Rush - Alles für den Sieg - Kritik

Rush

US/DE/GB · 2013 · Laufzeit 123 Minuten · FSK 12 · Drama, Sportfilm · Kinostart
Du
  • 8

    Da treffen ja Welten aufeinander wenn ein reiner Filmjunkie wie ich einen Formel 1 Streifen schaut – wobei ich das Glück hatte einen guten Kumpel neben mir sitzen zu haben der in der Materie zu Hause ist. Von Seiten meines Kumpels erhielt der Film auch wahnsinnig viel Lob für Punkte die mir selber so natürlich gar nicht erst auffallen können und würden: so dass der Film in endlos vielen Punkten wirklich akribisch recherchiert und realistisch dargestellt wird. Ich selber kannte auch den historischen Background nicht so dass ich wirklich mit Spannung dagesessen habe und nicht wusste wer das Duell gewinnt. Aber das Schöne ist: selbst wenn man mit Formel 1 nichts am Hut hat sagt einem der Film zu. Die Autorennerei wird temporeich und rasant inszeniert, ist aber nicht als reiner Selbstzweck eingesetzt sondern als logischer Handlungsbestandteil. Darüber hinaus ist der Film ein interessantes und auch höchst unterhaltsames Portrait und eine Charakterstudie zweier Querköpfe die sich zwar grundsätzlich unterscheiden, dabei aber doch eine Menge gemeinsam haben. Das merkt man in den immer wiederkehrenden Szenen bei denen sich die zwei gegenüber stehen und austauschen und die scharfzüngigen Dialoge gleichermaßen Spitzfindigkeiten wie Respekt ausdrücken. Und „Rush“ wird letztlich der internationale Megadurchbruch für Daniel Brühl sein: selten gab es einen Darsteller der so vollkommen alles „individuelle“ ablegt und so restlos in einer Rolle verschwindet – und es obendrein schafft den kantigen Niki Lauda so darzustellen dass man ihn mag obwohl er eigentlich nicht wirklich sympathisch ist. Somit funktioniert „Rush“ letztlich auf sehr vielen Ebenen: als Charakterstudie, als Actionfilm und auch als Drama – und als beste Unterhaltung.

    Fazit: Unerwartet vielschichtig, dabei unterhaltsam, dramatisch und bewegend.

    Videoreview von mir: https://www.youtube.com/watch?v=JMVg4lX3c1c

    • 9
      FA_14 03.05.2017, 13:27 Geändert 03.05.2017, 13:28

      Als Motorsportfan ein Hochgenuss, Chris Hemsworth spielt hervorragend, wird aber von Daniel Brühl als Niki Lauda nochmal übertroffen: Lauda: "fährt sich saumässig", Renningenieur: "Sowas darfst du nicht sagen!", Lauda: "Wieso nicht?", Renningenieur: "Das ist ein Ferrari!", Lauda: "Das ist eine Scheisskiste!" - einfach köstlich.

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      • 9 .5

        Ein sehr gutes Drama von Ron Howard. Interessant uns spannend. Mich überzeugenden Daniel Brühl als Lauda und Chris Hemsworth als Hunt. die Rivalität der beiden Formel:1 Piloten steht im Vordergrund und danach das Drama um Lauda. Die Sportszenen konnten mich nicht so beeindrucken aber sie sind auch nicht schlecht.
        Für mich war "Rush" das beste Drama des Jahres einfach großartig.

        Mann muss kein Fan von Formel:1 sein um diesen Film zu mögen das kommt dem Film zu gute.
        Ein Drama das einfach überzeugt und die Schauspieler spielen sensationell.

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        • 9
          necrotorian 04.03.2017, 00:06 Geändert 04.03.2017, 00:08

          Als Kind war ich großer Formel 1 Fan, bevor die ganzen neuen Regeln dazu kamen.
          Das war auch der Hauptgrund warum ich mir Rush anschauen wollte.

          Aber nicht nur Formel 1 Fans werden an diesem großartigen Sportdrama ihre Freude haben. Die Inszenierung von Ron Howard der 70er Jahre des Rennsports ist grandios. Der Film geht teilweise dermaßen unter die Haut, dass man voll geflashed wird. Und man bekommt jede Menge Hintergrund Informationen welche man damals nicht wirklich mitgeteilt bekam. Die Darsteller liefern alle eine sehr gute Leistung ab, vor allem Chris Hemsworth und Daniel Brühl spielen ihre Charaktere fantastisch.

