Schwestern des Bösen

Sisters (1973), US
Laufzeit 92 Minuten, FSK 18, Thriller, Horrorfilm, Kinostart 19.08.1977

7.4 Kritiker
8 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.6 Community
74 Bewertungen
12 Kommentare
Schwestern des Bösen - Bild 41845
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von Brian de Palma, mit Margot Kidder und Jennifer Salt

In der Hoffnung auf eine heiße Nacht folgt ein junger Mann dem Fotomodell Danielle Breton nach Hause. Als er am Morgen in Danielles Appartement erwacht, wird er bestialisch ermordet. Die Journalistin Grace Collier beobachtet den Mord vom gegenüberliegenden Fenster aus, doch die alamierte Polizei findet keine Spuren. Niemand will Grace glauben! Daraufhin spürt sie auf eigene Faust der mysteriösen Danielle nach. Die Fährte führt zum Fall eines siamesischen Zwillingspaars.


Cast & Crew


Kritiken (3) — Film: Schwestern des Bösen

Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...

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4.0Uninteressant

Unfassbarer New-Hollywood-Horror von Brian De Palma. In der ersten Hälfte gelingt es dem Film trotz der deutlich zu langen und im Endeffekt auch ziellosen Exposition noch recht effektiv, seine Geschichte unberechenbar und spannend vorzubereiten. Nach der schönen Titelsequenz generiert De Palma unter Einsatz von Split-Screens und raffiniertem Schnitt Suspense-Momente, die – Klischee, aber wahr – ans Vorbild Hitchcock erinnern, dieses in ihrer sympathisch cheesigen Unbekümmertheit aber nicht kopieren. Ab der zweiten Hälfte jedoch dreht "Sisters" vollkommen frei und gerinnt zur absoluten Camp-Sause, bei der selbst Robert Aldrich noch was hätte lernen können. Völlig unmotivierter Perspektivwechsel, dramaturgisch komplett sinnlose Handlungsabschnitte und eine Auflösung, die keine ist, sondern sich in völligem Trash ergeht, bei dem man gar nicht weiß, worüber man zuerst lachen soll: Über die grundlos hysterisch kreischende Irre in der Anstalt? Über die völlig konfusen und zusammenhanglosen Buñuelesken Hallus der Journalistin? Oder über den Arzt mit dem seltsamen französischen Akzent und der Beule am Kopf, der das gesamte Finale über wie ein Zombie umher tingelt? Und dann, dann übertrifft sich der Film noch einmal selbst, als der Ermittler – eine Figur, für die sich der Film keine zwei Sekunden lang interessierte – am Ende auf dem Strommast eine Couch und eine Kuh observiert! Das als Schlusseinstellung ist schlicht grandios grotesk.

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Mr Vincent Vega

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Also DRESSED TO KILL werde ich auf keinen Fall noch mal schauen, den finde ich absolut schrecklich. Zu OBSESSION schreibe ich einen Kommentar, versprochen. CARRIE, mal schauen.


patcharisma

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Ich kann gut nachvollziehen, dass "Dressed to kill" den Leuten sauer aufliegt, peace... Bei den anderen nimmt mich Deine Meinung mehr Wunder..


Ulrich Behrens

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6.5Ganz gut

So bleibt “Sisters” ein einmal sehenswerter, aber insgesamt in sich nicht stimmiger Film – nicht was die Handlung selbst betrifft, aber was das Spannungsverhältnis betrifft zwischen dem, was der Zuschauer den Akteuren voraus hat, und wie die Akteure handeln. Alles läuft am Schluss auf zu viele Zufälle und oberflächliche dramaturgische Kniffe hinaus. Warum Grace von Emil psychisch manipuliert wird, damit sie sich an den Mord an Phillip nicht erinnern soll, bleibt unerfindlich. Es spielt keine Rolle mehr, nachdem Emil tot, Danielle in Polizeigewahrsam und die ganze Geschichte der Zwillinge aufgedeckt ist.

Die Hommage an Hitchcock ist also nur bedingt gelungen. Daran ändert die zweifellos geniale Musik Bernard Herrmanns auch nichts.

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Julio Sacchi: Das Manifest

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9.0Herausragend

Wie später in DRESSED TO KILL überspitzt De Palma die Themen Hitchcocks und wird expliziter in der Darstellung von Sex und Gewalt. Das Gefühl des Unwohlseins, des Befremdlichen wird in einer Stärke ausgespielt wie von Hitchcock fast nur in PSYCHO. Die Auflösung, auf die De Palmas zwischenzeitlich dann doch recht naturalistischer Krimi hinsteuert, ist ein Spektakel des Wahnsinns, erzählt in schwarzweißen Bildern des schieren Schreckens. Wie in vielen seiner besten Arbeiten wirkt SISTERS auf den Betrachter, als würde er sich die Alpträume eines anderen Menschen ansehen.

