Reservoir Dogs - Kritik

Reservoir Dogs

US · 1992 · Laufzeit 99 Minuten · FSK 18 · Drama, Thriller · Kinostart
  • 10

    Heute gibt es mal wieder einen absoluten Lieblingsfilm von mir. Und von wem könnte er sein? Natürlich vom Großmeister und Künstler Quentin Tarantino. Reservoir Dogs ist sein erster Kinofilm und schon der ist ein atemberaubendes Meisterwerk und ein Meilenstein der Filmgeschichte. Schon damals wurde deutlich, dass Tarantino nicht nur ein brillanter Regisseur ist, sondern auch mit die besten Drehbücher schreibt. Reservoir Dogs ist ein total minimalistisch gedrehter Arthouse Film, der aber nicht gerade mit Gewalt spart.

    Es sollte eigentlich der beste Diamantenraub überhaupt werden. Mr. White, Mr. Orange, Mr. Blonde, Mr. Blue, Mr. Brown und Mr. Pink hatten alles im Griff, doch aus irgendeinem Grund wusste die Polizei Bescheid und hat die Diebesbande überrascht. Das war natürlich so nicht geplant und so endet dieses Vorhaben in einer blutigen Schießerei. Einige verlieren ihr Leben, andere, wie zum Beispiel Mr. Orange, werden schwer verwundet. Ein paar der Gauner verstecken sich in einem Lagerhaus und versuchen zu entschlüsseln, was schief gegangen ist. Schnell wird der Verdacht klar, dass unter ihnen ein Verräter ist.

    Wie das für frühere Tarantino Filme typisch war, weiß man zu Beginn erst mal gar nicht, worum es überhaupt geht und wer was für ein Spiel spielt. Der Film läuft nicht ganz chronologisch ab, allerdings ist es hier noch nicht so kompliziert wie bei Pulp Fiction, bei dem man den Film mehrfach sehen muss, um alles 100%ig zu verstehen. Bei Reservoir Dogs weiß man nach dem blutigen Schlussakt eigentlich über alles Bescheid und keine Fragen bleiben mehr offen. Tarantino beweist hier auch, dass er, wie kein zweiter, gewaltsame Szenen perfekt platzieren kann. Hinzu kommen die grandiosen Dialoge und die perfekt ausgearbeitete Story, die von vorne bis hinten grandios durchdacht ist und keinerlei Schwächen hat.

    Harvey Keitel, der eigentlich immer erstklassig spielt, verkörpert als Mr. White wahrscheinlich die beste Rolle seiner Karriere. Obwohl er einen üblen Gangster spielt, hat er trotzdem was sympathisches an sich und irgendwie auch was väterliches. Tim Roth, hier noch sehr jung, sehen wir zu 80% nur verletzt und blutend am Boden liegend und trotzdem verkörpert er hier eine unglaublich intensive Person, die sehr wichtig für die Hauptstory ist. Michael Madsen spielt einen puren Sadisten, bei dem man kaum fassen kann, das Madsen seine Rolle zu brutal fand. Er verkörpert so eine Person, vor der man richtig Angst haben muss. Steve Buscemi als Mr. Pink ist ebenfalls hervorragend und von allen Charakteren, ist er wohl derjenige, den man am wenigsten durchschauen kann. Der inzwischen verstorbene Chris Penn, Bruder von Sean Penn, haut als Netter Eddie auch einige unglaubliche Szenen raus, die noch lange in Gedächtnis bleiben. Auch Quentin Tarantino selbst hat einen wunderbaren Auftritt als Mr. Brown, der einen tollen Monolog über Madonna führt. Ganz im besten Tarantino Stil.

    Fazit : Reservoir Dogs ist ein brillantes Meisterwerk, welches meiner Meinung nach keine Schwächen hat. Alles, jedes kleinstes Detail, ist perfekt ausgearbeitet und der Film gehört mit zu den besten Werken, die ich jemals gesehen habe. Tarantino hat schon früh bewiesen, was für ein Ausnahmetalent er ist und bei kaum einem anderen Regisseur und Autor merkt man die Liebe zum Film so sehr wie bei ihm. Ich könnte über Reservoir Dogs noch so viel schreiben, aber letzten Endes zählt eigentlich nur eins für mich : Er ist perfekt für mich.

    10/10

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    2
    • 8 .5

      Heftig ! Spannend ! Super Idee und toll umgesetzt. Ich sag es immer wieder, Tarantino weiß einfach wie man Filme macht. Auch sein erster Film ist keineswegs schlechter als seine nächsten. Es ist ein Film der zum Nachdenken anregen kann, aber er macht auch einfach richtig viel Spaß. Die Zeit vergeht wie im Flug. Es gibt auch ein paar sehr brutale Szenen aber das ist halt Tarantino. Super Film !

      • 10
        Jomida 27.04.2016, 13:32 Geändert 01.05.2016, 09:31

        Furioses, brutales, hervorragend gespieltes Gangsterdrama um Ehre und Verrat. Quentin Tarantinos ("Pulp Fiction", "Inglourious Basterds") erster Geniestreich löste seinerzeit eine heftige Diskussion über Gewaltdarstellung im Kino aus und ist definitiv nichts für Kinder!

        • 10
          the_hermit 13.04.2016, 21:55 Geändert 14.04.2016, 07:46

          Eine Ode an Reservoir Dogs und herrliche Toilettengänge

          - - - Kapitel 1 - Der zahme Pinscher - - -

          Der Fremde nahm die zwei Pistolen der eben dahingeschiedenen Leibwächter und den alten, zerschlissenen Revolver zur Seite, zog sein Messer und stach es mit voller Wucht in das Bein des gefesselten Jo Brant. Die Sehnen platzen und Blut quoll an den Seiten auf. Jo sitzt in einem Raum, seinem Büro genauer gesagt. Gefesselt, die Kleidung zerschlissen und von oben bis unten mit feuchtem Blut besudelt. Die Tür zu diesem Raum ist durchlöchert und hängt am letzten Splitter. In dem langen Gang vor der Tür erstrecken sich einige tote Leibwächter und leichte Mädchen. Das Blut rinnt den Gang entlang und mäandert durch die leblosen Körper wie tausende kleine Bäche zu einem Fluss.

