Silver Linings - Kritik

Silver Linings Playbook

US · 2012 · Laufzeit 122 Minuten · FSK 12 · Drama, Komödie · Kinostart
  • 1 .5
    Irony 03.02.2016, 17:34 Geändert 03.02.2016, 17:35

    Sehr langweilig und Jennifer Lawrence konnt ich nicht ausstehen. Ich weiß auch nicht, aber irgendwie hat die immer ein Gesichtsausdruck, der mich aggressiv macht. Und ich rede jetz nicht von ihrer Rolle, die sie in diesem Film gespielt hat, sondern überhaupt. Vielleicht kommt mir das auch nur so vor, sorry an alle Fans dieser Frau.

    • 7

      Es ist mutig eine romantische Komödie zwischen zwei psychisch gestörten Menschen zu drehen. Der Regisseur David O. Russell der mich mit dem bierernsten Boxer-Drama „The Fighter“ überzeugen konnte weiß auch hier seine Darsteller zu Höchstleistungen anzutreiben. Denn einzig und allein dadurch steht und fällt diese Tragikomödie.

      Doch trotz eines in Mülltüten eingepackten, dauerhibbelig umherjoggenden und toll aufspielenden Bradley Cooper und der im Gegenpart absolut lebensverneinenden, nicht mehr schlampigen, rotzfrechen, sehr direkten, wortgewitzten Jennifer Lawrence will mich das alles nicht wirklich packen. Irgendwie war das anfangs alles zu ernst um lustig zu sein. Und zu lustig um tragisch zu sein. Und mitunter auch einfach eher nervig als unterhaltsam. Da wurde durcheinandergebrüllt. Da werden auch die Nerven des Zuschauers ziemlich strapaziert. Doch ab der Hälfte hatte der Film bzw. hatten mich die beiden dann auch irgendwie eingewickelt.

      Es ist ein wenig schade, dass der Film im weiteren Verlauf so vorhersehbar daherkommen muss und uns leider nur eine gängige romantische Komödie im Deckmantel eines speziellen besonderen Paares auftischt. Allerdings mit einem Paar was man so sicherlich noch nicht gesehen hat. Die Chemie stimmt zwischen Bradley und Jennifer. Ohne Frage. So verrückt, eigen und sympathisch ist es eine reine Freude diesen beiden zuzusehen. Und auch die restlichen Darsteller wissen zu überzeugen. Schön mal wieder Chris Tucker witzeln zu sehen. Schön mal wieder de Niro spielen zu sehen.

      Und ja trotz einiger Schwächen löst dieser Film eben doch diese gute Gefühl aus. Ein kleines Serotoninbonbon für die Synapsen. Und quasi nebenbei trichtert er uns eine herrlich beruhigende Botschaft ein. Denn sind wir doch mal ehrlich. Haben wir nicht alle einen an der Waffel?

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      • 8 .5

        SILVER LININGS ist ein Film, der die Meinungen der Zuschauer spaltet. Einige sehen eine gefühlsmäßig maßlos überzeichnete romantische Komödie für absolute Optimisten, während andere in David O. Russels Film einen der innovativsten, schönsten, menschlichsten und intensivsten Film der letzten Jahre erkennen. Eines ist sicher, Geschmäcker sind (selbstverständlich) verschieden und somit auch die Sicht auf diverse Filme, doch ich bin teilweise zugegeben recht überrascht, wie wenig Anerkennung SILVER LININGS unter anderem entgegengebracht bekommt.

        SILVER LININGS ist für mich persönlich ein ganz besonderer Film und vielleicht steht er bei mir gerade deswegen unter einem so guten Stern. Doch dazu später mehr...

        SILVER LININGS ist eine Tragikomödie mit Tiefgang und Hirn. Ich bin abgesehen von diesem Film hier kein großer Fan von David O. Russel, aber mit SILVER LININGS hat dieser Mann ein wunderbares Werk gedreht, das stets den richtigen Spagat zwischen Freude, Spaß und Witz und den leisen Tönen voller Ernst, Gefühl und Schmerz trifft. SILVER LININGS zeigt, was man aus romantischen (Tragi)Komödien alles rausholen kann, wenn man sich nur richtig an die Geschichte und die Charaktere heranpirscht.

