Reisen mit meiner Tante

Travels with My Aunt (1972), US
Laufzeit 112 Minuten, Komödie

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von George Cukor, mit Maggie Smith und Alec McCowen

Henry Pulling ist sehr überrascht, als sich ihm bei der Trauerfeier für seine verstorbene Mutter eine temperamentvolle alte Dame als seine Tante Augusta vorstellt. Er hielt die verschollene Tante längst für tot, offensichtlich ist sie aber höchst lebendig und für weitere Überraschungen gut. So eröffnet sie dem biederen Junggesellen zunächst einmal, dass ihre brave Schwester gar nicht seine leibliche Mutter war, und schleppt ihn dann mit in ihre Wohnung, wo er schockiert zur Kenntnis nehmen muss, dass Tante Augusta mit einem bedeutend jüngeren Schwarzen zusammenlebt, den sie Wordsworth nennt. Er ist einem guten Tropfen ebenso wenig abgeneigt wie Tantchen. Nach einem neuerlichen Schock wegen einer zweckentfremdeten Urne geht Henry auf Tante Augustas Drängen mit ihr auf Reisen. Die abenteuerliche Fahrt führt zunächst über Paris nach Istanbul, wo Tantchens Devisenschmuggel platzt, was ihren weiteren Tatendrang aber keineswegs beeinträchtigt. Sie braucht nämlich dringend 100.000 Dollar, um Herrn Visconti, die große Liebe ihres wildbewegten Lebens, von Entführern freizukaufen. Um das Geld zu beschaffen, schreckt Tantchen vor nichts zurück. Henry wiederum leidet und lernt.

Bei der Beerdigung seiner Mutter macht der junge Henry (Alec McCowen) die Bekanntschaft seiner höchst exzentrischen Tante Augusta (Maggie Smith ). Im Nu wird der Ahnungslose in eine Kette seltsamer Ereignisse hineingezogen. Nicht nur, dass Augusta im Schwarzen Wosworth (Louis Gossett jr.) einen superpotenten – und halb so alten – Liebhaber hat. Sie will ihren ersten Liebhaber Visconti (Robert Stephens) aus der Gewalt von Kidnappern mit illegalem Geld aus einem türkischen Gefängnis auslösen. So geht es mit dem Orient-Express über Paris und Mailand an die türkische Grenze, wo das Vorhaben auffliegt. Die kleine Reisegruppe wird nach Paris zurückgeschickt, doch Augusta ist mit ihrem Latein noch lange nicht am Ende…

Cukor inszenierte Graham Greene mit Ironie und schwarzem Humor. Der Film war lange als Vehikel für Katharine Hepburn angekündigt, doch die Rolle ging an die 26 Jahre jüngere Maggie Smith. Smith spielt die 18jährige Augusta in den Rückblenden ebenso wie die exzentrische Dame. Für ihre energievolle und etwas outrierte Darstellung war sie für einen Oscar nominiert. Einen Oscar gewann schließlich Kostümbildner Anthony Powell.


Cast & Crew


Kommentar — Film: Reisen mit meiner Tante

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White Moviestar

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Bewertung7.0Sehenswert

Maggie Smith ist eine Grande Dame des britischen Theaters/Films, deshalb werde ich immer hellhörig, wenn ihr Name auf der Besetzungsliste steht..., hier ist er an 1. Stelle vermerkt, und das ist leider selten genug...also Pflichtfilm für Dame Maggie Anhänger!
Sie drückt hier auch ganz schön auf die Tube, machmal etwas zu kräftig für meinen Geschmack...,aber wirklich stören kann das nicht. Im Gegenteil - es ist ein wahres Vergnügen den Wortspielen zwischen Tante Augusta und ihrem Neffen ( Henry ) zuzusehen...Herrlich die Situation in der Henry bewusst wird, daß die Urne der teuren Mutter nun als gut gehütetes Versteck für Cannabis herhalten muss...Oo/oO
Und auch die Kameraführung, die Ausstattung im Art Deco Stil, die schillernden Kostüme sowie Louis Gossett Jr. in einer für ihn extrem ungewöhnlichen Rolle trösten über die etwas biedere Grundinszenierung, die unnötigen Widersprüchlichkeiten ( ich habe die Romanvorlage von Graham Greene gelesen ), hier sind einige Schlüsselelemente ungücklich und unverständlich umgesetzt worden, und vor allem die unbeholfen daher kommende Fehlbesetzung der jungen Augusta und ihres Liebhabers durch eben Smith und ihren damaligen Ehemann Robert Stephens, die ja auch die "Alten" spielen.
Robert Stephens mag zwar als junger freisinniger Gigolo noch einen gewissen Charme versprühen, Maggie Smiths Auftritt als unerfahrener Teenager kommt jedoch völlig grotesk und unfreiwillig(!) komisch daher, was so, höchstwahrscheinlich nicht erwünscht war..
George Cukor verstand sich immer als großer "Frauenregisseur", hier hätte er aber etwas sensibler vorgehen können. Seine, Cukors, alte Form ( "Die Frauen") erreicht der vorliegende Streifen ohnehin nicht.
Trotzdem, der Film macht (kurzweilig) Spaß, wenn er auch kein Meilenstein der anspruchsvollen Komödie/Literaturverfilmung ist.

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patcharisma

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Kennst Du "Die große Sehnsucht der Judith Hearne" - Maggie ist da unglaublich stark! ;-)


White Moviestar

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Nein, kenne ich leider (noch) nicht..(schnüff)...


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