Pink Velvet - The Innocence of Lesbian Love

Pink Velvet (2003),
Laufzeit 160 Minuten, Erotikfilm

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Pink Velvet - The Innocence of Lesbian Love - Bild 5578468
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Die junge Jo zieht für die Winterzeit in Budapest bei einer Gastfamilie ein. Im Haus wohnen die Mutter Lisa, ihre Tochter sowie zwei weitere Gastmädchen.


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Hendrik

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Bewertung9.0Herausragend

"Last night I dreamt of kissing!"

Da für dieses Wochenende die Top7 der Arthouse-Pornofilme Startseitenthema ist, nutze ich einfach mal die Gunst der Stunde, um mal einen Ausflug in das Porno-Kommentier-Biz zu unternehmen und etwas über die 160 Minuten pure Erotik namens "Pink Velvet" zu schreiben. Zwar kein Arthousefilm, aber ein Beweis dafür, dass sich Explizität und Ästhetik nicht ausschließen müssen. Hier wurde so viel richtig gemacht - schon allein, dass hier lesbischer Sex nicht aus dem Nachspielen von Heteroverkehr mit diversen Hilfsmitteln besteht, war für die damalige Zeit (2003!) für eine Hochglanzproduktion revolutionär - dass es für mich wie ein 'Fuck You' an diverse lieblose 08/15-Schmuddelfilmproduktionen weltweit wirkt. Anderswo werden Budgets an der Million-Dollar-Grenze verballert, oder es werden Pläne für 3D-Filme und Pornos im Weltall geschmiedet (wo solch fragwürdige Gestalten wie Rocco oder Belladonna meiner Meinung nach schon längst hingeschossen gehörten - allerdings ohne Kamerabegleitung), dass alles ist aber nur der selbe alte abgestandene Wein in neuen Schläuchen! "Pink Velvet" kann zwar nicht mit irgendwelchen Höher-schneller-extremer-Angaben auf der Hülle für sich werben, ist aber dem Großteil der Konkurrenz meilenweit voraus: Schon allein die Szene im Zugabteil zu Beginn - bei der wohlgemerkt keine nackte Haut zu sehen ist - ist dermaßen erotisch, dass diversen Leuten beim Ansehen klar sein müsste, wohin sie sich ihre Doppelt- und Dreifachpenetrationen stecken können!

Aber jetzt genug der Negativität - zurück zu "Pink Velvet" an sich: Die Inhaltsangabe oben gibt schon fast die komplette Handlung wieder, weit entfernt von weltbewegend oder irgendwie anspruchsvoll, andererseits wird man auch nicht mit "stroh"-dummen Dialogen belästigt (if you know what I mean) und die meisten typischen Klischees werden weiträumig umfahren. Man sieht auch, dass die Darstellerinnen mit ehrlichem Spaß bei der Sache sind, was in dieser 9-to-5-Branche jetzt auch nicht selbstverständlich ist. Hier wird noch mit Herz geknutscht, gekuschelt und gecunnilingust (dieses tolle Verb mußte ich irgendwo im Kommentar unterbringen)! Der Film spielt in Budapest und sämtliche Darstellerinnen stammen aus Ungarn, trotzdem reden sie die ganze Zeit englisch mit Akzent. Das kann man seltsam finden, ich halte es für charmant (in den beiden Fortsetzungen wurde dies übrigens etwas nachvollziehbarer mit Ungarisch mit englischen Untertiteln gelöst). Ich weiß nicht, ob die Musik - einer der häufigsten Kritikpunkte - in der Redux-Version (yep, sowas gibt es nicht nur von "Apocalypse Now") eine andere ist als im Original, jedenfalls finde ich sie gar nicht so schlecht. Wie Muffin Man im Kommentar unter mir schon treffend bemerkte, kann man auch wunderbar zu "Pink Velvet" abschalten (nicht dass, was ihr denkt), denn bei keinen Filmen kann man schöner in Gedanken abschweifen als bei diesem oder anderen Qualitätsprodukten aus dem Hause Viv Thomas.

Und bevor ich noch selbst weiter mit Gedanken abschweife mein Schlusswort: "Pink Velvet" gehört eindeutig zu den 'Guten' des Genres (im doppelten Sinn) und sein Vorhandensein auf moviepilot ist für mich durch seinen gewissen Meilensteinstatus gerechtfertigt. 'Nur' 9,0 übrigens, weil Viv Thomas selbst, aber auch manche anderen Studios die hohe Messlatte dieses Werks inzwischen übertroffen haben. Trotzdem auf jeden Fall ein Must-See für alle Freundinnen und Freunde stilvoller lesbischer Erotica!