        Dreh und Angelpunkt des Filmes ist Pat (Bradley Cooper). Dieser leidet unter einer bipolaren Störung, nachdem er seine untreue Frau mitsamt ihrem Liebhaber unter der Dusche erwischt, und letzteren brutal zusammengeschlagen hat. Nun hat er seinen Job verloren, eine einstweilige Verfügung am Hals und ist aufgrund seiner Krankheit ständig aggressiv, impulsiv und uneinsichtig im Bezug auf seine heikle Situation. Nach einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik versucht Pat, sein Leben langsam wieder in den Griff zu bekommen. Er zieht wieder bei seinen Eltern (Robert De Niro und Jackie Weaver) ein und will nicht's sehnlicher als seine Ex zurückzugewinnen. Doch natürlich mach ihm das Leben ein Strich durch die Rechnung, was Pat emotional enorm runterzieht. Eine Art Seelenverwandte findet er einzig in der ebenfalls emotional und psychisch kaputten Tiffany (Jennifer Lawrence), welche sein Leben nachhaltig beeinflussen wird...

        Zugegeben, SILVER LININGS fällt auf den ersten Blick unter die Kategorie der üblich daherkommenden und simpel sowie vorhersehbar gestrickten RomComs. Dies mag durchaus so sein, doch David O. Russel macht aus diesem Grundpolster letztlich vielmehr als andere übliche Genrevertreter, was SILVER LININGS wahrscheinlich auch so besonders macht und aus der Masse herausstechen lässt. Denn Russel macht vieles besser als manch anderer Film ähnlicher Art. Er spielt besser mit seinen Charakteren, er verpasst ihnen Kratzer, was sie letztlich enorm menschlicher wirken lässt, er weiß seine Emotionen besser und passender einzusetzen und schießt trotz dessen nie über die gefühlsbetonte Belastungsgrenze heraus, kommt also ganz ohne übermäßigen Schmalz oder triefenden Kitsch aus.

        Selbst wenn die Geschichte manchmal etwas überspitzt daherkommen mag, weiß sie durchweg zu überzeugen. Zwei eigenwillige Seelen, skurril und emotional gewaltig angeknackst, die vielleicht gerade deshalb so menschlich und nah daherkommen, eben weil das Ganze ein wenig überspitzt und trotzdem feinfühlig erzählt ist.

        Tief in diesen gekränkten Seelen, zwei eigentlich ganz anders daherkommende Menschen. Auf der einen Seite Pat, der in einem entscheidenden Moment schlichtweg die Kontrolle über seine Wut verloren hat (aber seien wir mal ehrlich, wer kann's ihm, auch wenn es natürlich nicht korrekt ist, wirklich verübeln?) und immer wieder von seinen schmerzlichen Erinnerungen an die Vergangenheit eingeholt wird. Auf der anderen Seite Tiffany, die sehr früh geheiratet und ihren Mann sehr früh verloren hat, ihren Kummer danach in Medikamente und Sex ertränkt hat und mittlerweile eine zutiefst gekränkt Persönlichkeit ist, die ihre wahre Schönheit unter einer Schutzschicht versteckt hält. Nach außen hin eine abgewrackte und aufgeblühte Frau, innerlich ein sensibles und verletzliches Wesen. Sicher, die Vorwürfe, der Filme stelle die psychischen Erkrankungen als zu "positiv" dar oder romantisiere sie zu sehr, sind durchaus berechtigt. ABER, hier handelt es sich um einen Film (TragiKOMÖDIE), der die Schattenseiten ebensolcher Krankheiten nebenbei bemerkt durchweg aufrechterhält, da die beiden Protagonisten immer wieder von ihren Problemen eingeholt werden und ihre psychischen Beschwerden somit nie außer acht gelassen werden.

