Please Give

Please Give (2010), US
Laufzeit 90 Minuten, FSK 0, Komödie, Kinostart 08.07.2010

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6.9 Kritiker
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Skala 0 bis 10
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von Nicole Holofcener, mit Amanda Peet und Elizabeth Keener

Der tägliche Wahnsinn einer New Yorker Familie: Kate betreibt seit Jahren mit ihrem Mann Alex einen Laden für Vintage-Möbel in Manhattan. Sie beginnt plötzlich, sich mit Gewissensbissen zu plagen, da sie die Möbel allesamt aus den Nachlässen von Verstorbenen kauft. Kates Tochter Abby indessen steckt mitten in der Pubertät, hat massive Probleme mit Pickeln und wünscht sich gleichzeitig nichts sehnlicher als eine teure Designerjeans, die ihre Mutter ihr aber nicht kaufen möchte. Kate gibt lieber den Obdachlosen vor ihrem Haus größere Summen. Außerdem planen Kate und ihr Mann die Wohnung gleich nebenan noch dazu zu kaufen. Doch das Ganze ist nicht so einfach: Hier wohnt noch eine alte Dame, Andra, die von ihren Enkelinnen Rebecca und Mary versorgt wird. Kate steht vor einem Dilemma: Wie kann man es schaffen, ein guter und großzügiger Mensch zu sein und auch selbst ein gutes Leben zu führen, wenn sich Armut, Obdachlosigkeit und ganz existenzielle Nöte direkt vor ihrer Tür abspielen?

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Kritiken (7) — Film: Please Give

Walli Müller: br-online, NDR Walli Müller: br-online, NDR

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Ein Film mit vielen starken Momenten, dessen Schwäche es ist, dass er gegen Ende ein wenig versandet. Natürlich: Die angesprochenen Widersprüche sind nicht auflösbar, müssen also stehen bleiben. Es gibt kein Patent-Rezept und keine Moral von der Geschicht, aber damit auch keinen Clou und keine Pointe zum Finale.
Fazit: Der Film hebt sich durch unkonventionelle Figuren und sehr sehr bissige Dialoge angenehm von der Kino-Massenware ab und animiert dazu, den eigenen Gerechtigkeitssinn zu hinterfragen. Kein MUST-See, aber ein eindeutiges KANN!

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Carsten Happe: Schnitt Carsten Happe: Schnitt

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7.5Sehenswert

Waren Nicole Holofceners letzte Filme Friends with Money und Lovely & Amazing noch vorwiegend geschwätzig und letztlich auch ein wenig langweilig, stimmt hier die Balance aus entspannter Alltäglichkeit und psychotischen Aussetzern. Daß die Regisseurin und Autorin ihre Figuren, zuvorderst ihr Alter Ego Kate, eben nicht mit Samthandschuhen anpackt, sondern Widersprüchlichkeiten und Irrationales zuläßt sowie ihre Schwächen augenzwinkernd freilegt, steht Please Give ausnehmend gut zu Gesicht.

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Jörn Hetebrügge: fluter Jörn Hetebrügge: fluter

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6.5Ganz gut

Was das Monument Valley für den klassischen Western, ist Manhattan für die moderne Independent-Komödie: ein Stammrevier mit einem bestimmten Repertoire an Figuren und archetypischen Situationen. In diesem wohlbekannten Woody-Allen-Country mit seinen von Neurosen gebeutelten Mittelstandsexistenzen bewegt sich Regisseurin und Drehbuchautorin Nicole Holofcener über weite Strecken souverän. "Please Give" sprüht vor bissigem Witz und überzeugt mit spielfreudigen Akteuren/innen (allen voran: Catherine Keener) – bis ihm nach etwa Zweidritteln die Puste ausgeht. Oder besser: Bis Nicole Holofcener der Mut verlässt und sie satirische Schärfe gegen einen versöhnlichen Tonfall eintauscht, der ihren Film letztlich zu einem harmlos unterhaltsamen Kinostück macht. "It's hard to be funny when you have to be clean." Mit diesem Bonmot kommentierte Mae West, der weibliche US-Comedy-Star der 1930er-Jahre, einst die Selbstzensur Hollywoods. "Please Give" ist am Ende völlig clean. Und er ist es ohne jeden äußeren Zwang. Schade eigentlich.

