„Rashomon“ ist kniffelig, verschachtelt und komplex, voller loser Enden, die dem Zuschauer vor die Füße geworfen werden, damit er daraus etwas Schönes mache. Kurosawa gibt sich nicht die Mühe, all das aufzulösen, was es aufzulösen gilt. Warum auch? Wozu sollte es dienen? Der Wahrheit? Welche dieser Geschichten ist die Wahrheit? Stimmt überhaupt irgendeine davon oder ist alles erlogen?
[...] „Rashomon“ (Der Zusatz „Das Lustwäldchen“ ist laut Wikipedia übrigens ein Übersetzungsfehler), gehört zu den Filmen, die nach dem ersten Anschauen noch deutlich wachsen, wenn man sich vor philosophischem und historischem Hintergrund mit ihnen beschäftigt. Da ist es dann auch zweitrangig, dass der Film nicht den heutigen westlichen Sehgewohnheiten entspricht.
Es regnet. Ein Holzfäller und ein Mönch sitzen vor einem heruntergekommenen Tor, ratlos. Ein Wanderer kommt durch den strömenden Regen zu ihnen. Sie erzählen ihm die Geschichte, die diese tiefe Verzweiflung auslöste. Die Geschichte eines Mordes. Die Geschichte einer Vergewaltigung.
Akira Kurosawas "Rashomon" beschäftigt sich mit der Frage nach Objektivität. Mit der Frage, wie unsere Wahrnehmung durch persönliche Motivationen beeinflusst wird. Und mit der Frage nach dem "Guten" im Menschen. Das Verbrechen wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, jeder hat für sich eine Existenzberechtigung, doch keiner stellt die alleinige Wahrheit dar. Diese zu finden bleibt dem Zuschauer überlassen, denn der ist zu keinem Zeitpunkt im Geschehen integriert. Das ist zum einen die große Stärke, aber auch die große (und eventuell auch einzige) Schwäche des Films. Als Zuschauer kann man sich mit keinem der Akteure identifizieren, wodurch auch eine emotionale Bindung ausbleibt. Die Stärke dabei ist, dass man sich so ein umfassendes Bild der Geschehnisse machen kann um zu einem Urteil zu kommen. Was als Außenstehender jedoch objektiv scheint, ist letztlich auch nur Subjektivität in objektiver Fassade, sucht man sich doch auch nur die Teile zusammen, die man selbst für die Wahrheit hält.
Kurosawas Klassiker, besitzt auch heute noch die gleiche Existenzberechtigung, wie vor 60 Jahren: Seine philosophischen und psychologischen Ansätze sind noch immer aktuell und hoch interessant. Ein Film von enormer Tragweite, intelligent aber mit unter auch fordernd.
Puh...Klassiker zu kritisieren ist ja immer so eine Sache. Und wenn dieser Klassiker auch noch vom Meister Akira Kurosawa ist, wird die Sache eher noch unangenehmer.
Aber ehrlich gesagt hat mich "Rashomon" letztlich einfach nicht so überzeugen können. Dabei fing der Film noch richtig gut an, die erste Hälfte fand ich wirklich gut. Bis dann die dritte Version der Geschichte erzählt wurde. Das war so ein Knackpunkt, ab dem der Film nach meinem Empfinden stark nachlässt. Es fängt schonmal damit an, dass ich den "Ursprung" der dritten Version ziemlich blöd fand. Das hat mir nicht gefallen. Und irgendwie kam ab da dann auch Langeweile auf. Und das irre Lachen des Räubers ging mir dann doch irgendwann doch etwas auf die Nerven, nochmehr dann die hysterischen Anfälle der Frau.
Das Ende oder die Botschaft hab ich erst nicht so richtig nachvollziehen können muss ich zugeben...aber nach ein wenig nachdenken fiel mir dann ja ein, dass in Japan ja eine ganz andere Einstellung zu Ehre usw. vorherrscht.
Vielleicht muss ich den Film irgendwann nochmal sehen, vielleicht wirkt er beim zweiten Mal besser. Vielleicht waren meine Erwartungen auch einfach zu hoch. Der Name Akira Kurosawa, dazu Lobpreisungen, die Rashomon als Meilenstein der Filmgeschichte hypen und fast schon philosophische Aufsätze zu dem Film und seiner Botschaft von den objektiven Wahrheiten. Da hatte ich wohlmöglich einfach zu viel erwartet, mal sehen, wenn ich ihn irgendwann nochmal schaue. Jetzt muss ich allerdings erstmal feststellen, dass ich eher enttäuscht von "Rashomon" bin.
