Reservoir Dogs - Kritik

US 1992 Laufzeit 99 Minuten, FSK 18, Drama, Thriller, Kinostart 10.09.1992

  • 10

    JORAH SCHAUT TARANTINO #1
    RESERVOIR DOGS

    Damit ein Film bei meinen Lieblingsfilmen landet muss ich ihn eigentlich mindestens zwei Mal gesehen haben. Das ist so etwas wie ein ungeschriebenes Gesetz von mir. Der einzige Film, der das Herz schon nach der Erstsichtung bekommen hat ist Pans Labyrinth.
    Und nun auch RESERVOIR DOGS.

    Ich ging tatsächlich mit etwas gedämpften Erwartungen an den Film ran. Es heißt ja allgemein Pulp Fiction wäre der beste Gangsterfilm von Tarantino. DOGS hat meine Erwartungen aber sowas von übertroffen. Er ist erst um mein dritter Tarantino nach Django Unchained und Pulp Fiction und bis jetzt ist er eindeutig der beste. Bei DOGS handelt es sich auch um einen der wenigen Filme von denen ich wirklich sage dass er "perfekt" ist, denn es gibt nichts, wirklich nichts, was ich anders gemacht oder verbessert hätte. Das fängt an bei den perfekt besetzten Schauspielern (besonders Harvey Keitel und Michael Madson stechen für mich heraus. Madsons Tanzszene ist legendär cool) und endet bei einem der besten Soundtracks der Filmgeschichte. Echt jetzt, "Little Green Bag" hör ich grad schon die ganze Zeit rauf und runter.
    Es wird ja oft angeprangert, dass Tarantinos Filme zu dialoglastig und somit für viele "langweilig" wären. Hier handelt es sich aber um reinstes "Dialog-Gold". Selten besseres gesehen/gehört.

    "Warum bin ich Mr. Pink?" - "Weil du ne Schwuchtel bist, darum!"

    "Hast du jemanden getötet?" - "Auch ein paar Bullen." - "Keine richtigen Menschen?" - "Nur Bullen."

    "Weisst du was das ist? Das ist die kleinste Violine der Welt. Die spielt nur für die Kellnerin."(Hierbei stellt sich mir unweigerlich die Frage: Hat Spongebob wirklich Tarantino zitiert? o_O)

    Das ganze ist eine riesige Quelle an endgenialen Zitaten, die mindestens genauso kultig sind wie der "Big Kahuna-Burger" oder "Say what Again" aus Pulp Fiction.
    Herr Tarantino hat mit RESERVOIR DOGS schon am Anfang seiner Karriere ein echtes Meisterwerk geschaffen. Das meiner Meinung nach ultimative Heist-Movie.

    Ich bin ja jetzt stolzer Besitzer der TARANTINO XX-Box auf Blu-Ray (mit allen seinen Filmen + True Romance) deswegen werden ab sofort regelmäßig Kommentare zu seinen Filmen von mir kommen. Als nächstes kommt dann True Romance wenn ich ihn gesehen habe, oder auch erst Pulp Fiction, schließlich ist ersterer ja kein offizieller Tarantino-Film. Freu mich schon drauf das ganze nachzuholen.

    "Yeah, Lookin' back on the track for a little green bag..."

    3
    • 10

      genialer film..geniale darsteller..immer sehr zu empfehlen!

      • 10

        mein liebster Tarantino überhaupt! wer noch nicht gekuckt der sollte sehen! KULT!!!

        1
        • 8

          Endlich habe ich Tarantinos Filmdebut nachgeholt und kann nun bestätigen, dass "Reservoir Dogs" dem heutigen Kultregisseur völlig zu Recht seinen ersten Erfolg bescherte.

          Ein Standardtarantino eigentlich, der schon 1992 alles zusammenfasste, was den Regisseur heute ausmacht.
          Witzige Dialoge, brutalste Gewaltexzesse, durchgeknallte Charaktere, kultiger 70er Soundtrack, großartige Darsteller, coole Kameraeinstellungen mit der üblichen Kofferraumperspektive, Tarantino selbst in einer Nebenrolle und eine innovativ erzählte Geschichte die nicht chronologisch geschildert wird, sondern den Zuschauer immer wieder durch diverse Rückblenden überrascht.

