Shining - Kritik

GB/US 1980 Laufzeit 146 Minuten, FSK 16, Thriller, Horrorfilm, Kinostart 16.10.1980

  • 9

    Eigentlich mag ich es überhaupt nicht, zu einem Film zwei Kommentare zu schreiben - und noch dazu, so 'kurz' hintereinander. Aber dieser Mann zwingt mich einfach dazu.

    Kennt ihr das, wenn ihr einen Film immer und immer wieder anschaut und euch dabei immer und immer wieder auf eine ganz bestimmte Szene freut?
    Kennt ihr das, wenn diese Szene dann vorbei ist und ihr euch aber bereits auf die nächste tolle Szene freut?
    Kennt ihr das, wenn euch das so den ganzen Film über ergeht?
    Es sind nämlich nicht einzelne Szenen, die 'Shining' ausmachen. Es ist das Gesamtkunstwerk.
    Wenn sich zwei Stunden anfühlen wie 10 Minuten - spätestens dann weiß man, dass das ganz großes Kino sein muss.
    Gestern erst gesehen und heute schon wieder Sehnsucht nach diesem Film - spätestens dann weiß man, dass das einer seiner Lieblingsfilme sein muss.
    Wenn es hier etwas zu bemängeln gibt, dann höchstens meine vergebene Punktzahl - ich kann einfach nicht schon wieder einen Film von Kubrick auf eine 10 erhöhen, das geht einfach nicht. Aber ich denke, dies ist nur noch eine Frage der Zeit.
    Ich mag es mir gar nicht ausmalen, was passiert, wenn ich anfange, alle seine Filme nochmal anzuschauen. Und ich war bis jetzt doch immer stolz darauf, so selten die Höchstpunktzahl zu vergeben - schwere Zeiten stehen bevor, ganz schwere Zeiten. Danke dafür, Stanley Kubrick.

    3
    • 9 .5
      drahdinedum 28.07.2015, 09:26 Geändert 28.07.2015, 12:50

      REDRUM! REDRUM!

      Shining war für mich wie guter Wein der mit meinem fortschreitenden Alter immer Besser wurde... Ist auch ne Empfehlung an die jüngeren Piloten dem Film bei nicht-gefallen in ein paar Jährchen ne zweite Chance zu geben!

      Stand heute:

      Verstörende Bilder... unglaublich atmosphärisch ( die Ruhe, die Größe des Hotels, die nicht enden wollenden Flure...so still und doch so bedrohlich)... Kameraarbeit von unerreichter Genialität (Allein die Fahrten von Jack's Sohn durch die Flure des Hotels...die Hackebeilszene ...das Labyrinth)...und der immer mehr dem Wahn verfallende Haupakteur, den wohl keiner intensiver spielen könnte als Mr. Nicholson! Machen den Film für mich zu dem, was er eben ist...

      Eine Symphonie des Wahnsinns!

      DIE Symphonie des Wahnsinns schlechthin!

      7
      • 6 .5

        Würde Kubricks "Shining" für sich alleine stehen, wäre der Streifen überragend. Doch leider beruht er auf einer literarischen Vorlage des beliebtesten Horrorautors aller Zeiten und das ist durchaus ein Problem. Wer das Buch gelesen hat, kann mit dem Film objektiv betrachtet nicht zufrieden sein. Ich liege mit Stephen King voll auf einer Länge, wenn er wiederholt - ganz aktuell übrigens in seinem Nachwort zur Fortsetzung "Doctor Sleep" anmerkt, den Hype um Kubricks Version der Geschichte überhaupt nicht nachvollziehen zu können.
        Dennoch vergebe ich stattliche 6,5 Punkte, was den Streifen dann doch wieder deutlich über den Durchschnitt hebt. Einen großen Anteil daran hat Jack Nicholson, dem der Wahnsinn hier buchstäblich in den Augen brennt. Shelley Duvall trägt mit ihrer großartigen Interpretation der leidgeprüften Ehefrau und Mutter ebenso zur hoffnungslosen, beklemmden Atmosphäre des Filmes bei. Als Liebhaber des Buches ist man in seinem Urteil wirklich hin und her gerissen. Meine großen Symphatien für die übrigen Filme des Meisterregisseurs sollen hier jedenfalls nicht verschwiegen werden. Sie erledigen sozusagen den Rest und zwingen mich letzten Endes zu einer Bewertung, die besser ausfällt als sie ursprünglich gedacht war......