Ich habe in der letzten Zeit derart grausige Kommentare von selbsternannten "Kritikern" und "Cineasten" gelesen, dass sich mir die Haare sträuben. Community- Wertungen, die jeglicher Objektivität entbehren, zu Filmen wie eben "Rashomon" (5,1), "Le notti di Cabiria" (3,3), "Sunset Boulevard" (5,6), "Brief Encounter" (4,1), "Sunrise" (3,9) etc. sind ein Spiegel dieser Unkultur. Besonders schlimm ist es, wenn jene Mitglieder dann auch noch anhand wortreicher (aber leider meist nichtssagender) Erklärungen die Schwächen dieser Referenzfilme darzulegen versuchen und von Mitläufern auch noch Lob für ihren geistigen Dünn****** ernten...
PS: Man beachte den neuesten Kommentar zu "Le Samourai"... Manchmal bin ich richtig froh, dass viele meiner Lieblingsfilme eher unbekannt sind, sodass nicht jeder dahergelaufene ***** meint, sich an ihnen vergehen zu müssen!
Oh Mann. Das sind echt erschreckende Wertungen. Vor allem SUNSET BOULEVARD mit nem Schnitt von 5,6 ist absolut unverständlich.
Hehe, yep, der Text ist grauenhaft. Das passiert, wenn man sich aufgrund von Moviepilot-Empfehlungen an Filmen vergeht, die älter als 5 Jahre, nicht aus Hollywood und nicht von Jerry Bruckheimer produziert sind.
Als ob man anerkannte Klassiker um jeden Preis loben muss. Das ist dieses typische Kanondenken, was auch der Grund dafür ist, dass unzählige tolle Filme hinter den üüblichen Verdächtigen in Vergessenheit geraten. Sunrise beispelsweise hat eindeutig filmhistorische Relevanz, doch das macht ihn noch lange nicht zu einem überdurchschnittlichen Film.
Es geht doch nicht darum, "anerkannte Klassiker um jeden Preis zu loben". Es geht darum, dass die Durchschnittswertungen von RASHOMON und SUNSET BOULEVARD, zwei der besten, zeitlosesten und wichtigsten Filme aller Zeiten, der absolute Oberwitz sind. Oder etwa nicht!?!
Genau das ist ja der Punkt. Ich halte Rashomon beispielsweise keineswegs für einen der besten, zeitlosesten und wichtigsten Filme. Wenn dies deine Meinung ist - kein Problem. Aber warum darf man bspw. Rashomon nicht schlecht bewerten? Warum darf es bei Kurosawa keine zwei Meinungen geben? Mir widerstrebt es, dass manche Klassiker unantastbar sind. Gewiß sind < 5 Punkte bei den meisten ungerechtfertigt, aber imo gilt dies auch für > 7 Punkte.
Na und ich halte ihn genau dafür! Zum Glück gibt es ja sowas wie Geschmacksache und diese "Unantastbarkeit" mancher Klassiker gibt es ja gerade hier bei MP nicht, wenn man die Durchschnittswertungen betrachtet. Außerdem verbiete ich ja keinem, RASHOMON schlecht zu bewerten, es macht mich lediglich traurig! :)
Ich verstehe die Diskussion nicht.
Dennoch fällt bei den gebrachten Beispielen eine Unverhältnismäßigkeit auf, nämlich zwischen der mäßigen Durchschnittsbewertung oben und den hohen Punktzahlen neben den Kommentaren. Da erscheint der Schluss naheliegend, dass sich viele erst gar nicht mit den Filmen auseinandergesetzt (oder die überhaupt gesehen) haben, wenn denn niemand gegen Rashomon usw. zu artikulieren vermag. Dies ist sicherlich bedauerlich.
Aber vielleicht sollte man statt bloßem Ausdruck des persönlichen Bedauerns besser für diese Filme argumentieren, die ihren Stellenwert nicht ganz grundlos besitzen, oder etwa doch?