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Ulrich Sonnenschein: epd-film Ulrich Sonnenschein: epd-film

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6.5Ganz gut

Nicole Holofcener geht es in ihren Filmen immer auch um die vermeintliche gesellschaftliche Gleichheit. [...] In Please Give behält Holofcener die episodische Struktur bei, reduziert die Problemlagen aber auf zwei Familien. Dadurch gewinnt der Film an Konsistenz und an szenischem Witz. Die etwas nervöse Catherine Keener steht einem in seiner Behäbigkeit perfekten Oliver Platt gegenüber, eine wunderbare Balance, die der Film bis in die Nebenrollen hinein hält. Nur die Geschichte selbst hängt an vielen Stellen etwas durch. Die Spannung der einzelnen Episoden lässt sich nicht so leicht auf das Ganze übertragen. Immer wieder stehen mehr die persönlichen Macken der Figuren im Vor dergrund als die Unzulänglichkeiten des gesamtgesellschaftlichen Kontexts. Holofceners Filme sieht man die Schulung am europäischen Kino an, doch bis zu den Charakter studien eines Eric Rohmer ist es noch ein weiter Weg.

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Christian Schröder: Der Tagesspiegel Christian Schröder: Der Tagesspiegel

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5.5Geht so

Eine Zeit lang schaut man diesen Episoden aus dem Leben von einem knappen Dutzend New Yorker gerne zu. Die Dialoge sind ziemlich schlagfertig, es gibt Witze über Sonnenbänke und die Länge männlicher Schamhaare. Aber für eine Komödie ist „Please Give“ viel zu gut gemeint. Böse wird der Humor nie, Konflikte werden schnell gelöst, und die letzten Worte lauten doch tatsächlich „Bitte“ und „Danke“.

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José Garcia: Textezumfilm

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8.0Ausgezeichnet

Die Zwiespältigkeit, die Dianne Wiest 1986 in Woody Allens „Hannah und ihre Schwestern“ so wunderbar ausdrückte, weil ihre Holly die Sensibilität einer Künstlerin, nicht jedoch ihr Talent besaß, findet in „Please Give“ auf der ethisch-moralischen Ebene statt. Catherine Keeners Kate fühlt sich bei ihren Geschäften gar nicht wohl, selbst wenn sie feststellen muss, dass ihre Konkurrenten noch größere Margen erzielen. Ihr schlechtes Gewissen versucht sie zu beruhigen, indem sie an keinem echten oder vermeintlichen Obdachlosen vorbeikommt, ohne ihm einen Geldschein in die Hand zu drücken (deshalb der Filmtitel) oder ihm wenigstens die „doggy bag“ mit den Resten aus dem Nobelrestaurant anzubieten.

Zwar ist das von Regisseurin Nicole Holofcener selbst verfasste Drehbuch, was Rhythmus angeht, keineswegs rund. Zwar überzeichnet es einige Figuren, insbesondere die zwei Schwestern Rebecca und Mary in ihrer Naivität beziehungsweise Ichbezogenheit. Dies machen aber die hervorragenden Schauspielerinnen durchaus wieder wett. Darüber hinaus verknüpft „Please Give“ diese bewusst raue Oberfläche mit bedenkenswerten Fragen, etwa in der Nebenhandlung mit Alex’ und Kates pubertierender Tochter Abby, wobei „Please Give“ die Familie auffällig positiv besetzt: Nach seiner Eskapade mit Mary entdeckt Alex seine Liebe zu seiner Frau neu – ein weiterer Aspekt, den Nicole Holofceners Film etwa mit „Hannah und ihre Schwestern“ gemein hat. Die Verknüpfung von witzig-schnippischen, manchmal gar höhnischen Dialogen und allzu menschlichen Situationen mit einem gehaltvollen Inhalt machen aus „Please Give“ eine sehenswerte Komödie nicht nur über die Einwohner New Yorks.

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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8.5Ausgezeichnet

Die Regisseurin Nicole Holofcener könnte glatt als die weibliche und kalifornische Ausgabe von Woody Allen durchgehen. Mit der New Yorker Regie-Ikone verbindet sie der amüsiert-ehrliche Blick, den sie auf das weiße, von Neurosen geplagte Mittelstands-Amerika mit all seinen Luxusproblemen wirft. War es in „Friends with Money“ noch eine wohlsituierte Freundesclique aus LA, ist es in „Please Give“, der auch im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale zu sehen war, eine New Yorker Familie.

