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Rachels Hochzeit - Kritik
US 2008 Laufzeit 112 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 02.04.2009
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Kritiken (16) — Film: Rachels Hochzeit
fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschenHerausragende Darbietungen von Anne Hathaway und den übrigen Darstellern täuschen nicht darüber hinweg, dass das prätentiöse Drehbuch vorwiegend eindimensionale und wenig konsistente Figuren präsentiert, die sich hauptsächlich lustvoll in ihrem eigenen Elend wälzen.
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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage
Kommentar löschen[...] Es gelingt Regisseur Jonathan Demme, viele Szenen wie einen Videomitschnitt einer wirklichen Feier wirken zu lassen, so unaufgeregt und echt wirken die Einstellungen, nicht zuletzt durch das unprätentiöse Spiel der durchweg guten Schauspieler, gerade in den Nebenrollen. Aber über den Bilder der ausgelassenen Feier schwebt immer die Ahnung, dass das ganze schnell in ein Drama umkippen kann [...]
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Kubrick_obscura: CinemaForever
Kommentar löschenDas der einstige Hollywood-Regisseur Demme hier kein formelles und perfektes Erzählkino abliefert ist bewundenswert. Die Handlung, die sich immer wieder gerne selbst ausbremst um sich mit ausgedehnten Tanzeinlagen und langen Reden der Dramaturgie einer klassischen Familienfeier anzugleichen, erzeugt nicht nur eine angenehme Langeweile und ein Verlangen nach mehr, sondern vermittelt auch Authenzität. Das wird zugleich durch die hervorragend nervige Kamera unterstrichen, die mit schrägen Winkeln und versteckten Blicken überrascht. All diese technischen Dinge, das Storytelling und der Schnitt dienen aber nur einer Sache. Nämlich den hervorragenden Darstellern Raum zu geben, allen voran Anne Hathaway. Es ist allerdings der Darsteller des Vaters, der mit seinem kräftigen Spiel dermaßen plastisch wirkt, dass man meint ihn wirklich zu kennen.
In der langen Tradition der Familiendramen fällt Demmes Film dann doch ein wenig ab. Denn die zahlreichen Parallelen zu Vinterbergs Festen z.B. behindern die Eigenständigkeit von Rachels Hochzeit. Egal wie ausgeklügelt die Konflikte auch sein mögen, die Innovationen bleiben auf der Strecke filmisch und inhaltlich.
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Khitos: Kälte Reich
Kommentar löschenZum Ende hin zieht sich der Film ein kleines bisschen. Ein Musikstück nach dem anderen wird gespielt, man ist etwas genervt, will das es endlich aufhört, doch am Ende, da tanzt man doch mit. Rachel Getting Married hätte sicherlich schon eher seinen Schluss finden können, findet es aber nicht. Es wird unaufhörlich weiter gedreht, was man dem Film aber sicherlich verzeihen wird. Denn nicht nur das Ende ist hervorragend, sondern der ganze Film, dessen emotionale Herangehensweise schon lange nicht mehr versucht worden ist.
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Corsovilla: SchönerDenken
Kommentar löschenShiva die Zerstörerin tanzt (ein wenig) auf “Rachels Hochzeit”: Als Shiva, die Zerstörerin, stellt sich Kym (Anne Hathaway) vor - auf der Hochzeit ihrer Schwester Rachel (sehr beeindruckend: Rosemarie Dewitt). Sie hat mehr als nur ein seriöses Drogenproblem, sie ist der instabile Teil der düsteren Familienvergangenheit. Auf der politisch-korrekten, multikulturellen, ungewöhnlich musikalischen Hochzeitsfeier ist sie der Auslöser für die Auseinandersetzung mit den sorgsam verschwiegenen Konflikten. Jonathan Demme hat den faszinierenden Film mit der digitalen Handkamera gedreht, ganz einfach, weil es dem Stoff angemessen ist. Die Intimität der Bilder ist beeindruckend. Einige Zuschauer hatten das Gefühl die Hochzeit aus der Perspektive eines unsichtbaren Beobachters direkt mitzuerleben. Nach dem Film hat man eine Ahnung, wer dieser Beobachter sein könnte. (Mehr im Podcast)
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Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...
