Sátántangó
Sátántangó (1994), HU Laufzeit 450 Minuten, Komödie, Drama
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von Béla Tarr, mit László feLugossy und János Derzsi
Sátántango schildert in 450 Minuten die Geschichte eines Dorfes im Ungarn der 80er Jahre.
Cast & Crew
-
Béla Tarr
-
László feLugossy
-
János Derzsi
Regie
Schauspieler
- Genre
- Komödie, Drama
- Zeit
- 1980er Jahre
- Ort
- Ungarn
- Handlung
- Art House-Film, Bauernhof, Farm, Kommunismus, Landleben, Provinz, UdSSR
- Stimmung
- Berührend, Eigenwillig, Geistreich
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Filmdetails Sátántangó
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Kommentare (8) — Film: Sátántangó
Kommentar schreibenDerDude_ 2012/05/27 14:31:08
Kommentar löschen"Satantango" ist das filmische Pendat zum Mount Everest.
Endlos. In jeder Hinsicht. Schon die erste Einstellung geht 10 Minuten und kommt ohne Worte aus. Dabei sehen wir nur eine Kuhherde. 10 Minuten sehen wir Fenster in der Dämmerung. 10 Minuten endlose Landschaften. Irgendwann nimmt die Kamera ein kleines Mädchen und eine Katze ins Visier und der grausamste Shot beginnt. Und der scheint auch noch am längsten.
7 1/2 Stunden geht dieser Film und sie kommen einem wie 10 Stunden vor. Doch so anstrengent und qualvoll der Weg auf den Mount Everest auch ist, umso größer ist die Erfüllung wenn man endlich oben ist. Denn die Perfektion dieses Meisterwerks erschließt sich nicht beim sehen sondern dannach. Denn dann errinert man sich an die kleinen Momente zurück, welche so traumhaft poetisch sind das einem der Atem stockt.
Momente wie Menschen die durch eine Gasse gehen und der Wind den Boden vor ihnen leer fegt was so aussieht, als würde der Boden vor den Personen weichen. Momente wie die schöne Landschaft. Momente die so schön sind das man glücklich ist das sie so lange sind, weil ihre Schönheit nicht enden darf.
"Satantango" war ein Kraftakt. Oft bin ich eingenickt, viel zu oft hab ich auf die Uhr geschaut. Dennoch weiß ich das "Satantango" ein filmisches Meisterstück für die Ewigkeit ist. Ich weiß es einfach.Irgendwie...
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Jenny von T 2012/05/27 14:46:26
Antwort löschenJeden Tag passieren noch wunderschöne Dinge auf dieser Welt: Z.B., dass bei Moviepilot zur Zeit eine kleine, aber heftige Tarr-Welle in Gang ist.
[Zum Kommentar: Gänsehautalarm! :-) Bei mir kamen beim Lesen nämlich auch Erinnerungen hoch.]
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cacavas61 2012/05/27 16:54:08
Antwort löschenWo hast Du den gesehen ? Im Kino oder auf DVD ? Oder TV ?
Ein Freund von mir hat den damals auf der Berlinale gesehen und war auch begeistert.
FumerTue 2012/05/27 17:33:02
Antwort löschenBis der zu Ende ist, ist die Berlinale doch zu Ende, oder? :P
Jedenfalls hab ich mir vorgenommen, diesen Film erst anzuschauen, wenn ich gut genug Ungarisch kann, um ihn im O-Ton anzuschauen. Leider ist Ungarisch eine VERDAMMT schwierige Sprache!
Markus Zöllner 2012/03/03 10:36:20
Kommentar löschenEure Kritiken haben mich nun dazu verführt den Film auch mal anzuschauen... Gibt es den irgendwo auf Deutsch? Die Ungarische DVD-Fassung soll wohl eine Deutsche Audiospur enthalten, allerdings finde ich diese nirgends :(
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Tyler__Durden 2012/03/03 10:50:27
Antwort löschenAuf Deutsch? hmm das könnte schwer werden. Selbst die Ungarische DVD hat soweit ich weiß nur dt. Untertitel. Kannst du denn Englisch? Das würde die ganze Sache etwas einfacher machen. :)
Markus Zöllner 2012/03/03 12:30:01
Antwort löschenklar, englisch geht immer. Werd nochmal gucken!
