Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger - Kritik

US 2012 Laufzeit 127 Minuten, FSK 12, Abenteuerfilm, Drama, Kinostart 26.12.2012

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    Als am Ende Pi an der Mexikanischen Küste strandet und Richard Parker im Urwald verschwindet hab ich mir nur gedacht: "Bitte nicht, dieser Fantastische Film darf noch nicht zu Ende sein" D:

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      ein richtiger Fantasie Film sehr schön

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        Das Verhältnis zwischen Mensch und Tier wird hier wunderbar beleuchtet. Sehr emotional, was es bei Pi auslöst, dass er sich nicht von seiner Freundin, seiner Familie und seinem besten Freund Richard Parker verabschieden konnte. Doch der Tiger war noch wesentlich mehr als sein bester Freund, er war ein Seelenverwandter und seine einzige Motivation, um den Schiffbruch zu überleben! Die traurigste Szene im ganzen Film ist daher nicht etwa der Umstand, dass Pi Waise geworden ist, sondern der Tiger nicht zu ihm zurückblickt, als er im Dschungel verschwindet. Die Abschlusssequenz ist daher, das Schönste, was der Film zu bieten hat. Man erfährt durch sie, dass der Tiger sehrwohl eine starke emotinale Bindung zu Pi aufgebaut hat und diesen vor seinem inneren Auge sieht, als er den Dschungel betritt. Der Vater von Pi hatte demnach unrecht, dass Tiere niemals der Freund eines Menschen werden können und ihre Augen bloß ein Spiegel für die Gefühle sind, die der Mensch für das Tier empfindet. Es ist vielmehr so, dass die Augen eines Tiere wirklich die Emotionen ausdrücken, die es dem Menschen gegenüber empfindet. Tiere sind also keine leeren Hüllen, sondern verfügen definitiv über eine Seele und Gefühle!
        Einen weiteren Aspekt, den ich sehr lobenswert finde, ist das Verhalten von Pi zur Religion. Er vereint Hinduismus, Christentum und Islam friedvoll, ganz ohne Konflikte in sich. Schließlich kommt er zu der Erkenntnis, dass alle den gleichen Gott verehren und er lediglich bei jedem einen anderen Namen trägt. Eine Ansicht, die ich auch ohne Weiteres teile.
        Zudem hat dieser Film völlig zurecht die Oscars (2013) in Beste Filmmusik, visuelle Effekte und Kamera gewonnen!

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        • 10

          Life Of Pi. Einer meiner Lieblingsfilme, die man sich immer mal wieder gerne anschauen mag.

          Zuerst denkt man sich, hm, wie langweilig, 127 Minuten werden mit einem Jungen und einem Tiger 227 Tage auf dem Meer verbracht. Aber das stimmt nicht. In den ersten ca. 20 Minuten könnte man meinen es handle sich um eine Dokumentation über einen Zoo und seine Besitzer. Die Geschichte wird am Anfang vielleicht ein wenig zu lange erzählt, dennoch so, dass man nicht aufhören möchte zu schauen. Die Hauptstory ist meiner Meinung nach perfekt umgesetzt und ich kann alle Kommentare wie "Langweiliger, völlig überbewerteter Film ohne Höhen und Tiefen plätschert, Sinnfrei vor sich hin." nicht verstehen. Ich konnte mich sehr gut in den die Situation des Filmes hineinversetzen. Der Schauspieler Suraj Sharma in der Hauptrolle hat all das sehr glaubwürdig verkauft. Ebenfalls Irrfan Khan hat meiner Meinung nach gut Pi in erwachsener Form gespielt. Kommen wir aber jetzt zu ein paar negativen Dingen. Zum einen hat mich ein bisschen die "Algeninsel im späteren Verlauf des Filmes gestört". Ohne sie wäre der Film realistischer, klar ist die Überfahrt mit einem Tiger in dem selben Boot nicht realistisch aber dennoch, ohne die Insel hätte man die Geschichte eher geglaubt. Außerdem enttäuscht hat mich das Ende. Ich hätte mir irgendwie gewünscht, das die Menschen die Geschichte glauben, indem sie sehen wie er mit einem Tiger an im Schiff strandet. Darauf hatte ich mich den ganzen Film lang gefreut und zum Schluss musste er dann leider doch eine Geschichte erfinden.

