Rampart - Cop außer Kontrolle

Rampart (2011), US Laufzeit 105 Minuten, FSK 16, Drama, Thriller, Actionfilm, Kriminalfilm


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5.6
Kritiker
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5.4
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601 Bewertungen
59 Kommentare
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von Oren Moverman, mit Woody Harrelson und Ned Beatty

Los Angeles, Ende der 1990er: David Douglas Brown (Woody Harrelson) ist ein guter Cop – wenn man die Mittel, mit denen er seinen Dienst erfüllt, mit seinen Augen sieht. Browns Einsatzort ist nämlich das berüchtigte Viertel um den Echo Park nahe Downtown LA und er Teil der Rampart Division, die über das sogenannte CRASH-Programm (Community Resources Against Street Hoodlums) für Ruhe unter den Gangs sorgen soll. Der Alltag ist hart, also was macht da schon das bisschen Korruption, wenn man den Erfolg bemisst, den die Abteilung bringt? Und dass er seine Frau (Cynthia Nixon) betrügt, fällt auch nicht ins Gewicht, wenn sie ihn wegen seiner Verfehlungen zuvor schon rausgeschmissen hatte. Als Brown allerdings einen Farbigen nach einem Verkehrsdelikt übel zurichtet und das LAPD einen internen Ermittler (Ice Cube) auf ihn ansetzt, muss Brown ernsthaft seine Bewertungsmaßstäbe einer Prüfung unterziehen, wenn er nicht vollends untergehen will.

Hintergrund & Infos zu Rampart
Ende der 1990er erschütterte der Rampart Skandal das LAPD. Bereits in den 1970ern war das CRASH-Programm ins Leben gerufen worden und hatte gute Erfolge erzielt, bevor das Ansehen der Rampart Abteilung durch vermehrte Korruptionsfälle und andere kriminelle Machenschaften nachhaltig Schaden nahm. Die Aufdeckungen waren schon mehrmals Gegenstand filmischer Aufarbeitung, so in Colors – Farben der Gewalt (mit Robert Duvall und Sean Penn), Training Day (Ethan Hawke und Denzel Washington, der für seine Rolle als korrupter Cop mit dem Oscar ausgezeichnet wurde) oder in der erfolgreichen Serie The Shield – Gesetz der Gewalt. James Ellroy, Drehbuchautor des Neo-Klasikers L.A. Confidential, brachte den Skandal mit Rampart neuerlich in dramatisierte Form. Regisseur Oren Moverman arbeitete nach The Messenger – Die letzte Nachricht in Rampart erneut mit Woody Harrelson zusammen, der sich mit dem selbstgerechten Zorn seines Cops in die Tradition eines Travis Bickle oder eines William ‘D-Fens’ Foster stellt. (EM)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Rampart - Cop außer Kontrolle
Genre
Drama, Thriller, Actionfilm, Kriminalfilm
Zeit
1990er Jahre
Ort
Los Angeles , Vereinigte Staaten von Amerika
Handlung
Beweis, Beweisfälschung, Cop, Korrupte Polizisten, Korruption
Stimmung
Berührend, Spannend
Produktionsfirma
Amalgam Features, Lightstream Pictures

Kommentare (55) — Film: Rampart - Cop außer Kontrolle


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Daymare

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Bewertung3.0Schwach

Der deutsche Untertitel suggeriert eine Art "Falling Down" - tatsächlich handelt es sich bei "Rampart - Cop außer Kontrolle", aber um ein extrem langweiliges Drama, ohne nennenswerte Höhepunkte. Schade um die guten Darsteller...

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frank.koster.942

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Bewertung3.5Schwach

Woody Harrelson kann diesed Machwerk auch nicht retten, echt langweilig.

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Tuasimoto

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Bewertung5.5Geht so

Ein absolut fantastisch spielender Woody Harrelson verhindert, das der Film zum kompletten Reinfall wird. Und obwohl der restliche Cast mit Cynthia Nixon ("Sex and the City"), Ice Cube ("Friday"), Steve Buscemi ("The Big Lebowski") & Sigourney Weaver ("Alien") eigentlich sehr stark besetzt ist wird man aufgrund der langweiligen Story und der doch eher, abgesehen von Harrelson, durchschnittlichen Darstellerleistung schnell gelangweilt. Unfassbar viel verschwendetes Potenzial.