Kommentar löschenDie stilistische Nähe zu den Arbeiten der Dogma-Reihe ist in „Rachels Hochzeit“ in jeder Szene evident. Der zuletzt als Dokumentar- und Konzertfilmer tätige Demme setzt auf eine bewegliche Handkamera und verzichtet dabei gänzlich auf künstliches Licht sowie klassische Filmmusik. Der hieraus resultierende Heimvideo-Touch, das Gefühl der Authentizität, weil man glaubt, als Gast einer echten Hochzeit beizuwohnen, produziert mitunter jedoch auch eine Menge Leerlauf. So reiht sich beim „Probeessen“ am Vorabend der Hochzeit eine langweilige Tischrede an die nächste. Die ganze Szene scheint kein Ende nehmen zu wollen, was zwar realistisch sein mag, gleichzeitig die Geduld des Zuschauers aber auf eine harte Probe stellt. Auch die eigentliche Hochzeit wird von Demme mit Aufnahmen des tanzenden Party-Volks unnötig in die Länge gezogen. Insgesamt ließe sich der Film problemlos um über eine halbe Stunde kürzen, ohne dass damit irgendein Substanzverlust verbunden wäre.
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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
Kommentar löschenVinterberg, Bize, Robert Altman, dem Demme im Abspann seines sehenswerten Experimentes dankt und Jenny Lumet, die Tochter Sidney Lumets, die das sehr gelungene Drehbuch für diesen Film schrieb: Die Mixtur, die Demme in Rachels Hochzeit auftischt, ist überraschend, macht aber durchaus Appetit auf mehr. Zumindest soll nach diesem Film noch mal einer sagen, Hochzeiten seien eine langweilige Angelegenheit.
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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenRegie führte immerhin Jonathan Demme, nach Erfolgen wie "Philadelphia" und "Schweigen der Lämmer" einst Hätschelkind des Business. Das Drehbuch stammt von Jenny Lumet, der Tochter des Regisseurs Sidney Lumet. Beiden gelingt über das Familienfest hinaus ein tiefer Blick in die Narben und Wunden der amerikanischen Gesellschaft, die manchmal wie ein Heimvideo erzählt sind. Wie eigene Familienfilme ist auch dieser oft schwer zu konsumieren - und zeigt genau in seinen scheinbar peinlichsten Situationen die menschlichsten Momente.
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenDas eigentlich Großartige des Films ist aber seine Hauptdarstellerin: Anne Hathaway, einst »plötzlich Prinzessin«, reift unter Demmes Blick endgültig zu einer der großen Charakterdarstellerinnen ihrer Generation.
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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film
Kommentar löschenAus einem konventionellen Drehbuch macht der US-Regisseur einen exzellenten Film.
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Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...
Kommentar löschen[...] Weniger komplex hingegen sind die eigentlichen Familienprobleme, die auf Rachels Hochzeit nach und nach ins gegenwärtige Bewusstsein vorrücken. Was das große Drama lange ankündigt, entlädt sich schließlich in recht banalen und brav verhandelten Schicksalsereignissen, deren verstörenden Charakter die als vermeintlich intim ausgestellte Kamera lieber nicht in den Fokus rücken mag. Gegen Thomas Vinterbergs verstörendes “Festen” oder selbst “A Wedding” von Robert Altman, dem sich Demme im Abspann zu Dank verpflichtet fühlt, wirken die Familienprobleme in “Rachel Getting Married” ziemlich normal und rechtfertigen den enorm niederschlagenden Tonfall des Films mitsamt seiner forcierten Konflikte letztlich zu keiner Zeit. [...]
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TheCorey: MovieMaze
Kommentar löschenAbgesehen von einigen unnötigen Klischees, die ihren Einzug in das Geschehen finden, ist Jonathan Demmes neuer Film wahrscheinlich sein bester seit Beginn der Neunziger.
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Mr.Vengeance: Lost In Imagination
Kommentar löschenSchonungslos hält die Kamera drauf und fängt jede Emotion ein. Eine Hochzeit wird zur Vergangenheitsbewältigung umfunktioniert. Eine Tragikkomödie wie sie nur das Leben - und Herr Demme - schreiben können. Und Anne Heathaway ist zum dahinschmelzen. Großes Kino mit kleinen Mitteln.