          Insgesamt aber kann man sagen, dass der Film ein voller Erfolg war, zudem er auch mit vier Oscars nach Hause ging. Wer also denkt der Film ist extrem langweilig der sollte sich die Zeit nehmen um sich vom Gegenteil zu überzeugen.

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          • 8 .5
            HulktopF 23.03.2015, 20:19 Geändert 24.03.2015, 00:36

            - - - - - - - - - - - - - - - -CONTAINS SPOILER - - - - - - - - - - - - - - -
            was soll man dazu sagen, dieser film ist eine kleine reise voler visueller spielereien und großartiger effecktnutzung. dass diese dann zur echten geschichte im kontrast stehen ist clever und erzeugt eine interessante sicht auf ein dramatisches ereignis im leben eines jungen teenagers. wer sich berauschen lassen will von den schönen bildern wird den film mögen. wer auf düstere plotttwists steht kriegt hier auch was echt nettes geliefert. sehenswert.

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            • 7 .5
              fuerchtegott 07.03.2015, 21:30 Geändert 07.03.2015, 22:06

              Sie: "Ich hätte gerne etwas Vegetarisches."
              Obelix: "In der Wurst ist ein Tier, das sich vegetarisch ernährt hat. Und dieses Stück Fleisch stammt von einem Tier, das sich ebenfalls vegetarisch ernährt hat."

              Eine beeindruckende Reise durch eine gefühlsgreifende Bildergalerie! Ein Feuerwerk auf der Hirnrinde!

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                Langweiliger, völlig überbewerteter Film ohne Höhen und Tiefen plätschert, Sinnfrei vor sich hin.

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                  Ich hatte wirklich etwas Furcht vor "Life of Pi" gehabt, was nicht daran lag, weil ein gefährlicher Tiger eine größere Rolle in diesem Film spielen würde, sondern am Inhalt selbst. Wieviel Kitsch und Überhöhung würde dieses Abenteuer auf hoher See bieten? Was ist mit der oftmals kokettierten Botschaft, die den Film prägen würde? Den Regiekünsten eines Ang Lee und auch der tollen Arbeit des Effekte-Teams ist es zu verdanken, dass beide Fragen auf sehr angenehme Weise beantwortet werden. Schon mit dem faszinierenden Vorspann im indischen Zoo entfaltet sich der Bilderzauber, der einen über die gesamte Laufzeit nicht loslassen wird. Herkömmlich ist eigentlich nur der umrahmende Ansatz, dass die Hauptfigur für eine Biografie seine Lebensgeschichte erzählt. Das ist hauptsächlich jene Situation, die der deutsche Titel schon nüchtern beschreibt: Schiffbruch mit Tiger. Was Lee daraus macht, ist eine spannende und mitreißende Odyssee, die einerseits den puren und eigentlich grausamen Existenzkampf betont, andererseits dies beinahe märchenhaft ausstattet. Ein seltsam irritierend-aufregendes Gefühl stellt sich beim Zusehen ein, wenn hier Mensch und Tier eine Zweckgemeinschaft eingehen, was ich bisher nur selten in einem Kinofilm so gespürt habe. Dies steht dann in dieser fantasievollen Form doch sehr geschickt im Einklang mit der spirituellen Fragestellung, die der Film mit einbaut. Selbst wenn man damit dann sehr wenig anfangen kann, bleibt nichtsdestotrotz ein sehr schöner Film zurück, den man allein aus Liebe für das audiovisuelle Vergnügen, für das puristische Kinoerlebnis ganz doll mögen muss.

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                  • 1

                    absolut überbewerteter Film der sowas von unrealistisch ist.
                    Ein paar schöne Momente gab es, wo das Meer erleuchtet wurde und Fische geglüht haben. Ansonsten fand ich das ganze daneben.