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Kommentare (9) — Film: Schwestern des Bösen

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Kubrick_obscura

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Bewertung9.0Herausragend

Nicht im geringsten fällt es leicht das zu glauben, was da auf dem Bildschirm vor sich geht. Selbst wenn man Hitchcock in und auswendig kennt und man sogar die Handlung von "Sisters" (beinah) mühelos vorhersehen kann, man glaubt es doch nicht. "Obsession", de Palmas Durchbruch, mag zwar die stringentere Hitchcock-Hommage sein, aber sie ist auch gefährlich nah am Plagiat.

"Sisters" dagegen zerlegt Hitchcock in seine Einzelteile und ordnet sie überraschend neu an, schon allein was die Perspektive auf den "unschuldig Verfolgten" angeht. De Palma hat seinen Film mit Anspielungen und Zitaten übersät und bringt es doch fertig sie so für sich zu vereinnahmen, dass sie schon fast originell erscheinen. Man braucht nur an die erste Mordszene zu denken. Der Cutter Paul Hirsch unterlegte die Szene damals zu Demonstrationszwecken mit Musik aus „Psycho“, was De Palma so begeisterte, dass er mit viel Geld Bernard Herrmann ins Boot holte, den er vorher für tot gehalten hatte. Gerade Herrmanns Score sorgt für den stärksten Hitchcock-Touch, obwohl sich der Meister gekonnt selbst reflektiert. Die Musik von „Sisters“ wirkt manchmal wie eine Karikatur seiner alten Werke, weniger originell, aber dafür wild geremixt bis an die Grenze zur Penetranz.

Anstatt, wie in „Obsession“, die Handlung von "Vertigo" neuzuspinnen, bearbeitet "Sisters" eine Geschichte aus De Palmas eigener Feder. Wunderlicherweise nimmt sein Film bereits Eigenarten der Cronenberg-Filme zuvor, der 2 Jahre später sein Kinodebüt mit "Shivers" ablieferte und erst 1988 eine ähnliche, wenn auch weitaus taktvollere, Zwillingsgeschichte auf die Leinwand brachte. Man sieht: Nicht nur De Palma kann "kopieren", man kann auch De Palma "kopieren". Dieses Wechselspiel ist in der Postmoderne ohnehin geläufig, obwohl ich bezweifle, dass es wirklich so etwas wie eine Postmoderne gibt, da jeder Filmemacher jeder Epoche darauf aufbaut, was seine Vorgänger geschaffen haben, aber das ist eine andere Geschichte.

"Sisters" war ein Frühwerk De Palmas mit äußerst geringem Budget. Das sieht man dem Film auch teilweise an, aber es erstaunt wie mitreißend er dennoch ist. Der Stilwille fesselt und kittet die komplett Amoklaufende Dramaturgie, die in ihrer Unausgegorenheit schon wieder sympathisch wirkt, vom Trash-Faktor ganz zu schweigen. Die minutenlange Splitscreen-Seqzuenz mit ihren Überschneidungen war zwar nichts neues. De Palma holte sie praktisch aus der Mottenkiste hervor, trotzdem wurde es sein Markenzeichen. Spätestens mit „Carrie“ wurde die Technik wieder salonfähig.

De Palmas (postmoderne) Krakenarme reichen natürlich noch viel weiter. Im grenzdebilen aber faszinierenden Finale taucht der Film metertief in die Psychen seiner Figuren ein, vermischt Buñuel mit Polanski, „Rosemary's Baby“ trifft auf den „andalusischen Hund“. Die wahre Meisterschaft De Palmas liegt also nicht im Verschleiern seiner Referenzen, sondern in seiner Ehrlichkeit. Er huldigt seinen Vorbildern und schlachtet sie dennoch gnadenlos aus, verkürzt sie, denkt sie neu, so weit bis sie ihm gehören, bis sie dem Film dienen, der unterm Strich „ein Brian de Palma Film“ ist.

"Sisters" ist letztendlich ein einzigartiger Thriller, der ganz auf die Kraft des Kinos vertraut, der manchmal eine saubere Geschichte nur des Effekts wegen vernachlässigt. Allein darin erscheint die Essenz großer Frühwerke. Da ist ein Filmemacher, der etwas zu sagen hat, aber niemand hört auf ihn. Er baut sich ein kleines Podest um die Massen zu überragen. Was bliebe ihm anderes übrig als laut zu brüllen? Für die einen laut genug, damit sie ihn gerade hören können, andere dagegen müssen sich bei dem Lärm die Ohren zu halten.

