Paradise Now
Paradise Now (2005), FR/NL/DE Laufzeit 91 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 29.09.2005
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8 Kommentare
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von Hany Abu-Assad, mit Kais Nashef und Ali Suliman
Khaled und Said, zwei junge Männer aus Palästina, wurden dazu auserkoren, einen Selbstmordanschlag in Tel Aviv durchzuführen. Ihre letzte Nacht verbringen sie mit ihren Familien, aber noch nicht einmal die dürfen von ihren Plänen erfahren. Kurz nachdem die beiden am kommenden Morgen an die Grenze gebracht und sie zum voraussichtlich letzten mal ihr Heimatland gesehen haben, verlieren Khaled und Said sich aus den Augen.
HandlungKhaled (Ali Suliman) und Said (Kais Nashef) sind seit ihrer Kindheit gute Freunde. Gemeinsam versuchen sie, ihrem tristen Alltag zu entkommen. Eines Tages wird ihnen von befreundeten Terroristen erklärt, sie seien als Märtyrer bestimmt, um sich in Israel in die Luft zu sprengen und so viele Feinde mit in den Tod zu reissen. Die letzte Nacht vor dem Attentat verbringen sie getrennt voneinander mit ihren Familien. Jamal (Amer Hlehel), ein Mitglied der Terrorgruppe, bleibt die letzte Nacht bei Saids Mutter (Hiam Abbass) und Geschwistern. Said, dessen Vater wegen Kollaboration mit den Israelis ermordet wurde, besucht in der Nacht noch einmal Sahu (Lubna Azabel), die Tochter eines bekannten Märtyrers, die nun liberale Ansichten hat. Ihr Gespräch mit Said fruchtet jedoch nicht.
Am nächsten Tag soll die Mission starten. Beide Männer verlesen ihre letzten Worte an die Welt bei laufender Kamera. An der Grenze nach Israel sollen sie einen Helfer treffen. Das Vorhaben scheitert jedoch. Die beiden werden getrennt und sind somit auf sich alleine gestellt. Beide tragen noch unter ihrem Anzug die nicht gezündeten Bomben. Khaled findet zur Terrorgruppe zurück und beginnt Said zu suchen. Während dieser Suche machen sich bei ihm Zweifel breit, ob seine Entscheidung die richtige ist.
Gegen Abend kann er mit Sahus Hilfe Said finden. Dessen Entschluss aber steht: er möchte die Familienehre wiederherstellen. Khaled begleitet Said zunächst, wird aber doch zu sehr von Zweifeln geplagt und entschließt sich letztendlich gegen einen Selbstmordanschlag, während Said sich in einen Bus voller Israelis setzt.
Weiterführende Informationen
Problematische Dreharbeiten
Rezeption
Zur Geschichte der Selbstmordattentate
Ein weiterer Film, der die Thematik der Selbstmordattentate aufnimmt, ist Syriana
Weitere Informationen im Internet
Interview mit dem Regisseur Hany Abu-Assad
Weiteres Interview mit dem Regisseur über seinen Film
Kritik am Filmheft der Bundeszentrale für Politische Bildung Selbstmord „für ein höheres ideelles Gut“?