          Der Fremde; Wusstest du, dass Blut ziemlich dunkel wird, wenn es trocknet?

          Jo steht der Schmerz ins Gesicht. Er würgt und atmet schwer, sein ganzer Körper schwitzt. Der Fremde nimmt dem angeschlagenen Gangsteroberhaupt den gewundenen Knebel aus dem Mund und grinst ihm finster zu.

          Der Fremde; Sicher weißt du das. Dein Ruf als "Bestie" eilt dir voraus. Aber so wie du schwitzt, wird das wohl noch eine ganze weile Feucht bleiben. Das wäre allerdings weniger gut für den - eh schon - widerlichen Gestank hier drinnen. Also machen wir es so kurz, wie es eben geht Jo. Frage Nummer 1...möchtest du eine Zigarette? Ich sehe den Leuten gerne beim Rauchen zu, während ich eine seichte Konversation halte.

          Jo verdrehte die aufgedunsenen Augen und krümmte sich vor Schmerzen. Seine Schusswunden sitzen alle so, dass er diesen höchst bedauerlichen Zustand wohl noch einige Zeit durchalten wird. Er nickt auf die Frage nach der Zigarette. Der Fremde nimmt aus seiner schwarzen Stoffjacke eine Packung Red Apple und sein kleines Feuerzeug mit der Aufschrift "The E-Diner". Jo kauert mittlerweile mehr, als er sitzt und aus seinem Mund lief alles Mögliche. Spucke, Blut, Galle, Erbrochenes. Ja, dieser Mann wird sterben wenn man ihm nicht hilft. Der Fremde steckt ihm die Zigarette in den Mund und zündet sie an. Er schließt die Packung mit dem roten Apfel, aus dessen Schale ein grinsender Wurm schielt, wieder, verstaut sie in seine Tasche und kommt direkt zu Frage Nummer 2.

          Der Fremde; Wo ist der Koffer Jo?!
          Jo; Welcher Koffer...
          Der Fremde; Das ist keine gute Antwort und bei jeder weiteren "keine gute" Antwort werde ich mit dem Messer noch ganz andere Sachen machen. Also überlege dir gut, was du sagst. Vielleicht sollte ich dir erklären wer ich bin, bevor du antwortest. Möchtest du wissen wer ich bin Jo?
          Jo; Ja, damit ich weiß, auf wen ich später meine Hunde loslasse.
          Der Fremde; Ich sehe das mal als ein fröhliches und gezuckertes "Ja Baby" an und lasse das Messer erst mal da, wo es ist.

          Der Fremde schaute sich um. Eine edle Räumlichkeit. Großer Schreibtisch, noch größere und sehr elegante Sitzmöglichkeiten und ein toller 50 Zoll LCD mit einer richtig fetten Soundbar an der Wand. Drüber steht - "My home is my Castle". Der Fremde grinst Jo an.

          Der Fremde; Es gibt nur eines, was ich zu sagen habe. Ich bin Green Pete's Sohn.
          Jo; Green Pete und seine ganze Familie ist tot.
          Der Fremde; Sieht nicht so aus du fetter Sack. Schau mir in die Augen und sage mir, wer ich bin.
          .
          .
          .
          Jo; Oh nein.
          Der Fremde; Du hast meinen Vater vor 11 Jahren mit diesem alten Revolver erschossen. Du weißt schon. Dieses alte, verschmierte und ranzige Teil, bei dem 2 von 6 Schüssen gar nicht zünden. Ich habe gerade alle deine 9 Leibwächter getötet, deine vielen betäubten Frauen und die Junkies, bei denen man nicht genau weiß, welchen Geschlecht sie angehören. Insgesamt habe ich vier mal geschossen und den Rest deiner Bagage so entsorgt, wie es die Möglichkeiten eben zuließen. Tut mir übrigens Leid wegen der tollen Schale in deiner Eingangshalle. Du wirst sie nicht mehr für Früchte verwenden wollen. Der abgerissene Kopf irgendeines abhängigen und betrunkenen Security schwimmt dort in seiner eigenen Soße. Die Augen hübsch arrangiert. Der "Serviervorschlag" wird dir gefallen, wenn du das hier überlebst. Ich hätte noch eine romantische Kerze daneben stellen können.

          Jo bäumte sich gegen den Stuhl, die Fesseln knarzten und er drückte gegen seinen Wunden. Der Fremde ging zu ihm und rüttelte am Messer. Als Jo zuckend schrie, schwappte angesammeltes Blut aus seinem Hemd pflatschend auf den Boden. Was für ein jämmerlicher Gestank.

          Der Fremde; Du hörst ja gar nicht richtig zu. Dir geht's heute nicht so gut?
          Jo; Der Koffer ist hinter dem Fernseher! Der Code lautet 27 3 19 63. Der Geburtstag meines...argh.
          Der Fremde; Ist schon gut Jo. Ich rufe in ein paar Minuten den Arzt. Vorher muss ich aber mal für große Kollegen. Deine Toilette darf ich doch sicher mal nutzen?
          Jo; Ja...argh.
          Der Fremde; Ich liebe ja bequeme Toiletten wie diese, die direkt gegenüber des Fernsehers stehen. Ich hoffe dich stört es nicht, wenn ich dir Tür offen lasse. Das ist verdammt praktisch. Naja. Zumindest wenn man mal allein ist. Ich mache das Zuhause auch so. Ich habe das Scheißhaus und den Fernseher in einer Diagonale. Sogar der Kühlschrank und die Kaffeemaschine stehen im Bad. Es ist einfach total gemütlich und meistens trinke ich meinen Morgenkaffee eben auf dem Klo. Da sitzt es sich einfach klasse und der Kühlschrank kann nachts im Bad summen und brummen. Keine Ahnung, wieso sich alle Einraumwohnungsbesitzer ihren Kühlschrank immer direkt neben das Bett stellen. Stört es dich, wenn ich den Fernseher anmache.