        Diese beiden Protagonisten ergeben ein wirklich großartiges Duo, was, neben den toll gestalteten Charakteren, vor allem an Bradley Cooper und Jennifer Lawrence liegt. Die beiden harmonieren, und das hätte ich nie für möglich gehalten, wirklich sehr gut miteinander. Bradley Cooper, den ich sowieso viel lieber in ernsteren Rollen anstatt als Pausenclown sehe, zeigt hier durchaus eine seiner besten Leistungen. Ich bin bei weitem nicht der größte Bradley Cooper Fan, aber in meinen Augen hat er hier definitiv RICHTIG gut gespielt! Daneben, die fantastische Jennifer Lawrence, die für ihre Rolle als Tiffany sogar mit einem Oscar geehrt wurde, was mich damals sehr für sie gefreut hatte! Jennifer Lawrence stiehlt mit ihrer grandiosen Nebenrolle jedem die Show. Sie spielt ihre (schwierige) Rolle ungemein facettenreich und charismatisch, in einigen Momenten gar faszinierend gut. SILVER LININGS ist wohl DAS Beispiel, dass Jennifer Lawrence, und das sage ich obwohl ich die HUNGER GAMES Filme nicht ausstehen kann, eine wahrlich brillante Schauspielerin ist! Und, was man auf keinen Fall unerwähnt lassen sollte, auch der große Robert De Niro, der für mich immer DER GRÖSSTE und mein absoluter Lieblingsschauspieler bleiben wird, zeigt in seinen alten Jahren, wo er ja bekanntermaßen auch viel Schrott gemacht hat, eine äußerst motivierte und gelungene Leistung. Toll!

        Aber warum hat SILVER LININGS nun eine solche Bedeutung für mich? Ich habe den Film das erste Mal gesehen, als ich mich psychisch in einer ziemlich schwierigen Phase befand, wenngleich auch nicht so fatal wie es bei Pat und Tiffany der Fall ist und auch nur für geraume Zeit. Es waren scheiß Wochen, aber irgendwie hat mit SILVER LININGS, gerade Jennifer Lawrence, geholfen besser und einfacher mit den Dingen klarzukommen, weshalb ich den Film deswegen schon ein bisschen in's Herz geschlossen habe...

        Somit bleibt SILVER LININGS für mich ein wie schon gesagt besonderer Film, den ich mir immer wieder anschauen kann. Ein witziges, intensives, und toll erzähltes Erlebnis, vollgestopft mit Dialogen der Spitzenklasse, einem ruhigen und dennoch stimmigen Score von Danny Elfman und natürlich ganz famosen Schauspielern, dessen Kritik ich dennoch in einiger Hinsicht nachvollziehen kann. Aber ganz ehrlich, das ist mir egal!

        SILVER LININGS ist für mich persönlich ein wichtiger Film, ein ganz toller Film!

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        • 9

          Robert De Niro und seine Eagles :D...Feel Good Movie mit Sypathischen Schauspielern, auch nach dem 2. anschauen ein starker Film.

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            CarrionFairy 18.01.2016, 10:28 Geändert 18.01.2016, 10:57

            der film ist prinzipiell tatsächlich ein drama - dramatisch scheiße nämlich. ansonsten reiht sich dieser oberflächliche bullshit in die sonst auch allgemeine romanzette ohne sinn und verstand ein.
            ich hab's fast nicht geschafft, den überhaupt zu ende zu sehen und kann mich nicht erinnern, wann ich mich zuletzt so fremdgeschämt hab.

            den film mit einem medizierten bipolaren protagonisten zu beginnen, macht ihn noch lange nicht tiefsinnig oder außergewöhnlich. ein flacher charakter, den man letzten endes auch gar nicht kennen lernt, weil er nichts zu bieten hat. der klischeehaft betrogene und dekompensierte beweis für verbitterte, dass nicht alle männer fiese schweine sind, aber dabei dann vielleicht einen an der klatsche haben.
            dabei sieht er natürlich trotzdem blendend aus. wäre er nämlich ein fieser nerd, dann wäre es nicht süß und liebenswürdig, sondern creepy. sexuelle belästigung ist nur, wenn der mann scheiße aussieht.

            dieser verpaart sich dann mit, tadadada, trommelwirbel.... natürlich einer (rein zufällig um 15 jahre jüngeren) geistesgestörten und manipulativen - nennen wir es beim namen - nutte. das checkt er sogar recht schnell selbst, aber da er ja selbst so liebenswert irre ist und sie so unglaublich independent und cray cray - niemand tut etwas für mich, ich werde so ausgebeutet, ich stalke dich beim joggen, süß, oder? - stört er sich nicht weiter daran. es ist nämlich aus irgendeinem grund überhaupt kein problem, diese geltungsgeile und hysterische scheiße als liebe zu verkaufen.