                    • 9

                      LIFE OF PI erzählt eine hochdramatische Geschichte von Pis´ Leben. Was harmlos beginnt, wird schnell zu eines der fesselndsten Geschichten der letzten Filmjahre. Pis` Geschichte fängt mit dem Schiffbruch an und nimmt seinen Lauf. Atemberaubende Bilder, absolut glaubwürdige Animationen und Spitzenschauspieler, ganz abgesehen zu der tristen und spürbar dramatischen Atmosphäre welche dieser Film schafft ,sind nur einige von vielen Dingen die schlichtweg beeindrucken! Ein absolutes MUSS für jeden Filmeliebhaber!

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                      • 6

                        Filme die in einer Rückblende erzählt werden handeln ja oft von sehr unglaublichen Geschichten.
                        So auch hier.
                        Ein 2-geteilter Film der sich zum einem um seine Kindheit dreht, und zum anderen um die Zeit auf dem offenen Meer mit wilden Tieren.
                        Zur Kindheit:
                        Da ist bei mir nicht viel hängen geblieben, ich fand das mit den Religionen (ähnlich wie seine Familie) einfach nur nervig.

                        Zum Schiffbruch auf hoher See:
                        Also die Katastrophe selber ist kurz gehalten und noch recht spannend, aber ab dann wird der Film einfach nur noch fantastisch. In dieser Notsituation wird das sich verändernde Verhalten der Charaktere herausgearbeitet und mit so schönen Bildern untermalt.

                        Und eben diese Bilder sind es, die einen Film mit dünner und zum Teil für mich noch nervigen Handlung mich dazu bringen dem Film doch noch 7 Punkte geben zu wollen, da der Film wirklich sehenswert ist.
                        Aber dann musste ich noch einen Punkt abziehen, weil das alternative Ende diese Bilder wieder in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt.

                        • 7

                          "Life of Pi" ist meiner Meinung nach etwas überbewertet.
                          Klar, optisch ist das Ding bombastisch und auch schauspielerisch ist der Film auf sehr hohem Niveau.
                          Die Idee ist natürlich auch ziemlich cool und neu.
                          Und natürlich hat der Film auch einige sehr starke Momente.
                          Aaaaaber: Der Streifen dauert viiieeel zu lang. Er nimmt sich zu Beginn viel zu viel Zeit für unnötige Passagen und auch dann, wenn's eigentlich zur Sache gehen sollte, passiert nichts. Klar, Spannung ist vorhanden und auch die Action kommt nicht zu knapp, aber der Film zieht sich auch sehr. Die 2 Stunden kommen einem vor wie 3 und naja...so ein Film kann eben nicht besonders sein.
                          Das letzte Drittel macht wenigstens wieder ein paar Dinge richtig (z.B. die Idee mit der fleischfressenden Insel fand ich cool) doch das reicht einfach nicht für einen besonders positiven Gesamteindruck.
                          Auch das Szenario an sich konnte mich nicht wirklich packen. So habe ich irgendwie keine rechten Bindungen zu der Hauptperson aufbauen können-eigentlich war sie mir sogar relativ egal!
                          Das alles macht "Life of Pi" aber noch lange nicht zu einem schlechten Film. Optisch ist das Ding ein Meisterwerk und ja, es gab auch sehr starke Szenen, aber im Allgemeinen fehlt zu oft die Spannung und es gibt zu viele Längen.
                          Wer sich auf den Film einlässt, wird also sicherlich nicht enttäuscht werden, doch wer sich viel Spannung erhofft, sollte zu einem anderen Film greifen. Denn da gibt es im Meer-Survival-Genre wesentlich packendere Vertreter, wie zum Beispiel "Open Water". Wesentlich spannender, als "Life of Pi".

                          • 9

                            Ein durch und durch magischer, überwältigender Film. Ich glaube an keinen Gott, aber ich glaube an diesen Tiger. Ein Symbol für Überlebenswillen, Hoffnung, Kraft und Stärke, Freundschaft, Liebe, das Unglaubliche.
                            Ein wunderschönes Märchen!