          Klick. Es läuft gerade ein toller Konzertmitschnitt der Strokes und der Fremde geht auf die Hütte. Jo windet sich in seinen eigenen Säften und wimmert leise dem Tod entgegen. Als der Fremde pfeifend und summend Dinge tut, die man eben auf dem Klo so tut, hört man das Klicken eines Feuerzeuges. Der Fremde zündet sich eine der letzten Red Apple Zigaretten an und summt. Als er heraus kommt, den Fernseher herunter drischt und die Kombination 27 3 19 63 eingibt, öffnet sich der Tresor und ein brauner, harter Koffer liegt darin. Der Fremde nimmt ihn raus, klappt ihn auf und ein glänzend goldener Schein wandelt über sein Gesicht. Der Fremde klappt den Koffer wieder zu und grinst zufrieden durch den Rauch seiner qualmenden Red Apple.

          Der Fremde; Wir sind zufrieden Jo. Sehr zufrieden.
          Jo; Krankenwagen. Bitte.
          Der Fremde; Ich gehe jetzt hier raus und rufe mit dem Telefon am Empfang einen Krankenwagen und hoffe, dass wir uns nie wieder sehen. Außer vielleicht zu einem erfreulichen Anlass.

          Der Fremde zieht den Revolver und drückt den Abzug. Schuss Nummer 5 klemmt. Jo schreit und schreckt hoch. Der Fremde verzieht keine Mine. Schuss Nummer 6 klemmt nicht und reißt Jo ein hübsches Loch ins Ohr. Die Reste seines Ohres hängen in Fetzen und ein sehr eleganter Strahl aus Blut und Knorpel ergießt sich auf die Amberblau farbige Wand. Ein beruhigendes Bild. Der Fremde ging den Gang entlang, wählte die Nummer des Notrufes und ließ das Telefon fiepen und aus klingeln.

          - - - Kapitel 2 - Filmkiste - - -

          Reservoir Dogs ist ein ganz und gar großartiges Debut, eines Genies. Gab ich dem Film letztens noch eine 7.5 aus dem Bauch heraus, muss ich nach der erneuten Sichtung der Blu-ray - die übrigens KEIN HD Highlight ist -, zurück rudern. Die 4(!) Audiokommentare laden aber wieder und wieder zur Sichtung ein. Die Wortgefechte, die erdigen Twists, die gute und wohl dosierte Action. Ich liebe diese Geschichte, die scheinbar irgendwo in der Mitte beginnt, durch alle Zeitebenen schwingt und am Ende mit einem zufriedenen Gesicht den Abspann einläutet. So gerne ich Pulp Fiction und vor allem John Travolta auch habe - ich hätte Michael Madsen gerne auch in Pulp Fiction gesehen. Schade, dass er keine Zeit dafür hatte. Reservoir Dogs ist eine jener seltenen Perlen, die sogar unter der restlichen Vita Tarantinos noch heraus stechen, für manchen zu sperrig sind und doch zündeln und wichteln die vielen und verzwickten Dialoge. Nicht so quirlig und verrückt wie Pulp oder die Kill Bill Filme, aber eben greifbar und mit unheimlich geiler Musik unterlegt.

          Letztens fuhr ich an einem fest stehenden Blitzer vorbei. Selbst jeder Fußgänger weiß, dass dieses Scheißding da steht, aber ich fuhr zu "Stuck in the middle with you" eben trotzdem 10km/h zu schnell. Toller Film, großartiger Soundtrack und der Ansporn für kleine und fiese Fanfiction...10

          - - - Kapitel 3 - Prolog, aus dem Tagebuch des Fremden - - -

          Als ich Green Pete's Sohn in dieser Bar "The E-Diner" Abend für Abend aushorchte, beschattete und den Wind nicht los wurde, dass er - zusammen mit einigen von Jo's hinterlistigen, aber dummbatzigen Leibwächtern - einen Überfall auf das "Büro" von Jo plant, wurde ich zu einem anderen Mann. Ich gewöhnte mir die Mimik, die Haltung und den Sprachstil von Green Pete's Sohn an. Sogar den billigen Haarschnitt ließ ich an meinem Kopf veranstalten. Ich horchte Abend für Abend, roch Lunte und sah immer mehr Lücken im Plan der Ausführenden. Ständig angetrunken und zugedröhnt, schwadronierten die Mannen um den verloren geglaubten Sohn des Green Pete. Ein Koffer, der alle reich machen würde. Am Tag vor dem Coup, lud ich Pete Jr. zu einem Drink ein. The E-Diner verließ er nach dem quasi Date, aber in seiner Bleibe kam er nicht mehr an. Meine Show und das angeeignete Wissen reichten, um Zugang zur "Bestie" zu bekommen. Es brauchte nur noch einen gesichtslosen Fremden, grüne Kontaktlinsen und den alten Revolver, den Green Pete's Sohn in der Bar herumwedelte und posaunte, damit er der GRÖßTE wäre. Die Steine mussten nur noch ins Rollen gebracht werden und einer nach dem anderen wurde ausgehebelt.

          Und das Blut mäandert durch die Korridore...Little Green Bag.

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          • 10

            Kratzt ein Filmfreund ein paar tausend Dollar zusammen und dreht damit ein kleines Meisterwerk – die schier unglaubliche Geschichte von Reservoir Dogs. Schande über mich: Ich bin erst 24 Jahre nach dem Erscheinen dieser Perle dazu gekommen, sie mir mal anzusehen. Das Positive an dieser traurigen Geschichte ist, dass ich den Film vor wenigen Jahren vielleicht noch nicht gleich hätte schätzen können wie jetzt.