        • 8
          jeffcostello 21.07.2015, 14:57 Geändert 21.07.2015, 15:05

          In „Shining“ versammelt Kubrick alle Symbole, Mechanismen und Themen des Horrorkinos, bündelt sie in einem abgeschlossenen Raum, dem „Overlook Hotel“, und lässt sie auf eine Familie hinabprasseln. Aber keines dieser Horror-Elemente wirkt lebendig, keines wird wirklich genutzt, denn Kubrick ist viel eher daran interessiert den Horror auszustellen, ihn aus der Distanz zu beobachten und zu studieren. Dadurch wirkt „Shining“ eher wie eine Reflexion über den Horrorfilm als ein Horrorfilm selbst. Dazu passend konstruiert Kubrick seine Bilder emblematisch, seien es die exzessiv genutzen Steadycam-Shots auf den Gängen, Nicholson hinter der Schreibmaschine oder die Blut-Welle. Das übt natürlich einen ungemeinen Reiz aus. 
Genauso wie die absolute Fugenlosigkeit von „Shining“, eine sowohl zeitliche als auch räumliche Fugenlosigkeit die Kubrick konstruiert, in die er seine Figuren einsperrt, eine bedrückende Ausweglosigkeit an der er die Familie zerbrechen lässt. Eine Ausweglosigkeit, die am Ende nur durch das Zerbrechen der Familie und damit verbunden der Emanzipation der Ehefrau gebrochen werden kann. Selten hat der Begriff „Versuchsanordnung“ so sehr auf einen Film gepasst wie auf "Shining", schlägt sich bei der Luftaufnahme des Heckenlabyrinths auch visuell nieder. Kubrick betrachtet die umherirrenden Figuren aus der sicheren Distanz, ohne ihnen nahe kommen zu wollen. „Shining“ ist nie wirklich ein Horrorfilm, viel mehr ist Kubrick an einer Untersuchung der Funktionalismen und Mechanismen des Horrorfilms interessiert.

          23
          • 10

            Der beste Horrorfilm, der je gedreht wurde.

            10
            • 9

              Einfach nur Geil. ^^

              1
              • 9 .5
                VisitorQ 08.07.2015, 00:38 Geändert 08.07.2015, 00:43

                Wir schreiben das Jahr 1980. Die nächsten zehn Jahre sind für das US Horrorkino wohl das beste seiner gesamten Geschichte. Und dann kommt da dieser Typ und meint, gleich zu Beginn des Jahrzehnts den wohl besten Horrorfilm der 80er Jahre rausballern zu müssen. Dieser Typ ist in diesem Fall Stanley Kubrick und der Film ist THE SHINING, einer der wohl herausragendsten Filme, die je auf die Leinwand geballert wurden.
                Kubrick hat auch mit diesem Film bewiesen wie spielend Leicht er durch die Genres schweben konnte. THE SHINING hat so viel Kraft und Spannung wie das Gesamtwerk vieler Genreregisseure. Sein Film hat keine Jumpscares, baut konsequent Spannung auf, ohne künstlich spannend zu sein. Die Kamera nutzt das Overlook Hotel wunderbar aus. Die Fahrten durch das riesige Gebäude haben eine gespenstische Schönheit. Und dann hat der Film natürlich noch Jack Nicholson in einer seiner besten Rollen zu bieten und nicht weniger fantastisch ist die fulminant aufspielende Shelley Duvall. Die Frau ist für viele ein Dorn im Auge aber sie passt wunderbar in diesen Film. Ihr bizarres Overacting, in das sie Kubrick getrieben hat, ist wohl mein persönliches Highlight des Filmes. Ihre Panik, ihre grenzenlose Angst, haben etwas Faszinierendes.
                Letztendlich bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich diesen Film nach wie vor abgöttisch liebe. Stanley Kubrick war ein Meister und THE SHINING ist einer seiner besten Filme (Dieser Satz darf übrigens ans Ende beinahe aller seiner Filme gesetzt werden). Großartig. ♥

                44
                • 10

                  Noch nie war ich so verstört nach einem Film. Krasses Erlebnis

                  • 10

                    ich denke man muss ihn lieben!!allein schon wegen j.nicholson!!
                    er spielt nicht ,er IST !!
                    man kann nich so spielen wenn man nicht etwas davon in sich trägt...
                    und genau das macht diesen film so brilliant!!
                    habe auch die neuverfilmung gesehen-das ist nix dagegen!
                    aber shining mit j.n. ist mehr als ein film....man vergisst es niemals mehr!!
                    mehr muss man glaube ich nicht sagen...einer der besten filme des genres!!

                    5
                    • 3 .5

                      "Du hasst das Shining."
                      "Du meinst die Sonne scheint?"

                      Shining. Shining. Shining. Shining.
                      Der beste Horrorfilm aller Zeiten des kongenialen psychopathischen Perfektionisten namens Stan-Le Q-Brick. Oder Kubick Rubik.
                      Stephen King war nicht sonderlich begeistert, von der Umgestaltung seines Schundromans. Ich meine Tagebuchs. Stan Le Q-Brick hat Stephies Rumgeheule mit der Axt rausgeschnitten.Stan zeigte dem König des Horror was er wirklich von seinem Joker-Geschreibsel hält.
                      "All work and no play makes Jack a dull boy"

                      Oder heisst es:

                      "All work and no play makes Jack adult boy"?

                      Wir wissen es nicht. Shipman nahm 1666 ähm 1999 seine Geheimnisse mit ins Grab.

                      Der Shining Trailer ist Spoilerfreundlich - also keine Spoiler.

                      Die Musik und die Regelblutung des Hotels sagen schon alles.

                      Das Ende der Welt steht kurz bevor. Har har har.

                      Die Musik ist grauenvoll.

                      Penderecki komponierte grösstenteils diese Musik als Andenken für die jüdischen Opfer im 2. Weltkrieg. Wollte uns der Ping-pong süchtige Schachspieler uns etwas damit sagen? Richtig!
                      Wenn ihr genau hinschaut hat Jack Durdens Schreibmaschine die Bezeichnung "Adler 1942" Das ist eine deutsche Schreibmaschine! WOW!
                      Der Mord an den Juden war ein Angriff auf die eigene Familie. Das wollte sein bester Freund Stephen Spielberg noch verdeutlichen.

                      Kubrick benutzt Kamerafahrten mit der Steady-cam und geniesst solche mit langen Einstellungen. Und in 4:3 was No-Lan irgendwie nie kapieren wird.

                      Shining ist kein Horror. Es ist ein Genuss. Ein Genuss den ich nicht teilen kann.
                      Shining hat mir sehr geholfen.
                      Aber dieser Film ist leer.
                      Da ist nichts.
                      Es gibt nicht mal einen Grund warum Jack Nicholson plötzlich durchdreht.
                      Und Wendy weiss es.
                      In Kings Büchern erscheint oft telepathische Kommunikation. Da nennt er es einfach Shining.
                      Somit bekommt das Licht einen dunklen Hintergrund.

                      "Du hast in deinem verschissenen Leben Zeit genug gehabt to think things over. Was willst Du mit den paar Minuten noch anfangen?"

                      Die Turmreihe lesen. Ist ja nicht soviel Melvin.

