[...]
Sehr oft wird dem Zuschauer deutlich gemacht, was die Einschränkungen unter den Mullahs für die dort lebenden Frauen bedeuteten, zum Beispiel wenn Satrapi während ihres Studiums den praktischen Sinn des Verschleierns hinterfragt. Es geht um das, was man ist, die eigene Identität, darum, dass man jederzeit die Wahl hat. Und so ist zwar der Austragungsort der Geschichte der Iran, doch eigentlich ist dies eine universelle Geschichte, aus der man lernen kann.
Eine entwaffnende Punkbekennung in einem fundamentalistischen Unterdrückungsstaat. Wer nur konsumieren will ohne zu reflektieren, ist bei diesem Film fehl am Platz. Mitdenken erhöht die Faszination. [...]
Allein wegen der brisanten, inhaltlichen Thematik und seiner Herangehensweise empfiehlt sich dieser Film als Meisterwerk. Aber man höre und staune, der stilisierte und sehr drastisch reduzierte Look sprengt jegliche Sehgewohnheiten und man fühlt sich innerhalb der ersten fünf Minuten so stark in den Film versetzt, dass man glaubt, man bestünde selbst bloß aus Schwarzweiß-Kontrasten.
Die Story und historischen Fakten werden auf solch eine sorglose Art und Weise dem Zuschauer vermittelt, dass man glauben könnte, man schaue lediglich eine leichte Komödie. Genau dieser Clou, Themen wie Menschenverfolgung, Unterdrückung, Massenmord, religiöser Fundamentalismus durch die naiven Kinderaugen von Marjane zu vermitteln, stellt den Geheimnis des Films dar. Man lernt mit ihr die iranische Geschichte und Kultur kennen und erlebt dadurch einen einzigartigen Einblick in ein Land, das vom Westen heutzutage - zu Unrecht - lediglich durch die potentielle Atombedrohung wahrgenommen wird. Kein sonderlicher Fortschritt, wenn man bedenkt, dass der Iran früher durch seine ständigen Kriege, politischen Umstürze und Massenunruhen auf sich Aufmerksam machte. Wie sehr der Film diesbezüglich vereinfacht, ist für Laien natürlich schwer zu eruieren, aber es hinterlässt Eindruck. [...]
Leider kenne ich bisher die Comics nicht und war erst skeptisch, was man wohl von einem "Zeichentrick für Erwachsene" zu halten hat, der zudem politische Themen behandelt. Noch dazu bin ich nicht sonderlich firm was die jüngere Geschichte des Irans betrifft. Nach den ersten Minuten war jedoch klar, "Persepolis" ist endlich noch einmal ein innovativer und unkonventioneller Film, der neben der beeindruckenden Optik auch eine mitreißende und kluge Story, Humor sowie interessante Charaktere zu bieten hat. Fantasievoll, informativ und trotz aller Dramatik immer mit einem Augenzwinkern erzählt, ist "Persepolis" ein faszinierendes Meisterwerk. Einziger kleiner Wermutstropfen ist vielleicht, dass der Film etwas kurz ist. Von solch einem Einfallsreichtum möchte man mehr sehen.
Keine Ahnung, was dir für ne Laus über die Leber gelaufen ist, aber deine "Hauptsache Meckern"-Floskel kannste dir unter die Vorhaut jubeln, falls du eine hast. Vielleicht hilft das gegen deine Langeweile. Oder back n Kuchen!
Lieber Antisemit(einfach mal übertreiben). Klicke doch bitte einfach auf "Kritik im Original" - dem Link unterhalb seines Kommentars. Dann siehst du die Kritik im Original und in voller Länge! Oh ja - hättest du das eher gewusst, wäre dein Kommentar- eher deine Meckerei - nicht nötig gewesen! Falls das allerdings deinen Horizont übersteigt, backe ich nun einen Kuchen und schick ihn dir, vielleicht verstehst du dann was um dich herum geschieht und deine Augen werden geöffnet, wie an jenem Tag als Jesus übers Wasser lief.
Und nun lösche bitte deinen Account. Danke.
Persepolis ist als Coming-of-Age-Geschichte universell und einzigartig wie ein Fingerabdruck, quilig, verschlungen und unaufhörlich faszinierend. Und unbeschreibbar berührend.
Wenn aus den zwei Sätzen etwas zu kritisieren ist, dann das Schmalz in "unbeschreibbar berührend". Einzigartig ist er ohne Zweifel. (Oder welcher Film gleicht ihm? Hm?)
Und btw: jemanden hier persönlich anzusprechen, der vermutlich nicht mal weiß, dass die Kritik hier zitiert wird - und selbst wenn doch, dann vermutlich kaum Deutsch kann (falls ein Pups hier überhaupt interessiert) - ist hochgradig albern.
Durch seine kraftvolle Verbindung des Skurillen, Satirischen und Emotionalen zählt Persepolis zu einem der originellsten, inoovativsten und berührendesten Filme des Jahres.
eigentlich so etwas wie die filmische Version von "Wo bitte gehts zu Gott". Hat mich trotz eindeutiger Stärken aber gegen Ende eher kalt gelassen. Trotzdem, guter Film.
"Persepolis" ist eines der aufsehenerregendsten Comicprojekte der letzten Jahre. Nun ist es auch ein unkonventioneller und aufregender Zeichentrickfilm für Erwachsene. Basierend auf den gleichnamigen, kultverdächtigen Comicromanen, handelt der Film von der Lebensgeschichte der jungen Iranerin Marjane Satrapi und wirft eine humorvolle und sehr kritische Betrachtung auf die jüngste Historie Persiens. Die junge Frau emigrierte zuerst 1983 nach Österreich, später nach dem Studium im Iran, nach Frankreich und wurde dort immer wieder mit Vorurteilen über ihre Heimat konfrontiert. Sie entschloss sich, Geschichte und Gegenwart des Iran in Comicform zu erzählen. Aus der Perspektive eines kleinen Mädchens erfährt man Erhellendes über die islamische Revolution von 1979 und den Krieg mit dem Irak. Der Film bietet uns einen spannenden und humorvollen Einblick in den Alltag der bürgerlichen Welt des Irans...
Eine höchst unterhaltsame und pointierte Comicverfilmung mit stark politischen Untertönen, gemacht für Erwachsene und in Schwarzweiß gehalten, gilt es hier zu entdecken. Diese ist zugleich eine humorvoll-lakonische, aber auch bitterböse Abrechnung mit dem Regime im Iran, das seine Bürger zu hinterlistigen und unmündigen Bütteln umformt, und darüber hinaus eine tiefe Verbeugung vor der Kraft und dem Zusammenhalt der Familie.
In sich schlüssiger, aufwühlender, informierender, herzlich, trauriger Film. Da bleibt nur eine Frage offen: "Wieso kommt der Abspann den schon nach gefühlten 10 Minuten?"
