Schnupfen im Kopf

Schnupfen im Kopf (2010), DE Laufzeit 92 Minuten, FSK 12, Dokumentarfilm, Drama, Kinostart 04.11.2010

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7.5
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von Gamma Bak und Gamma Bak, mit Gamma Bak

Psychose. Eine Krankheit, die nicht heilbar scheint, eine Diagnose, die das Leben der Betroffenen buchstäblich auf den Kopf stellt. Nichts ist mehr, wie es war, an Aufenthalte in der Psychiatrie schließt sich eine oft lebenslange Abhängigkeit von Medikamenten an, deren Nebenwirkungen gravierend sein können. Über die Krankheit zu sprechen ist ein Tabu – denn wer erklärt sich schon freiwillig für verrückt? Die selbst betroffene Autorin und Regisseurin Gamma Bak hat es zum ersten Mal überhaupt gewagt, über die diversen Stadien ihrer Krankheit einen autobiografischen Film zu drehen. Entstanden ist ein extrem intimes und faszierendes Selbstporträt, das nicht nur einen Einstieg in das komplexe Thema bietet, sondern auch einen direkten Einblick in das Ringen mit der Diagnose “Psychose” und der damit verbundenen Stigmatisierung erlaubt.

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Kritiken (4) — Film: Schnupfen im Kopf

SchnabelPower: filmosophie.com

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8.0Ausgezeichnet

Ich ziehe den Hut vor Gamma Bak. Nicht nur wegen des Namens. Sondern vor allem wegen ihres Mutes, einen so offenen Film über ihre eigenen psychischen Abgründe zu machen. Obwohl sich auf dem Feld der Psychologie im letzten Jahrhundert viel getan hat, sind persönliche Erfahrungen mit psychischer Krankheit immer noch ein Tabuthema. Man ist nicht krank in der westlichen Welt. Man ist es einfach nicht.
Toll ist an Gamma Baks Film, dass sie uns nicht nur auf einer verbalen Ebene von ihren Erfahrungen erzählt, sondern auch durch den Zusammenschnitt unterschiedlichster Filmmaterialien aus einer Zeit von ca. 15 Jahren ein Bild davon liefert, wie ihre Welt funktioniert, wie sie sich und ihr Umfeld wahrnimmt. Sie stellt nicht die Psychose an sich da. Sie stellt IHRE Psychose dar – und das ist noch mutiger.
Beim Publikum ist „Schnupfen im Kopf“ weniger gut angekommen. Zu meinem Erstaunen verließen zahlreiche Zuschauer während der Vorführungen den Saal. Wieso? Langweilig war der Film nun wirklich nicht. Vielleicht konnten sich diese Menschen der schonungslosen Realität nicht aussetzen? Aber so richtig schonungslos fand ich den Film eigentlich auch nicht. Vielleicht gehen die Menschen, weil dieser Film sie zwingt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen? Weil man einen solchen Film nicht einfach nur wie einen Blockbuster anschauen und dann umschalten kann?
Gamma stellt sich auf die Bühne und sagt: Ich bin verrückt! Schaut her! Da bin ich!
Ich könnte das nicht.
Denn genauso wie die Leute aus dem Kino gehen, gehen die Menschen aus Deinem Leben, weil sie die „schonungslose Realität“ nicht ertragen, die doch eigentlich gar nicht schonungslos ist, sondern einfach nur… Realität!

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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

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6.0Ganz gut

»Schnupfen im Kopf« ist ein intensiver und auch mutiger Film, hier hat jemand alles gegeben, der sich täglich auf besondere Weise mit sich selbst auseinandersetzen muss und dabei mit der ständigen Überschreitung und Überforderung zu kämpfen hat. Dinge, die den innersten Kern der Kunst betreffen.

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Julia Teichmann: film-dienst Julia Teichmann: film-dienst

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8.0Ausgezeichnet

„Schnupfen im Kopf“ ist ein radikales, schonungslos-autobiografisches Selbstporträt, eine Art essayistisches Tagebuch; weniger eine Selbstanalyse als eine Sammlung genauer Zustandsbeschreibungen im Rahmen einer Langzeitbeobachtung. Gamma Bak versucht nicht zu erklären, was ihr passiert ist. Sie versucht es zu fassen, aufzuarbeiten im wortwörtlichen Sinne. Die analytisch-distanzierte Haltung, die sie dabei sich selbst gegenüber einnimmt, wirkt wie eine Form der Selbstvergewisserung und drückt vielleicht auch die Sehnsucht nach Mündigkeit, nach vollwertiger Re-Assimilation und Anerkennung aus.

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Sarah Sander: Schnitt Sarah Sander: Schnitt

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8.0Ausgezeichnet

Gamma Bak präsentiert sich der Kamera. Schonungslos. Nackt. [...] Die Stärke dieser intimen Erkundung liegt in der aufmerksamen Selbstreflexion, die, als offene Langzeitstudie angelegt, auf DV-Material aus den letzen 8 Jahren ihrer Krankheitsgeschichte basierend und mit Ausschnitten aus früheren Filmen und Videotagebüchern der Regisseurin versetzt, immer neue Einblicke in die Wege und Wendungen der Krankheit und ihres Lebens damit freilegt.

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Kommentar — Film: Schnupfen im Kopf


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ellen_ripley

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Gamma Bak leidet seit Jahren an immer wieder ausbrechenden Psychosen. Anstatt einer midleidserhaschenden Nabelschau, zu der solche Dokumentation schnell mutieren können, bereichert uns Gamma Bak mit einem informativen und gleichzeitig gar nicht nüchternen Film, der Erkrankten und Angehörigen eine Möglichkeit zum Verständnis (zum Akzeptieren?) der Krankheit bietet.

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