            Zum Film selbst muss nach einem Vierteljahrhundert eifrigen Kommentierens im Neuland wohl nicht mehr viel geschrieben werden, aber ich wüsste zu gerne, wie der Film damals bei Filmfreunden eingeschlagen hat. Er muss etwas völlig Neues gewesen sein, vorgeblich ein «gewöhnlicher» Heist-Streifen, aber extrem dialoglastig, mit sich um anscheinende Belanglosigkeiten drehenden Dialogen, einer anachronistischen Erzählweise und einem (wohl budgetbedingt minimalen) Soundtrack, der sogar Nicht-Musik-Geniesser vom Sessel fegen dürfte. Ach, Quentin, was du da der grossen Masse vor den Latz geknallt hast, ist einfach nur allererste Sahne!

            So genial ich die Eröffnungsszene von Jackie Brown fand, die Eröffnungsszene von Reservoir Dogs hält locker mit! Mr. Browns Interpretation von Madonnas Song «Like a Virgin», gepaart mir parallel laufenden Dialogen, die Interaktion zwischen den verschiedenen Mr. Farben, die minutenlange Diskussion über sowas anscheinend Belangloses wie ein «automatisches Trinkgeld» löst fast schon eine Art Reizüberflutung aus. Dann laufen die Gangster – cool as fuck – in den Sonnenaufgang, relaxt, selbstsicher, Profis durch und durch … Nur um einen Schnitt später blutüberströmt, winselnd und schreiend auf dem Rücksitz eines Wagens zu liegen. Bääämmmm! Mittendrin statt nur dabei. Die Erwartungshaltung des Zuschauers, der sich auf einen grossartig inszenierten Raubüberfall eingestellt hat, wird nicht enttäuscht, nein, sie wird mit Füssen getreten. Gleichzeitig stellen sich Fragen wie: Was ist passiert, wie ist es dazu gekommen, wo sind die anderen?

            Zuerst erfährt man anhand weitschweifiger Dialoge ein wenig über den offenbar gründlich schief gegangenen Überfall. Offenbar ist Mr. Blonde (von Joe «the Thing» Cabot in einer Rückblende herzlich mit: «Vic Vega» begrüsst, seufz) völlig durchgedreht, hat alle erschossen, kaltblütig hingerichtet. Nach einer kammerspielartigen hitzigen Diskussion zwischen Mr. White und Mr. Pink (Mensch, ich liebe den Kerl einfach! Steve «ich habe die Zähne schön» Buscemi ist einfach nur abartig cool), in der das alles auf den Tisch kommt, geht die Türe auf – und herein spaziert Mr. Blonde, cooler als der King of Cool himself, völlig relaxt, gutgelaunt, eine Coke schlürfend. Erwartet hätte man einen ausgewachsenen Mad Man, der wild um sich ballert.

            So geht es weiter und weiter, die Interaktionen werden mit zunehmender Anzahl von (wieder) auftretenden Charakteren verworrener und komplizierter, die an sich wichtigste Frage: Gibt es einen Verräter? wird schnell nebenbei beantwortet, weil wichtiger sind die Vertiefung der Charaktere und ihres Zusammenwirkens sowie die parallel laufenden Handlungsstränge. So sehr man dem Film das tiefe Budget anmerkt, kann nicht bestritten werden, dass dem Zuschauer hier was Erstklassiges, Herausragendes aufgetischt wird. Die Schauspieler geben alles, die Geschichte ist clever umgesetzt, die Effekte und die Musik werden gekonnt eingesetzt, die Dialoge spielen eh in einer ganz anderen Liga und am Ende wird alles äusserst nett zusammen- und einem shakespearesken Finale entgegengeführt. Schnitt, fertig, verdau das erstmal, Zuschauer! Mit einem Paukenschlag und einem weiteren grossartigen Song endet das Erstlingswerk von Tarantino, ein Instant-Kult-Klassiker und die Begründung eines ausgewachsenen Film-Mythos.

            Von nebenan fragt die Ehefrau, die mal kurz vorbeigeschaut und einigen Charakteren beim Verbluten zugeschaut hat, ob die blutenden Kerle nun tot seien. Durch und durch entspannt, mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht kann ich, während ich den Schlusssong geniesse, antworten: …

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              Wasabitapir 08.04.2016, 17:43 Geändert 12.04.2016, 18:15

              Die 8 ist neben der 0 wahrscheinlich die vollkommenste (unmöglicher Superlativ, ich weiß…) Zahl. Anlässlich seines neuen Films, erkennt man, dass das Werk von Quentin Tarantino, eine runde Sache ergibt. Es ist eine klare Stimme, die hier von Anfang an spricht: Geht es in allen acht Filmen doch vor allem wohl um die Möglichkeiten des Materials Film. Hier ist der Regisseur als Cineast gefragt, und er scheint sie alle zu kennen, ohne sie je zu erschöpfen. Das Ergebnis: Das, was wir mittels dieses Mediums bisher als unmöglich erachtet haben, strahlt plötzlich in ganz neuem Licht. Deshalb ja auch die offensichtlichen Parallelen zwischen „Reservoir Dogs“ – Tarantinos Erstem („My best friend’s Birthday“ mal außen vor) – und „The Hateful Eight“ – Tarantinos bisher Letztem. Alles wiederholt sich, nur mit anderen Gesichtern. In beiden Streifen geben sich acht dubiose Figuren die Ehre, spielen mit Rollenklischees, trennen schönen Schein von ubiquitärer Hässlichkeit – wir sind wieder da, wo die Reise losgegangen ist, alles ist altbekannt, und doch spannend wie eh. Ja, „Reservoir Dogs“ hat sich sicherlich von „City on Fire“ inspirieren lassen, aber dadurch erhält Friedrich Nietzsches Idee der ewigen Wiederkunft immerhin eine ganz neue Dimension. Es macht einfach Spaß, dabei zuzusehen, wie dieser Ouroboros-Gedanke unverbesserlich und doch behände (möglicher Superlativ, obwohl keine Komparation vonnöten) in das Phänomen Film transportiert wird. Die Frage wirkt in diesem Debüt sicher noch nicht so rund, wie in „Pulp Fiction“ oder „Inglorious Basterds“, dennoch wird sie bereits hier gestellt: Was kann sein, was ist Humbug? Sich damit angemessen zu beschäftigen, ist wahrscheinlich die Kunst.