Eindrucksvoll. Beachtlich. Einmalig. "Persepolis" hat bei mir ein Gefühl ausgelöst das ich selten bei der Sichtung eines Filmes zuvor bemerkte. Ein Gefühl das ich mit Worten nicht beschreiben kann. Diese Integrationsstudie als plumpen 'Zeichentrickfilm' zu deklarieren wäre hier eine Erniedrigung. Aber was ist Persepolis dann? Man muss sich nicht viele Gedanken darüber machen ob der Rang 'Meisterwerk' hier angebracht ist oder ob dieser bei einer solchen Art von Zeichentrick überhaupt Berechtigung hat. Denn Persepolis ist schlicht und einfach ein Meisterwerk, einen Diskussionsbedarf sehe ich da nicht. In dem Integrationsdrama um Toleranz und Selbstbehauptung das durchaus als Autobiographie der Autorin, Marjane Satrapi, des dem Film inhaltgebenden und selbig betitelten Comics 'Persepolis' gesehen werden kann wird detailverliebt ein Leben auf beeindruckende Art und Weise beschrieben, das sich gegen die Islamische Republik nicht einschüchtern lassen will und sich trotz allerlei Diskriminierungen in einer schwierigen Zeit zu behaupten versucht und alles dafür unternimmt das Leben so zu leben wie es gewollt wird. Unglaublich bemerkenswert erzählt und liebevoll in schwarz-weiß gezeichnet muss hier von einem Meisterwerk die Rede sein.
Zum vierten Mal gesehen und zum vierten Mal konnte ich mir die Tränen nicht verkneifen. Sie liefen einfach in Rinnsälen runter.
Dieser Film berührt mich auf verschiedenen Ebenen.
Unabhängig davon, dass meine persönliche Lebensgeschichte sehr große Ähnlichkeit mit der von Marjane Satrapi hat, ist es mehr die Art und Weise der Darstellung, die mich besonders ergreifen konnte.
Die Zeichnungen sind nur vermeintlich puristisch, denn jeder hat ein Charaktergesicht, jede Mimik sitzt, jede Kulisse vermittelt den gewollten Eindruck - von träumerisch bis bedrohlich ist alles dabei. Stellenweise wirkt der Film wie ein Trip, wenn er den Zuschauer nicht in der nächsten Szene schon wieder mit voller Wucht auf den harten Boden der Realität wirft.
Die Detailverliebtheit zeichnet sich darin aus, dass mir selbst bei der vierten Sichtung neue Elemente aufgefallen sind, die authentisch gehalten wurden und teilweise nur von Iranern wahrgenommen werden können. Beispiel: Die Zeitung, die der Mann auf der Parkbank liest, heißt "Keyhan" und ist die meistgelesene Zeitung für die Mittelschicht Irans. Sie wird sogar international gedruckt. Das wird nur ganz nebenbei gezeigt und wärmt mein Herz.
Diesen Film kann man mögen, auch wenn man sich nicht mit den Gegebenheiten und den Personen identifizieren kann - wer jedoch tatsächlich weiß, was es bedeutet, seine Heimat zu verlassen und ein neues Leben in einem fremden Land anzufangen, dem wird bei der Sichtung von Persepolis das Messer in der Brust umgedreht und abgebrochen. Und wer weiß, was es bedeutet, eine wunderbare Großmutter entbehren zu müssen, dem wird der Rest gegeben.
Dass Persepolis es zum Lieblingsfilm geschafft hat, liegt aber hauptsächlich an einem Wort: Integrität.
Warum nochmal hast du nicht an der Aktion Lieblingsfilm teilgenommen? Also mit dem Text hättest du mich gehabt. Nun musst du dich mit dem Trostpreis zufrieden geben
...*Trommelwirbel*...
Ich hab da noch ne Rammstein CD rumliegen. Musst sie dir aber persönlich abholen... Porto ist im Preis nicht drin
Aaawwww danke! ♥
Ich halte mich nicht für einen großen Schreiberling. Ich schreibe einfach das, was mir grad auf dem Herzen liegt, runter.
Danke für die CD, aber ich habe die gesamte Diskografie von denen gepachtet. Trotzdem würd ich mich freuen, dich mal persönlich beschnuppern zu können.
Ösch wöiß! xD
Na, wenn ich mir schon den Weg mache, dann direkt nach Berlin. Mal schauen, wenn das Wetter besser wird. Für dich besteht gar keine Option?
Ein schwarzweißes Feuerwerk, das den Zuschauer nicht mehr loslässt! Das Besondere an diesem Film ist, dass er nicht nur Unterhaltungsgehalt aufweist, sondern auch die Problematik im Iran thematisiert(viele weitere wichtige Themen werden aufgegriffen). Dieser Zeichentrickfilm für Erwachsene ist wahre Kunst!
Ein Flughafen. Individuen ziehen wie Geister an dir vorbei. Mittendrin eine Dame. Eine Dame, die irgendwo im nirgendwo sitzt und eine Zigarette raucht. Dann erinnert sie sich - und offenbart dem Zuschauer damit eine der schönsten Filmerlebnisse überhaupt.
Man lässt sich von Persepolis im Nachhinein treiben. Man beobachtet Individuen mit ihren Sorgen, Ängsten, Sehnsüchten, Träumen...und gibt sich dem Film komplett hin. Persepolis war für mich wie ein LSD-Trip, eine Reise, eine Ära, etwas unbeschreibliches, etwas einzigartiges...
So genug dem künstlerischen Trallala, der beweist, dass mir wieder einmal nichts einfällt, kommen wir zum Wesentlichen:
Ich würde mich gerne in dem Film selbstreflektieren, etwas persönliches dahinzaubern, aber ich tue es nicht. Wieso ? Weil ich und Marjane Satrapi grundverschiedene Personen sind. Wir haben verschiedenes erlebt, wir haben verschiedene Charaktereigenschaften und...nun ja, ihr wisst, was ich meine. Wir sind eben grundverschieden.
Was macht Persepolis (in meinen Augen jedenfalls) aber so wunderbar und einzigartig ? Klar, es spiegelt intensiv das Lebensgefühl und das politische System im damaligen Iran wider und ja, es ist eine wunderbare Coming-of-Age-Story.
Vor allem aber macht uns Marjane Satrapi mit ihrer eigenen Welt bekannt: Sie erzählt uns von ihren Emotionen, von ihrem Leben, von ihren Rückschlägen, von ihren Erfolgen und das mit so einer Leichtigkeit, dass man sich in Persepolis verliebt.
Verliebtheit ist hierbei das Wort, das am besten zu dem Film passt:
Es gibt Filme, die sind wie Freunde.
Es gibt Filme, die sind wie Feinde.
Es gibt Filme, die sind wie Träume.
Es gibt Filme, die sich wie persönliche Erlebnisse anfühlen.
...und es gibt Filme wie solche, Filme als persönliche Love-Storys.
"Persepolis" überzeugt vor allem durch den kindlichen, leicht naiven Blick, durch den der Film von A bist Z erzählt wird. Todernst aber trotzdem oftmals lustig oder einfach nur schön. Ob die bildliche Darstellung von Gott nun wirklich nötig war, lass ich mal offen.
Aber auf jeden Fall ist "Persepolis" ein Muss für jeden Cineasten – Eine berührende Geschichte wahnsinnig toll umgesetzt.
Aus der Sicht von Marjane, einem jungen Mädchen, wird die blutgetränkte und grausame Geschichte Irans erzählt. Durch ihre dem Westen aufgeschlossene Familie wächst Marjane freidenkend auf. Somit wird es bald gefährlich für sie.
