Samsara

Samsara (2011), US Laufzeit 102 Minuten, FSK 0, Dokumentarfilm, Kinostart 23.08.2012


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7.2
Kritiker
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7.9
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22 Kommentare
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von Ron Fricke

Samsara ist eine Dokumentation über den Kreislauf des Lebens, die vor allem über aufwendig inszenierte Bilder im hochauflösenden 70mm Bildformat beeindrucken will.

Die Macher von Baraka sind zurück: Ron Fricke und Mark Magidson liefern in ihrer Dokumentation Samsara beeindruckende Bilder und zeigen uns den Kreislauf des Lebens. Die auf allen fünf Kontinenten gedrehte Dokumentation Samsara kommt völlig ohne Dialoge aus und wird von den Machern als ‘geführte Meditation’ bezeichnet.

Hintergrund & Infos zu Samsara
Der Filmtitel Samsara ist ein Wort, das aus dem Sanskrit (eine Form des Alt-Indischen) stammt. Es beudetet so viel wie ‘der immerwährende Zyklus des Seins’ bzw. ‘der Kreislauf von Werden und Vergehen’.

Die Dreharbeiten zu Samsara nahmen eine Dauer von fünf Jahren in Anspruch. Die Dokumentation wurde in einem relativ aufwendigen Produktionsverfahren auf 70mm-Film gedreht. Dieses (analoge) Breitfilmformat wird für Spielfilme nicht mehr sonderlich häufig genutzt. Der letzte Film, der komplett auf 70mm-Film gebannt wurde, lag zum Veröffentlichungszeitpunkt von Samsara (2012) bereits über zehn Jahre zurück.

Lisa Gerrard (Frontfrau bei Dead Can Dance) und der Filmkomponist Michael Stearns steuerten den Soundtrack zu Samsara bei. (AP)

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Kommentare (20) — Film: Samsara


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LeonP

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ich habe noch nie einen so mitreißenden Film gesehen. Es sind so großartige Impressionen für Augen und Ohren, man wird wie in eine andere Welt versetzt. Der Film zeigt wunderschönes und schlechtes, er kritisiert und lobt und zeigt die verschiedensten Lebensformen auf dieser Erde. Der Film ist wie eine kleine Weltreise, man spürt sogar fast die Orte an die man mitgenommen wird. Dieser Film ist einfach nur faszinierend.

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Otto Normal

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Augenfutter, dass jedem neuen Beamer beiliegen sollte. Blastet das Hirn genauso wie "Baraka", ist aber erschreckender und bizarrer. Lehrt mich mal wieder, dass die Menschen einfach viel viel weniger tun sollten. Und viel viel mehr nichtstun.

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boogienator3000

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Bewertung10.0Herausragend

Was für eine Bild- und Tongewalt...

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Sinneast

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Bewertung7.5Sehenswert

Die menschliche Kultur in gestochen scharfen Bildern, mit all ihren Kontrasten, untermalt mit entspannter Musik. Nein, das ist keine Einladung zum filmischen Meditieren, denn die Kontraste zwischen Naturmensch und vom Kaptialismus zerfressenen Westmenschen laden zu einer wortlosen Debatte ein. Eine weitere mahnende Erd-Doku in Hochglanz. 7,5 / 10

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Marvin Pietsch

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Samsara ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 2011. Trotz nicht vorhandenem Sprecher, erzählt Samsara einzig und allein durch eine Aneinanderreihung von Filmaufnahmen aus 25 Ländern den Kreislauf des Lebens mit allen möglichen Aspekten. Krieg, Religion und Prostitution sind unter anderem Themen die angerissen werden und den Zuschauer mit teils unangenehmen Bildern zum denken anregen. Samsara ist ein absoluter Rausch der Gefühle mit Bildern, die man so noch nie gesehen hat.

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longus69

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Bewertung9.5Herausragend

Auch wenn Samsara bei verschobenen Anteilen, bildtechnisch aufgeputscht und mit mehr Hang zum Neuzeitlichen und Skurrilen ausgestattet ist, verweise ich auf meinen Kommentar zu Baraka...