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TheRambostar007

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Bewertung6.5Ganz gut

Joa, der Film war doch eigentlich ganz ordentlich. Habs einfach mal drauf ankommen lassen und mir den Film für knapp 4 Euro in der Videothek gekauft. Wusste von den vielen, sehr durchschnittlichen Kritiken, doch irgendwie hatte ich Hoffnung. Natürlich ist der Film jetzt nicht die Spannungsgranate, doch als Drama funktioniert er dafür umso besser. Auch der gute Woody und der restliche Cast ( Ice Cube, Sigourney Weaver, Steve Buscemi) machen ihre Sache routiniert bis grossartig. "Rampart" gelingt es einen eigentlich hassenwürdigen Charakter zu schaffen, mit welchem man trotzdem mitfiebert.
Auch optisch macht er einiges her. Die Sequenzen in der Nacht, im Rotlicht , sind auch durch die Musik fast schon hypnotisch. Wieder zeigt "L.A. Confidential"- Autor James Ellroy die außerordenltich dreckige und raue Seite eines Cops. Ich für meinen Teil habe es also nicht bereut "Rampart - Cop ausser Kontrolle" eine Chance zu geben. Das Ende hat mir auch zugesagt, ist aber mit Sicherheit nicht jedermanns Sache (Wie der Film auch).

Fazit: Sehr raues Copdrama mit gutem Cast und in toller Optik, wenngleich auch nie so richtig spannend.

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Dareios

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Bewertung5.0Geht so

Ein Supermacho auf dem Höllentrip ins Verderben. Sein Familienleben ist ein Trümmerhaufen. Er hat 2 Exfrauen und 2 Töchter, mit ihnen findet aber keine Kommunikation statt. Statt dessen reißt er jede Nacht in Kneipen eine andere Frau auf für einen One-Night-Stand. Er raucht, trinkt unkontrolliert, nimmt Aufputschmittel und Medikamente. Hier wird keine Story erzählt, es wird gezeigt wie ein Mensch, der mit der Moderne nicht zurecht kommt, sich in einen Strudel aus Gewalt, Sex und Suchtmitteln stürzt und unaufhaltsam dem Abgrund entgegen strebt. Auch als Cop ist er längst gescheitert, er prügelt auf Ganoven ein wie es ihm passt und ist korrupt. Hauptopfer sind Einwanderer und Farbige da er auch noch Rassist ist. Es bleibt nicht beim prügeln, wenn er Geld braucht schießt er einfach einen Räuber über den Haufen um die Kohle selbst einzusacken.
Und keine Erlösung in Sicht, auch nicht am Ende. Das ist kein Film über das herausfinden der Hauptfigur aus der Sackgasse, sondern über ihr Scheitern.
Der weißen Mittelschicht in USA muß es mittlerweile wirklich schlecht gehen, denn Filme über deren Ratlosigkeit sind in den letzten Jahren häufiger zu sehen. Angesichts eines seit Jahrzehnten steigenden Bevölkerungsanteils von Hispanos und Schwarzen, sehen sich die Weißen anscheinend zunehmend im Hintertreffen. Sie stellten 200 Jahre die Mehrheit und herrschende Schicht in den USA dar, aber tatsächlich werden sie in ein paar Jahren zur Minderheit werden. In "Grand Torino" von Clint Eastwood wird dies ebenfalls thematisiert. Allerdings findet hier eine Läuterung des Rassisten statt der sich am Ende mit den von ihm stigmatisierten versöhnt.