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Markus Zöllner 2012/03/03 13:24:10
Antwort löschenWarum ist dieser Film eigentlich unter "Komödie"?
Tyler__Durden 2012/04/30 15:49:53
Antwort löschenWeil es hier durchaus auch was zum lachen gibt.
Tyler__Durden 2012/02/17 21:50:43
Kommentar löschenTarr findet Tarkovskij zu soft. Mehr Details braucht man nicht zu wissen um festzustellen das hier etwas drastisches auf einen zukommen wird. Mich hat es das erste mal überfordert und in eine ablehnende Haltung gestürzt. Die Faszination aber blieb und stieg mit dem sehen der anderen Filme von ihm und dem anderer Filmemacher mit ähnlicher Mentalität gegenüber dem Kino. Mein Wissen stieg, meine Perspektiven erweiterten sich, ich fühlte mich nun stark genug dem Film noch mal eine Chance einzuräumen. Das war vor einer Woche. Die Bilanz? Ich bin überfordert. Erneut. So wie nie zuvor, und ich meine zu glauben das ich schon das eine oder andere mal sperriges Zeug verschlungen habe und mich damit auseinanderzusetzen weiß. Nicht hier. Noch nicht. Doch geschah etwas anderes, die ablehnende Haltung sie verschwand, genauso wie der Schlaf welcher mich damals plagte. Sie verschwanden und machten Platz für etwas andres. Einem Erlebnis. Einem Film. Als Erlebnis. Einem dessen endlose und mich immer noch verwirrende Wucht ich nicht greifen kann. Und einer Überforderung welche nun zu einem Versprechen wird. Susan Sontag sagte einst das sie diesen Film bis an ihr Lebensende wenigsten 1x im Jahr sehen werde, und dies hat sie getan bis zum Ende. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Satantango ist mein Mount Everest. Ich könnte mir kein größeres Kompliment vorstellen.
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Smoover 2012/02/17 22:34:18
Antwort löschenBezüglich Mount Everest werde ich mich jetzt Barfuss durch die Hölle widmen :)
Tyler__Durden 2012/02/17 22:41:06
Antwort löschenViel "Spaß". Vor allem der letzte Teil hat es enorm in sich.
Nutella?!! 2012/02/18 01:56:45
Antwort löschen- den gab es auch noch nicht auf deutsch/ mit Untertiteln oder ?
Tyler__Durden 2012/02/18 06:12:35
Antwort löschenNicht das ich wüsste.
Nutella?!! 2012/02/18 12:17:46
Antwort löschen- frag mich was das soll.. warum kommt keine Tarr Arthaus Ausgabe oder so. Muss denn das so problematisch sein an solche vielleicht schwierige Filme zu kommen. Und ich dachte in Deutschland geht das eigentlich.
Smoover 2012/02/18 14:21:11
Antwort löschenDanke :), der erste Teil hatte es schonmal in sich!
Tyler__Durden 2012/02/18 15:05:08
Antwort löschen@Nutella: Der deutschsprachige Markt ist eben kein wirklich großer was das angeht. Damit muss man leben, wird sich auch nicht ändern. Sorry. :)
Anoirja 2012/02/18 17:28:11
Antwort löschenLief der immer noch nicht auf arte? "Werckmeister harmóniak" und "A Londoni férfi" liefen da jedenfalls mit deutschen Untertiteln. Ich hoffe auf weitere Tarr-Filme dort und werde dann natürlich auch wieder meinen Festplattenrekorder anschmeißen.
