Sex Traffic

Sex Traffic (2004), CA/GB
Laufzeit 180 Minuten, Kriminalfilm, Drama

- Kritiker
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Sex Traffic - Bild 42722
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von David Yates, mit John Simm und Anamaria Marinca

Die Schwestern Elena und Vara sehen in dem moldawischen Dorf Cupcini überglücklich ihrer Abreise nach England entgegen, dem Aufbruch in eine bessere Welt. Doch statt eines Flugzeuges nach London erwartet sie eine albtraumartige Odyssee durch Europa: Varas Verlobter Alex übergibt sie in der Hauptstadt Chisinau an den vermeintlichen Freund Petre, doch da sind sie tatsächlich schon in den Fängen eines Mädchenhändlerrings. Misshandelt, vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen, werden sie über Moravita in Rumänien in einen Belgrader Nachtclub verschleppt. Als Elena heimlich ihre Mutter benachrichtigt, werden sie weiter nach Sarajewo gebracht, um die Spuren zu verwischen. In dem Bordell “Blue Bar” trifft Elena Daniel Appleton, einen jungen Menschenrechtsaktivisten, der sich als Freier ausgibt. Plötzlich stürmen Blauhelmsoldaten die Bar. Daniel wird festgenommen und ausgewiesen, während die Zuhälter davonkommen. Wird Daniel den Mädchen helfen können? Wieder werden die Schwestern weiterverkauft, diesmal nach Tirana. Die albanische Mafia plant, sie nach London zu bringen, Endstation ihrer Irrfahrten. Ihnen steht die Überfahrt nach Italien bevor, eine tödliche Gefahr: Nähert sich die Polizei, um eine Razzia durchzuführen, werfen die Menschenhändler ihre “Ware” einfach über Bord.