"Bilder von erhabener und schrecklicher Schönheit... Die wunderbare Herrlichkeit des blauen Planeten und der ignorate Irrsinn, aber auch die enorme Schöpfer- und Willenskraft und Erdverbundenheit seiner Bewohner im hocheffizienten (und perfekterweise hochauflösenden) Rundreise-Paket mit Trip-Charakter... Ergreifend...
Bewusstseinserweiternde Substanzen zuträglich ;-)... "

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spackmat

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Einer dieser Filme, die man nach fünf Minuten erst mal anhalten muss, um zu überlegen, ob irgendwo noch ein Elektromarkt geöffnet hat, damit man schnell noch einen viel viel größeren Fernseher kaufen kann. Und auf dem Weg müsste man auch noch irgendwie an Drogen kommen. Dann macht man ihn aber wieder an im vollen Bewusstsein darüber, dass das eigentlich reine Verschwendung ist.

Im Ernst: Die Bilder sind gewaltig, die Musik meditativ und verstörende Bilder von Massentierverarbeitung und Co. kommen erst später dazu. Im Gegensatz zu Koyaanisqatsi und Naqoyqatsi wird Samsara aber bei weitem nicht so heftig und anklagend, sondern tritt eher wertneutral an den Zuschauer heran, soweit das eben geht bei den Bildern. Irgendwie ist aber auch die heftige Trippigkeit der alten Filme aus den 80ern etwas verloren gegangen: weniger verstörend, aber auch weniger faszinierend und weniger eindringlich.

Ich schlafe für gewöhnlich bei all diesen Filmen irgendwann ein, Baraka habe ich in mehreren Anläufen nicht komplett sehen können. Auch für Samsara brauchte ich zwei Etappen.

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MrDepad

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Bewertung7.5Sehenswert

"Samsara" ist eine Dokumentation von Ron Fricke, bei der sich durch einen Bilderrausch ein fast meditatives Erlebnis entfaltet.
Eine wirkliche Story gibt es in dem Film nicht, zudem sind die gezeigten Bilder nicht wirklich zusammenhängend. Fricke hat in 25 Ländern gedreht und bietet dem Zuschauer dadurch einen Einblick in das gesamte Weltgeschehen. Das Ganze kommt dabei komplett ohne Dialoge aus, nur einzelne Klänge und Melodien begleiten die bombastischen Bilder. Trotzdem gibt es hier nicht nur schöne Themen zu bestaunen, denn in einigen Szenen wird auch offen am Verhalten der Menschen Kritik geübt, wie man zum Beispiel in Aufnahmen aus der Massentierhaltung und Schlachtung bedrücken zu sehen bekommt.
"Samsara" bietet bombastische Bilder, die einen auf eine meditative Reise ins Weltgeschehen mitnehmen. Meine Wertung fällt zwar nicht allzu hoch aus, da eine wirkliche Story oder ein Spannungsbogen komplett fehlen und die 105 Minuten daher mit einigen Längen behaftet sind, der Film ist aber trotzdem eine Empfehlung für Leute, die mal wieder ein Fest für die Augen erleben möchten.

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Mimuschka

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

ein film ohne worte, ohne story. vielmehr eine den "normalen kinogänger" herausfordende meditation über das leben, die welt im allgemeinen, die schönen dinge vs die schattenseiten des kapitalismus, seltsame ausgeburten der technik vs kulturelle traditionen. kameragott ron fricke (koyaanisqatsi) liefert einige der beeindruckensten und faszinierensten bilder die bis dato gedreht wurden um damit zum nachdenken über die eigene umwelt und seine stellung darin anzuregen. extreme zeitraffer/zeitlupen-aufnahmen gewähren einen ungewohnten blick auf vertraute dinge, die dadurch entfremdet werden und man so zur erneuten reflexion stimuliert wird. die kombination von gegensätzlichen sequenzen verführt im dadurch entstehenden gedanklichen konflikt zu überraschenden assoziationen, man ist gar versucht einen einfluss der eisensteinschen montage-theorie zu vernehmen.
ein film dem man sich in gänze hingeben muss, den man nicht zwischendurch schauen kann, ein film der die leinwand oder zumindest einen großen bildschirm benötigt, damit er zu diesem besonderen spirituellen erlebnis anwachsen kann zu dem er prädestiniert ist. ansonsten verfällt man wohl schnell der fehleinschätzung es lediglich mit einem "HD-werbefilm" ohne nährwert zu tun zu haben.

