Rückkehr ans Meer

Le refuge (2009), FR
Laufzeit 88 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 09.09.2010

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6.6 Kritiker
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von François Ozon, mit Isabelle Carré und Louis-Ronan Choisy

Nachdem ihr Freund Louis an einer Überdosis Heroin stirbt, verlässt Mousse (Isabelle Carré) Paris und sucht Zuflucht in einem Haus an der Atlantikküste Frankreichs. Die Protagonistin in Rückkehr ans Meer ist selbst drogenabhängig, doch in ihr wächst Louis’ Kind heran.
Wie schon in früheren Filmen kreist François Ozon auch in Rückkehr ans Meer (OT: Le refuge) um die existentielle Erfahrung des Todes und die Verarbeitung eines solchen Ereignisses. (TM)

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Kritiken (8) — Film: Rückkehr ans Meer

Margret Köhler: br-online Margret Köhler: br-online

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8.0Ausgezeichnet

Ozon überrascht mit einem unerwarteten Schluss, der bürgerliche Seelen in Aufregung versetzen könnte, aber nur seine Konsequenz und Kompromisslosigkeit unterstreicht. Die Komplexität und Intensität der Figuren in "Rückkehr ans Meer" ist beeindruckend. Ein sehenswerter Film, mit dem François Ozon an seine bisher reifste Leistung "Unter dem Sand" aus dem Jahre 2000 anknüpft.

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Luitgard Koch: programmkino.de Luitgard Koch: programmkino.de

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8.0Ausgezeichnet

In der Hauptrolle präsentiert François Ozon die tatsächlich schwangere Schauspielerin Isabelle Carré und begleitet die zarte Sommersprossen-Frau mit faszinierender Feinfühligkeit durch ihre erste Schwangerschaft. Dabei erzählt der subtile Frauenregisseur eine zärtlich-melancholische Liebesgeschichte. [...] Betörend schön wirkt dabei vor allem die fragile Isabelle Carré in ihrer zunehmend üppigeren Körperlichkeit. Ihre fast durchscheinende Blässe, die strahlenden Augen als wäre sie Botticelli aus der Leinwand gefallen. Trotzdem besitzt die Tochter eines Designers eine extreme Durchlässigkeit für alles Tragische.

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Scott Tobias: The Onion (A.V. Club) Scott Tobias: The Onion (A.V. Club)

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6.0Ganz gut

Rückkehr ans Meer unterdrückt die stürmischen Gefühle von Trauer, Schuld und Begierde so vehement, dass sie nur in wenigen heftigen Ausbrüchen an die Oberfläche kommen. Die restliche Zeit ist fad und unergründlich – ein Film von nahezu flüchtiger Subtilität.

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Kerstin Decker: Der Tagesspiegel Kerstin Decker: Der Tagesspiegel

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8.0Ausgezeichnet

Schmerzlichere, entblößtere, gewalttätigere Bilder einer Drogenabhängigkeit sah man selten und dennoch gewahrt man, durch den Rausch, die Not hindurch, die Liebe eines Paars. [...] Ein schöner, sensibel beobachteter Ozon-Film, der um keine Nuance betrügt. Vor allem nicht um das Wissen, dass der Mutterinstinkt viel weniger Instinkt als ein hoch empfindliches Welteinverständnis ist.

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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7.0Sehenswert

Erneut versteht es Francois Ozon auf äußerst beiläufige Weise eine für sich genommen nicht sonderlich aufregende und sich nah an der Realität bewegende Geschichte über die langsame Annäherung zweier unterschiedlicher Menschen zu einem sehenswerten Filmereignis werden zu lassen. In all ihren Details liebevoll durchdacht und von Isabelle Carré, die uns hier ihren echten Schwangerschaftsbauch präsentiert, hervorragend gespielt, dürfte dieses Babybauchdrama nicht nur werdende Mütter oder Väter begeistern.