Akira Kurosawa schildert in seinem Klassiker „Rashomon“ einen Mord aus verschiedenen Perspektiven und stellt somit die Frage nach der Existenz einer objektiven Realität- jeder der dargestellten Blickwinkel wirft ein völlig anderes Licht auf das Verbrechen und misst den beteiligten Personen eine andere Rolle in Bezug auf den Tathergang und die Frage, wer nun der Mörder ist, bei.
Die „Augenzeugen“ legen in einem Gerichtshof ihre Versionen des Geschehenen dar, indem sie sich bei ihren Schilderungen direkt an den Zuschauer, dem also die Rolle des „Richters“ zugewiesen wird, wenden.
In Form (subjektiver!) Rückblenden, die die Aussagen der Zeugen visualisieren, wird jener Mord dermaßen verschiedenartig dargestellt, dass die Entwicklung einer klaren, differenzierten Sichtweise auf die tatsächlichen Tatumstände schier unmöglich ist; auf Grund des Leichenfundes scheint lediglich festzustehen, dass ein Mann getötet wurde…
„Rashomon“ erscheint durch die Konfrontation des Zuschauers mit einem scheinbar unlösbaren Rätsel außerordentlich modern und lässt daher hinsichtlich seiner Kernthematik Bezüge zu Werken wie Resnais‘ „Letztes Jahr in Marienbad“ oder Lynchs „Mulholland Drive“ erkennen (wobei anzumerken ist, dass sich die letztgenannten Titel auf eine völlig andere Weise mit der Frage nach dem Vorhandensein einer objektiv fassbaren Realität auseinandersetzen).
Auf Grund des Alters von „Rashomon“ kann man diesen in gewisser Weise als Inspirationsquelle später entstandener, thematisch verwandter Filme begreifen.
Besondere Huldigung verdient des Weiteren die perfekte Kameraarbeit Kazuo Miyagawas, dem es gelingt, den Film, der überwiegend in der freien Natur gedreht wurde, in überwältigende Schwarz- Weiß- Bilder zu kleiden.
Als störend und daher qualitätsmindernd erweist sich, dass „Rashomon“ zum Ende hin zu pathetisch und (auf eine fast schon aufdringliche Weise) emotional wird, was sich m.E. nicht in das Gesamtbild des Films einfügt.
Insgesamt bietet „Rashomon“ anspruchsvolles Kino, das wegen der ungewöhnlichen Inszenierung und der philosophischen Thematik einen enormen Einfluss auf die Filmgeschichte ausübte und auch aus heutiger Sicht noch zu überzeugen weiß.
Am besten fasste wohl Robert Altman den künstlerischen Wert dieses Films in Worte: „Everybody you will talk to (…) and ask him questions about the film will not give you the same answers (…) which is what art is- it penetrates your intellect, your mind (…) and your experience and history has to react on this new information but you’re reacting from your own persona on it and that’s what gives “Rashomon” such a power (…).”
Herausragender Film von Akira Kurosawa, der durch diesen, vielen späteren Generationen von Regiesseuren in Ihrer darstellungsweise von Geschichten Türen geöffent hat. Mir persönlich haben vorallem die perfekten Kamerafahrten und der Schnitt gefallen. Die Idee eine Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten war damals revolutionär. Über den wie immer grandios aufgelegten Toshiro Mifune brauch man eh kaum ein Wort zu verlieren, der hats halt einfach drauf vorallem das schreiend wahnsinnige Lachen göttlich. Wie immer in seinen frühen Filmen setzt auch hier Kurosawa ein Zeichen für mehr Menschlichkeit (siehe Schluss)...
In der Ruhe liegt die Kraft. Akira Kurosawa sinniert über Lug und Trug und den menschlichen Makel im alten Japan und lässt sich beim Erzählen viel Zeit. Ab und an lässt er seine Bilder und Figuren still verharren, als ließe er sie verschnaufen, und schafft ihnen damit mehr Raum. "Rashomon" versprüht dabei viel altertümlichen Charme und Toshirô Mifune verleiht seiner wilden Räuberfigur eine intensive Kraft, die den Film zusammenhält. Schade hingegen, dass die einzig wichtige Frau im Film dann doch zur hysterischen Nervensäge verkommt.