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Mimuschka

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ja, einmal die teilweise nervige eso-new-age musik und dann finde ich bleibt die kritik doch eher an der oberfläche. etwas weniger anspielungen auf religiöse/spirituelle dinge hätte ich auch gut gefunden. kommt insgesamt nicht an koyaanisqatsi ran.


fleeting

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ok, schade.


tom777

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Samsara ist kein Film im klassischen Sinne,es ist ein Erlebnis.
Eine Bild-gewaltige Odyssee,weder Spielfilm noch Dokumentation im klassischen Sinne die vollkommen ohne Dialoge oder herkömmliche narrative Erzählstrukturen auskommt und ganz im Stil von Regisseur Ron Frickes Film Baraka aus dem Jahre 1992 den geneigten Rezipienten in einen Visuellen Rausch versetzen kann der seinesgleichen sucht.
Zwar sind einige der beeindruckenden 70 mm Aufnahmen etwas forciert und so manches wird der ein oder andere bereits in ähnlicher Form gesehen haben,aber wohl selten in dieser Pracht,die natürlich auf der großen Leinwand besonders gut zur Geltung kommt und nach Möglichkeit auch dort gesehen werden sollte.

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loveissuicide

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Bewertung9.0Herausragend

Dokumentarfilm ist das zwar keiner, eher ein mbewegter Bildband, aber was für einer! Die meisten gezeigten Aufnahmen sind echt imposant. Die Erde ist ein so kleiner Planet im schier unendlichen Universum, wir sind eigentlich nichts bezüglich des Ganzen, aber die Vielfalt auf diesem Planeten ist zumindest für unsere Begriffe wirklich einmalig. Geboten werden großartige Naturaufnahmen, Bilder der Verwüstung, verstörende Bilder von Tierfabriken, und sogar banale Einkaufsszenen werden zu etwas besonderem, wenn man sie im Zeitraffer abspielt. Ich war ca.100 Minuten lang fasziniert davon, was der Planet zu bieten, sei es im - aus unserer Sicht - guten oder schlechten.

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kristallrainer

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der Film fesselt einen mit seiner Bildgewalt von der ersten Minute. Die Vielfältigkeit der Aufnahmen - auf einer Reise quer durch die Welt - veranstaltet mit dem Zuschauer genau das, was den Kern des Kinoerlebnis darstellt: Emotionen werden geweckt : Fernweh,Staunen über die Schönheit unseres Planeten, die unfassbar ästhetischen Dinge, die der Mensch erschuf, aber auf der anderen Seite auch Wut,Fassungslosigkeit und Hass über die schrecklichen Auswüchse die der Kapitalismus in vielen Teilen der Welt angerichtet hat und und auch im Moment anrichtet!
Sicherlich haben in der Vergangenheit viele Filme es geschaft,grandiose Bilder geliefert aber künstlerisch wertvolle wie "Samsara" kann ich an einer Hand abzählen. Das Rad wird nicht neu erfunden, aber wenn man sich auf den Film einlässt wird man ganz sicher verzaubert. Ob man eher zu Action,Komödie oder Drama tendiert,spielt dabei keine Rolle.

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VisitorQ

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Bewertung7.5Sehenswert

Ganz im Stile von Koyaanisqatsi eine unglaubliche Reise durch die Welt, den Kreislauf des Lebens und des Mensch seins. Erzählt wird alles mit tollen Bildern und wuchtiger Musik. Auf jeden Fall ein Erlebnis diesen Film im Kino sehen zu dürfen. Wer die Chance hat diesen Film im Kino zu sehen, sollte sie sich nicht entgehen lassen. An die brachiale Gewalt von Koyaanisqatsi kommt Samsara zwar nicht heran, ein verdammt packender Film der einen benommen aus dem Kino gehen lässt, ist Samsara aber definitiv immer noch.

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zweiterjanuar

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

was für ein seltsames Lebewesen der Film doch zeigt

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annaberlin

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Beeindruckender Stream von einzigartig gefilmten 70mm-Bildern aus der ganzen Welt mit einer buddhistischen Einfärbung. Großartige Bilder und sehr zu empfehlen fürs Kino. Je größer die Leinwand, desto besser!

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Joone44

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Ach Menno...der läuft bei mir nicht im Kino. :/


annaberlin

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Sehr schade!