            auch hier gibt es keinen weiteren tiefgang. was wissen wir denn eigentlich? dass ihr mann tot ist. dass sie eine (s. o.) nutte ist und zurecht gefeuert wurde (ohne scheiß, was ist eigentlich los!?). dass sie zwar nicht tanzen kann und es praktisch nur hobbymäßig in ihrer (natzürlich voll individuell und süß verschrobenen) garage zum besten bringt, sich aber trotzdem aus darstellungsgeilheit in weißen leggings bei einem tanzwettbewerb anmelden muss. dass sie hysterisch bei seiner familie herumflippt, was vollkommen unangebracht ist. dass sie penetrant ist. dass sie aus irgendeinem belanglosen grund, den ich nichtmal mehr erinnern kann, obwohl ich den film gestern gesehen habe, eine mordspeinliche szene in der öffentlichkeit reißt, bei der sie sich als opfer sexueller belästigung darstellt.

            sorry, seit wann ist das sympathisch? das sind menschen um die man im echten leben einen intergalaktischen bogen machen würde. nicht, weil sie eine psychische störung haben und ein paar pillen schmeißen, sondern weil sie - und insbesondere diese pseudogothic nutte - scheiße sind. wer mit ihr befreundet oder gar zusammen sein will, ist tatsächlich schwer gestört - und nicht irgendwie special oder besonders. nein, einfach nur gestört und ohne jegliche fähigkeit zur abgrenzung.

            eine unverschämtheit ist das. und ja, ich meine das ernst. ich hatte hier flashbacks zu 500 days of summer. es ist nämlich, ob wir wollen oder nicht, eine simple tatsache, dass uns solche medien beeinflußen. von anfang an ist vollkommen glasklar, dass er seine besessenheit, seine fremdgehende frau zurückzubekommen, einfach mal verlieren wird, sobald er etwas anderes in aussicht hat. no offence. ich hab sicher auch schon beziehungshopping gemacht, aber bitte verkauft mir doch nicht diese lieblose und kranke verbindung als etwas wahres und berührendes. bei 500 days of torture hat er seine "große liebe" sogar einfach nur durch eine tante ersetzt, die genauso aussieht wie die davor. das haben auch alle gefeiert. wenn ich mir die rückmeldungen zu alleine diesen 2 werken ansehe, dann muss ich keine weitere forschungsarbeit investieren, um zu sehen, dass das bindungs- und beziehungsverhalten heute absolut kaputt ist.

            hier eine zusammenfassung dessen, was am anderen geschlecht in den letzten jahren glorifiziert wird und als begehrenswert vermarktet:

            männer: sensible, puschelige typen mit pumperkörper und sanften träumen, die dabei dann aber in einem augenblick voller leidenschaft doch mal jemandem die fresse polieren können, weil ein 100%es weicheiimage letzten endes doch keine pussy abbekommt. dabei verdient man sein geld mit so dies und das und hört dabei musik aus den 60er-90ern - voll interessant und special.

            frauen: heiß und verrückt. das ist voll leidenschaftlich und tough. szenen sind nur ausdruck ihrer wilden und unterdrückten sexualität und spannender persönlichkeit. sie sind dabei auf niemanden angewiesen und lassen sich von niemandem etwas sagen. wenn sie sich wie müll verhalten, muss trotzdem der mann angekrochen kommen - denn das ist romantisch. auch hier sind arbeit, ambitionen und realistische ziele vollkommen überschätzt, man schlägt sich mit schreiben, schauspielern und kellnern durch - das ist süß. und unterstreicht nochmal die unabhängigkeit.
            man drängt sich überall in den mittelpunkt und muss jedermanns volle aufmerksamkeit haben, geschieht dies nicht, führt dies erneut zur akzeptierten szenen. denn wir haben ja schon geklärt, dass das völlig ok ist.

            beide sind dabei trotzdem voll die guten eltern und familientypen, probleme löst man mit alkohol und leidenschaftlichem sex.

            nicht witzig. nicht berührend. nicht nachvollziehbar. nicht romantisch. nicht außergewöhnlich.
            wenn ich mir diese scheiße ansehe, wundert es kein stück mehr, dass die gesellschaft infantil vor sich hin feiert in blanker angst vor wahrer verantwortung und panik vor älterwerden. es gibt nichts schlimmeres als gewöhnlich zu sein, sagte schon mena suvari in american beauty. na dann hipstert doch alle künstlich und sensationsgeil daher und nennt es leben.

            dieser tanzschund hat mich dann komplett zerstört. dirty dancing für arme und behinderte!