Gerade durch den einfachen Zeichenstil der Figuren und dem tristen schwarz/weiß wirkt der Film beklemmender und bedrohlicher, als jeder Realfilm.
Ein bedrückendes und nachdenkliches Meisterwerk, das sich einem durch seine außergewöhnliche Bildersprache für immer ins Gedächtnis brennt.
Eine kurzweilige nachdenkliche Reise in eine mir bis dahin unbekannte Sichtweise der Menschen dieses Landes. Dieser Film wird mir helfen mehr Verständnis für Menschen mit Mikrantenhintergrund zu haben. Die Vorlage ist die reale Geschichte einer jungen persischen Frau, die zu Hause keine Heimat mehr hat.
Das Drehbuch hat es verstanden, die Verflechtung von Privatem und Politischem so gekonnt in der Schwebe zu halten, dass der Film niemals ins Sentimentale oder Sprachrohrhafte abgleitet. Die Umsetzung als Trickfilm ist originell und gerade wegen der starken Stilisierung meisterhaft gelungen. Die eigene Fantasie bekommt viel Raum, was der Emotionalität des Films gut tut. 8.5 für solch ein Kunstwerk. Ich empfehle jedem, den Film anzusehen, hat mir sehr gut gefallen. Eine freche, kritische Geschichtstunde! ;)
Feiner Film, der sich besonders durch seinen erfrischenden Stil hervortut. "Persepolis" hat es geschafft mir das schwer zugängliche und offen gesagt auch nur bedingt interessante Thema näherzubringen, was primär an der Präsentation lag. Diese war nicht halb so schwerfällig wie befürchtet und dadurch viel leichter zugänglich. Irgendwo zwischen unkonventionell und erschreckend ehrlich. Hat mich berührt, unterhalten und einiges über die Situation im Iran gelehrt.
Animationen sind eben mehr als Superhelden. Das ist wahre Comic-Kunst!
"Lachen ist die subversivste aller Waffen." (Marjane Satrapi)
Wer sich über den Iran informieren möchte, wird viel Interessantes an dem Film finden. Wer die Grundzüge der Geschichte bereits kennt, dem kommt Vieles vielleicht zu langatmig vor.
Mir hat es zeichnerisch etwas an Qualität gefehlt, die Unterstützung der Erzählung durch den Stil kann nicht mit anderen Filmen dieser Art (Waltz with Bashir) mithalten.
Handwerklich natürlich sehenswert, inhaltlich eher so lala. Hat mich emotional auch nicht so aufgewühlt wie diverse Kritiken es suggerieren. Die Penissprüche gingen mir nach einer Weile aber schon ziemlich hart auf den Sack (hrhr).
Marjane ist bereits als Kind Zeuge einer Revolution und eines Krieges: Mit ihren Eltern und ihrer geliebten Großmutter wächst sie zu Zeiten des Schahs in Teheran auf. Als die islamische Revolution losbricht ist die Euphorie der kleinen Marjane groß, doch der Ausgang der Bewegung ist umso ernüchternder: Es entsteht ein neues Regime, das durch allgegenwärtige Repression das Leben im Iran noch unerträglicher macht. Marjane flüchtet sich heimlich in die verbotene Punk-Kultur und besucht mit ihren Eltern illegale Partys. Nach dem Ausbruch des Golfkrieges wird Marjanes Leben zunehmend gefährdet, weshalb sie von ihren Eltern nach Wien geschickt wird. Zwar findet sie dort schnell Freunde, wechselt ihren Bekanntenkreis aber häufig und leidet letztlich an einer missglückten Liebesbeziehung. Depressiv kehrt Marjane in den Iran zurück, wo sie unter anderem durch den Einfluss ihrer Großmutter ein geregeltes Leben beginnt. Doch auch dieses kurze Glück wird durch politischen Druck und eine erneute Liebschaft überschattet.
Präsentiert wird das Geschehen größtenteils in schwarz-weißem Zeichentrick, der mit der Graphic Novel Vorlage des Films einher geht. Der Zeichenstil ist dabei relativ minimalistisch gehalten, die Hauptcharaktere sind aber dennoch gut durch charakteristische Details voneinander abgegrenzt. Insgesamt ist mir die Präsentation des Films keinesfalls negativ aufgefallen - einige Szenen sind sogar hervorragend umgesetzt - allerdings wäre mit einem größeren Budget wohl auch noch mehr „Trick“ möglich gewesen. So bleibt die Umsetzung stilvoll, aber zeckmäßig.
Regisseurin Marjane Satrapi verarbeitet zusammen mit Vincent Paronnaud in „Persepolis“ ihre Vergangenheit. Die Geschichte, die das Leben Marjanes von den frühen Kindesjahren bis zum jungen Erwachsenenalter zu Zeiten hoher politischer Aktivität im Iran zeigt, hat auch durchaus ihren Reiz. Das Leben der Regisseurin steht wahrscheinlich exemplarisch für hunderttausende ähnliche Schicksale und zeigt das Leid des Bürgers in Folge des Krieges und der missglückten Revolution.
Andererseits möchte ich kritisieren, dass der Film seine Aussage mit der Wahl eines anderen Protagonisten interessanter und stärker hätte gestalten können. Marjane ist meist indirekt von den politischen Ereignissen betroffen, selbst aktiv wird sie im Rahmen der Handlung nicht. Das übernimmt z.B. ihr Onkel, der in Folge seines Engagements hingerichtet wird. Ziel „Persepolis“ war es sicher, die Gecshichte der Regisseurin und das Schicksal des „normalen“ Bürgers darzustellen, die im Film enthaltene Kritik ist dadurch aber weniger scharf. Zudem hätte das Leben einer politischen Aktivistin auch mehr Handlung abseits des pubertären Normalbetriebs, wie er besonders in der Mitte des Films überhand nimmt, hergegeben. So liegt der Fokus des Films später vor allem auf der Fremde Marjanes in Europa, wie auch in ihrem Heimatland.
„Persepolis“ bleibt meiner Meinung nach zwar hinter seinem Potential zurück, dafür steht der Film in Folge seines Stils und seines brisanten und aktuellen Themas abseits der Massenfilmkultur. Eine uneingeschränkte Empfehlung gibt es daher nicht, interessante Eindrücke lassen sich aber definitiv gewinnen.
Mehr auf meinem Blog: http://tumblr.com/ZF9bmwEFUVld
ein film, der durch seinen eigenen stil und besonderer erzähltechnik voll in seinen bann zu ziehen weiß. erinnert mich von seiner machart sehr an den comic "die vollständige maus".
auch hier wird der schrecken einer in diesem falle islamischen umwälzung in ein comicartiges epos verpackt.
gleichzeitig verfolgt man die charmant erzählte geschichte von Marjane Satrapi, fiebert mit, verliebt sich mit ihr, kämpft mit ihr leidet und lacht mit ihr.
selten ist es einem film gelungen, bei mir eine derartige indentifikation mit einem hauptcharakter zu erreichen.
ich bin mir aber nicht sicher, ob die unkonventionelle machart weit abseits vom mainstream jeden zu erreichen vermag, da der film durchaus keine leichtverdauliche kost ist.
zu meinen lieblingsfilmen zählt er aber ganz sicher
"Persepolis" hebt sich optisch ab, ist ansonsten aber in seiner Mischung aus historischer Erzählung und persönlichem Lebensweg aber kein exklusives Werk. In diesem Fall ist das aber auch vollkommen egal, denn es geht um Wertevermittlung, Politik, Ideologie und das schlichte Heimatgefühl. "Persepolis" vermengt das alles sehr gut, berührt, ist teilweise schwer, ohne schwerfällig zu werden, nutzt Metaphern und setzt auf gekonnte Bildsprache.
