Shining - Kritik

GB/US 1980 Laufzeit 146 Minuten, FSK 16, Thriller, Horrorfilm, Kinostart 16.10.1980

  • 8

    Stanley Kubrick konnte Komödie, Krieg, Science Fiction, Thriller und er konnte auch Horror.

    Etwas anders als klassische Horrofilme geht es hier mehr um die Psycho und man merkt regelrecht, wie der Hauptdarsteller nach und nach kaputt geht. Dazu die eindringliche Atmosphäre, welche man von Kubrick gewohnt ist sowie die ebenfalls gewohnte eindrucksvolle Kamerarbeit.

    Vor 35 Jahren wirkte es sicher noch schockierender, trotzdem ist das ein Film, welchen man sich auch heute noch geben kann. Eben auch durch den starken Jack Nicholson.

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    • 1 .5

      Ein weiterer Kubrikfilm... weitere 146 Verschwendete Minuten

      • 9

        Stephen King gefiel die Interpretation von Stanley Kubrick nicht. In Kings Vorlage war der Protagonist das Hotel. Bzw. die übernatürliche Macht, die in dem gigantischen Gebäude ihr Unwesen treibt.
        Kubrick tat allerdings gut daran, das Übernatürliche auf wenige schaurige Aufnahmen zu beschränken. Sein "Shining" besticht nicht durch Geister-Grusel, sondern einen unfassbar starken Jack Nicholson und eine Atmosphäre, die 130 Minuten die Nackenhaare aufrecht stehen lässt.

        SPOILER ALARM!

        Dabei fängt alles sehr ruhig an. Jack Nicholson möchte als Hausmeister in einem Hotel den Winter verbringen. Mit Frau und Sohn. Beim Vorstellungsgespräch wird er auf die etwaigen Probleme der Isolation angesprochen. Über die Geschichte des familien-mordenden ehemaligen Hausmeisters kann Jack nur müde lachen. Also schnappt er sich Frau, Kind und Schreibmaschine und macht sich auf den Weg ins verschneite Colorado.
        Während Woche um Woche vergeht, scheint Jack die Beherrschung zu verlieren, bis er irgendwann neben der Spur ist. Dann greift er selbst zur Axt.
        Doch bis dahin muss der Zuschauer allerlei schaurige Ausflüge durch die leeren
        Flure des Overlook-Hotel's überleben. Wenn der kleine Danny Lloyd auf seinem Dreirad durch die Flure flitzt, weiß man nie, was an der nächsten Ecke wartet. Die zwei Mädchen, die Danny dank seiner "Shining" Begabung sehen kann, sind schon ziemlich furchteinflößend. Richtig fies wird es dann, wenn Kubrick das blutige Massaker (bzw. die toten Überreste der beiden Mädchen) blitzartig ein- und wieder ausblendet. Der Soundtrack tut dazu sein Übriges. Heutzutage besteht die Soundkulisse ein Horror-Filmen nur noch aus einfachen Streicher-Crescendos, die dann in einen lauten Knall münden. Jump-Scare-Verehrer werden bei Shining nicht auf ihre Kosten kommen. Auch wenn der Soundtrack manchmal mit einem Knall endet, bleibt das Erschrecken auf der Strecke. Gut so, denn mit den Bildern der zwei Mädchen und der Blut-Flut in der Halle zum Aufzug, erzeugt Kubrick mehr Horror, als der nervige Geister-Paranormale Kram der letzten Jahre.
        Erstaunlich ist dabei, dass Kubrick 90 Minuten braucht, um Jack endgültig ausrasten zu lassen. Der eigentliche Horror, des Axt-Schwingenden Vaters verbleibt also nur in der letzten halben Stunde. Es ist eine reine Freude Jack Nicholson zu sehen, wie er langsam dem Wahnsinn verfällt. Die Gespräche mit den Geistern des Hauses sind großartig verrückt. Wenn es dann zu der Einstellung kommt, in der Nicholson durch die Öffnung in der Tür schaut, weiß wohl jeder was Horror ist. Dieser verrückte und furchteinflößende Blick ist schauriger, als jeder Maskierte Film-Mörder.
        Kubrick ist natürlich auch ein Perfektionist. Jede Szene, jede Einstellung mutet wie ein wunderschönes Gemälde an. Alles wirkt bis ins kleinste Detail perfekt zusammengestellt. Dabei hat er die Szene in der Nicholson mit der Axt die Tür zum Badezimmer zerschlägt, 127 Mal gedreht. 127! Mal. Ein Horror, wohl auch für die Schauspieler (An der Stelle, wer es noch nicht kennt: https://www.youtube.com/watch?v=_wYtG7aQTHA). Da findet man auch den einzigen Wermutstropfen, Shelley Duvall spielt eher schwach. Klar neben Jack Nicholsons großartiger Performance, wirken alle etwas blasser, aber Shelley Duvall weiß leider nicht zu überzeugen.
        Egal, Shining ist trotzdem ein markerschütternder Horror-Film. Er besticht durch eine schaurige Atmosphäre, begeistert mit seinen wunderschönen Aufnahmen und der herausragenden Kamera-Leistung. Neben Jack Nicholson macht auch der kleine Danny Lloyd eine gute Partie. Warum Kubrick's Regie Leistung damals für die Goldene Himbeere nominiert wurde, werd' ich nie verstehen, die ist nämlich brillant wie immer.
        Ein Jammer, dass Horror dieser Art kaum noch über die Kinoleinwände flimmert. Der langweilige Jump-Scare und Torture-Porn Kram, kann gerne wieder dem (subtilen) Terror-Kino weichen. Da haben wir als Filmfreunde mehr von!