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mikkean

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Bewertung7.0Sehenswert

Dave Brown ist Straßenbulle in Los Angeles. Er durchkämmt tagtäglich die schlimmsten Gegenden der Stadt, kennt die verseuchtesten Ecken und passt bestens dorthin. Seine geringe Wertschätzung der Junkies, Penner, Nutten und Dealer lässt er jeden nur zu gerne spüren. Wenn es geht, wird zugeschlagen und geknüppelt. Was gut geht, bis Dave dabei gefilmt wird und übers Fernsehen einen Sturm der Entrüstung auslöst. Aber das ist ja nur die Dienstseite eines abgewrackten Menschen, mit dem wir wohl nicht für Geld tauschen würden.

"Rampart" ist nämlich nur zum Teil ein Cop-Film. Mit eben so viel Hingabe wird hier auch der private Trümmerhaufen verfolgt, den Brown sein Eigen nennen darf. Zwei Schwestern hat er nacheinander geheiratet und geschwängert. In zwei nebeneinandergelegenen Häusern hat er mal gewohnt, zu Hause ist er in keinem mehr. Abends geht er lieber auf Pirsch und wird seinem Spitznamen "Vergewaltiger" gerecht. Stellt sich natürlich die Frage, wie so etwas so lange gut gehen konnte. Ganz einfach, es ging nicht gut.

Es braucht nur zehn Minuten mit der Idealbesetzung Woody Harrelson, der solche Rollen einfach phänomenal meistert, um zu erkennen, dass "Rampart" wie ein Zugunglück in Zeitlupe ist. Die Korruption der Hauptfigur mit ihrer tödlichen Konsequenz ist an dieser Stelle noch nicht mal ausgeführt. Auch wenn "Rampart", dem Namen nach, auf einen realen Polizei-Skandal fußt, ist der Film mehr das Psychogramm eines gescheiterten Typen, der noch weiter am Scheitern ist. Sympathisch geht natürlich anders, und auch eine Erlösung zeichnet sich nicht am Horizont ab. Damit ist der Film schon eigentlich harte Kost. Er wirkt in seinem Szenenbau fast episodisch. Er zeigt uns verschiedene Stufen der Ermittlungslawine, die Brown zu begraben droht. Und führt das nahtlos auf dem privaten Schlachtfeld weiter.

Das ist wie bei jeder Figur, die Protagonist und Antagonist verkörpert, gerade deswegen reizvoll. Irgendwann muss der Typ aufwachen, denkt man sich. Aber es braucht schon wirklich die gesamte Laufzeit, bis Dave zu erkennen scheint, dass er dieses Mal so richtig in der Scheiße steckt. Und einen bildlich gesprochenen Leichenberg aus seinen Ex-Frauen und, zumindest, seiner ältesten Tochter angehäuft hat. Da "Rampart" aber ein Film vom Scheitern und nicht von der Besserung ist, bleibt diese Beobachtung natürlich entsprechend karg und, nicht selten, hart an der Grenze zur Unausstehlichkeit. Massentauglich ist das selbstverständlich auch nicht, aber dafür ist dies keine Groß-Produktion. Nur ein schroffer, gut besetzter Film, der einem bei Bedarf auf die schattige Seite des Lebens zu führen weiß. Für so etwas muss ja auch mal Platz sein.

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Chucky89

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Bewertung4.5Uninteressant

Woody Harrelson spielt seine Rolle wirklich sehr gut, dass war doch erfreulich an dem Film. Der Rest ist doch eher Mau, vielleicht bin ich auch mir falschen Erwartungen an Film rangegangen. Ich habe einen Film wie Dark Blue erwartet, der ein ähnliches Thema aufgreift. Bekommen hat man einen Film, der viel mehr ein Charakterfilm ist. Zwar ist es auch ganz interessant zu sehen wie Harrelson diesen selbstgerechten, korrupten Bullen spielt, aber auf Dauer fehlt mir hier einfach die Geschichte. In Copland z.B. fehlt ja auch größtenteils die Action, aber der Film hat mich mitgerissen im Gegensatz zu diesem hier.