                      • 10

                        Perfektion Punkt

                        1
                        • 5
                          Carwayl 29.05.2015, 19:24 Geändert 29.05.2015, 19:24

                          Dieser Film ist ... irgendwie merkwürdig. Am Anfang dachte ich mir noch: Was ein toller Film! Die Handlung entwickelte sich schnell und es kamen überaus viele Dinge, für die man sich sehr gerne eine Erklärung wünschte, wie z.B., warum Danny mit seinem Finger reden kann. Der Film schafft es auch, immer mehr Fragen aufzuwerfen (ist Jack oder das Hotel verrückt? usw.), und es kommt auch eine spannende Stimmung zustande, eben weil es diese Fragen gibt und weil gerade Jack Nicholson es perfekt schafft, seine Rolle so umzusetzten, das Jack immer verrückter wird, und das glaubwürdig. Das Ende, soviel kann ich verraten, ist kein offenes. Es ist eine in sich geschlossene Story. ABER die Fragen bleiben offen. Nicht eine einzige wird beantwortet, und am Ende kommt dann auch noch dieses Bild, bei dem ich einfach nur gedacht habe: ,,Wieso hat man das jetzt gemacht? Was soll das?" Genau dieses Bild warf noch tausend Fragen mehr auf. Gerade das keine Frage beantwortet wurde ruiniert für mich den Film. Es nimmt ihm die Substanz, den Boden. Es erscheint unlogisch und irreal. Gerade deshalb gibt es von mir nur fünf Punkt: Weil es keine Antworten gibt. Wen das nicht stört, der wird den Film großartig finden.

                          • 9

                            "Heeere's Johnny!"
                            --Jack Torrance

                            Es ist fast unmöglich bei "Shining" nicht sofort, an Jack Nicholsons furchteinflößendes Spiel und sein manisch-irres Grinsen zwischen den Resten der zertrümmerten Badezimmertür zu denken und wie er dabei auf geistergestörte Art und Weise diese 3 Worte von sich gibt. Ein Moment in der Geschichte des Kinos, der inzwischen zurecht Kult ist.

                            Egal was Stanley Kubrick auch in Angriff nahm, seine Filme haben alle in irgendeiner Art und Weise etwas ganz Besonderes.

                            Das letzte Wort hat Jack:
                            "All work and no play makes Jack a dull boy."

                            10
                            • 10

                              Hiiier ist Jackie!!!

                              Jack Nicholson katapultiert sich mit seiner Rolle des mehr und mehr psychopathischen Hausmeisters Jack Torrance zu einer Filmikone!

                              Es ist der Horrorfilm schlecht hin. Er lebt von Nicholsons Schauspiel und kein anderer hätte die Figur besser mimen können als er.

                              Da ich sowieso ein riesen Kubrick Fan bin muss ich diesen Film einfach hoch in den Himmel jubeln. Großes Stück Filmgeschichte.

                              Bekomme noch nach mehrmaliger Sichtung Gänsehaut

                              2
                              • 8 .5
                                Dippa 15.05.2015, 19:31 Geändert 16.05.2015, 07:09

                                Randy Marsh: STAAAN, STAAAANNN

                                • RockyRambo 08.05.2015, 14:09 Geändert 08.05.2015, 15:18

                                  Vor ca. 10 - 15 Jahren mal im Nachtpogramm gesehen. Neu Sichtung diesmal auf Blu Ray steht für heute Nacht an. Denke mal kurz vor dem Schlafengehen hat der die höchste Wirkung.

                                  3
                                  • 10

                                    Famoser Film!!!