Aber was ist eigentlich aus den Protesten im Iran geworden, die vor ein paar Jahren stattgefunden haben? Das Interesse der Weltöffentlichkeit hat sich damals ja flott gelegt...
´Persepolis´ erzählt die Geschichte eines iranischen Mädchens, vom Erwachsenwerden, Loslassen und Ankommen. Dabei wird durch die düstere Grundstimmung der unkonventionellen Animation gekonnt die cineastische Zensur umschifft, obwohl doch nahezu alles offen und schonungslos, fast analytisch gezeigt wird. Der wichtige Film bewahrt den Bezug zur und den Respekt vor der Geschichte, ´Persepolis´ will sich politisch jedoch nicht festlegen, strandet aber häufig in anarchistischen Gefilden, sei es früh in musikalischer, im Gegensatz zur übrigen Gesellschaft konträrer, Form (... von den ´Bee Gees´ zu ´Iron Maiden...), und in der Folge, angekommen im kapitalistischen Westen, in der ´Endstufe´: Punk und Hippietum. Horizonterweitert geht es zurück in die Heimat, welche keine mehr zu sein scheint...Der Grund, dass der Film nicht auf dem Weg zum Meilenstein durch die Decke geht, liegt bei der grenzenlos-opportunen Haltung der Macher, sodaß eine noch drastisch-persönlichere Auslegung oder aber eindeutige, politische oder religiöse Richtungsweisung wünschenswert gewesen wären, wenn auch nur, um final mit dem tatsächlich existierenden Filmende alles wieder aufgrund des fehlenden Kontext, ad absurdum zu führen, wobei der Glaube im vorliegenden Ergebnis doch annähernd am Meisten sein Fett wegkriegt. Diese Haltung kann man nun mögen oder nicht, nichtsdestotrotz punktet´Persepolis´ mit hypnotischen Bildern und enormem, emotionalen Bezug zu den Charakteren, obgleich diese ´nur´ gezeichnet sind. Während der passende Score unaufdringlich begleitet, räumt ´Persepolis´ leise, aber eindringlich die ewigen Klischees aus dem Weg, und stellt in der Filmlandschaft wohl ein starkes Mühlenrad im Kampf für Frieden und Toleranz dar, ohne dabei überdrüssig und verklärt-romantisch zu wirken. So weist der Film auch den bei solchen Werken oft kramphaft herbeizitierten Kunst-Faktor zurück, denn es geht letztlich nur um ein ganz gewöhnliches Mädchen und das Leben zwischen Religion, Politik und Gesellschaft, ein Leben, in welchem Liebe, Familie und Integrität die wichtigsten Eckpfeiler sind. Und selbst diese simple Erkenntnis ist in `Persepolis´ keiner platten Attitüde geschuldet, denn der Film bewahrt stets seinen lässigen ´Independent-Charakter´ mit Botschaft.
Ich hab mir den Film vor über einer Woche angesehen und mir geistern immernoch diverse Passagen im Geiste erherum, mal einfach so, mal wenn man irgendetwas in den Nachrichten über Iran sieht/ ließt. Für mich ein Zeichen eines wirklich guten Films, der mir mit Sicherheit auch noch länger nicht aus dem Kopf gehen wird.
Persepolis - Kritik
FR/US 2007 Laufzeit 98 Minuten, FSK 12, Animationsfilm, Kinostart 22.11.2007
Kritiken (9) — Film: Persepolis
Xander8112: at the movies
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Sehr oft wird dem Zuschauer deutlich gemacht, was die Einschränkungen unter den Mullahs für die dort lebenden Frauen bedeuteten, zum Beispiel wenn Satrapi während ihres Studiums den praktischen Sinn des Verschleierns hinterfragt. Es geht um das, was man ist, die eigene Identität, darum, dass man jederzeit die Wahl hat. Und so ist zwar der Austragungsort der Geschichte der Iran, doch eigentlich ist dies eine universelle Geschichte, aus der man lernen kann.
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goodspeed: KultHit.de / O L O s B L O G
Kommentar löschenEine entwaffnende Punkbekennung in einem fundamentalistischen Unterdrückungsstaat. Wer nur konsumieren will ohne zu reflektieren, ist bei diesem Film fehl am Platz. Mitdenken erhöht die Faszination. [...]
Allein wegen der brisanten, inhaltlichen Thematik und seiner Herangehensweise empfiehlt sich dieser Film als Meisterwerk. Aber man höre und staune, der stilisierte und sehr drastisch reduzierte Look sprengt jegliche Sehgewohnheiten und man fühlt sich innerhalb der ersten fünf Minuten so stark in den Film versetzt, dass man glaubt, man bestünde selbst bloß aus Schwarzweiß-Kontrasten.
Die Story und historischen Fakten werden auf solch eine sorglose Art und Weise dem Zuschauer vermittelt, dass man glauben könnte, man schaue lediglich eine leichte Komödie. Genau dieser Clou, Themen wie Menschenverfolgung, Unterdrückung, Massenmord, religiöser Fundamentalismus durch die naiven Kinderaugen von Marjane zu vermitteln, stellt den Geheimnis des Films dar. Man lernt mit ihr die iranische Geschichte und Kultur kennen und erlebt dadurch einen einzigartigen Einblick in ein Land, das vom Westen heutzutage - zu Unrecht - lediglich durch die potentielle Atombedrohung wahrgenommen wird. Kein sonderlicher Fortschritt, wenn man bedenkt, dass der Iran früher durch seine ständigen Kriege, politischen Umstürze und Massenunruhen auf sich Aufmerksam machte. Wie sehr der Film diesbezüglich vereinfacht, ist für Laien natürlich schwer zu eruieren, aber es hinterlässt Eindruck. [...]
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SiameseMax: SiameseMovies
Kommentar löschenLeider kenne ich bisher die Comics nicht und war erst skeptisch, was man wohl von einem "Zeichentrick für Erwachsene" zu halten hat, der zudem politische Themen behandelt. Noch dazu bin ich nicht sonderlich firm was die jüngere Geschichte des Irans betrifft. Nach den ersten Minuten war jedoch klar, "Persepolis" ist endlich noch einmal ein innovativer und unkonventioneller Film, der neben der beeindruckenden Optik auch eine mitreißende und kluge Story, Humor sowie interessante Charaktere zu bieten hat. Fantasievoll, informativ und trotz aller Dramatik immer mit einem Augenzwinkern erzählt, ist "Persepolis" ein faszinierendes Meisterwerk. Einziger kleiner Wermutstropfen ist vielleicht, dass der Film etwas kurz ist. Von solch einem Einfallsreichtum möchte man mehr sehen.