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Carrie Rickey: Philadelphia Inquierer Carrie Rickey: Philadelphia Inquierer
Kommentar löschenDie Begebenheiten, die zur Hochzeit führen, sind reichhaltig, krass, dramatisch und stehen tief in der Schuld eines Werks von Robert Altman. Ja, Demme taucht oft so tief in seinen Geschmack für katholische Musik ein, dass es manchmal das Drama entgleiten lässt. Aber für einen Film über eine junge, wütende Frau, die ihre Familie aufmischt, leistet die Handlung Tiefsinniges darin, die Schwestern schließlich aufeinander zugehen zu lassen. Bravo an Demme, Lumet und die drei außergewöhnlichen Schauspielerinnen.
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M. Phillips: Chicago Tribune M. Phillips: Chicago Tribune
Kommentar löschenIm Gegensatz zur Aussage des zweifelhaften R Ratings (ein wenig herbe Sprache und ein kleines bisschen Sex in Kleidern), sprechen die schwesterlichen Streitereien und die familiären Hochs und Tiefs aus "Rachel Getting Married" den durchschnittlich abenteuerlustigen Teenager wie auch den durchschnittlichen Demme-Fan an.Hathaway, DeWitt, Irwin und besonders Winger spielen auf hohem Niveau. So auch der Regisseur. Seine Intuition diese bemerkenswerte Erfahrung zu filmen, wie auch die Geschichten, die sich nebenbei entfalten, stellt sich als genau richtig heraus.
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Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today
Kommentar löschenHathaway spielt wundervoll. Ihre nervösen Lacher, ihre Kantigkeit und ihr Temperament kontrastieren überzeugend mit ihrem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Verletzbarkeit. Ihr Charakter wirkt anerkennend und authentisch, ungleich den vielen anderen Hollywoodcharakteren.
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Kommentare (21) — Film: Rachels Hochzeit
SpeedyPetey Sun, 17 Mar 2013 23:08:41 -0000
Kommentar löschenRachels Hochzeit ist mein bisher einzigstes Kinoerlebnis wo ich während einer (Ü)-Film Vorstellung mich zu übergeben versuchte. Pardon, einschlafen wollte um einfach nicht mehr hinsehen zu müssen. Die Kameraführung im Allgemeinen, besonders auf Großleinwand verdirbt mir heute noch so einiges. Cloverfield ist dabei ein Paradebeispiel wie man trotz Rüttelkamera gut unterhalten kann (Auch wenn inhaltlich sich der Vergleich schwer tut).
Nicht nur die Kamera, die Art, die Story, die Schauspieler haben mich dermaßen gelangweilt, dass ich weit weg ins Nirgendwo flüchten wollte. Durch zwangsgebundene Umwelteinflüsse wurde mir das leider verwehrt. Bei jedem anderen Film, hätte ich vorgeskipt oder einfach abgeschaltet. Denn Ab und Zu gibt es diesen einen Film, bei dem du nicht mehr mitmachen kannst/willst und jeglicher Respekt für das Machwerk erlischt.
Auch wenn ich es irgendwo bezweifle das dieser Film eine ,,0'' verdient hat, da der Anspruch durch verkorkste Charaktere, Konflikte zwischen den Familienmitgliedern gegeben ist. Würde ich bei jedem Zweitversuch den Film ansehn zu müssen, mich selbst hassen. Aus diesem Grund leite ich meinen Hass auf dieses Unwerk, Rachel und ihre Hochzeit hat es zutiefst verdient!
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chmul_cr0n Thu, 09 Aug 2012 15:59:06 -0000
Kommentar löschenSowas von echt und intensiv. Alles an diesem Film ist nicht weniger als geil. :>
Ernsthaft, alles. Denk an irgendwas aus dem Film, was auch immer es sein mag. Es ist geil.
:D
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betti.boo Mon, 07 May 2012 07:20:17 -0000
Kommentar löschenLangweilig und nervig - zumindest die erste halbe Stunde. Mehr habe ich nicht geschafft.
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Aristokratin Sat, 28 May 2011 18:40:55 -0000
Kommentar löschenIch fand diesen Film von Anfang an langweilig. Die Schauspielleistung hat mich einfach nicht mitgerissen. Die Dialoge und Kamaraführung waren langweilig.
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freedika Sat, 19 Mar 2011 11:52:07 -0000
Kommentar löschenEndlich mal ne schöne, ehrliche und herzliche Hochzeit in einem Film.