Inhalt: Obwohl der Film ohne Zweifel künstlerisch und inhaltlich anspruchsvoll ist, hat er mir persönlich nicht so gut gefallen. Die zugrundeliegende Kriminalgeschichte und die Idee, das Verbrechen aus verschiedenen Perspektiven darzustellen, ist eigentlich sehr interessant, und auch die darstellerischen Leistungen sind makellos. Trotzdem ist bei mir das Interesse nach der Hälfte der Laufzeit stark abgeflacht. Manche Szenen waren einfach zu langatmig und besonders das ständige Heulen und ausgiebig dargestellte hysterische Gebaren der Frau empfand ich als extrem störend. Die moralische Botschaft, die das gesamte Werk von Kurosawa durchzieht war mir hier etwas zu aufdringlich präsentiert.
"Die sieben Samurai", "Yojimbo" oder "Das Schloß im Spinnwebwald" haben mir wesentlich besser gefallen.
Ein - besonders für sein Alter - gut gemachter Film, der zwar nicht sonderlich spannend ist, aber dennoch eine zeitlose Thematik behandelt: Jeder hat seine eigene Wahrheit.
Kurosawa und Mifune, die beiden zusammen da kann ja nichts schief gehn. Eine Geschichte die Banaler kaum sein kann aber durch die geniale, simple und zugleich zeitlose Erzählweise Kurosawas besticht. Ein Komplexes Essay über Wahrheit und Lüge und wie gerne wir Menschen diese beiden Begriffe verdrehen.
Mit der letzten Konstruktion des Geschehens liefert Kurosawa auch noch eine Absage an die heldenhaft dargestellte Gewalt, die im Film allgemein beinahe obligatorisch ist.
Toshiro Mifune in seiner Paraderolle, als abgedrehter Bandit.
Ein Klassiker der auch heute noch auf ganzer Linie zu überzeugen weiß.
Grade durch sein menschheitskritisches Thema ist dieses Werk Kurosawas ein Meilenstein der Geschichte.
Ich bin sprachlos.....
Einfach Filmkunst vom feinsten! Hier stimmt einfach alles: Kamera, Musik und schauspielerische Leistung. Toshiro Mifune als verrückter RÄuber ist die Rolle seines Lebens. Einfach ein Meilenstein der Filmgeschichte.
Mit "Rashomon" begann die Rehabilitation des japanischen Kinos im Westen und gleichzeitig Kurosawas Aufstieg außerhalb Japans zum Meister aller Meister. Welcher bedeutende Filmemacher beruft sich nicht auf ihn? Die vertrackte Handlung symbolisiert den ewig vergeblichen Kampf um Wahrheit. Ist das Leben Tragödie oder Komödie? Unsterbliches Kino mit grandios schlichten Mitteln. Alle Remake-Versuche scheiterten kläglich.
Rashomon - Das Lustwäldchen - Kritik
JP 1950 Laufzeit 88 Minuten, FSK 16, Eastern, Thriller, Drama, Actionfilm, Kinostart 04.08.1952
Kritiken (2) — Film: Rashomon - Das Lustwäldchen
Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de
Kommentar löschen„Rashomon“ ist kniffelig, verschachtelt und komplex, voller loser Enden, die dem Zuschauer vor die Füße geworfen werden, damit er daraus etwas Schönes mache. Kurosawa gibt sich nicht die Mühe, all das aufzulösen, was es aufzulösen gilt. Warum auch? Wozu sollte es dienen? Der Wahrheit? Welche dieser Geschichten ist die Wahrheit? Stimmt überhaupt irgendeine davon oder ist alles erlogen?
Kritik im Original 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Flibbo: wieistderfilm.de
Kommentar löschen[...] „Rashomon“ (Der Zusatz „Das Lustwäldchen“ ist laut Wikipedia übrigens ein Übersetzungsfehler), gehört zu den Filmen, die nach dem ersten Anschauen noch deutlich wachsen, wenn man sich vor philosophischem und historischem Hintergrund mit ihnen beschäftigt. Da ist es dann auch zweitrangig, dass der Film nicht den heutigen westlichen Sehgewohnheiten entspricht.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (17) — Film: Rashomon - Das Lustwäldchen
Kommentar schreibenShritz 2011/05/18 17:14:33
Kommentar löschenEs regnet. Ein Holzfäller und ein Mönch sitzen vor einem heruntergekommenen Tor, ratlos. Ein Wanderer kommt durch den strömenden Regen zu ihnen. Sie erzählen ihm die Geschichte, die diese tiefe Verzweiflung auslöste. Die Geschichte eines Mordes. Die Geschichte einer Vergewaltigung.