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Heimacker

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Bewertung1.5Ärgerlich

Ein Film über ein selbstgerechtes Arschloch, dass als Polizist seine Macken auslebt. Es gibt keine Story, nur Charaktere. Es reihen sich Prügel-, Sex-, Familien-, Dummquatscher- und undefinierbare Szenen in loser Folge bis der Abspann kommt. Das angekündigte Cop-Drama ist nur ein, von Harrelson gut gespieltes, Psychopathenportrait. Öde und ärgerlich. Da kann ich auch in' Spiegel gucken oder der Katze in' Popo! Leider hab ich keine Katze.

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Velly

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Bewertung4.5Uninteressant

Toller Cast in einem leider recht langweiligen Film. Schade :-/

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Wombat

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Bewertung7.5Sehenswert

Starkes Porträt, ein Protagonist ohne Sympathiewerte. Toll geschauspielert, und sehr gut musikalisch unterlegt.

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headmusic

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Bewertung5.5Geht so

Ich habe nach dem Film lange über eine Bewertung nachdenken müssen und bin mir immer noch nicht ganz klar darüber. Der Film lässt mich vollkommen ratlos zurück! Was leider an dem nicht vorhandenen oder besser gesagt nicht eindeutigen "Roten Faden" der Story liegt. Man wartet die erste Stunde auf so etwas wie einen Ausbruch der Hauptfigur und damit eine Angabe der Richtung die dieser Film nehmen soll. In der letzten halben Stunde, wenn einem klar wird das in der Hinsicht wohl nix mehr passieren wird, kommt man erst den Protagonisten näher und das Drehbuch wird zwingender. Ohne Zweifel ist Woody Harrelson echt klasse aber dies kann leider nicht über das vorher genannte hinwegtäuschen. Schade!

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JoeKramer

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Bewertung4.0Uninteressant

Der Funke springt dank der Null Storyline absolut nicht über. Das der Film überhaupt 4 Punkte verdient hat, ist nur Woody Harrelson zu verdanken.

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Percilitor

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Bewertung3.5Schwach

Trotz einer sehr guten Leistung von Woody Harrelson als korrupter und brutaler Cop, schafft es Rampart einfach nicht mich in seinen Bann zu ziehen. Dies dürfte hauptsächlich an der uninteressanten und kaum vorhandenen Geschichte liegen.

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Mein Senf

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Bewertung4.0Uninteressant

Das Prädikat Charakterstudie entbindet einen Filmemacher nicht von der Pflicht, eine gute Geschichte zu erzählen. Genau diesen Punkt vernachlässigt Oren Moverman in seinem minimalistisch konzipierten Plot sträflich, indem er Charaktere nicht erklärt, auf Höhepunkte gänzlich verzichtet und sich stattdessen weitesgehend darauf beschränkt, hinlänglich bekannte Cop-Klischees ein weiteres Mal durchzukaufen. Zudem werfen einen die prätentiösen Kameramätzchen ein ums andere Mal aus der eigentlichen Handlung. Dagegen kommt auch das intensive Spiel von Woody Harrelson nicht wirklich an.

Als der sadistische und kriminelle Cop Dave Brown (Woody Harrelson) gefilmt wird, während er einen Verdächtigen zusammenschlägt, wollen ihn sein Vorgesetzten endgültig loswerden. Doch Brown sieht sich als Bauernopfer für die krisengeschüttelte Rampart-Abteilung der Los Angeles Polizei und lässt es auf einen Gerichtsprozess ankommen. Doch seine zahllosen Aktivitäten Am Rande und jenseits der Legalität lassen die Luft um ihn zusehends dünner werden.