          Wer den Tarantino Stil seiner älteren Werke mag, MUSS diesen Streifen eigentlich gut finden, wo man hier einen einwandfrei inszenierten Film vorgesetzt bekommt, der mit seinem ganz eigenem Stil, vielleicht der coolste Gangsterfilm aller Zeiten wäre, wenn der Regisseur sich nicht selbst kurz darauf noch einmal mit "Pulp Fiction" ausgestochen hätte.

          Was bleibt sonst zu sagen über "Reservoir Dogs", außer dass ich die Schauspieler Buscemi, Keitel und Roth noch hervorheben möchte, die ihre Charaktere wirklich unglaublich stark spielen?
          Eigentlich nichts mehr, man hat hier einen wirklich "besonderen" Film, einen der sich von seiner ganzen Machart von anderen abhebt und damit auch zu überzeugen weiß!
          Wer Tarantino schätzt, weiß wovon ich rede, wer das noch nicht tut, sollte sich vielleicht diesen Streifen ansehen!

          41
          • 8 .5

            Diesen Kultfilm zu bewerten ist nicht ganz so leicht. Die Schauspielkunst lässt bei dem ein oder anderem zu wünschen übrig, die Dialoge nehmen überhand, irgendwie wirkt es zäh, die Story ist zu einfach - und doch ist der Film im Großen und Ganzen respektables Kino welches man nicht missen möchte.
            Ich geb den Film ne glatte 8einhalb - und weiß eigentlich nicht genau weshalb...

            • 4

              Ist irgendwie nicht mein Film. Es beginnt mit einem versautem Gespräch, darauf folgt ein kreischender Verletzter mit fast unerträglicher Synchro, abgeschlossen mit viel Blut. Die 4 gibt's wegen den genialen Songs, einer faszinierenden Szene, wegen dem lustigen Dialog über Codenamen und teilweise krassen und lustigen Situationen. Hab ich die genialen Songs schon erwähnt?

              1
              • 9 .5

                Seit ich den Film gesehen habe weiss ich endlich was Madonna damals gesungen hat.

                • 10
                  Ali34 09.01.2015, 23:24 Geändert 09.01.2015, 23:25

                  Wow! Völlig überrascht war ich von diesem Film. Großartige Handlung, grandiose Schauspieler und einfach die ganzen Anspielungen auf damalige Schauspieler, Filme und Musik aus den 70ern. Für mich Tarantinos bester, da ich kein Fan von Pulp Fiction war.

                  4
                  • 2

                    Der Film ist nur noch eklig und viel zu blutlastig. Ganz schlimm war die Szene mit dem Ohr. Wie kann so etwas Kult sein?

                    • 9 .5

                      Göttlich, brutal, geil, knallhart!

                      3
                      • 7 .5
                        Desmond42 12.12.2014, 18:18 Geändert 17.01.2015, 11:18

                        Was ist nur mit Tarantino passiert? Mit "Kill Bill: Volume 1" (nicht "Volume 2" wohlgemerkt) liefert er sinnfreie Schlachtorgien, gerade "Pulp Fiction", der meines Erachtens nach viel zu wenig Sinn und viel zu viel Klamauk enthielt, wird überall als sein bester Film (wenn nicht sogar für manche als bester Film überhaupt) gelobt, und dann ist es ausgerechnet sein, zwar auch von allen Seiten gefeierter, aber weniger bekannter, Erstling, bei dem ich das Lob ausnahmsweise mal fast nachvollziehen kann. Die Story ist viel ernster als die von "Pulp Fiction", komplexer als die von "Kill Bill" und wird meiner Meinung nach sogar ein wenig spannender umgesetzt als die von "Django Unchained" (Obwohl dort die schauspielerische Leistung vielleicht sogar noch etwas glaubhafter wirkt). Der gute Quentin baut zwar auch hier schon auf Gewalt, beschränkt dabei aber den Humor auf die (ziemlich genialen) Gesprächsthemen der Protagonisten, während die Brutalitäts-Szenen so dargestellt werden wie es nun mal realitätsnah der Fall ist: Ernst, dreckig, bodenständig (Großteils zumindest). Und nicht übertrieben und humorvoll, wie in seinen späteren Filmen.