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        • travis68 21.03.2015, 00:37 Geändert 21.03.2015, 11:00

          "Hallo, Lloyd! Nicht viel los hier, hm?"

          • 9

            Shining ist der beste Horrorfilm, den ich kenne
            Diese Behauptung mag etwas überhastet sein von einem, der alte schinken, wie nosferatu noch nicht gesehen hat. Nichtmal Hitchcocks Vögel hab ich gesehen... aber trotzdem ist shining auf dem Horrorgenre ein Meisterwerk. ich mag dieses Genre nicht... Moderne Horrorfilme sind zu banal, bieten zu wenig Interpretationsspielraum und müssen für jeden Schocker auf so etwas stümperhaftes wie Jumpscares zurückgreifen. Dieser Film hingegen braucht keinen einzigen. Wenn Jack Torrence langsam zum Bad schreitet, dann gefriert das Blut in den Adern... Hinzu kommt, dass es ein Kubrick Film ist.. für mich nicht ganz so verwirrend wie Clockwerk Orange und nicht so rational wie Full Metal Jacket. Die goldene Mitte halt.
            Leute, die das Buch gelesen haben, wird diesFilm mit Sicherheit enttäuschen, aber das macht ihn nicht ein Stück schlechter.. Kubricks Filme lassen sich nicht an so etwas wie die Nähe zur Vorlage messen.
            Fazit: für einen Horrorfilm der wahre Maßstab, Für eine Romanadaption wenig Originalgetreu, Für einen Kubrick Film genau das, was man von ihm erwartet und insgesamt ein Meisterwerk und ein Muss.
            ps. Sorry für ein paar Rechtschreibfehler ;)

            • 9

              "Shining", mehr brauch ich glaub ich nicht mehr sagen, oder?^^
              Einfach ein Klassiker und Meisterwerk!

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              • Ich guck ihn grade an, ich krieg jetzt schon Albträume und schlafe nicht einmal :D :D

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                • 10

                  ein klassiker unter den horrorfilmen und ein must-see für jeden fan des genres.
                  natürlich liegt es hauptsächlich an der leistung von jack nicholson,dass the shining so grossartig ist.liegt vielleicht daran, dass nicht alles bloss gespielt ist-so darzustellen vermag man nur etwas dass man,wenigstens zum teil,in sich trägt...etwas dunkles, verstörendes.und absolut brilliant-geniales.denn wie heisst es doch so schön...genie und wahnsinn liegen dicht beieinander.

                  ich habe mir auch mal die neuverfilmung angesehen,und war,genauso wie erwartet sehr enttäuscht.ohne nicholson ist es wie eine blutleere blasse kopie.
                  allein sein teuflisches grinsen macht das original schon sehenswert.

                  auch ganz besonders das ende gefiel mir gut und passte absolut.
                  wieder so ein film wo es fast schade war als er aufhörte.

