Samstagnacht bis Sonntagmorgen

Saturday Night and Sunday Morning (1960), GB
Laufzeit 85 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 15.03.1961

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- Kritiker
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von Karel Reisz, mit Albert Finney und Shirley Anne Field

Das Wochenende ist die schönste Zeit für den etwas großspurigen Fabrikarbeiter Arthur Seaton. Das mühsam erarbeitete Geld gibt er für Bier und Kino aus. Mit Brenda, der Frau seines Arbeitskollegen, hat er ein Verhältnis. Auch die hübsche Doreen würde er gern ins Bett kriegen, aber die will eine ernsthafte Beziehung, kein flüchtiges Abenteuer. Als Brenda schwanger wird, kommt nur eine Abtreibung infrage. Doch dann erfährt Brendas Mann von der Affäre.


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Kommentar — Film: Samstagnacht bis Sonntagmorgen

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Abronsius

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"All I want is a good time. The rest is propaganda"-immerwährende Auflehnung,das ist Arthur Seaton. Sein Stück vom Himmel reicht von"Samstagnacht bis Sonntagmorgen".
Im schlichten Schwarz-Weiß-Stil, genial begleitet von John Dankworth (u.a.Theme-Mit Schirm, Charme und Melone),beschreibt Karel Reisz ohne viel Tamtam das englische "Lumpen- und Wohlstandsproletariat". Neorealismus und Nouvelle Vague, in England nannte man es wahlweise "Free Cinema" bzw."New Wave". Antianbiedernd und antiillusionistisch, verwurzelt im Banalen, im wirklichen Leben,hier liegen u.a. auch die Wurzeln für spätere engl.Meisterwerke.
Albert Finneys Verkörperung des Angry Young Fabrikarbeiters,der über den Schmerz,den er selbst erleidet und den er anderen zufügt, (vielleicht?) zu neuen moralischen Einsichten kommt, ist auch fünfzig Jahre nach Entstehung des Films verblüffend eindringlich.Heutige Jungdarsteller sollten einen Vergleich eher scheuen. Fast könnte man in der Hauptfigur Arthur Seaton den Urvater der "No Future" Bewegung sehen-fast. Desillusioniert und ohne Rücksicht auf Verluste hat er nur den eigenen Genuß im Sinn, über Klassenschranken oder Karrierehürden können andere humpeln.
Die Sicht auf die Innenwelten der Nebenfiguren ist recht gut ,nur Arthur kommt man einfach nicht auf die Schliche.Für mich bleibt er ein verstörendes Rätsel.Immer noch-oder wieder- frisch wirkendes Umstands- und Milieukino.
No Oscar Please, We´re British. Finney war bisher 5x für den Oscar nominiert und könnte R.Burton, der 7x nominiert war, noch einholen. Gut, O’Toole war 8x nominiert und bekam irgendwann den Ehrenoscar-damit hätte er die Akademie verprügeln sollen. Egal, ist eh nur ein Ego-Korsett und Werbebanner.

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patcharisma

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Den möchte ich jetzt auch mal sehen... Cool Writing... ;-)


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