Schritte ohne Spur

À double tour (1959), IT/FR
Laufzeit 94 Minuten, FSK 18, Drama, Kinostart 02.04.1960

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von Claude Chabrol, mit Madeleine Robinson und Antonella Lualdi

Henri Marcoux und seine Frau Thérèse leben auf ihrem ansehnlichen Besitz nebeneinander her und empfinden nur noch Hass füreinander. Henri hat eine Geliebte, die attraktive Léda. Seine Frau weiß davon und spürt, dass ihr Mann sie verlassen will. Für diesen Fall droht sie ihm mit einem Skandal; andererseits ist sie zu einem Kompromiss bereit, wenn Henri etwas unternimmt, um Laszlo Kovacs, den Verlobten ihrer Tochter Elisabeth, aus dem Hause zu schaffen. Thérèse verabscheut Laszlo fast so sehr wie die Geliebte ihres Mannes, sein ungeniertes Verhalten und seine unbürgerlichen Ansichten sind ihr ein Gräuel. Auch Richard, der Sohn des Hauses, findet Laszlo nicht sonderlich sympathisch. Als sich die Spannungen in einer dramatischen Auseinandersetzung zwischen den Eheleuten entladen, will Henri bewusst einen Skandal provozieren, indem er sich in der nahen Stadt öffentlich mit seiner Geliebten zeigt. Kurz darauf wird Léda ermordet aufgefunden. Die Polizei verdächtigt Roger, den Freund des Hausmädchens Julie. Thérèse ist diese Wendung der Dinge keineswegs unlieb, wirklich zufrieden wäre sie allerdings erst, wenn auch noch Laszlo verschwände. Er denkt jedoch nicht daran, ihr diesen Gefallen zu tun, und glaubt, den wirklichen Mörder zu kennen.


Cast & Crew


Kommentar — Film: Schritte ohne Spur

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8martin

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein früher Film von Chabrol (1959), in dem bereits sein unbestrittenes Talent zum Vorschein kommt. Das Wichtigste neben dem Mord ist das soziale Umfeld, in dem er stattfindet. Die bürgerliche Moral wird in ihrer ganzen Doppelbödigkeit gegeißelt. Man beharkt sich heftig in dieser Familie und betrügt einander, aber wahrt immer die Kontenance nach außen. Von den Schauspielern beherrscht der junge Belmondo die Szene von Anfang bis Ende. Er beeindruckt nicht nur als Typ, sondern er hebt sich auch wohltuend vom übrigen Clan ab. Die Einstellung der Kamera verrät den Mörder bereits sehr früh. Trotz dieses Wissens folgen aber noch fesselnde Szenen, in denen einen die Darsteller überzeugen. So tut der Satz „Ich bin gekommen, um sie zu ermorden.“ auch der Spannung keinen Abbruch. Hier lässt sich der Altmeister noch Zeit für fast schmalzige Kuss- und Liebeszenen, während die Kamera immer wieder in das Blattwerk der Bäume verschwindet. Und wie so oft bei Chabrol löst die Polizei nicht den Fall sondern die Familie. Es ist einer seiner besseren Filme. Bissig, amüsant, interessant.

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