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                            • 3 .5

                              In meinen Augen völlig überbewerteter Film, dem ich leider nicht viel abgewinnen konnte. Was mich am meisten gestört hat, war dass gefühlt in jeden zweiten Satz das Wort "Gott" vorkommt und ausgetreten wird. Ebenfalls völliger Stuss war die fleischfressende Insel, besonders vor dem Hintergrund, dass es sich hierbei um ein ernsthaftes Survivaldrama handelt (in einem Indiana Jones Film beispielsweise wär sowas ja noch völlig vertretbar).
                              Wie der Film so viele Oscars einheimsen konnte, bleibt mir schleierhaft, besonders bei der Filmmusik.

                              • 7

                                Hi Leute,

                                ganz klar, der Schluss rettet den Film. Und zwar die zweite Version der Survival-Geschichte vom Schiffbrüchigen Odysseus-Inder. Gott hin oder her, es ist unser Gehirn das sich endlos allesmögliche ausdenken kann und allesmögliche für sich Wahr machen kann. So einfach ist da.

                                Pi zum Reporter welche Geschichte gefällt dir besser: Er antwortet: "Die mit dem Tiger." - "Und so ist es mit Gott." Antwortet Pi.
                                Aber bis ich zum Ende gelangt bin, war Geduld und Ausdauer gefragt. Wollte schon mittendrin aufhören. Für meinen Geschmack zu fett aufgetragene Visualisierung und zu viel Lebenszweifel von Pi.

                                Mein Fazit: Was für eine Grundeinstellung hat der Mensch: Ist das Glas halb leer (Pessimist) oder halb voll (Optimist). Das wird hier beantwortet. Gut gemacht Ang Lee.

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                                • 8 .5

                                  LIFE OF PI ist wirklich eine positive Überraschung. Krass ist allerdings der Umstand, das die indische VFX-Firma einfach nicht bezahlt wurde. Und das bei einem Film, der ja von den Effekten wie kaum ein anderer lebt und sogar für die Visualen-Effekte einen Oscar gewann. Bei der Preisverleihung wurde es dem Spezialeffekt-Experten Bill Westenhofer (Rhythm & Hues Studios) sogar verboten darüber zu sprechen oder das gar in die Rede einfließen zu lassen, was einen ziemlichen Skandal auslöste und zum Social-Media-Trend "VFX Solidarity" führte. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe musste die Firma trotz Oscar in Insolvenz gehen, dass muss man sich mal überlegen...Hollywood produziert den Film, lagert die Post-Pro aus und bezahlt die Leute für die visuellen Effekte nicht, bei einem Film, der größtenteils in einem Green-Room statt findet, erfolgreich Kasse macht, Preise gewinnt und dann haben die die Frechheit den Betroffenen auch noch zu verbieten darüber zu reden - Da bekomme ich das kotzen.

                                  Aber lösen wir uns mal von der Problematik haben wir einen bildgewaltigen Film, der vor allem visuell sehr kreative und fantasievolle Passagen besitzt, die dem Film wirklich eine besondere Note verleihen. Auch das Ende, in dem der Film quasi von sich aus zusätzlich ein alternatives Ende anbietet - oder das richtige, das ist eben interpretationssache - fand ich kreativ gelöst. So kommen alle auf ihre Kosten, die die nach Realismus schreien und die Träumer ;)

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                                  • 9

                                    Ein sehr inspirierender Film mit einem ganz starken Hauptdarsteller.

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                                      Gabe666 22.12.2014, 17:16 Geändert 22.12.2014, 17:19

