Shandurai und der Klavierspieler

Besieged (1998), IT/GB
Laufzeit 94 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 03.03.2005

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von Bernardo Bertolucci, mit Claudio Santamaria und Thandie Newton

In einer afrikanischen Diktatur muß Shandurai mit ansehen, wie ihr Ehemann, ein politisch aktiver Lehrer, von der Polizei verschleppt wird. Sie flieht nach Rom und beginnt dort Medizin zu studieren. Ihren Lebensunterhalt verdient sie sich als Hausmädchen des zurückgezogen lebenden englischen Pianisten Jason Kinsky. Der Musiker hat einen prächtigen Palazzo in Rom geerbt und führt dort ein kreativ wie emotional erstarrtes Leben. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein: Shandurai, eine selbstbewusste junge Frau, die afrikanische Popmusik liebt und sich den Unwägbarkeiten des Lebens stellt und Kinsky, ein dandyhafter, verknöcherter Ästhet, der sich in seine eigene Welt zurückgezogen hat. Dennoch verliebt sich Kinsky in Shandurai und beginnt, sie mit Geschenken zu umwerben. Sie weist ihn immer wieder ab, stellt ihm aber schließlich eine Bedingung für ihre Liebe: Er solle alles tun, um ihren Mann aus dem Gefängnis zu befreien. Kinskys Antwort auf diese Herausforderung verändert beider Leben radikal.

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Kommentar — Film: Shandurai und der Klavierspieler

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8martin

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Bewertung2.0Ärgerlich

Bertolucci hat uns mit vielen beachtenswerten Filmen beschenkt. Manche waren dabei, die provozierten oder schockierten uns, manche beeindruckten mit ihrer epischen Erzählweise und dem bildgewaltigen Ausdruck. Keiner ließ uns kalt. Das galt bis 1998. Da lieferte er einen Film ab, den man getrost als “nichts-sagend“ bezeichnen kann, denn ihm fehlt eine zentrale Aussage. Dass sich der Klavierspieler in die schöne bei ihm putzende Medizinstudentin aus Afrika verliebt, ist kein Wunder. Dass sie einen Mann hat, der in ihrer Heimat im Gefängnis einsitzt, ist tragisch und wenn der freigelassen wird und nach Rom kommt, könnte das ein Problem bedeuten. Doch Bertolucci lässt es dabei bewenden und wir fragen uns “Na und?“, “Was soll’s?“ “Wie jetzt?“ Hier hat der grosse Meister entweder nicht zu Ende gedacht oder die Lust verloren. Uns so ein Stückwerk vorzusetzen ist schon recht mutig. Bei einem Erstlingswerk hätte die Kritik gesagt “Tonne auf und rein damit.“

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