Sleep Tight - Kritik

ES 2011 Laufzeit 101 Minuten, FSK 16, Drama, Horrorfilm, Thriller, Kinostart 05.07.2012

  • 9

    Sleep Tight ist die Art von realistischem, unübertriebenen Psycho-Horror, wie ich in auf ganzer Linie mag. Dabei war meine Erwartungshaltung vorher und auch in der Anfangsphase eher auf einen mittelmäßigen Film ausgerichtet. Aber nach und nach nimmt die Spannung immer mehr Fahrt auf. Die Erzählweise, nämlich komplett fixiert aus der Sicht des Hausmeisters, ist hierbei der ausschlaggebende Punkt. Man schlüpft als Zuschauer regelrecht in die Rolle hinein und entwickelt immer mehr ein Gefühl für die Gedanken und Taten dieser Figur. Jeder Schritt, jedes gesprochene Wort, jede Bewegung, ja fast jeder Atemzug wird hier aus Zuschauersicht "mitgelebt" und so sind's besonders die brenzligen Situationen, welche dann für den nötigen Nervenkitzel sorgen, die einen Horrofilm ausmachen.
    Auch ein Lob an die Atmosphäre. Dieses Wohnhaus und deren Bewohner wirken so schön normal und daher authentisch. Wäre dieser Film in den USA bzw. Hollywood entstanden, hätte er wohl nicht diese Wirkung gehabt. Alles wäre übertriebenen inszeniert und die schöne Schnörkellosigkeit wäre verloren gegangen.

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    • 10

      fieser gemeiner kleiner film,der mich sehr gut unterhalten hat!
      keine grosse action,wenig darsteller...aber man lernt die charaktere kennen,ganz wie ich es mag!!
      natürlich gefällt mir auch das ende sehr...:)

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      • 9
        expendable87 05.06.2015, 14:24 Geändert 08.06.2015, 11:06

        (TEXT ENTHÄLT SPOILER)
        ...
        'Glücklich...genau das ist mein Problem...ich kann einfach nicht glücklich sein!'
        ...
        Mit diesem Satz beginnt Jaume Balagueró (REC, REC 2, REC 4) sein nervenaufreibendes, verstörendes und bitterböses Psycho-Drama, in welchem der sympathische Hausmeister und Portier César (Luis Tosar) gegenüber seinen Mitmenschen stets freundlich und hilfsbereit auftritt...doch hinter dieser Fassade steckt ein unberechenbarer Saboteur, Stalker und Vergewaltiger...eine gequälte Seele, deren Schmerz nur durch das Leid Anderer gelindert werden kann!
        Insbesondere Clara, Mitbewohnerin eines Mehrparteienhauses, durchlebt einen ganz und gar scheußlichen Alptraum...nicht zu vergessen, Césars gebrechliche und machtlose Mutter, welche ebenfalls höllisch unter den grässlichen Taten ihres eigen Fleisch und Blut leiden muss!
        ...
        'Niemand kann sich vorstellen was es bedeutet jeden Tag aufzustehen ohne einen Sinn darin zu sehen...immer wieder muss ich mich aufs neue anstrengen um einen Grund zu finden, nur einen, nicht einfach alles hinzuschmeißen...ich find's nur tröstlich dass die Anderen auch nicht glücklich sind...und ich versichere euch dass ich mir alle Mühe gebe, wirklich alle, jeden Tag meines Lebens!'
        ...
        'Sleep Tight' weiß durch seinen geschickt konstruierten Plot, wie auch brillanten Hauptdarsteller lückenlos zu überzeugen...
        ...mit einem ausgereiften Ende und einem harten Schlag in die Magengrube verabschiedet sich das spanisches Meisterwerk! Freunde schonungsloser Psycho-Kost greifen unverzüglich zu!!!
        ...
        Fazit: Keiner kann sich sicher sein nicht auch ein Monster unterm Bett zu haben...also lieber einmal mehr nachschauen!!!
        9/10 Kakerlaken für, SLEEP TIGHT
        ...
        'Ich will dass diese Scheiss Schlampe das Lächeln verlernt, Egal Wie!'