QuelleFilmheft der Bundeszentrale für Politische Bildung, PDF-Version (zum Downloaden)
Cast & Crew
-
Hany Abu-Assad
-
Kais Nashef
-
Ali Suliman
-
Lubna Azabal
-
Amer Hlehel
-
Hiam Abbass
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Saids Mutter
-
Ashraf Barhom
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Abu-Karem
Regie
Schauspieler
-
Mohammad Bustami
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Abu-Salim
-
Hany Abu-Assad
-
Bero Beyer
-
Pierre Hodgson
- Genre
- Schicksalsdrama, Politdrama
- Zeit
- Krieg gegen den Terror, Nacht
- Ort
- Dorf, Dorfleben, Israel, Naher Osten, Palästina
- Handlung
- Adoleszenz, Altstadt, Arbeitslosigkeit, Art House-Film, Beste Freunde, Busbombe, Busfahrt, Bushaltestelle, Bürgerkrieg, Dorfleben, Dschihad, Ehre, Freundschaft, Gehirnwäsche, Glückliche Kindheit, Individuum, Israeli, Kindheitserinnerung, Koran, Moschee, Moslem, Mutter-Sohn-Beziehung, Märtyrer, Nahost-Konflikt, Nationalismus, Patriotismus, Scheitern, Scheitern, Selbstmordattentäter, Terrorismus, Terrorist, Terrorkommando, Verlust einer geliebten Person, Wut und Hass, Zweifel
- Stimmung
- Hart, Traurig, Verstörend
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Paradise Now
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Trailer zum Film Paradise Now
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Links zum Film Paradise Now
- Paradise Now: critic.de
- Paradise Now: cineclic.de








Kritiken (2) — Film: Paradise Now
Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten
Kommentar löschenAbu-Assad lässt die Täter zu Menschen werden, zu Einzelschicksalen, und die Gratwanderung gelingt, weil er an keiner Stelle Partei ergreift. [...] So überhitzt die Akteure bisweilen erscheinen, so nüchtern und kühl bleibt Abu-Assads Blick. Er dokumentiert und fragt, ohne zu bewerten, überlässt es dem Zuschauer, sich ein Bild zu machen. Auf eine Dramatisierung durch Musik hat der Regisseur bewusst verzichtet, die Stille vor der Tat zum Stilmittel gemacht.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...
Kommentar löschenDie Frage nach dem "Warum" zu erörtern, sei keinesfalls sein Anliegen gewesen. Warum auch? Für ihn steht sie fest: Israel ist an allem Schuld. Und so entlarvt Hany Abu-Assads kontrovers diskutiertes Drama "Paradise Now" wohl eher ungewollt Lügen, Pathos und Parolen, mit dem fanatische Palästinenser in den Märtyrertod geschickt werden und zig Unschuldige mit sich reißen. Der Film zeigt die letzten Stunden zweier seiner Landsleute, die im Westjordanland als Selbstmordattentäter rekrutiert werden.
Kritik im Original 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (6) — Film: Paradise Now
Kommentar schreibenPepilotta 2011/12/20 12:37:33
Kommentar löschenIch bin überrascht über die Lesart mancher Leute hier. Mir wäre gar nicht in den Sinn gekommen, dass man den Film so verstehen könnte.
"nette selbstmordattentäter von nebenan" - kaum zu glauben, aber es sind wirklich Menschen, die sich da in die Luft sprengen. Mit Familien und Job und was man nicht so alles hat.
"Propaganda"? - Warum zebricht der Film dann die scheinbare Helden-Romantk durch Realität (und einen gewissen Witz), wenn Khaled seinen Abschiedstext 3 mal aufsagen muss, weil Extremisten offenbar nicht durchgängig allzu technisch versiert sind und offenbar nicht mal ne Kamera ans Laufen kriegen?
Warum geht es dann soviel um Zweifel, warum wird diskutiert - bei einem Propagande-Film gibt es nichts zu diskutieren.
Eine naive Vorstellung außerdem, das die "Helden" im Film immer die Guten sind.
Der Film ermöglicht Verständnis und Einblick - offenbar wird das schnell falsch verstanden.
##SPOILER##
Die Dialoglastigkeit ist die Stärke des Films. Es ist eben kein Action-Streifen. Die Helden zweifeln, sind unschlüssig, gehen vor und wieder zurück und wieder vor... Am Ende kommt einem die Entscheidung beider Figuren aber wie in Münzwurf vor. Und da liegt die Schwäche des Films. Der letzte Entschluss beider Hauptfiguren ist nicht ganz nachvollziehbar. Warum ist Khaled so plötzlich umgestimmt und Said, der anfängliche Zweifler, auf einmal doch nicht mehr? Dieser Dialog fällt zu kurz aus. Die Schlüsselszene für Said fehlt.
Was auch fehlt, ist der Rückblick - wie sind die beiden eigentlich auf die Idee gekommen? Wann haben sie sich freiwillig gemeldet? Wie üblich ist das unter den jungen Männern im Gaza-Streifen?
Trotzdem eine wichtige Perspektive.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
WarrenAnname 2011/10/30 20:35:55
Kommentar löschenEin Streifen für alle Freunde des gepflegten Judenmords.