                        Wäre er bei diesem Stil geblieben, bin ich mir sicher, ich würde ihn heute als Regisseur ernst nehmen. Wobei ich schon sagen muss, dass es in letzter Zeit meiner Meinung nach mit seiner Qualität wieder aufwärts geht ("Django Unchained"). Dennoch scheint "Reservoir Dogs" für mich bis jetzt der beste Tarantino-Film zu sein, und das wird er vermutlich auch bleiben. Andererseits... "The Hateful Eight" hört sich schon irgendwie ziemlich interessant an...

                        3
                        • 9 .5

                          Klein, fein, schmutzig. Sehr verschachtelt die Story. Aber man begreift ihn, versteht ihn noch mit 2,4Promille.

                          • 10

                            Meines Erachtens der beste Tarantino.

                            • 9 .5

                              Lange versauerte die Special Edition von "Reservoir Dogs" in meinem DVD-Regal und nach der heutigen Sichtung stellt sich mir die Frage: WARUM ZUR HÖLLE HABE ICH DIESEN FILM NICHT SCHON VIEL EHER FÜR MICH ENTDECKT?!

                              Altmeister Tarantino zeigt schon in seinem Kinodebüt Ansätze seiner komplett andersartigen Regiearbeit: Skurrile Charaktere, eine dialoglastige Handlung und Zeitsprünge, die den Zuschauer dazu zwingen sich zu konzentrieren, um ja nichts zu verpassen. Dazu muss man sagen, dass man diese Art von Film einfach mögen muss. Ich habe viele Freunde, die mit einem "Tarantino" überhaupt nichts anfangen können, ihn sogar als langweilig bezeichnen. Ich aber liebe seine Art und bin nach "Inglourious Basterds" und "Django Unchained" ein drittes Mal geflasht. "Pulp Fiction" tummelt sich bei mir auch noch irgendwo, der ist dann demnächst dran ;)

                              Genug palavert, jetzt zu den tarantinoesken Einzelheiten von Reservoir Dogs:

                              Die Story:
                              Grundsätzlich geht es um einen Juwelierraub, der von sechs Männern mit den Decknamen Mr. White, Mr. Pink, Mr. Orange, Mr. Blonde, Mr. Blue und Mr. Brown begangen wird. Doch etwas läuft schief, die Polizei schlägt auf und alle sind sich sicher: Unter ihnen ist eine Ratte, die den Coup fast zum Scheitern gebracht hätte. An sich ist die Geschichte natürlich nicht sonderlich spektakulär, aber was Tarantino daraus macht, ist einsame Spitze.

                              Skurrile Charaktere:
                              Davon gibt es genügend und um es vorweg zu nehmen: Die sind allesamt hervorragend, authentisch und kein Stückchen drüber gespielt. Hervorheben möchte ich aber vor allem Michael Madsen als Mr. Blonde - die coolste Sau im ganzen Film. Abgebrüht, charismatisch und einfach nur geisteskrank. Ob mit Soda an einem Pfeiler lehnend oder tanzend zu den Klängen der 70er - Mr. Blonde könnte genauso gut Mr. Perfect heißen und ist mein persönlicher Held der "Reservoir Dogs". Aber auch Harvey Keitel, Steve Buscemi und Tim Roth als Mr. White/Pink/Orange sind perfekt besetzt. Selbst Tarantino als Mr. Brown hat eine kleine, wenn auch nicht anspruchsvolle Rolle.

                              Die Dialoglastigkeit:
                              Eine Eigenschaft, die Tarantino immer wieder vorgeworfen wird. Kann ich einfach nicht verstehen, schließlich handelt es sich hier ja nicht um irgendwelche wirren Sätze, sondern um das mitunter Beste, was ein Drehbuchautor je zu Papier gebracht hat, um die Creme de la Creme der Dialogkunst. Egal ob gerade über die Bedeutung von Madonnas "Like a Virgin" sowie die Relevanz von Trinkgeld philosophiert wird oder Mr. Orange seine Story vom Bahnhofsklo erzählt. Tarantino trifft immer den richtigen Ton und das ist schon die halbe Miete für einen DER Kultfilme aus den frühen 90er Jahren.