Die Figur des Polizisten hat Hollywood nicht erst seit „Dirty Harry“ (1971) seine Unschuld verloren. Schon die Vertreter der Film-Noir-Welle Mitte der 1930er-Jahre inszenierten die Gesetzeshüter ähnlich skrupellos und mitunter nicht weniger kriminell als die Verbrecher, die sie jagten. Man kann also nicht unbedingt behaupten, dass Oren Moverman mit seinem Bad-Cop-Drama „Rampart“ unbestelltes Land bewirtschaftet. Hochkarätige Unterstützung erhielt er von einem Spezialisten des modernen Copfilms: James Ellroy, der auch am Drehbuch mitwerkelte, schuf unter anderem die literarischen Vorlagen zu den thematisch ähnlich gelagerten „Der Cop“ (1988), „Dark Blue“ (2002), „Black Dhalia“ (2006), „Street Kings“ (2008), und nicht zuletzt dem preisgekrönten „L.A. Confidental“ (1997). Im Gegensatz zu diesen Filmen ist „Rampart“ (2011) aber weniger ein Thriller, sondern ein Charakterdrama. Folglich steht auch weniger die Aufklärung eines bestimmten Verbrechens, sondern in erster Linie die Figur des korrupten und amoralischen Gesetzeshüters im Vordergrund. Wer an dieser Stelle an „Bad Lieutenant“, sei es im Original von Abel Ferrera oder der Neuinterpretation von Werner Herzog denkt, liegt gar nicht mal so falsch.

Leider fallen Oven Moverman, der nach seinem preisgekrönten Debüt „The Messenger“ (2009) erneut mit Woody Harrelson und Ben Foster zusammenarbeitete, und Ellroy nicht viel mehr ein, als hinlänglich bekannte Cop-Klischees aufzufahren. Selbstverständlich ist Dave Brown ein bindungsunfähiger Supermacho. Neben unzähligen Affären pflegt er eine seltsame On-Off-Beziehung zu seinen Exfrauen, die hier gleich als Geschwisterpaar daherkommen. Wie es sich für einen ambivalenten Cop gehört, versagt er Erziehungsfragen, so dass die Beziehung zu seinen Kindern schwierig ist. Er säuft, konsumiert Drogen und lebt seine sadistische Ader vorzugsweise im Job aus. Darüber hinaus überschreitet er mit einer gewissen Routine die Grenze zur Illegalität, um seinen ausufernden Lebensstil zu finanzieren. Einschüchterung, Körperverletzung und Erpressung, Raub und Mord sind innerhalb seines moralischen Wertesystems vertretbar, solange es die Richtigen trifft. Diese reaktionäre Grundhaltung, die vielen von Ellroys Cop-Figuren grundsätzlich gemein ist, wird hier ins Groteske gesteigert und erstarren somit er Recht zum Klischee. Dass die Hauptfigur trotzdem ansatzweise glaubwürdig bleibt, ist dem ambivalenten Darstellung von Woody Harrelson zu verdanken, der es schafft, seinem Dave Brown bei aller selbstgerechten Sturheit auch immer wieder leichte Anflüge von Selbstzweifel einzustreuen.

Ein klarer Schwachpunkt ist die verspielte Inszenierung, die niemals eine klare Linie erkennen lässt. Die Kameraarbeit schwankt größtenteils unmotiviert zwischen einem dokuartigen Realismus und selbstgenügsamen Art-Fartie-Mätzchen, der besonders aufdringlichen Art. Auch erzählerisch findet der Film nie ein ausgewogenes Mittel, den alles überstrahlenden Protagonisten zu portraitieren und den Nebenfigur gleichzeitig genügend Platz einzuräumen. Ein minimalistisches Plotdesign mag bewusst so angelegt sein, wichtige Plotpoints nur anzureißen, statt bis zum letzten I-Tüpfelchen durchzudeklinieren, wenn man als Zuschauer aber zusehends Schwierigkeiten bekommen, die Funktion einzelner Figuren zu durchschauen, ist es eindeutig zu viel des Guten. Das fällt insbesondere auf, da die Nebendarsteller fast durch Bank prominent besetzt sind, ihre Rollen aber teilweise weitestgehend unklar bleiben (Ned Beatty, Ben Foster), oder über eine winzige Szene (Steve Buscemi) nicht hinauskommen. Auf der anderen Seite werden die Charakterzüge des Protagonisten in an langweiliger Redundanz grenzenden Szenen wieder und wieder inszeniert.

Einzelne Häppchen, vor allem gegen Ende stechen allerdings positiv heraus, etwa wenn Harrelson bei strömendem Regen im Pool plantscht und endgültig mit einer seiner Geliebten bricht, ist das ein großer Moment. Auch die schwierige Beziehung zu seinen Töchtern, die ihn einerseits verabscheuen, aber ihn gleichzeitig immer wieder offen begegnen, wird intensiv gespielt und inszeniert. Doch solche Momente sind viel zu rar gesät, bzw. verpuffen größtenteils in ihrer Wirkung komplett. Fast scheint es, Oven Moverman hätte sich bewusst dagegen entschieden, seinem deprimierenden Plot irgendwelche Akthöhepunkte zu spendieren. Ähnlich rigoros springt er mit seinem Protagonisten um, dem die Erlösung am Ende vermehrt bleibt. Seine Einsicht kommt zu spät, längst fordern seine Verbrechen einen höheren Preis, als er zahlen kann. Das Finale sticht in seiner Konsequenz qualitativ klar heraus, bis dahin muss man aber eine ganze Menge erzählerischen Leerlauf und inszenatorische Selbstverliebtheit über sich ergehen lassen.

Wer sich an Copklischees nicht sattsehen kann und die selbstgefällige Inszenierung für Kunst hält, der könnte „Rampart“ (2011) als mutiges und unkonventionelles Kino misinterpretieren und seinen Spaß haben. Das konsequente Ende und die durchweg soliden Schauspielleistungen, bei denen Woody Harrelson als äußerst dominanter Protagonist naturgegeben heraussticht, retten den Film vor dem Totalausfall.

Daran werde ich mich erinnern: die seltsame Patchworkfamilie.

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dbeutner

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Bewertung7.5Sehenswert

Ganz sicher nicht "der dreckigste Cop, der je auf der Leinwand zu sehen war", aber auf jeden Fall eine starke One-Man-Show von Woody Harrelson, wobei, wenn wir bei den DarstellerInnen sind, niemand für böse Kritik Anlass gibt.

Der Film hat mich sehr gut unterhalten und auch Spannung erzeugt, wobei es sich eben, wie schon mehrfach erwähnt, weniger um einen Thriller oder Actionfilm handelt, als mehr um ein Psychogramm eines kaputten Polizisten. Obwohl Harrelson eine starke Performance abgibt, habe ich ein bisschen mit der Besetzung gehadert, weil ich den Typen einfach zu sympathisch finde und es vor allem in der ersten Hälfte immer wieder Momente gab, die den Harrelson darstellten und weniger den Brown. Da war Michael Chiklis als Vic Mackey in The Shield eine Spur besser besetzt.

Egal. Eine ganze Weile hatte der Film eigentlich seine acht Punkte innerlich eingefahren, aber am Ende blieb dafür zu wenig übrig: Das Drehbuch vergisst doch sehr, eine Story zu erzählen, obwohl einige Erzählfäden existieren. Für ein reines Psychogramm hätten aber gerade diese Elemente nicht sein müssen - Bad Lieutenant hat's vorgemacht (auch wenn ich den inzwischen gar nicht mehr so stark finde wie früher einmal).

Wenn das Drehbuch in der Retrospektive auch echt schwächelt, so bleiben es für mich aber dennoch solide 7.5 Punkte. Denn die Momente des Films haben mich doch packen können. Mit etwas mehr oder etwas weniger Story wäre die Chance für mehr gegeben gewesen.

