Der zweite "Solaris" wird weniger in Erinnerung bleiben wegen dem, was da war, sondern dafür, was nicht da war. Es gibt keine Raummonster (Soderbergh verzichtet sogar auf die bei Tarkovski blutbeschmiert durch eine Stahltür brechende Rheya), er verzichtet lange auf Hintergrundmusik und arbeitet mit Stille. "Solaris" ist, wie der völlig verschiedene "Oceans Eleven", eine Stilübung. Wir wissen nun: Soderbergh kann auch das. Aber sonst erfahren wir nichts.
Das Problem an "Solaris" ist einfach, dass ich nicht erkenne, ob hinter dieser optisch und atmosphärisch hervorragenden Hülle ein Kern steckt. Auf der einen Seite sieht "Solaris" so gähnend leer und einfach aussageschwach aus. Oder ist diese Kälte und Leere Absicht? Ich weiß es nicht, kenne weder Buch noch Erstverfilmung, aber für die Atmosphäre und die Optik muss ich einfach 7 Punkte dalassen, obwohl ich Clooney ganz und gar nicht mag. Wenn ich mir also vorstelle, da gibts was im Kern der Geschichte, dann hat der Film mich überzeugt. Andererseits ist es eine leere Glasflasche, die irgendwo im Meer schwimmt.
Man merkt, dass Soderbergh den Roman nicht ganz verstanden hat. Trotz allem entsteht ein bildlich wunderschönes Werk. Die Farben, die zum Ausdruck kommen, das blau, das Rot, die kalt wirkende Raumstation soll Symbolkraft bekommen, erlangt diese aber nur zum Teil. Entweder hat Soderbergh den Roman nicht verstanden, oder aber er hat es unglaublich vereinfacht und eine relativ schlichte Liebesgeschichte daraus gemacht... Trotzdem ist dieser Film vor allem wegen den Bildern ein Blick wert.
Wahnsinn, wie dieser Film mit seinen langatmigen und stillen Passagen immernoch meine Aufmerksamkeit aufrecht erhält. Die fast schon zum ersticken beklemmende Atmosphäre sucht seinesgleichen und das obwohl es in diesem Film doch Hauptsächlich um Liebe geht. Toll.
Wenn man den Film einfach nur auf sich wirken lässt und nicht versucht alles zu verstehen, dann erzeugt er eine schön melancholische, gefühlvolle Stimmung. Die meditative Musik passt perfekt und N. McElhone hat eine faszinierende Ausstrahlung .
Dieser Film wird zu unrecht schlechtgeredet.
Soderbergh braucht den Vergleich zu Tarkovsky nicht scheuen, denn er bewegt sich mit seiner Version durch den Focus auf die Beziehung des Protagonisten zu seiner verstorbenen Frau und ihrer gemeinsamen Geschichte, die selbst in Lem's Roman der spannendste Part ist und dort ob der (zu) vielen zu erläuternden Sci-Fi-Phänomene eher knapp gerät, auf einer ganz anderen und eigenständigen Ebene.
Eher selektive Interpretation als Werktreue also, aber großartig inszeniert, absolut sehenswert und *bonus* sogar ein guter chick-flick.
Natürlich kriegt man den Vergleich zum Original von Tarkowkij nicht aus dem Kopf. Zwischen beiden Fassungen liegen genau dreißig Jahre. Das Remake setzt natürlich auf den ganzen technischen Schnickschnack und die Hauptdarsteller Clooney/McElhone. Aber das abstrakte Thema bleibt das gleiche. Die Erstfassung überzeugt in ihrer kruden Schlichtheit und technischen Rückständigkeit trotzdem, denn sie verdeutlicht das menschliche Problem etwas anschaulicher. Man muss sich nur die Mühe machen, die schier endlose Ausdehnung der Einstellungen mitzugehen. Wenn man dann noch den intellektuellen Anspruch nachvollziehen kann - quasi losgelöst von Zeit und Raum -erlebt man eine echte Space Odyssey.
Eine schöne Atmosphäre, berauschende Musik und ein gutes Set-Design können nicht darüber hinweg täuschen, dass Steven Soderbergh den philosophischen Tiefgang des Lem’schen Vorbildes nicht zu vermarkten weiß und deshalb gleich nur das Mittel (die Liebesgeschichte), aber nicht den Zweck verfilmt.
Das ist, als würde man ein Buch mit Tierbildern als gründliches Anatomiebuch verkaufen. Sieht schön aus, sagt aber nichts.
Leider kommt dieser Film bei den meisten Zuschauern nicht gut weg. Er ist aber einer atmosphäisch dichtesten Filme der letzten Jahre, und die Filmmusik von Cliff Martinez ist einzigartig. Ein weiteres Beispiel, dass philosophische SF eigentlich kein großer Publikumsmagnet ist. Gegenüber der Erstverfilmung konzentriert sich Soderbergh hauptsächlich auf die Liebesgeschichte. Wer einen großen Verlust in diesem Bereich erfahren hat, wird aus dem Film einen tiefen Gewinn ziehen. Alle anderen müssen wohl erst tiefgreifende Verlusterlebnisse selbst erfahren haben, bevor sie etwas in diesem Film finden. Einer meiner Lieblingsfilme, aber man sollte sich diesen Film besser allein anschauen und nicht mit anderen Menschen, die irgend welche Erwartungshaltungen haben ... die werden mit ziemlicher Sicherheit enttäuscht werden.
Die DVD-Verpackung preist „Solaris“ als Mischung aus „The Sixth Sense“ und „2001 – Odyssee im Weltraum“ an. Während ich das erste nicht gerade als vielversprechend ansehen wollte, machte doch zumindest der Vergleich mit Stanley Kubricks Meisterwerk neugierig – wenn auch skeptisch, denn mit solchen Vergleichen schmeißen die Film-Firmen ja gerne um sich. Bei „Solaris“ liegt der Vergleich aber auf der Hand: Sowohl „Solaris“ als auch „2001 – Odyssee im Weltraum“ spielen im All, sind undurchsichtig, lassen mehr Fragen offen, als sie beantworten und... tja, das war's auch schon an Gemeinsamkeiten. Reichlich dünn für einen derartigen Vergleich. Hätte man ja ahnen können.