                              Die Zeitsprünge (minimale Spoiler enthalten):
                              Sich bei seiner ersten Regiearbeit an so eine Erzählstruktur heranzuwagen, zeugt schon von enormem Selbstbewusstsein. Die wie bereits erwähnt eher unscheinbare Story wird durch etwaige Flashbacks und weitere Spielchen mit der Zeit komplex erzählt. Ein Mittel, das Tarantino immer wieder gerne einsetzt, um seine Story aufzupimpen. Auch in "Reservoir Dogs" funktioniert das hervorragend. So wird beispielsweise gezeigt, wie die letztendlich wichtigen Charaktere zu diesem Job kamen und so einer nach dem anderen aus dem möglichen Kreis der Maulwürfe ausgeschlossen.

                              Trotz wenig Action glänzt "Reservoir Dogs" mit Spannung, einer gewissen kammerspielartigen Enge, roher Gewalt und einem starken, zum Mitwippen einladenden Soundtrack. Wer mit Tarantinos Stil zurecht kommt, der kann mit diesem Streifen nichts falsch machen und wird genau wie ich enorme Freude an kurzweiligen 95 Minuten haben.
                              Ich habe lange überlegt, ob ich die 10 Punkte gebe. Aber da warte ich lieber "Pulp Fiction" ab, vielleicht setzt der ja (wie viele behaupten) nochmal was drauf. Bis dato ist "Reservoir Dogs" jedenfalls der beste Tarantino, den ich bislang gesehen habe - sogar noch knapp vor "Django Unchained", der von mir ebenfalls 9,5 Pkt. bekommen hat.

                              "Hey, why am I Mr. Pink?" - "Because you're a faggot."

                              "Are you gonna bark all day little doggie? Or are you gonna bite?"

                              7
                              • 9

                                Genialer Heist Movie! Tarantinos erstes eigenes Werk weißt die meisten bekannten Merkmale des berühmten Regisseur bereits auf. Ich hatte zu Beginn relativ niedrige Erwartungen an den Film, doch dieser überzeugte mich im hohen Bogen. Ein toller Film.

                                1
                                • 10

                                  Allein die Filmmusik macht diesen Film für mich schon so besonders! Tolle Songs, tolle Schauspieler, toller Film!

                                  • 8 .5

                                    Der erste Tarantino - ENDLICH auch mal gesehen, Netflix sei Dank!
                                    Kein klassischer heist movie, wo der Banküberfall selbst die Hauptrolle spielt.
                                    Hier wird eher das Scheitern des Überfalls beleuchtet.
                                    Die Darsteller überzeugen durch die Bank weg und der Film hat bereits alle wichtigen Elemente, die wir heute bei Tarantino-Streifen so lieben.
                                    Sollte jeder Filmfan mal angeschaut haben!
                                    PS: Es war außerdem richtig krass für mich Steve Buscemi und Tarantino so jung zu sehen :-D

                                    4
                                    • 8 .5

                                      Quentin Tarantino, eine Legende, ein Vorbild, und vorallem... einer von uns! :D Denn was vielleicht einige nicht wissen; er liebt Filme genauso wie wir, und besitzt geradezu ein enzyklopädisches Wissen (ob das richtig geschrieben ist, bin ich mir nicht Sicher! Wenn nicht, dürft ihr die Buchstaben, die da nichtzugehören selbstverständlich behalten! :D) über jede Einstellung jedes Produktionsjahr und wer beim Film Regie geführt hat, dass es schon fast wieder geisteskrank sei, wie die Schauspielerin Daryl Hannah einst behauptete. Und naja, in einer gewissen Form ist es schon auch etwas krank, aber wenn ich Tarantino zuhöre, höre ich einfach nur ein unglaubliches Maß an Liebe zu Filmen heraus, mit der wir im Prinzip ja alle infiziert sind, der eine mehr, der andere weniger.