Akira Kurosawas "Rashomon" beschäftigt sich mit der Frage nach Objektivität. Mit der Frage, wie unsere Wahrnehmung durch persönliche Motivationen beeinflusst wird. Und mit der Frage nach dem "Guten" im Menschen. Das Verbrechen wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, jeder hat für sich eine Existenzberechtigung, doch keiner stellt die alleinige Wahrheit dar. Diese zu finden bleibt dem Zuschauer überlassen, denn der ist zu keinem Zeitpunkt im Geschehen integriert. Das ist zum einen die große Stärke, aber auch die große (und eventuell auch einzige) Schwäche des Films. Als Zuschauer kann man sich mit keinem der Akteure identifizieren, wodurch auch eine emotionale Bindung ausbleibt. Die Stärke dabei ist, dass man sich so ein umfassendes Bild der Geschehnisse machen kann um zu einem Urteil zu kommen. Was als Außenstehender jedoch objektiv scheint, ist letztlich auch nur Subjektivität in objektiver Fassade, sucht man sich doch auch nur die Teile zusammen, die man selbst für die Wahrheit hält.
Kurosawas Klassiker, besitzt auch heute noch die gleiche Existenzberechtigung, wie vor 60 Jahren: Seine philosophischen und psychologischen Ansätze sind noch immer aktuell und hoch interessant. Ein Film von enormer Tragweite, intelligent aber mit unter auch fordernd.
14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Finnigan 2011/05/18 10:42:23
Kommentar löschenPuh...Klassiker zu kritisieren ist ja immer so eine Sache. Und wenn dieser Klassiker auch noch vom Meister Akira Kurosawa ist, wird die Sache eher noch unangenehmer.
Aber ehrlich gesagt hat mich "Rashomon" letztlich einfach nicht so überzeugen können. Dabei fing der Film noch richtig gut an, die erste Hälfte fand ich wirklich gut. Bis dann die dritte Version der Geschichte erzählt wurde. Das war so ein Knackpunkt, ab dem der Film nach meinem Empfinden stark nachlässt. Es fängt schonmal damit an, dass ich den "Ursprung" der dritten Version ziemlich blöd fand. Das hat mir nicht gefallen. Und irgendwie kam ab da dann auch Langeweile auf. Und das irre Lachen des Räubers ging mir dann doch irgendwann doch etwas auf die Nerven, nochmehr dann die hysterischen Anfälle der Frau.
Das Ende oder die Botschaft hab ich erst nicht so richtig nachvollziehen können muss ich zugeben...aber nach ein wenig nachdenken fiel mir dann ja ein, dass in Japan ja eine ganz andere Einstellung zu Ehre usw. vorherrscht.
Vielleicht muss ich den Film irgendwann nochmal sehen, vielleicht wirkt er beim zweiten Mal besser. Vielleicht waren meine Erwartungen auch einfach zu hoch. Der Name Akira Kurosawa, dazu Lobpreisungen, die Rashomon als Meilenstein der Filmgeschichte hypen und fast schon philosophische Aufsätze zu dem Film und seiner Botschaft von den objektiven Wahrheiten. Da hatte ich wohlmöglich einfach zu viel erwartet, mal sehen, wenn ich ihn irgendwann nochmal schaue. Jetzt muss ich allerdings erstmal feststellen, dass ich eher enttäuscht von "Rashomon" bin.
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Le Samourai 2011/03/03 22:06:31
Kommentar löschenDiese Community-Durchschnittswertung macht mich traurig.