Polyptoton

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Bewertung2.0Ärgerlich

Der Trailer von Samsara hat mich wirklich beeindruckt, die tollen Bilder haben einfach Lust auf mehr gemacht - vom eigentlichen Film wurde ich jedoch bitter enttäuscht.

Sicher sind die Bilder wirklich atemberaubend: tolle Perspektiven, Ultraweitwinkel-Aufnahmen, Bilder aus der Luft und alles sehr hochauflösend. (Wobei die Postproduction viel zu übertrieben an der Sättigung, usw. gedreht hat.)
Die Qualität der Aufnahmen hinterlässt jedoch neben wenigen Bildern den einzig positiven und bleibenden Eindruck, den ich nach einer Woche nach dem Kinobesuch noch habe. Der Film ist so Getränkt von Effekthascherei, das jedem differnziert wahrnehmenden Menschen nur überl werden kann und zeigt auf beeindruckende Weise, das Mehr manchmal weniger ist.

Daneben wird Samsara weder einem dokumentarischen Anspruch gerecht, noch vermag der Film eine Geschichte zu erzählen, noch einen Spannungsbogen aufzubauen, noch einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

Die Komposition der einzelnen Szenen hat sich mir leider nicht erschlossen. Die Szenen werden lediglich auf seltsam infantile Art nach Topoi wie "Gestein", "Menschen", "Slums", "Wasser", usw. geordnet. Dabei wird dilettantisch und oberflächlich versucht, Samsara (Der Begriff bedeutet in Sanskrit "beständiges Wandern" und weist gewisse Berührungspunkte zu "Ying und Yang" auf) darzustellen - hier und da werden neben den oben erwähnten Topoi auch ein Paar Gegensätze gezeigt, die Anfangsszene wird auch am Ende wieder aufgegriffen. Dümmlich und platt schreit einen der Film an: "Es gibt so viel Einzigartiges auf dieser Welt und doch ist Alles eins.

Abgesehen davon muss man die Zusammenstellung als beliebig, belanglos, emotionslos und langweilig bezeichnen. Größtenteils werden typische Postkartenmotive und bekannte Sehenswürdigkeiten gezeigt, das in häufig viel zu schnellen Schnitten und mit schlechten Übergängen. Der vermeintliche rote Faden ist nicht vorhanden oder so stümperhaft gestrickt, dass man ihn sich am Liebsten als um den Hals hängen möchte.

Die Filmmusik war dabei die größte Tortur. Nach den ersten 30 Minuten, hätte ich fast das Kino verlassen, so genervt war ich von der "Musik": Eine furchtbare Dauerbeschallung hauptsächlich durch sphärische Klänge. Fünf bis zehn Minuten kann man sich die typische Dokumentarfilm-Mucke reinziehen, aber Samsara hat den Bogen definitiv überspannt. Nichts gegen Keith Jarrett und Co aber auf Dauer ging das nicht nur mir auf den Geist. Etwa zwei bis dreimal konnte ich aufatmen, als die Bilder endlich auch mal ohne "musikalische" Untermalung und nur mit Hintergrundgeräuschen ihre Wirkung entfalten durften. Doch diese Momente währten nicht lange.
Gegen Ende wurde die Filmmusik deutlich besser, auch mal etwas schneller, abwechslungsreicher, so wie im Trailer. Dies vermag jedoch nicht das nervige Gefühl der ersten 30-40 Minuten aufzuwiegen (Ich war noch nie von Filmmusik genervt).

Mark Magidson und Ron Fricke haben fünf Jahre lang teils wundervolle Aufnahmen gemacht, diese zusammen mit esoterischer Musik und dem Begriff Samsara in die Gulaschkanone gehauen und am Ende diesen Film in die Fressnapf der HD-geilen Zuschauer geklatscht. Schade.

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Monsieur Hulot

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LOL, auch wenn mir der film deutlich besser gefallen hat als dir, definitiv ein herrlich scharfzüngiger Kommentar. Ich sehe ähnliche Schwächen, aber empfinde sie nicht als ganz so verheerend.


