RocknRolla

RocknRolla (2008), GB/US
Laufzeit 114 Minuten, FSK 16, Thriller, Kriminalfilm, Kinostart 19.03.2009

6.1 Kritiker
34 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.3 Community
6379 Bewertungen
124 Kommentare
RocknRolla - Bild 1634632
  • DVD
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Guy Ritchie, mit Gerard Butler und Gemma Arterton

Die Action-Komödie “RocknRolla” ist eine haarsträubende Achterbahnfahrt durch die Londoner Unterwelt mit ihren zwielichtigen Überfliegern: Immobilien haben Drogen als lukrativste Handelsware abgelöst, und die umtriebigsten Unternehmer der Branche sind Banditen. Wer auf diesem heißen Pflaster kaltblütig mitmischen will – egal ob ein kleiner Gauner wie One Two (Gerard Butler) oder ein undurchsichtiger russischer Milliardär wie Uri Obomavich (Karel Roden): An einem Mann kommen sie alle nicht vorbei – Lenny Cole (Tom Wilkinson). Lenny ist ein Gangster alter Schule und weiß, wen man schmieren muss: Er hat alle großen Tiere fest im Griff – Bürokraten, Broker und Bandenchefs. Wenn er zum Hörer greift, lösen sich Behördenprobleme in Luft auf. Doch Lennys rechte Hand Archy (Mark Strong) erinnert ihn immer wieder daran, dass London zur Drehscheibe sich wandelnder Zeiten wird: Mächtige Mafiosi aus dem Osten, hungrige Straßenganoven und alle, die sich auf den Ebenen dazwischen tummeln, wollen die Business-Regeln der Unterwelt zu ihren Gunsten ändern. Wer im richtigen Moment zupackt, kann Millionen abstauben. Wer ein Stück vom Kuchen haben will, muss intrigieren, übers Ohr hauen und die Samthandschuhe zu Hause lassen. Während sich die tollen Hechte und kleinen Fische gegenseitig die Brocken wegschnappen, plant Lenny seinen letzten, ganz großen Coup. Und dabei spielt ausgerechnet Rockstar-Junkie Johnny Quid (Toby Kebbell), Lennys angeblich toter Stiefsohn, das Zünglein an der Waage.

  • 37795279001_695801290001_vs-695781371001
  • 37795279001_695763437001_ari-origin07-arc-185-1291310738704
  • RocknRolla - Bild 999999
  • RocknRolla - Bild 1000012
  • RocknRolla - Bild 1042407

Mehr Bilder und Videos zu RocknRolla


Cast & Crew


Kritiken (14) — Film: RocknRolla

ChristiansFoyer: http://christiansfoyer.de/

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

[...]Wie von Ritchie gewohnt blättert er auch in „RocknRolla“ durch sämtliche gesellschaftliche Schichten des Verbrechens, vom großen Boss zum Kleinkriminellen, vom Handlanger zum Einflussnehmer, vom korrupten Politiker zum Fluchtwagenfahrer.[...] „RocknRolla“ kommt nicht so dreckig direkt aus den Londoner Hinterhöfen und Gassen auf die Leinwand/den Bildschirm gerotzt, wie Ritchies genialer Erstling „Bube, Dame, König, GrAs“ (1998) und „RocknRolla“ ist nicht so überzeichnet und nah am Grotesken wie der noch einen Tick bessere „Snatch“ (2000). Trotzdem liefert der Brite auch hier wieder eine verzwickte, kurzweilige Story, die zwar auch aufgrund ihres ernsteren Tons kein besonders hohes Grundtempo anschlägt, mit Rocksoundtrack und von einigen Montagen und wendungsreichen Ideen angetrieben aber auch nie völlig stehen bleibt, Ritchie findet stets eine neue Ecke zum Abbiegen und bleibt nicht im Kreisverkehr hängen. [...]

Kritik im Original 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Hausmeister: Nerdtalk.de

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

[...] Leider kann „Rock’n’Rolla“ nicht auf ganzer Länge überzeugen. Trotz all der mannigfaltigen Handlungen ist die erste Stunde des Films doch viel zu dröge geraten. Später dann, wenn aus dem aufgebauten Setting die meist unabsehbaren Konsequenzen erwachsen, gewinnt der Film an Dynamik. Immerhin bleibt Ritchie seiner alten Handschrift treu: er nimmt auch den miesesten Killer und Menschenfeind nur bis zu einem bestimmten Punkt ernst, um ihn dann zum Clown zu machen. So wird einer der ganz bösen Jungs im Lauf des Films in eine „heiße“ Verfolgungsjagd auf 30-km/h-Mopeds verwickelt - gekleidet in ein Tigerkostüm mit Puschelöhrchen. Diese Art, einen knallharten Thriller mit Komödienelementen anzureichern, ist ein echtes Herausstellungsmerkmal. Nur leider reicht es nicht aus, um aus diesem Gaunerstück eine wirklich sehenswerte Gangster-Komödie zu machen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Corsovilla: SchönerDenken