                                    Es gibt eine Szene bei der mir evt. mal wer auf die Sprünge helfen könnte.
                                    Bekommt der Herr im feinen Anzug, spielt sich alles in der Schlussphase ab, von dem anderen Herrn im dubiosen Hasenoutfit wirklich das was ich vermute??? :) :) ;)

                                    Ich hoffe JAAAAA :) :)

                                    geiler Film

                                    3
                                    • 7 .5

                                      Super Spannender Film, aber immer diese schrecklich langen Gänge :)

                                      1
                                      • 9

                                        Kindheitstrauma! Hab bis heute Nachts noch diesen Traum von den Zwillingen ...dem Flur ....usw. haha ^^

                                        2
                                        • 8

                                          Here's Johnny!
                                          Nicholsons Performance macht natürlich einen großen Teil der gruseligen Atmosphäre des Films aus, aber auch die Leistung von Danny Lloyd als Torrance Sohn ist bemerkenswert, und nicht zuletzt die wunderbare Kameraarbeit von John Alcott .

                                          3
                                          • 9
                                            Fenrisúlfr 06.04.2015, 13:14 Geändert 06.04.2015, 13:21

                                            Welch Ironie, dass ich, der Horror – eigentlich – nicht wirklich mag und eher meidet, durch einen Horrorfilm – einen der größten der Filmgeschichte, wohlgemerkt – in die Kubrick-Welt eingeführt beziehungsweise Kubrick-Fan werde, wobei ich doch ein begeisterter Science-Fiction-Fan bin. Hier meine ausführliche Meinung, die nur sehr leicht mit Spoilern gespickt ist.

                                            Es gibt einzelne Horrorvertreter, die mir gefallen. Ich bin ein Storymensch und werde nicht so schnell erschreckt. Shining hat aber beides drauf.

                                            Denn abseits von der wirklich interessanten Kamerführung und der atmosphärischen Musik hat dieser Film eine Story ohnegleichen. Eigentlich ziemlich klassisch, aber vielleicht nur, weil es diesen Film gibt: Familie kommt in ein Hotel und ... der Spaß geht los. Aber wie mir scheint haben sowohl Kubrick als auch King die Eigenschaft, einfache Geschichten perfekt, gar perfektionistisch, auf die Leinwand bzw. das Buch zu bringen.

                                            Die Story beginnt ruhig. Man denkt sich nur: Gleich geht's los. Stimmt aber nicht. Es ist normal – aber durchaus atmosphärisch. Man erwartet den Knall. Man erwartet die Angst. Aber die – kurzen – Szenen mit dem Sohn, Danny, sind trotzdem immer überraschend und zum Zähneknirschen, obwohl sein Schicksal eigentlich von Anfang an klar ist. Hier wird nicht auf Blut, sondern auf Psyche gesetzt. Genauso wie ich's mag.

                                            Die Frau ist mir weniger sympathisch, aber ich kann mir denken, dass das am Schauspiel liegt. Denn das ist mein nächster Punkt, ein gewichtiger in diesem Film: Das Schauspiel. Eigentlich ist es klar: Jack Nicholson stellt alle in den Schatten. Er ist sehr verantwortlich für diese unglaubliche Atmosphäre. Wenn keine Musik läuft, erkennt man teilweise die Verlegenheit, die Unsicherheit und die zurückgehaltene Wut, die der Charakter in sich trägt. Er schafft es perfekt, und damit meine ich so gut wie man es nur sehr selten sieht, jegliche Gefühle darzustellen. Am perfektesten gelingt ihn das Aufzeigen des langsamen Wahns. Die Szene mit seinem "Buch" und dem Baseballschläger war zum einen unglaublich genial und zum anderen dachte ich unentwegt: Ach du scheiße, Nicholson, du bist ein Gott. Dabei bin ich schon Fan von dem Mann, aber allein wegen seines Schauspiels in diesem Film, in diesem Spektakel, >>>muss<<< ich ihn noch einmal sehen.