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            • 6
              TobivanTobsen 13.12.2015, 13:19 Geändert 13.12.2015, 13:40

              Zum großen Glück ist Bradley Cooper hier Hauptdarsteller. J. Law zum Glück eher nicht, obwohl ich laut der Werbung dachte, sie ist hier im MP. Ja, ihr sexy Tanz... Aber mit Robert De Niro gibts einen Pluspunkt mehr. Ist ein lockereres Drama.

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              • 10

                Der Film hat eine tolle Geschichte und die Rollen sind auch gut besetzt. Jennifer Lawrence und Bradley Cooper sind ein richtig gutes Duo. Der Film ist auf jedenfall sehenswert.

                • 8

                  Die Chemie zwischen den beiden ist gigantisch! Ein weiterer Film des Duos; das konnte nur gutgehen.

                  • 9

                    Ich mag den Film wirklich sehr gerne. Die Darsteller sind toll und die Geschichte ist auch toll. Jennifer Lawrence hat zu recht den Oscar für diesen Film gewonnen. Daumen Hoch.

                    • 8

                      Nun konnte ich mich nach langer Zeit doch endlich mal durchringen, den Film zu sichten, der mir schon so oft empfohlen wurde.

                      Dem Streifen mit Jennifer Lawrence und Bradley Cooper in den Hauptrollen wohnt eine nicht wegzuleugnende Weisheit inne. Nicht nur zum Thema Liebe und Beziehung, sondern auch generell über das Leben. Wie geht man mit seiner eigenen Zwangsstörung um? Wie überbrückt man die zwischenmenschlichen Differenzen, die zum größten Teil auf Missverständnissen und mangelnder Empathie/Sensibilität füreinander beruhen? Oftmals, haben wir auch völlig falsche Erwartungen an uns selbst und unsere Mitmenschen und setzen Sie damit unnötig unter Druck.

                      Unser Bedürfnis nach Harmonie und Perfektion ist auch in gewisserweise schon zwanghaft. Und das ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. Und sind wir mal ehrlich, werden wir denn jederzeit unseren eigenen Ansprüchen gerecht? Verhalten wir uns nicht alle irgendwie daneben? Wissen wir denn wirklich immer, warum jemand ist, wie er ist, dass wir vorschnell urteilen können?

                      Ich erkenne hier eine Botschaft von Toleranz, Offenheit und Vertrauen. Werte, mit denen wir es uns heutzutage immernoch schwer tun. Und ich möchte mich da nicht ausschließen. Ich muss auch immer wieder an mir selbst, meinen Ängsten und Vorurteilen arbeiten.

                      Der Cast ist herausragend. Viele namhafte Darsteller, von Robert DeNiro, Jacki Weaver, Jennifer Lawrence und Bradley Cooper spielen mit. Davon lasse ich mich auch nicht beeindrucken. Aber das dürfte für so manch einem ein Anreiz sein, auch hier wieder solide Schauspielleistung zu erleben. Und obwohl ich noch nie ein Fan von Jennifer Lawrence war, fand ich hier ihre Rolle absolut passend besetzt. David O. Russell hat den Film top in Szene gesetzt, ohne in ALLZU großen Kitsch abzudriften. Er hat ein sehr gutes Feingefühl dafür, eine Romcom zu inszenieren, die auf bekannte Klischees, wie etwa dem geläuterten Bad Guy verzichtet. Vielmehr sehen wir hier einen sehr unsicheren und neurotischen Protagonisten.

                      So. Was soll ich noch dazu sagen?

                      Nennt mich wie ihr wollt. Ich mag den Film. Das hat auch nichts damit zu tun, dass man "als Mann solche Filme nicht sehen sollte" und so ein Quatsch. Diese Einstellung zeugt meines Erachtens auch von Unsicherheit. Ich bin jedenfalls mit mir im Reinen ;-)