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Guy is one the road again: Regisseur Guy Ritchie macht endlich wieder das, was er offensichtlich kann: intelligente, schräge, britische Gaunerkomödien. Diese hier ist etwas ruhiger ausgefallen als die beiden Filme, mit denen er berühmt wurde, aber hey - Hauptsache, er ist wieder zurück. Wirklich schöne Bilder, wirklich schöne Details, manchmal etwas unterkühlt, aber unter dem Strich ein sehenswerter Kinospaß. Und macht Hoffnung für den nächsten Guy Ritchie-Film. (Mehr im Podcast)

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Sascha Westphal: epd-Film, Die Welt Sascha Westphal: epd-Film, Die Welt

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Letztlich sind diese Geschichte und all ihre Nebenstränge aber nur der Hintergrund, vor dem Ritchie seine extrem schnellen, virtuos geschnittenen Vignetten aus dem Leben der Stadt ausbreitet. RocknRolla - das sind in seiner Welt nicht nur die Musiker und Gangster, die auf der Überholspur leben und lieber verglühen als auch nur einen einzigen Kompromiss einzugehen. Jeder, der die ihm gesetzten Grenzen nicht akzeptiert, der immer in Bewegung bleibt und auch mal über seinen eigenen Schatten springen kann, wenn es um seine Freunde und seine Ideale geht, gehört dieser anarchistischen Bruderschaft an.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

TheCorey: MovieMaze

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Mit seinen beiden Erstlingswerken Lock, Stock & Two Smoking Barrels sowie Snatch gelang es Ritchie innerhalb von zwei Jahren zu einem der angesagtesten Regisseure Großbritanniens zu werden. Sein drittes Filmprojekt, Swept Away, war zum Scheitern verurteilt und stellte einen herben Einbruch dar. Mit dem vielschichtigen Revolver meldete er sich aus dem Loch zurück, in welches er sich verkriechen musste, durfte allerdings noch nicht zurück ins Rampenlicht. Stattdessen fokussiert sich der Engländer mit RocknRolla auf das, was er am besten kann: einen humoristischen Blick in die Unterwelt der Metropole London zu werfen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Wie vor allem die sympathische Gaunertruppe um One Two sich da durchwurschtelt, wie Tom Wilkinson grandios den Niedergang eines Paten gibt, entschädigt dafür, dass der hervorragend besetzte „Rock’n’Rolla“ lang braucht, bis das Tänzchen los geht. Bemerkenswert ist neben dem durchgehend coolen Styling, dass ausgerechnet die kaputteste Figur am meisten Eindruck macht. Ein Junkie-Poet, der an seiner traumatischen Kindheit fast zugrunde geht. Fast wünscht man sich, der Film hätte sich ernsthafter nur auf ihn konzentriert.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

J. Berardinelli: ReelViews J. Berardinelli: ReelViews

Kommentar löschen
5.0Geht so

RocknRolla fühlt sich oft mehr wie eine Parodie eines Guy-Ritchie-Films an als ein echter Film.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

RocknRolla ist nicht so vollgestopft mit visueller Pyrotechnik wie Ritchies „Bube, Dame, König“ (1998), aber das ist okay, denn würde noch mehr passieren, könnte der Film eine Bewegungskrankheit verursachen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

RocknRolla ist ein gut gespielter [...] Action-Streifen, eine Rückkehr zu Ritchies Markenzeichen, dem „Mockney“-Stil, welcher amüsante und verdrehte Wendungen nimmt.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Chris Tookey: Daily Mail Chris Tookey: Daily Mail

Kommentar löschen
0.0Hassfilm

RocknRolla ist ein bemitleidenswerter Versuch, an die Erfolge seiner ersten beiden Filme "Bube, Dame, König" und "Snatch" anzuknüpfen.
Aber Ritchie kehrt nicht nur einmal zu oft an seine alten Lieblingsplätze zurück; auch viele der Charaktere sind bis auf die Namen identisch zu seinen früheren Kreationen. Der Film hat eine unvermeidlich veraltete Atmosphäre, beginnend mit dem Voice-Over am Anfang des Films, das uns versichert, Eigentumspreise in London würden immer weiter steigen. Sicher tun sie das, Guy. Und Tony Blair ist immer noch Premierminister.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kaltduscher: MoviezKult.de

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Guy Ritchie ist wieder da. Befreit von der sich anbahnenden Scheidung von Madonna und mit einem weiteren gefloppten Film im Rücken wagte sich der britische Regisseur an eine Neuauflage seines alten und durchaus erfolgreichen Rezeptes. Ja, RocknRolla wirkt wie ein neuer Aufguss von Snatch und Bube, Dame, König, GrAS, und das wäre auch nicht weiter schlimm, wenn Ritchie qualitativ an die beiden Vorgänger anschließen könnte. Doch der Film baut in der zweiten Hälfte leider konsequent ab. Dabei beginnt RocknRolla sehr vielversprechend. Die Geschichte ist typisch ritchie-esque, mit coolen Figuren, flotten Dialogen und geschickten Wendungen. Von der ersten Sekunde an fühlt man die Atmosphäre, die Ritchies Filme so einzigartig macht. Gerard Butler als Hauptfigur ist ein Segen, der schottische Schauspieler fügt sich perfekt ein in das Universum und bildet die Identifikationsfigur des Films. Als sein Gegenspieler fungiert Tom Wilkinson als gerissener Unterwelt-Boss, mit künstlicher Halbglatze und stetem Drang zum over acting. Highlight ist die Figur des russischen Milliardärs Uri Obomavich, der als eine einzige Anspielung auf Roman Abramowitsch zu verstehen ist. Es ist mal wieder ein buntes Figuren-Potpourri, das Ritchie dirigiert. Und dieses Figuren-Potpourri schickt er auf eine irrwitzige Reise durch Londons Unterwelt. Eine Reise, die rasant und spannend startet und in der Mitte des Films auf einmal ins Stocken gerät. Ritchie schafft es nicht, das Tempo, den Wortwitz und die Coolness in die zweite Hälfte zu übertragen. RocknRolla ist wahrlich kein schlechter Film, doch zeigt die Qualitätsunterschiede in Ritchies Filmografie auf. Vielleicht wollte Ritchie mit RocknRolla zu viel Ritchie sein – und hat sich damit ein wenig übernommen.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

isinesunshine: isinesunshine.de

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Guy Richie ist zurück!! “Back to the roots” ist das Stichwort, wenn es um den neuesten Film des Regisseurs geht. Nach der Scheidung von Madonna kehrt er als Autor und Regisseur zu seinen Wurzeln zurück und knüpft inhaltlich wie stilistisch an Bube, Dame, König, GrAS und Snatch an.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

sushi25: movie-fan.de

Kommentar löschen
4.5Uninteressant

Guy Ritchie versucht sich aufs Neue.

Für Fans von Snatch gelungene Unterhaltung mit jeder Menge skurriler Charaktere und schräger story. Der Film kann das Tempo der ersten halben Stunde leider nicht halten.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mr.Vengeance: Lost In Imagination

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Macht Spaß, sieht toll aus und versprüht einen ganz eigenen Charme. Dennoch ist der Funke bei mir nie ganz übergesprungen. Liegt vielleicht aber auch an mir, weil ich A) Herrn Butler ganz furchtbar finde und B) der Heist-Movie nie ganz mein war. Dennoch, in einzelnen Szenen stellenweise große Klasse.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (110) — Film: RocknRolla

Kommentar schreiben
Sortierung

LunaticPrincess

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Guy Ritchie ist für mich meine Jane Austen der Filmbranche.
Ich mag das ewige Hin und Her, ich mag das rasante Tempo und die ehrliche Darstellung vom gegenwärtigen London durch überzogene Figuren - das würde für einen guten Film eigentlich schon reichen. Ritchie kann aber noch mehr und schreibt mitunter die besten Komödien, die ich je gesehen habe. Wie bei Jane Austen ist es vor allem der beißende Witz, der seine Filme sehenswert macht.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

SalocinRocknRolla

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Die Leute fragen: Was is'n Rockn Rolla.
Und ich sag's ihnen. Es geht nicht um Drums, Drogen und Ausflüge in die Notaufnahme, ohh nein. Da geht's um viel mehr mein Freund.
Wir stehen alle auf die schönen Dinge im Leben. Der eine auf die Kohle, der andere auf die Drogen, wie der andere auf den Sex, den Glamour, oder den Ruhm.
Aber nen Rockn Rolla....der ist anders. Wieso ? Weil der Rockn Rolla....das komplette Packet will."

Mein absoluter Lieblingsfilm von Guy Ritchie.
Siehe auch meinen Nickname.
Absolut empfehlenswert.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

MikeC.

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Auch wenn "RocknRolla" an sich kein schlechter Film ist, so kann Guy Richie hier leider in keinster Weise zu der Qualität von "Snatch" oder "Bube, Dame, König, GrAs" zurückfinden.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

MarianoRodriguentino

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Zu jeder Sekunde unterhalbtarer Guy Ritchie Film. Seine Handschrift ist mal wieder klar zu erkennen und das ist auch sehr gut so. Charaktere, Dialoge und Story sind herrlich vielseitig, abgedreht und verdammt cool und harmonieren perfekt miteinander. Der Film nimmt sich fast gar nicht ernst und bricht immer wieder mit den Normen und Traditionen des Genres. Nächste Station ist Bube, Dame, Gras und Revolver. Freu mich schon :)

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

K4r0ttens4ft

Antwort löschen

Revolver ist anders. Aber mein absoluter Lieblingsfilm ;)


MarianoRodriguentino

Antwort löschen

Bin äußerst gespannt :)


Keky

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Oh man. Guy beweist wieder mal, dass er sein Handwerk versteht. Mal wieder ein Empfehlungsreicher Film!!! Umbedingt ansehen. Achja und der Film geht wirklich in die Kategorie: HAVE TO SEE!!! ;)

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Anian Campanero

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Cooler Film, trifft genau meinen Geschmack. Da finde ich Stereotypen doch ganz in Ordnung, denn auf die Regie von Guy Ritchie und das Schauspiel Gerard Butlers kann man sich eben doch verlassen. Wurde an keiner Stelle richtig langweilig und die Musik im Hintergrund verstärkt die Lust am Schauen.
Alles in allem, bin froh ihn gesehen zu haben und im tiefsten Inneren will doch jeder ein RocknRolla sein!