"Dieser Film
verharmlost und legitimiert die Ermordung unschuldiger
Menschen durch so genannte Selbstmordattentäter,
deren mörderische Handlungen noch immer
als Verzweifl ungstaten entschuldigt und deren zahlreiche
Opfer verschwiegen werden.
Allein in Israel wurden zwischen September 2000
und Februar 2005 durch Selbstmordattentate 731
Zivilisten getötet und 4998 verwundet. Eine Umfrage
von 2002 zeigte, dass 15,4% der israelischen
Bevölkerung (jüdische wie arabische Israelis) in den
letzten 18 Monaten persönlich von Terroranschlägen
betroffen wurden. Von rund einem Fünftel der
Befragten wurden Familienmitglieder oder Freunde
durch Selbstmordattentate verwundet oder getötet.
Der Film Paradise Now“ zeigt die Opfer der Anschläge
nicht. Er zeigt Verständnis für die Täter.
Der Regisseur des Films Hany Abu-Assad erklärte
in einem Interview: „Die Selbstmordanschläge sind
eine Folge der Unterdrückung, die zuerst aufhören
muss. […] Ich bin gegen die Tötung von Menschen,
und ich will das stoppen. Aber ich verurteile die
Selbstmordattentäter nicht. Für mich ist das eine
sehr menschliche Reaktion auf eine extreme Situation.“
(www.quantara.de) Mit dem Besuch dieses
Film unterstützen Sie diese verharmlosende Sichtweise.
Die einseitigen Schuldzuweisungen gegen
Israel und seine Bevölkerung, die in dem Film geäußert
werden, zielen bewusst darauf, die Opfer der
Selbstmordattentate aus dem Fokus zu nehmen, um
jedes Mitgefühl mit ihnen zu vermeiden. Stattdessen
sollen die Mörder Opfer sein?
„Wir befi nden uns im Krieg und ich bin ein Soldat.
Ich und Tausende wie ich haben alles aufgegeben,
um dem einen Gott zu dienen. Ich bin überzeugt,
daß ich nach meiner Tat ins Paradies gelangen
werde.“ erklärte Mohammad Sidique Khan, einer
der Attentäter von London. Antisemitischer Hass
auf Israel, die Juden und „den Westen“ ist Antrieb
der Bereitschaft, sich selbst als lebende Bombe zu
töten. Darin äußert sich nicht Verzweifl ung, sondern
Vernichtungswahn. So erklärte ein 22jähriger
Hamas Bomber, ein Universitätsstudent, in seinem
Abschiedsbrief: „Wie schön ist es zu töten und getötet
zu werden.“ Durch Selbstmordanschläge wie in
Israel, aber auch in New York, auf Djerba oder Bali,
in Madrid oder zuletzt in London sollen so viele
Menschen wie möglich, unabhängig ihrer Herkunft,
ihres Glaubens oder ihrer politischen Einstellung
ermordet werden. Darüber hinaus wird den Opfern,
als Juden oder Vertretern „des Westens“ die Schuld
an den antisemitischen Projektionen der Mörder
gegeben.
Vor wenigen Wochen wurde vom Kultusministerium
der Palästinensischen Autonomiebehörde das
Buch „Was sagte Hanadi“ herausgegeben. Es handelt
sich um eine poetische Lobeshymne auf Jaradat
Hanadi (genannt „Die Rose von Palästina“), eine
junge Palästinenserin, die sich im Oktober 2003 in
einem Restaurant in Haifa in die Luft gesprengt hatte;
29 Israelis starben bei dem Anschlag. Im Buch
heißt es: „Oh Hanadi, erschüttere die Erde unter den
Füßen unserer Feinde, sprenge sie in die Luft! Es
ist Hanadis Hochzeitstag, wenn der Märtyrertod für
Allah das höchste Ziel wird.“
Beim Selbstmordanschlag von Jaradat Hanadi in
dem beliebten Restaurant Maxim in der Nähe von
Haifa verlor eine Frau ihre Eltern, ihren Bruder,
dessen neunjährigen Sohn und ihren jüngsten Sohn:
„Ich erinnere mich, dass die Attentäterin zwischen
meinem Vater und meinem Bruder in dem Restaurant
stand. Sie sah aus wie eine junge israelische
Frau und sie war sehr schwanger. Ich erinnere mich,
dass ich dachte ‚Was macht sie da zwischen meinem
Vater und meinem Bruder?’ Als das Restaurant
in die Luft fl og, dachte ich an nichts mehr – aber ich
wusste, dass Mitglieder meiner Familie tot waren.