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                      • Pat (Bradley Cooper) ist überraschend zuversichtlich dafür, dass er gerade aus einer Nervenheilanstalt entlassen wurde und sich seiner Ex-Frau (wegen der er eingeliefert wurde) nicht nähern darf. Sein Motto: Noch höher hinaus! Ganz oben auf seiner selbst gesteckten Prioritäten-Liste steht deshalb auch, seine Ehe wieder zu reparieren. Zwar hat er ihren neuen Partner zusammengeschlagen, doch das liegt für Pat eben zurück. Eine schöne Pointe in David O. Russells Screwball Komödie ist die Tatsache, dass Pats Vater Dolores (Robert De Niro) ebenfalls keinen Zugang mehr hat zum Fussballstadion, weil er dort randalierte. Seitdem schaut er zu Hause Fussball und verbindet den Sport mit seinem merkwürdigen Aberglauben, ob Sieg oder Niederlage. Tiffany (Jennifer Lawrence) ist eine junge Witwe aus der Nachbarschaft, die fast jeder wohl als Schlampe bezeichnen würde (obwohl sie einfach nur verletzt ist). Lawrence spielt die Rolle mit allen Ecken und Kanten: Tiffany versteht Pat, denn sie ist selbst verrückt. Um Pat näher zu kommen, gibt sie vor, Kontakt zu haben zu der Ex-Frau und zwingt ihn, mit ihr an einem Tanzwettbewerb teilzunehmen (dafür verspricht sie, seine Briefe weiterzuleiten...) Die Dialoge, die Annäherung zwischen Pat und Tiffany wirken so echt, dass man fast vergessen mag, wie überzeichnet die Charaktere eigentlich sind. Ganz so wie in den grossen Hollywood Klassikern (der Silver Linings Playground auch werden wird!). Die Beziehung zwischen Pat und seinem Vater, der einer Obsession zu den Eagles folgt oder der gemeinsame Tanzwettbewerb, den Pat und Tiffany durchstehen müssen - das alles ist so komisch und zärtlich gefilmt, dass man diesen Film immer wieder sehen kann. In Silver Linings Playbook finden Pat, Tiffany, aber auch Dolores immer wieder einen Weg, der ein gutes Ende möglich macht. Deshalb ist Pats "Excelsior" eingangs auch gar nicht so abwegig. Vielleicht ist da wirklich immer ein silberner Streifen am Horizont?

                        • 5

                          Den größtenteils positiven Meinungen zu ‘Silver Linings’ kann ich mich nicht wirklich anschließen. Nach einem sehr schleppendem Start, wartet man im Prinzip bis zum Ende darauf, dass der Film etwas Fahrt aufnimmt. Dies geschieht aber selten bis garnicht. Dabei wäre das Potential durchaus vorhanden gewesen. Der Film bietet eine Reihe von sympathischen Charakteren, die durch gut spielende Darsteller verkörpert werden. Bradley Cooper zeigt hier, dass er mehr als nur den Schönling spielen kann. Jennifer Lawrence hat dies schon häufiger bewiesen. Von den Nebendarstellern sticht überraschenderweise Chris Rock hervor, der aber leider zu wenig Leinwandzeit erhalten hat. Julia Stiles und Robert De Niro runden das Gesamtbild ab. Der Film ist für eine Komödie zu selten lustig, für eine Romanze zu unromantisch und für ein Drama nicht dramatisch genug. Negativ ist auch das Ende, welches mehr als nur typisch für Hollywood ist und nicht wirklich zum Rest des Films gepasst hat.

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                          • 8 .5

                            Schrullig, aber nicht peinlich. Liebenswert, aber nicht kitschig. Vorhersehbar, aber nicht langweilig. Silver Linings Playbook vereint alles, was man an RomComs und Tragikomödien mögen muss, und lässt all das aus, was es diesen Genres im Allgemeinen so schwer macht.

                            Bradley Cooper findet genau die richtige Mischung zwischen Genie und Wahnsinn, steht schon mal mitten in der Nacht auf, um sich über Hemingway oder sein “verlorenes” Hochzeitsvideo zu beschweren, und will doch eigentlich nur sein Leben und dann seine Ehe wieder auf die Reihe bringen. Auftritt Jennifer Lawrence, die sein Leben nochmal durcheinander wirbelt, ihn in der Öffentlichkeit bloßstellt, ihn belügt, und letztenendes doch wieder Ordnung in sein Leben bringt. Beide Figuren sind so herrlich geschrieben und perfekt gespielt. Dazu Robert DeNiro, der in gewisser Hinsicht den verrücktesten Charakter darstellt: Stadionverbot nach Prügeleien, Aberglaube, Spielsucht. Und so empfindet es nicht nur Cooper als unfair, dass er und nicht sein Vater zum Psychologen muss.

                            Aber letztlich wendet sich dann doch alles zum Guten. Dass das unwahrscheinlich und hochgradig vorhersehbar ist, stört dabei aber überhaupt nicht. Im Gegenteil: Dieser Film, mit diesen Figuren, muss genauso ausgehen. Happy End vorprogrammiert, und alles andere würde den Figuren nicht gerecht.