Tyler__Durden 2012/02/18 18:13:19
Antwort löschenWusste ich jetzt auch nicht das die dort mal kamen macht arte jedenfalls noch ein Stück fetziger. Aber die werden eher Jersey Shore ins Programm aufnehmen als das die einen 7,5 Stunden Film bei sich bringen werden. Schau dir die zwei die du hast aber auf jeden Fall mal an, vor allem Werkmeister. Der ist verdammt groß.
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Anoirja 2012/02/18 18:26:26
Antwort löschen"Werckmeister harmóniak" habe ich natürlich schon längst gesehen und doch hoffentlich auch hier bewertet?! :) Ein wahrlich eindrucksvoller Film! Der andere liegt noch ungesehen auf meiner Festplatte - ist dieses Jahr aber bestimmt auch noch fällig.
Ui, 7,5 Stunden? Dann verstehe ich wohl, warum ausgerechnet der noch nicht auf arte gezeigt wurde.
Nutella?!! 2012/02/18 20:42:50
Antwort löschen- ach das ist kein Grund!
bloodyglasspuppet 2012/02/15 02:16:49
Kommentar löschenEndlich habe ich mich dazu aufraffen können, diesen Film anzuschauen. Glücklicherweise war die Erfahrung auch größtenteils die, die ich mir lange ausgemalt habe.
Am stärksten in Erinnerung bleiben wird mir vermutlich, abseits von den Aspekten des Filmes selbst, wie mir, nachdem das erste Drittel vergangen war, sämtliche Geräusche und Regungen in meiner Umweld um ein Vielfaches deutlicher und irgendwie klarer erschienen. Wer den Sinn dafür hat, schätzt den „Entschleunigungscharakter“, den derartige Kunst auf einen ausüben kann und insofern steht der Film für mich auch teilweise sogar der Dronemusik nahe.
Im weiteren Verlauf hat die exorbitante Spielzeit nichtsdestotrotz ihren Tribut von mir verlangt. Insbesondere die Mitte des Films enthielt einige der Szenen, die für mich persönlich ausnahmsweise fast gewonnen hätten, wenn Tarr sie nur ein wenig gekürzt hätte. Insbesondere eine extrem lange Tanzszene in einem Pub, bei deren Dreh die Schauspieler Berichten zufolge tatsächlich so betrunken waren, wie sie erscheinen.
Absolut zufrieden dagegen ließ mich das Ende zurück: Fiel es mir, wiederum ebenfalls hauptsächlich in der Mitte des Films, teilweise schwer, gewisse Entwicklungen der Handlung (vor allem intuitiv gefühlsmäßig) nachzuvollziehen, fügte sich im Endeffekt alles auf geradezu magische und meisterliche Weise zusammen, auch wenn es einige Szenen gab, deren Bedeutung sich mir bisher noch nicht erschlossen hat. Dies ist vielleicht auch der Grund, warum ich, und das mutet gerade bei diesem Film zunächst befremdlich an, sofort wieder den Wunsch verspürt habe, mir ihn noch einmal anzuschauen. Ich denke, dass es geradezu unmöglich ist, ihn beim ersten Anschauen adäquat zu erfassen, was natürlich eher für als gegen den Regisseur spricht.
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vannorden 2012/01/15 02:07:22
Kommentar löschenNach dem Film sagte jemand im Saal: "Besonders in der Mitte hätte einiges weggelassen werden können". In der Mitte? Effektiv bräuchte der Film vll. eine Stunde um die Handlung zu erzählen, aber wo wäre da der Spaß. Wo wäre das Erlebnis. Der Verlust von Zeit und Raum. Das Gefühl, alle Alltagshektik abgeschliffen zu bekommen. Das Gefühl, dass die Apokalypse geschehen ist und nur noch seltsame Gestalten durch eine Welt verzaubernder Depressionskulissen stapfen. Das Gefühl der Verwirrung, denn nur weil der Film langsam ist, heißt das noch lange nicht, dass die dahin mäandernde Story leicht beisammen zu behalten ist. Das Gefühl am Ende, wenn plötzlich ungesehen Mike Tyson auf Feenbeinen kommt und einem eine rein drückt, ohne das einem klar wird, wo dieses Gefühl herkommt. Solch wunderbare Gefühle.