[…] In einer Sekunde waren drei Generationen meiner
Familie ermordet worden. Ich wusste nicht, an
wen ich zuerst denken sollte. Ich dachte an unseren
überlebenden Sohn Omri und seinen Verlust. Wir
sagen zu unseren Kindern in Israel, dass die Shoah
sich nie wiederholen wird, aber für unsere Familie
hat es sich wiederholt. Dies war nicht Deutschland,
nicht Polen, sondern Israel. Wir können unseren
Kindern nicht erzählen, dass Israel ein sicherer Platz
für Juden ist.“
Die israelische Familientherapeutin Eleanor Pardess
berichtet über die Folgen eines Selbstmordanschlages:
„Zivilisten, die an Orten wie Cafés oder Discotheken
getötet werden, werden an Orten ermordet,
die als sichere Zonen angesehen werden – die zum
Kampfgebiet geworden sind. Einige menschliche
Voraussetzungen werden grundlegend erschüttert,
wenn jemand dir in die Augen schaut und dich dann
in die Luft sprengt, oder wenn die Medien Bilder
von Menschen zeigen, die jubelnd durch Straßen
tanzen und Glieder unserer Toten in ihren Händen
halten. Menschen können nicht glauben, dass jemand,
den sie gar nicht kennen, einen Bus in die
Luft sprengt, in dem sie sitzen (oder einen Zug wie
in Madrid).“
Am Ende des Films „Paradise Now“ werden Sie einem
solchen Menschen in die Augen sehen, der sich
in einem Bus in die Luft sprengt. Sie werden nur
noch seine Augen sehen. Die Opfer, die ermordeten
Passagiere in diesem Bus, sehen Sie nicht. Sie sitzen
in einem Kino, nicht in einem israelischen Bus!
Paradise no!"
(Quelle: http://www.nadir.org/nadir/initiativ/aanb/achtermai/paradise_flugblatt.pdf)
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 11 Antworten
Anton Chigurh 2011/10/30 21:50:42
Antwort löschenDu klingst als hättest du ein Davidstern im Arsch.
Mimuschka 2011/10/31 12:08:27
Antwort löschenbei kritik von solchen propagandastreifen bellen die getroffenen hunde zuerst, und zwar jene wie anton chigurh, welche sich angesichts der offenlegung ihrer regressiven gewaltphantasien ertappt fühlen und dann sofort dem antisemitischen schutzreflex verfallen. in diesem falle durch eine geschickte doppeltat, einmal die sexuelle unterwerfung des gegners durch anale vergewaltigung, welche ihn zudem in homophober manier als den "arschgefickten", also schwulen brandmarkt und zum anderen die gleichzeitige beschmutzung und damit lächerlichmachung des zugeschriebenen feindlichen religiösen symbols mit exkrementen welche sich durch die penetration in den enddarm ergibt.
WarrenAnname 2011/10/31 12:31:38
Antwort löschenMimuschka: Dem ist nichts hinzuzufügen, danke.
WarrenAnname 2011/10/31 12:33:29
Antwort löschenMan darf nun drauf warten, daß jemand Dir etwas schreibt à la: "Du klingst, als habest Du Freud im Arsch." --- Ähnliche, wenngleich verdruckstere Reaktionen, kamen auf meine Avatar-Rezension.
SpiceWeasel 2011/10/31 15:49:14
Antwort löschenWie schnell man "Besatzer und Unterdrücker" zu Opfern machen kann...wow!
Anton Chigurh 2011/10/31 17:00:45
Antwort löschenDanke Spice.
@Mimuschka
Du klingst als hättest du Durchfall du Ratte.
@WarrenAnname bleib lieber bei Dirty Dancing, und schreib nicht so viel Müll hier.