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patcharisma

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Bewertung4.5Uninteressant

Wer hier dank dem Namen James Ellroy ein annähernd zweites "L.A. Confidental" erwartet, wird womöglich recht enttäuscht werden (Gruss an unsere liebe Sonse <3) und dem "dreckigsten Cop, der je auf der Leinwand zu sehen war" (Kritikerstimme auf dem Hüllentext) begegnet man hier schon gar nicht. Und das ist vielleicht auch schon das grösste Plus des Dramas (nicht Thriller!): Der Film ist eine dieser Ausnahmen, die immerhin nicht schwarz/weiss malen, er versucht sich durch eine Aneinanderreihung von recht losen Szenen-Fragmenten sich einem Psychogramm eines entwurzelten Mannes zu nähern, der 1999 Cop in der berüchtigten "Los Angeles-Police-Department" (im titelgebenden Bezirk) war. Woody Harrelson (für mich immer noch einer der allergrössten Schauspieler der Gegenwart - er verdrängt den Rest der A-Cast auch komplett in den Hintergrund) ist die One-Man-Show natürlich auf den Leib geschneidert, sein differenziertes Acting und seine immer wieder genialen Sätze wie "I'm not a racist - in fact, I hate all people equally!" erfreuen immer wieder. Doch spätestens nach 45 Minuten beginnt sich der Zuschauer langsam zu fragen, wo hier die dramatisch packenden Höhepunkte sind, und er wird leider enttäuscht: Keine einzige der ausgeworfenen Story-Lines (zerrüttete Mehr(?)Frauen-Ehe, entfremdete Kinder, aufgerissene Frauen in Bars, Clubs mit dem obligat folgendem Motelzimmer-Sex - und natürlich das ganze ganze schmierige wechselspielende Korruptions-Element, in der alle ein Motiv zu erkennen geben, von den falsch spielenden Anwält/innen, selbst zwielichtige Beschatter bishin zu den TV-Stationen und den diametral gezeigten Gossen-Ganoven als Dreckwäsche-Zudiener) wird hier nur einfach fragmentarisch stehen gelassen und bleiben bis am Schluss im Dunkeln - Conclusions gibt es nicht.

Fazit: "Rampart" ist sicher kein blöder Film, aber er ist ebenso wenig spannend noch wirklich packend inszeniert. Über korrupte Cops gibt es so viel Besseres (wie z.B. "Narc" mit Ray Liotta). Wer hat noch einen?

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Mein Senf

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Die Conclusion fand ich sehr schlüssig, sogar noch das beste an diesem enttäuschenden Film.


patcharisma

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Hey dear Mr. Senf - ich hab den Film tatsächlich schon komplett vergessen! (xD) Wenn Du mir die Conclusion erklären könntest, wäre ich sehr dankbar...


Gourellia

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wer ein Action geladenen Film erwartet, der wird hier enttäuscht. Es ist ein sehr emotionales Drama, das einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt der Protagonisten bietet. Ein Cop der sich, die Menschen und alles andrere auf dieser Erde hasst, der sich nach Nähe sehnt, aber diese nur schwer zulässt. Er baut eine Mauer um sich herum auf. Er kann sich selbst nicht leiden und erfindet Lügen, damit er sich selbst noch im Spiegel ansehen kann und damit sein Umfeld ihn nicht so sieht, wie er wirklich ist.
Ein sehr tiefgründiger Film, der wohl (wie an der durchschnittl. Bewertung zu sehen) in der breiten Masse nie anklang finden wird, aber für Freunde von solchen Dramen wird der Film sicherlich häufiger den Weg in den Blu-Ray (DVD)- Player finden.

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LulusMaus

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Bewertung1.5Ärgerlich

War Langweilig und ich habe die Familienverhältnisse nicht verstanden :D

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robertpires27

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Bewertung6.0Ganz gut

Schwierig zu bewertender Film. Für mich Charakterstudie und kein Polizeifilm, der aber zu langwierig geraten ist. Der Film ist definitiv nicht oberflächlich und rückt den Protagonisten auch nicht in ein positives Licht, da immer wieder gezeigt wird, wie er die Gefühle seiner Familie verletzt ohne es zu bemerken.
Der Film steht und fällt mit der herausragenden schauspielerischen Leistung eines Woody Harrelson, einfach die perfekte Besetzung für den arroganten, chauvinistischen, sturen Dave mit dem weichen Kern für Familie und Frauen...
Dafür ein Ganz Gut aber nicht mehr...

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Peter Hofbauer

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Bewertung6.5Ganz gut

Kein Frage, Woody Harrelson spielt hervorragend in dem Film und allgemein ist der Film gut besetzt, aber dennoch geriet die inszenierung sehr sehr langatmig. Man sollte für den Film durchaus einen langen Atem besitzen.

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