Aber zum Film: „Solaris“ ist ein optisch weitgehend gelungener, wenngleich unspektakulärer, aber vor allem langweiliger Science-Fiction-Film. Der Plot beschränkt sich fast ausschließlich auf Rückblenden, in denen die Charaktere ausgearbeitet werden sollen. Allerdings bleiben die Figuren dabei wahnsinnig gleichgültig und nichtssagend, sodass man nach kurzer Zeit gähnend gen Uhr schaut. Auch die eigentliche Handlung – die diese Bezeichnung eigentlich nicht verdient – auf der Raumstation ist absolut langweilig und kann nicht mal durch ein, zwei unerwartete Wendungen gerettet werden. Wenn schließlich die Credits über den Schirm flimmern, ist man kein Stück schlauer – aber froh, dass es vorbei ist.
Fazit: „Solaris“, zumindest diese Version, kann man sich getrost schenken. Möglicherweise sind Roman und 72er-Verfilmung gelungener. Aber irgendwie habe ich kein Interesse, das zu überprüfen. Und mit Stanley Kubrick hat dieses öde Machwerk, bis auf einige optische Ähnlichkeiten, absolut nichts zu tun.
Ist schon etwas länger her, dass ich einen derart langweiligen Film gesehen habe. Nicht nur, dass der Film wirkt, als wäre er gänzlich auf das weibliche Geschlecht zugeschnitten (George Clooney, kotzdröge Beziehungskiste). Nein, das Ende ist zu allem Überfluss so enttäuschend nichtssagend, dass man sich die Qual des Anschauens auch hätte sparen können.
Am Ende bleibt nur die Erkenntnis, dass außer viel Geschwafel nicht wirklich etwas passiert ist.
Ein platter und schlechter Film, so hart fällt mein Urteil aus. Während Tarkovski eine atmosphärische und philosophische Tiefe schafft, erkennt man an dieser Verfilmung wie amerikanisch sie ist. Die Geschichte wird nämlich stark vereinfacht und gänzlich platt einfach abgefilmt, stellenweise sind sogar Lücken vorhanden.
Der Film besitzt lediglich eine vielleicht etwas bessere Optik und ist, was die Designs der Zukunft angeht, auch besser gestaltet als Tarkovskis Werk. Dies macht die Defizite jedoch nicht mehr wett.
Wer auch immer diesen Film mag empfehle ich die Verfilmung von Tarkovski zu schauen.
Klar, ein sehr polarisierender Film, kann man nur lieben oder hassen. Ich schließe mich ersterem an. Ich gebe zu, das Original nicht zu kennen, aber was Clooney und Soderbergh da abliefern ist so wunderschön das ich es nur schwer beschreiben kann. Habe den Film schon öfters gesehen, und jedesmal hing er mir lange nach. Melancholisch, poetisch und tieftraurig, kein Film der vielen Worte. Sicher kein Film für einen DVD Abend mit Freunden, aber wenn man sich auf Solaris einlässt könnte man sehr positiv überrascht werden...
Der Solaris von Tarkowskij ist ein etwas schmuddliger philosophischer Brocken, großartig, aber sowas von anstrengend. Ganz anders eben Soderberghs Interpretation, ich liebe seinen Film, während ich Tarkowskijs Solaris lediglich zu würdigen weiß.
Wir haben diesen Film für einen DVD-Abend mit ca. 9 Freunden (überwiegend männlich) ausgesucht (über den Beamer auf die Leinwand, darunter sollte man es nicht tun, dieser Film gehört eigentlich auf die ganz große Leinwand).
Das war eine gute Wahl: Kaum war der Abspann durch, ging die große Diskussion los (nicht um "Soderbergh gegen Tarkowski", sondern um die Fragen, die diese Version aufwirft). Das sind immer die besseren Filme, bei denen man hinterher noch was zu diskutieren hat.
Klasse Kritik.
Ich kann mich kaum an den Film erinnern, weiss nur das ich jung und etwas enttäuscht war. Aber nach so einer guten Bewertung von dir, hab ich Lust ihn wieder zu sehen.^^
Solaris kommt nicht mit dem Holzhammer, nicht mit dem Zeigefinger, und bleibt angesichts seines Themas erstaunlich bodenständig.
Es macht den Kern der Geschichte umso zwingender.
Wo Tarkovski sich behmühte die Geschichte mit Surealismus zu unterfüttern, stellt Soderbergh Menschen und Drama in den Mittelpunkt.
Beide Ansätze funktionieren, und können völlig für sich bestehen, denn auch unter Soderberghs eher menschelndem Ansatz pumpt das Herz einer philosophischen Bestie :
Was wissen wir wirklich über andere Menschen, außer die Dinge die uns unsere Erinnerungen sagen ?
Und wenn unsere Erinnerungen geprägt werden, durch die Dinge die jeder anders fühlt und erlebt, was sagt uns das über unsere Erinnerungen ?
Was sagt uns Empathie darüber aus, was andere Menschen wirklich fühlen, wenn alles was wir wissen nur ist, wie wir in der gleichen Situation fühlen würden ?
Und in Anbetracht dieser Fragen, wo liegt dann der Unterschied zwischen einem Klon, der unseren Erinnerungen entsprang, und den Menschen mit denen wir täglich agieren ?
Problematisch wird es, wenn sich diese "Klone" anfangen zu erheben, und uns anschreien :"Wir sind nicht die, für die ihr uns haltet!"
Passiert uns täglich, und doch brauch es hin und wieder ein gutes Stück Fiktion, um uns zu erklären warum.
Science-Fiction wie sie sein sollte :
Lichtjahre entfernt, und doch ganz nah bei uns.
Wunderbar !
Stimmungsvoll, aber der Film lässt den Zuschauer (auf unangenehme Weise) im Dunkeln und auch etwas kalt. Das Problem ist, dass er keine interessanten Fragen aufzuwerfen vermag, über die der Zuschauer spekulieren könnte, weil er sich zu pseudo-tiefgründig und mysteriös gibt, ohne den Betrachter wirklich ins Geschehen einzubeziehen.