        10
        • 6 .5

          "Sleep Tight" ist nur wahrlich keine Innovation in Sachen Thriller. Eine Frau, unbewusst in den Fängen eines Psychopathen, gehört spätestens seit Regie-Großmeister Alfred Hitchcock zum Standardrepertoire des Genre. Somit überzeugt der Film weniger durch seinen Inhalt als durch seinen Inszenierungsstil samt strukturiertem Spannungsaufbau und guter Leistung des Hauptdarstellers. Frappierende Ähnlichkeiten weist der Film zum kurze Zeit vorher gedrehten Werk "The Resident" mit Hillary Swank auf, der allerdings keinen bleibenden Eindruck hinterließ.
          "Sleep Tight" zieht die Spannungsschraube nach und nach an, ohne auf effekthascherische Mittel zu setzen und ist daher ein in besten Sinne altmodischer Vertreter des Thriller-Genre. Einmal mehr zeigt sich, dass das spanische Kino in den letzen Jahren in Sachen Thriller und Horror weltweit eine führende Rolle eingenommen hat, nicht zuletzt durch Werke wie "Tesis-Faszination des Grauens" (1996), "Öffne die Augen" (1997), "Das Waisenhaus" (2007), Timecrimes - Mord ist nur eine Frage der Zeit (2007) oder "Julia's Eyes" (2010).
          "Sleep Tight" ist ein handwerklich einwandfreier Thriller, der den Zuschauer inmitten der Behaglichkeit seiner eigenen vier Wände mit dem harmlos aussehenden Bösen konfrontiert und auf die Nervenprobe stellt. Eine intelligente psychologische Studie, ein Film für den anspruchsvolleren Thrillerfreund.

          8
          • 7

            "Sleep Tight" ist ein etwas anderer Thriller. Denn die ganze Zeit ist man bei Hausmeister César, der seinen Lebenssinn darin sieht, glückliche Menschen zu zerstören. Kaum eine Szene spielt ohne ihn. So muss man sich mit dem kauzigen, absolut lebensverneinenden Typen wohl oder übel auseinandersetzen.

            Luis Tosar spielt das "Hausmonster unter dem Bett" überzeugend. Ruhig, besonnen und mit akribischer Planung legt er sich seine Opfer und seine Zuschauer zurecht. Es ist immer interessant zu verfolgen, was César plant, um seine Mieter das Leben zur Hölle zu machen. Er kennt nur ein Ziel. Menschen unglücklich zu machen. Er mag es nicht, wenn Sie lachen, wenn Sie glücklich sind. Und er geht dabei soweit, wie er eben gehen muss. Das Befremdliche und dabei Besondere hierbei ist, das man gar nicht so recht weiß, wer sympathsicher ist, der lebensverneinende Hausmeister oder die dauergrinsenden Mieter, die so tun, als wären Sie die glücklichsten Menschen der Welt. Jeder macht jedem etwas vor.

            "Sleep Tight" ist damit nicht nur ein plumper Psychothriller, sondern ein Film, der einen nicht nur dazu verleiten wird öfters mal unter sein Bett nachzuschauen, sondern, auch hinter die Gesichter, die einen anschauen.

            8
            • 9

              Das verstehe ich unter einen guten Thriller!Großartig!

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              • 2

                Ein Mann, der kein Glück empfinden kann, setzt alles daran, eine junge Frau zu zerstören. Sein Regisseur Jaume Balagueró geht ganz ähnlich vor. Er zwingt dem Betrachter die Sicht des Täters auf und raubt ihm so auch noch die letzte Freude am psychologischen Horrorkino. [Sascha Westphal]

                • 7

                  Spannender und andersartiger Thriller. Aus der Sicht des eigentlichen Antagonisten wird hier gezeigt wie dieser seine Opfer fertig macht. Von kleinen Lügen und Streichen bis hin zu schweren Straftaten . Der Film ist durchweg spannend. Hat aber kein wirklichen Story Höhepunkt. Er erzählt den Alltag und das Machen der psychopatischen Hauptperson. Dies macht er allerdings spannend.