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                  • 7

                    Ich glaube den Roman lese ich als nächstes, ich fand den Film gut aber nicht sooo gut wie ich ihn eigentlich finden wollte. Ich fand ihn an ein paar stellen sehr verwirrend. Ich musste richtig viel nachdenken. Ich werde ihn mir sicherlich nochmal anschauen. Dann gefällt er mir sicherlich besser. Schauspielerisch kriegt der 10 Punkte hammer die rolle von Nicholson!

                    • 9
                      Inspector.Columbo 11.02.2015, 15:48 Geändert 28.03.2015, 02:09

                      Trotz der signifikanten Unterschiede zum Roman ist Shining einer der besten Horrorthriller überhaupt. Die Verfilmung hält sich nur sehr vage an die Buchvorlage und sollte deshalb auch losgelöst davon betrachtet werden.Ansonsten ein sehr packender Film mit einem großartigen J.Nicholson, beeindruckenden Kamerafahrten und einer stetig wachsenden, beklemmenden Atmosphäre.

                      • 9 .5

                        eine der Besten Stephen King Verfilmung von Meister Stanley Kubrick.....anschauen

                        • 10

                          Immer wieder ein Highlight, Nicholson spielt den Wahnsinn absolut grossartig. Ich denke nicht, dass ihm da igendjemand so schnell das Wasser reichen kann.

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                          • 10

                            absoluter kult-horrorfilm und ich glaube er wäre nur halb so gut ohne Jack Nicholson gewesen! die mimik und gestik vom Jack ist einzigartig!

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                            • 9

                              Bei der Neusichtung fiel mir auf, dass THE SHINING die Frage der Erwerbsarbeit, des sozialen Status und des berufliches Scheiterns zwischen künstlerischem Traum und kapitalistischer Wirklichkeit auffällig deutlich thematisiert:

                              VITA? Womit Jack bisher sein Geld verdient hat , erfahren wir nicht (im Buch war er Englischlehrer, hat diesen Job aber wegen einer persönlichen Verfehlung verloren).

                              WIRKLICHKEIT: Jetzt ist er "Hausmeister". Wendy gegenüber spricht er einmal über die moralische und ethische Verantwortung, die er mit diesem Job angeblich übernommen hat, dabei ist seine Frau es, die sämtliche Arbeiten in dem Hotel macht. Auch als Hausmeister scheint Jack also unbrauchbar.

                              ALPTRAUM: Jacks größte Angst ist es, Teller oder Autos zu waschen, wie er sagt. Das wäre für ihn der drohende soziale Abstieg.

                              TRAUM: Jack will ein Schriftsteller sein, er ist aber kein Schriftsteller, sein schriftstellerischer Traum scheitert und endet in dem Satz „All work and no play makes Jack a dull boy“.

                              Weiß jemand, ob es über das Thema Artikel gibt?

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                              • 5
                                Radagast07 16.01.2015, 23:07 Geändert 17.01.2015, 14:16

                                Horror ist nicht mein Genre und so hat es "Shining" schwer bei mir und bekommt nur eine durchschnittliche Bewertung.

                                Um ehrlich zu sein, dass Beste am Film ist zweifelsohne die Musik, bzw. die akustische Untermalung, die von sehr subtil bis bombastisch passend changiert und so für treffliche Horrormomente sorgt. Aber sonst? Nun gut, Nicholson spielt nicht schlecht und auch Danny Lloyd ist überzeugend.

                                Es bleiben aber Fragen über Fragen: Warum wird zu Beginn der Indianerfriedhof erwähnt, der dann überhaupt keine Relevanz hat? Warum tauchen Personen im Hotel auf? Und wenn diese mit reinen Visionen der Protagonisten erklärt werden können, so wird aber keineswegs deutlich, in welchem Bezug sie zu den sie visualisierenden Personen stehen. Warum wird das Shining-Motiv (das mir an sich gefällt) so vernachlässigt, nachdem es zu Beginn einfühlsam eingeführt wurde? Warum taucht Torrance ganz am Ende auf einem 50 Jahre alten Bild auf? - Das sind letztendlich zu viele offene Fragen, die einen unbefriedigenden Geschmack hinterlassen.