Ich kenn zwar das Original nicht aber für mich hat der Film Solaris sehr phylosofisch und ruhig gewirkt ja vielleicht soll Er ja sogar zum Nachdenken anregen, wenn dem so sein sollte hatte Er aber zu wenig Informationen über die Geschichte widergegeben mensch bleibt im Unklaren über die Handlung und hat ein komisches Gefühl am Schluss was Steven Soderbergh dem Zuschauer mit diesem Film eiegtnlich sagen will.
Ein wunderbar merkwürdiger Film, der an eine Mischung aus 2001-Odysee im Weltraum und einem David Lynch Film erinnert.
Aber dennoch ist die Umsetzung zu unklar und nachgemacht.
Rätselhafter Science-Fiction, sehr interpretierbar und schön atmosphärisch. Super Soundtrack, in Verbindung mit den hypnotischen Bildern des rätselhaften Planeten sehr wirkungsvoll.
Ein spannender Film mit Anspruch und Gefühl, dessen dystopische Handlung im Schleier beinah wie eine Utopie erscheint. Als ich diesen Film gesehen habe, dachte ich am Ende nur: "Wow, was hast du da denn gesehen" So lang der Film einem auch erscheinen mag, durch seine konstante Spannung klebt man einfach vor dem Fernseher. Ich bin froh diesen Film gesehen zu haben. Einer meiner Lieblingsstreifen muss ich sagen. Verdiente 9 Punkte.
"Solaris": schon als Jugendlicher habe ich dieses Buch verschlungen. Gilt die Geschichte der Forschungsmission, die auf einen absolut unenträtselbaren Planeten stößt, doch als das Meisterwerk des polnischen Autors Stanisław Lem. Später, als mir das dann möglich war, habe ich mir natürlich auch Tarkovskijs Adaption von Lems Roman angesehen, und als es im Jahr 2002 Soderberghs Neuverfilmung in die Kinos kam, landete auch die auf der Liste der unbedingt anzusehenden Filme.
Solaris gilt ja gemeinhin als Abgesang auf den naiv-optimistischen Welterforschungsdrang der frühen Science Fiction. Dort wurden die handelnden Figuren von einem unstillbaren und letztendlich meist erfolgreichen Drang nach Entdeckung des Universums angetrieben. Wenn es Hindernisse gab, bestanden diese nicht prinzipiell, sondern - quasi analog des Postulats der grundsätzlichen Erkennbarkeit der Welt - auf Grund von Unzulänglichkeiten meist technischer Art, die sicher im Verlauf der zukünftigen Entwicklung der Menschheit überwunden werden würden. Die Menschheit lebte üblicherweise in einer erdumspannenden, zumindest quasi-kommunistischen Gesellschaft, natürlich ohne Hunger, Armut, etc. Und selbstverständlich hatte sie das All zu beglücken.
Ganz anders bei Solaris. Hier stoßen die Menschen im Rahmen einer Forschungsmission auf einen absolut rätselhaften, absolut nicht erkennbaren Planeten. Sie stochern zwar hilflos im Nebel - und tatsächlich ist es "Nebel" - aber dieses Vorgehen ist ähnlich erfolgversprechend wie etwa der Versuch, die Temperatur im Erdinnern durch Daumenauflegen auf dem Boden zu ermitteln: obwohl das Scheitern der Forscher offensichtlich ist, wird die Form des Handelns, das vermeintlich Wissenschaftliche, vorerst noch gewahrt.
Erst als der sich auf Solaris befindliche "Ozean" - einen besseren Begriff finden die Forscher nicht - sogenannte "Besucher" in die den Planeten umkreisende Raumstation projiziert, wird das Scheitern offenbar. Die "Besucher" sind aus den individuellen Erinnerungen der Menschen rekonstruierte Personen, die eines Nachts einfach auftauchen, die nicht wieder gehen; und jeder Versuch, sie zu entfernen, ist, vorerst zumindest, zum Scheitern verurteilt. Jeder der auf der Station Anwesenden bekommt im Laufe der Handlung seinen Besucher. Wegen der Besucher - deren Erscheinen ist oft mit teilweise peinlichen, teilweise schmerzlichen Erinnerungen der Menschen verbunden und insofern eine beständig anwesende, nicht zu negierende Herausforderung - treten diverse psychische Probleme unter der Stationsbesatzung auf, weswegen der Psychologe/Therapeut Kris/Chris dorthin geschickt wird.
Sein Schicksal wird nicht so anders sein als das der anderen. Auch er bekommt "Besuch," in seinem Fall ist es seine Ex-Ehefrau, die 10 Jahre vorher Selbstmord begangen hatte. Oder eigentlich ist es nicht seine Ex-Ehefrau, sondern eine Person, die genauso aussieht, die auf denselben Namen hört, und die auch die Erinnerung seiner früheren Frau besitzt. Der Versuch, sich ihrer zu entledigen, in dem sie in einer Raumfähre in den Raum geschossen wird, scheitert insofern, als daß sie, oder besser: eine neue "Kopie," bereits in der nächsten Nacht wieder auftaucht. Schnell ist der Auftrag, eine Art psychologischer Betreuung für die Insassen der Station zur Verfügung zu stellen, vergessen: Jetzt beginnt seine Auseinandersetzung mit seiner Geschichte und der Geschichte seines Verhältnisses zu seiner früheren Frau, die damals im Selbstmord endete.
Und hier wird meiner Meinung nach die Virtuosität Lems offenbar: Nicht nur, daß die Menschheit nicht in der Lage ist, Solaris, als Sinnbild des Universums, zu erforschen - bereits das Erkennen der menschlichen Wirklichkeit, des eigenen Ich ist unmöglich. Wie also, und warum überhaupt sollte das All erforscht werden?