          In Sachen Sportdramen ist "Rush" ein absolutes Highlight.

          • 8 .5

            Verfilmung einer F1-Rivalität, die keine war! Am Ende des Films wirkt das Duell Hunt/ Lauda und dessen Episoden abseits der Rennstrecke besser dafür geeignet als alle anderen. Das Duo Hemsworth/ Brühl spielt darüber hinaus den Wechsel zwischen gegenseitiger Ablehnung und tiefem Respekt absolut glaubwürdig. In einer Zeit ohne Stall-Order und durchgeplanten Karrieren jedes F1-Piloten erlebt man 2 Legenden des Rennsports.

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            • 10

              Damals 4 mal im Kino gesehen, einfach ein toller Film!

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              • 8

                Daniel Brühl als Niki Lauda ist einfach Brilliant. Wenn man sieht, was deutsche Schauspieler leisten können fragt man sich: Warum nicht hier! Chris Hemsworth zieht im Prinzip sein übliches Ding durch. Aber so lange es funktioniert - Na und?
                Obwohl man ja eigentlich schon weiß, was passieren wird sind die Rennen so packend wie eine Folge Mission Impossible.

                • 7
                  Taxxido Mask 12.10.2016, 18:04 Geändert 12.10.2016, 18:26

                  OK gleich in der ersten minute seh ich ein problem ein deutscher versucht einen Österreicher zu spielen , für mich als Österreicher gleich von anfang an unauthentisch . Kenn zwar James Hunt nicht aber Chris Hemsworth spielt einen ziemlichen Stereotypen wie man ihn so kennt. Nebenbei ist auch noch die nebenstory dieses charakters uninteressant der könnte gleich die ersten 10 minuten sterben und es wäre mir egal. Aber trotz alldem liefert Daniel Brühl eine gute Leistung ab

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                  • 9
                    TommyBarin 10.10.2016, 10:27 Geändert 10.10.2016, 10:29

                    'Rush – Alles für den Sieg' von Ron Howard ist eine gelungene Hommage an eines der größten Formel 1-Duelle aller Zeiten.
                    Die Handlung lässt sich, wie bei jeder sportlichen Rivalität relativ kurz zusammenfassen. Zu Beginn ihrer Karriere begegnen sich beide Fahrer bereits in der Formel 3. Aufgrund ihres Könnens und ihrer unterschiedlichen Auffassung des Sports sowie der Einstellung zum Leben als Profi, geraten beide Rennfahrer bereits früh aneinander und stacheln sich gegenseitig zu Höchstleistungen an.
                    Howard gelingt es beinahe perfekt, die Rivalität der beiden Kontrahenten in grobkörnigen Bildern einzufangen, in denen sich die Darsteller, mit 70'er Jahre Matte und weiten Hemdkragen, ein wahres Schauspielduell liefern, das ich vor allem Chris Hemsworth so nicht zugetraut hatte. Mit unfassbarem Charme verköpert er James Hunt und erweckt, den bereits verstorbenen Lebemann (mit dem momentan vielleicht sympathischsten Lächeln zum Bluseöffnen) zum Leben. Er spielt Hunt aber nicht nur als den Misanthropen, den die Welt kennt, sondern auch als verletzlichen und unsicheren Einzelgänger, der seine Extrovertiertheit mit Eskapaden und Drogen kompensiert und seine Einsamkeit in Alkohol ertränkt. Dadurch bringt er uns den unfassbaren Draufgänger des Rennsports ein wenig näher und zeichnet einen Menschen mit Tiefgang, der nicht nur Fassade ist. Seine beste Leistung als Schauspieler.
                    Daniel Brühl übertrifft Hemsworth deshalb gar nicht so meilenweit, wie zuerst von mir angenommen. Seine Darstellung ist jedoch noch etwas besser. Denn er schafft es Niki Lauda mit einer solchen Raffinesse zu spielen, dass er jede Szene vollkommen allein auf seinen Schultern trägt. Er wird für gut zwei Stunden zu dem genialen pedantischen Österreicher, den die Fahrerwelt zugleich hasste und beneidete. Seine Leistung brachte Daniel Brühl zurecht eine Golden Globe Nominierung ein. Bei den Oscars wurde er für die Nominierung von Jonah Hill in 'TWOWS' übergangen, was für mich persönlich ein kleiner Skandal war. Denn Hill ging im Schauspielgewitter des LDC vollkommen unter.
                    Fazit: Mit Formel 1 kann mich in der Regel um den Block jagen. Mit gelungenen Verfilmungen von Rivalitäten im Sport, kann man mich jedoch schnell wieder einfangen. Ein toller Film, der aufgrund seiner zwei Hauptdarsteller zu einer Perle des Genre wird.