                                Dann doch noch ein Detail, das mir gefiel: Die Kamerafahrten zu Beginn hinter Danny, der mit seinem Tretauto durch die Flure und um die Kurven fährt. Der passende Score dazu hat diese in Horrorfilmen zu erwartende Ungewissheit erzeugt.

                                -> 5 von 10 Punkten wird dem Film mMn gerecht.

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                                • 10

                                  Einer der besten Horror Filme, die je entstanden sind.
                                  Jeder der nur im geringsten etwas mit dem Genre anfangen kann sollte sich dieses Glanzstück zu Gemüte führen.

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                                  • 10

                                    Diesen Film muss man gesehen haben, eine Grandioses Werk von Kubrick, obwohl King die Art und Weise von Nicholson gar nicht gut fand, aber so ist halt im Film 3 Genies fanden zusammen und schafften ein Kultfilm.

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                                    • 9 .5

                                      „Here is Johnny!“ .. naja zumindest fast.

                                      Man sagte mir immer, Stanley Kubricks Meisterwerk „Shining“ vor seinem Ableben nicht gesehen zu haben, sei eine unverzeihliche Bildungslücke. Da man ja nie weiß, was einen in der frühen Zukunft so alles erwartet und ich nach meiner ersten Kubrick-Erfahrung – nämlich „Full Metal Jacket“ - mehr als nur angetan von seinem Regiestil war, wurde dieser Faux-Pas in meiner noch nicht allzu lange andauernden Filmleidenschaft nun ausgemerzt.

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                                      Eine dicht bewaldete Berglandschaft in den Rocky Mountains. Schroffe Felswände, Serpentinen, Tunnel. Ein VW Käfer schlängelt sich durch das magische Panorama. Im Hintergrund: mittelalterliche Klänge, dies irae. Ein Schriftzug erscheint: A STANLEY KUBRICK FILM – WITH JACK NICHOLSON – SHELLEY DUVALL – THE SHINING

                                      Schon mit der Einstiegsszene schafft es Kubrik, mich voll in den Bann seines hochgelobten Horrorthrillers, welcher übrigens unverständlicherweise für die Goldene Himbeere (Schlechteste Regie) nominiert wurde, zu ziehen. Und um es vorweg zu nehmen: Meine Begeisterung flachte in den knapp zwei Stunden der europäischen Fassung auch nicht ab.

                                      Schriftsteller Jack Torrence (Jack Nicholson) übernimmt in den Wintermonaten einen Hausmeister-Job im verwaisten „Overlook Hotel“, das außerhalb der Saison weiterhin in Schuss gehalten werden soll, und quartiert sich dort mit seiner Frau Wendy (Shelley Duvall) und seinem Sohn Danny (Danny Lloyd) ein. Doch die Einsamkeit reißt tiefe Gräben in das Familienkonstrukt und zehrt nach und nach an der Wahrnehmungsfähigkeit der Protagonisten. Vor allem Jack treibt die prekäre Situation im verlassenen Hotel immer mehr in den Wahnsinn…

                                      Ein Wahnsinn, den wohl keiner so gut auf den Bildschirm transportieren könnte, wie Jack Nicholson. Er mimt ja des Öfteren psychotische Charaktere, aber mit dieser unglaublichen Performance hat er sich ein einzigartiges Denkmal gesetzt. Für mich ist Nicholsons Auftritt in „Shining“ mit das Beste an Schauspielkunst, das ich bis jetzt erleben durfte. Dieser Blick: Der Mund halb offen, der Kopf leicht geneigt, die Augenbrauen gekrümmt – Gänsehaut pur. Da hat es auch der kleine Danny Lloyd schwer, sich in den Vordergrund zu spielen, wenngleich auch er wirklich überzeugend ist. Duvall hingegen ist sowohl optisch als auch schauspielerisch alles andere als ein Augenschmaus.

                                      Bei all den anderen Schauwerten, die „Shining“ zu bieten hat, fällt dieser Schwachpunkt aber kaum ins Gewicht. Denn Kubrick weiß, was er tut, wie er seine Geschichte zu erzählen hat. Er kommt hier ohne jegliche Schockmomente, ohne großes Tam-Tam, ohne aufwendige Effekthascherei aus und generiert durch eine eindringliche und zugleich nervtötende Musik, die allgemein bedrohliche Situation und eindrucksvolle Kameraperspektiven eine wahrlich bedrohliche und schauderhafte Atmosphäre, in der die Isolation der Hauptcharaktere wirklich perfekt zur Geltung kommt.

