Schattenwelt

Schattenwelt (2008), DE
Laufzeit 93 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 25.06.2009

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6.6 Kritiker
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von Peter Jürgen Boock und Connie Walter, mit Ulrich Noethen und Christoph Bach

Valerie hat ihr Leben nicht unter Kontrolle. Gerade wurde ihr das Sorgerecht für ihren kleinen Sohn entzogen, den sie krankenhausreif geprügelt hatte. Als sie erfährt, dass ihre Anwältin für einen anderen Klienten eine Unterkunft sucht, ergreift sie die Chance, ein lebenslanges Trauma zu bewältigen. Denn dieser andere Klient ist Volker Widmer, ein führendes Mitglied der “zweiten Generation” der RAF, der nach 22 Jahren Haft aus dem Freiburger Gefängnis entlassen wird. Widmer war an einer missglückten Entführung beteiligt, bei der der Bankpräsident von Seichfeld und einer seiner Angestellten ums Leben kamen. Wer die tödlichen Schüsse damals abgab, haben sowohl Widmer als auch seine an der Aktion beteiligte Lebensgefährtin Marita bis heute geheimgehalten. Valeries neuer Nachbar will sich eigentlich in die Anonymität zurückziehen, doch sie stellt ihm nach. Nach einiger Zeit erfährt Widmer den Grund dafür: Valerie ist die Tochter des Gärtners von Seichfeld, der bei der verunglückten Entführung vor 22 Jahren ungeplant ums Leben kam. Valerie will wissen, wer damals geschossen hat. Und sie will Vergeltung für diese Tat, die sie als Kind mit ansehen musste. Da Widmer schweigt, startet die junge Frau einen Alleingang. Sie bringt Marita mit vorgehaltener Waffe zum Reden und konfrontiert auch Widmers Sohn Samy, selbst seit seiner Kindheit traumatisiert, mit ihren unbequemen Fragen. Mehr und mehr verliert sie dabei die Kontrolle über sich und bringt ihrerseits Unschuldige in Gefahr.


Cast & Crew


Kritiken (3) — Film: Schattenwelt

G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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8.0Ausgezeichnet

Regisseurin Connie Walther zeigt nun in aschfahlen Bildern die Folgen, die ihre Taten über Generationen hinweg angerichtet haben. Obwohl sie fiktive Figuren wählt, sind die Parallelen zu den Verurteilten wie Christian Klar deutlich. Die Hauptdarsteller Franziska Petri und Ulrich Noethen gaben sich selbst auf in ihren Rollen und spielen mit schwer erträglicher Intensität. Ohne übertriebenen Lärm wird so die Ohnmacht deutlich, die das Volk auch 30 Jahre später noch zu lähmen scheint.

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Matthias Dell: Der Freitag Matthias Dell: Der Freitag

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7.0Sehenswert

Verdienstvoll ist an dem Film von Connie Walther – die sich einen Namen damit gemacht hat, der Degetoisierung des Fernsehfilms mit unüblicheren Themen (Brustkrebs, Stasi-Opfer-Liebe) entgegenzuarbeiten –, dass er die RAF-Geschichte von der Gegenwart her zu begreifen versucht, wo prominentere Arbeiten zum Thema sich dem Rausch der Bilder hingeben (Der Baader-Meinhof-Komplex). Allerdings reduziert Schattenwelt seinen unerhörten Konflikt rasch auf den Maßstab des Fernsehfilms. Anfangs sind die Bilder schwarz-weiß-farblos (schwierige Geschichte!), sie zeigen den nach langer Zeit entlassenen Widmer als beschädigte Seele, die Neubauwohnung richtet er sich ein wie einen konspirativen Verschlag. Bald kommt Farbe ins Spiel, und dann wird es auch egal, ob Ulrich Noethens Figur nun ein RAF-Mitglied ist oder nur ein beziehungsgestörter Mann, wie man ihn als einsamen Wolf in jedem zweiten deutschen Film trifft: Es läuft darauf hinaus, dass zwei Leute in einem Auto sitzen und sich ihre Vergangenheit erzählen.

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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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8.5Ausgezeichnet

Der Dreh ihres Filmes ist gewagt. Ist ein Affront, den man erst einmal schlucken muss. Und doch gelingt ihr damit all das, was Edel/Eichinger eben nicht gelungen ist: etwas über die Täter zu erzählen, ohne die Opfer dabei aus den Augen zu verlieren. Überhaupt eine Geschichte zu erzählen und zu dramatisieren - und nicht nur historische Bilder nachzustellen, ohne sie mit Inhalt und eigenem Leben zu füllen. "Der Baader-Meinhof-Komplex" behandelt den RAF-Terror als etwas längst Vergangenes, das man der Nachwelt noch einmal erklären, rekonstruieren muss - ohne dabei eine eigene Haltung einzunehmen. "Schattenwelt" zeigt auf verstörende Weise, dass die Wunden von einst noch immer offen liegen und tief in unsere Zeit hineinwirken.

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Kommentare (3) — Film: Schattenwelt

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stalker

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Bewertung4.0Uninteressant

Ein unpolitisches Nachrafdrama in schmucken Bildern ohne Relevanz und böse Absichten.

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lich

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Schattenwelt" ist emotionales und faszinierendes Kino. Wie dieses Drama mit seinem Geheimnis umgeht und auch nicht aus der Spur gerät, wenn es gelüftet wird, ist große Kunst. Mit der konsequenten Reduzierung der Stilmittel, aber auch der zunehmenden Verwischung der Grenzen zwischen Täter und Opfer wirft die Regisseurin viele Fragen auf. Die Antworten darauf müssen die Zuschauer selbst suchen. Ein intensiver Film, der schonungslos zeigt, welche Langzeitschäden Gewalt anrichtet.
Großartige Bilder. Selten ist deutsches Kino so durchdacht und so spannend.

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feininger75

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vorgemerkt

Peter-Jürgen Boock als Co-Regisseur von Connie Walther...
http://www.moviepilot.de/movies/schattenwelt-3

Kann das gut gehen?

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