                                      Und so konnte es wohl nicht sehr lange dauern bis nach seinem bedauerlicherweise im Schneiderraum verbrannten ersten Kurzfilm 1986 sein erster richtiger Streifen in die Kinos kommt. Und das mit der Unterstützung von niemand anderem als Harvey Keitel himself. Und dass er Quentin Tarantino damals so viel Vertrauen entgegenbrachte und ihn bei der Produktion unterstützte, dafür bin ich ihm unglaublich dankbar. Denn so hat er uns einen der einflussreichsten, erfolgreichsten und gleichzeitig auch großartigsten Filmemacher überhaupt geschenkt. Denn mittlerweile sind seine Filme so speziell geworden, dass es bei jedem seiner Filme nurnoch heißt, er sei von Quentin Tarantino und nicht mit dem und dem Schauspieler, und wenn jemand im Laufe von 25 Jahren so etwas schafft, dann muss er schon echt gut sein. Und das hat er mit "Reservoir Dogs - Wilde Hunde", seinem ersten richtigen Feature-Film, 1991 schon bewiesen, indem er die brutalsten Elemente, die er im Laufe seiner Karriere noch so manche male benutzen würde, schon damals angehaucht hat, indem er Michael Madsens Hand gesteuert und dem auf dem Stuhl gefesselten, enstellten Polizisten sein rechtes Ohr abschnitt. Und auch in anderen Kategorien läßt sich das Konzept des Filmemachers auch hier schon sehr leicht erkennen. In einem Interview hat er auf die Frage, warum die Charaktere in seinen Filme eigentlich so gewalttätig handeln, dass er die Gewalt schon immer als eine außergewöhnliche Erzählweise und Stilmittel des Kinos gesehen habe und sie somit auch gerne in seinen Filmen zur Schau stelle. Aber auch sein Können als Erzähler kann man bei "Reservoir Dogs" schon schnell erkennen. Schon die Geschichte ist so neu und speziell dass dieser Film Tarantinos Durchbruch bedeuten MUSSTE, und man schnell die Einzigartigkeit seines Schaffens bemerkte. Denn er ist kein normaler Heist, der die Geschichte einer Gruppe von Kriminellen erzählt, die einen Raubüberfall planen und durchführen. Nein, der Überfall ist schon längst passiert und die Gruppe von unterschiedlichsten Charakteren muss sich überlegen, wie sie nach der Flucht dem Gestz für immer spurlos entkommen. Und ab da knüpft der Film an, bzw. ist dort sein Anfang, nachdem man die toll gefilmte Szene am Tisch im Kafee bewundern durfte, in der sich die acht befreundeten Personen während des Essens über die Schlampenhaften Gedanken Madonnas und ihren Songs "True Blue" und "Like a Virgin" und noch zahlreichen anderen Titeln der 60er und 70er Jahre unterhalten, in der sich nocheinmal erneut zeigt... Quentin Tarantino bringt gerne etwas ein, ob es um Musik geht, die er mag, oder um Filme, auf die er Anspielungen macht, weil sie ihn geprägt haben oder ihm als er sie im Kino sah gefielen. Macht schonmal auch nicht jeder Filmemacher, zumindest würde mir auf die Schnelle keiner einfallen. Und dadurch wird auch seine persönliche Liebe zum Film und auch zum Kino sichtbar, die wahrscheinlich so groß und so umfangreich ist, wie bei keinem anderen... Menschen auf der Welt! :)
                                      Jamie Foxx sagte einmal über Tarantino "Er weiß so unglaublich viel über Filme! Wenn du einen Film mit Quentin Tarantino schaust, kann er dir in jeder Szene sagen, welche Einstellung da gerade in dieser Szene benutzt wird und mit welcher Kamera sie gedreht wurde!".