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              • 8

                Kult und für mich absolut sehenswert. Tarantino ..the beginning :-)

                • 10
                  Amarawish 03.04.2016, 11:52 Geändert 19.04.2016, 08:03

                  Hier sind wir wieder mit K-Billy’s Super Hitparade der 70er Jahre. Bevor wir den nächsten Song anspielen, kurz zu unserem monatlichen Gewinnspiel: Wir verlosen noch bis Montag Flugtickets für zwei Personen nach Mauritius. Hotel nicht inbegriffen. Die Gewinnfrage wird gleich nach dem Song gestellt. Also bleibt dran und genießt mit mir „Lucky Man“ von Emerson, Lake & Palmer. Mitsingen ist erlaubt, ich tu’s auch.

                  ....

                  Da ging der Überfall den Bach runter, welch ein Genuss für einen meist stillen Beobachter wie mich. Wenn ich mich im Sinne der Namensverteilung vorstellen darf: Mein Name ist Mr. Green. Ich werde dafür sorgen, dass der Überfall noch etwas...prekärer endet.

                  ….

                  Da ist er einfach durchgedreht der Blondie. Das war vielleicht göttliches Scheitern im großen Stil. Wie ich von einem Kumpel, der vor kurzem auch erst aus dem Knast entlassen wurde vernommen habe, dürfte ihm die Zeit da drin nicht gerade wohl bekommen sein. Da ist ne Sicherung durchgebrannt. Hat anscheinend den Psychopathen in ihm erweckt, aber vermutlich war er das schon immer. Konnte es einfach bisher gut verbergen, wie auch immer er das angestellt hat. Aber der hatte sowieso ne Schraube locker. Ich verrat euch ein Geheimnis: Ich habe dafür gesorgt, dass er mit K-Billys Sohn, "Silly Willy" zusammen gelegt wird, der bricht jeden Mann. Ja, genau der Sohnemann vom Radiotyp! Warum meint ihr läuft gerade „Lucky Man“? Ja, Quellen bedeuten alles.

                  Sie alle nennen sich Profis und doch haben sie alle bitter versagt. Dafür war nur ein Querulant notwendig und schon ist Chaos vorprogrammiert. Peng, Peng, Peng. Das Cop-Bürschen hat sich etwas überschätzt, White hat sich erweichen lassen, Cabot war unvorsichtig und das Söhnchen macht sowieso was Daddy sagt. Also bleiben noch die Toten, Blue und Brown und natürlich Pinky Boy. Der Typ hat’s richtig gemacht. Auch wenn ich an seiner Stelle schon viel früher Reiß aus genommen hätte, war er am nächsten am Profi dran. Jammerschade, dass keiner von denen mich bemerkt hatte. Tja, ich verstehe was von meiner Arbeit. Es macht mir nichts aus Stunden der Beschattung tot zu schlagen, wenn ich mir sicher sein kann, alle Schwächen der Beteiligten zu kennen und wie ich bei einem Desaster zu reagieren habe. Hmm, hätte Pink Boy auch einen Deal anbieten können. Aber, naja hat auch so geklappt. Als ich die Schüsse aus der Halle vernommen habe, war mir klar, dass ich nicht mehr viel zu tun hatte. Ich musste nur warten. Warten, bis Pink rauskommt, um mit den Diamanten zu verschwinden. Das war mein Stichwort. Ein Schuss, ein Treffer. Ein blutender Pinky Boy auf dem Boden. Tot. Nein, auch du hattest keine Chance Pinky Boy. Die nehme ich mir die zukünftigen Glitzersteinchen. Schöne Grüße von einem schießwütigen Niger, du Schwuchtel.

                  ....

                  Ein wohl bekanntes, triumphales Lachen, das uns immer wieder zum Grinsen animiert ertönt, als die letzten Sekunden von „Lucky Man“ ausklingen.

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                  • 10
                    Showgod 20.03.2016, 17:30 Geändert 20.03.2016, 18:41

                    Ich will jetzt nicht behaupten, das dies der coolste Film aller Zeiten ist (doch eigentlich schon, neinnnnnnnnnnn lass es). Denn es gibt ja noch Pulp Fiction und True Romance...

                    Auf jeden Fall ist Tarantino's eigener Debüt-Film ganz großes Dialogkino und die ''Mutter'' einer ganzen Generation von Drehbuchautoren, die versuchen so cool zu schreiben wie Quentin.

                    Bereits in der ersten Szene sind die Dialoge so dermaßen cool, dass man sich den aufgestellten Theorien, nicht entziehen kann. Man denkt darüber nach, bis man bemerkt, das man sich mit beinahe jeder Rolle identifizieren kann oder wenn das nicht gelingt zumindest zugeben muss, die aufgestellten Theorien sind nachvollziehbar bis überzeugend. Fast so als würde man seinen Eltern beim Streit zuschauen und kann beide verstehen. Bis auf die Psychopathen -selbst die lässt Tarantino teilweise ganz normal & sympathisch wirken- versteht man jeden Blickwinkel der Protagonisten. Das ganze so ausgedrückt, das ich persönlich immer nur denke, ''fuck...ist das geil:-D''

                    Also geil geil geil...Tarantino Style!!!!!!!!!!!!!!

                    Allen Akteuren (Madsen/Buscemi/Keitel/Roth/Penn und der dicke mit der Glatze aus Fantastic Four...:) merkt man ihre Spielfreude an. Vermutlich haben sie alle das große Potenzial und die absolute Cleverness beim lesen von Tarantino's Script gesehen.