Sonse

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Bewertung9.5Herausragend

Vor bald zehn Jahren war ich im Outback, ich dachte Uluru, den Stein in der Mitte, den nehme ich einfach so mit. Nichts hatte mich darauf vorbereitet wie sehr mich der Monolith umgeben von nichts beeindrucken würde. Ich hätte ihn am liebsten statt einen Tag lang noch mehrere Wochen aus allen Winkeln, in allen Wetterlagen und Lichtverhältnissen fasziniert angestarrt. Ich wollte ihn gar nicht berühren aus Angst etwas zu zerstören, ich wollte ihn einfach nur bewundern. Keine Fotografie, keine Aufnahme wird dem Felsen gerecht. Ein ähnliches unbeschreibliches Erlebnis war es vor wenigen Jahren auf einem Flug nach Seoul die kleine ovale Verdunkelungsscheibe meines Fensters hochzuschieben und dank Sonnenaufgang aus großer Höhe über das Altai-Gebirge und die Wüste Gobi zu fliegen und als passendste Geräuschkulisse des Bordradios Vivaldis Vier Jahreszeiten volle Möhre in der Endlosschleife auf den Ohren zu haben - von schneebedeckten Gipfeln zu schroffen, roten Felsen hin zu endlosen Dünen, die bis zum Horizont ein einheitliches Muster bildeten, endlose Menschenleere, nur selten durchbrochen von einer geraden Nord-Süd-Linie, von welchen ich noch heute vermute, dass es sich um Pipelines gehandelt haben muss. Bis die große Wolkenwand um Beijing begann, war dies ein majestätischer Anblick, den ich niemals vergessen werde. Was sagt Arroway im unterschätzten "Contact"? "No... no words. No words to describe it. Poetry. They should've sent a poet. So beautiful. So beautiful... I had no idea..."

Warum erzähle ich das an dieser Stelle? Weil Ron Frickes Filme einen ähnlichen Bereich in meinem Hirn aktivieren. Sie sind keine Filme, sie sind Erlebnisse. Keine wirklichen Dokumentationen, sondern meditative Klang- und Bildwelten ohne Dialoge, die mich wie einen Sog in sich ziehen. Zwanzig Jahre nach "Baraka" (1992), den mir ein Filmfan auf einer Farm in Grafton (Oz again) zu meinem 20. Geburtstag zeigte, kommt Ron Frickes Fortsetzung "Samsara" in die Kinos und ermöglicht es mir damit endlich einen seiner Filme auf einer großen Leinwand zu sehen. Wieder war er auf der ganzen Welt unterwegs und es ist Fricke und seinem Team gelungen ein stimmiges Folgestück zu "Baraka" zu schaffen, ähnlich und doch anders und neu - mir Dinge und Flecken auf der Erde zu zeigen, die ich noch nie gesehen habe und wenn, dann nicht auf diese Weise. Über die 70mm Aufnahmen und die ganze Technik dahinter sollen andere schreiben, ich kann nur versuchen meine Erfahrung mit "Samsara" (das immer drehende Rad des Lebens) in Worte zu fassen.

Nach Ende der Vorstellung beschrieb eine sehr alte Dame, die in der Reihe hinter mir saß ihr Erlebnis mit einem schlichten, überwältigten "Wooooow". Die meisten Passagen des Films über wollte ich wie schon bei "Baraka" eintauchen in die Bilder, mich in die Sanddünen, die in verlassene Häuser eingedrungen sind, werfen, die Gesteinsrillen der Bergschluchten und das mit Farbpartikeln durch die Mönche gebaute Rad des Lebens berühren... "Samsara" wie schon "Baraka" füllt mich in seinem Fluss von Geburt, Tod, Natur, Kultur, Kunst, Technik, Bauten und Menschen, immer wieder Menschen, von einzelnen wie sie mich anstarren hinzu in einem Frame einmal an die zwei Millionen Menschen auf einmal - mit Lebenslust und gefühltem Verständnis für die Welt und mit unzähligen persönlichen Assoziationen, Ideen und Gefühlen. Aus diesem Grund mag ich die Filme am meisten, wenn sie mir die Deutung gänzlich überlassen und ich das Gesehene mit einem neutralen "Es ist was es ist" wahrnehmen kann. Selten, aber doch, durchbricht Fricke dies mit für mich zu stark kommentierenden Bildern, wie hier in "Samsara" z.B. die weinende Geisha, welche für mich eine Wertung transportieren, die ich ungern vorgekaut haben möchte. Dies war vor allem in der zivilisationskritischen Qatsi-Trilogie von Godfrey Reggio, Ron Fricke war u.a. für die Kamera von "Koyaanisqatsi" (1982) verantwortlich, der Fall. Frickes eigene Filme habe ich immer vorgezogen, weil sie sich anders anfühlen, mich umfassender ansprechen und deshalb ist mein einziger Kritikpunkt an diesen unvergleichlichen Meisterwerken, dass ab und zu solche wertenden quasi Qatsi-Aufnahmen ihren Weg in seine Filme finden.

