ein Symptom der Gesellschaft, das sollte zum nachdenken anregen, nicht zum darüber lachen, oder aufregen. Aufregen kann man sich natürlich über das kolonialistische Verhalten der Damen, aber nicht um ihren Wunsch.

                                          • 9

                                            Arm frisst arm... Bilder, echt, wie aus einer Doku. Eine hervorragende Protagonistin, ein Film der einen erschlägt.
                                            Anschauen.

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                                            • 5

                                              Das Thema von Ulrich Seidls erstem Teil der Paradies-Trilogie war schon nicht besonders spannend. Die langwierige und langatmige redundante Geschichte um drei weiße österreichische "Grazien", die in Kenia die Liebe bzw. Sex suchen, ist jedoch so überraschungs- und spannungsfrei, dass ich doch ziemlich enttäuscht bin vom neuesten Werk des bislang so genial sezierenden Österreichers. PARADIES LIEBE kommt weder an die Brutalität von HUNDSTAGE noch an die abstoßende Groteske TIERISCHE LIEBE oder die ernüchternde Studie über MODELS heran.
                                              Der erste Paradies-Teil ist leider nur an wenigen Stellen interessant, das liegt auch daran, das Seidl seinen Stil nicht gerade weiterentwickelt hat. Wer alle seine Filme davor gesehen hat, wird hier auf eher Bekanntes stoßen, das zudem für Seidl erstaunlich lehrhaft etwas erzählen will, was eigentlich jeder weiß.
                                              Abgesehen davon, dass die Story an einigen Stellen sogar total unglaubwürdig ist, etwa, wenn die dicke weiße Frau Nachts alleine ins Viertel der Einheimischen latscht um sich bumsen zu lassen. Sowas würde selbst die dümmste Touristin kaum machen, es sei denn, man ist so desperate nach Sex, das einem alles Wurscht ist. Teresa und ihre rassistischen Freundinnen treiben die Spielchen mit den schwarzen Callboys an ihrem Geburtstag auf die geschmacklose Spitze. Weiblicher Sextourismus at it's ugliest. Ja, meine Damen, nicht nur Männer, die daheim nichts mehr aufreißen können, fliegen zum Vögeln nach Thailand, sondern auch die Geschlechtsgenossinen - nur eben in die andere Richtung nach Kenia oder in die Karibik. Neu ist das nicht. Und auch die Sicht darauf nicht wirklich. Die Bilder, die eventuell schockieren sollen, finde ich sogar ausgesprochen "ästhetisch". Das spielt eigentlich aber auch keine Rolle mehr bei der Banalität der Story um Teresa und ihren Freundinnen. Immerhin denunziert Seidl weder die eine noch die andere Seite, was angesichts des Themas sexuelle Ausbeutung und Frustration gar nicht so einfach ist.

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                                              • 9

                                                Es verwundert kaum, wenn sich Ulrich Seidl in einer Filmtrilogie den drei Theologischen Tugenden (Glaube, Liebe, Hoffnung ) widmet und ihnen zudem noch den Garten Eden voranstellt; zwar sind Seidls Filme geradezu Schulbeispiele für die systematische Widerlegung jedweder Existenz ebendieser Grundfeste in einer Gesellschaft, die gezeichnet ist von Kälte, Repression und Egozentrik, doch ist Seidl nicht nur der vielleicht konsequenteste Realist des zeitgenössischen Kinos, sondern auch ein grimmiger Ironiker: Frei nach dem ersten Korintherbrief, in dem es heißt, die größte unter den christlichen Tugenden sei die Liebe, stellt er diese an den Anfang seines Tryptichons, und erzählt doch in erster Linie von Ausbeutung, allenfalls noch von einer enttäuschten Liebe, die ohnehin nur als illusorisches Konstrukt aus Selbsttäuschung und falschen Erwartungen existiert hat. Theresa heißt die Protagonistin in “Paradies: Liebe”. Mitteleuropäerin. Mittelständisch. Mittfünfzigerin. Alleinerziehende Mutter. Sicher ist sie schon seit langem nicht mehr richtig geliebt worden; Seidl braucht nur wenige Szenen, um transparent zu machen, weshalb es sie fortzieht in den Osten Afrikas, von dem sie sich Exotik erhofft, Abwechslung und, natürlich, Liebe.

                                                Jede Sequenz bis dahin ist ein Kabinettstück an grotesk-tragischer Alltagskomik – der “Behinderten-Autoscooter” gleich zu Anfang, eine hintersinnige Illustrierung des institutionalisierten Eskapismus, der nichts weiter will, als der Tristesse ein angenehmeres Gesicht zu geben; die Interaktion zwischen Theresa und ihrer Tochter, die man “Scripted Reality” nennen könnte, wäre der Begriff nicht schon so behaftet. Es sind archteypische Szenarien für einen Seidl-Film; gnadenlos echt, niemals schön anzusehen. Findet man bei Haneke, dem anderen “großen Österreicher”, noch einen gewissen Hang zur Stilisierung und filmische Anknüpfungspunkte, die bis zu Bergman oder Bresson reichen, ist Seidls Art zu filmen einzig und allein jenen Ansprüchen und Erkenntnissen verpflichtet, die er als Dokumentarfilmer gewonnen hat – seine Filme sind vielleicht nicht radikaler, aber schmuck- und kunstloser, und deshalb weniger konsensfähig. Vor allem aber sind seine Filme geprägt von der Einsicht, dass es keiner Überzeichnung bedarf, um die Absurdität der Wirklichkeit und der gesellschaftlichen Randphänomene, derer sich Seidl bevorzugt annimmt, herauszuarbeiten.