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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschen«Persepolis» ist ein aufwühlendes Drama mit subtilem Humor und eine eindringliche Hommage an die Würde des Menschen.
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Janus Winter 2010/09/20 04:09:05
Antwort löschenEin bisschen mehr KRITIK wäre angemessen, du böser, intoleranter Europäer! 9 Punkte für Klischees und altbackene Witze? Interessant!
No.Name 2010/11/18 21:28:35
Antwort löschen"Kritik im Original"
Aber Hauptsache erstmal Meckern! -.- Danke, du machst die Welt besser!
Janus Winter 2011/02/15 17:41:09
Antwort löschenKeine Ahnung, was dir für ne Laus über die Leber gelaufen ist, aber deine "Hauptsache Meckern"-Floskel kannste dir unter die Vorhaut jubeln, falls du eine hast. Vielleicht hilft das gegen deine Langeweile. Oder back n Kuchen!
No.Name 2011/02/15 22:29:18
Antwort löschenLieber Antisemit(einfach mal übertreiben). Klicke doch bitte einfach auf "Kritik im Original" - dem Link unterhalb seines Kommentars. Dann siehst du die Kritik im Original und in voller Länge! Oh ja - hättest du das eher gewusst, wäre dein Kommentar- eher deine Meckerei - nicht nötig gewesen! Falls das allerdings deinen Horizont übersteigt, backe ich nun einen Kuchen und schick ihn dir, vielleicht verstehst du dann was um dich herum geschieht und deine Augen werden geöffnet, wie an jenem Tag als Jesus übers Wasser lief.
Und nun lösche bitte deinen Account. Danke.
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Janus Winter 2011/02/16 22:25:15
Antwort löschenIch habe die Kritik im Original gelesen. Leck Fett!
No.Name 2011/02/17 17:18:31
Antwort löschen<3
Carrie Rickey: Philadelphia Inquierer Carrie Rickey: Philadelphia Inquierer
Kommentar löschenPersepolis ist als Coming-of-Age-Geschichte universell und einzigartig wie ein Fingerabdruck, quilig, verschlungen und unaufhörlich faszinierend. Und unbeschreibbar berührend.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten
patcharisma 2009/11/05 13:39:54
Antwort löschen"Einzigartig wie ein Fingerabdruck" Liebe Carrie, Ihr Amis seit ja noch schlimmer als wir im Kitsch-Hypen.
Janus Winter 2010/09/20 03:42:06
Antwort löschenWo er recht hat... *augenroll*
fennek 2010/09/25 13:09:37
Antwort löschenWenn aus den zwei Sätzen etwas zu kritisieren ist, dann das Schmalz in "unbeschreibbar berührend". Einzigartig ist er ohne Zweifel. (Oder welcher Film gleicht ihm? Hm?)
Und btw: jemanden hier persönlich anzusprechen, der vermutlich nicht mal weiß, dass die Kritik hier zitiert wird - und selbst wenn doch, dann vermutlich kaum Deutsch kann (falls ein Pups hier überhaupt interessiert) - ist hochgradig albern.
Janus Winter 2011/02/15 17:38:57
Antwort löschenhochgradig albern finde ich, um eine ein-satz-replik so ein theater zu machen. ^^
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fennek 2011/02/16 08:53:21
Antwort löschenaber das letzte Wort haben müssen :-P
Janus Winter 2011/02/16 22:23:55
Antwort löschenimmer, ja.
Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today
Kommentar löschenDurch seine kraftvolle Verbindung des Skurillen, Satirischen und Emotionalen zählt Persepolis zu einem der originellsten, inoovativsten und berührendesten Filme des Jahres.
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Mr.Vengeance: Lost In Imagination
Kommentar löscheneigentlich so etwas wie die filmische Version von "Wo bitte gehts zu Gott". Hat mich trotz eindeutiger Stärken aber gegen Ende eher kalt gelassen. Trotzdem, guter Film.
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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...
Kommentar löschen"Persepolis" ist eines der aufsehenerregendsten Comicprojekte der letzten Jahre. Nun ist es auch ein unkonventioneller und aufregender Zeichentrickfilm für Erwachsene. Basierend auf den gleichnamigen, kultverdächtigen Comicromanen, handelt der Film von der Lebensgeschichte der jungen Iranerin Marjane Satrapi und wirft eine humorvolle und sehr kritische Betrachtung auf die jüngste Historie Persiens. Die junge Frau emigrierte zuerst 1983 nach Österreich, später nach dem Studium im Iran, nach Frankreich und wurde dort immer wieder mit Vorurteilen über ihre Heimat konfrontiert. Sie entschloss sich, Geschichte und Gegenwart des Iran in Comicform zu erzählen. Aus der Perspektive eines kleinen Mädchens erfährt man Erhellendes über die islamische Revolution von 1979 und den Krieg mit dem Irak. Der Film bietet uns einen spannenden und humorvollen Einblick in den Alltag der bürgerlichen Welt des Irans...
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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...
Kommentar löschenEine höchst unterhaltsame und pointierte Comicverfilmung mit stark politischen Untertönen, gemacht für Erwachsene und in Schwarzweiß gehalten, gilt es hier zu entdecken. Diese ist zugleich eine humorvoll-lakonische, aber auch bitterböse Abrechnung mit dem Regime im Iran, das seine Bürger zu hinterlistigen und unmündigen Bütteln umformt, und darüber hinaus eine tiefe Verbeugung vor der Kraft und dem Zusammenhalt der Familie.
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Kommentare (69) — Film: Persepolis
Kommentar schreibensnu-snu 2012/01/28 18:35:27
Kommentar löschenIn sich schlüssiger, aufwühlender, informierender, herzlich, trauriger Film. Da bleibt nur eine Frage offen: "Wieso kommt der Abspann den schon nach gefühlten 10 Minuten?"
Kommentar gefällt mir Antworten
moviee 2012/01/27 17:11:09
Kommentar löschenEindrucksvoll. Beachtlich. Einmalig. "Persepolis" hat bei mir ein Gefühl ausgelöst das ich selten bei der Sichtung eines Filmes zuvor bemerkte. Ein Gefühl das ich mit Worten nicht beschreiben kann. Diese Integrationsstudie als plumpen 'Zeichentrickfilm' zu deklarieren wäre hier eine Erniedrigung. Aber was ist Persepolis dann? Man muss sich nicht viele Gedanken darüber machen ob der Rang 'Meisterwerk' hier angebracht ist oder ob dieser bei einer solchen Art von Zeichentrick überhaupt Berechtigung hat. Denn Persepolis ist schlicht und einfach ein Meisterwerk, einen Diskussionsbedarf sehe ich da nicht. In dem Integrationsdrama um Toleranz und Selbstbehauptung das durchaus als Autobiographie der Autorin, Marjane Satrapi, des dem Film inhaltgebenden und selbig betitelten Comics 'Persepolis' gesehen werden kann wird detailverliebt ein Leben auf beeindruckende Art und Weise beschrieben, das sich gegen die Islamische Republik nicht einschüchtern lassen will und sich trotz allerlei Diskriminierungen in einer schwierigen Zeit zu behaupten versucht und alles dafür unternimmt das Leben so zu leben wie es gewollt wird. Unglaublich bemerkenswert erzählt und liebevoll in schwarz-weiß gezeichnet muss hier von einem Meisterwerk die Rede sein.
8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
ihre-herrlichkeit 2012/01/26 20:28:24
Kommentar löschenZum vierten Mal gesehen und zum vierten Mal konnte ich mir die Tränen nicht verkneifen. Sie liefen einfach in Rinnsälen runter.
Dieser Film berührt mich auf verschiedenen Ebenen.
Unabhängig davon, dass meine persönliche Lebensgeschichte sehr große Ähnlichkeit mit der von Marjane Satrapi hat, ist es mehr die Art und Weise der Darstellung, die mich besonders ergreifen konnte.
Die Zeichnungen sind nur vermeintlich puristisch, denn jeder hat ein Charaktergesicht, jede Mimik sitzt, jede Kulisse vermittelt den gewollten Eindruck - von träumerisch bis bedrohlich ist alles dabei. Stellenweise wirkt der Film wie ein Trip, wenn er den Zuschauer nicht in der nächsten Szene schon wieder mit voller Wucht auf den harten Boden der Realität wirft.
Die Detailverliebtheit zeichnet sich darin aus, dass mir selbst bei der vierten Sichtung neue Elemente aufgefallen sind, die authentisch gehalten wurden und teilweise nur von Iranern wahrgenommen werden können. Beispiel: Die Zeitung, die der Mann auf der Parkbank liest, heißt "Keyhan" und ist die meistgelesene Zeitung für die Mittelschicht Irans. Sie wird sogar international gedruckt. Das wird nur ganz nebenbei gezeigt und wärmt mein Herz.
Diesen Film kann man mögen, auch wenn man sich nicht mit den Gegebenheiten und den Personen identifizieren kann - wer jedoch tatsächlich weiß, was es bedeutet, seine Heimat zu verlassen und ein neues Leben in einem fremden Land anzufangen, dem wird bei der Sichtung von Persepolis das Messer in der Brust umgedreht und abgebrochen. Und wer weiß, was es bedeutet, eine wunderbare Großmutter entbehren zu müssen, dem wird der Rest gegeben.
Dass Persepolis es zum Lieblingsfilm geschafft hat, liegt aber hauptsächlich an einem Wort: Integrität.
21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 10 Antworten
Oceanic6 2012/01/26 20:41:45
Antwort löschenJetzt muss ich ihn auch endlich mal sehen....
ihre-herrlichkeit 2012/01/26 20:42:26
Antwort löschenDas musst du.
onyxxx11 2012/01/26 20:53:24
Antwort löschenWarum nochmal hast du nicht an der Aktion Lieblingsfilm teilgenommen? Also mit dem Text hättest du mich gehabt. Nun musst du dich mit dem Trostpreis zufrieden geben
...*Trommelwirbel*...
Ich hab da noch ne Rammstein CD rumliegen. Musst sie dir aber persönlich abholen... Porto ist im Preis nicht drin
ihre-herrlichkeit 2012/01/26 20:55:32
Antwort löschenAaawwww danke! ♥
Ich halte mich nicht für einen großen Schreiberling. Ich schreibe einfach das, was mir grad auf dem Herzen liegt, runter.
Danke für die CD, aber ich habe die gesamte Diskografie von denen gepachtet. Trotzdem würd ich mich freuen, dich mal persönlich beschnuppern zu können.
onyxxx11 2012/01/26 20:58:29
Antwort löschenhihihi ich wollte dich ja auch nur nach Berlin locken... raffiniert was?
BlueSquirrel 2012/01/26 21:00:36
Antwort löschenSehr schön ihre.
ihre-herrlichkeit 2012/01/26 21:01:05
Antwort löschenDu gewichster Futz, du!
Um ehrlich zu sein, habe ich mit Berlin ziemlich abgeschlossen. Aber du bist jederzeit herzlich eingeladen!
ihre-herrlichkeit 2012/01/26 21:01:43
Antwort löschenDanke Hörnchen!
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onyxxx11 2012/01/26 21:08:48
Antwort löschenAlternativ können wir uns in der Mitte treffen. Erfurt und Leipzig sind wunderschööön... aber nicht wundern, die sprechen da alle sö kömisch...
ihre-herrlichkeit 2012/01/26 21:09:48
Antwort löschenÖsch wöiß! xD
Na, wenn ich mir schon den Weg mache, dann direkt nach Berlin. Mal schauen, wenn das Wetter besser wird. Für dich besteht gar keine Option?
Drumhead92 2012/01/26 18:40:49
Kommentar löschenGanz großes Kino! Mitreißend, rührend und humorvoll. Ein echter Geheimtipp!
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Birdcage 2012/01/26 18:02:52
Kommentar löschenEin schwarzweißes Feuerwerk, das den Zuschauer nicht mehr loslässt! Das Besondere an diesem Film ist, dass er nicht nur Unterhaltungsgehalt aufweist, sondern auch die Problematik im Iran thematisiert(viele weitere wichtige Themen werden aufgegriffen). Dieser Zeichentrickfilm für Erwachsene ist wahre Kunst!
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Jack_Torrance 2012/01/26 17:02:51
Kommentar löschenEin Flughafen. Individuen ziehen wie Geister an dir vorbei. Mittendrin eine Dame. Eine Dame, die irgendwo im nirgendwo sitzt und eine Zigarette raucht. Dann erinnert sie sich - und offenbart dem Zuschauer damit eine der schönsten Filmerlebnisse überhaupt.
Man lässt sich von Persepolis im Nachhinein treiben. Man beobachtet Individuen mit ihren Sorgen, Ängsten, Sehnsüchten, Träumen...und gibt sich dem Film komplett hin. Persepolis war für mich wie ein LSD-Trip, eine Reise, eine Ära, etwas unbeschreibliches, etwas einzigartiges...
So genug dem künstlerischen Trallala, der beweist, dass mir wieder einmal nichts einfällt, kommen wir zum Wesentlichen:
Ich würde mich gerne in dem Film selbstreflektieren, etwas persönliches dahinzaubern, aber ich tue es nicht. Wieso ? Weil ich und Marjane Satrapi grundverschiedene Personen sind. Wir haben verschiedenes erlebt, wir haben verschiedene Charaktereigenschaften und...nun ja, ihr wisst, was ich meine. Wir sind eben grundverschieden.
Was macht Persepolis (in meinen Augen jedenfalls) aber so wunderbar und einzigartig ? Klar, es spiegelt intensiv das Lebensgefühl und das politische System im damaligen Iran wider und ja, es ist eine wunderbare Coming-of-Age-Story.
Vor allem aber macht uns Marjane Satrapi mit ihrer eigenen Welt bekannt: Sie erzählt uns von ihren Emotionen, von ihrem Leben, von ihren Rückschlägen, von ihren Erfolgen und das mit so einer Leichtigkeit, dass man sich in Persepolis verliebt.
Verliebtheit ist hierbei das Wort, das am besten zu dem Film passt:
Es gibt Filme, die sind wie Freunde.
Es gibt Filme, die sind wie Feinde.
Es gibt Filme, die sind wie Träume.
Es gibt Filme, die sich wie persönliche Erlebnisse anfühlen.