                    Ein weiterer Aspekt, warum Tarantino zu den besten Regisseuren/Autoren unserer Zeit gehört, ist das Gespür für die richtige Auswahl der Musik. Der Radiosender mit Liedern aus den (Achtung ich sags nochma) ''coolen'' Musik der 70er Jahre, wird perfekt ins Geschehen integriert.

                    Neben cool probiere ich mal ein anderes Wort in dem Zusammenhang mit Reservoir Dogs, welches den Film zusammenfassend ganz gut beschreibt. Ebenso wie cool vier Buchstaben...

                    ... ratet mal...

                    K__T!

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                      Big_Kahuna 11.03.2016, 09:54 Geändert 11.03.2016, 09:55

                      Trivia:

                      Madonna - who is the main topic of the opening conversation - really liked the film but refuted Quentin Tarantino's interpretation of her song 'Like a Virgin'. She gave him a copy of her 'Erotica' album, signed "To Quentin. It's not about dick, it's about love. Madonna."

                      Neben dem Fakt, dass Harvey Keitel Tarantino persönlich bei seinem Regiedebut finanziell unterstützt hat, indem er, nachdem er das Skript gelesen hatte, unbedingt als Produzent einsteigen wollte, und damit aus einer 30000$-Produktion einen 1,2Millionen Dollar-Heist-Reißer mit guten Schauspielern (unter anderem auch er selbst) machte und nebenbei einem der besten Regiedebüts aller Zeiten auf die Beine half, hat er ähnlich wie Mr. Wolf Cleverness bewiesen und ist mit Schuld, dass es solche Madonna-Anekdoten zu Filmen gibt, die einem das Schmunzeln ins Gesicht treiben.

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                      • 10

                        Tarantinos bester Film.

                        • 8

                          Schönes Debüt! Spannend, brutal, dialogreich... Tarantino eben ;)

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                            Meiner Meinung nach total langweilig. Ich kann mich mit diesem Film einfach nicht anfreunden.

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                            • 7

                              Eigentlich liebe ich Tarantino - aber mit seinem Regie-Debut kann ich leider herzlich wenig anfangen. Natürlich blitzt hier und da schon das Können dieses großartigen Regisseurs heraus - besonders die geschliffenen Dialoge zu Beginn des Films, die für mich immer noch zu den Besten der 90er Jahre gehören (und man endlich erfährt, warum Madonna in ihrem Lied "Like a Virgin" singt...) oder die geniale Folter-Tanz-Szene mit Michael Madsen.
                              Doch mit der rudimentären Handlung, den oberflächlichen Charakterzeichnungen und vor allem der viel zu frühen Vorwegnahme des Plot Twists tut sich Tarantino keinen Gefallen. Klar, das ist alles gut gespielt, aber das viel beschworene Meister-Debut kann ich hier auch nach der zweiten Sichtung nicht erkennen. Das ist auch nicht weiter schlimm, unterm Strich gesehen ist sein Erstling immer noch beachtlich.
                              Sicherlich hat Tarantino aus seine Fehlern gelernt - siehe "Pulp Fiction": hier sind die Dialoge noch geschliffener, v.a. aber gehen die Charaktere mehr zu Herzen und die Story ist auch tatsächlich eine Story.

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                                Brujan8 01.02.2016, 17:58 Geändert 02.02.2016, 16:16

                                Wahnsinns Film von Tarantino. Geile Geschichte über einen geplanten Überfall und die Folgen für alle Beteiligten.
                                Überragende Schauspieler und Dialoge.

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                                  Schon bei seinem ersten Film zeigt Tarantino, dass er als Regisseur/Autor eine geniale Mischung abgibt.
                                  Die Story von "Reservoir Dogs" ist ebenso minimalistisch wie mitreißend und spannend. Dazu die durchweg herausragenden Darsteller, die aus ihren Figuren und deren Dialogen das Maximum herausholen.

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                                    [...] Ein derart gelungenes Regiedebüt findet man in der Filmgeschichte nur selten, zwar ist es durchaus üblich, dass sich spätere Markenzeichen schon im Erstling eines Regisseurs herauskristallisieren, im Fall von „Reservoir Dogs“ lassen sich diese jedoch nicht nur erahnen, sondern kommen bereits in perfektionierter Form zum Einsatz. Nicht chronologisches Erzählen, Ausschweifende Gewalt und coole Dialoge sind nur einige Stichwörter, die in diesem Zusammenhang regelmäßig fallen und dabei wird Tarantino auch immer wieder Unrecht getan, indem er auf diese Überbegriffe reduziert wird. Hinter seinen Figuren und Dialogen steckt deutlich mehr als nur oberflächliche Coolness, sie folgen einem klaren Konzept und auch wenn sie sich augenscheinlich um völlig losgelöste Themen drehen, schwingt darin immer ein Stück weit inhaltliche Relevanz mit. [...] Es gehört einiges dazu die Interaktion und das Aufeinandertreffen der Figuren so willkürlich wirken zu lassen und dem Zuschauer dadurch vorzugaukeln all diese scheinbar vom Zufall ausgelösten Momente lassen sich auf nichts weiter als eine (un)glückliche Fügung des Schicksals zurückführen. Hinter all diesen Momenten steckt Kalkül, was von Tarantino jedoch so sorgfältig verborgen wird, dass es beim Betrachten des Films niemals als solche wirkt. Denn genau hier liegt die große Kunst, die Expertise, die so viele Tarantino Rip-Offs durch ihre Nichtexistenz gnadenlos vorführt. Der entscheidende Kniff, der ein dermaßen durchkonstruiertes Skript so herrlich willkürlich und zufällig erscheinen lässt. [...]

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                                      Wow. Einfach genial! Dieser Film trifft mein Genre in etwa haargenau und weist mal wieder auf, dass Tarantino der beste Regisseur aller Zeiten ist.