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                    • 7

                      Rush - Alles für den Sieg... Sehr guter Film um die Geschichte von Niki Lauda und James Hunt. Auch für nicht Formel 1 Fans zu empfehlen. Interessant und ziemlich gut umgesetzt. Wurde gut unterhalten.

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                      • 7 .5

                        Wirklich sehenswerter Film über ein mehr als spannendes Leben. Nicht nur für Formel 1 Fans interessant. Daumen hoch!

                        • 8
                          Tildi100 27.03.2016, 21:01 Geändert 27.03.2016, 21:01

                          Es gibt für mich kaum etwas uninteressanteres als Formel 1, aber dieser Film schafft es trotzdem einen Nichtswisser in den Bann zu ziehen.

                          • 7

                            Dieser Fake-Ösi-Akzent von Brühl ist grauenhaft.

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                            • 8

                              Ein großer Fan des Formel 1-Sports war ich ja noch nie. Doch desto mehr hat mich dieser Film überrascht. Dieses Werk um eines der härtesten Duelle die dieser Sport je gesehen hat ist wirklich sehenswert. Der Frauenheld, Draufgänger und Rennfahrer James Hunt wird sehr überzeugend von Chris Hemsworth gespielt. Viele werden ihn ja nur als hammerharten Thor kennen. Doch hier zeigt er das er mehr drauf hat als nur Marvelverfilmungen. Die größte Überraschung war aber Daniel Brühl. Seine Darstellung als besessener Perfektionist Niki Lauda ist einfach nur groß. Mit dieser Rolle hat Brühl den Sprung über den großen Teich wohl endgültig geschafft. Da dieser Film bekanntlich auf wahre Ereignisse beruht fand ihn gleich umso packender. Der Unfall und seine dramatischen Folgen sind da natürlich der Höhepunkt. Mit Rush hat Hollywoodregisseur Ron Howard bewiesen das er es immer noch drauf hat. Also diesen Film sollte man wirklich gesehen haben!

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                              • 5

                                Von Apollo 13 war ich begeistert, für mich der beste Film von Ron Howard. Auch Illuminati gefiel mir, umso enttäuschter bin ich jedoch von Rush. Als biopic, das auch die Hintergründe für den Hahnenkampf der beiden Erzrivalen Lauda und Hunt erhellt, funktioniert der Film ganz gut. Hab mich damals für Rennsport nicht interessiert und die Story nur am Rande in den Medien mitgekriegt. In Rush kann man das ganze jetzt nachholen und besser verstehen. Auch die gegensätzlichen Charaktere der Protagonisten, hier der detailversessene, introvertierte Technikfreak, dort der extrovertierte Frauenheld, werden gut herausgearbeitet. Aber als Action- und Rennsportfilm versagt er weitgehend. Dabei sollten rasante Rennszenen den Kern eines solchen Films bilden, davon gibt es hier aber viel zu wenige, die auch zu unspektakulär in Szene gesetzt sind. Und was soll man davon halten, wenn von vielen Rennen nur die Ergebnisse als lieblose Textinformationen heruntergespult werden? Wirkt auf mich, als hätte der Regisseur keine Lust mehr gehabt. Kein Vergleich mit Genreklassikern wie Gran Prix oder Le Mans. Insgesamt nur Mittelmaß, erzählerisch ok, aber nicht mitreissend und bildgewaltig genug.

                                • 7 .5

                                  Ich hatte den Film nie wirklich auf dem Schirm und habe ihn mir tatsächlich erst letztens im Free-TV angesehen mit den Gedanken: "Naja, läuft halt sonst nix Besseres, mal schauen...!" Und was soll ich sagen; ich war wirklich positiv überrascht von einem herausragenden Daniel Brühl, der hier alle Hollywood-Größen mühelos ins Abseits drängt. Dass er schauspielerisches Talent hat war mir ja schon immer klar, aber in RUSH hat er mich nun vollkommen überzeugt. Respekt, Herr Brühl! Der Film an sich hat mich mal mehr, mal weniger bewegt, aber durchweg gut unterhalten! Auf jeden Fall deutlich mehr wert als ein: "Kann man mal gucken...!" :)

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                                  • 9

                                    Man reibt sich die Augen. Daniel Brühl ist nicht nur "für einen deutschen Schauspieler" ein Gigant. Sondern er ist es absolut. Kann Brühl bitte mal ein Jahr Auszeit nehmen und den Rest der jammervollen deutschen Schauspielerszene ein wenig Nachhilfe geben?