                  • 7

                    So ist es mit den Psychopathen wirklich: Nur die Pein ihrer Opfer zeigt ihnen den Sinn des Lebens! Uahhhh...
                    An diesem Film gefiel mir vor allem diese ganz andere Art des Thrills. Was zunächst gar nicht wie ein Thriller wirkt entpuppt sich als ziemlich cleverer Streifen, der einen in die Abgründe eines eher untypischen Psychopathen blicken lässt und uns auch noch dadurch einen Schauer über den Rücken laufen lässt, weil der Protagonist ein so netter Kerl zu sein scheint. Hier wurde schon von Manipulation der Sichtweise geschrieben, aber ich finde der Regisseur versucht uns ganz klar zu zeigen, wie es sich anfühlt, wenn man einem vermeintlichen netten Mann von nebenan auf den Leim gegangen ist und was es annähernd für Konsequenzen haben könnte, wenn man dann feststellt, dass dieser Mann kalt wie Stein ist und seine Hobbys und Lebensinhalte nur daraus bestehen, anderen grausames anzutun. Wirklich nicht schlecht dieser Film.

                    • 7

                      Sehr interssanter ruhiger Thriller aus Spanien mit einem klasse Hauptdarsteller. Zu empfehlen sicherlich, auch wenn der Funke nicht ganz so überspringen wollte.

                      • 8

                        Regisseur Jaume Balagueró spielt hier mit unsere Wahrnehmung. Obwohl der Hauptdarstelle hier unmenschlichen Terror verbreitet findet man in trotzdem nicht vollkommen unsympatisch, der Film manipuliert unsere Sichtweise der Dinge..
                        Ganz starker Psyhoterror aus Spanien, obwohl der Film fast komplett ohne Gewaltszenen auskommt fesselt er einen sehr intensiv..
                        Ein absoluter Geheimtipp aus Spanien aber nichts für schwache Nerven

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                        • 6 .5
                          Ollum666 18.12.2014, 16:55 Geändert 20.12.2014, 02:14

                          Ein Film über einen der unzähligen, heimlichen Perverslinge des Genres, den netten Mann von nebenan.
                          Gute Umsetzung eines perfiden Miteinanders, wovor man das Fürchten lernen kann, jedoch rollt er echt langsam an. Was allerdings recht gut kommt, da die Stimmung dadurch nicht an Glaubwürdigkeit verliert.
                          Sehenswert.

                          • 9

                            Super Film!!
                            Für mich ein kleiner Geheimtipp!!

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                            • 5 .5

                              Also ich muss gleich mal sagen das ich mit Jaume Balaguerós Werken noch nie wirklich anfangen konnte. The Nameless war träge und unmotiviert und Darkness war einfach nur frech zusammengeklaut (zum größten Teil von The Shining). Einzig Rec konnte ich ein paar gute Szenen abgewinnen. Danach verliefen sich die Interessen für einen weiteren Streifen im Sande.
                              Nun hat aber, leider Gottes, beim letzten Videothekenbesuch meine Freundin sich diesen Streifen ausgesucht.

                              Und er beginnt typisch Balagueró. Lahm, zäh und träge. Der Film dümpelt total langsam vor sich hin und man beobachtet Cesar bei seinen ersten kleinen "Streichen". Aber irgendwie ist die komplette erste Stunde fast nur davon geprägt die Bewohner des Hauses vorzustellen und zu zeigen wie Cesars Arbeitstag aussieht. Das war so ermüdent, das ich den Film schon ausschalten wollte. Doch dann zeigte sich der psychopathische Hausmeister langsam immer mehr von seiner finsteren Seite.
                              Doch leider kam diese Wendung viel zu spät und nur wirklich in den letzten 20 Minuten. Gerade mal ein Mordopfer und ein eingeschüchtertes Mädel gehen auf das Konto von Cesars Obsession für Clara...da wäre wohl Raum für mehr gewesen wenn der Herr Balagueró früher die Spannungsschraube angezogen hätte. So bleibt nur das verschenkte Potential und die Tragik dass das Talent des Cesar-Darstellers nicht ausgenutzt wurde. Schade

                              Fazit: Der Film funktioniert vielleicht als abgründiges Drama über einen glücklosen Mann und seine Obsession, doch als Psychothriller leider viel zu lahm und träge.