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AgentGuhl86 Thu, 03 Feb 2011 23:55:21 -0000
Kommentar löschenWow - das nenn ich eine Gefühlsachterbahn im Freizeitpark der Emotionen. Es ist das krasse Gegenteil zum Blockbusterkino. Kein Film, der in erster Linie unterhalten soll, sondern der den Zuschauer Teil einer einfachen Handlung - der Hochzeit Rachels - werden lässt. Ebenfalls Teil dieser Handlung ist Rachels Schwester Kym, die psychisch etwas labil ist, was dem Film die oben schon benannte Achterbahnfahrt verpasst. Der Kontakt zur Familie führt zur Konfrontation mit der Vergangenheit und mit der Psyche jedes Familienmitgliedes und ist ein interessantes Zusammenspiel unterschiedlicher Charaktere in kleinen alltäglichen Situationen. Ann Hathaway ist zurecht für den Oscar nomininiert gewesen, da sie es von Anfang an schafft, dem Zuschauer die psychisch wenig stabile junge Frau zu verkaufen. Man beginnt schnell - wie der Familienvater - sie zu beobachten und auf jede Regung zu achten. Das ist es letztendlich was den Film so interessant macht.
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maslobojew Fri, 14 Jan 2011 08:26:11 -0000
Kommentar löschenIntensives Drama, ein wenig bizarr, immer ausgewogen und gut dosiert aus Handkamera-Perspektive gedreht. Bis zum zweiten Drittel kommt ne Menge an Dramastoff zusammen, dann geht Demme sehr klug mit dem entstandenen Spannungsbogen um.
Für mich ein rundum gelungenes Film-Kunst-Werk.
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dae-su Thu, 18 Nov 2010 15:19:45 -0000
Kommentar löschenMikrokosmos Familie - der ist nicht nur ne vertrackte, äußerst sensible Sache, sondern - und gerade deswegen - auch Gegenstand unzähliger Filme. Dramen zumeist. Mit RACHEL GETTING MARRIED versucht sich Jonathan Demm, Regisseur von SILENCE OF THE LAMBS, an diesem Genre: dem vielbemühten Familiendrama. Und ihm gelingt dabei ein feinfühliger, zugleich sperrig-lauter und involviert-zarter Genrefilm, der getragen wird von einer zurecht oscarnominierten Anne Hathaway.
Sie spielt Kym, die kleine Schwester der titelgebenden, zu verheiratenden Rachel (riesig: Rosemarie DeWitt), und für das Wochenende der großen Hochzeit darf sie nach Hause, darf die Entzugs-Klinik für zwei Tage verlassen. Und sich auseinandersetzen mit einem Überfluss an Gefühlen, Konfrontationen mit ihren protektiv-bemühten Vater (Bill Irwin in Hochform), der überfordert ist von der Situation und doch nur das Beste will für seine Töchter. Mit der geschiedenen Mutter (Debra Winger), die nicht weiß, wie sie Kym zu behandeln hat. Mit einem Haus ohne Stille, bevölkert von viel zu gut gelaunter Hochzeitsgesellschaft. Und nicht zuletzt mit dem dunklen Geheimnis ihrer Vergangenheit, das sie da hin brachte, wo sie ist: Irgendwo im "Schwebezustand", zwischen Erwachsen und Kind, Vernunft und rettendem Rausch, Liebe und Abgrenzung, Egozentrismus und Offenheit.
In diese Situation hinein baut Demme seinen Film, der es auf wundersame Weise schafft, seine Figuren gleichzeitig auf Abstand zu halten und ihnen doch so nahe zu kommen. Es mag an der Handkamera liegen, die konsequent auf jede Form von Gleichgewicht verzichtet, keine Mätzchen wie Stative oder Kräne bemüht und trotzdem nicht unangenehm wird. Oder am tollen Soundtrack, der fast immer im On begründet ist - ist die Hochzeitskapelle nicht in der Nähe, ist auch keine Musik zu hören: Diese Form der Inszenierung verschafft dem Zuschauer ein Gefühl des Dabeiseins, das sowohl in den schönen, als auch den tragischen Momenten blendend funktioniert. Wenn Kym am Abend des Rehearsal Dinners einen Toast spricht, der nicht nur aus der Reihe tanzt, sondern so richtig unangebracht ist, dann schämen wir uns mit. Wenn sie sich aber bei wundervoll-romantischen Hochzeit zurückhält, "unter Kontrolle" hat und weint vor Freude für ihre Schwester, die ihr trotz der Streitigkeiten doch das Wichtigste ist im Leben, dann weinen wir mit.