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eXonic 2011/11/30 19:30:24
Kommentar löschenWer der Meinung ist, mit „Love Exposure“ oder „Once upon a Time in America“ schon so ziemlich die längsten Filme überhaupt gesehen zu haben, der kennt „Sátántangó“ nicht. Während bei den beiden erstgenannten schon der Abspann läuft, hat der ungarischen Kontrahent erst kürzlich die Halbzeit überschritten, denn Béla Tarrs einzigartiges Filmerlebnis dauert satte sieben Stunden. Sich die drei (!) Discs, auf die der Film für die DVD-Veröffentlichung gepresst werden musste, in den Player zu legen, statt einen ganzen Tag der Arbeit nachzugehen oder die Schule bzw. Uni zu besuchen, kostet einiges an Überwindung. Vor allem, wenn man durch das Suchen von Vorabinformationen relativ bald erfährt, dass dieses Mammutwerk mit einer unwahrscheinlichen Langsamkeit erzählt ist und Tarr seine Einstellungen ganz gerne so dermaßen in die Länge zieht, bis der Platz auf der Filmrolle aufgebraucht ist.
Doch schon mit der ersten Szene – bei mir war es jedenfalls so – sind jegliche Befürchtungen vergessen. Es hört sich nicht gerade spektakulär an, aber es ist eine Kuhherde, die die Kamera für mehr als 10 Minuten und ohne Schnitt durch die hässliche Einöde, in der „Sátántangó“ die meiste Zeit spielt, begleitet. Eine wahrhaft faszinierende Aufnahme, von der sich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erahnen lässt, wie gut sie sich überhaupt in den Film eingliedert. In den darauffolgenden Stunden stellt Tarr nämlich all die Bewohner dieses gottverlassenen Ortes vor, die ebenso wie das Nutzvieh auf ihren Hirten warten und bis dahin nicht so recht zu wissen scheinen, was sie mit ihrer Zeit anstellen sollen. Ihre Arbeit ist vollendet und pünktlich mit dem Geld, das sie hierfür bekommen sollen, trifft auch derjenige ein, der die Wartenden von ihrem tristen Leben befreien soll. Irimiás ist sein Name, was auf den Propheten Jeremia verweist, doch versteckt sich hinter der verheißungsvollen Anrede ein Mann, der selbst die Armen ausbeuten will. Diese wiederum sind darauf aus, sich gegenseitig über das Ohr zu hauen, um ganz allein und auf den Kosten der anderen irgendwo neu anfangen zu können.
Bis Irimiás sein alles entreißendes Netz fertiggesponnen hat, schafft es jedoch keiner die Initiative zu ergreifen und sein Streben nach Flucht und Freiheit zu verwirklichen. Die Sorgen werden ganz einfach gemeinschaftlich im Alkohol ertränkt. So klagt Tarr auch den fehlenden Mut, eine selbstständige und endgültige Entscheidung zu treffen an, wenn er immer wieder Bilder einer weiten Landschaft zeigt, ganz ohne unüberwindbare, natürliche Barrieren wie Gebirge, Flüsse oder Wälder, die dazu einladen, alles hinter sich zu lassen und auszubrechen. Nur der Regen fällt unaufhörlich vom Himmel, spült jede schön ausgemalte Zukunft mit sich hinfort und lässt die Menschen am Ende des Horizonts mit dem Nichts verschmelzen.
Das einzig echte und zu bemitleidende Opfer, das Tarr präsentiert, ist ein kleines Mädchen. Noch viel zu jung und unselbstständig, um es mit den Erwachsenen aufzunehmen und ihren Willen durchzusetzen. Sie ist absolut machtlos und sieht sich einzig und allein einer Katze überlegen, die dies in grauenvollen und nicht enden wollenden Szenen zu spüren bekommt. All ihren Hass auf die Welt kann sie in diesen Momenten loswerden, um danach eine noch viel erschreckendere Tat zu begehen.