                                      Richtig stark!
                                      "Life Of Pi" ist ein beeindruckender Bilderrausch, eine Reise in die Fantasie. Erzählt wird der Überlebenskampf eines jungen Inders auf dem Meer, der zwar beim Hören unglaublich wirkt, aber im Film dennoch immer realistisch erscheint. Auch, wenn bis zum Schluss offen bleibt, ob sich das alles wirklich so zugetragen hat.
                                      Das Verhältnis von Wirklichkeit und Fantasie ist letztlich auch das, was hier thematisiert wird. Praktisch vom Beginn des Filmes an wird man mit dem Verschmelzen von Realem und Irrealem konfrontiert. So sieht man beispielsweise in Rückblenden den Onkel des Protagonisten, der ein begeisterter Schwimmer war, seine Runden durch ein Bad ziehen. Durch die gewählte Kameraperspektive vom Boden des Pools aus, wirkt es so, als würde er durch das Bad fliegen. Und wenn von der Rückblende in die Gegenwart gewechselt wird, sieht man ihn sogar noch kurz in dieser und er scheint wirklich durch die Luft zu gleiten.
                                      Ein anderes Beispiel wäre eine Szene mit dem Protagonisten Pi alleine auf dem windstillen Ozean, bei der man sein Floß aus der Vogelperspektive sieht und durch die Spiegelung auf dem Wasser der Eindruck entsteht, es flöge durch den Himmel. Phantastisches und Alltägliches greifen hier auf verblüffende Weise ineinander.
                                      Auch fällt auf, dass die im Film auftauchenden Tiere in gewisser Weise vermenschlicht werden. Nicht in dem Sinne, dass sie sich direkt wie Menschen benehmen oder gar sprechen, sondern dass menschliche Charakterzüge in ihnen erkenntlich sind. Das wird schon während des Vorspannes deutlich, in dem zu jedem Namen eines Darstellers oder eines Stabsmitgliedes Tiere in einem Zoo gezeigt werden. Und die Tiere, mit denen sich Pi auf das Floß retten konnte (nicht nur der Tiger) zeigen immer mal wieder Verhaltensweisen, die man auch mit einem Menschen assoziieren könnte.
                                      Das birgt ein großes Interpretationspotenzial, besonders in Verbindung mit der zweiten Geschichte, die der in die Zivilisation zurückgekehrte Pi (hierbei handelt es sich nicht um einen Spoiler!) zwei Mitarbeitern der Firma erzählt, der das gesunkene Schiff gehörte. Beide Lesarten sind möglich, sowohl die direkte, dass das, was man auf der Leinwand sieht, sich wirklich so ereignet hat, als auch die, dass er sich das alles nur zusammenfantasiert hat, um nicht wahnsinnig zu werden und allein auf dem Meer zu überleben.
                                      Zweitere wird dabei durch die vor der eigentlichen Geschichte gezeigten Rückblenden gestützt, in der die Kindheit der Hauptfigur beleuchtet wird. Pi ist nämlich ein ziemlich exzentrischer Charakter, der Angehöriger von gleich drei Religionen ist, als Kind die Götter als Superhelden sah und auch vom Himmel und Weltraum fasziniert war, was in den Szenen auf dem Meer dann wieder aufgegriffen wird.
                                      Selbige sind, wie erwähnt, einfach nur bildgewaltig. Toll animiert, richtig farbenfroh, detailreich und fantasievoll. Die Kameraarbeit ist auch klasse und unterstützt die Wirkung der Effekte. Besonders beeindruckend ist die Kamerafahrt vom Gesicht des Tigers aus, der ins Wasser blickt, in die Tiefsee, wo mehrere Meerestiere zu sehen sind, die sich dann in einer surreal anmutenden Sequenz in die Tiere des Zoos, der den Eltern Pis gehörte, und die auf dem Schiff umkamen, verwandeln, bis man dann Sterne und Galaxien sieht, die schließlich das Antlitz von Pis Mutter bilden. Zuletzt blickt man dann ins Gesicht des Hauptcharakters, der dem Blick des Tigers folgte. Vergangenheit, Gegenwart, Fantasie, Wirklichkeit - das alles verschmilzt hier auf atemberaubende Weise.
                                      Von den Effekten her ist "Life Of Pi" jedenfalls großartig gemacht. Auch die Tiere auf dem Rettungsboot, welche komplett animiert wurden, wirken oft geradezu lebensecht. Wobei man aber leider auch sagen muss, dass man dem Tiger seine Herkunft aus dem Computer in einigen Szenen dann doch deutlich anmerkt. Dennoch kann man sich den Großteil des Films über kaum beschweren.
                                      Die Schauspieler wurden auch sehr gut gewählt. Suraj Sharma als junger Pi, der hier sein Schauspieldebüt gab, wirkt trotz seiner Unerfahrenheit sehr natürlich und glaubhaft, Irrfan Khan als dessen ältere Inkarnation ist ebenfalls sehr gut. In einer kleinen, amüsanten Nebenrolle sieht man auch den betagten Gerard Depardieu. Trotz seiner fragwürdigen Aktionen in den letzten Jahren muss ich sagen: schauspielern kann der immer noch sehr gut.
                                      Auch die Filmmusik vom kanadischen Komponisten Mychael Danna, der dafür sogar mit einem Oscar belohnt wurde, ist klasse. Wirkt sehr atmosphärisch und auch emotional.
                                      "Life Of Pi" ist definitiv ein Film, den man gesehen haben sollte. Zum Einen ein eindringliches Survivaldrama, das ein wenig an "Cast Away" mit Tom Hanks erinnert, zum Anderen eine Ode an die Fantasie. Und zudem wird auch Spiritualität und Religion stark thematisiert, aber glücklicherweise nicht so, dass es aufdringlich und missionarisch wirkt. Der Glaube an eine Art höhere Macht wird hier als etwas dargestellt, was einem, besonders in Extremsituationen Zuversicht und Trost bieten kann. Es wird nicht explizit für eine Religion geworben, sondern eher die Aussage getroffen, dass man seinen Glauben selbst finden muss, und ihn auch einfach selbst kreieren oder vorhandenem zusammenbasteln kann (der Protagonist ist ja, wie erwähnt, Angehöriger von gleich drei Glaubensrichtungen, der aber deren Institutionen auch nicht wirklich etwas abgewinnen kann). Als agnostischer Atheist, als der ich mich bezeichnen würde, kann ich mich mit der Botschaft durchaus anfreunden.
                                      Abseits von dieser tiefergehenden Thematik bietet der Film eben auch, wie erwähnt, ordentlich was fürs Auge. Ich kann ihn also nur empfehlen.
                                      Muss dazu aber auch anmerken, dass ich ihn nicht in 3D gesehen habe, weshalb ich dazu keine Angaben machen kann. Ist schon schade, denn Bilder wie beispielsweise der Wal, der aus einem Meer voller leuchtender Quallen auftaucht, sind einfach atemberaubend und hätten in der dritten Dimension noch eindrucksvoller gewirkt. Ich bereue es schon, dafür nicht ins Kino gegangen zu sein.
                                      Gesehen habe ich ihn übrigens in meiner Uni. Dieses Semester läuft eine Ringvorlesung, in der das Verhältnis von Film und Kunstgeschichte thematisiert wird, und dieser Film wurde schon in der zweiten Vorlesung behandelt (aus ihr nahm ich auch viele Anregungen für diese Kritik). In der Woche darauf konnte man ihn sich dann in einem kleineren Vorlesungsraum ansehen. Auch wenn er auf einer großen Kinoleinwand sicher noch viel beeindruckender gewirkt hätte - ich bin froh drüber, dass ich diese Gelegenheit wahrgenommen habe.