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Haschbeutel

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Wie hoch liegt denn die Mess"latte". ?


Hendrik

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Sehr weit oben natürlich ;-), das Ende der Fahnenstange wurde noch nicht erreicht, aber ein paar Mal schon beinahe. Im Koffer für die einsame Insel landen auf jeden Fall PV2+3, mehr Namen gibt es nur per PM, bevor ich hier noch einen Ruf wegkriege ;-)


Muffin Man

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Bewertung7.5Sehenswert

Muffin Mans Wellnessberater mit einem Tipp für verregnete Tage, an denen Sie vielleicht Besseres zu tun, aber einfach keine Lust dazu haben: Lassen Sie einfach mal wieder Seele und Hoden baumeln mit "Pink Velvet", dem lesbischen Porno aus dem Hause Viv Thomas, das sich auf gut ausgeleuchtete Hochglanzproduktionen spezialisiert hat. Was Sie noch brauchen: Eine Tasse Tee Ihrer Wahl plus eine funktionierende Musikausrüstung. Das erste, was Sie tun müssen, wenn der Film läuft, ist, den Ton auszuschalten, denn erstens ist die Musikuntermalung absolut tödlich, und zweitens sind die Dialoge weder hörenswert noch über weite Strecken überhaupt verständlich. Machen Sie es sich gemütlich und lassen Sie lieber eigene Musik laufen. Falls es Ihnen während der penisquälenden 160 Minuten vor lauter pinkem Gefingere und Geschlabbere langweilig werden sollte und Sie schon beginnen zu fluchen, weil Sie doch besser gleich irgendeinen filmklassischen Vierstünder eingeschoben hätten: Wer sagt denn, dass Sie dem Film folgen müssen, schweifen Sie ruhig ab! "Pink Velvet" verlangt gar nichts von Ihnen. Denken Sie nach über Leben, Liebe und dieses braunhaarige Mädchen mit den grossen Augen und dem süssen Akzent. Sie werden kaum jemals klarer denken können.
Sie können den Spiess aber natürlich auch umdrehen und den Film bewusst als Hintergrundgeflimmer benutzen. Zum Beispiel an Ostern: Stellen Sie sich vor, Sie haben Ihre Verwandtschaft bei Ihnen, und weil solche Anlässe nie besonders formell sind, schalten Sie den Fernseher an. Es läuft natürlich "Titanic" an solchen Festtagen, und, geben Sie's zu, Sie schalten immer wie von Geisterhand geführt in der Szene ein, in welcher das Schiff den Eisberg rammt, nur um aus Ihnen unerklärlichen Gründen den Film weiterlaufen zu lassen. Die Titanic säuft lautlos im Hintergrund ab, aus der Musikanlage dringt die Stimme von Nana Mouskouri, und Sie hören Ihrem Schwippschwager lustlos zu, wie er Ihnen von seinem neuen Ferienhaus in Südfrankreich erzählt. Aufhören! Füttern Sie Ihren Player mit "Pink Velvet", wählen Sie Ihre Lieblingsszene aus, und wenn Ihre gesammelte Verwandtschaft zuerst fassungslos auf den Bildschirm und dann auf Sie starrt und irgendjemand stimmlos fragt: "Was ist das?", dann heben Sie feierlich Ihr Glas und verkünden: "Das ist die Szene im Auto. In etwa." Mit etwas Glück sind Sie Ihre Verwandten für längere Zeit los. Denken Sie mal: Das wird DIE Episode Ihres Lebens. Ihren Enkeln können Sie einmal erzählen, wie Sie einst Ihren Onkel Thomas und Ihre Tante Nina mit einem Porno in die Flucht geschlagen haben. Die werden Sie lieben! Ausserdem wird dieser eine 69er zum redefinierenden Wendepunkt in Ihren Beziehungen zu Ihrer Schwiegertochter Anna! Ja, "Pink Velvet" ist eine Waffe - es kommt nur darauf an, wie Sie sie einsetzen.
Weitere solche Gedanken können Sie selbstverständlich auch anstellen, wenn Sie den Film allein mit einer Tasse Tee Ihrer Wahl und einer funktionierenden Musikausrüstung an einem verregneten Tag, an dem Sie vielleicht Besseres zu tun, aber einfach keine Lust dazu haben, schauen. Wellness pur.

bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

phoenix409

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Grandios! :D sehr schön, Muffin...


fabel

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genial


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