13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten
Shritz 2011/03/03 22:56:38
Antwort löschenIch leide mit dir :*(
filmfan90 2011/03/04 01:41:16
Antwort löschenIch habe in der letzten Zeit derart grausige Kommentare von selbsternannten "Kritikern" und "Cineasten" gelesen, dass sich mir die Haare sträuben. Community- Wertungen, die jeglicher Objektivität entbehren, zu Filmen wie eben "Rashomon" (5,1), "Le notti di Cabiria" (3,3), "Sunset Boulevard" (5,6), "Brief Encounter" (4,1), "Sunrise" (3,9) etc. sind ein Spiegel dieser Unkultur. Besonders schlimm ist es, wenn jene Mitglieder dann auch noch anhand wortreicher (aber leider meist nichtssagender) Erklärungen die Schwächen dieser Referenzfilme darzulegen versuchen und von Mitläufern auch noch Lob für ihren geistigen Dünn****** ernten...
filmfan90 2011/03/04 01:54:03
Antwort löschenPS: Man beachte den neuesten Kommentar zu "Le Samourai"... Manchmal bin ich richtig froh, dass viele meiner Lieblingsfilme eher unbekannt sind, sodass nicht jeder dahergelaufene ***** meint, sich an ihnen vergehen zu müssen!
Le Samourai 2011/03/04 02:21:23
Antwort löschenOh Mann. Das sind echt erschreckende Wertungen. Vor allem SUNSET BOULEVARD mit nem Schnitt von 5,6 ist absolut unverständlich.
Hehe, yep, der Text ist grauenhaft. Das passiert, wenn man sich aufgrund von Moviepilot-Empfehlungen an Filmen vergeht, die älter als 5 Jahre, nicht aus Hollywood und nicht von Jerry Bruckheimer produziert sind.
Filmsuechtiger 2011/03/05 00:26:43
Antwort löschenAls ob man anerkannte Klassiker um jeden Preis loben muss. Das ist dieses typische Kanondenken, was auch der Grund dafür ist, dass unzählige tolle Filme hinter den üüblichen Verdächtigen in Vergessenheit geraten. Sunrise beispelsweise hat eindeutig filmhistorische Relevanz, doch das macht ihn noch lange nicht zu einem überdurchschnittlichen Film.
Le Samourai 2011/03/05 00:57:30
Antwort löschenEs geht doch nicht darum, "anerkannte Klassiker um jeden Preis zu loben". Es geht darum, dass die Durchschnittswertungen von RASHOMON und SUNSET BOULEVARD, zwei der besten, zeitlosesten und wichtigsten Filme aller Zeiten, der absolute Oberwitz sind. Oder etwa nicht!?!
Filmsuechtiger 2011/03/05 08:52:49
Antwort löschenGenau das ist ja der Punkt. Ich halte Rashomon beispielsweise keineswegs für einen der besten, zeitlosesten und wichtigsten Filme. Wenn dies deine Meinung ist - kein Problem. Aber warum darf man bspw. Rashomon nicht schlecht bewerten? Warum darf es bei Kurosawa keine zwei Meinungen geben? Mir widerstrebt es, dass manche Klassiker unantastbar sind. Gewiß sind < 5 Punkte bei den meisten ungerechtfertigt, aber imo gilt dies auch für > 7 Punkte.
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Le Samourai 2011/03/05 11:27:09
Antwort löschenNa und ich halte ihn genau dafür! Zum Glück gibt es ja sowas wie Geschmacksache und diese "Unantastbarkeit" mancher Klassiker gibt es ja gerade hier bei MP nicht, wenn man die Durchschnittswertungen betrachtet. Außerdem verbiete ich ja keinem, RASHOMON schlecht zu bewerten, es macht mich lediglich traurig! :)
Ich verstehe die Diskussion nicht.
Dolly Zoom 2011/03/05 12:41:19
Antwort löschenDennoch fällt bei den gebrachten Beispielen eine Unverhältnismäßigkeit auf, nämlich zwischen der mäßigen Durchschnittsbewertung oben und den hohen Punktzahlen neben den Kommentaren. Da erscheint der Schluss naheliegend, dass sich viele erst gar nicht mit den Filmen auseinandergesetzt (oder die überhaupt gesehen) haben, wenn denn niemand gegen Rashomon usw. zu artikulieren vermag. Dies ist sicherlich bedauerlich.