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Ciprian David: NEGATIV

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6.0Ganz gut

...Rückkehr ans Mehr ist ein Film über die Beziehung zwischen Mutter und Kind. Von der Prämisse ausgehend, dass diese keine natürliche ist, schildert er durch Mousse die Faktoren, die eine solche Verbindung stärken oder schwächen. Ein zeitloses Motiv, das François Ozon mit Nonchalance zu inszenieren versteht. Doch vor allem geht es im Film, wie der Originaltitel ankündigt, um Refugien, um Geborgenheit. Über diese Ebene wird die Geschichte, nicht zuletzt durch die Erzählweise und durch die Motive, in die Gegenwart transportiert. Rückkehr ans Meer schildert eine Welt, in der Individuen auf sich alleine gestellt sind. Die Möglichkeit, dass sie in konventionellen Beziehungen Geborgenheit finden, wird ihnen geraubt und sie werden damit gezwungen, das Gefühl in unkonventionelleren Situationen zu suchen. ...

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Eleonóra Szemerey

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8.0Ausgezeichnet

Ozon analysiert nicht, er psychologisiert nicht, er zeigt. [...] Besonders spannend ist dabei nicht das, was er zeigt, sondern das, was er verbirgt. Denn es ist an jedem, dieses für sich selbst zu finden.

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alviesinger: bummelkino

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4.5Uninteressant

Ein junger Mann aus der Pariser Oberschicht stirbt an seiner Drogensucht. Seine ebenfalls abhängige Freundin überlebt den Goldenen Schuss – schwanger von ihm – und verarbeitet den Todesfall hochschwanger zusammen mit dem Bruder des Verstorbenen in einem netten Ferienort an der französisch-spanischen Atlantikküste. Und dort am Meer ist es schön ruhig. Es knistert zwischen den beiden. Ein anderer Mann taucht auf. Amour Fou liegt in der Luft. Das kennt man, hat man vor Jahrzehnten überzeugender gesehen und Ozon scheint sich auch gar nicht für die wage Geschichte zu interessieren. Was ihm am Herzen lag, war das Arbeiten mit einer schwangeren Schauspielerin am Set: Anstatt eine stringente Story zu verfolgen, weidet sich die Kamera viel zu häufig am runden Bauch von Isabelle Carré, die während der Dreharbeiten wirklich hochschwanger war. Und der Zuschauer konsumiert eben ein weiteres unausgewogenes Drama von Ozon. Sein wie so oft konturloses Geplänkel über gesellschaftliche Konventionen, das der Franzose diesmal mit den Themen Adoption, Homosexualität, Drogenabhängigkeit und dem Fakt eben eine wirklich schwangere Frau als Hauptdarstellerin im Cast zu haben „erweitert“. Gewagte These am Ende: Francois Ozon ist genauso überbewertet wie die Équipe Tricolore vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika.

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Kommentare (3) — Film: Rückkehr ans Meer

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annaberlin

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Bewertung9.0Herausragend

Ein wunderschöner, kompromissloser Ozon.

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emaka

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Bewertung7.5Sehenswert

Sehr schöner Film. Nachvollziehbar, glaubhaft und bewegend.

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Stefan Ishii

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Bewertung9.0Herausragend

"Rückkehr ans Meer" ist mal wieder einer der wundervollen Filme von François Ozon. Der Franzose ist im Moment einer der wenigen aktuellen Regisseure, deren Filme mich wirklich begeistern können. Insbesondere seine Dramen faszinieren mich sehr. Die Melancholie seiner Filme hat gleichzeitig dieses Wunderschöne, dass dieses Genre so großartig macht.

"Rückkehr ans Meer" hat mich neben den "Ozon-typischen" Elementen sehr stark an Filme von Éric Rohmer erinnert (z.B. "Claires Knie" oder "Pauline am Strand"); nichtmal so sehr an dessen Erzählweise, sondern einfach an die Schauplätze, an denen die Figuren agieren, die Bilder und die Gefühle, die beide bei mir vermitteln. Damit meine ich natürlich insbesondere den Mittelteil des Filmes. Die Hauptfiguren bewegen sich außerhalb der gewöhnlichen Welt (eben in einem Refugium; der deutsche Titel gibt dies leider nur indirekt wieder) und entwickeln sich, bevor sie zwangsläufig wieder in die "reale Welt" müssen. Dabei hat der Zuschauer in aller Ruhe die Gelegenheit, in die Gefühlswelten der Charaktere einzutauchen, die sich nicht immer vernünftig verhalten. So kann man vielleicht etwas Verständnis für sie entwickeln. Einfach wundervoll!

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annaberlin

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Ozon ist einfach spitze - ich verehre ihn.


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