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mr.Film

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Ritchie hat ja schon eine geile Seite an sich, die Filme, so wie er sie macht, haben etwas echt besonderes, es gibt immer eine komplexe, außergewöhnliche, authentische Geschichte. Immer. Das ist das Problem. Irgendwie kriegt man immer wieder den gleichen Auflauf, nur wird jeder Auflauf in einer anderen Form gekocht, der Film schmeckt dann immer gleich, sieht aber etwas anders aus. Ich will das nicht übertrieben anprangern, denn sein Filme haben ja trotzdem 'immer' etwas eigenes und meine Bewertungen zeigen das ich seine Filme nicht 'immer' gleich bewerte.

Ach jetzt reicht das Gemecker aber auch mal wieder, immerhin kriegt man hier (wiedermal) eine sehr unterhaltsame Story geliefert, diese Story erkennt man, ganz Guy Richtie-Mäßig, natürlich erst mitten im Film. Es gibt viele lustige, actionreiche, ja wenn nicht sogar poetische Momente, doch diese "Lückenfüller"-Szenen, in denen wirklich nur Mist passiert, versauen ziemlich viel. Natürlich dürfen hier auch die Twists nicht fehlen, sind nichts im Vergleich zu "Bube, Dame, König, grAs", doch ins schmunzeln bin ich öfters gekommen. Bin ja auch ein kleiner Fan von Gerrard Butler, hat mir hier wiedermal gefallen. Der restliche Cast 'rockt' sowieso.

Von Gangstern, über Bossen, bishin zu Junkies und natürlich Rockern, ist alles vorhanden, wenn der Witz mal anwesend ist gibts auch eine Menge zu lachen, teilweise plätschert der Film nur so vor sich hin, aber insgesamt wird man hier gut unterhalten. Das Ende bildet ganz klar den Höhepunkt des Films. Oder waren es doch die schwulen, russischen, Kriegsverbrecher?