                                    Aber zum Film. Was ist eigentlich an diesem oftmals so belächeltem Ländchen dran, welches eigentlich nur mit großbusigen Frauen, Kaiserschmarrn und einem 360° Alpenpanorama in Verbindung gebracht wird? Österreich, das "liebe Deutschland" schafft es alle 20 Jahre, jemanden hervorzubringen, der an Ehrgeiz und Zielstrebigkeit nicht zu übertreffen ist. Wenn ich da neben Lauda noch an Schwarzenegger denke...und vielleicht noch an einen anderen Herrn mit Schnauzbärtchen...nein, den lassen wir mal lieber außen vor...dann ist das doch recht erstaunlich, was da eben nicht jodelnd vom Großglockner herunter geklettert kommt.

                                    Lauda also. Ikone der 70er Jahre, wie heute ähm...wen gibt´s eigentlich heute? Jedenfalls ein Selfmade-Superstar seiner Zeit im zeitgemäßen Biopic. Exzellent mit tonnenweise unsichtbarem CGI umgesetzt, hochspannend, liebevoll im Detail, Retrospektiv auf das letzte echte Macho-Jahrzehnt und mit so kleinen, süßen Hommagen, die nur die Kenner verstehen und diese umso mehr erfreuen.

                                    Ja, es gab wirklich mal einen Formel 1 Wagen mit doppelter Vorderachse. Mal "Tyrell" googeln.

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                                    • 5

                                      Ein solider Rennsportfilm mit reichlich 70er Jahre-Flair und zwei gänzlich unsympatischen Hauptcharakteren. Hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen.

                                      • 8

                                        Die Kunst beim Schreiben von so einem Film liegt eindeutig darin, die Thematik auch einem Publikum schmackhaft zu machen, das normalerweise nicht viel mit Rennsport anfangen kann, zu dem auch ich gehöre. "Rush" gelingt das jedoch großartig! In erster Linie ist das hier sehr gelungenes Schauspielkino. Daniel Brühl spielt hier (in großartiger Maske) sowieso herausragend, aber auch Chris Hemsworth beweist endlich, dass er auch abseits von Thor super als Charakterdarsteller funktionieren kann. Dabei ist die ganze Optik des Films hervorragend, die Bilder sind fantastisch eingefangen, der Soundtrack von Hans Zimmer ist wie immer bombastisch (wenn auch eher Durchschnittsware von ihm) und vor allem sind die Renn-Szenen in der zweiten Hälfte bemerkenswert in Szene gesetzt und richtig spannend. Die Story ist unterhaltsam von Anfang bis Ende und gespickt mit einigen sehr emotionalen Momenten. Meine einzigen Kritikpunkte sind eigentlich, dass der Film doch an der ein oder anderen Stelle etwas zu Hollywood-typisch daherkommt und die Story teilweise dann doch nicht ganz auf Klischees verzichtet, sondern gewisse Dinge etwas überdramatisiert. Das ist aber auch Kritik auf hohem Niveau, denn ein sehr guter Film ist "Rush" sowieso.
                                        Fazit: Herausragend gespieltes Drama, das auch für Leute geeignet ist, die mit der Thematik sonst nicht viel anfangen können!

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                                        • 5

                                          Ein ganz netter TV Film. Kann man sich mal angucken.

                                          • 7

                                            guter Film, obwohl ich nicht der Grösse Formel 1 Fan bin
                                            Daniel Brühl spielt Genial auch wie er redet einfach Grandios
                                            Film an sich lebt natürlich von der Story und der Film wurde auch sehr dramatisiert, es stimmt nicht alles zu 100%
                                            sehenswert, aber ist jetzt nicht der Überfilm

                                            • 8
                                              mikkean 15.11.2015, 20:40 Geändert 15.11.2015, 20:46

                                              Eines meiner schönsten Kindheits-Erlebnisse in Verbindung mit dem Kino: das Ansehen von "Apollo 13" im gemütlichen Zuschauersaal des Toni. Mitfiebern mit den Astronauten Tom Hanks, Kevin Bacon und Bill Paxton. In die detailverliebte Auferstehung der Sixties eintauchen und sich trotz aller Tricktechnik oder eingestreutem Pathos nicht eine Sekunde lang von der Geschichte der Figuren ablenken lassen.