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                                      • 9 .5

                                        Geniale Bilder, schöne und emotionale Story.

                                        Hätte nicht gedacht, dass mich der Film so abholt und flasht.

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                                        • 8

                                          Prachtvoller Film, mit grandioser Optik.
                                          Einer der wenigen Filme, die durch 3D nochmal eine klasse besser werden. Ähnlich wie es bei Gravity der Fall ist, ohne beide jetzt miteinander vergleichen zu wollen!
                                          Auch die Story weiß von Anfang an mitzureisen. Großes Kino.

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                                          • 8 .5

                                            Fantastischer Film, das ist Kino Kunst. Vor allem die Bilder und die Kamera sind Grandios. Die ganze Geschichte ist ein märchenhaftes Abenteuer mit einem epischen Schlusszitat, bei dem ich Gänsehaut hatte. Noch jetzt, gute 30 Minuten nach dem Film bin ich buff, das dieses Meisterwerk im letzten Jahr vollkommen an mir vorbei gegangen ist. Was hätte ich den gern im Kino gesehen, schade!

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                                            • 6

                                              Da sieht man mal, welchen schlechten Einfluss Hollywood auf gute Regisseure hat. LoP hätte echt gut sein können, wäre da nicht diese Zuckerkruste aus Kitsch und Klugscheißerei.