19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

seven

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

"I'm a man | I spell M-A-N | Woah, I'm a man"
Totgesagte leben länger. Entlastet von weiblichen Kletten findet Guy Ritchie zu sich selbst zurück. Zehn Jahre nach seinem furiosen Debüt ist London für ihn noch immer Reagenzglas, unter dessen Linse die Kriminalität im Subkulturenkreis erforscht wird. Die Wolkenkratzer sind zahlreicher geworden und das politische Klima hat sich verändert, Zeit der Innovationen, globalisierte Welt: "Times are changin´. They have no respect to the old school."
Ritchie hat es nicht verlernt. Erneut führt er seine kauzigen Charaktere sicher und stilbewusst durch einen großartig verschlungenen, durch groteske Konstellationen, (Schuld-)Beziehungen verkomplizierten Gaunerplot, zugestopft mit Cockneyslang, Arbeitermilieuatmo, staubtrockenen Dialogen, schwarzem Humor und donnerndem Rock, dass der Schädel dröhnt.
Guy reproduziert in erster Linie sich selbst und vermag es doch, "RockNRolla" eine eigene Note unabhängig von Kartenspielen, Wettschulden, Schweinen und Diamanten zuzugestehen. Und er managt trotz jahrelanger Abstinenz das, was in der zweiten Hälfte der 00er Jahre meist kläglich scheiterte: Coolness mit Gewalt zu verbinden. Nicht im expliziten, an sich selbst aufgeilenden, Comicstil. Nicht das stumpfsinnige, mechanische "cool", das pubertierende Kapuzenkids für einen Videospielheadshot verwenden oder für millionenteure Explosionen in einem seelenlosen Big-Buget Blockbuster eines gelangweilten Videoclipregisseurs, dessen Tagespensum darin besteht, seine 22 jährige Praktikantin flachzulegen.
In "RockNRolla" wird gerockt bis zum Unfallen, hier funken die Szenen permanent vor Spielfreude, Tempo und bebender Dynamik, die so ultracool ist, als wollte der abgeschriebene Mann uns sagen: "Seht her, so geil kann Kino sein."
Das Intro ist typisch Guy und deshalb so gut, old school, schön schrammlig, unterlegt von einer Bassline, die die Nackenhaare aufstellt, das bewusst altmodisch inszenierte Voice Over von Mark Strong, der im OT mit tiefer und einprägender Stimme und Londoner Straßenjargon gleich mal zeigt, wo der Hammer hängt, nämlich verdammt weit oben, der uns erzählt was ein RockNRoller ist. Von der Kamerabeobachtung erinnert es verdächtig an "Departed", Toby Kebbell bleibt wie Nicholson in Scorseses Irish Mafia-Epos zunächst ohne Gesicht, bis zur endgültigen Antwort: "But a RocknRolla, oh, he's different. Why? Because a real RocknRolla wants the fucking lot."
Fantastisch geschossene Credits, unterlegt vom sattsam bekannten Braun (Welcome back to working class) und dröhnendem RockNRoll, manifestiert in "Black Strobe" als Maintheme-Donator. Die Einführungsszene ist unvefälscht und waschecht Ritchie, Protagonisten mit obskuren Namen werden vorgestellt, ihre aktuelle (problematische) Situation wird humorvoll erörtert und irgendwann überschneiden sich die Wege unserer Typen, kreuzen sich, prallen frontal aufeinander, enden in einem Blutbad oder lösen sich wieder voneinander. Wie schon in seinen Frühwerken geht Ritchie die verschiedenen Schichten, Stände und Ideologien durch. Das hat sich im Phänotyp geändert, die illegale Antriebskraft der oberen Ebene hat sich vielleicht in die Büroräume schwerreicher Anzugträger zurückgezogen, aber der Kern ist derselbe. Es geht um Gefälligkeiten, um Abhängigkeiten, um Loyalität und um Einfluss. Und hier tummelt sich eben auch Lenny Cole, overactend dargestellt von Tom Wilkinson, der Mann, der Kredite vergibt, weil er es kann und weil er aus diesen Schuldverhältnissen seine Vorteile zieht. Mit Sonnenbrille, Zigarre und offen zur Schau getragenem Abscheu vor jeglichem kulturellen Import, läuft er zur konservativen Hochform auf, wenn er politisch unkorrekt russischen Hintergrund mit Kommunismus gleichsetzt. Das ist natürlich überzogen und überholt, genauso One Two´s Schwulenfeindlichkeit, aber das ist Ritchies Visitenkarte und sein Fundament für diese rotzfreche Gangstersatire. Mark Strong, mit säuberlich gegelten Haaren, Lennys Handlanger Archy, Mentor in der Kunst des Slappings, treibt die Leute auf, macht sich nicht immer die Hände schmutzig, aber ist oft gefährlich nah dran. Gerald Butler ist der charismatische Kleinganove und Statham-Ersatz One Two, der zusammen mit seinen Kollegen bei Lenny in der Kreide steht. Und weil Lenny das "Lucky painting" seines russischen Geschäftspartners Uri (tolle Mischung aus melancholisch und gefährlich: Karel Roden) abhanden gekommen ist, weil Lennys tot geglaubter Sohn Johnny Quid (Sixpack und rebellische Natur am Start: Toby Kebbell) plötzlich wieder von den Toten aufgestanden ist, weil die gewitzte Sekretärin des russischen Unternehmers (Hot, funny and underhanded: Thandie Newton) gerne nebenbei Kohle abstauben möchte und weil "The Wild Bunch" rund um One Two (unfassbar witzig: Gerard Bulter) und einem homosexuellen Handsome Bob (schwul und cool: Tom Hardy) sich (selbstverschuldet) in brenzligen Situationen wiederfindet, eben deswegen stürzen die Erzählstränge, die individuellen Intentionen völlig verschiedener Individuen aufeinander, überforderte Engländer fliehen vor russischen Schlägern, es fließt Champagner, aber eben auch das Blut. Dass einige Charaktereskizzierungen auffällig angelehnt sind an "Lock, Stock & Two Smoking Barrels" oder "Snatch", dass einige Sätze fast wortwörtlich aus den eigenen Vorgängern zitiert werden, das alles stört nicht wirklich. Die Inszenierung ist sagenhaft, Ritchie findet immer haargenau den Rhythmus für seine Bilder, stets konvergent zur lauten Musik. Beispielsweise wird eine Liveperformance der Indieband "The Subways" mitgefilmt, parallel dazu kommt es außerhalb des Clubs zu einer Keilerei zwischen dem glatzköpfigen Türsteher und Vollblutrocker Johnny. Dabei wird hin und her geschalten zwischen Konzert und Schlägerei, wobei Johnny dem Anderen adäquat zur fetzigen Single "Rock & Roll Queen"den Schädel einschlägt, unglaublich genial und kraftvoll gefilmt.
Mit den Worten eines enthusiastischen Kinobesuchers aus den USA: "This is just cool as fuck!"

16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 11 Antworten

seniorem

Antwort löschen

Kann ich mich nur anschliessen toller Kommentar zu einem genialen Streifen,
A real Rock N Roller want teh fucking lot.
Und mal ehrlich die 2 Russen sind der Burner


seven

Antwort löschen

@seniorem: Absolut!


DerLix

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Bin überrascht, dass der Film so "schlecht" wegkommt bei den meisten. Bin überzeugt von der Story, der Regie, den Schauspielern, der Musik - Ich liebe diesen Film! Zeigt sich wieder, wie subjektiv so'ne Filmwahrnehmung doch ist.

Das einzige, was mir an dem Film fehlt, ist die Fortsetzung (wenn auch ich sicher bloß enttäuscht wäre).