                              P.S.: einen Punkt mehr gab es für die Leistung der Hauptrolle und seiner verblüffenden Ähnlichkeit zu Trevor Philips aus GTA 5

                              Fazit:

                              • 7

                                Das Leben ist eine Badewanne, die vor lauter Blut überläuft. Glückliche Menschen baden im Blut aus alltäglichen, systematischen Hungertod, Umweltzerstörung und Krieg. Ihr Glück speist sich aus Ignoranz, schliesslich kann sich kein Richtiges im Falschen ergeben. Andere hingegen haben Pech, sie lernen die Katastrophen zu sehen und ihnen erwächst etwas psychopathologisches. Der Film probiert nun folgendes: Was wäre, wenn dieses Pech auf Glück trifft? Wer würde triumphieren?

                                César ist ein verlassener, verkommener, verächtlichter und geknechter Schatten, der in den dunklen Ecken glücklicher Lebenswelten anderer Menschen und von deren süßen Schmerz lebt. Er macht sie krank, bringt Plagen über sie, schläfert sie ein und nimmt ihnen schleichend die Lebensqualität. Die Glücklichen wissen nicht wie ihnen geschieht, plötzlich haben sie eine "Pechsträhne" und sie sind nicht mehr so potent, erfolgreich und ihres Glückes Schmied. So als ob hinter ihrem Rücken sich eine Katastrophe vollzieht und auf sie zurückschlägt. Diese Katastrophe könnte ein ehemaliger Liebhaber, aber auch der nette Nachbar, also irgendein soziales Verhältnis anrichten. Plötzlich wohnt in allen Menschen die Hölle und es wird das Schlimmste von ihnen erwartet sowie empfangen.

                                Der Psychopath hat in unseren finsteren Zeiten Hochkonjunktur, denn in ihnen gilt, dass man niemanden mehr vertrauen kann, dass Beziehungsunfähigkeit eine Massenerscheinung ist, dass Alter als Mangel gilt und der Mensch ständig austauschbares Nichts ist. Menschliche Eigenschaften werden in unserer kapitalistischen Produtkionsweise nicht mehr gebraucht, sofern sie keinen Profit abwerfen.So vegetiert César's alte Mutter auch folgerichtig isoliert und vergessen im Krankenhaus ihrem Tod entgegen. Gefragt sind vielmehr Effizienz, Leistungsfähigkeit und Kaltblütigkeit. Neueren Untersuchungen zufolge sind Menschen mit einer narzisstischen oder psychopathischen Persönlichkeit etwa drei- bis viermal häufiger in Machtpositionen vertreten als im Bevölkerungsdurchschnitt.

                                Insofern spiegelt sich im Schicksal von César eine gesellschaftliche Dynamik ab, die beängstigender und tragischer nicht sein könnte. Der Psychopath wird immer wichtiger für unsere Gesellschaft, der Mensch mit Empathievermögen, seiner ganzen Verletzlichkeit und Unvollkommenheit, wird dagegen irrelevant. Die Pointe ist: Der Gestörte gewinnt, weil er aufgehört hat Mensch zu sein, weil er gelernt hat so flexibel zu sein wie es der Markt vorschreibt. Er ist nicht an Gefühle gebunden. Kann er kein Elend mehr produzieren, dann bringt er sich eben um. Und wenn es ihm auch noch gelingt für seine Schandtaten Sündenböcke herbei zu schaffen, wie im Film dargestellt, dann ist es dem staatlichen Gewaltmonopol sogar Recht.

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                                • 8

                                  Das spanische Kino hat mich immer schon angelockt, da es anders als das deutsche Kino internationalen Flair zu erzeugen vermag. Mit Sleep Tight erhält man einen atypischen Vertreter des Psychothrillergenres der weder dem üblichen Spannungsaufbau folgt noch viel physische Gewalt aufweist. Trotz Überlänge ist der Film nicht langweilig und hat Suspense-Momente, ohne durch Kopieren anderer Filme aufzufallen. Großartig innovativ ist er aber auch nicht. Bei dieser Filmfülle, gerade in diesem Genre, ist es seine Leistung sich abheben zu können.

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                                  • 9

                                    Habe diesen Film, als er ins Kino kam, zusammen mit einem Freund geguckt. Die herrlich misanthropische Art von Caesar hat uns durchweg amüsiert. Wir fanden den Film sehr oft lustig. Im Kino saßen zwei Frauen neben uns. Die haben getuschelt, es sei ja Schlimm, wie der Hausmeister sich verhalte. Wir haben den Film aber eher als zynisch schwarze Horrorkomödie gesehen. Traurig fand ich ihn nicht. Man kann es zwar in diese traurige Richtung deuten - Warum aber, sollte man das tun? :D

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                                    • 9

                                      Fantastisch gruselig!