Was ich spannend fand, war, wie verschieden ich die Geschichte erlebt habe, damals und heute. Mitleid mit den "Besuchern" hatte ich schon immer. Da diese ja bewußte Wesen sind, auch wenn vielleicht nicht Mensch, und sie daher ihre Situation reflektieren können, wird deren Lage umso unerträglicher, je mehr sie sie realisieren: schließlich sind sie nicht freiwillig hier; sie sind nicht mal selbst, sondern aus einer fremden Erinnerung erschaffen. Aber damals konnte ich nicht verstehen, wieso die Menschen ihre Besucher loshaben wollen, sind diese doch, zumindest in Chris' Fall, die Erfüllung des Großen Traumes (tm). Mittlerweile kann ich das gut verstehen, aber damals, pubertierend und hochgradisch romantisch, naja, wie mensch halt so ist als Teenager, mußte das absolute Glück permanent sein. Und die bei Lem vielleicht ungewollt vorhandene, von Soderbergh aber deutlich umgesetzte Autonomie der Frau, auch wenn diese im Suizid endet, ist mir damals natürlich gar nicht bewußt geworden.
Interessant auch die verschiedene Interpretationen des Stoffes durch Soderbergh. Natürlich ist Soderberghs Film moderner, für aktuelle Sehgewohnheiten "erträglicher" als Tarkowskijs. Doch auch inhaltlich gibt es Unterschiede: So stellt Soderbergh die Frage: "Ist es Mord, ein vollkommen künstliches Wesen zu, hmm, beseitigen? Ein Wesen, welches ausschaut wie ein Mensch, denkt, liebt, schläft?" Bei Lem war diese Frage noch eindeutig geklärt:
"Du hast sie getötet", sagte ich leise.
"Ja. Hättest du es nicht getan?"
Bei Soderbergh wiederum heißt es:
"You murdered her!"
"It's no murder! They are not human!"
Auch das der überlebende Snaut/Snow bei Soderbergh nicht der Mensch ist, sondern die von Solaris erzeugte Replica, die das Original in Notwehr getötet hatte, und sich jetzt an dessen Stelle gesetzt hat, eröffnet eine andere, und wie ich meine, nicht befriedigende Interpretation: Auf einmal wird der Ozean zu einer handelnden und nahezu bewußten Entität, während bei Lem der Ozean eindeutig nicht bewußt handelt.
So, und jetzt muß ich mir noch mal Tarkowskij geben. Irgendwann in den nächsten Tagen.
"Meine Entscheidung, Stanisław Lems SOLARIS zu verfilmen, bedeutet übrigens nicht, dass ich etwa eine Vorliebe für dieses literarische Genre hätte. Wichtig ist vielmehr, dass Lem in SOLARIS ein mir nahes Thema behandelt hat. Es geht um den Konflikt zwischen Selbstüberwindung, gefestigter Überzeugung und sittlicher Wandlungsfähigkeit einerseits, mit den Bedingtheiten des eigenen Schicksals andererseits. Der geistige Horizont des Romans hat nichts mit der Gattung Science-fiction gemein. SOLARIS nur wegen des Genres zu schätzen, würde dem Gehalt nicht gerecht." (Andrei Tarkowski)
So unnötig wie ein Kropf. Und wie erwartet, macht es sich Soderbergh zu leicht. Wo sich die Vorlage und Tarkowskijs brillante Erstverfilmung um Behandlung essentieller Themen und philosophischer Grundfragen bemühten, wirft Soderbergh diese nur auf und lässt sie dann versickern. Er interessiert sich weniger für den tiefgreifenden Kernaspekt als für die Vergangenheit von Chris und Rheya, oder so: dort, wo "Solyaris" Philosophiestunde war, ist "Solaris" Romantikschmonz. In endlosen Rückblenden rezitiert Soderbergh das, was für die eigentliche Geschichte kaum von Belang war und ist - auch die suggestive Bildkraft von Tarkowskijs 30 Jahre älterem Original interessiert ihn nicht, er gibt sich mit gelackter Hollywood-Optik zufrieden. So ist sein Remake in erster Linie verzichtbare Edel-Langeweile, deren hauptsächliches Problem ist, dass Tarkowskij (und Lem sowieso) einfach schon alles gesagt und erzählt hat. Aber das kennt man ja schon von Stümperbergh.
Wem's gefällt ... Hat für meinen Geschmack mit Sci-Fi nicht viel zu tun. Und wer hier Spannung erwartet, liegt ganz klar daneben. Die Story hätte Potential für weitaus spannendere Momente gehabt. Wem aber Dramen und tiefergehende Charakterstudien gefallen, der sollte sich "Solaris" ruhig mal anschauen.
Kritiker — Geht so 5.5
Der Film Solaris wurde von 18 Kritikern bewertet.
HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Der zweite "Solaris" wird weniger in Erinnerung bleiben wegen dem, was da war, sondern dafür, was nicht da war. Es gibt keine Raummonster (Soderbergh verzichtet sogar auf die bei Tarkovski blutbeschmiert durch eine Stahltür brechende Rheya), er verzichtet lange auf Hintergrundmusik und arbeitet mit Stille. "Solaris" ist, wie der völlig verschiedene "Oceans Eleven", eine Stilübung. Wir wissen nun: Soderbergh kann auch das. Aber sonst erfahren wir nichts.
Link zu vollständiger Kritik (externer Link)
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Kommentare — Geht so 5.8
Der Film Solaris wurde von 1428 Mitgliedern bewertet.
Bleepe Veep 2010/03/16 23:01:58
Das Problem an "Solaris" ist einfach, dass ich nicht erkenne, ob hinter dieser optisch und atmosphärisch hervorragenden Hülle ein Kern steckt. Auf der einen Seite sieht "Solaris" so gähnend leer und einfach aussageschwach aus. Oder ist diese Kälte und Leere Absicht? Ich weiß es nicht, kenne weder Buch noch Erstverfilmung, aber für die Atmosphäre und die Optik muss ich einfach 7 Punkte dalassen, obwohl ich Clooney ganz und gar nicht mag. Wenn ich mir also vorstelle, da gibts was im Kern der Geschichte, dann hat der Film mich überzeugt. Andererseits ist es eine leere Glasflasche, die irgendwo im Meer schwimmt.
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kom4 2010/02/02 12:58:08
Man merkt, dass Soderbergh den Roman nicht ganz verstanden hat. Trotz allem entsteht ein bildlich wunderschönes Werk. Die Farben, die zum Ausdruck kommen, das blau, das Rot, die kalt wirkende Raumstation soll Symbolkraft bekommen, erlangt diese aber nur zum Teil. Entweder hat Soderbergh den Roman nicht verstanden, oder aber er hat es unglaublich vereinfacht und eine relativ schlichte Liebesgeschichte daraus gemacht... Trotzdem ist dieser Film vor allem wegen den Bildern ein Blick wert.
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C.Z. 2010/01/26 13:48:03
Wahnsinn, wie dieser Film mit seinen langatmigen und stillen Passagen immernoch meine Aufmerksamkeit aufrecht erhält. Die fast schon zum ersticken beklemmende Atmosphäre sucht seinesgleichen und das obwohl es in diesem Film doch Hauptsächlich um Liebe geht. Toll.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
sonnenwind 2010/01/24 18:15:08
Wenn man den Film einfach nur auf sich wirken lässt und nicht versucht alles zu verstehen, dann erzeugt er eine schön melancholische, gefühlvolle Stimmung. Die meditative Musik passt perfekt und N. McElhone hat eine faszinierende Ausstrahlung .
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Dem M sein L 2010/01/18 12:35:12
Der Sinn und Verstand des Films ist völlig an mir vorbeigegangen...Worum gings?
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Tyler 2010/01/20 12:45:57
Um die große Liebe, Schuld, und was man alles aufgibt um eine 2. Chance zu bekommen...
deech 2009/12/19 08:46:50
Dieser Film wird zu unrecht schlechtgeredet.
Soderbergh braucht den Vergleich zu Tarkovsky nicht scheuen, denn er bewegt sich mit seiner Version durch den Focus auf die Beziehung des Protagonisten zu seiner verstorbenen Frau und ihrer gemeinsamen Geschichte, die selbst in Lem's Roman der spannendste Part ist und dort ob der (zu) vielen zu erläuternden Sci-Fi-Phänomene eher knapp gerät, auf einer ganz anderen und eigenständigen Ebene.
Eher selektive Interpretation als Werktreue also, aber großartig inszeniert, absolut sehenswert und *bonus* sogar ein guter chick-flick.
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
8martin 2009/12/12 22:49:31
Natürlich kriegt man den Vergleich zum Original von Tarkowkij nicht aus dem Kopf. Zwischen beiden Fassungen liegen genau dreißig Jahre. Das Remake setzt natürlich auf den ganzen technischen Schnickschnack und die Hauptdarsteller Clooney/McElhone. Aber das abstrakte Thema bleibt das gleiche. Die Erstfassung überzeugt in ihrer kruden Schlichtheit und technischen Rückständigkeit trotzdem, denn sie verdeutlicht das menschliche Problem etwas anschaulicher. Man muss sich nur die Mühe machen, die schier endlose Ausdehnung der Einstellungen mitzugehen. Wenn man dann noch den intellektuellen Anspruch nachvollziehen kann - quasi losgelöst von Zeit und Raum -erlebt man eine echte Space Odyssey.
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guggenheim 2009/11/30 12:57:04
Fade wie ´ne Suppe ohne Salz
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Brennegan 2009/11/22 23:48:39
Eine schöne Atmosphäre, berauschende Musik und ein gutes Set-Design können nicht darüber hinweg täuschen, dass Steven Soderbergh den philosophischen Tiefgang des Lem’schen Vorbildes nicht zu vermarkten weiß und deshalb gleich nur das Mittel (die Liebesgeschichte), aber nicht den Zweck verfilmt.
Das ist, als würde man ein Buch mit Tierbildern als gründliches Anatomiebuch verkaufen. Sieht schön aus, sagt aber nichts.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
DonBabbage 2009/08/26 11:19:54
Leider kommt dieser Film bei den meisten Zuschauern nicht gut weg. Er ist aber einer atmosphäisch dichtesten Filme der letzten Jahre, und die Filmmusik von Cliff Martinez ist einzigartig. Ein weiteres Beispiel, dass philosophische SF eigentlich kein großer Publikumsmagnet ist. Gegenüber der Erstverfilmung konzentriert sich Soderbergh hauptsächlich auf die Liebesgeschichte. Wer einen großen Verlust in diesem Bereich erfahren hat, wird aus dem Film einen tiefen Gewinn ziehen. Alle anderen müssen wohl erst tiefgreifende Verlusterlebnisse selbst erfahren haben, bevor sie etwas in diesem Film finden. Einer meiner Lieblingsfilme, aber man sollte sich diesen Film besser allein anschauen und nicht mit anderen Menschen, die irgend welche Erwartungshaltungen haben ... die werden mit ziemlicher Sicherheit enttäuscht werden.
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Chrisetoph 2009/07/12 22:18:08
Die DVD-Verpackung preist „Solaris“ als Mischung aus „The Sixth Sense“ und „2001 – Odyssee im Weltraum“ an. Während ich das erste nicht gerade als vielversprechend ansehen wollte, machte doch zumindest der Vergleich mit Stanley Kubricks Meisterwerk neugierig – wenn auch skeptisch, denn mit solchen Vergleichen schmeißen die Film-Firmen ja gerne um sich. Bei „Solaris“ liegt der Vergleich aber auf der Hand: Sowohl „Solaris“ als auch „2001 – Odyssee im Weltraum“ spielen im All, sind undurchsichtig, lassen mehr Fragen offen, als sie beantworten und... tja, das war's auch schon an Gemeinsamkeiten. Reichlich dünn für einen derartigen Vergleich. Hätte man ja ahnen können.
Aber zum Film: „Solaris“ ist ein optisch weitgehend gelungener, wenngleich unspektakulärer, aber vor allem langweiliger Science-Fiction-Film. Der Plot beschränkt sich fast ausschließlich auf Rückblenden, in denen die Charaktere ausgearbeitet werden sollen. Allerdings bleiben die Figuren dabei wahnsinnig gleichgültig und nichtssagend, sodass man nach kurzer Zeit gähnend gen Uhr schaut. Auch die eigentliche Handlung – die diese Bezeichnung eigentlich nicht verdient – auf der Raumstation ist absolut langweilig und kann nicht mal durch ein, zwei unerwartete Wendungen gerettet werden. Wenn schließlich die Credits über den Schirm flimmern, ist man kein Stück schlauer – aber froh, dass es vorbei ist.
Fazit: „Solaris“, zumindest diese Version, kann man sich getrost schenken. Möglicherweise sind Roman und 72er-Verfilmung gelungener. Aber irgendwie habe ich kein Interesse, das zu überprüfen. Und mit Stanley Kubrick hat dieses öde Machwerk, bis auf einige optische Ähnlichkeiten, absolut nichts zu tun.
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MasterTNQ 2009/07/12 19:09:01
Ist schon etwas länger her, dass ich einen derart langweiligen Film gesehen habe. Nicht nur, dass der Film wirkt, als wäre er gänzlich auf das weibliche Geschlecht zugeschnitten (George Clooney, kotzdröge Beziehungskiste). Nein, das Ende ist zu allem Überfluss so enttäuschend nichtssagend, dass man sich die Qual des Anschauens auch hätte sparen können.
Am Ende bleibt nur die Erkenntnis, dass außer viel Geschwafel nicht wirklich etwas passiert ist.
LAAAAAAAAAAAAAAANGWEILIG!!!!!!
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
stalker 2009/05/28 18:09:14
Anders und meines Erachtens besser als Tarkowskijs Version. Einfacher, schöner, bezaubernder, und nicht weniger rätselhaft.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Subway 2009/05/02 20:16:25
Ein platter und schlechter Film, so hart fällt mein Urteil aus. Während Tarkovski eine atmosphärische und philosophische Tiefe schafft, erkennt man an dieser Verfilmung wie amerikanisch sie ist. Die Geschichte wird nämlich stark vereinfacht und gänzlich platt einfach abgefilmt, stellenweise sind sogar Lücken vorhanden.
Der Film besitzt lediglich eine vielleicht etwas bessere Optik und ist, was die Designs der Zukunft angeht, auch besser gestaltet als Tarkovskis Werk. Dies macht die Defizite jedoch nicht mehr wett.
Wer auch immer diesen Film mag empfehle ich die Verfilmung von Tarkovski zu schauen.
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Hitmanski 2009/04/17 19:30:04
So spannend wie der Weltraum-Bildschirmschoner von Windows 98...
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Tyler 2009/04/15 00:42:50
Klar, ein sehr polarisierender Film, kann man nur lieben oder hassen. Ich schließe mich ersterem an. Ich gebe zu, das Original nicht zu kennen, aber was Clooney und Soderbergh da abliefern ist so wunderschön das ich es nur schwer beschreiben kann. Habe den Film schon öfters gesehen, und jedesmal hing er mir lange nach. Melancholisch, poetisch und tieftraurig, kein Film der vielen Worte. Sicher kein Film für einen DVD Abend mit Freunden, aber wenn man sich auf Solaris einlässt könnte man sehr positiv überrascht werden...
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten
stalker 2009/06/26 22:58:26
Der Solaris von Tarkowskij ist ein etwas schmuddliger philosophischer Brocken, großartig, aber sowas von anstrengend. Ganz anders eben Soderberghs Interpretation, ich liebe seinen Film, während ich Tarkowskijs Solaris lediglich zu würdigen weiß.
Alle 3 Antworten zeigen
Sagitta 2009/08/09 19:13:20
Wir haben diesen Film für einen DVD-Abend mit ca. 9 Freunden (überwiegend männlich) ausgesucht (über den Beamer auf die Leinwand, darunter sollte man es nicht tun, dieser Film gehört eigentlich auf die ganz große Leinwand).
Das war eine gute Wahl: Kaum war der Abspann durch, ging die große Diskussion los (nicht um "Soderbergh gegen Tarkowski", sondern um die Fragen, die diese Version aufwirft). Das sind immer die besseren Filme, bei denen man hinterher noch was zu diskutieren hat.
facinus 2009/08/30 20:44:52
Klasse Kritik.
Ich kann mich kaum an den Film erinnern, weiss nur das ich jung und etwas enttäuscht war. Aber nach so einer guten Bewertung von dir, hab ich Lust ihn wieder zu sehen.^^
KlapTrap 2009/04/02 11:44:49
Solaris kommt nicht mit dem Holzhammer, nicht mit dem Zeigefinger, und bleibt angesichts seines Themas erstaunlich bodenständig.
Es macht den Kern der Geschichte umso zwingender.
Wo Tarkovski sich behmühte die Geschichte mit Surealismus zu unterfüttern, stellt Soderbergh Menschen und Drama in den Mittelpunkt.
Beide Ansätze funktionieren, und können völlig für sich bestehen, denn auch unter Soderberghs eher menschelndem Ansatz pumpt das Herz einer philosophischen Bestie :
Was wissen wir wirklich über andere Menschen, außer die Dinge die uns unsere Erinnerungen sagen ?
Und wenn unsere Erinnerungen geprägt werden, durch die Dinge die jeder anders fühlt und erlebt, was sagt uns das über unsere Erinnerungen ?
Was sagt uns Empathie darüber aus, was andere Menschen wirklich fühlen, wenn alles was wir wissen nur ist, wie wir in der gleichen Situation fühlen würden ?
Und in Anbetracht dieser Fragen, wo liegt dann der Unterschied zwischen einem Klon, der unseren Erinnerungen entsprang, und den Menschen mit denen wir täglich agieren ?
Problematisch wird es, wenn sich diese "Klone" anfangen zu erheben, und uns anschreien :"Wir sind nicht die, für die ihr uns haltet!"
Passiert uns täglich, und doch brauch es hin und wieder ein gutes Stück Fiktion, um uns zu erklären warum.
Science-Fiction wie sie sein sollte :
Lichtjahre entfernt, und doch ganz nah bei uns.
Wunderbar !
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Nemsis 2009/03/31 00:47:15
Zu sehr gelangweilt, daher...
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Muffin Man 2009/02/15 17:20:51
Stimmungsvoll, aber der Film lässt den Zuschauer (auf unangenehme Weise) im Dunkeln und auch etwas kalt. Das Problem ist, dass er keine interessanten Fragen aufzuwerfen vermag, über die der Zuschauer spekulieren könnte, weil er sich zu pseudo-tiefgründig und mysteriös gibt, ohne den Betrachter wirklich ins Geschehen einzubeziehen.
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Dr. Pepper 2009/02/09 10:42:32
Ich kenn zwar das Original nicht aber für mich hat der Film Solaris sehr phylosofisch und ruhig gewirkt ja vielleicht soll Er ja sogar zum Nachdenken anregen, wenn dem so sein sollte hatte Er aber zu wenig Informationen über die Geschichte widergegeben mensch bleibt im Unklaren über die Handlung und hat ein komisches Gefühl am Schluss was Steven Soderbergh dem Zuschauer mit diesem Film eiegtnlich sagen will.
Deshalb bekommt der Film von mir nur 3,5 Punkte
Kommentar gefällt mir Antworten
JimiHendrix 2008/11/30 22:36:23
Ein wunderbar merkwürdiger Film, der an eine Mischung aus 2001-Odysee im Weltraum und einem David Lynch Film erinnert.
Aber dennoch ist die Umsetzung zu unklar und nachgemacht.
Kommentar gefällt mir Antworten
JoJoNagel 2008/11/18 20:06:06
Rätselhafter Science-Fiction, sehr interpretierbar und schön atmosphärisch. Super Soundtrack, in Verbindung mit den hypnotischen Bildern des rätselhaften Planeten sehr wirkungsvoll.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
Tyler 2009/09/08 03:03:47
Endlich jemand der meine Meinung teilt :)
JoJoNagel 2009/09/08 03:07:12
Gleichfalls! Mir ein völliges Rätsel, wieso so viele Menschen diesem Film gar nichts abgewinnen können.
suomi 2008/11/13 18:18:45
Ein spannender Film mit Anspruch und Gefühl, dessen dystopische Handlung im Schleier beinah wie eine Utopie erscheint. Als ich diesen Film gesehen habe, dachte ich am Ende nur: "Wow, was hast du da denn gesehen" So lang der Film einem auch erscheinen mag, durch seine konstante Spannung klebt man einfach vor dem Fernseher. Ich bin froh diesen Film gesehen zu haben. Einer meiner Lieblingsstreifen muss ich sagen. Verdiente 9 Punkte.
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eno 2008/10/26 11:53:38
"Solaris": schon als Jugendlicher habe ich dieses Buch verschlungen. Gilt die Geschichte der Forschungsmission, die auf einen absolut unenträtselbaren Planeten stößt, doch als das Meisterwerk des polnischen Autors Stanisław Lem. Später, als mir das dann möglich war, habe ich mir natürlich auch Tarkovskijs Adaption von Lems Roman angesehen, und als es im Jahr 2002 Soderberghs Neuverfilmung in die Kinos kam, landete auch die auf der Liste der unbedingt anzusehenden Filme.
Solaris gilt ja gemeinhin als Abgesang auf den naiv-optimistischen Welterforschungsdrang der frühen Science Fiction. Dort wurden die handelnden Figuren von einem unstillbaren und letztendlich meist erfolgreichen Drang nach Entdeckung des Universums angetrieben. Wenn es Hindernisse gab, bestanden diese nicht prinzipiell, sondern - quasi analog des Postulats der grundsätzlichen Erkennbarkeit der Welt - auf Grund von Unzulänglichkeiten meist technischer Art, die sicher im Verlauf der zukünftigen Entwicklung der Menschheit überwunden werden würden. Die Menschheit lebte üblicherweise in einer erdumspannenden, zumindest quasi-kommunistischen Gesellschaft, natürlich ohne Hunger, Armut, etc. Und selbstverständlich hatte sie das All zu beglücken.
Ganz anders bei Solaris. Hier stoßen die Menschen im Rahmen einer Forschungsmission auf einen absolut rätselhaften, absolut nicht erkennbaren Planeten. Sie stochern zwar hilflos im Nebel - und tatsächlich ist es "Nebel" - aber dieses Vorgehen ist ähnlich erfolgversprechend wie etwa der Versuch, die Temperatur im Erdinnern durch Daumenauflegen auf dem Boden zu ermitteln: obwohl das Scheitern der Forscher offensichtlich ist, wird die Form des Handelns, das vermeintlich Wissenschaftliche, vorerst noch gewahrt.
Erst als der sich auf Solaris befindliche "Ozean" - einen besseren Begriff finden die Forscher nicht - sogenannte "Besucher" in die den Planeten umkreisende Raumstation projiziert, wird das Scheitern offenbar. Die "Besucher" sind aus den individuellen Erinnerungen der Menschen rekonstruierte Personen, die eines Nachts einfach auftauchen, die nicht wieder gehen; und jeder Versuch, sie zu entfernen, ist, vorerst zumindest, zum Scheitern verurteilt. Jeder der auf der Station Anwesenden bekommt im Laufe der Handlung seinen Besucher. Wegen der Besucher - deren Erscheinen ist oft mit teilweise peinlichen, teilweise schmerzlichen Erinnerungen der Menschen verbunden und insofern eine beständig anwesende, nicht zu negierende Herausforderung - treten diverse psychische Probleme unter der Stationsbesatzung auf, weswegen der Psychologe/Therapeut Kris/Chris dorthin geschickt wird.
Sein Schicksal wird nicht so anders sein als das der anderen. Auch er bekommt "Besuch," in seinem Fall ist es seine Ex-Ehefrau, die 10 Jahre vorher Selbstmord begangen hatte. Oder eigentlich ist es nicht seine Ex-Ehefrau, sondern eine Person, die genauso aussieht, die auf denselben Namen hört, und die auch die Erinnerung seiner früheren Frau besitzt. Der Versuch, sich ihrer zu entledigen, in dem sie in einer Raumfähre in den Raum geschossen wird, scheitert insofern, als daß sie, oder besser: eine neue "Kopie," bereits in der nächsten Nacht wieder auftaucht. Schnell ist der Auftrag, eine Art psychologischer Betreuung für die Insassen der Station zur Verfügung zu stellen, vergessen: Jetzt beginnt seine Auseinandersetzung mit seiner Geschichte und der Geschichte seines Verhältnisses zu seiner früheren Frau, die damals im Selbstmord endete.
Und hier wird meiner Meinung nach die Virtuosität Lems offenbar: Nicht nur, daß die Menschheit nicht in der Lage ist, Solaris, als Sinnbild des Universums, zu erforschen - bereits das Erkennen der menschlichen Wirklichkeit, des eigenen Ich ist unmöglich. Wie also, und warum überhaupt sollte das All erforscht werden?
Was ich spannend fand, war, wie verschieden ich die Geschichte erlebt habe, damals und heute. Mitleid mit den "Besuchern" hatte ich schon immer. Da diese ja bewußte Wesen sind, auch wenn vielleicht nicht Mensch, und sie daher ihre Situation reflektieren können, wird deren Lage umso unerträglicher, je mehr sie sie realisieren: schließlich sind sie nicht freiwillig hier; sie sind nicht mal selbst, sondern aus einer fremden Erinnerung erschaffen. Aber damals konnte ich nicht verstehen, wieso die Menschen ihre Besucher loshaben wollen, sind diese doch, zumindest in Chris' Fall, die Erfüllung des Großen Traumes (tm). Mittlerweile kann ich das gut verstehen, aber damals, pubertierend und hochgradisch romantisch, naja, wie mensch halt so ist als Teenager, mußte das absolute Glück permanent sein. Und die bei Lem vielleicht ungewollt vorhandene, von Soderbergh aber deutlich umgesetzte Autonomie der Frau, auch wenn diese im Suizid endet, ist mir damals natürlich gar nicht bewußt geworden.
Interessant auch die verschiedene Interpretationen des Stoffes durch Soderbergh. Natürlich ist Soderberghs Film moderner, für aktuelle Sehgewohnheiten "erträglicher" als Tarkowskijs. Doch auch inhaltlich gibt es Unterschiede: So stellt Soderbergh die Frage: "Ist es Mord, ein vollkommen künstliches Wesen zu, hmm, beseitigen? Ein Wesen, welches ausschaut wie ein Mensch, denkt, liebt, schläft?" Bei Lem war diese Frage noch eindeutig geklärt:
"Du hast sie getötet", sagte ich leise.
"Ja. Hättest du es nicht getan?"
Bei Soderbergh wiederum heißt es:
"You murdered her!"
"It's no murder! They are not human!"
Auch das der überlebende Snaut/Snow bei Soderbergh nicht der Mensch ist, sondern die von Solaris erzeugte Replica, die das Original in Notwehr getötet hatte, und sich jetzt an dessen Stelle gesetzt hat, eröffnet eine andere, und wie ich meine, nicht befriedigende Interpretation: Auf einmal wird der Ozean zu einer handelnden und nahezu bewußten Entität, während bei Lem der Ozean eindeutig nicht bewußt handelt.
So, und jetzt muß ich mir noch mal Tarkowskij geben. Irgendwann in den nächsten Tagen.
"Meine Entscheidung, Stanisław Lems SOLARIS zu verfilmen, bedeutet übrigens nicht, dass ich etwa eine Vorliebe für dieses literarische Genre hätte. Wichtig ist vielmehr, dass Lem in SOLARIS ein mir nahes Thema behandelt hat. Es geht um den Konflikt zwischen Selbstüberwindung, gefestigter Überzeugung und sittlicher Wandlungsfähigkeit einerseits, mit den Bedingtheiten des eigenen Schicksals andererseits. Der geistige Horizont des Romans hat nichts mit der Gattung Science-fiction gemein. SOLARIS nur wegen des Genres zu schätzen, würde dem Gehalt nicht gerecht." (Andrei Tarkowski)
(c) Enrico Thierbach, 2005
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alanger 2008/05/09 13:22:36
das original war anstrengend aber auch ergreifend, dies war nur selbstverliebte ödnis.
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Herr Marcus 2008/05/09 13:14:34
"Don't blow it!"
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leif-erikson 2008/04/08 20:59:53
So unnötig wie ein Kropf. Und wie erwartet, macht es sich Soderbergh zu leicht. Wo sich die Vorlage und Tarkowskijs brillante Erstverfilmung um Behandlung essentieller Themen und philosophischer Grundfragen bemühten, wirft Soderbergh diese nur auf und lässt sie dann versickern. Er interessiert sich weniger für den tiefgreifenden Kernaspekt als für die Vergangenheit von Chris und Rheya, oder so: dort, wo "Solyaris" Philosophiestunde war, ist "Solaris" Romantikschmonz. In endlosen Rückblenden rezitiert Soderbergh das, was für die eigentliche Geschichte kaum von Belang war und ist - auch die suggestive Bildkraft von Tarkowskijs 30 Jahre älterem Original interessiert ihn nicht, er gibt sich mit gelackter Hollywood-Optik zufrieden. So ist sein Remake in erster Linie verzichtbare Edel-Langeweile, deren hauptsächliches Problem ist, dass Tarkowskij (und Lem sowieso) einfach schon alles gesagt und erzählt hat. Aber das kennt man ja schon von Stümperbergh.
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rocketxl 2008/04/05 16:56:03
Teilweise ermüdend,teilweise spannend,teilweise emotional.Um es zusammenzufassen,Geschmackssache.
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LB_FAN86 2008/03/19 22:51:20
Wem's gefällt ... Hat für meinen Geschmack mit Sci-Fi nicht viel zu tun. Und wer hier Spannung erwartet, liegt ganz klar daneben. Die Story hätte Potential für weitaus spannendere Momente gehabt. Wem aber Dramen und tiefergehende Charakterstudien gefallen, der sollte sich "Solaris" ruhig mal anschauen.
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Dr.Hasenbein 2008/03/18 21:44:52
Ziemlich langatmig und bisweilen auch langweilig.Da retten auch die guten Darsteller nicht drüber hinweg.
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