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Kommentare (8) — Film: Please Give

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Amo

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Bewertung5.0Geht so

Eigentlich ein angenehm zu sehender Film. Der Film hätte Potenzial mehr zu sein.
Leider fesselt er überhaupt nicht. Sehr schade drum.

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naufrago

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Bewertung4.5Uninteressant

Trailer gesehen - Film gesehen. Mit dem Trailer sind fast alle guten Szenen abgedeckt. Der Rest ist nicht wirklich mitreißend. Enttäuschend.

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Kris

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Bewertung6.0Ganz gut

In einer Welt, in der die Menschen extra die Großstadt verlassen müssen, um sich davon zu überzeugen, dass es wirklich Herbst ist, will eine Mutter ohne Rücksicht auf Verluste den Armen und Unterprivilegierten helfen, um sich davon abzulenken, dass ihr eigenes Glück auf dem Unglück anderer ruht. Eigentlich kann man sie nicht leiden, diese Frau, aber Catherine Keener erspielt ihr doch jede Menge Verständnis. Die Geschichte ist bissig, aber leider auch furchtbar deprimierend.

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spanky

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Bewertung5.5Geht so

Etwas lahme Sozialstudie mit sympathischen Hauptdarstellern (ich liebe die Keener), die angesichts des gagschwächelnden Drehbuchs nie richtig in Fahrt kommen. Dafür dürfte es für Freunde des Midcentury-Modernism recht pornografisch werden.

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Mozzerino

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Bewertung6.0Ganz gut

Netter Film mit einer tollen Besetzung, der sich leider etwas in der Belanglosigkeit seines Szenarios verliert. Eine wohlhabende New Yorkerin hat ein schlechter Gewissen, weil sie zuviel Geld hat und ihr um sich herum nicht genügend Mitgefühl für bedürftige Menschen gezeigt wird. Buh-fucking-Huh.
Wirkliche Konflikte gibt es hier eigentlich keine, der größte emotionale Aufhänger ist, dass sich ein pubertierender Teenie keine teure Jeans kaufen darf. Diese Luxus-Problemchen und das Fehlen echter Tragik rührt irgendwann sogar die Hauptfigur selbst zu Tränen. Kann man kucken, muss man aber nicht.

Ein Extrapunkt gibt es von mir noch obendrauf für die anbetungswürdige Cathrine Keener, die mit zunehmenden Alter immer attraktiver zu werden scheint. Was macht es da schon, dass in diesem Film kaum was wichtiges passiert? Ihr würde ich auch zusehen, wie sie 2 Stunden aus dem Telefonbuch vorliest.

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Benni-THE-KING

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Bewertung6.0Ganz gut

ein bischen zu melancholisch und beliebig. Ein paar schöne Szenen sind aber definitiv dabei

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BobbyIII

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Bewertung5.0Geht so

Der Film hat ein großes Problem, und das ist nicht dass diese Sozialstudie, im "Stadtneurotiker-Stil", eigentlich keinen wirklichen Höhepunkt aufweisen kann. Sein größtes Problem ist die Unvollständigkeit! Die Unvollständigkeit der Dialoge, die Pointenlosigkeit der Witze, die unvollständige Charakterzeichnung der Charaktere und damit zusammenhängend und das wahrscheinlich größte Problem der "Unvollständigkeitsprobleme": Die Unvollständigkeit der Zeichnung ihrer Motivation, ihres Handlungsansatzes. Warum tun sie die Dinge die sie tun? Ganz auffällig ist dies in der Rolle von Catherine Keener, deren Handeln ich in diesem Film einfach nicht nachvollziehen konnte. Und das obwohl der Film bei den weiblichen Rollen einen extrem guten Cast mit Rebecca Hall, Catherine Keener und Amanda Peet aufweisen kann. Im Endeffekt muss man leider sagen dass es sich hier um langweilige Episoden der New-Yorker Mittelklasse handelt die wenigstens gut gespielt sind.

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essence

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Sozialstudienalarm

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