Satansbraten

Satansbraten (1976), DE
Laufzeit 112 Minuten, FSK 16, Komödie, Drama

7.5 Kritiker
7 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.5 Community
64 Bewertungen
3 Kommentare
Satansbraten - Bild 6274703
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von Rainer Werner Fassbinder, mit Kurt Raab und Margit Carstensen

Walter Kranz, einst als Dichter der Revolution gefeiert, hat schon seit geraumer Zeit nichts mehr zu Papier gebracht. Seine nörgelnde Gattin und sein debiler Bruder, der mit im Haus lebt, tragen nicht gerade zur Verbesserung der Situation bei. Als ihm sein Verleger dann auch noch den Geldhahn zudreht, muss er dringend Geld beschaffen. Zunächst probiert er es mit legalen Geschäften, aber schnell wird klar, dass es viel effizientere Methoden gibt, um an Geld zu kommen. Um seinen großen Traum zu verwirklichen, würde Walter über Leichen gehen.


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Satansbraten

Ulrich Behrens

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9.5Herausragend

In „Satansbraten” steht einer der egozentrischen Ex-Ideologen der linkesten aller linken 68er Jahre im Zentrum des Geschehens, der Dichter Walter Kranz, den Kurt Raab in unübertrefflicher Weise „tanzen” lässt. Walter, der einstige „Dichter der Revolution”, bringt seit zwei Jahren nichts mehr zustande. Ständiger Geldmangel kennzeichnet die Situation, in der er, seine in jeder Hinsicht „auf der Stelle tretende” Angetraute Luise (Helen Vita) und sein psychotisch wirkender Bruder Ernst (Volker Spengler) leben, der jeder die skurrile „Familie” besuchenden Frau erst einmal an die Brustwarzen fasst und sich ansonsten mit dem Sammeln toter Stubenfliegen beschäftigt. Walter ist und bleibt das Zentrum dieses selbstzerstörerischen Häufleins Elend, weil er sich ständig selbst ins Zentrum stellt.

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Kommentare (2) — Film: Satansbraten

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BigDi

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Siehst du diese Pistole? Damit kannst du schießen." - "Fliegen schießen?" - "Nein, Fliegen sollst du ficken, nicht schießen."

Der Wahwitz von (möchtegern-)künstlerischer Arroganz und der Wahnwitz von der Umgebung dieser von Fassbinder zu einer kompromisslosen Groteske um die Forderung nach dem Erkennen des eigenen Genies vermengt, mit superb bescheuerten Dialogen unterlegt und mit einem bizarren Schluss gesegnet. Mit Ei bespuckte und kulturnotgeile Dichterverehrerinnen, an einer unerfüllbaren Lust auf Fliegen zugrunde gehende Schwachsinnige, unbefriedigte Nörgelehefrauen, nach Schmerz geifernde Liebhaberinnen und möchtegern-missbrauchte Traumaprostitütchen machen sich gut als Menschen-Streichel-und-Ekel-Zoo um den Protagonisten (arrogant und ekstatisch: Kurt Raab), der als Selbstdarstellungsekel durch seine eigene Niedergangs- oder doch Aufstiegsgeschichte schreitet und dabei auch mal Leichen als Stufen nach oben und zugleich unten nutzt. "Lachend in die bedeutungslose Apokalypse" ist das Motto und es wird zwar mit ein paar Hängern, aber letzten Endes doch überaus konsequent durchgezogen.

11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

jollyroger

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Sie, äh, Mensch, Sie!


Tenzing

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Das ist Fassbinder von seiner besten Seite. Überzogene Dialoge, Geschrei und ein überzeugender Volker Spengler. Das "Geld, Geld, Geld"-Geschreie und vielmehr noch das "Ach sooo?", das jede Figur des Films fragt, bleiben in Erinnerung. Der Film ist anstrengend anzuschauen, keine Frage. Aber lohnenswert schon allein für die Szenen, in denen Walter Kranz zu Stefan George wird.

23 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

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