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                            • 8 .5

                              Wunderbarer Film. Eine der schönsten Romcoms der letzten Jahre.

                              2
                              • 10

                                Ich hab 'nen Lachflash, ich bin gerührt, ich muss wieder laut lachen, ich fiebere mit und verbeiss mich in den Hauptrollen... ich hoffe das passiert was ich passieren sehen will! Was für ein Auf und Ab, was für eine Balance.

                                Sehr bewegend dargestellt, toll präsentiert, ohne mir ersichtliche Makel - top!
                                Der Film ist großartig, man muss Ihn gesehen haben!

                                • 8 .5

                                  Fühlt sich an, wie die 'rich man's version' von Zach Braffs Garden State.
                                  Ein psychisch kranker junger Mann kehrt nach Hause zu seinen Eltern und einem schwelenden Konflikt mit seinem Vater zurück und hat Probleme sein Leben zu ordnen. Dann trifft er allerdings auf eine ebenfalls labile Frau, die ihm hilft wieder auf die Beine zu kommen und lieben zu können.

                                  Ich mochte Garden State sehr uns ich mag auch Silver Linings Playbook. Beide Filme sind quirlig, haben wirklich witzige Szenen und sind keine 08/15 Rom-Coms.
                                  Garden State hatte allerdings irgendwie etwas mehr Charme, man sah ihm das Autobiographische an und das Herzblut, das Zach Braff in den Film investiert hat. Silver Linings Playbook ist da polierter, eben mehr Hollywood-esque. Zudem hat Garden State einen der besten Soundtracks, die es gibt.

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                                  • 8

                                    Ich denke, das funktioniert auch vor allem deshalb so gut, weil man mit Bradley Cooper einen relativ attraktiven Schauspieler in der Hauptrolle hat, andernfalls würde es mir deutlich schwerer fallen, mich an den wirklich krassen Altersunterschied der zwei Protagonisten zu gewöhnen. Im Film wird das ja nicht ein einziges Mal thematisiert, obwohl es nun mal de facto statistisch eher ungewöhnlich ist. Wie dem auch sei, "Silver Linings Playbook" ist insgesamt natürlich ein guter Film. Durchaus sympathische Figuren, die trotz eines nun wirklich nicht gerade innovativen Plots authentisch agieren. Bei Russell zweifelte ich auch nicht an der filmischen Qualität, wenngleich er sein Meisterwerk "I ♥ Huckabees" nicht toppt.

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                                      BenAffenleck 30.05.2015, 12:15 Geändert 30.05.2015, 13:53

                                      " Wieso freuen die sich so über 5 Punkte"?......tja, ich denke, weil es manchmal auch einfach reicht, nur Mittelmaß zu sein. Stinkefinger an den Perfektionismus, High Five aufs Leben leben.

                                      Es scheint so, als ob David O.Russels Filme bei mir meistens einen Spätzünder haben. Bei der Erstsichtung ist SILVER LININGS schlicht und einfach an den hohen Erwartungen (welcher Art auch immer) gescheitert, und wurde mit einer souveränen 6,0 abgewatscht. Bei der gestrigen Zweitsichtung wusste ich dann ja, was auf mich zu kommt, und der Film hat von vorne bis hinten funktioniert. Bradley Cooper und Jennifer Lawrence sind richtig genial, und selbst Robert DeNiro hat hier mal wieder einen sehr guten Auftritt. Der Humor ist genau meins, die schrägen Charaktere mit ihren verschiedenen Spleens mag ich furchtbar gerne, weil sie so grundsympathisch sind.

                                      Genau das ist es auch, weshalb SILVER LININGS jetzt so punkten kann: Wenn man hier einen zweiten Blick riskiert und genauer hinsieht, findet man hier wesentlich mehr, als eine handelsübliche Rom-Com. Hier bekommt man Leichtigkeit, Tiefe, Humor und ... Tanz lecker verpackt. Die eigentliche Grundaussage des Films, "Manchmal muß man den Wahnsinn einfach aushalten", kann ich so passend auf das eigene Leben runterbrechen.

                                      Fazit: Wunderschönes Feel-Good-Kino mit einer super Besetzung, vielen kleineren Lachern und einem geilen OST.