                                      Gerade die Kameraarbeit perfektioniert Kubrick wirklich bis ins kleinste Detail. Ob großartig eingefangene Landschaftsaufnahmen oder spektakuläre Fahrten mit der Steadicam: In „Shining“ wurde der optische Aspekt revolutioniert. Das Perspektivspiel ist dermaßen gut, dass es sich auch heute – knapp 35 Jahre später – vor wirklich keinem Film der Welt zu verstecken braucht.

                                      Dabei merkt man „Shining“ wirklich an, dass er aus einer Zeit stammt, in der Filme noch anders gedreht wurden. Natürlich nicht audio-visuell, das habe ich glaube ich schon überschwänglich dargelegt. Aber das Erzähltempo ist ein ganz anderes als heutzutage. Kubrick lässt sich Zeit, führt langsam in die Geschichte ein, zelebriert einzelne Szenen bis ins letzte Detail (Die Badezimmer-Szene wurde ganze 127-Mal gedreht – Weltrekord) und trotzdem kommt es beim Zuschauer nie langweilig rüber, weil einfach keine Minute entbehrlich zu sein scheint.
                                      Die Spannung ist mitunter wirklich schweißtreibend und erreicht gegen Ende des Films einen unermesslichen Höhepunkt.

                                      Wenn man „Shining“ neben der Leistung Duvalls überhaupt noch spitzfindig etwas ankreiden will, dann betrifft das eher meinen persönlichen Geschmack: Jacks Psychosen werden an manchen Stellen etwas zu konfus – so zum Beispiel sein Gespräch mit Delbert Grady. Aber wie gesagt: Das ist nur mein eigenes Empfinden und keineswegs allgemeingültig.

                                      Unterm Strich steht nämlich einfach ein Meisterwerk, das man in der Tat gesehen haben MUSS. Zufrieden abdanken kann ich zwar noch nicht, dafür stehen noch zu viele Klassiker auf meiner Watchlist (u.a. Pate, GoodFellas, Psycho), aber froh bin ich auf jeden Fall, mir Kubricks drittletzten Film endlich angesehen zu haben.

                                      „All work and no play makes Jack a dull boy.“

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                                      • 7 .5

                                        Während man die meisten Romanverfilmungen von Stephen King ohne Zweifel in der Tonne rauchen kann, ist "The Shining" eines der besseren filmisch umgesetzten Werke. Die klaustropobische Enge, die sich trotz der Weitläufigkeit des Hotels auftut, wurde sehr gut eingefangen. Auch ist die Isolation hoch oben in den eingeschneiten Bergen gut spürbar.
                                        Ich muss Pardo weiter unten aber durchaus zustimmen, dass die Nähe zum Roman hier und da doch arg gelitten hat - wir erfahren nichts über Jacks Vergangenheit als Alki, was die Bar-Szene erst wirklich begreifbar macht (dass das Hotel bzw. die darin wohnenden Geister sich die mental Schwachen Menschen als Marionetten herauspickt und gegen die anderen Bewohner aufhetzt. Hier wurde Jack erst durch die Rückführung zu seinem Alkoholismus gefügig gemacht). Nun kann man sich streiten, ob Jack Nicholson die Rolle wirlich mit Bravour gespielt hat. Auch ich sehe es ähnlich wie Pardo als eine eher schwache Vorstellung - oftmals zu theatralisch dargestellt, ein Grinsen hier - ein böser Blick da. Das macht noch keinen guten Schauspieler aus und ist vom Roman doch ein gewaltiges Stück weit entfernt.

                                        Shelley Duvall als Wendi nervt den gesamten Film über. Die hätte ich persönlich auch eine Affäre mit der Wasserleiche aus Zimmer 237 vorgezogen. :/

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                                        • 10
                                          Fando_Y_Lis 01.01.2015, 13:19 Geändert 01.01.2015, 13:24

                                          Einer meiner absoluten Lieblingsfilme, dazu von einem meiner drei Lieblings-Regisseure! Das ist "The Shining". Mit 12 hab ich einen Trailer (es war eher ein Teaser) im Fernsehen erlebt, und ich war von dem Moment an davon besessen, diesen Film zu sehen. Natürlich dauerte es noch etliche Jahre, damals gab es keine Videos und keine DVDs, ich lebte auf dem Land, und in irgendeinem Kleinstadt-Kino lief dann mal eine Woche lang "The Shining", als ich 19 war. Mit meiner damaligen Freundin und dem Auto (von den Eltern geliehen) fuhren wir aufgeregt zu diesem Kino und ich kann mich genau erinnern, mit welcher Wucht dieser Film auf uns einwirkte.