                                      • 7 .5

                                        Recht abgründiger Thriller dessen Handlung sehr geschickt aufgebaut wird.
                                        Sind viele Menschen im Geiste doch ziemlich im Arsch, so sind es aber auch genau die jenigen, die doch von einer überaus hohen Intelegenz verfügen. Nach aussen völlig gelassen und im Keller 100 Leichen. Das sollte doch zu denken geben und verstreut auch ein beängstigendes Gefühl. Gerade in der heutigen Zeit , wem kannst du trauen, wem nicht.
                                        Genau dieses Gefühl machte sich nach diesem Streifen in mir breit und wenn mich ein Film zum nachdenken anregt dann hat er etwas bewirkt und sein Ziel zumindest nicht verfehlt.

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                                        • 5 .5

                                          Richtig böse ist SLEEP TIGHT nicht. Mir gefallen vor allem die Szenen, die die Tragik der Hauptfigur ausarbeiten (wollen), aber es bleibt bei simplen Oberflächen. Es fehlt an Ambivalenz und Dynamik und Lebendigkeit. SLEEP TIGHT ist wie mittelmäßiges Theater auf einer harten Sitzgelegenheit, von der aus man hinter die eindimensionalen Kulissen sehen kann.

                                          Bunnyfaktor: 6.5

                                          • 8

                                            ein echt guter film.sehr interessant, teils spannungsgeladen und auf eine weise perfide, die sehr beängstigend war...dieser film hat mich zum nachdenken gebracht und vielleicht auch ein bisschen vorsichtig, denn er zeigt, dass nicht immer alles so ist wie es scheint...

                                            • 7

                                              Jaume Balagueros Filme gefallen mir eigentlich meistens ziemlich gut und auch "Sleep Tight" war wieder ziemlich gut gelungen! Mit Luis Tosar hat man hier einen wirklich guten Hauptdarsteller gefunden, der perfekt diese Rolle verkörpert. Die Story braucht eine ganze Weile, um in Fahrt zu bauen, aber baut eine großartige Atmosphäre auf und ist wirklich bösartig in vielen Momenten. Vor allem das Ende hat mir dann noch unglaublich gut gefallen. Trotzdem finde ich, dass der Film zwischendurch ein paar kleinere Längen hat, wo ich mir so gedacht habe, dass man da noch etwas mehr hätte rausholen können. An der filmischen Inszenierung gibt es aber sonst eigentlich nichts zu kritisieren. Vor allem die Kamera und der Soundtrack sind hier noch sehr gut gelungen.
                                              Fazit: "Sleep Tight" ist jetzt kein absolutes Muss, aber ein gelungener, kleiner, bösartiger Psychothriller, den man sich zwischendurch gut ansehen kann!

                                              • 7

                                                Man kennt ja das übliche Lied in Romanzen, im Leben, vom andauernden Glücklichsein. Der Mensch strebt nach Glück. Man möchte abends tanzend und lachend nach Hause kommen und am nächsten Morgen nach einem tiefen, langen Schlaf fröhlich aufwachen im sicheren, gemütlichen Haus, wohlwissend um das eigene glückliche Leben. Jeder möcht so leben, oder?

                                                César nicht. Er hasst Glück, vor allem das der anderen. Am besten fühlt er sich, wenn andere Menschen unglücklich sind und er das bewirkt hat. Wie wenn einer sich freut, jemanden Tag verschönert zu haben, freut er sich daran den Tag zerstört zu haben.
                                                Doch anscheinend reicht es ihm nicht seinen Chef und seine Mutter zu ärgern, dem Hund den Magen zu verderben oder wichtige Gegenstände zu stehlen. Er ist "verliebt" in Clara und diese Verliebtheit versucht er auszuleben, indem er sich jeden Abend unter ihrem Bett versteckt, wenn sie schläft zu betäuben, ein paar Unglücke für sie für den nächsten Tag vorzubereiten und dann neben ihr zu schlafen und am nächsten Tag wieder den Alltag von vorne anfangen zu lassen. Den gestohlenen Gegenständen, verunreinigten Cremes und Kakerlakenangriffen setzt er noch eins drauf, indem er ihr Mails, Sms und Briefe schickt, die augenscheinlich von einem perversen Stalker kommen. Geschickt wie César ist, muss natürlich nicht er dafür büßen, als die Briefgeschichte auffliegt, sondern der Sohn der Putzfrau. Zumindest zwei Leben hätte er damit vorerst zerstört.