                                                “Sex-Tourismus” heißt das Stichwort von Seidls neuem Film. Das vermeintliche Paradies ist die ehemalige britische Kolonie Kenia. Theresa ist eine von vielen älteren Frauen, die aus Europa anreisen, um in der ihnen völlig fremden Umgebung ein wenig Bestätigung und Zuneigung zu erhalten, von den Einheimischen “Sugarmamas” genannt. Im Reisebus müssen die Touristen immer wieder mantraartig die Swahili-Worte “Jambo” und “Hakuna Matata” wiederholen, die ihnen im Laufe ihres Aufenthalts immer wieder begegnen werden, um ihnen ein Gefühl von Zugehörigkeit zu suggerieren; begrüßt werden sie von einem einheimischen Chor und dem malerischen Panorama des himmelblauen Meeres, auf den ersten Blick durchaus paradiesisch, auf den zweiten eine neokolonialistische Vorhölle: Immer wieder fährt die Kamera über eine nicht enden wollende Reihe von weißen Leibern auf Liegestühlen, durch eine provisorische Abgrenzung akkurat von den Anwohnern getrennt.

                                                Wie schon in den Vorgängern “Hundstage” und “Import/Export” nimmt Seidl lediglich die Rolle eines Beobachters ein und verzichtet dezidiert auf eine explizite moralische Wertung; auf die unbequemen Fragen, die er stellt, gibt er einmal mehr lieber gar keine Antwort, als es sich und dem Zuschauer allzu leicht zu machen. Leicht ist nichts in “Paradies: Liebe”. Minutenlang starren wir auf die Rücken von Theresa und ihrer Freundin, während sie an einer Bar sitzend über den – Zitat – speziellen Duft von “Negerhaut” debattieren und den Kellner zu ihrer Belustigung Dinge wie “Speckschwarterl” sagen lassen; wir müssen die grenzenlose Naivität Theresas angesichts der Avancen ertragen, die ihr der ortsansässige Munga macht, um ihr später durch mehr oder minder subtiles Appellieren an ihr schlechtes Gewissen gegenüber der Armut des Landes das Geld aus der Tasche zieht – Beginn eines ambivalenten gegenseitigen Ausbeutungsverhältnisses; wir sehen Theresa dabei zu, wie sie ihn darin unterweist, eine Frau auf “europäische” Art und Weise anzufassen; und schließlich nehmen wir Teil an Theresas Geburstagsfeier, zu der ihr als eine Art lebendiges Sexspielzeug ein Stripper “geschenkt” wird, den sie und ihre Freundinnen verzweifelt dazu zu bringen versuchen, eine Erektion zu bekommen.

                                                In “Paradies: Liebe” findet Seidl erneut unangenehme Bilder für ein unangenehmes Thema; anders als Laurent Cantet, der in seinem Film “In den Süden” dasselbe Thema ungleich zurückhaltender behandelte, verwahrt er sich jeglicher Dramaturgie und erspart dem Zuschauer nichts – vor allem durch den beispiellos mutigen darstellerischen Kraftakt von Margarethe Tiesel, die sich im wahrsten Sinne des Wortes so sehr entblößt, wie man es als Schauspielerin nur kann, gewinnt “Paradies: Liebe” eine schonungslose Körperlichkeit, die weit über den Abspann hinaus nach Fassung ringen lässt. Ein tieftrauriges, radikales, komisches und widersinniges Meisterwerk.

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                                                • 7 .5

                                                  Die Realität erdrückt in diesem Film.Es ist ekelerregend wie sich Menschen mit unterschiedlichen Erwartungen begegnen und sich gegenseitig belügen.
                                                  Einerseits ist es schockierend,wie diese Loverboys "arbeiten" und nicht wie weibliche Prostituierte einfach den Preis für ihre Dienstleistung nennen und andererseits ist es beschämend,dass es Frauen gibt,die blauäugig auf die große Liebe hoffen und Geld für "ehrliche" Gefühle blechen...
                                                  Ich finde der Regisseur hat die menschlichen Abgründe bezüglich dieses "Tabu-Themas" sehr gut dargestellt.Hier wird nix verschönert und mit Hollywood aufgepeppt ,sondern hier wird die pure Realität schonungslos gezeigt!
                                                  Nicht für jeden Geschmack,aber wer sehen will,wie es ist,soll ihn schauen!

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                                                    Ohje, sehr bedrückend und unangenehm, kam sehr sehr real rüber. Fand ihn heftiger als der Trailer vermuten ließ.