„Sátántangó“ könnte locker auf normale Spielfilmlänge zurückgeschnitten werden. Szenen wiederholen sich in anderen Blickwinkeln, immer wieder schaut die Kamera den Charakteren nach ihren Auftritten minutenlang hinterher, wenn sie wieder von dannen ziehen, bis sie nur noch kleine Punkte am Horizont abgeben oder sie dokumentiert deren Handeln extrem genau. Außerdem ist Béla Tarrs Geschichte keine, die nicht in einen Zweistünder passen würde und auch alle halbwegs wichtigen Dialogen würden darin ihren Platz finden. Sein Film würde damit allerdings seine einzigartige Magie verlieren, denn jede Minute ist für „Sátántangó“ unheimlich wertvoll. Nur so gelingt es, den Leidensweg der Dorfbewohner bis zur scheinbar bevorstehenden Erlösung authentisch darzustellen. Nur so lässt sich richtig begreifen, wie wertvoll Zeit ist. Nur so kann es Tarr fertigbringen, jeden das langsame Dahinsiechen und die Qualen des Lebens nachempfinden zu lassen.
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Mr Vincent Vega 2011/11/30 20:31:00
Antwort löschenWohl noch nie einen Film von Lav Diaz gesehen, was? ;)
eXonic 2011/11/30 20:46:53
Antwort löschenNö. :) Taugen die was?
Mr Vincent Vega 2011/11/30 22:04:56
Antwort löschenSagen wir's so: Da kommt einem SATANTANGO kurzweilig vor.
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JimiHendrix 2011/11/30 22:38:39
Antwort löschenschöner kommentar, hört sich anstrenend aber interessant an. wenn ich irgendwann mal muse aufbringen kann, verbarrikadiere ich mich mal für ein paar stündlein in meiner fernsehkammer ;)
eXonic 2011/11/30 22:47:59
Antwort löschenDanke! Es klingt aber wirklich anstrengender als es wirklich ist. Da er in 12 Kapitel unterteilt ist (ein Tango hat überigens 12 Schritte), lässt er sich auch sehr gut auf mehrere Teilsichtungen aufteilen. Habe ich auch so gemacht und hat bestens funktioniert. :)
Telebaum 2011/05/07 12:59:11
Kommentar löschenDieser Film ist eine Zumutung - und das in so ziemlich jeder Hinsicht. Doch auch das Leben empfinde ich zuweilen als Zumutung. Und ich habe selten einen Film gesehen, der näher am Rhythmus des Lebens, der näher am Menschen, ja, näher am Wesen des Kinos gewesen wäre. Jetzt ließe sich über das Wesen des Kinos sicher vortrefflich streiten; nur soviel: bei Sátántangó vergisst man zuweilen, dass hier ein Kameramann daneben steht (eine Perspektive, die ich sonst bei fast jedem Film schwer ausblenden kann), dass hier ein Regisseur Szenen inszeniert hat, dass im Schneideraum etwas zusammengeklebt wurde - dieses Seherlebnis ist so viel direkter, so viel schockierender - so als wäre man in jeder Szene live dabei.
Ich muss allerdings warnen, der Film hat zumindest in mir eine derart düstere Stimmung erzeugt, dass mir der Tag, an dem ich mich durch die mehr als 7 Stunden gequält habe, als einer der schlimmsten der letzten Jahre in Erinnerung bleiben wird. Ja gequält, das alles ist kein Vergnügen und es ist die Leistung Tarrs, dass er es schafft, etwas derart Unvergessliches geschaffen zu haben. Wie man aber - wie Susan Sontag meint - den Film bis zum Ende seines Lebens jedes Jahr wieder sehen will, bleibt mir ein Rätsel. Vielleicht braucht man dafür aber auch ein wenig Abstand. Nach den 450 Minuten zumindest ging es mir so, dass ich Sátántangó keinesfalls ein zweites Mal sehen wollte, was auch nicht nötig scheint, denn nahezu jedes dieser Tarr-Bilder ist mir vielleicht tiefer ins Gehirn gebrannt, als jede Erinnerungen aus den letzten Jahren meines eigenen Lebens.