Mimuschka 2011/10/31 17:14:27
Antwort löschen@anton:
2 dinge sind interessant an deiner antwort:
- das wort "ratte" gilt als versinnbildlichung des "ungeziefers" und "unreinen", welches man als ordentlicher volksgenosse von dieser welt zu tilgen trachtet. daher in der menschheitsgeschichte bezeichnenderweise oft verwendet um minderwertige "rassen" wie juden, roma und sinti, etc zu demütigen
- erneut spricht die homophobie aus dir, wenn du warren damit "fertigmachen" willst, indem du ihm unterestellst einen "frauenfilm" zu mögen, was ja für jeden mann, ausgenommen schwule, eine unmöglichkeit darstellt. kann mir bildlich vorstellen wie sich gerade beim lesen angesichts dieser schlimmsten aller demütigungen auf dem boden windet.
Anton Chigurh 2011/10/31 19:00:43
Antwort löschen@Mimuschka
Ich habe nix gegen einen anderen Religion oder eine andere Rasse, aber gegen so ein Massenmörder Staat wie Israel, die ein Volk zumauert und vollbombt schon.
Ihr habt den Palästinensern das Land gestohlen, und ihr wollt auch keinen Frieden, ihr seid sehr sehr selbstsüchtig.
Mimuschka 2011/11/01 08:52:13
Antwort löschenhab nicht ganz verstanden wen du mit "ihr" meinst ;-)
und, nunja, ich schließe aus deinem posting dass du nicht wirklich etwas über die geschichte oder aktuelle lage im nahen osten weißt und diese art der unreflektierten diskussion, die nur auf halbwissen und verschwörungstheorien beruht ist wirklich sinnlos...
Alle 11 Antworten zeigen
Anton Chigurh 2011/11/01 16:43:35
Antwort löschenIch kenne die Geschichte sehr gut, aber das ist mal wieder typisch, erst rechnet ihr mit der Dummheit euren Gegners, um dann, wenn sich ein Ausweg nicht mehr findet, sich selber einfach dumm
zu stellen, oder den gegner einfach als antisemit zu bezeichnen.
WarrenAnname 2011/11/07 23:35:58
Antwort löschenDaß Sie, Anton, hier mit historischen Kenntnissen geglänzt haben sollen, das kann wohl nur behaupten, wer in einem bizarren Paralleluniversum lebt, das die Schöpfung eines völlig durchgeknallten Drogen-Gottes ist.
doctorgonzo 2011/01/31 22:29:34
Kommentar löschenÄußerst rutschiges Parkett dieser Film. Verdammt rutschig.
Grundsätzlich begrüße ich eine Perspektivänderung in diesem Politikum Palästina/Israel.
Was man daraus macht, ist immer schwierig.
Ist der bewaffnete Kampf mit diesen Mitteln für die einen ein heldenhaftes Opfer auf dem Altar der Freiheit, ist es für die anderen die niederste Form der Konfliktführung. Wieder andere betrachten Selbstmordattentäter recht zynisch, einfach, weil ihnen im Umgang damit nicht viel anderes übrig bleibt. So sagt man wohl in Militärkreisen:
"AGM 65 `Maverick` - intelligent bomb, suicide bomber - not so intelligent bomb".
Nachdem ich nun die Diskussion mit diesem Bonmot entweder gelockert oder aufgeheizt habe, kann ich mich den filmischen Qualitäten von "Paradise Now" widmen.
Wo ein Werk wie die mehrfach von mir angesprochene "Tal der Wölfe" Reihe nicht nur durch moralisch indiskutable Botschaften glänzt, sondern auch schauspielerisch und filmisch massivst nach bewertungstechnischer Prügelstrafe kräht, hat "Paradise Now" ein vorzeigbares Ensemble und gelungene stilistische Mittel und entfernt sich so recht deutlich vom in jeder Hinsicht als Dumpfbackenkino zu bezeichnenden Bosporus - Blockbuster.
Der Rest berechtigt leider merklich weniger zur Laudatio.
Hatte ich am Anfang noch die berechtigte Hoffnung auf eine tiefergreifende Auseinandersetzung mit der Ambivalenz eines solchen Selbstmordattentäters, intensivierte jede Minute die verging den entschuldigungsheischenden Versuch, eine mittelbare Berechtigung oder zumindest schlüssige Erklärung für die Taten zu suchen und vor allem auch zu finden.
Es gibt ein Zitat zum Terrorismus, das mir hier sehr passend erscheint:
"Das Problem mit dem Terrorismus ist nicht, dass er als ultima ratio zur Bekämpfung einer Diktatur oder einer Bedrohung eingesetzt wird, sondern, dass selbsternannte Heilsbringer ihn zumeist als prima ratio zur Durchsetzung ihrer Ziele nutzen."
Dass die beiden als Exekutive auserkorenen Männer zwei durchaus ansehnliche und sogar fast sympathische Charaktere sind, oder augenscheinlich so präsentiert werden, ist noch kein großes Problem. Auch ihre Religiosität ist nicht das Problem. Der Islam ist als Religion nicht gewalttätiger als jede andere Buchreligion, vielleicht sogar im Gegenteil. In mehreren Suren des Koran (eine Sure bezeichnet übrigens einen Abschnitt des Koran im Sinne eines Kapitels, frei übersetzt) wird die Anwendung von Gewalt und das Töten explizit abgelehnt.
Aber es geht in diesem Konflikt ja nur noch solange um Religion, wie es braucht, eben dieses Statement in die Welt zu posaunen, in der Hoffnung, irgendwer würde es noch glauben.
Wie bei so vielen Dingen, und das ist eines der tollsten Probleme mit Religion, wird sie beständig als billiger Vorwand für jedweder Machtstreben genutzt und immer wieder fallen simple Gemüter darauf rein.
Die salbungsvollen Worte des Mannes, der die beiden auf ihre Mission schickt, sind ebenso verlogen wie verblendet.
Bedeutend problematischer sind in meinen Augen die lapidaren und entschuldigenden Motive der Täter und die platte, stellenweise fast plakativ gutmenschliche Naivität, mit der die beiden in ihren Tod marschieren würden. Man darf ja gern jeder Religion nachhängen, aber wie kann man dieses Gequatsche, dass man mit dem mehr oder minder wahllosen Töten anderer Menschen in eine bessere Welt kommt (die für mich ähnlich real ist wie der Waldmond Endor oder Qo’noS) für bare Münze nehmen, ohne dass einem die eigene Vernunft in den Weg gerät? Macht Religiosität so blind, dass man die Methode dahinter nicht erkennt? Dass die eigentlichen menschlichen Sprengsätze nur das unterste Element in der Nahrungspyramide des Terrorismus sind, ist nichts Neues, das macht sie zwar nicht weniger schuldig, warum aber diese Menschen diesen Unsinn glauben, oder glauben wollen, wird nicht beleuchtet.
Es bleibt zu sehr im Dunkeln, wie die beiden auf diejenigen hereinfallen, die sie dann auf die Mission schicken, wie sie sich blenden lassen, oder einwickeln, oder zwingen, all das bleibt zu abstrakt, zu diffus, zu oberflächlich. Das System hinter den ausführenden Organen, für das sie nicht mehr sind als das Gewehr für reguläre Soldaten, kommt beinahe ungeschoren und unberührt davon.
Die Motive des "Protagonisten" schließlich sind eine Sauerei. Man könnte interpretieren, die dümmliche Begründung und das Gefasel von Ehre und Respekt sollen das Tun nur noch mehr in Frage stellen, aber soweit wird die Interpretationsbereitschaft wohl nur bei den allerwenigsten Zuschauern gehen.
Will man über die hier gezeigten Probleme der Palästinenser im Westjordanland zu irgendeiner nachvollziehbaren Logik ihres Tuns kommen, kann diese Mission nur scheitern, denn es gibt wohl nichts, was es rechtfertigen würde, sich in einem Bus, auf einem Platz, in einem Kaufhaus voller Menschen, die nur irgendwie zurechtkommen wollen und noch nie jemanden getötet haben, in die Luft zu sprengen. Das ist kein Protest oder Kampf gegen eine Staatsmacht, die man bekämpfen möchte, es ist feiger Mord. Kein Mensch, der solch ein Tun gutheißt, oder sich mit dem müßigen Versuch der Rechtfertigung beschäftigt, hat moralisch noch irgendein Recht, anderes Töten zu verurteilen.