Tarsem Singh hat eines der besten Augen für Bilder unter allen Filmemachern und sich in meinem Liebling "The Fall" nicht umsonst eindeutig von "Baraka" inspirieren lassen. Wer sich wiederum unbedingt ein Scheibe von Frickes Filmemachen abschneiden sollte, und jetzt mögen einige aufschreien, ist Terrence Malick. Der mit seinem misslungenen ersten und letzten Akt von "The Tree of Life" das versuchte, was Fricke & Co. nun bereits zwei Mal geschafft haben, ohne CGI, Einblendungen, Voiceover und prätentiösem Holzhammer.
Auf "Baraka" und "Samsara" muss man sich einlassen und man wird mit unvergleichlichen Filmerfahrungen belohnt werden, für die Bilder kann die Leinwand gar nicht groß genug sein - schaut euch also "Samsara" noch im Kino an, solange ihr die Chance dazu habt.

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Sonse

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Da mittlerweile zu offtopic, verlagere ich meine Antwort mal auf dein Profil. :)


Miss Kubelik

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Haha, sehr gute Idee ;)


Raccoon

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vorgemerkt

Na hopalla:eine Vorhersage von 10?! Den muss ich wohl weiter beobachten...

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Sonse

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Der läuft gar nicht großartig in Programmkinos, sondern zu meiner Überraschung scheinbar vor allem in den Ketten, wie z.B. diversen Cinestars.


Beeblebrox

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Also Sonse. Das gute Cineplex im Mainfrankenpark in Dettelbach solltest du nicht unterschätzen. Vermutlich das Kino mit der differenziertesten Programmauswahl im Umkreis von Würzbug - wenn das Central außer Acht gelassen wird. ;)


chaoSimkozmoS

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Bewertung9.0Herausragend

Die endlosen Sanddünen Namibias, ein Toter in einem Sarg in Pistolenform, die verstörende Performance eines Künstlers, der sein Gesicht mit Schlamm einreibt, seine plötzlich entstellte Fratze, burmesische Tempel im Morgendunst, ein magischer, auch verstörender, assoziativer Bilderrausch.

Das Kino als Tempel und ein Film als quasi-spirituelles Erlebnis. „Samsara“, der ewige Kreis des Lebens im Buddhismus, das Werden und Vergehen. Wie auch im Vorgänger „Baraka“ werden beeindruckende Naturbilder dem ewigen Gewimmel der Menschheit gegenübergesetzt. Werden mit Rhythmus und der Verknüpfung von Bildern Beziehungen hergestellt und Emotionen hervorgerufen. Samsara aber kreist um dunklere Themen, das Vanitas-Motiv rückt in den Fokus, das Vergehen, im einfachen Vergehen vom Zeit, als Vergänglichkeit, aber auch als das moralische Vergehen an der Umwelt.

Für die Filmemacher Ron Fricke und Mark Magidson ist Samsara eine geführte Meditation, der Zuschauer sitzt in einem abgedunkelten Raum vor einer riesigen Leinwand, es fehlen die Störreize, ja es fehlt sogar jedes Voiceover, manchmal wünscht man sich einen Sprecher, um durch die Beschreibung des Gezeigten eine intellektuelle Distanz aufbauen zu können. Der Film, die Bilder, werden zu etwas Unmittelbaren, dem man wehrlos ergeben ist, man taucht ab und staunt und fürchtet.