7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

patcharisma

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"Obsession" ist alles andere als ein Plagiat!


Kubrick_obscura

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@Pat
Das sage ich auch nicht, nur dass er gefährlich nah dran ist, für mich jedenfalls. Schlecht ist er defintiv nicht.


VisitorQ

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein guter Film mit einer der besten Mordsequenzen aller Zeiten. Alleine dafür muss man diesen Film gucken. Muss.
3,5/5

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lieber_tee

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Bewertung7.0Sehenswert

Das De – Palma - Frühwerk beinhaltet bereits viele typische Ingredienzien des Regisseurs: Hitchcockzitate, Voyeurismus, Doppelgängermotiv, Split – Screen und lange Kamerafahrten. Eine homogene Einheit wird daraus allerdings weniger, da die krude Story, in ihrer Absurdität und Konstruiertheit, oft ins lächerliche abgleitet. Dank des inszenatorischen Könnens und schwarzen Humors, besonders für Fans, ein interessantes Stück Filmgeschichte.

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Pygar

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein grausamer Mord in der Nachbarschaft, doch von der Leiche fehlt jede Spur. Unsanft Getrenntes fordert seine Genugtuung und die Suche nach dem Opfer gibt sich zusehends als Abstieg zu den niederen Trieben des Unterbewusstseins zu erkennen. Irgendwo zwischen tiefer Hitchcock-Verneigung und einer visuellen Gestaltung, die unweigerlich an italienische Genrevertreter erinnert, gelingt es De Palma bereits in diesem frühen Werk, eine nebulöse wie spannungsgeladene Umgebung zu entwerfen, die sich als Nährboden für gewaltige Eskalationen von unverarbeiteten Traumata und hinterhältigen Verschleierungsmethoden, geradezu anbietet.

11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Spielberg_Fan

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Bewertung6.0Ganz gut

Brian de Palma's Expliotationbeitrag „Sisters“ ist ohne Zweifel eine Hommage an den großen Alfred Hitchcock. Gekonnt spielt De Palma mit den Mitteln eines Hitchcocks. Dies spiegelt sich vor allem in der Kameraführung, Schnitt und der Musik, die von Mr. Hitchcocks Haus und Hof- Komponisten Bernard Herrmann stammt wieder. Nur leider fehlt es dem Werk insgesamt an Spannung und glaubhaften Charakteren. Zu stumpf und dahinplätschernd wirkt die ganze Story. Es herrschen eher 90 Minuten Langeweile als packender Thrill.

Dennoch ist „Sisters“ einen Blick wert, um das Frühwerk eines wichtigen Regisseure unserer Zeit kennenzulernen. Schon alleine wegen dem großartigen, legendären De Palma-Splittscreen-Einsatz.

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Filmkenner77

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Bewertung5.0Geht so

Unter den Brian de Palma Filmen meiner Ansicht nach einer der schwächeren Arbeiten des Meisterregisseurs. Irgendwie seltsam und ein bisschen zu verquastet wirkt dieser Film.

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mikkean

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Bewertung9.0Herausragend

Perfides Frühwerk von Brian De Palma, der Herrn Hitchcock hier ausgiebig, aber nie ideenlos huldigt. Die Story mag so manchem Zuschauer einfach nur verwirren bis enttäuschen, aber so konsequent näherte sich ein Schocker selten seinem Ende. Beachtenswert hier auch der Mut, auf eine normale Auflösung zu verzichten. Stattdessen regiert hier eine bitterböse Ironie, die jüngeren Vertretern des Genres mitunter gänzlich abgeht. Auch optisch legte De Palma mit "Sisters" einen Hang zu optisch eigenwilligen Experimenten an den Tag, welche die Handlung voll und ganz ergänzen. Wer die ewig dröge Düster-Szenarien und Haudrauf-Schocks der heutigen Zeit satt hat, sollte mal einen Blick riskieren. Und bitte, spart euch das Remake!

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stuforcedyou

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Sehr interessant. Wird vorgemerkt. Danke für den Tipp.


patcharisma

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Bewertung2.0Ärgerlich

Völlig unausgegorenes PsychoQuark-Früh"werk" von Brian De Palma, wenigstens mit Musik von Bernard Herrmann.
Das sollte sich dann mit "Schwarzer Engel" (1976) schlagartig ändern, wo DePalma die Hommage an Hitchcock mehr als würdig gelungen ist.

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Melli Reilly

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Bewertung6.0Ganz gut

Vorhersehbar

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