Sass - Die Meisterdiebe

Sass - Die Meisterdiebe (2001), DE
Laufzeit 112 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 27.09.2001

3.3 Kritiker
5 Bewertungen
Skala 0 bis 10
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2 Kommentare
Sass - Die Meisterdiebe - Bild 24809
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von Carlo Rola, mit Jürgen Vogel und Ben Becker

Die Gebrüder Franz und Erich Sass haben es im Berlin der 20er Jahre weit gebracht: aus den Söhnen einer bürgerlichen Familie sind wahre Volkshelden geworden! Und das alleine dadurch, daß sie sich einen Namen als Einbrecher gemacht haben und der Polizei wieder und wieder durch die Lappen gehen, obwohl eigentlich jeder weiß, daß sie die Täter sind.

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Kommentare (2) — Film: Sass - Die Meisterdiebe

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maslobojew

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Bewertung5.0Geht so

Hübchen, Becker, Sander, Vogel. Schon mal vier Gründe und die Überlegung, dass die Summe daraus noch mehr bedeuten könnte.
Beim Gucken fällt mir dann auf, dass ich hier nicht mehr sehe als an eine Ansammlung von Versatzstücken aus dem Paten, den Commedian Harmonists und ich weiß nicht was.
Das Komödienhafte und dadurch bedingt die oberflächliche Darstellung der Einbrüche, teils noch untermalt mit klamaukartiger Musik finde ich völlig unpassend. Hinten raus wird der Streifen überzeugender, weil mehr und mehr das Tragische in der Geschichte überwiegt und man näher an die Figuren kommt.
Technisch ist der Film auch nicht schlecht gemacht, finde ich. Kulisse und Kostüme lassen einen schon in die Zeit eintauchen.
Unter dem Strich ist das leider aber alles nicht packend genug, wäre der Film nicht mit dieser Besetzung gekommen, ich hätte ihn wohl schon zwischendrin ausgeschaltet.

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infamia

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Die Brüder Franz (Ben Becker, "Comedian Harmonists") und Erich Sass (Jürgen Vogel, "Das Leben ist eine Baustelle") machen im Berlin der ausgehenden 20er Jahre die Tresore der großen Banken unsicher, denn sie sind innovativ: Erstmals in der Kriminalgeschichte benutzen sie einen Schneidbrenner, um einen Geldschrank zu öffnen. Kriminalsekratär Fabich (Henry Hübchen, "Sonnenallee") ist ratlos: Zwar fällt schnell auf, daß die kleine Autowerkstatt der Brüder Sass wohl kaum genug Geld für den neuen Mercedes abgeworfen haben kann, aber die Indizien reichen nicht aus. Mit der typischen Berliner Schnauze winden sich die Brüder aus jedem Verhör heraus. Nachdem sie einen Teil ihrer Beute im Arbeiterviertel Moabit verteilen, werden sie auf der Straße offen als Helden gefeiert. Und auch die Oberschicht findet Gefallen an den unkonventionellen Aufsteigern, die ihr neues Leben in vollen Zügen genießen. Schnell wird der berüchtigte Ringverein "Immertreu" auf die Meisterdiebe aufmerksam und möchte seine Vereinskasse durch Schutzgelderpressung aufbessern. Doch die Brüder bleiben hart -- was ihrem Vater (Otto Sander, "Das Boot") das Leben kostet...

"Sass" beruht auf wahren Begebenheiten, auch wenn die 14jährigen Raubzüge der Gebrüder, die ihnen viele Millionen Reichsmark einbrachten, für den Film stark gestrafft werden mußten. Die Rollen sind bis zum letzten Statisten exzellent besetzt; endlich mal ein deutscher Film, der nicht mit Til Schweiger oder Heike Makatsch nervt. Ben Becker gibt sehr überzeugend den intellektuellen Lebemann Franz, sein jüngerer Bruder, der eher handwerklich-naive Erich, wird vom kaum wiederzuerkennenden Jürgen Vogel gespielt. Otto Sander glänzt in seiner tragischen Nebenrolle ebenso wie Traugott Buhre als Polizeipräsident Zörgiebel.

Der Film zeichnet ein dichtes Bild von der Atmosphäre der 20er Jahre, die einige wenige als "Die Goldenen Zwanziger" erlebten, die meisten aber als graues, von Dreck, Hunger und Armut geprägtes Jahrzehnt. Über allem schwebt bereits die dunkle Bedrohung des Nationalsozialismus... Die Kameraführung ist brillant, genau in den richtigen Szenen kommt die Handkamera zum Einsatz. Selbst die frivolen Ausschweifungen der Reichen und Mächtigen in den Wintergärten und Bordellen werden in sehr ästhetisch-erotischen Bildern eingefangen. Lediglich der irgendwie tubalastige Soundtrack trägt manchmal zu dick auf (Swing und Co sind halt nicht jedermanns Sache) und das Ende gerät ein wenig zu vorhersehbar und kitschig. Und leider wirken manche CG-Spezialeffekte extrem billig :(

Fazit: "Sass - Die Meisterdiebe" ist ein handwerklich (außer CG) sehr gut gemachter Film mit einer unterhaltsamen Geschichte und noch besseren Darstellern. Schade, daß er wahrscheinlich am Mainstream vorbeigehen wird.

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