                                              Ja, das ist das Wunder von "Apollo 13". Das ist die Handschrift von Ron Howard. Selbst bei diesen komischen Dan-Brown-Verschwörungs-Geschichten kann mich Howard mit seinem Händchen für Dramaturgie und Special Effects begeistern.

                                              Howard kann wohl alles gut aussehen lassen. Ob abstrus größenwahnsinniges Bombast-Kino oder intime Biografie. Warum nicht also beides miteinander Kreuzen?

                                              "Rush - Alles Für Den Sieg" hat die flottesten Karren, die sogar Vin Diesel weinend im Regen stehen lassen. "Rush" zeigt die vielen Facetten einer Rennfahrer-Karriere in der goldenen Ära der Siebziger. Als sich Niki Lauda alias Daniel Brühl und James Hunt alias Chris Hemsworth, eine erbitterte wie passionierte Schlacht auf der Piste lieferten.

                                              Lauda und Hunt, zwei waschechte Speed Demons und grundverschiedene Rivalen. Der strahlende britische Sonnyboy, der zu keiner Party Nein sagen kann und den feschen Rennstahl-Hahn gibt. Und dann Lauda, der Österreicher mit dem sturren Schädel. Beide sind sie versierte Fahrer-Profis, technisch gesehen absolute Oberklasse. Nur Lauda ist weniger ein extrovertierter Party-Hengst. Stattdessen fährt er selbst seinen altehrwürdigen Sponsoren über den Mund, weil er mit seinem Blick für die Motoren-Technik keine Schludrigkeiten bei der Konstruktion duldet.

                                              Natürlich zeichnet "Rush" das Bild einer Rivalität zweier Renn-Gockel, die sich keinen Punkt auf der Weltrangliste, keinen höheren Platz auf dem Siegertreppchen oder gar prestigeträchtigere Werbe-Partner gönnen. Aber "Rush" ist auch die Geschichte einer einzigartigen Bindung zwischen zwei Kontrahenten, absolut ebenbürtiger Gegner, die sich gegenseitig wertschätzen. Selbst wenn Lauda und Hunt in der Öffentlichkeit über den anderen herziehen mögen.

                                              Beide verstehen den Rennsport weniger als aufregendes Event. Obwohl Howard in "Rush" vieles vom Geplänkel um den Boxenstall aufleben lässt. Die Girls, die Hochzeiten im Scheinwerferlicht oder die bodenständige Beziehung fernab davon. Doch natürlich führt alles immer wieder die Piste, wo sich Lauda und Hunt einen erbitterten Wettstreit liefern. Und dabei wie die getrennten Hälften einer Seele wirken.

                                              Verkörpern sie wirklich das Yin und das Yang, die besten Eigenschaften des perfekten Rennfahrers. Wenn sie denn beide als ein und dieselbe Person geboren worden wären.

                                              Und Ron Howard hat die perfekte Mischung aus Technik und Emotion gefunden, um diese Epoche und ihre Helden aufleben zu lassen. Das Zeitkolorit ist stimmig, die Klamotten, die Fahrzeuge. Und selbst beim Griff in die digitale Trickkiste wissen Howard und sein Team, wann es genug ist. Denn "Rush" nutzt alle modernen Hilfen, um das schwindelerregende Gefühl des Cockpits von der Leinwand oder dem Bildschirm auf den Zuschauersitz zu transportieren.

                                              Wir werden durchgeschüttelt, beschleunigen mit und überschlagen uns. "Rush" ist einer der besten Adrenalin-Rausch-Streifen überhaupt. Actionreich auf der Strecke, dennoch akribisch wie eine Doku. Schließlich weiß Ron Howard, dass es hier nicht um Crash-Test-Dummies, sondern um echte Menschen geht.

                                              Menschen mit Ambition, unterschiedlicher Auffassung von Fun und Erfolg. Trotzdem zwei Rivalen mit dem selben Ziel. Bei diesem Rennen stiehlt Daniel Brühl seinem Co-Star Hemsworth sogar öfters die Show. Denn schließlich erlebt Lauda nicht nur einen einzigartigen Aufstieg als Formel-1-Star, er übersteht auch eine der schlimmsten Katastrophen der Renn-Geschichte.