...und es gibt Filme wie solche, Filme als persönliche Love-Storys.
Danke dafür, Marjane Satrapi !
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based_god 2012/01/26 14:50:01
Kommentar löschenTeil 1 vom Zeichentrick-Abend auf arte
"Persepolis" überzeugt vor allem durch den kindlichen, leicht naiven Blick, durch den der Film von A bist Z erzählt wird. Todernst aber trotzdem oftmals lustig oder einfach nur schön. Ob die bildliche Darstellung von Gott nun wirklich nötig war, lass ich mal offen.
Aber auf jeden Fall ist "Persepolis" ein Muss für jeden Cineasten – Eine berührende Geschichte wahnsinnig toll umgesetzt.
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Blonder 2012/01/26 13:37:10
Kommentar löschenAus der Sicht von Marjane, einem jungen Mädchen, wird die blutgetränkte und grausame Geschichte Irans erzählt. Durch ihre dem Westen aufgeschlossene Familie wächst Marjane freidenkend auf. Somit wird es bald gefährlich für sie.
Gerade durch den einfachen Zeichenstil der Figuren und dem tristen schwarz/weiß wirkt der Film beklemmender und bedrohlicher, als jeder Realfilm.
Ein bedrückendes und nachdenkliches Meisterwerk, das sich einem durch seine außergewöhnliche Bildersprache für immer ins Gedächtnis brennt.
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Keky 2012/01/25 21:51:44
Kommentar löschenEine kurzweilige nachdenkliche Reise in eine mir bis dahin unbekannte Sichtweise der Menschen dieses Landes. Dieser Film wird mir helfen mehr Verständnis für Menschen mit Mikrantenhintergrund zu haben. Die Vorlage ist die reale Geschichte einer jungen persischen Frau, die zu Hause keine Heimat mehr hat.
Das Drehbuch hat es verstanden, die Verflechtung von Privatem und Politischem so gekonnt in der Schwebe zu halten, dass der Film niemals ins Sentimentale oder Sprachrohrhafte abgleitet. Die Umsetzung als Trickfilm ist originell und gerade wegen der starken Stilisierung meisterhaft gelungen. Die eigene Fantasie bekommt viel Raum, was der Emotionalität des Films gut tut. 8.5 für solch ein Kunstwerk. Ich empfehle jedem, den Film anzusehen, hat mir sehr gut gefallen. Eine freche, kritische Geschichtstunde! ;)
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Benjamin Barker 2012/01/25 21:51:19
Kommentar löschenFeiner Film, der sich besonders durch seinen erfrischenden Stil hervortut. "Persepolis" hat es geschafft mir das schwer zugängliche und offen gesagt auch nur bedingt interessante Thema näherzubringen, was primär an der Präsentation lag. Diese war nicht halb so schwerfällig wie befürchtet und dadurch viel leichter zugänglich. Irgendwo zwischen unkonventionell und erschreckend ehrlich. Hat mich berührt, unterhalten und einiges über die Situation im Iran gelehrt.
Animationen sind eben mehr als Superhelden. Das ist wahre Comic-Kunst!
"Lachen ist die subversivste aller Waffen." (Marjane Satrapi)
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schwedenretter 2012/01/25 21:51:06
Kommentar löschenWer sich über den Iran informieren möchte, wird viel Interessantes an dem Film finden. Wer die Grundzüge der Geschichte bereits kennt, dem kommt Vieles vielleicht zu langatmig vor.
Mir hat es zeichnerisch etwas an Qualität gefehlt, die Unterstützung der Erzählung durch den Stil kann nicht mit anderen Filmen dieser Art (Waltz with Bashir) mithalten.
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PaJeRo 2012/01/25 21:47:15
Kommentar löschenHandwerklich natürlich sehenswert, inhaltlich eher so lala. Hat mich emotional auch nicht so aufgewühlt wie diverse Kritiken es suggerieren. Die Penissprüche gingen mir nach einer Weile aber schon ziemlich hart auf den Sack (hrhr).
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mellisee 2012/01/24 23:23:38
Kommentar löschenGroßartig. Ein absolutes: MUSS MAN GESEHEN HABEN!!!
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Momentanaufnahme 2012/01/04 14:19:25
Kommentar löschenMarjane ist bereits als Kind Zeuge einer Revolution und eines Krieges: Mit ihren Eltern und ihrer geliebten Großmutter wächst sie zu Zeiten des Schahs in Teheran auf. Als die islamische Revolution losbricht ist die Euphorie der kleinen Marjane groß, doch der Ausgang der Bewegung ist umso ernüchternder: Es entsteht ein neues Regime, das durch allgegenwärtige Repression das Leben im Iran noch unerträglicher macht. Marjane flüchtet sich heimlich in die verbotene Punk-Kultur und besucht mit ihren Eltern illegale Partys. Nach dem Ausbruch des Golfkrieges wird Marjanes Leben zunehmend gefährdet, weshalb sie von ihren Eltern nach Wien geschickt wird. Zwar findet sie dort schnell Freunde, wechselt ihren Bekanntenkreis aber häufig und leidet letztlich an einer missglückten Liebesbeziehung. Depressiv kehrt Marjane in den Iran zurück, wo sie unter anderem durch den Einfluss ihrer Großmutter ein geregeltes Leben beginnt. Doch auch dieses kurze Glück wird durch politischen Druck und eine erneute Liebschaft überschattet.
Präsentiert wird das Geschehen größtenteils in schwarz-weißem Zeichentrick, der mit der Graphic Novel Vorlage des Films einher geht. Der Zeichenstil ist dabei relativ minimalistisch gehalten, die Hauptcharaktere sind aber dennoch gut durch charakteristische Details voneinander abgegrenzt. Insgesamt ist mir die Präsentation des Films keinesfalls negativ aufgefallen - einige Szenen sind sogar hervorragend umgesetzt - allerdings wäre mit einem größeren Budget wohl auch noch mehr „Trick“ möglich gewesen. So bleibt die Umsetzung stilvoll, aber zeckmäßig.
Regisseurin Marjane Satrapi verarbeitet zusammen mit Vincent Paronnaud in „Persepolis“ ihre Vergangenheit. Die Geschichte, die das Leben Marjanes von den frühen Kindesjahren bis zum jungen Erwachsenenalter zu Zeiten hoher politischer Aktivität im Iran zeigt, hat auch durchaus ihren Reiz. Das Leben der Regisseurin steht wahrscheinlich exemplarisch für hunderttausende ähnliche Schicksale und zeigt das Leid des Bürgers in Folge des Krieges und der missglückten Revolution.
Andererseits möchte ich kritisieren, dass der Film seine Aussage mit der Wahl eines anderen Protagonisten interessanter und stärker hätte gestalten können. Marjane ist meist indirekt von den politischen Ereignissen betroffen, selbst aktiv wird sie im Rahmen der Handlung nicht. Das übernimmt z.B. ihr Onkel, der in Folge seines Engagements hingerichtet wird. Ziel „Persepolis“ war es sicher, die Gecshichte der Regisseurin und das Schicksal des „normalen“ Bürgers darzustellen, die im Film enthaltene Kritik ist dadurch aber weniger scharf. Zudem hätte das Leben einer politischen Aktivistin auch mehr Handlung abseits des pubertären Normalbetriebs, wie er besonders in der Mitte des Films überhand nimmt, hergegeben. So liegt der Fokus des Films später vor allem auf der Fremde Marjanes in Europa, wie auch in ihrem Heimatland.
