Solange es Menschen gibt

Imitation of Life (1959), US
Laufzeit 119 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 26.08.1959

8.3 Kritiker
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7.8 Community
88 Bewertungen
8 Kommentare
Solange es Menschen gibt - Bild 8888
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von Douglas Sirk, mit John Gavin und Juanita Moore

Am Strand von Coney Island lernt die Schauspielerin Lora die farbige Annie kennen und engagiert sie als Haushälterin. Beide haben Probleme mit ihren Töchtern: Suzie fühlt sich von ihrer karrierebesessenen Mutter vernachlässigt und Sarah Jane gibt sich wegen ihrer auffallend hellen Hautfarbe überall als Weiße aus.


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Kommentare (8) — Film: Solange es Menschen gibt

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janissl

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Bewertung7.5Sehenswert

Lana Turner sieht wirklich sensationell aus, noch dazu weiß sie sich zu präsentieren, hat Stil und eine natürliche Eleganz, wirklich unnachahmlich. In "Imitation of Life" spielt sie weitestgehend sich selbst, eine Schauspielerin die lange dafür kämpfen muss als Charakterdarstellerin anerkannt zu werden und die sich immer wieder entscheiden muss, zwischen Karriere und privatem Glück. Die von ihr verkörperte Lora Meredith würde eigentlich schon genug Stoff bieten für ein klassisches Sirksches Melodram, die spannendste Figur des Films ist jedoch eindeutig eine andere, Sarah Jane die Tochter von Loras Haushälterin Annie Johnson (zurecht Oscar nominiert: Juanita Moore) hat für eine Afro-Amerikanerin eine ungewöhnlich helle Haut und lebt somit von klein auf mit dem inneren Konflikt, dass sie das sein will, was sie nicht ist. In einer Welt, in der Weißen ganz andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen als Farbigen, verleugnet sie ihre Hautfarbe und somit auch ihre Mutter. Das ist natürlich eine Figur ganz nach Douglas Sirks Geschmack und so wird ihre Geschichte, eigentlich nur ein Nebenstrang des leicht überfrachteten Plots, zur Antriebsfeder des Films.
Natürlich ist auch "Imitation of Life" mit einer Eleganz in Ausstattung und Inszenierung gesegnet, die ihn ganz eindeutig als Douglas Sirk Film kennzeichnet. Immer wieder schön so etwas zu sehen und immer wieder schade, dass so etwas heute keiner mehr hinbekommt, außer vielleicht mit Abstrichen Pedro Almodóvar.

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Filmkenner77

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Achtung: Die Rezension enthält Spoiler

"Solange es Menschen gibt", im englischen Original "Imitation of Life" ist das Remake eines SW-Films von 1934 und gleichzeitig der letzte und erfolgreichste Hollywoodfilm von Regielegende Douglas Sirk, wie sich der in Hamburg geborene Hans Detlef Sierck später in den USA nannte. Erste Regieerfolge feierte er im "Dritten Reich" mit "Zu neuen Ufern" und "La Habanera", in denen jeweils Zarah Leander die Hauptrolle spielte. Dann ging er ins Exil nach Frankreich und siedelte schließlich nach Amerika über. In den 50er Jahren entstanden unter seiner Regie in rascher Abfolge einige der größten Meilensteine im Genre des Melodrams wie etwa "Die wunderbare Macht" (1954), "Was der Himmel erlaubt" (1955), "In den Wind geschrieben" (1957) und "Zeit zu leben und Zeit zu sterben" (1958). Regisseure wie Fassbinder oder Almodovar bezeichneten Sirk stets als ihr Vorbild. "Solange es Menschen gibt" fasst ein für die 50er Jahre sehr heißes Eisen an. So werden Rassenvorurteile ebenso thematisiert wie das Familienbild der 50er Jahre. Lana Turner spielt eine Rolle, die zumindest ansatzweise autobiographische Züge enthält. Auch sie hatte ein turbulentes Privatleben, war als Schauspielerin sehr gefragt und viel unterwegs und hatte eine minderjährige Tochter. 1958 erstach Lana Turners Tochter den gewalttätigen und im kriminellen Milieu bekannten Liebhaber ihrer Mutter. Im darauffolgenden, von den Medien genüsslich ausgeschlachteten Prozess, wurden Mutter und Tochter freigesprochen. Finanzielle Engpässe veranlassten Lana Turner, deren Stern am Schauspielhimmel allmählich sank, die ihr angebotene Rolle als Lora in „Solange es Menschen gibt“ anzunehmen. Dort versucht sie als erfolglose Schauspielerin, ihre Karrierebestrebungen und ihr Privatleben als alleinerziehende Mutter miteinander zu vereinbaren. Zunächst erlebt sie die harten Zeiten des Geschäfts. Produzenten möchten sich nur für sie einsetzen, wenn diese im Gegenzug Gefälligkeiten in Form von Liebe und Sex von ihr erhalten. Angewidert lehnt sie ab, erhält aber schließlich doch durch eine glückliche Fügung eine vielversprechende Anstellung am Broadway. In den kommenden Jahren, die von Erfolgen im Beruf gekennzeichnet sind, verliert sie immer mehr den Bezug zu ihrer Tochter, der sie jedoch zumindest ein finanziell sorgloses Leben in einem behüteten Umfeld ermöglichen kann. Parallel hierzu wird die Geschichte der dunkelhäutigen Annie erzählt, die als Haushälterin bei Lora arbeitet, und eine Tochter namens Sarah Jane hat. Diese wird aber wegen ihrer hellen Hautfarbe für eine Weiße gehalten. Aus Scham verleugnet sie ihre dunkelhäutige Mutter und bricht schließlich den Kontakt ab. Während Lora lange Zeit versucht, die Liebe zu ihrer Tochter mit Geld zu erkaufen, um ihre ständige Abwesenheit als Karrierefrau hierdurch zu kompensieren, schenkt Annie ihrer Tochter trotz deren ablehnender Haltung mehr Liebe als diese eigentlich aufgrund ihres Verhaltens verdient. Annie kann die Ablehnung ihrer Tochter nicht überwinden und stirbt schließlich an gebrochenem Herzen. Kurz vor ihrem Tode hatte sie Lora gebeten, sich um Sarah Jane zu kümmern. Als Sarah Jane vom Tode ihrer Mutter erfährt und zum Begräbnis eintrifft, fleht sie am Sarg ihrer Mutter um Vergebung. Lora reicht ihr im Namen von Annie die Hand zur Versöhnung. Douglas Sirk zeigt ein letztes Mal sein ganzes Können als Meister des überlebensgroßen Gefühlskinos. Kein anderer Regisseur seiner Epoche schaffte es annähernd so gut wie er, Emotionen und Gesellschaftskritik so hervorragend miteinander zu verbinden. Dabei konnte er sich stets auf ein exzellentes Schauspielensemble verlassen. Wer sich im den Filmen von Sirk näher befasst, wird erkennen, dass gerade Fassbinder viele Elemente von Sirk in seinen Filmen übernahm. „Angst essen Seele auf“ und „Martha“ sind hierfür Fallbeispiele. Ebenfalls sei „Dem Himmel so fern“ mit Julianne Moore empfohlen, der sehr stark an die Werke von Sirk angelehnt ist.

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Filmkenner77

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Ich denke, so gut wie jeder, der sich "Dem Himmel so fern" angesehen hat, kennt die Filme von Sirk. Ich empfinde ihn als würdige Hommage an den Meister des Genre, weil der Film sehr gut mit dessen Stilmitteln arbeitet. Im Grunde ist er nicht nur von Titel her eindeutig an "Was der Himmel erlaubt" angelehnt, wobei Elemente wie Rassismus auch aus "Solange es Menschen gibt" entnommen sind.


Movieboehmy

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Für mich das beste Melodram aller Zeiten !!!

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Petrocelli

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Unweigerlich die Pflichtkür des Melodramas,der Prototyp diese Genres; ein Film der viel zu sagen hat, vor allem über uns Menschen, und wie wir manchmal besser nicht wären...

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kuchen

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Bewertung10.0Herausragend

Ein wunderschöner Film.
Sehr bewegend und einfühlsam. Schaue ihn mir immer an wenn er mal wieder im TV läuft. Halte auch Taschentücher bereit.

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Kubrick_obscura

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Die Speerspitze des Melodrams!

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avenger67

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Im Januar 2008 ist der Film nun endlich auch in Deutschland auf DVD
erschienen.
Ich finde, diesen Film sollte/ muss man sehen!
Mir ist es bisher bei wiederholtem Anschauen kein einziges Mal gelungen,
die Tränen zu unterdrücken. Liegt es am guten (Schau)Spiel von Lana Turner, noch mehr an dem von Juanita Moore und/oder Susan Kohner ? Oder ist die Geschichte einfach nur bewegend und bei aller Sentimentalität absolut nachvollziehbar, ein Mit-Erleben von Gefühlen, Abschieden, Glück
und seelischem Schmerz. Dieser Film gibt wahnsinnig viel.
Für mich das BESTE Melodram aller Zeiten!

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PadiZH

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Leider gibt es den Film nicht in deutscher Sprache auf DVD! Eine wirkliche Schande, da es sich doch um einen der besten Filmklassiker handelt. Auch die Fernsehsender sind nicht daran interessiert, diesen Film wieder mal auszustrahlen. Habe bereits alle angeschrieben. Die ARD hat zwar die Lizenzrechte erworben, doch scheinen die den Film im Archiv vergammeln zu lassen. Wirklich schade...:-(

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