                                            Wie ich bereits sagte, werde ich nur selten erschreckt. Das passiert höchstens dann, wenn ich es werde. Äh, ja, nun. In Shining habe ich mich zwei oder drei Mal zu Tode erschreckt, obwohl in ein paar Fällen nicht einmal – wirklich – etwas geschehen ist. Er unterhält sich normal mit seiner Frau, die Musik beginnt, dröhnend, auf einen unglaublichen Ausbruch vorzubereiten, man ist gefasst, dass gleich die Bombe losgeht, sieht es in dem Gesicht des grandiosen Nicholson, und dann wird es still. Nicholson hat sich zurückgehalten. Man beginnt weiterzuatmen. Dass man den Atem angehalten hat, merkt man aber erst im Nachhinein.

                                            Der Junge, Danny, wurde von Danny Lloyd dargestellt. Erst war ich der Ansicht, dass er nicht wirklich gut schauspielert. Das war ein Irrtum. Natürlich wirkt er die ganze Zeit stumpf und irgendwie abwesend, aber wenn das nicht so gehört, dann ist es unglaublich gelungenes und atmosphärisches Glück – und ich glaube nicht, dass King oder Kubrick sich darauf verlassen. Zwei Gedanken habe ich, wenn der Junge mit seinem "Gefährt" durch die Hallen fährt: "Bitte, bitte, bitte, bitte, lass nichts geschehen." (wie vorhin erwähnt, weiß man eigentlich, dass dem Jungen nichts passiert, aber die Zweifel keimen auf. Denn bei diesem Film ist gar nichts sicher, nur, dass er genial ist.) und: "Ich hätte das SO WAS VON auch gemacht."

                                            Habe ich schon erwähnt, dass die Dialoge nicht nur einwandfrei, sondern auch genial sind? Ach, Nicholson auch schon gewürdigt? Hm. Habe den Film erst mit 8.5 bewerten wollen. Dann musste ich an Nicholson denken, und was er in diesem Film geleistet hat. Es gibt nur eines an dem Film, das ich bereue: Dass ich ihn nicht nachts angesehen habe.

                                            Aber wie gesagt. Nicholson und Kubrick zwingen mich dazu, den Film noch einmal zu sehen.

                                            8
                                            • 8

                                              Stanley Kubrick konnte Komödie, Krieg, Science Fiction, Thriller und er konnte auch Horror.

                                              Etwas anders als klassische Horrofilme geht es hier mehr um die Psycho und man merkt regelrecht, wie der Hauptdarsteller nach und nach kaputt geht. Dazu die eindringliche Atmosphäre, welche man von Kubrick gewohnt ist sowie die ebenfalls gewohnte eindrucksvolle Kamerarbeit.

                                              Vor 35 Jahren wirkte es sicher noch schockierender, trotzdem ist das ein Film, welchen man sich auch heute noch geben kann. Eben auch durch den starken Jack Nicholson.

                                              1
                                              • 1 .5

                                                Ein weiterer Kubrikfilm... weitere 146 Verschwendete Minuten

                                                • 9

                                                  Stephen King gefiel die Interpretation von Stanley Kubrick nicht. In Kings Vorlage war der Protagonist das Hotel. Bzw. die übernatürliche Macht, die in dem gigantischen Gebäude ihr Unwesen treibt.
                                                  Kubrick tat allerdings gut daran, das Übernatürliche auf wenige schaurige Aufnahmen zu beschränken. Sein "Shining" besticht nicht durch Geister-Grusel, sondern einen unfassbar starken Jack Nicholson und eine Atmosphäre, die 130 Minuten die Nackenhaare aufrecht stehen lässt.

                                                  SPOILER ALARM!