                                          Bis zum heutigen Tag ist das nicht anders. Gestern hab ich den Film in schillernder Blu-Ray-Qualität genossen, und auch nach dem ungefähr dreissigsten Anschauen in Kinos, auf Videos, auf DVDs und jetzt auf herausragender (muss ich echt sagen) Blu Ray knallt der Film immer noch ohne Ende. Die Atmosphäre! Die Musik! Die Darsteller! Die Ausstattung! Die Kamerafahrten! Nicht umsonst ist ein Audio-Kommentar des Steadycam-Operators auf der Blu Ray mit drauf...!

                                          Noch mehr als bei seinen anderen Filmen ist es Kubrick hier gelungen, wahnsinnig schöne (und natürlich auch schaurige) Bilder zu produzieren. Ich hab öfter auf die "Pause"-Taste gedrückt, und jedes dieser "Standbilder" könnte man sich im Grossformat eingerahmt ins Wohnzimmer hängen - Wahnsinn! Allein schon die Pullover von Danny mit den seltsamen Motiven (Apollo-Rakete sag ich nur!) sind ein richtiger Hingucker. Auf der Blu Ray sind mir Kleinigkeiten aufgefallen, die ich vorher nicht bemerkt hatte. Mit welcher Fülle und Akribie zum Beispiel die Speisekammern "beladen" sind....! Unbedingt genau hinschauen! Und die Augen des Küchenchefs leuchten auf Blu Ray in wenigstens dreihundert Farben....der Flurteppich auf dem Danny mit dem Kettcar fährt hat ein dermassen seltsames und bizarr leuchtendes Muster, dass einem fast schwindlig wird...

                                          Zju dem Filim lässt sich anmerken, dass es sich selbstverständlich um eine sehr freie Stephen-King-Buch-Adaption handelt. Ich mag sowohl das Buch wie auch den Film, wenn auch teilweise aus unterschiedlichen Gründen. Stephen King ist bekanntermassen kein grosser Freund von der Kubrick-Verfilmung, weil dieser einige Begebenheiten des Buchs deutlich verändert hat. So kommen die Hecken-Tiere nicht vor, welche im Buch wirklich gruselig wirken, allerdings ist visuell gesehen das Hecken-Labyrinth ja wohl eindeutig der Punktsieger...!

                                          SPOILER!

                                          Viel Kritik gab es an der Änderung, dass der Koch im Film stirbt und im Grunde genommen die Funktion des Fluchtfahrzeug-Ranbringers inne hat, während er im Buch überlebt und gemeinsam mit Danny und seiner Mutter flüchten kann. Natürlich bezieht sich die Kritik (wohl nicht ganz unberechtigt) auch darauf, dass mit dem Chief eh nur ein schwarzer Hauptdarsteller in dem Film zu sehen ist, und der wird dann auch noch umgebracht! Fühle mich auch nicht ganz wohl damit, trotzdem ist "The Shining" aus meiner Sicht unbestritten ein zeitloses, absolutes Meisterwerk. Kubrick fährt hier das breite Spektrum seines genialen Könnens voll auf.

                                          Ich freu mich schon aufs nächste Anschauen und bin gespannt, ob mir nach wie vor kleine Details auffallen, die ich vorher nicht bemerkt hatte. Ging mir bis jetzt jedes Mal so....!

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                                          • 9 .5

                                            Ich hatte die Blu-ray von "Shining" hier schon etwas länger rum liegen und habe mich dann gestern Abend spontan dazu entschieden mir den Film anzusehen.
                                            Ich wusste gar nicht mehr um was es in dem Film geht oder sonstiges. Der Film hat mich wirklich umgehauen, diese Atmosphäre war wirklich einzigartig, DAS ist richtiger Horror! "Shining" war durchgehend spannend und mitreißend und hat es geschafft mich danach noch über den Film nachdenken zu lassen, ich hab mir da Bonusmaterial angesehen, mich im Internet informiert und Kritiken gelesen etc.
                                            Ich werde mir nun auch noch die anderen Werke von Stanley Kubrick ansehen, bin echt gespannt drauf.