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                                        Eine der (viel) besseren RomCom`s. Ich glaube so kann man `Silver Linings` zu aller erst beurteilen. Wenn man ein zweites Mal hinschaut, erkennt man eine tolle Geschichte über Liebe, Ausgrenzung, Krankheit und vielleicht auch Sport/Tanz.
                                        Der große, wirklich wahre Grund, weswegen man sich diesen Film anschauen sollte, ist natürlich Jennifer Lawrence. Die sieht nicht nur gut aus, Sie kann auch schauspielern wie ne Wucht (Filmwissen: Und ohne jemals eine Schauspielschule besucht zu haben). Mit ihr lacht man, weint man und hofft man. Oscar völlig zurecht!
                                        Natürlich ist auch Bradley Cooper zu erwähnen, der so witzig, dass es mich schon 1 bis 2 mal gewundert hat. Ich wusste zwar, dass dieser Mann witzig sein kann (durch `Hangover`), aber das war so ungezwungener und leichter.
                                        Robert DeNiro und Jacki Weaver als die Eltern von Bradley Cooper passen wie die Faust aufs Auge.

                                        Alles in Allem:
                                        Am besten im Heimkino zu erleben. Ein locker, leichter Film, der zwar witzig ist trotzdem aber so einen dramatischen oder traurigen Unterton mit sich zieht, ohne dabei zu sehr der Komödie im Weg zu stehen :-)

                                        • 8 .5

                                          Unglaublich sympathische Hauptdarsteller zwischen denen die Chemie aber mal richtig stimmig ist. In dieser Geschichte versuchen die beide ihren inneren Frieden zu finden und erzählen dabei eine ganz feinfühlige Liebesgeschichte. Auch sehr schön ist die Darstellung von den beiden sogenannten "Verrückten" die im vergleich zu ihrer Umwelt mehr als normal erscheinen.

                                          2
                                          • 6

                                            Mit dem Boxer-Drama THE FIGHTER gelang David O. Russell vor zwei Jahren ein Karriere-Coup, den man dem Regisseur von THREE KINGS und I HEART HUCKABEES nicht mehr zugetraut hätte. Auch in seinem neuen Film überzeugen vor allem die Schauspieler. [Barbara Schweizerhof]

                                            • 10
                                              ju.ku.750 19.04.2015, 22:51 Geändert 20.04.2015, 12:43

                                              Bradley Cooper spielt diesen "wahnhaften Irren", der jeden Tag im Müllbeutel durch die Gegend joggt, echt genial...und dazu noch seine Ausraster...einfach herrlich, wie er sich über Hemingway aufregen kann:
                                              "There’s scenes of them dancing, which was boring, but I liked it, because they were happy. You think he ends it there? No! He writes another ending. She dies, dad! I mean, the world’s hard enough as it is, guys. It’s fucking hard enough as it is. Can’t somebody say, „Hey, let’s be positive? Let’s have a good ending to the story?”

                                              Jennifer Lawrence steht ihm mit ihren Macken in nichts nach. Die zwei haben sich gesucht und gefunden. Und dennoch wirken die beiden irgendwie noch am "normalsten" im Vergleich zu den anderen. Das macht den Film für mich so sympathisch...schließlich sind wir doch alle ein bisschen verrückt;-)

                                              Es gibt Filme, die man sich immer wieder anschauen kann...und "Silver Linings" fällt für mich in diese Kategorie.

                                              Verrückt, lustig und schräg!

                                              “Life is random and fucked-up and arbitrary, until you find someone who can make sense of it all for you— if only temporarily.”
                                              ― Matthew Quick, The Silver Linings Playbook

                                              10
                                              • 8

                                                ein modernes "dirty dancing" ;)

                                                • 8 .5

                                                  Toller Film!
                                                  Es dauert etwas bis man in den Film rein kommt aber dann ist er sehr mitreißend. Die Story spielt in einem normalen amerikanischen Leben, wo plötzlich einige Verrücktheiten auftauchen. Die Schauspieler sind durchweg gut. Cooper mach seine Sache gut, de Niro ist klasse und Lawrence super.
                                                  Fazit: Für Leute die solche Art von Filmen mögen ein Muss, für andere wohl eher langweilig.

                                                  • 7 .5
                                                    Magnesium 12.03.2015, 16:52 Geändert 12.03.2015, 17:00

                                                    Herrlich abgedreht und hebt sich deutlich von vielen Genrevertretern ab.Alleine schon durch die "Lawrence" und das Sahnehäubchen "De Niro"!
                                                    Klasse ((-: