×
Einen Moment, bitte...
Wähle eine Liste aus
Wie soll die Liste heißen?
Schreibe kurz, warum der Film auf diese Liste gehört
✖
Schöne tote Mädchen
Fine mrtve djevojke (2002), HR Laufzeit 80 Minuten, FSK 16, Drama, Thriller, Abenteuerfilm, Kinostart 10.06.2004
-
Kritiker
0 Bewertungen
Skala 0 bis 10
0 Bewertungen
Skala 0 bis 10
5.8
Community
31 Bewertungen
2 Kommentare
31 Bewertungen
2 Kommentare
-
Deine Vorhersage
Deine Bewertung
Keine
Keine
admin
image admin
trailer admin
edit
edit group memberships
sweep cache
Moviemaster:Movie
von Dalibor Matanic, mit Olga Pakalovic und Nina Violic
Die lesbisch veranlagten Frauen Mare und Iva ziehen in eine neue, kleine Wohnung. In dem Haus wohnen etliche bizzare Gestalten: ein Mann, der seine tote Frau mumifiziert im Lehnstuhl aufbewahrt oder ein Gynäkologie, der von illegalen Abtreibungen lebt. Die Situation wird zunehmend gewalttätiger und bedrohlicher. Schließlich eskaliert es in Mord und Totschlag.
Mehr Bilder (3) und Videos (0) zu Schöne tote Mädchen
Cast & Crew
Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Schöne tote Mädchen
- Genre
- Drama, Thriller, Gross-Out-Film
- Ort
- Kroatien, Zagreb, Zug
- Handlung
- Abtreibung, Flagge, Geschäft, Gynäkologe, Homosexualität, Lesbe, Prostituierte, Schrotflinte, Schwuler, Unfalltod
Fans dieses Films gefiel auch
Top 5 vorgemerkte Filme





















Kommentare (2) — Film: Schöne tote Mädchen
Markbln Sun, 09 Sep 2012 08:20:48 -0000
Kommentar löschenNachdem ich mich zuletzt öfters über die saudämlichen deutschen Filmtitel mokiert habe, möchte ich heute ein gelungenes Beispiel nennen. "Schöne tote Mädchen" hat zumindest mich allein schon wegen des Titels neugierig gemacht. Ok, mit "Fine mrtve djevojke" hätte ich nicht viel anfangen können. Kein Wunder, sieht man Filme vom Balkan in unseren Breitengraden leider immer noch sehr selten.
Dabei ist das Werk von Dalibor Matovic ein interessanter Blick auf die kroatische Gesellschaft. 2002 entstanden, nutzt er die Geschichte um zwei lesbische Frauen, die in ein abgeranztes Mietshaus direkt an der Eisenbahnstrecke in Zagreb ziehen, für seinen Zustandsbericht zur Lage der Nation. Das ist in der Wahl der Mittel glücklicherweise nie so drastisch, wie die reißerische Ankündigung vermuten lässt. Wer Splatter oder Schockmomente erwartet, könnte enttäuscht werden. Dafür nimmt sich der Film viel Zeit für seine Figuren und zeichnet ein genaues Bild über die Psyche der einzelnen Bewohner.
Die düstere Atmosphäre mit Farbfiltern und Fischaugenobjektiv erinnern manchmal an Jeunets "Delicatessen". Die Kamera fängt in den erfreulich ökonomischen 80 Minuten alles ein, um die Enge der Köpfe durch die Enge des Hauses und dessen Atmosphäre zu zeigen. Im Gegesantz zu Jeunets Kultfilm wird das vermeintlich skurrile Personal hier jedoch immer böser, von Minute zu Minute schwindet die Komik. Die latent aggressive Stimmung spitzt sich zu, das Drama ist nicht mehr aufzuhalten.
Am Ende werden die beiden Personen, die von den Bewohnern als "pervers" ausgegrenzt werden, die einzig "normalen" Menschen sein. Natürlich sind in dieser Groteske die Figuren klischeehaft angelegt, die Besetzung funktioniert jedoch hervorragend. Die beiden Lesben sowie ihr schlimmster Widerpart, die bigotte Hausmeisterin, sind exzellent besetzt, mich gruselt's jetzt noch bei dem Gedanken an diese böse Nachbarin.
Der Regisseur rechnet hier konsequent mit der kroatischen Gesellschaft ab, mich würde interessieren, wie der Film im eigenen Land angekommen ist. Das Ende dürfte einige bewegten Brüdern und Schwestern in hiesigen Homokreisen sauer aufstoßen. Für mich geht es ok.
"Schöne tote Mädchen" ist eine gelungene Mischung aus bitterböser Gesellschaftssatire, düsterem Drama und beklemmendem Thriller, die ganz skurril beginnt, um im Horror zu enden, der keinen Splatter braucht.
bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Muffin Man Wed, 13 Apr 2011 19:01:01 -0000
Kommentar löschenDa scheint jemand "Mulholland Drive", der nicht lange vor „Fine mrtve djevojke“ erschienen ist, studiert zu haben: Die Kamera, die langsam um die Ecken des Apartments, das einen farblich an Tante Ruths Haus erinnert und in dem die beiden lesbischen (!) Frauen logieren, fährt, der blaue Blitz, die Musik, die mitsamt dem bedrohlichen, wabernden Bass stark an Badalamenti erinnert und in einer Szene, in der das rote Licht eines Bahnsignals im Bild ist, einem beinahe das Gefühl vermittelt, dass Zagreb das neue Twin Peaks ist – formal scheint Regisseur Dalibor Matanić sein Vorbild gefunden zu haben und verwendet dessen Stilmittel gekonnt in seinem Werk. Inhaltlich geht „Fine mrtve djevojke“ als intensives Psychodrama seine Wege. In dem Wohnhaus, in das Iva und Marija ziehen, entwickelt sich ein Geflecht aus zwischenmenschlichen Beziehungen, das die beiden Hauptcharakterinnen je länger, desto stärker ihres Friedens beraubt und sie einschnürt, bis es zur Katastrophe kommt. Die Figuren sind kauzig; besonders hervorzuheben ist hier der gewalttätige, aber leicht depperte Nationalist, der im Krieg war, jeden Morgen eine Flagge Kroatiens aus dem Fenster hängt und mit der Schrotflinte in die Luft ballert, wenn ein Vogel drauf scheisst; der einmal wöchentlich nachts überlaut nationalistische Lieder laufen lässt, worauf der Vermieter den Strom im Haus abstellen muss (was aber nur solange funktioniert, bis jener sich einen Ghettoblaster besorgt), und der sogar ein bisschen wie der kroatische Sänger Marko Perković „Thompson“ aussieht, einfach korpulenter. Hier zeigt sich „Fine mrtve djevojke“ von seiner wohltuend entlarvenden und zynischen Seite.
Der Film funktioniert als Darstellung einer Gruppe Menschen, die eigentlich alles über einander wissen, auch das Abstossende, Niederträchtige, denen es aber völlig egal ist, die wegschauen, die Brutalität, Homophobie und Hass erdulden, bis sich zuletzt in der Eskalation alles entlädt.
„Fine mrtve djevojke“ ist letztlich handwerklich ausgezeichnetes und inhaltlich starkes, modernes kroatisches Kino.
bedenklich? 13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten