Screams of Blasphemy

964 Pinocchio (1991), Laufzeit 97 Minuten, Science Fiction-Film, Horrorfilm

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von Shozin Fukui, mit Haji Suzuki und Onn-chan

Pinocchio 964 ist ein kybernetisch verbesserter Sex-Sklave. Der Prototyp landet in der Irrenanstalt, von wo er auf die Strasse gestellt wird. Ohne Erinnerung irrt er durch Tokyo und stösst auf die ebenfalls angeknackste Himiko. Die zwei tauchen in eine bizarre Sex- und Exzess-Idylle ein, welche jedoch ins Wanken gerät als Pinocchio sein Gedächtnis zurück erlangt und auf Rache sinnt.


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Mimuschka

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Bewertung6.0Ganz gut

ein lobotomisierter sexsklave wird von seiner enttäuschten nymphomanischen besitzerin vor die tür gesetzt, weil er keine erektion mehr bekommen kann. in diesem recht auffälligen zustand durch tokyos straßen irrend, wird er von einer obdachlosen aufgegabelt, die sich um ihn kümmert und von nun an versucht ihn zurück ins leben zu holen. mittlerweile hat aber die herstellerfirma davon wind bekommen und schickt, aus angst dass ihre dunklen menschenexperimente an die öffentlichkeit gelangen könnten, ihre besten killer los um "pinocchio" auszuschalten.

regisseur shozin fukui konnte sich mit diesem cyberpunk-horrorthriller, der ganz klar auf der damaligen erfolgswelle von TETSUO mitsurft, eine beachtliche fangemeinde im japanischen underground sichern. sein motto war dabei anscheinend, das vorbild an weirdness noch zu übertreffen. in meinen augen gelingt ihm das auch, allerdings auf kosten der nachvollziehbarkeit. auch bedeutet weirder ja nicht gleich besser. seltsamerweise ist der anfang auch geradezu dröge mit ellenlangen szenen wo nur menschen umherirren ohne das etwas passiert, vielleicht auch absicht um den kontrast stärker hervortreten zu lassen. ab dem zeitpunkt wo pinocchio und himiko sich dem exzessiven rausch hingeben brennen nämlich alle sicherungen durch und es folgt ein halluzinogener albtraum aus sex, körpersäften und gewalt. legendär ist u.a. die szene wo himiko minutenlang durch die u-bahn irrt, sich ständig übergibt und dann in dem gelblichen brei suhlt.
die kamera leistet dabei gute arbeit, durch ungewöhnliche und extreme blickwinkel die groteske atmosphäre noch zu unterstreichen, auch die expressive lichtsetzung ist gekonnt dream-like. besonders witzig fand ich, dass der regisseur, wohl aufgrund des geringen budgets, seine außenaufnahmen in normaler, nicht-abgesperrter umgebung gefilmt hat. man sieht also die authentischen reaktionen echter menschen, wenn die beiden akteure einen ihrer irren streifzüge durch die stadt oder supermärkte machen (siehe screenshot: http://www.cyberpunkreview.com/images/964pinocchio33.jpg).
da musste ich doch ein paarmal schmunzeln (ungefähr wie ein schmunzelmonster glaube ich, wobei die körperfarbe aber leicht anders ist. ich esse dafür aber auch gerne äpfel, also richtige äpfel, keine augäpfel, nur um mißverständnissen vorzubeugen).

kann nun abschließend gar nicht sagen ob ich den film empfehlen würde, größtenteils wars aufgrund des permamenten brain-overkills schon eine arge nervliche belastungsprobe. wenn man aber allgemein was mit experimentellem undergroundkino anfangen kann und sich nicht von extremer hektik und ständigem geschrei abschrecken lässt (btw: passender europäischer verleihtitel, haha), kann man mal einen blick drauf werfen.

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