                                      Und man kauft es Tarantino ab, dass er so einer ist. Einer dem Filme die Welt bedeuten, die Liebe, das Leben, und seine Berufung.
                                      Nicht gerade ein Wunder ist es auch, dass sein Erstling "Reservoir Dogs" schon damals einschlug wie eine Bombe und ihm das Sprungbrett für eine hammer Karriere auf die richtige Höhe brachte. Vielleicht damals noch nicht so wirklich die bekannteste Besetzung neben Harvey Keitel und Steve Buscemi, aber trotzdem ein klasse Film, der es verdient hat, zu den besten aus Tarantinos Filmografie zu gehören. Toll gespielt und mit einem Mexican Standoff geendet, bei dem sich ebenso leicht erahnen läßt, welches Genre ihn außerdem noch sehr geprägt hat, aber das dürfte ja jedem, der sich, auch wenn nur perifer am Rande ein bisschen mit Tarantino beschäftigt, mittlerweile zur Genüge bekannt sein! ;)

                                      18
                                      • 8 .5

                                        Wäre ich Theaterregisseur, würde ich Reservoir Dogs sofort auf die Bühne bringen. Der Film ähnelt ohnehin einem Kammerspiel, da Quentin Tarantino bei seinem Erstlingswerk den Großteil seines geringen Budgets für die Schauspieler aufbrachte und die Geschichte ausschließlich von Wortwitz und Erzählungen leben ließ. Der gesamte Film spielt in einer Lagerhalle, in der sich die wohl coolste Räuberbande der Filmgeschichte nach einem gescheiterten Diamantenraub trifft. Nach und nach trudeln die Beteiligten mehr oder weniger versehrt ein und erläutern mittels Rückblenden ihre Sicht auf die Geschehnisse.

                                        Der bunt zusammengewürfelte Haufen entpuppt sich als spannende Mischung unterschiedlichster Charaktere, gespielt von teilweise grandiosen Darstellern, wie Harvey Keitel, Michael Madsen, Tim Roth oder Steve Buscemi. Auch Regisseur Tarantino mischt sich wie später in Pulp Fiction mit einer Nebenrolle unter die Darstellerriege, was ich bei den meist sehr kurz gehaltenen Cameo-Auftritten von Regisseuren sehr spannend finde.

                                        Die große Stärke von Reservoir Dogs sind die Dialoge, hier hat Tarantino schon zu Beginn seiner Karriere ganze Arbeit geleistet. Auch die nicht immer chronologische Abhandlung der Geschehnisse tragen einen großen Teil zur Dramaturgie des Films bei. Hinzu kommt die Tatsache, dass man den eigentlichen Raub nicht ein einziges Mal zu Gesicht bekommt, dennoch den genauen Ablauf ständig vor seinem geistigen Auge abläuft. Unerreicht!

                                        1
                                        • 7 .5

                                          Damals für wenig Geld aber mit guten Schauspielern und Dialogen gedreht. Ein früher Tarantino, der schon das zeigt, was in anderen Filmen auch wieder auftaucht. Sehr sehenswert. Auch wegen vieler schöner Details (u.a. Silver Surfer Poster !)

                                          • 9

                                            Kann schon nachvollziehen, wenn manche den Film nicht mögen. Ist sehr dialoglastig. Mir gefallen die aber ausnehmend gut, ist schon an der Grenze zum Absurden. Die einfache Story ist gut erzählt. Die Schauspieler topp, Soundtrack passt. Daher fast Höchstwertung, Abzug für etwas zu wenig Action, die ja dann PF enthielt (habe ich 10 geben müssen).

                                            1
                                            • 10

                                              QUENTIN TARANTINO #1 - RESERVOIR DOGS

                                              Ich hatte vor einer Zeit mal begonnen eine Werkschau zu diesem großartigen Regisseur zu machen. Irgendwie habe ich das damals aus den Augen verloren, weshalb ich nun einfach nochmal damit beginnen will. Zudem passt auch dieser erste Film hier, damals bewertete ich ihn, nach der Zweitsichtung, mit 9. Nun sah ich ihn zum dritten Mal (und zudem zum ersten Mal auf Englisch) und erhebe ihn endlich dahin wo er hingehört, in meine Lieblingsfilmliste. Das wurde mal Zeit!

                                              "Are you gonna bark all day little doggie? Or are you gonna bite?"

                                              Das Spiel mit den Erwartungen ist ja immer so eine Sache. Sobald ein Film so hoch gelobt wird wie nur möglich, da erwarte ich eigentlich immer viel, zu viel. So viel, dass diese Erwartungen unmöglich erfüllt werden können. So war das bei mir, leider, bei PULP FICTION. Aber dazu äußere ich mich dann morgen. Nunja, jedenfalls habe ich da DEN besten Film überhaupt erwartet und das dann leider nicht bekommen, hier bei RESERVOIR DOGS war das jedoch anders herum. Hier war ich nicht drauf eingestellt, ich erwartete einen guten Film, ohne Frage, schließlich ist es ein Quentin Tarantino, aber ich erwartete nicht das, was ich im Endeffekt bekam. Für mich ist das hier eigentlich ein Film, der alles hat, was ich an Tarantino so liebe. Alles was seine Filme ausmacht, ist hier drin. Oder vielleicht, um es besser zu sagen, man sieht bei RESERVOIR DOGS, wohin die Reise eines Tarantino mal gehen wird. Er wirkt wie der kleine, wesentlich unscheinbarere und unbekanntere Bruder von PULP FICTION, für mich persönlich, hat dann aber doch dieser hier gewonnen.

                                              Und dabei ist dieser Film eigentlich wirklich sehr "unscheinbar". Größtenteils spielt die Handlung nur an einem Ort, einer Lagerhalle. Nur wenn es wirklich nötig ist, sehen wir mal eine andere Szenerie. Dazu kommen eine Hand voll Schauspieler die im Mittelpunkt stehen, geniale Dialoge über Alltägliches, Belangloses und allgemein Dinge, über die niemand wirklich nachdenkt und eben schon diese unkonventionelle, überraschende Erzählweise. Es agieren abgedrehte Figuren, gespielt von noch abgedrehteren Darstellern. Eigentlich ist RESERVOIR DOGS so wenig und dennoch sagt er so viel aus, bietet so viel und hat mich jetzt drei Mal dermaßen beeindruckt.

                                              Und das geht schon bei einer dermaßen coolen und faszinierenden Anfangssequenz los. HIER sieht man schon, wie ein Tarantino so vorgeht. Eine Gruppe von Gangster sitzt an einem Tisch und dabei legen sie die einzig wahre Interpretation von Madonnas "Like a Virgin" dar und philosophieren darüber inwieweit man Trinkgeld geben sollte oder nicht. Das wirkt einfach so cool, so geil, so lustig! Und im Endeffekt denkt man ja wirklich darüber nach, würde man sonst nicht machen, aber Tarantino macht es. So schlicht, so einfach und trotzdem (oder gerade deshalb) so genial!

                                              Und dann haben wir eben diese, hier schon, schlau durchdachte Erzählweise. Unchronologisch, unkonventionell, neu, aber gerade deshalb so toll. Eine einfache Story über einen Überfall, so verworren erzählt und dann so vielsagend. So vielfältig! Hinzukommen dann viele erinnerungswürdige Szenen, Dialoge und ikonische Zitate. Jedes Mal funktioniert Michael Madsen als Mr. Blonde der zu "Stuck in the Middle with you" herumtänzelt und dabei diesen Gewaltakt vollführt super. Wieder und wieder finde ich es einfach extremst witzig wie Mr. Pink versucht seinen Namen zu tauschen. Gerade weil dieser Film eben eigentlich so wenig hat, wird deutlich, dass hier ALLES, jeder Satz, jede Szene so geil sitzt, so super funktioniert. Das ist einfach grandios. Und dann ist eben noch ein Faktor ganz wichtig: die Figuren. Ich würde sogar sagen, dass sie eben auf den ersten Blick schon fast farblos (Höhö) und "gewöhnlich" wirken, was aber eben nicht so ist. Mr. Pink zum Beispiel, mit Abstand meine Lieblingsfigur im Film, wie er anfangs dagegen argumentiert Trinkgeld zu geben oder eben der Psycho Mr. Blonde, dann noch der weise und eigentlich echt versöhnliche Mr. White und und und. Genial!

                                              Und ich muss es einfach nochmal sagen, dieser Film wirkt nie langweilig, stets spannend und interessant, zudem einfach "cool". Der Soundtrack stimmt, durch bestimmte Szenen beißt er sich einfach in das Gedächtnis eines jeden Zuschauers und auch die Figuren stimmen. Was soll man anders sagen? Für mich sieht man hier einfach an, was einmal aus Tarantino wird. Alles was ihn, für mich, ausmacht: diese Dialoge, der Erzählstil, die tollen Figuren und so weiter, all das ist hier drin. Aber eben in einer kleinen Form, in einer kleinen Aufmachung, fast schon so als wolle er sich eigentlich noch zurückhalten, aber gerade da schafft er so ein Meisterwerk. Als ich RESERVOIR DOGS zum ersten Mal sah, hat er mir gefallen. Beim zweiten Mal, war mir dann schon klar, dass er irgendwann mal auf dieser Liste der Lieblingsfilme landen wird und jetzt, nach dem dritten Mal sehen, ist es schließlich soweit. Und eines ist sicher, diesen Film werde ich bestimmt noch oft sehen, sehr, sehr oft. Jeder der ihn nicht kennt, UNBEDINGT nachholen!

                                              8
                                              • 10

                                                Ein Film den man sich immer wieder ansehen kann. Einfach genial wie man solch großartigen Film mit so wenig Budget drehen kann. Mag ja Interpretationssache sein aber beim letzten Mal ansehen dachte ich am Ende:Hauptsache der der am Anfang kein Trinkgeld geben wollte kommt heil aus der Sache raus. Wobei natürlich nicht klar ist ob er es wirklich schafft. In True Romace gibt es ja eine Szene von der spekuliert wird das es Mr Pink ist mit dem Patricia Arquette telefoniert

                                                2
                                                • 10

                                                  Mr. Pink: Hey, why am I Mr. Pink?

                                                  Joe: Because you're a faggot.

                                                  Mr. Pink: Why can't we pick our own colors?

                                                  Joe: No way, no way. Tried it once, doesn't work. You got four guys all fighting over who's gonna be Mr. Black, but they don't know each other, so nobody wants to back down. No way. I pick. You're Mr. Pink. Be thankful you're not Mr. Yellow.

                                                  Mr. Brown: Yeah, but Mr. Brown is a little too close to Mr. Shit.

                                                  Mr. Pink: Mr. Pink sounds like Mr. Pussy. How 'bout if I'm Mr. Purple? That sounds good to me. I'll be Mr. Purple.

                                                  Joe: You're not Mr. Purple. Some guy on some other job is Mr. Purple. Your Mr. PINK.

                                                  Mr. White: Who cares what your name is?

                                                  Mr. Pink: Yeah, that's easy for your to say, you're Mr. White. You have a cool-sounding name. Alright look, if it's no big deal to be Mr. Pink, you wanna trade?

                                                  Joe: Hey! NOBODY'S trading with ANYBODY. This ain't a goddamn, fucking city council meeting, you know. Now listen up, Mr. Pink. There's two ways you can go on this job: my way or the highway. Now what's it gonna be, Mr. Pink?

                                                  Mr. Pink: Jesus Christ, Joe, fucking forget about it. It's beneath me. I'm Mr. Pink. Let's move on.

                                                  Joe: I'll move on when I feel like it... All you guys got the goddamn message?... I'm so goddamn mad, hollering at you guys I can hardly talk. Pssh. Let's go to work.

                                                  • 7

                                                    Schwierig. Habe ihn erst vor kurzem gesehen. Klar, die typische Tarantino-Art findet sich hier, Kultsprüche, knallharte Typen, kleiner aber spannender Plot, jede Menge Blut und einfach Tarantino. Aber so ganz in dem Stil, wie er das in späteren Filmen zeigen konnte, schafft Quentin das hier irgendwie nicht. Ich nehm's nicht so dramatisch, weil es sein erster Film ist, aber vor allem gegen Ende hin, wird die Story relativ langatmig und die Luft ist raus. Kaum irgendein Spruch, Witz oder weiß Gott was, schafft es da noch zu zünden. Trotzdem, ganz solide. Reicht für einen unterhaltsamen 90er Abend. Mehr dann aber auch nicht.