„Persepolis“ bleibt meiner Meinung nach zwar hinter seinem Potential zurück, dafür steht der Film in Folge seines Stils und seines brisanten und aktuellen Themas abseits der Massenfilmkultur. Eine uneingeschränkte Empfehlung gibt es daher nicht, interessante Eindrücke lassen sich aber definitiv gewinnen.
Mehr auf meinem Blog: http://tumblr.com/ZF9bmwEFUVld
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kahaujiko 2012/01/03 19:39:57
Kommentar löschenein film, der durch seinen eigenen stil und besonderer erzähltechnik voll in seinen bann zu ziehen weiß. erinnert mich von seiner machart sehr an den comic "die vollständige maus".
auch hier wird der schrecken einer in diesem falle islamischen umwälzung in ein comicartiges epos verpackt.
gleichzeitig verfolgt man die charmant erzählte geschichte von Marjane Satrapi, fiebert mit, verliebt sich mit ihr, kämpft mit ihr leidet und lacht mit ihr.
selten ist es einem film gelungen, bei mir eine derartige indentifikation mit einem hauptcharakter zu erreichen.
ich bin mir aber nicht sicher, ob die unkonventionelle machart weit abseits vom mainstream jeden zu erreichen vermag, da der film durchaus keine leichtverdauliche kost ist.
zu meinen lieblingsfilmen zählt er aber ganz sicher
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lizzisfilm 2011/11/17 20:56:04
Kommentar löschensensationell! und ganz große kunst. klasse charaktere und sowieso und überhaupt... ANSCHAUEN!
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guggenheim 2011/10/18 10:32:58
Kommentar löschen"Persepolis" hebt sich optisch ab, ist ansonsten aber in seiner Mischung aus historischer Erzählung und persönlichem Lebensweg aber kein exklusives Werk. In diesem Fall ist das aber auch vollkommen egal, denn es geht um Wertevermittlung, Politik, Ideologie und das schlichte Heimatgefühl. "Persepolis" vermengt das alles sehr gut, berührt, ist teilweise schwer, ohne schwerfällig zu werden, nutzt Metaphern und setzt auf gekonnte Bildsprache.
Aber was ist eigentlich aus den Protesten im Iran geworden, die vor ein paar Jahren stattgefunden haben? Das Interesse der Weltöffentlichkeit hat sich damals ja flott gelegt...
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Sheeeeep 2011/10/18 10:46:05
Antwort löschengrandios und sehr treffend guggi :)
[...]ist teilweise schwer, ohne schwerfällig zu werden,[...]
guggenheim 2011/10/18 10:58:52
Antwort löschenDanke :)
ihre-herrlichkeit 2011/10/18 11:21:52
Antwort löschenBis auf ein Paar Dokus von arte und 3sat ausgestrahlt wird einfach der Mantel der Verschwiegenheit drübergelegt. http://youtu.be/TkTGx8O73D0
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alanger 2011/10/18 11:45:27
Antwort löschendafür gibts in tunis proteste:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,791935,00.html
ihre-herrlichkeit 2011/10/18 11:47:11
Antwort löschenDie sollen sterben gehen, diese radikalen Arschlöcher mit ihrem Gotteswahn!
The_Comedian 2011/10/01 23:11:33
Kommentar löschen´Persepolis´ erzählt die Geschichte eines iranischen Mädchens, vom Erwachsenwerden, Loslassen und Ankommen. Dabei wird durch die düstere Grundstimmung der unkonventionellen Animation gekonnt die cineastische Zensur umschifft, obwohl doch nahezu alles offen und schonungslos, fast analytisch gezeigt wird. Der wichtige Film bewahrt den Bezug zur und den Respekt vor der Geschichte, ´Persepolis´ will sich politisch jedoch nicht festlegen, strandet aber häufig in anarchistischen Gefilden, sei es früh in musikalischer, im Gegensatz zur übrigen Gesellschaft konträrer, Form (... von den ´Bee Gees´ zu ´Iron Maiden...), und in der Folge, angekommen im kapitalistischen Westen, in der ´Endstufe´: Punk und Hippietum. Horizonterweitert geht es zurück in die Heimat, welche keine mehr zu sein scheint...Der Grund, dass der Film nicht auf dem Weg zum Meilenstein durch die Decke geht, liegt bei der grenzenlos-opportunen Haltung der Macher, sodaß eine noch drastisch-persönlichere Auslegung oder aber eindeutige, politische oder religiöse Richtungsweisung wünschenswert gewesen wären, wenn auch nur, um final mit dem tatsächlich existierenden Filmende alles wieder aufgrund des fehlenden Kontext, ad absurdum zu führen, wobei der Glaube im vorliegenden Ergebnis doch annähernd am Meisten sein Fett wegkriegt. Diese Haltung kann man nun mögen oder nicht, nichtsdestotrotz punktet´Persepolis´ mit hypnotischen Bildern und enormem, emotionalen Bezug zu den Charakteren, obgleich diese ´nur´ gezeichnet sind. Während der passende Score unaufdringlich begleitet, räumt ´Persepolis´ leise, aber eindringlich die ewigen Klischees aus dem Weg, und stellt in der Filmlandschaft wohl ein starkes Mühlenrad im Kampf für Frieden und Toleranz dar, ohne dabei überdrüssig und verklärt-romantisch zu wirken. So weist der Film auch den bei solchen Werken oft kramphaft herbeizitierten Kunst-Faktor zurück, denn es geht letztlich nur um ein ganz gewöhnliches Mädchen und das Leben zwischen Religion, Politik und Gesellschaft, ein Leben, in welchem Liebe, Familie und Integrität die wichtigsten Eckpfeiler sind. Und selbst diese simple Erkenntnis ist in `Persepolis´ keiner platten Attitüde geschuldet, denn der Film bewahrt stets seinen lässigen ´Independent-Charakter´ mit Botschaft.
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Revolvermann 2011/09/25 13:11:04
Kommentar löschenIch hab mir den Film vor über einer Woche angesehen und mir geistern immernoch diverse Passagen im Geiste erherum, mal einfach so, mal wenn man irgendetwas in den Nachrichten über Iran sieht/ ließt. Für mich ein Zeichen eines wirklich guten Films, der mir mit Sicherheit auch noch länger nicht aus dem Kopf gehen wird.
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ihre-herrlichkeit 2011/09/25 13:42:50
Antwort löschenWieso dann keine Wertung?
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Revolvermann 2011/09/26 00:19:12
Antwort löschenWeil scheinbar die irgendwie nicht gefressen wurde... hmm MoviePilot hat bei mir eh hin und wieder mal nen paar Datenbank aussetzter...
ihre-herrlichkeit 2011/09/26 00:29:42
Antwort löschenJetzt kann ich die Wertung sehen, kam wohl irgendwie verzögert.
Bibabiest 2011/09/04 13:55:28
Kommentar löschenGeschichtsunterricht mal anders. Ein toller und wichtiger Film!
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