So wenig, wie ich rechtfertigen kann und möchte, wenn israelische Soldaten auf offensichtlich unbewaffnete Demonstranten schießen.
So wenig, wie ich das Tun der amerikanischen Soldaten im Abu Ghraib Gefängnis entschuldigen würde.
So wenig es an den Vorfällen auf dem Tian'anmen-Platz (oder vielmehr drumherum) etwas zu beschönigen gibt.
So wenig, wie die irakischen Chemiewaffenangriffe bei Fao irgendeine Rechtfertigung verdienen.
So wenig bedarf es eines Rechtfertigungsversuches für das, was diese Menschen anstellen.
Anfangs beeindruckte mich die Eindringlichkeit, die schiere Menschlichkeit. Doch weicht dies über kurz oder lang der Erkenntnis der Unmenschlichkeit.
Die filmischen Qualitäten machen das Werk leider stellenweise gefährlicher als die doofe Spielerei der "Tal der Wölfe" Reihe, denn hier ist das Ganze filmisch wertvoller und die mittelbare Botschaft subtiler.
Man kann sich durchaus diesen Film ansehen, die neue Perspektive genießen, aber man darf zu keinem Moment vergessen, dass Teile der Botschaft dieses Filmes nicht besser oder lobenswerter sind, als würde ich erklären, die SS hätte ihre Massaker nur begangen, weil die deutsche Heimat bombardiert wurde, oder die Israelis hätten im Libanonkrieg die Phosphorbomben und Streumunition nur über zivilen Einrichtungen abgeworfen, weil sie mit dem Kantinenessen unzufrieden waren und wäre vollauf überzeugt, dass das als Rechtfertigung ausreicht.
Umso erstaunlicher, dass Amnesty International sich so lobend über diesen Film äußerte.
Die haben sicher auch nur die ersten 15 Minuten gesehen und auch nie gehört, wie der Regisseur vollmundig die Existenz des Staates Israel negierte.
5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
alanger 2008/07/28 01:48:08
Kommentar löschender nette junge selbstmordattentäter von nebenan: allein die tatsache das solche verständnisinnigen (mörder sind natürlich auch nur menschen ...wie du und ich?) machwerke laufen (demnächst: was trieb ihn zu den vergewaltigungen, die dominante mutter, der trinkende vater, die hänselnden klassenkameraden?) ist ein ärgerniss wert. bombig.
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nurleben 2010/01/22 05:02:38
Antwort löschenalso ich hab mich währned des films mehr und mehr über die zunehmend bescheuerten entscheidungen des späteren attentäters geärgert. dein kommentar klingt ja fast so, als wäre der film auf seiner seite ...
und mörder sind in der tat immer noch menschen.
begeht ein glücklicher mensch einen mord? ...
alanger 2010/01/22 11:52:41
Antwort löschendas ist, ums mal salopp zu sagen die ewige alte leier die letztlich drauf raus läuft die opfer sind die eigentlichen schuldigen.
"begeht ein glücklicher mensch einen mord?" ...also waren alle nazikiller (ob bei der wehrmacht oder als ss-bewacher im kz) nur unglükliche menschen? ah, jetzt verstehe ich wieso es zu (völker)morden kommt ...die armen seelen ...SO unglücklich.
maslobojew 2008/06/06 20:37:17
Kommentar löschenZu diesem Thema ein sehr gelungener Beitrag. Zumal die Perspektive hier mal nicht die westliche ist.
Mit mitterweile etwas Abstand zu 9/11 stellt sich für mich heraus: Neben "Flug 93" der gelungenste spielfilmische Beitrag zum Thema.
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Tobias 2008/04/04 11:25:38
Kommentar löschenEin beeindruckender Film. Die komplett subjektive Erzählperspektive vollbringt ein Wunder bei diesem schwierigen Thema. Sie ermöglicht dem Zuschauer über das Einzelschicksal der beiden Attentäter einen neuen Blick auf den komplexen Gesamtzusammenhang der Täter und Opfer zu entwickeln. Das letzte Drittel des Films wirkt leider ein bisschen unkonzentriert. Aber alles in allem sehenswert.
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