Es war ein langes Warten, jahrelang, gar jahrzehntelang, nun sitzt man in der Premiere, die nicht einmal ausverkauft ist, es ist mehr ein Erleben als ein Sehen. Anderthalb Stunden sitzt man gebannt im Kinosessel, es funktioniert, weil die Bilder, die wir hier sehen, unglaublich sind in ihrer betörenden Schönheit und belastenden Grausamkeit. Die unbeschreibliche Intensität des Gezeigten ist zugleich in seiner Plakativität die größte Schwäche des Filmes. Fast ein wenig platt und einfach wirkt mancher Schnitt, zu offensichtlich. Eine Gratwanderung, im dargestellten Leid und Elend fast ein wenig voyeuristisch. Auch die Musik ist groß und bedeutungsschwer, dabei liegt die Kraft oft in der Zurückhaltung, wie im unglaublich intensiven, starken Blick einer Fabrikarbeiterin. Das ist das Geniale, wie die unvergleichliche Affen-Szene zu Beginn von Baraka.
Samsara, ja, aber freilich kein Leben und Vergehen wie wir es erleben, wir betreten den symbolischen Raum, es sind große Bilder als Metaphern für das alltägliche Werden und Vergehen: exemplarisch nicht dokumentarisch.

Der Film wurde wieder im herausragenden 70mm-Filmformat gedreht, das trotz seines stolzen Alters von 50 Jahren die beste Bildqualität liefert, die derzeit möglich ist. Im Schnittraum gab es die Musik noch nicht, dem fertig geschnittenen Film, dem Rhythmus der Bilder, wurde das musikalische Kleid geschneidert. Der Film ist nonverbal, 25 Länder wurden in fünf Jahren bereist, Mondphasen abgewartet oder das ganz bestimmte Licht, das Regisseur Ron Fricke für seinen Film haben wollte. Das Warten hat sich gelohnt, auch wenn Samsara nicht ganz das Niveau von Baraka erreicht. Vielleicht weil es nichts Neues mehr ist, vielleicht weil mit der deutlich verkürzten Schnittfolge ein wenig die, in der Ruhe liegende, Kraft verloren gegangen ist, vielleicht weil manches Bild, mancher Schnitt zu direkt ist. Aber dennoch, auch Samsara ragt heraus, mit seinen Bildern, die emotional aufwühlen, mit einer stummen Bildsprache, die universell verständlich ist, das organische der Bildfolge, das wandernde Licht und die wandernden Schatten, die Entrüstung im Gesicht eines Kindes über das plötzliche nasse Kühl bei einer Taufe, bei anderen das selige Lächeln, hunderttausende Pilger in Mekka, eine Massenchoreografie im Rhythmus des Gebets. Aber auch das entstellte Gesicht eines Irakkrieg-Veterans oder Massentierhaltung in China. In diesem allumfassenden Kontext hat nur Vorgänger Baraka die Welt gedacht. Der Film will nicht mahnen, nur zeigen, das Leben in all seinen Facetten, natürlich kann er dennoch persönlich als zutiefst mahnend empfunden werden, aber die Filmemacher - und das ist konsequent - wollen den Film nicht als politischen Film verstehen, er bleibt Meditation über Leben, Tod und Wiedergeburt.

Am Ende kehren wir zu einem Bild aus der Eingangsequenz zurück: Ein Mandala aus buntem Sand, buddhistische Mönche, die in mühsamer Kleinstarbeit fast Körnchen um Körnchen auftragen, ein kompliziertes, symbolisches Muster entsteht. Das nun vollendete Meisterwerk wird kurz betrachtet und zusammengekehrt: Alles ist vergänglich.

+++ http://freres-lumiere.tumblr.com/ +++

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chaoSimkozmoS

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es ist ein visuelles meisterwerk ohnegleichen! die reine perfektion =) ich schau ihn mir auch nochmal 4k an!^^


Cinematic

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Da bekommt der Begriff: Bilder sagen mehr als 1000 Worte eine ganz neue Bedeutung !!! :)


Cinematic

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Es gibt nur eine Handvoll Filme die das Prädikat besonders Wertvoll erhalten haben..Und SAMSARA gehört genau wie BARAKA zu den Filmen die diesen Titel verdient haben meiner meinung nach :)

Allein schon erstmal wegen der Hochauflösenden HD Spur in 8k und zum anderen endführen uns die beiden an Orte wo ein normaler Mensch fast nie hinkommt geschweige denn so zu gesicht kriegt :)

Wer die möglichkeit hatt sich diesen Visuellen Film im IMAX anzuschauen sollte das auf jeden fall tun :)

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