                                                  Dabei fängt alles sehr ruhig an. Jack Nicholson möchte als Hausmeister in einem Hotel den Winter verbringen. Mit Frau und Sohn. Beim Vorstellungsgespräch wird er auf die etwaigen Probleme der Isolation angesprochen. Über die Geschichte des familien-mordenden ehemaligen Hausmeisters kann Jack nur müde lachen. Also schnappt er sich Frau, Kind und Schreibmaschine und macht sich auf den Weg ins verschneite Colorado.
                                                  Während Woche um Woche vergeht, scheint Jack die Beherrschung zu verlieren, bis er irgendwann neben der Spur ist. Dann greift er selbst zur Axt.
                                                  Doch bis dahin muss der Zuschauer allerlei schaurige Ausflüge durch die leeren
                                                  Flure des Overlook-Hotel's überleben. Wenn der kleine Danny Lloyd auf seinem Dreirad durch die Flure flitzt, weiß man nie, was an der nächsten Ecke wartet. Die zwei Mädchen, die Danny dank seiner "Shining" Begabung sehen kann, sind schon ziemlich furchteinflößend. Richtig fies wird es dann, wenn Kubrick das blutige Massaker (bzw. die toten Überreste der beiden Mädchen) blitzartig ein- und wieder ausblendet. Der Soundtrack tut dazu sein Übriges. Heutzutage besteht die Soundkulisse ein Horror-Filmen nur noch aus einfachen Streicher-Crescendos, die dann in einen lauten Knall münden. Jump-Scare-Verehrer werden bei Shining nicht auf ihre Kosten kommen. Auch wenn der Soundtrack manchmal mit einem Knall endet, bleibt das Erschrecken auf der Strecke. Gut so, denn mit den Bildern der zwei Mädchen und der Blut-Flut in der Halle zum Aufzug, erzeugt Kubrick mehr Horror, als der nervige Geister-Paranormale Kram der letzten Jahre.
                                                  Erstaunlich ist dabei, dass Kubrick 90 Minuten braucht, um Jack endgültig ausrasten zu lassen. Der eigentliche Horror, des Axt-Schwingenden Vaters verbleibt also nur in der letzten halben Stunde. Es ist eine reine Freude Jack Nicholson zu sehen, wie er langsam dem Wahnsinn verfällt. Die Gespräche mit den Geistern des Hauses sind großartig verrückt. Wenn es dann zu der Einstellung kommt, in der Nicholson durch die Öffnung in der Tür schaut, weiß wohl jeder was Horror ist. Dieser verrückte und furchteinflößende Blick ist schauriger, als jeder Maskierte Film-Mörder.
                                                  Kubrick ist natürlich auch ein Perfektionist. Jede Szene, jede Einstellung mutet wie ein wunderschönes Gemälde an. Alles wirkt bis ins kleinste Detail perfekt zusammengestellt. Dabei hat er die Szene in der Nicholson mit der Axt die Tür zum Badezimmer zerschlägt, 127 Mal gedreht. 127! Mal. Ein Horror, wohl auch für die Schauspieler (An der Stelle, wer es noch nicht kennt: https://www.youtube.com/watch?v=_wYtG7aQTHA). Da findet man auch den einzigen Wermutstropfen, Shelley Duvall spielt eher schwach. Klar neben Jack Nicholsons großartiger Performance, wirken alle etwas blasser, aber Shelley Duvall weiß leider nicht zu überzeugen.
                                                  Egal, Shining ist trotzdem ein markerschütternder Horror-Film. Er besticht durch eine schaurige Atmosphäre, begeistert mit seinen wunderschönen Aufnahmen und der herausragenden Kamera-Leistung. Neben Jack Nicholson macht auch der kleine Danny Lloyd eine gute Partie. Warum Kubrick's Regie Leistung damals für die Goldene Himbeere nominiert wurde, werd' ich nie verstehen, die ist nämlich brillant wie immer.
                                                  Ein Jammer, dass Horror dieser Art kaum noch über die Kinoleinwände flimmert. Der langweilige Jump-Scare und Torture-Porn Kram, kann gerne wieder dem (subtilen) Terror-Kino weichen. Da haben wir als Filmfreunde mehr von!

                                                  19
                                                  • travis68 21.03.2015, 00:37 Geändert 21.03.2015, 11:00

                                                    "Hallo, Lloyd! Nicht viel los hier, hm?"