Aber vielleicht sollte man statt bloßem Ausdruck des persönlichen Bedauerns besser für diese Filme argumentieren, die ihren Stellenwert nicht ganz grundlos besitzen, oder etwa doch?
filmfan90 2010/11/03 19:17:38
Kommentar löschenAkira Kurosawa schildert in seinem Klassiker „Rashomon“ einen Mord aus verschiedenen Perspektiven und stellt somit die Frage nach der Existenz einer objektiven Realität- jeder der dargestellten Blickwinkel wirft ein völlig anderes Licht auf das Verbrechen und misst den beteiligten Personen eine andere Rolle in Bezug auf den Tathergang und die Frage, wer nun der Mörder ist, bei.
Die „Augenzeugen“ legen in einem Gerichtshof ihre Versionen des Geschehenen dar, indem sie sich bei ihren Schilderungen direkt an den Zuschauer, dem also die Rolle des „Richters“ zugewiesen wird, wenden.
In Form (subjektiver!) Rückblenden, die die Aussagen der Zeugen visualisieren, wird jener Mord dermaßen verschiedenartig dargestellt, dass die Entwicklung einer klaren, differenzierten Sichtweise auf die tatsächlichen Tatumstände schier unmöglich ist; auf Grund des Leichenfundes scheint lediglich festzustehen, dass ein Mann getötet wurde…
„Rashomon“ erscheint durch die Konfrontation des Zuschauers mit einem scheinbar unlösbaren Rätsel außerordentlich modern und lässt daher hinsichtlich seiner Kernthematik Bezüge zu Werken wie Resnais‘ „Letztes Jahr in Marienbad“ oder Lynchs „Mulholland Drive“ erkennen (wobei anzumerken ist, dass sich die letztgenannten Titel auf eine völlig andere Weise mit der Frage nach dem Vorhandensein einer objektiv fassbaren Realität auseinandersetzen).
Auf Grund des Alters von „Rashomon“ kann man diesen in gewisser Weise als Inspirationsquelle später entstandener, thematisch verwandter Filme begreifen.
Besondere Huldigung verdient des Weiteren die perfekte Kameraarbeit Kazuo Miyagawas, dem es gelingt, den Film, der überwiegend in der freien Natur gedreht wurde, in überwältigende Schwarz- Weiß- Bilder zu kleiden.
Als störend und daher qualitätsmindernd erweist sich, dass „Rashomon“ zum Ende hin zu pathetisch und (auf eine fast schon aufdringliche Weise) emotional wird, was sich m.E. nicht in das Gesamtbild des Films einfügt.
Insgesamt bietet „Rashomon“ anspruchsvolles Kino, das wegen der ungewöhnlichen Inszenierung und der philosophischen Thematik einen enormen Einfluss auf die Filmgeschichte ausübte und auch aus heutiger Sicht noch zu überzeugen weiß.
Am besten fasste wohl Robert Altman den künstlerischen Wert dieses Films in Worte: „Everybody you will talk to (…) and ask him questions about the film will not give you the same answers (…) which is what art is- it penetrates your intellect, your mind (…) and your experience and history has to react on this new information but you’re reacting from your own persona on it and that’s what gives “Rashomon” such a power (…).”
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loh 2010/07/12 17:58:29
Kommentar löschenalt,geil,super
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Miike 2010/06/06 16:39:09
Kommentar löschenHerausragender Film von Akira Kurosawa, der durch diesen, vielen späteren Generationen von Regiesseuren in Ihrer darstellungsweise von Geschichten Türen geöffent hat. Mir persönlich haben vorallem die perfekten Kamerafahrten und der Schnitt gefallen. Die Idee eine Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten war damals revolutionär. Über den wie immer grandios aufgelegten Toshiro Mifune brauch man eh kaum ein Wort zu verlieren, der hats halt einfach drauf vorallem das schreiend wahnsinnige Lachen göttlich. Wie immer in seinen frühen Filmen setzt auch hier Kurosawa ein Zeichen für mehr Menschlichkeit (siehe Schluss)...
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
phoenix409 2010/03/17 12:07:38
Kommentar löschenIn der Ruhe liegt die Kraft. Akira Kurosawa sinniert über Lug und Trug und den menschlichen Makel im alten Japan und lässt sich beim Erzählen viel Zeit. Ab und an lässt er seine Bilder und Figuren still verharren, als ließe er sie verschnaufen, und schafft ihnen damit mehr Raum. "Rashomon" versprüht dabei viel altertümlichen Charme und Toshirô Mifune verleiht seiner wilden Räuberfigur eine intensive Kraft, die den Film zusammenhält. Schade hingegen, dass die einzig wichtige Frau im Film dann doch zur hysterischen Nervensäge verkommt.