                                                Es ist ein beängstigendes Gedankenspiel, das jemand ganz bewusst dir Pechsträhnen und Unglück zufügen könnte; dass wenn du morgens in deinem sicheren Haus aufwachst, es vielleicht gar nicht so sicher ist und dass der vertrauenswürdige Mann in Wahrheit ein Psychopath sein kann.

                                                Lange können Césars Aktionen nicht gut gehen, er übernimmt sich, versucht sich selber zu übertreffen und riskiert zu viel. Immer bedrohlicher wird die Situation und immer mehr Leben müssen zerstört werden, damit er erfahren kann, was für ihn wahres Glück ist.

                                                Sleep Tight bringt eine interessante Idee auf, die sich zum Glück nicht abnutzt bis zum Ende und über die man auch gerne weiterdenken kann. Abgesehen davon bleibt der Film aber im recht normalen Bereich.

                                                http://planetofpictures.blogspot.de/2014/06/sleep-tight-es-2011-jaume-balaguero-ich.html

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                                                • 7

                                                  Balagueró enttäuscht mich nie. "Sleep Tight" ist alles, was man von einem Psychothriller erwatet. Kein Rumgekrieche im Dunkeln oder Terroranrufe nachts um Zwei - hier wird auf den Putz gehauen und das ganz ohne große Effekte. Vollkommen clichéfrei, endlich! César ist ein manipulativer Misanthrop und möchte seinem Lieblingsopfer das Lächeln vom Gesicht fegen. Und das mit drastischen Mitteln. Ich find' es nicht mal überzogen, César handelt hier nicht als Sinnlostäter oder wegen einer persönlichen Fehde wie sonst üblich im Genre. Er will der Guten nur an den Kragen, weil sie immer so ekelhaft gute Laune hat.
                                                  Endlich, endlich habe ich einen Film rund um einen intelligenten Psychopathen der Extraklasse gefunden, der ganz genau aufpasst, dass er keine dummen Fehler macht. Gerade das macht für mich den Reiz von "Sleep Tight" aus: Man denkt mit und schaltet nicht ab, wie bei 0815-Thrillern, bei denen schon klar ist, wie die Handlung ablaufen wird. Ob Kakerlaken in der Wohnung freilassen oder nächtliche Besuche, so ziemlich alles, was dem Standardzuschauer Unbehagen bereitet, wird hier wie auf einer Checkliste abgehakt. Ammis aufgepasst, so macht man einen Psychothriller! Verdammt spannend, verdammt gut gespielt, verdammt genau das, was ich erwartet habe. Könnte vielleicht nur einen Tick schneller ablaufen, sodass mehr Handlungsspielraum vorhanden wäre.

                                                  SPOILER

                                                  Ich hab jetzt nicht ganz verstanden, was Claras Freund da gefunden hat und woher er wissen sollte, dass César das gewesen ist. Waren das nicht ein Fläschchen Chloroform und eine Atemmaske oder sowas?

                                                  Und dass er das nervige Kind nicht schon am Anfang einfach aus dem Weg geschafft hat, find ich ein wenig fahrlässig. Er könnte das Kind doch irgendwo im Niemandsland aussetzen, ich meine, Kinder verschwinden ständig und auf ihn zurückzuführen wäre das überhaupt nicht.

                                                  • 7 .5

                                                    Boah, ist der einfach nur böse, bose, böse :-)
                                                    Klar gibt es, wenn man danach sucht, ein paar logische Ungereimtheiten bei Sleep Tight zu bemängeln. Dennoch ein guter, ruhiger spanischer Thriller, mit meiner Meinung nach überzeugender schauspielerischer Leistung! Da kann man nur hoffen, dass es sowas nicht in echt gibt!!!

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