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

lil.weeze

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Leider ist RocknRolla nicht das erhoffte Comeback des Herrn Ritchie. Der Film ist sicherlich alles andere als schlecht, nur hat man eben alles schonmal irgendwo gesehen. Ritchie wiederholt sich und fügt dem Ganzen nur äußerst wenig Neues hinzu. Außerdem sitzen die Pointen längst nicht mehr so sicher wie noch bei den beiden Vorgängern (Lock, Stock... und Snatch).
Den Darstellern kann man dabei den geringsten Vorwurf machen. Sehr gut besetzt und mit viel Spass an der Sache, ist es vor allem die Besetzung, die den Film am Laufen hält. Gerald Butler, Idris Elba, Tom Wilkinson und vor allem Tom Hardy, der sowieso ein absolute Bereicherung für jeden Film ist, harmonieren hier wirklich wunderbar zusammen. Hardy und Butler sind dann auch für die stärksten Momente des Films verantwortlich (wer den Film gesehen hat, weiß was ich meine:)). Weniger gelungen fand ich allerdings den Part um Johnny Quid. Sowohl er als Person, als auch sein ganzer Handlungsteil haben mich eher genervt als unterhalten.
Wenn ich die Vorgänger noch nicht gesehen hätte, würde die Bewertung mit Sicherheit besser ausfallen. Da das aber nicht der Fall ist gibt's ne solide 6 und die Empfehlung an alle Nichtkenner Ritchies früherer Werke, lieber mit Diesen anzufangen.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

TheNumber

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

gangsterfilm von guy ritchie mit gewohnter qualität... viele sehr unterschiedliche, aber intressante, witzige, sympathische oder hassenswerte charaktere, eine geschichte mit mehreren handlungssträngen, die natürlich auf skurrille art und weise am ende zusammenführen. auch die dialoge sind sehr witzig. einzig das ende hat mich nicht zufrieden gestellt. super guy ritchie film, für fans ein muss...wer mit den anderen filmen nichts anfangen kann, wird den auch nicht sonderlich mögen...

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Yvonne_Kol

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein typischer Guy Ritchie Film: voller schräger Charaktere, verschachtelter Geschichten und einem hohen Maß an britischer Coolness - uneingeschränkt empfehlenswert!

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

servo80

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

Ist es gut oder schlecht, dass Ritchie inzwischen aufgehört hat, sich selbst zu kopieren und große Blockbuster macht? Bei "RocknRolla" merkt man deutlich, dass die Luft raus war. Cooles Ganstergehabe schön und gut, aber haben wir das in "Bube, Dame, König, GrAS" und "Snatch" nicht schon deutlich besser gesehen? Gerade die Ähnlichkeit zu den genannten Filmen macht "RockNRolla" überflüssig, auch wenn er, wenn man Ritchie nicht an seinen eigenen Filmen misst, schon anschaubar ist.
Es ist halt immer dieselbe Brühe, die aufgewärmt wird. Die sympathischen Ganoven, der perfide Unterweltboss, der überall seine Finger drin hat und die verheizten Junkies. Nichts gegen Stereotypen, aber mal was anderes wäre doch schön. Obwohl: wenn dann sowas wie "Sherlock Holmes" dabei raus kommt...

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

seniorem

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Du kommst ins Abwasser und ich trink ne Tasse Tee" Tom Wilkinson spielt genila und seine Sprüche sind der Burner, Guy Ritchie lässt mal wieder keine Wünsche offen
Fett!

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

born75

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

äußerst gelungen - "Es gibt keinen Frühling ohne den Winter"

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Chrisetoph

Antwort löschen

Kein Licht ohne Schatten? Kein Gut ohne Böse? Kein Yin ohne Yang? Kein *beliebigen Begriff einsetzten* ohne *jeweiliges Gegenteil einsetzen*?


born75

Antwort löschen

Genau Christoph. Kein Gott ohne Teufel!


HauntedSaint

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Ein typischer Ritchie mit seinen klassischen Stilmitteln, jedoch nicht so gut wie Snatch und Bube, Dame, König, Gras.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Hagen Hagen

Kommentar löschen
Bewertung3.5Schwach

Nicht noch so einer...

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Hooded Justice

Kommentar löschen
Bewertung3.5Schwach

Irgendwie scheinen mir einige Tarantino-Einflüsse aufzufallen, wie die langen und markanten Dialoge und die Duo-Tanzszene. Diese sind aber auch nicht weiter störend und wurden relativ wert umgesetzt. Was im Gegenzug allerdings nicht funktionierte - und was wohl letztlich um einiges ausschlaggebender zu sein scheint - ist der Handlungs- und vor allem Spannungsaufbau, der nicht zünden und in seinen Bann ziehen mag. Immer wieder treten sehr coole Ansätze an, im nächsten Moment hat er wieder einen Durchhänger und der Film versinkt in Langeweile.
Der geniale Musikgeschmack gefällt mir aber und vor allem der Auftritt der Subways ("... Be my little Rock & Roll Queen!") riss mich aus dem Halbschlaf.
Der Film ist schick, an erster Stelle jedoch langatmig und teilweise (!) nüchtern dargestellt.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

doctorgonzo

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Einen schönen guten Tag und willkommen zur neuen Info Reihe "Klassisches Kino Klugscheißen", ich bin Ihr Moderator doctorgonzo und wünsche viel Vergnügen.
Unser heutiger Begriff heißt MacGuffin.
Es handelt sich hierbei nicht etwa um die Highlander Variante eines Muffins (aufgebackenes Schaf im Ganzen mit Schokosplittern), sondern um einen Gegenstand, der an keinerlei Form gebunden ist und lediglich existiert, damit die erzählte Geschichte einen Aufhänger, einen Ausgangspunkt hat.
Der Ring aus "Der Ring der Nibelungen" von Wagner war quasi ein MacGuffin (oder auch McGuffin geschrieben), bevor es überhaupt Kino gab.
Alfred Hitchcock, der diesen Begriff prägte, nutzte dieses Gimmick gern und häufig. Die veruntreuten $40.000 in "Psycho" sind ein klassischer MacGuffin, sie tragen erzählerisch nichts zur Geschichte bei, aber ohne sie würde die junge Dame nie losfahren und der Film wäre zuende, bevor er begonnen hat.
Das Prinzip wird bis in die heutige Zeit intensiv und sehr erfolgreich genutzt: eine Falkenstatue in "Die Spur des Falken", Koffer in "Pulp Fiction" und "Ronin", ein verunreinigter Teppich, der das Zimmer des Dude erst richtig gemütlich machte, oder antike Gewehre bzw. ein Diamant, "so groß wie ein Pferdeapfel" in den beiden Erstlingswerken eines gewissen Guy Ritchie.
Selbst "Léon der Profi" huldigt dieser Tradition, als sich der Titelheld in die Gästeliste eines Hotels unter dem Namen Mr. MacGuffin einträgt.
Ja sogar ein Mann namens James Cameron hat in seinem opus caeruleus den MacGuffin in Form eines schwer verfügbaren Rohstoffes genutzt, selbst wenn er nebenher auf viele andere Filmprinzipien wie kreative Geschichte, intelligente Dialoge oder Schauspielleistungen verzichtete.

Im hier vorliegenden Fall ist der MacGuffin ein Bild, das ein reicher Russe, der einem gewissen Roman Abramowitsch wohl kaum nur zufällig ähnelt, für seinen Glücksbringer hält...
Was auf diesem Bild drauf ist? Uninteressant! Vielleicht ein schön gemalter Koffer, eine der Campbell´s Dosen von Andy Warhol, das Wort "MacGuffin" in Schönschrift, ein Nacktbild der seligen Bea Arthur...wer weiß das schon. Es ist ja auch, wie bereits erklärt, absolut nicht von Belang.