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                                                inceptionfan 18.11.2014, 22:58 Geändert 18.11.2014, 23:12

                                                "Life of Pi" hat meine Erwartungen um Längen übertroffen! Ich hatte zuerst etwas Bedenken, dass der Film zu sehr im CGI versinkt, was aber zum Glück fast nie der Fall ist! Der Film kommt mit Bildern daher, die man in so einer bombastischen und majestätischen Schönheit selten gesehen hat. Ich konnte den Film leider nicht in 3D sehen, was ich aber definitiv noch nachholen werde, denn man merkt einfach, dass fast jede einzelne Szene auf den 3D-Effekt ausgelegt ist, der die Wirkung mit Sicherheit noch verstärkt. Aber auch in der normalen Version überzeugt "Life of Pi" in meinen Augen auf ganzer Länge. Die Kameraführung ist hervorragend, besonders gut ist auch, wie hier teilweise (wahrscheinlich eben zugunsten des 3D-Effekts) mit dem Bildformat variiert wird. Dazu kommt noch ein wirklich gelungener Soundtrack und der Film ist in vielen Momenten in Verbindung mit den bombastischen, unglaublich fantasievollen Bildern und der traumhaften Atmosphäre unglaublich intensiv und fesselnd. Vor allem sind die Animationen der Tiere bahnbrechend gut gelungen. Man verliert sich in "Life of Pi" regelrecht! Ansonsten gibt es noch zu sagen, dass die Schauspieler alle vollkommen solide agieren und die Story einem auch nach Ende des Films noch viel Stoff zum Nachdenken und eine tolle Message liefert. Minimale Kritikpunkte habe ich trotzdem: Auf der einen Seite sind die Bilder (wie gesagt) absolut fantastisch, aber ein paar wenige Szenen wirken dann in meinen Augen doch ein wenig zu übertrieben, was aber jetzt auch nicht so extrem stört. Außerdem braucht der Film anfangs etwas, um in die Gänge zu kommen, auch wenn dieser erste Teil natürlich dennoch wichtig für den weiteren Verlauf ist und für eine 10 Punkte- Wertung hätte mir sowieso noch das i-Tüpfelchen gefehlt irgendwo.
                                                Fazit: "Life of Pi" ist bombastisch inszeniertes, wunderschönes, fesselndes, emotional berührendes, tiefgründiges, märchenhaftes Kino! Ein geniales Zusammenspiel aus emotionaler Story und einer herausragenden audiovisuellen Inszenierung. Unbedingt ansehen!

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                                                  EInmal gesehen und schnell wieder vergessen.....Fleischfressende Insel......tztztz

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                                                    Filmanalyst 04.11.2014, 17:06 Geändert 04.11.2014, 17:07

                                                    Der Film ist ein gutes Beispiel dafür, dass man seine Vorurteile desöfteren einfach mal beiseite lassen sollte. Ich dachte mir - ganz ehrlich gesagt - bisher immer, als ich den Titel "Schiffbruch mit Tiger" hörte: "So ein Müll. Wie unrealistisch. Was soll denn das für ein Film sein?" und hab ihn deshalb wohl auch nicht geschaut.
                                                    Nun habe ich ihn doch im TV geguckt und muss sagen: "Was bin ich nur für ein Depp! Blöde Vorurteile!" :-)
                                                    Der Film hat mich echt geflasht und das Ende ist in meinen Augen einfach genial. Nicht nur wegen der vielen Botschaften hat mich der Film begeistert, sondern auch das Schauspiel von Suraj Sharma (sein erster Film!) war einfach super! Als ich las, dass Tobey Maguire schon für die Rolle gecastet wurde, war ich schon froh, dass Suraj Sharma Pi Patel darstellte.
                                                    Natürlich darf man keinen Actionfilm oder dergleichen erwarten. Es ist eben ein ganz eigenes Werk und Ang Lee hat mich damit schon in den Bann gezogen.
                                                    Toller Film mit schönen Bildern und grandiosen Effekten! Die besten Effekte sind eben die, die man nicht sofort als solche erkennt (auch wenn es viele gibt, die natürlich alles sofort erkennen). Zurecht mit 4 Oscars ausgezeichnet und ein Film, den man immer wieder schauen kann - aber am Besten werbefrei auf DVD oder Bluray.

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