All das ist natürlich auch dem großartigen Drehbuch von Jenny Lumet, der Tochter des großen Sydney, geschuldet. Sie baut ihre Geschichte unprätentiös auf, sorgt für eine geradlinige Dramaturgie, die nicht zu viel erklärt und nicht zu geheimnisvoll tut. Nein, wir kommen mit Kym zurück ins traute Heim der Überforderung und schlagen uns durch ein anstrengendes Wochenende. Diverse dramatische Wendungen wirken nicht an den Haaren herbeigezogen, jeder emotionale Ausbruch, jeder plötzliche Moment der Stille, des Streits, des Sich-Vertragens: Alles ist glaubhaft und narrativ begründet.
Und so schafft Jonathan Demme einen Film, der berührt, mitnimmt und letzten Endes gefällt. Ein glaubhaftes Familiendrama. Wie schön.
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stuforcedyou Thu, 18 Nov 2010 15:34:00 -0000
Antwort löschenTolle Kritik. Kompliment.
Moe Szyslak Tue, 20 Jul 2010 20:14:39 -0000
Kommentar löschenEin tiefgründiges, intensives und ziemlich deprimierendes Drama, hat mich richtiggehend runtergezogen. Hier werden Familienprobleme gewälzt und Versuche gestartet, Tragödien der Vergangenheit zu bearbeiten, und alles nur, weil das schwarze Schaf der Familie zur titelgebenden Hochzeit von der Entziehungskur heimkommt, und durch ihre Anwesenheit und ätzenden aber ehrlichen Worte und Verhaltensweisen alles zutage befördert, was tief vergraben liegt und durch Oberflächlichkeiten kaschiert wird.
Also das ist schon echt starker Tobak, und man muss sich echt Zeit nehmen und drauf einstellen, was man sich da anschaut, und da alles mit dieser Hochzeitsvideokamera gedreht wird macht das ganze wahrlich nicht leichter.
Anne Hathaway spielt wahnsinnig gut.
Innerlich zerrissen und von Schuldgefühlen und Minderwertigkeitsgefühlen regelrecht zerfressen. Und man kann nicht sagen, ob man sie bemitleiden, hassen oder verstehen soll, sie spielt ihre kaputte Figur so facettenreich, dass es eine Freude ist (oder hier wohl eher ein Trauerspiel), wenn sie im Bild ist (und sie sieht auch noch wundervoll aus ).
Verdiente Nominierung für den Oscar!!
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stuforcedyou Fri, 11 Jun 2010 08:11:07 -0000
Kommentar löschenÜber die Talking Heads drehte er mit "Stop Making Sense" einen der besten Konzertfilme alle Zeiten. In den 1990er Jahre brachte er mit "Philadelphia" und "Das Schweigen der Lämmer" spannendes wie anspruchsvolles Kino in die Multiplexe, doch dann wurde es ruhig um Jonathan Demme und so richtig überzeugen konnten seine nachfolgende Filme wie "Menschenkind" oder das Remake von "Der Manchurian Kandidat" nicht. Mit dem grandiosen Drama „Rachels Hochzeit" meldete sich Demme in bester Form wieder zurück.
Der Film mit Anne Hathaway, in ihrer bisher besten Rolle, ist gewiss kein Werk für den schnelllebigen Massengeschmack. Es ist ein kleines, intimes und ganz und gar kraftvolles Werk, das eine Familie portraitiert, die mit harten Schicksalsschlägen, schönen und furchtbaren Veränderungen und kleinen wie großen Konfrontationen zusammenstößt. Dass ist dank einfachen wie stimmigen Digitalbildern so lebensnah, so faktisch und ehrlich, dass man förmlich spürt wie sich die Luft zwischen den entfremdeten Schwestern zusammen zieht, wie der innere Abscheu und die Enttäuschung, die jede Figur mit sich zerrt immer mehr in die Außenwelt schreitet. Dass ist ein enger, ein ungemütlicher Schritt für jeden Charakter und Demme lässt trotzdem nicht los. Er fixiert alles mit einem klaren wie voyeuristischen Überblick und frönt dabei der Redseligkeit.
So entstehen unverblümte Wahrheiten die ohne das Engansitzende Korsett der leichten Unterhaltung auskommen und die es so nur sehr selten im Kino zu sehen gibt. Wer physische Aktionen den psychologischen vorzieht ist hier falsch. Wer ein, oft fast schon schmerzhaftes, ehrliches Drama mit brillanten Schauspielern sehen will, sollte dieses kleine Juwel nicht verpassen.
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raab_himself Fri, 21 May 2010 13:43:53 -0000
Kommentar löschenDie perfekte Rachel wird heiraten und ihre Schwester kommt frisch aus der Entzugsklinik zu Besuch. Zärtlichkeiten, Ausernandersetzungen und Familienprobleme sind vorprogrammiert...
Anne Hatherway brilliert in ihrer Rolle als hyperaktives, narzistisches und kettenrauchendes schwarze Schaf der Familie. Beziehungen und soziale Probleme sind mehr von Bedeutung als die Handlung(die kaum vorhanden ist).
Obwohl es in beinahe jeder Szene ein weiteres hartes Wortgefecht und weitere Probleme mit Kim(A. Hatherway) gibt, ist "Rachels Hochzeit" meiner Meinung nach ein durchwegs positiv gestimmter Film. Er ist ein Loblied an die Familienzusammengehörigkeit und der Vielfalt.
Im Zentrum steht Kim, Shiva die Zerstörerin! Sie ist das weibliche Paradebeispiel für Randy Robinson im Film "The Wrestler". Auch hier steht ein gebrochener Charakter im Mittelpunkt des Geschehens. Ohne ihnen wirkt der Film blass und deshalb verlassen die Hauptcharaktäre kaum das Blickfeld der Kamera. Und sowohl bei "Rachels Hochzeit" als auch beii "The Wrestler" erlebt man das Revival der Handkamera.
Alles in allem ist "Rachel is getting married" ein empfehlenswerter Film. Nicht nur aber vor allem wegen dem Hauptcharaktär und deren großartigen Schauspielerin.
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Marvin Marsh Fri, 30 Apr 2010 22:47:58 -0000
Kommentar löschenHeuchlerisches Gutmenschentum, konstruierte Emotionen, lächerliches Multikulti. Ich kann den Film nicht ernst nehmen.
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pellekraut007 Thu, 18 Mar 2010 09:08:20 -0000
Kommentar löschenAch Rachel, hättest du doch nie geheiratet! Zumindest nicht vor laufender Kamera! Die wackelt bedeutungsschwanger, man muß unerträglich langes, pseudoliberales Lobgequatsche und Hochzeitsgetue ertragen und einem aufgesetzten, schwülstigen Oberschichtsdramulett mit zusehen. Das ist so anstrengend wie ein echte Hochzeitsfeier. Und was als Drama daherkommen soll ist für mich nur absolut belangloser Junkiekram rund um ein nerviges Bambigesicht! Ich liebe Dramen, ich brauche aufregende Geschichten und spannende Plots, aber nicht so ein Gedudel und Gefidel! Da seh ich mir lieber noch zehnmal "Das Fest" an! Warum sich die Mehrheit der Gemeinde an diesem Streifchen ergötzt? Ach... sehen wir auf den Buchmarkt und wundern uns... nicht mehr. Grunz!
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Flick Wed, 03 Feb 2010 07:14:29 -0000
Kommentar löschenAnne Hatthaway, die ich zuletzt sehr seriös in "Passengers" gesehen hatte, spielte hier genau das Gegenteil und errinnerte mich ein klein wenig an "Susanna" aus "Durchgeknallt". Kaputt, rotzig und mit einem Hauch "Punk - Mentalität" ;-)
Nein, ist natürlich Quatsch.
Obwohl der Film schon allein wegen der "Ethane" Storyline, harte Kost ist, verwandelt er sich immer wieder in ein bezauberndes Familiendrama.
Das liegt zum größten Teil an den beiden Schauspielern, die das verliebte Hochzeitspaar: "Rachel & Sidney, so unglaublich authentisch und natürlich rüberbringen.
Gestört hat mich, die stets präsente wacklige Kamera, welche ich nicht als "unkonventionell" empfinde, sondern als irritierend.
Trotzdem habe ich den Film, nie eine Sekunde, als langweillig empfunden.
Gerade durch die z.B langen Hochzeitsreden, hat der Film sehr intim und auch sehr realistisch gewirkt.
Mehr als positiv waren auch die vielen völlig "Neu - Schauspieler", die wie z.B "Anisa George", ihre Sache einfach nur "überzeugend" gemacht haben.
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Herr Marcus Thu, 27 Aug 2009 10:38:14 -0000
Kommentar löschenDer traut sich was der Film: Immer schön betulich, Zeit nehmen und die Kamera wacklig immer mitten ins Gesicht. Kleine/leise/intime Momente sind da schon die Höhepunkte - aber es geht unter die Oberfläche. Und Demme spielt gekonnt mit dem Einsatz von Musik, die einfach permanent gegenwärtig ist. Das fanACHEL einen Platz unter meinen Top10 Familienfilmen und unter den Top3 Hochzeitsfilrmen.
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annaberlin Wed, 26 Aug 2009 08:02:39 -0000
Kommentar löschenEin leider zu lang geratenes Familiendrama mit durchaus starken Momenten, welcher an der Überfrachtung mit Dialogen zugrundegeht. Der Film hätte auf 90 Minuten gekürzt sicherlich mehr hergegeben. Einzelne Sequenzen wie beispielsweise die Hochzeitsreden sind derart lang geraten, dass man gerne vorspulen würde. Auch gegen Ende gerät der Film ziemlich aus dem Ruder. Nachdem man weiß, weshalb Kim zur Säuferin wurde, wird die Hochzeit noch gefühlte Stunden weitergeführt. Schade. Ich hätte mehr erwartet.
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notsch Thu, 16 Apr 2009 10:49:35 -0000
Kommentar löschenEin gut gespielter Film mit einer unnachgiebigen Kamera, die den Zuschauer in die Untiefen einer Familientragödie stürzt. Die Parallelen zu "Das Fest" sind wirklich unverkennbar, auch wenn die Kamera nicht ganz so doll wackelt und die Hintergrundstimmung eindeutig positiver ist.
Anne Hathaway hat absoluten Mut zur Hässlichkeit. Und das nicht nur optisch, auch ihr Charakter ist sehr ambivalent…man kann ihr jetziges Ich verstehen, aber sie zu mögen ist aufgrund ihres Verhalten und ihrer Vergangenheit nicht einfach, was den Film durchaus interessant macht.
Schade find ich aber, dass im Gegensatz zu „Das Fest“ sich in der letzten halben Stunde die Geschichte so ziemlich in Wohlgefallen auflöst. Keine Konfrontation mehr, kein Zuspitzen der Lage, nur ein seichtes Ausklingen mit der typischen „Wir haben uns alle ja doch lieb“- Attitüde und dem Wissen, dass es noch ein langer Weg ist, bis alle Narben verheilt sind…eine von Kym angeheizte Diskussion mit Debra Winger und dem Rest der Familie hätte die Situation nochmals aufheizen können, so was findet aber nicht statt; war ja Hochzeit.
Anstelle einer zerstörten Familie haben wir hier so fast schon ein Happy End, was für Rachel natürlich schön ist, ich fand das aber leicht verschenkt...
Hab den Film auf deutsch gesehen...ich könnt mir fast vorstellen, dass er im Original nochmal deutlich eindringlicher wirkt…aber das nur so am Rande.
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father911 Tue, 07 Apr 2009 08:03:39 -0000
Kommentar löschenDas Thema "auf einer Hochzeit wird die ganze heile Familie vom schwarzen Schaf/der Vergangenheit eingeholt" ist wahrlich nicht neu. Wie Anne Hathaway spielt, ist wirklich sehr eindringlich und gut abgelichtet. Nachdem ich ne halbe Stunde brauchte, um mich auf den Film einzulassen, war es ein sehr beeindruckend persönlicher Blick hinter die Geschichte und die errichteten Kulissen der Familie. Von LANGEWEILE keine Spur!
P.S. für diese Wackelkamera-Filmerei bin ich wohl schon zu alt, das macht mich nervös. Als Stilmittel finde ich es HIER unnötig
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lilblind Mon, 06 Apr 2009 23:01:25 -0000
Kommentar löschenkatastrophe! langweilig bis zur letzten minute..... diese hippi hochzeit war einfach nur abgedreht und anne hathaway hat genervt!
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Xpander Thu, 26 Mar 2009 20:29:27 -0000
Kommentar löschenHey, anna hathaway hat mal richtig mut zur häßlichkeit! und dies steht ihr ausgezeichnet! Guter Film, der wirklich jede Stimmung in der Story einfängt!
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