Tarr ist zweifellos ein Gigant und ob man seine Filme mag oder nicht, spielt letztlich überhaupt keine Rolle. Was Tarr für das Kino leistet, wird man erst in ein paar Jahrzehnten richtig beurteilen können, dann wenn all die Wachowskis, die Nolans und Finchers und all die anderen Quacksalber längst vergessen sind...
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dAJaro 2011/05/07 14:59:26
Antwort löschenSchöner Kommentar. Ich wollte Satantango übrigens im Anschluß gleich nochmal sehen, hab es aber aufgrund der Länge lieber gelassen. :)
Ich freu mich schon auf mein zweites Mal.
Tyler__Durden 2011/05/07 15:23:51
Antwort löschenBei meiner Sichtung hat es den ganzen Tag wie aus Kübeln geregnet, gedonnert und geblitzt. Dazu war die Heizung seit dem vorherigen Tage defekt, und ich hatte Grippe....
Richtiger Weltuntergangs Stimmung. Schien so als hätten sich der Film und das echte Leben abgesprochen um meine komplette Umgebung gegen mich auszuhetzten.
Hätte der Film bei mir dann auch die Wirkung erzielt welche er bei dir hatte, ach was wäre das noch für ein Tag geworden. :)
dAJaro 2010/08/07 12:27:27
Kommentar löschenetwas zu lang als dass der film in einem durchlauf wirklich funktionieren kann.
dennoch gibt es sicherlich 2 stunden filmmaterial dazwischen, die jeder filmfreund mal gesehen haben sollte. nur tierfreunde sollten sich auf eine echt harte szene vorbereiten.
was mir gut gefallen hat, und mich verwirrt hat, ist die abfolge der gezeigten szenen. manche lassen sich gut in den kontext einordnen, da sie offensichtlich aus anderen perspektiven bereits gezeigt wurden, doch andere erfordern die kenntnis des gesamten filmes um sie wirklich zu verstehen.auch hilft es nicht, dass der film mit einer szene endet, mit der er auch anfängt. (wenn ich es richtig verstanden habe, dann wird in der ersten stunde das echte ende des filmes gezeigt und danach wird der weg dorthin gezeigt)
es ist schlichtweg schwierig sich über 7 stunden die gesamte handlung und alle szenen zu merken.
achja, die schnittarme kamera ist fantastisch und macht im zusammenspiel mit der minimalistischen orgelmusik den hauptreiz des filmes aus.
ich würde sehr gerne eine höhere wertung geben, die der film sicherlich verdient hat, doch sind 450 minuten nun mal 450 minuten...
auf keinen fall ein film für add-filmgucker.
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Tyler__Durden 2010/08/07 13:09:57
Antwort löschenGlückspilz! Hab die DVD hier schon seit Wochen liegen nur warte ich auf einen Tag an dem ich ganze 7,5 Stunden Zeit habe um mich dieser Erfahrung auszusetzen, ohne Pause.
dAJaro 2010/08/07 14:34:22
Antwort löschenmach bloß pausen! am ende hast du ja nichts davon, dass du wegen fehlender konzentration abschaltest. besser in intervallen gucken, als dass du während einigen szenen völlig weg bist. auch wenn sich viele viele szenen dafür anbieten.
andererseits wird der film durch pausen ja noch länger... ;)
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Tyler__Durden 2010/08/07 19:18:52
Antwort löschenDanke für den Tipp werde natürlich ab und an den Bedürfnissen eines Menschen nachgehen müssen^^
Aber im großen und ganzen hoffe ich mal das es klappt. Hoffe, man weiß ja nie wie es wirklich wird. ;)
dAJaro 2010/08/07 21:47:21
Antwort löschenich wünsch dir auf jeden fall viel erfolg und auch spass an diesem einzigartigen erlebnis. bin auf deinen bericht gespannt. :)