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                                            • 2

                                              Ein Film, den ich wohl nie wieder anschauen werde! (Enthält Spoiler)
                                              Es fängt schon damit an, dass Jack Nicholson überhaupt nicht in die Rolle des Jack Torrance passt: Er wirkt nicht wie ein liebender Vater, von Anfang an hat man das Gefühl, der würde am liebsten Frau und Kind aus dem Auto schmeißen und alleine weiter fahren. Nicholson spielt die Figur zu oberflächlich, wenn man das so sagen kann, der gibt ihr keine tiefe, nur zuckende Augenbrauen und ein breites Grinsen.
                                              Den ganzen Film über habe ich mich gefragt, wann endlich ein Rückblick kommt, aber da kam keiner. Es wird nicht darauf eingegangen, dass Jack ein Alkoholiker ist, mit seinem Kumpel auf Sauftouren war und einen Schüler gedemütigt hat. Hätte ich das Buch nicht gelesen, hätte ich den Film wahrscheinlich nicht von Grund auf verstanden. Dadurch, dass eben diese Infos weggelassen werden, ist unklar, warum Wendy ihren Mann verdächtigt.
                                              Kubrick stellt Jack als geisteskranken Mann dar, er stellt es so dar, als würde er es ganz freiwillig tun, das Hotel ist im Film nicht das Böse.
                                              Aber am wichtigsten: Danny rückt in den Hintergrund! Der Film wurde mit "Shining" betitelt, aber so richtig darauf eingegangen wird es nicht. Er weiß Dinge, die andere nicht wissen und das ist die ganze Definition. Seine "Gabe" ist ein wichtiger Bestandteil der Handlung, der Grund, warum das Hotel Jack zu seinen Taten verleitet.
                                              Zum Schluss noch ein paar Dinge, die mir nicht ganz klar sind:
                                              Warum in Gottes Namen stirbt Hallorann? Labyrinth? Overlook steht am Schluss noch? Wendy ist kerngesund? Warum ist man nicht mehr auf die Geschichte des Hotels eingegangen, auf die Gestalten, die in ihm gefangen sind?
                                              Insgesamt nicht mehr als zwei Punkte wert. Einen für den Typen im Hundekostüme, einen halben für Lloyd und noch einen halben für den Versuch, einen guten Film zu drehen.

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                                              • 7 .5

                                                Atmosphärisch dicht inszeniert, ruhig aber spannend erzählt und klasse gespielt. Man merkt vielen Szenen Kubricks Perfektionismus bei Kameraeinstellungen und -fahrten förmlich an. Leider bleiben die Figuren den gesamten Film über sehr oberflächlich, weshalb mich ihr Schicksal am Ende auch ziemlich kalt gelassen hat.

                                                • 9 .5

                                                  Das tollste an diesem Film ist selbstverständlich die gruselige Atmosphäre, die nicht zuletzt durch die wirklich gute Musik entsteht. Aber auch die Kamerafahrten durch das Hotel und die wunderschön langsame Erzählweise von Kubrick machen den Film so genial. Am Ende noch ein furioses Finale - was will man mehr?

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                                                  • 4

                                                    gute schock-momente und ein toller jack nicholson...
                                                    aber das wars dann auch schon. was mir nicht gefallen hat ist das man keine entwicklung der charaktere sieht... jack torrance scheint ja schon geistesgestört zu sein als er das hotel zum ersten mal betreten hat. Man fühlt nicht wirklich mit und so waren mir die protagonisten des films eigentlich herzlich egal. Und diese Musik... Ich meine es war vielleicht die beste gruselmusik die ich je gehört habe aber sie wird immer und immer wieder eingespielt und so hat sie bei mir auch mit der zeit ihre wirkung verloren. Und außerdem: Wenn man schon mit einem nervenzehrenden musikalischen Tusch einen Wochentag im Film ankündigen muss dann doch bitte den "Montag" - wäre doch viel authentischer ^^
                                                    Schade um das gute Buch.

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