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                                        Spoony 11.01.2016, 19:24 Geändert 25.01.2016, 01:05

                                        Quentin Tarantino's Regiedebüt schafft es das geringe Budget mit cleveren Dialogen, einem sehr speziellen Soundtrack, guten Schauspieleistungen und einer Menge Gewalt zu umgehen.
                                        Ich habe den Film wohl etwas zu spät geguckt um den ganzen Kult darum zu verstehen, da ich schon die glänzenderen und verbesserten späteren Werke vorher gesehen hatte. Auch stören mich ein paar Kleinigkeiten wie der Filmfehler in der letzten Schießerei. Und egal wie toll er auch als Regisseur zu sein ist, Tarantinos eigene Schauspielerei ist vor allem hier einfach miserabel.
                                        Reservoir Dogs ist zwar nicht mein Lieblings-Tarantinofilm, doch trotzdem hat der Film immer noch sehr viel Stil mit dieser nicht linearen Geschichte und zeigte was später seine Filme auszeichnete.

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                                          RealMagnum 26.12.2015, 23:58 Geändert 27.12.2015, 00:09

                                          Hier war schon erkennbar, was Tarantino später groß gemacht hat. Die Trivialisierung des Gangster Charakters. Da wird nicht nur ständig ernst geschaut und gehandelt ala der Pate oder Goodfellas, nein es werden Späße gemacht, Zoten gerissen und beim Foltern getanzt. Die Dialoge nehmen viel Raum ein und sind immer wieder für einen Lacher gut.

                                          Der Storyverlauf ist bereits bei Tarantino's Erstlingswerk nicht linear, es gibt immer wieder Rückblicke, die erklären, wie die Gangster zum Job kamen.

                                          Der Großteil der Handlung spielt in einer Lagerhalle, in der sich die Gangster nach einem misslungenen Überfall treffen wollen. man vermutet einen Verräter in den eigenen Reihen und möchte diesem auf die Spur kommen. Es sind bereits alle Zutaten enthalten, die Pulp Fiction später groß gemacht haben, sie werden allerdings noch nicht so ausgereift eingesetzt.

                                          Die Szenen des Überfalls und der persönlichen Rückblicke wirken wie eingeflicktes Stückwerk, sie fügen sich noch nicht so organisch in den verlauf des Filmes ein, wie ddas später mit den Episoden in Pulp Fiction der Fall sein wird. Einige Kamerashots wirken suboptimal und atypisch im Film (low angle shot bei White's und Orange's Flucht), da fehlt es etwas an Konsistenz an der Kamera).

                                          Insgesamt viele vielversprechende Ansätze mit einigen Schwächen, insgesamt aber empfehlenswert.

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                                            Socratez 21.12.2015, 18:33 Geändert 21.12.2015, 19:27

                                            Mit "Reservoir Dogs" brachte der Kult-Regisseur Quentin Tarantino 1992 sein Regie-Debüt heraus. Damals noch unbekannt, heute einer der bedeutensten und einflussreichsten Regisseure Hollywoods. Doch ist sein Erstlingswerk wirklich so gut, wie viele behaupten, oder wird es nur nachträglich gefeiert, weil es von Quentin Tarantino ist und man das als Zuschauer ganz genau weiß?
                                            Dieser Frage stelle ich mich nun. Doch warum sollte ich eine Antwort auf diese Frage haben? Nun ja, mit "Reservoir Dogs" sah ich meinen ersten »Tarantino-Streifen«, sodass ich natürlich überhaupt nicht vorbelastet in den Film hineingegangen bin. Ich kannte weder "Pulp Fiction" noch "Inglourious Basterds" oder sonstige Filme von Quentin Tarantino.
                                            Um aber noch einmal auf die Frage zurückzukommen: Ja, der Film ist gut!
                                            Bei dieser (doch recht platten) Antwort möchte ich es jedoch nicht belassen. In den folgenden Ausschweifungen werde ich den Film einmal etwas genauer unter die Lupe nehmen, und erklären, was mir so gut an ihm gefällt.

                                            In "Reservoir Dogs" folgen wir einer Gruppe von Gangstern, die sich nach einem Überfall auf einen Juwelier, der allerdings nicht ganz geglückt ist, auf die Suche nach einem Verräter in den eigenen Reihen macht.

                                            "Reservoir Dogs" ist im Grunde ein Heist-Movie, allerdings kein gewöhnlicher. Wenn man ihn mit anderen »Genre-Genossen« vergleicht, wie beispielsweise mit "Heat", dann fällt auf, dass man vom eigentlichen Raubüberfall (der ja namensgebend für den Heist-Movie ist) wenig mitbekommt. Es gibt sowieso recht wenige Action-Szenen im Film, doch die, welche es gibt haben es dafür in sich!
                                            Der Film ist sehr episodisch erzählt, allerdings nicht in chronologischer Abfolge, denn es gibt immer wieder Zeitsprünge und Rückblenden, die "Reservoir Dogs" sehr dynamisch und lebendig erscheinen lassen.
                                            Hauptsächlich lebt der Film aber von seinen Dialogen, die allesamt toll geschrieben und fesselnd inszeniert sind. Das ist ja auch eines von Tarantinos filmischen Merkmalen, das sich durch fast alle seine Filme zieht. Wenn man ihm diese vielen Dialoge negativ anhängen möchte, könnte man auch sagen: "Es wird gelabert, gelabert und nochmals gelabert."
                                            In der Tat handelt es sich auch nicht immer um bedeutende Gespräche, was es aber auch interessant und vor allen Dingen natürlich macht. Im echten Leben unterhalten wir Menschen uns auch nicht nur um die weltbewegenden und wichtigen Dinge, nein wir reden auch mal 10 Minuten über ein Lied, einen Film oder einen Burger.
                                            Aber auch die schauspielerischen Leistungen möchte ich noch einmal loben, da wirklich alle einen super Job machen und ihren jeweiligen Charakter sehr überzeugend und konsequent spielen.