Guy Ritchie nimmt den Zuschauer, den Russen und das Bild mit in seine Welt. Und seine Welt ist, darüber kann es kaum zwei Meinungen geben, das London der Gangster und Ganoven.
Ein Plot, wie man ihn aus der Feder des Ex Mannes von Madonna erwarten kann und darf: verschiedene Handlungsstränge um gleichermaßen zwielichtige wie ausgeflippte Charaktere, verhackstückt aus Ritchies beiden Erstlingswerken, den beiden ersten Kinofilmen von Quentin T. und dem Regiedebüt von Ritchies ehemaligem Produzenten, Matthew Vaughn.
Eine entspannte Erzählperspektive, im wahrsten Sinne des Wortes wahnsinnige Ideen, ein absolut passender Score/Soundtrack und eine Bildsprache mit herrlich irrwitzigen Schnitten, das kennt man von Guy Ritchie. Das liebt man von Guy Ritchie. Da ist es mir auch vollkommen egal, ob er sich bei seinen Geschichten im Grundprinzip immer wiederholt. Diese Geschichten haben es immer wieder neu in sich!
Gerade beim Sound pulsiert es in Ritchie Filmen regelmäßig. Wo andere Filmemacher sich oftmals öde Melodien komponieren lassen, bedient sich der in Hatfield (Ja, das Hatfield aus den Englisch-Schulbüchern!) geborene Guy Ritchie immer bei bereits existenten Musikstücken, die er genreübergreifend perfekt kombiniert. War es in "Snatch" beispielsweise eine Mischung aus 10cc, Madonna, The Stranglers und Massive Attack, gibt es hier The Hives, Lou Reed und The Clash, aber eben auch Wanda Jackson.
Die Ritchie-typischen Charaktere sind auch wieder dabei: So gibt Tom Wilkinson einen erquickend unsympathischen Mobster, der schmerzhaft lernen muss, dass Leute seines Schlages zunehmend selten werden. In dieser von Sarkasmus und enormer Reizbarkeit geprägten Rolle kann der gute Tom mich zu weiten Teilen dafür entschädigen, dass er einst in "Ritter Jamal" vor der Kamera stand.
Als seine rechte Hand agiert Mark Strong als krimineller Ich-Erzähler. Strong, den ich persönlich seit "Fever Pitch" sehr schätze, legt seine Rolle irgendwo zwischen dem sympathischen Loser Turkish in "Snatch" und dem toughen, anonymen Protagonisten in "Layer Cake" an und ist zweifellos eine würdige Hauptfigur.
Wirkliche Überraschung allerdings ist Gerard Butler. Überzeugend als Mafiaschläger und etwas einfältiger Gauner fürs Grobe. Mit fröhlichem Entsetzen nahm ich wahr: das ist ja quasi richtiges Schauspiel!
Bei solch erstaunlichen Erkenntnissen vergisst man schnell das coole Spiel von Tom Hardy, Dragan Mićanović, Toby Kebbell oder Matt King.
Als besonderen Gag organisiert Ritchie mit Karel Roden auch noch einen Darsteller, der eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Chelsea Besitzer Abramowitsch hat.
Thandie Newton spielt zwar bedeutend besser als man es von ihr erwartet und sieht dazu sehr abendfüllend aus, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass gute Frauenrollen nicht Ritchies Stärke sind, zu allem Überfluss hat Gemma Arterton auch noch eine dämliche Frisur.
Überhaupt sind die Charaktere nicht mehr so rundum gelungen, wie man es aus den Frühwerken kennt... Sie sind weiterhin abgedreht, komplex und uneingeschränkt unterhaltsam, aber dieser magische Touch fehlt. Vielleicht auch einfach, weil Vinnie Jones diesmal keinen Auftritt als Schlägertyp hat.
Die Geschichte in ihren Grundzügen ist so Ritchie erprobt, dass sie solider wirkt als ein Goldbarren. Da macht es nichts, dass sich das Ganze wiederholt. Aus dem Stoff kann man aufgrund der Vielschichtigkeit immer wieder was Neues rausholen, vorausgesetzt, man bleibt mit dem Herz dabei.
Und dass Ritchies Herz London gehört, daran kann es einfach keinen Zweifel geben: Schauplätze aus allen Ecken der Stadt, beispielsweise das Emirates Stadium, ironischerweise eben nicht das Chelsea- sondern das Arsenal Stadion, gelungener London Akzent und Musik, der man ihre Herkunft anmerkt.
Ein wirklich guter Ganoventhriller in bewährter Tradition und mit massig tollen Einzelelementen. Aber in der Endabrechnung entsteht zu oft der Eindruck, der Regisseur habe sich ein wenig "amerikanisiert", dieser entscheidende Funke Ironie, diese elektrisierende Stimmung, das fehlt irgendwie.
Zudem krankt der Film daran, dass man von Ritchie eben noch bedeutend größeres gewohnt ist, wenn es um Gaunergeschichten aus London geht.
Es hätten auch 8, vielleicht sogar mehr, Punkte werden können, aber dann würde ich dem qualitativen Vorsprung zu "Lock, Stock..." und "Snatch" nicht mehr gerecht werden. Für viele andere Regisseure eine superschwarze Gangsterkomödie mit irren Ideen. Aus der Hand von Guy Ritchie sieht es zu oft nach halbmotivierter Fingerübung aus, die zu weit unter den bereits gezeigten Fähigkeiten des Machers liegt.

20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

doctorgonzo

Antwort löschen

1. Es gibt keine 8,0 dafür!
2. Wie kommst Du drauf, das Bild hätte meine Phantasie nicht angeregt?
3. Wodka trinkt man pur oder in "White Russian"!


freakualizer

Antwort löschen

Das war aber ein sehr ausführliches "Klassisches Kino Klugscheißen" für einen doch sehr mittelmässigen Film (für Ritchies Verhältnisse). Trotzdem hat mir Dein Erguß dabei geholfen, mich zu erinnern, dass ich den Film schon mal gesehen habe. Danke dafür! :)


hoffman587

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

RocknRolla
"RocknRolla" ist ein stylische und spaßige Actionkomödie von Guy Ritchie aus dem Jahre 2008.
Die Regie und Kamera sind gut und weisen keine großen Mängel auf.
Der Cast ist mit Gerald Butler, Mark Strong, Thandie Newton und Tom Wilkinson ausgezeichnet.
Dazu bietet der Film tolle Dialoge und eine interessant verschachtelte Story, wobei Richie an diesen Stellen gerne bei seinen Vorbildern "klaut".
Weiterhin bietet der Film herrlich schräge und skurrile Figuren, außerdem beinhaltet er einen coolen Soundtrack.
Trotzdem besitzt er auch erzählerische Schwächen und enthält auch einige Längen, doch die werden glücklicherweise wieder durch die rasanten Passagen weggemacht.
Dennoch reicht das Werk leider nicht an Ritchies "Snatch" oder "Bube, Dame, König, GrAs" heran.
So lässt sich sagen, dass "RocknRolla" eine ultracoole und schräge
Jagd nach dem großen Geld ist.

12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben

Fans dieses Films gefiel auch