Cast & Crew


Kommentar — Film: Sex Traffic

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Janus Winter

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Außerhalb meiner Gefängniszelle nimmt alles seinen gewohnten Lauf. Die Supermärkte öffnen morgens um acht, die Alkis hasten eilig zu den Bierdosen, Kinder werden in die Schule gebracht, Menschen in Großbüroräume verstaut. Die Show geht immer weiter. Ob mit oder ohne dich. Ob unfassbares Unrechtes geschieht oder nicht. Die Fachverkäufer preisen schamlos ihre Waren mit roten Sonderangebotsmarken aus, während ich wenige Meter von ihnen entfernt mit dem Tod ringe. Die Maschinerie des zivilen Lebens ist nicht aufzuhalten.
Mein Wächter reicht mich herum, wie man eine Tüte Bonbons herumreicht. Mit Selbstverständlichkeit. Ich bin eine Rolle Drops, die man seinem Besuch anbietet. Ich bin Knabbersnacks und Schokolade. Man greift zu. Ich bin für jedermann verfügbar. Sie feiern orgiastische Partys auf mir. Ich bin angebunden wie ein Tier. Ich bin ein Produkt ohne Preisschild.
Sie schreien. Sie grölen. Sie füllen mich auf mit Drogen und Körperflüssigkeiten, während sie mich nach Belieben positionieren und rütteln und quälen. Ich erinnere mich nicht. Will nicht.
Das Meer rückt mit jedem Typ, der auf mich steigt, in größere Entfernung. Wird nach der zwanzigsten Vergewaltigung unerreichbar. Ich muss meinen Körper mit ihnen teilen, das ist schlimm genug. Jetzt teilen wir auch noch den gleichen Blick (wenn auch aus umgekehrter Perspektive). Die gleiche perverse Wirklichkeit. Immer wieder muss ich irre kichern. Das alles ist so furchtbar, so aberwitzig, so grotesk – wie aus einem hässlichen Roman entsprungen. So etwas passiert im wahren Leben doch nicht. Nicht mir. Anderen.
Mein Gedächtnis verdichtet alle Situationen jener Zeit zu einem unerträglichen Wust aus Schmerz und Demütigung. Das Alleinsein mit meinem Wächter wird mir zum angenehmsten Teil meiner Geschichte. Er quält mich, aber ich weiß, es hört irgendwann auf. Wenn er seine besoffenen Freunde hier hat, nimmt das ganze überhaupt kein Ende. Sobald einer mit mir fertig ist und seine Ladung in mich verteilt hat, steht auch schon der nächste bereit. Es dauert stundenlang. Gar tagelang?
Der nächste Fetzen ist grell und laut und metallisch. Ich bin in einem Kaninchenkäfig. Um mich herum aufgehetzte, aggressive Stimmen. Kurze Sätze. Hitzige Sätze. Pornosätze. Aufforderungen mit jeder Menge Ausrufezeichen. Fick die Schlampe!!! – Stoss zu!!!! – Nimm ihn richtig ran!! – Fick ihn grün und blau!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! – Fick ihn fester!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! – Fick ihn tot!!!!! Ich bin mit Ketten und Schellen fixiert. Kann nur noch meinen Mittel- und Ringfinger bewegen. Auf dem Tisch vor mir steht ein blaues, grinsendes Sparschwein, in das sie Münzen einwerfen, bevor sie mich als Lebendsilikonsexpuppe verwenden. Jemand schreit MOMENT!! und wirft sich neben meinem Käfig auf den Boden. Er hält eine Super-Acht-Kamera in seinen Händen und filmt mein Elend. Ich will mein Gesicht wegdrehen, aber ich kann nicht. Er bemerkt meine Anstrengungen und lacht. WEITER GEHT’S!!!!!!! ruft er, und ich spüre, wie jemand hinter mir in mich eindringt. Seine Hoden, die gegen meine Haut schlagen. Seine Hand, die meinen Po kneift. Seine Fingernägel, die über meinen Rücken kratzen. Diesmal kein Glas, kein Messer, keine glühenden Zigaretten. Ich danke Gott dafür!
Immer wieder verliere ich das Bewusstsein. Immer wieder komme ich zu mir und weiß nicht, wo ich bin und erschrecke mich jedes Mal aufs Neue. Jemand hält mir Riechsalz unter die Nase. Es gibt Streit. Einer meiner Vergewaltiger setzt sich für mich ein. Fordert, mich in ein Krankenhaus zu bringen. Ich kann nur noch Wortfetzen aufschnappen. Höre POLIZEI!! und ER WIRD NOCH VERRECKEN!! und DAS IST WAHNSINN!! und ICH MACHE DAS NICHT MIT!! und HALT DEIN MAUL!!!!!!!!! und KANNST DICH ZU IHM GESELLEN!! und SCHLAMPE!!! und WEICHEI!! und VERRÄTER!!. ich muss wieder kichern. dann fängt alles von vorn an. sie penetrieren mich. alle nacheinander. man braucht mich nicht einmal mehr zu fesseln. ich wehre mich nicht. ich gebe mich ab. wieder und wieder und wieder und immer wieder.
spermageruch. überall. ich schwimme in einem meer aus samenflüssigkeit. in mich einzudringen ist wie in einen see hineinzutauchen. das mögen sie. fahren voll drauf ab.
verkrustetes blut haftet an mir.
und kot.
und pisse.
sie benutzen mich als toilette.
der ganze raum stinkt wie das stadtklo im park.
schläge. tritte. fäuste. nägel. messer.
in den bauch. ins gesicht. in die zähne. auf die zunge. überall schmerzen. so schmerzhaft dass ich nichts mehr spüren kann. keine lebendsilikonsexpuppe mehr. eine echte silikonsexpuppe bin ich geworden. deren brust sich beim atmen nicht mehr hebt. die keinen knochen mehr bewegt.
immer surrealer die bilder.
immer wirrer.
wirrer. abgefahrener. es fängt beinahe an interess
ant zu werden. Wahn
sinn.
ich beginne die kleinen stummelschwänze in mir auszulachen. ein schlag will mir mein lachen
austreiben. ich lache ich lache ich lache. ich lache sie alle aus. diese armseligen, armseligen freaks, die mich so sehr brauchen. zum überleben.
ich lache.
lache ich? weine ich? wo sind sie hin?
ich bin allein. bin ich allein?
kommt zurück!
sie kommen zurück. und wie sie zurückkommen! zu hunderten. in scharen. sie kommen zurück mit kostümen und accessoires für mich. verkleiden ihr schwein, das sie mästen. domestizieren. in einen tanzbär verwandeln.
ich bin ein tanzschwein in lederstrings. musik spielt. ich muss tanzen. man schlägt mit knüppeln zwischen meine beine, damit ich tanze.
ich tanze.
die scorpions singen vom wind des wandels.
wie schlecht.
ich bin trash.
man bestaunt mich. sie kommen, um zu gaffen. oder um mich zum tanzen zu zwingen. um bürowut rauszulassen. mobbinghass. verliererhass. opferhass. ein
leder sündenbock tanz schwein
sündenschwein.
hier geht es zu wie in einem tierpark
fotoblitze grabschen haare streicheln
penetration
wär ich ein film ich wär ein lars von trier film ein pornografischer lars von trier ein heartcore film ein rotz ein schwein tanz schwein tanz
tanz
irgendwo isst melanie ein wiener schnitzel
aus meiner rippe herausgeschnitten
pommes aus meinem haaransatz
die filmcrew von lars steht nackt um mich herum halberregierte schwänze es soll sich keiner beobachtet fühlen sonderbar weil er als einziger nackt ist wer erregt ist soll erregung zeigen können wer nicht erregt ist soll zuschauen können arbeiten filmen wer möchte kann sich bedienen tanz schwein tanz
lars stößt in meinen weiten mund das larsglied taucht in den schweinesee ins schweineuniversum ich quieke
mit geschlossenem maul
weiches gieriges schluckmaul umschließt das larsglied das aufgeregt auf und ab wiegt das larsglied freut sich wackelt spritzt seine freude in das schweineuniversum
tanz schwein tanz
ein sauleben in sause und brause die sau tanzt
lädiert zerfleddert seines willens beraubt
einsam
verkotet verklebt ent
hauptet
lars von trier ersetzt mir haus und nahrung und waschbecken und bett ich richte mich in ihm ein sein larsglied in mir wir sind ein feuchtbiotop symbiotischer bewußtseinsausfall lars von trier für alle zeiten mein lars mein trier mein leben außerhalb
sie beginnen sich zu langweilen
sie werden meiner immer mehr über
drüssig
das spielzeug hat seinen reiz verloren
das spielzeug lässt sich seinen schmerz nicht mehr ansehen das spielzeug ist schmerzfrei hat es den anschein mein wärter setzt immer brutalere methoden ein ich spüre knacken und brechen im kiefer es tut nicht mehr weh aber ich werde deformiert mache mir sorgen um meine konturen
mein nuttengesicht ist mein kapital
man macht mich arm
setzen hebel und metallene gegenstände an meinen körper an
das grölen längst zu einem leisen summen verstummt
ich bin die bienenkönigin mein hofstaat versucht mich zu stürzen sie fordern meinen bienenkopf kopf
salat
nichts zu essen
man schüttet mir wasser ins gesicht ich hasche nach tropfen mit proteinen bin ich bestens versorgt
der see tritt immer mehr über die ufer
es schmatzt
wenn sie in mich eindringen
es kleckert
es spritzt
eine sauerei
der gestank wird immer schlimmer wird bestialisch wird penetrant ich esse dicke salzige bittere luft das bukakespiel endet in einem desaster der wächter wird wütend er bricht mir die finger sagt er und jede rippe einzeln ich bekomme die augen nicht mehr geöffnet sie sind vollkommen zugekleistert mit menschlichen ergüssen
mein verteidiger wird immer fordernder meine todfeinde immer gleichgültiger die rettung ist
nah
oder mein
ende
ich bin unkraut alles liegt in der hand der gärtner die unkraut nicht von einer rose unterscheiden können eine rose ist eine rose ist eine rose unkraut bleibt was es ist
kaum mehr annäherungen die meiste zeit lange
weile der tag zieht sich wie kaugummi das schwein tanzt nicht mehr es liegt nur noch da es brät in einer braunen kruste eitrige wunden offene laufende stellen auf dem rücken an der hüfte an den beinen am po allgemeingehaltene nichtssagende wunden
hirngespinnste
kalter kaffee
ich lache
die nacht wird dunkler mein atem leiser der der anderen verzieht sich kein schrei kein stöhnen kein fordern
lasst mir bitte mein schaf
kommt zurück!
ent rückt verseh energ ielos sparfl
amme
geburt der ivat diva zerreißen!
hiebund stich festefeiernd weh
tiefer bleibendenarbe,n fürdi eewigkeitfolgenjuni zwei tausendsieBent er miss brauch laut loseverkäufer
nie
vergeben
zertanztes grasgrün schimmertau zerwühlt verdammtesviolett verdammtesrosettenrosa blickge richtet baumabwärts codiert 1
assensiemichdurc
hASS spröd elip se penzu mküssen nie man dsland verwarnung gleichmacher ei un kraut topfkoch sterben mithut männergew alt sex ualdiät hundezähne zwangsweisekontrolliertereinlauf nichtig e opfert ge fallen verg essen siewollenmich nichte cousine nuit zicke
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und
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!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
lass made nnähe verge wald stoßgebetene gefägniszell ende hautaus schlag nie wie derkrieg
ekel
haft

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Janus Winter

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Kaum ein Film hat mich jemals so bewegt. Ich habe erstmal an eine Hilfsorganisation (SOLWODI) gespendet und mich dafür geschämt, zur Spezies Mensch specificly zur Spezies Mann zu gehören. Wie kann man nur so grausam und gewissenlos sein? Es will einfach nicht in meinen Schädel. Das so etwas wirklich passiert, macht mich fertig. Dass alle munter in ihre Großraumbüros fahren und konsumieren und essen und schlafen und kacken und eine Realität akzeptieren, in der Menschen Menschen als lebendige Sexpuppen missbrauchen, damit werde ich nie leben können. Der Weg führt unweigerlich in den Wahnsinn oder zur Ignoranz. Der großmütige, verständnisvolle Psychotherapeut nennt es Verdrängung. Ich nenne es KRANK.


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