                                            Alles in allem war ich einfach nur geplättet von "Reservoir Dogs", der mich mit seinen fesselnden Dialogen, seinen interessanten Charakteren und seiner dezent platzierten, dennoch wuchtigen Action begeistert hat. Als kleinen Kritikpunkt habe ich nur, dass es hier und da minimale Längen gab, aber das ist wirklich meckern auf sehr hohem Niveau.
                                            Um zuletzt noch einmal auf meine Frage vom Anfang zurückzukommen: "Reservoir Dogs" ist in der Tat ein sehr gelungener Film und das nicht nur, weil Quentin Tarantino später sehr erfolgreich wurde. Klar wuchs die Aufmerksamkeit für den Film mit der Popularität des Regisseurs, doch seine Qualität lässt sich einfach nicht leugnen.

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                                              Kultregisseur Quentin Tarantino legt mit "Reservoir Dogs" ein tolles Debüt hin. Aberwitzige Dialoge, kompromisslose Härte und eine interessante Inszenierung machen dieses Werk absolut sehenswert. Des Weiteren wie für Tarantino üblich ein cooler Soundtrack und ein super Cast.
                                              Abzüge gibt es für eine etwas zu lang geratene Laufzeit und die daraus resultierenden gelegentlichen Längen. Das jedoch nur Jammern auf hohem Niveau, sehr empfehlenswert.

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                                                Dieser kleine aber feiner Film von Quentin Tarantino glänzt mit genialen Dialogen, genialen Hauptdarstellern und einem interessanten Aufbau der Handlung.

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                                                  Ich weiß noch genau, wie ich in dieser ranzigen Videothek stand mit der VHS-Hülle in der Hand. Keitel, Roth,Buscemi und die anderen Kapauken alle in schnieken Anzügen. Gleich 3 meiner damaligen Lieblingsschauspieler in einem Film. Ein Gangsterfilm? Die sehen aber gar nicht wie Gangster aus! In diesem Laden hatte ich nur Gurken gezogen, scheiß drauf, ich brauche neues Futter. Mit Fieber ohne Film würde das einer der langweiligsten Tage des Jahres werden, mein Amiga 500 war erst eine Woche vorher abgeraucht. Mit Popoulus, North and South und International Karate+ die Kranktage zu überstehen war also nicht drin.
                                                  Also flugs zurück in die Zivi-WG, noch schnell den Brocken Schleim abgehustet, jetzt kann langsam die Langnese-Werbung kommen...
                                                  Die Madonna-Diskussion. Sind das coole Gangster, oder spinn` ich? Diskutieren die Typen ernsthaft über Papa don`t preach? Dann der Streit um das Trinkgeld, bei dem Buscemi, der Jammerlappen, natürlich den Schwanz einzieht. Und jetzt fing der Film erst eigentlich an. Der coole 70er Jahre Song. Der Film hatte mich schon eingewickelt, mir war nur immer noch nicht klar was ich vor mir hatte. Spätestens nachdem (wieder Buscemi) sich über seinen Codenamen Mr Pink beschwert, war ich hin und weg. Wie Tim Roth sich mit "körniger Granulatscheiße aus dem Seifenspender" auf seine Maulwurfaktion vorbereitet. Der zeitlich verschachtelte Überfall, die witzige und krasse Folternummer mit Tanzeinlage, der Song dazu, der üble Abgang von Roth und sein quälendes Gejammer, und Harvey Keitel im Gewissenskonflikt.
                                                  Nach dem Abspann hatte ich das Gefühl etwas Außergewöhnlichem beigewohnt zu haben. Ich konnte das allerdings nicht einordnen, so einen Gangsterfilm hatte ich mir immer gewünscht, aber es fühlte sich so fremd und ungewohnt an. Abends habe ich dann meine Zivikumpels einbestellt und den Film noch mal angeworfen, ohne was zu sagen. Jede Szene, jeden Dialog habe ich verschlungen und die Jungs waren puterrot im Gesicht vor Lachen. Reservoir Dogs !!!!!!
                                                  Eine Woche später habe ich dann rausgekriegt wer Eddie Bunker war (hat das tolle Drehbuch zu Animal Factory geschrieben), und was es mit diesem Tarantino-Typen auf sich hat. War ohne Internet gar nicht so einfach. Der war ja nun ein völlig unbeschriebenes Blatt. Die Interpreten von den Songs kannte niemand, schon wieder Recherche. Zum Glück hat mir der Typ aus dem winzigen Plattenladen in der Schanze weitergeholfen, Reservoir Dogs? die Band kannte sonst keiner ;-)
                                                  2 Jahre später sind wir mit 10 Mann zu Pulp Fiction gegangen, Reservoir Dogs hatte ich jedem aufgedrängt und alle standen auf den Film. Breit grinsend warteten wir auf den Vorspann, der größte Teil der Kinobesucher hatte keine Ahnung was da auf sie zukommt....

                                                  Reservoir Dogs gefiel mir schon immer einen Zacken besser als Pulp Fiction. Die Pointensicheren Dialoge, viel weniger abgedrehte Situationen, eine Spur ehrlicher und glaubwürdiger für einen Gangsterfilm. Wie auch immer, den Tag an dem ich Reservoir Dogs zum ersten mal gesehen habe, den werde ich wohl nie vergessen :-)

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                                                    cycloo77 04.10.2015, 02:51 Geändert 04.10.2015, 11:30

                                                    Die Geburtsstunde eines Regie Genies.

                                                    QUENTIN TARANTINO - Ein Gütesiegel!

                                                    Unfassbar gut besetzter, Kompromissloser
                                                    Action Thriller Drama.

                                                    Michael Madsen's brutalo Dancing/Gesangseinlage "ich Schneid dir ein Ohr ab", ist für mich Legendär.

                                                    Auch der Mexican Standard Showdown am Ende ist unvergessen.

                                                    Der absolute Kultfilm!

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