                                              Was nicht bedeutet, dass Brühl mit extremen Brandwunden-Make-up einen Vorsprung genießt. Nein, Brühl wirkt öfters wie der vielseitigere Charakter der beiden Kontrahenten. Er ist ein Perfektionist, ein Über-Fahrer, aber auch ein Streithahn, der wohl keine Freunde braucht. Dennoch findet auch ein Niki Lauda sein Glück.

                                              Hemsworth darf da mehr strahlen und ganz und gar in der Rolle der Glamour-Seite des Sports aufgehen. Auch wenn Hunt nie zur Karikatur eines selbstverliebten Dödels mit Talent wird. Siehe dazu den Absatz mit den zwei Hälften.

                                              "Rush - Alles Für Den Sieg" ist wieder zum Meisterstück des Ron Howard geworden. Eine rauschende – Wortwitz voraus! – Geschwindigkeits-Orgie, die alle Stärken moderner Hollywood-Anstrengung in Sachen Technik mit dem intimeren Einblick in die Seelenwelt gleich zweier Legenden verbindet. Howard packt sein Publikum, reißt es mit und verliert dabei dennoch nicht die Personen und ihre Zeit aus den Augen.

                                              Ein wirklich starkes Biopic, eine umwerfende Erfahrung und ein rasant actionreicher Rennfilm. Ich bin schon gespannt, welchem Thema und welchen Helden Ron Howard als nächstes ein solch imposantes Denkmal setzen wird.

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                                                Stimmungsvoller Rennsportfilm, der auf sehenswerte Weise sportlichen Ehrgeiz und die Faszination des Rennsports auf den Zuschauer zu übertragen vermag. Untermauert von guten schauspielerischen Leistungen, der tragenden Musik von Hans Zimmer und einer gewohnt souveränen Inszenierung von Ron Howard, ergibt sich ein guter Film - nicht nur für Formel 1-Fans (der ich nicht bin).

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                                                  Otto Normal 22.09.2015, 01:44 Geändert 21.07.2016, 11:07

                                                  Also, alles was recht ist, klischeehaft ist der Film sehr wohl! Niki Lauda muss dauernd als technik-genialer, plankalkülierender, fast Spock-ähnlicher "Kraut" (engl. Tonspur) oder "Kartoffel" (deutsche Tonspur) herhalten (dass er dann doch kein richtiger Deutscher ist, stört ja niemanden) und James Hunt kriegt dauernd alle Babes ab und ist nur Gefühl und Körper. Und das soll kein Klischee sein?

                                                  Aber das macht gar nix, der Film ist super. Ob Niki nun realistisch dargestellt ist oder nicht, jedenfalls gehörte er zu den wenigen Rennfahrern, die damals jedes Kind, und also auch ich, kannte. Der Rennzirkus war damals unendlich viel packender als die dröge Scheiße von heutzutage. Ich meine, Michael Schuhmacher war schon in den 90ern spießig und danach wurde es nur noch schlimmer, oder? Naja.

                                                  Des öfteren liest man hier, Nicki würde im Film das perfekte Arschloch verkörpern. Aber so arschlochmässig kommt er mir gar nicht vor. Ungefähr so wie Hunt auch. Vielleicht liegt's daran, dass ich auch ein Kraut bin, aber mir liegt der Typ von Anfang an.
                                                  Dazu kommen die wundervoll wilden Rennwagen der 70er und eine mitreissende Handlung. Daniel Brühl ist diesmal ausnahmsweise _wirklich_ ein toller Schauspieler, was für mich bedeutet, dass er nicht sich selbst spielt, sondern sich komplett verwandelt. Rundum klasse Film! Und vielleicht bester Sportfilm aller Zeiten! Was aber auch daran liegt, dass Sportfilme fast immer Müll sind.

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                                                    Ich kann mit Formel 1 eigentlich überhaupt nichts anfangen, dennoch schafft es Ron Howard mich voll zu überzeugen und eventuell dem Motorsport mal eine Chance zu geben! ;-) Mein vollen Respekt an Daniel Brühl, der die Rolle des mega Arschlochs Niki Lauda mit einer absoluten Perfektion speilt - Muss ihm erstmal jemand nachmachen!