6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Conan Doyle 2010/02/11 09:45:20
Kommentar löschenInhalt: Obwohl der Film ohne Zweifel künstlerisch und inhaltlich anspruchsvoll ist, hat er mir persönlich nicht so gut gefallen. Die zugrundeliegende Kriminalgeschichte und die Idee, das Verbrechen aus verschiedenen Perspektiven darzustellen, ist eigentlich sehr interessant, und auch die darstellerischen Leistungen sind makellos. Trotzdem ist bei mir das Interesse nach der Hälfte der Laufzeit stark abgeflacht. Manche Szenen waren einfach zu langatmig und besonders das ständige Heulen und ausgiebig dargestellte hysterische Gebaren der Frau empfand ich als extrem störend. Die moralische Botschaft, die das gesamte Werk von Kurosawa durchzieht war mir hier etwas zu aufdringlich präsentiert.
"Die sieben Samurai", "Yojimbo" oder "Das Schloß im Spinnwebwald" haben mir wesentlich besser gefallen.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Acry 2009/07/07 01:14:24
Kommentar löschenEin - besonders für sein Alter - gut gemachter Film, der zwar nicht sonderlich spannend ist, aber dennoch eine zeitlose Thematik behandelt: Jeder hat seine eigene Wahrheit.
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Tyler__Durden 2009/03/25 00:53:05
Kommentar löschenKurosawa und Mifune, die beiden zusammen da kann ja nichts schief gehn. Eine Geschichte die Banaler kaum sein kann aber durch die geniale, simple und zugleich zeitlose Erzählweise Kurosawas besticht. Ein Komplexes Essay über Wahrheit und Lüge und wie gerne wir Menschen diese beiden Begriffe verdrehen.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
maslobojew 2009/03/03 18:22:15
Kommentar löschenMit der letzten Konstruktion des Geschehens liefert Kurosawa auch noch eine Absage an die heldenhaft dargestellte Gewalt, die im Film allgemein beinahe obligatorisch ist.
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JimiHendrix 2009/03/03 01:36:43
Kommentar löschenToshiro Mifune in seiner Paraderolle, als abgedrehter Bandit.
Ein Klassiker der auch heute noch auf ganzer Linie zu überzeugen weiß.
Grade durch sein menschheitskritisches Thema ist dieses Werk Kurosawas ein Meilenstein der Geschichte.
Ein revolutionäres Werk aus japan.
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Blonder 2009/01/19 19:28:39
Kommentar löschenIch bin sprachlos.....
Einfach Filmkunst vom feinsten! Hier stimmt einfach alles: Kamera, Musik und schauspielerische Leistung. Toshiro Mifune als verrückter RÄuber ist die Rolle seines Lebens. Einfach ein Meilenstein der Filmgeschichte.
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denise 2008/09/27 17:47:14
Kommentar löschenWirklich beeindruckend, auch wenn man sich an das Gekreische und die ungewohnte Dramaturgie gewöhnen muss.
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screenager 2008/07/28 05:44:21
Kommentar löschendefinitiv einer meiner lieblingsfilme! meine vorredner haben eigentlich schon alles erwähnt!
ABER:
wer zum teufel hat sich den deutschen titel "das lustwäldchen" ausgedacht? das hört sich wie ein billiger softporno an o.O!!
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Geistertexter 2007/12/09 13:37:56
Kommentar löschenMit "Rashomon" begann die Rehabilitation des japanischen Kinos im Westen und gleichzeitig Kurosawas Aufstieg außerhalb Japans zum Meister aller Meister. Welcher bedeutende Filmemacher beruft sich nicht auf ihn? Die vertrackte Handlung symbolisiert den ewig vergeblichen Kampf um Wahrheit. Ist das Leben Tragödie oder Komödie? Unsterbliches Kino mit grandios schlichten Mitteln. Alle Remake-Versuche scheiterten kläglich.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
ElGuapo 2007/08/02 21:52:29
Kommentar löschenGrandios verwoben erzählt. Neben den 7 Samurai mein Lieblingsfilm von Kurosawa (ich habe da aber auch noch Nachholbedarf)
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