Solo für Sanije - Die wahre Geschichte der "Solo Sunny"
Solo für Sanije - Die wahre Geschichte der "Solo Sunny" (2009), DE Laufzeit 79 Minuten, Dokumentarfilm, Kinostart 10.09.2009
3 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6 Bewertungen
4 Kommentare
Keine
von Alexandra Czok,
Sanijes Leben kennen Millionen von Zuschauern, die den legendären Film “Solo Sunny” von Wolfgang Kohlhaase (Drehbuch) und Konrad Wolf (Regie) gesehen haben. Die Titelfigur ist eine Frau, die hartnäckig versucht, ihre Träume mit den Lebensrealitäten der DDR in Einklang zu bringen. Die reale Hauptfigur Sanije Torka, deren Lebensgeschichte als Vorlage für einen der international erfolgreichsten DEFA-Filme diente, wurde öffentlich nicht erwähnt. Inzwischen zweiundsechzig, lebt Sanije nach wie vor in Berlin, Prenzlauer Berg. Nach der Wende wurde sie Langzeitarbeitslose, schließlich zur passionierten und inzwischen rechtskräftig verurteilten Ladendiebin, die zurzeit eine zweijährige Haftstrafe in einer Justizvollzugsanstalt absitzt. Noch immer fällt sie auf und aus der Normalität heraus. Der Film porträtiert eine Widerspenstige und erzählt von der Geschichte ihrer versuchten Zähmung in der DDR. Doch auch nach der Wende findet Sanije nicht in ein normales Leben hinein. Es geht weniger darum, chronologisch Biografisches abzuspulen, vielmehr soll der Film einen ehrlichen und undistanzierten Einblick in das Lebensgefühl einer Frau geben, die ihre Lebensgeschichte gerne so beginnt: “Ich bin im Heim aufgewachsen und werde im Heim sterben.” Deren Ausstrahlung dabei aber zugleich vom Leben als einem stets unvollendeten, aufregenden Balanceakt erzählt.
Cast & Crew
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Alexandra Czok
Regie
Schauspieler
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Alexandra Czok
- Genre
- Dokumentarfilm
Drehbuch
Filmdetails Solo für Sanije - Die wahre Geschichte der "Solo Sunny"
Trailer zum Film Solo für Sanije - Die wahre Geschichte der "Solo Sunny"
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Kritiken (3) — Film: Solo für Sanije - Die wahre Geschichte der "Solo Sunny"
G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs
Kommentar löschenDie Dokumentarfilmerin Alexandra Czok begleitete sie [Sanije Torka] bis zu ihrer Freilassung und fängt dabei zunächst ihr Umfeld ein, ihren geregelten Alltag zwischen Küchengesprächen und Werkstattarbeit. Die Türen bleiben verschlossen. Für Sanije bedeutet das einen Schutz vor der Außenwelt, in die sie sich nie richtig eingliedern konnte und wollte.
In intimen Gesprächen beschreibt sie das Jetzt, ihr Leben im Gefängnis, den Weg aus der Lebenskrise. Es formt sich das Bild einer zähen Kämpferin, die am Leben festhält, auch wenn es ihr nichts zu bieten hat. Blicke zurück in die Anfangstage ihrer Karriere versetzt Czok mit Schlüsselszenen des Films und schafft so den Spagat zwischen Kunst und Realität, kollektiver und individueller Erinnerung.
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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
Kommentar löschenDie Filmemacherin Alexandra Czok hat sich viel Zeit genommen für die Geschichte der Sanije Torka. Und sie hat es geschafft, dass diese Vertrauen zu ihr fasste. In ausführlichen Gesprächen, die von kleinen Impressionen des Gefängnisalltags der Sängerin unterbrochen werden, kommen wir so einem Leben auf die Spur, das zur Inspiration für einen berühmten Film wurde. Und es wäre durchaus von großem Reiz, sich diesen Film heute noch einmal anzuschauen, nachdem wir wissen, welche reale Geschichte sich dahinter verbirgt. Nach 79 Minuten ist dieser Film bereits zu Ende. Und man verlässt das Kino mit dem Gefühl, dass längst noch nicht alle Geschichten aus dem Leben Sanijes erzählt sind, dass vieles Interessante lediglich angerissen wurde.
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alviesinger: bummelkino
Kommentar löschenFahrige Dokumentation der Kamerafrau Alexandra Czok über das Leben der Sanije Torka, die als Vorbild für das erfolgreiche DEFA-Außenseiterdrama „Solo für Sunny“ von Konrad Wolf diente. Das Projekt wirkt wie eine filmische Variante der beliebten und auf Erfolglosigkeit der befragten Person hoffenden Fragereihe „Was ist eigentlich mit…“. Im gemächlichen Doku-Stil lässt Czok, die im offenen Vollzug lebende Torka über Gegenwärtiges berichten und ihr bisheriges Leben bilanzieren: Aufstieg und Fall eines Sternchen, Stasi-Vorwürfe und Kindheitserinnerungen stehen im Mittelpunkt. Wer wie ich die ostdeutsche Tournee- und Nachtbargröße Torka nicht kannte, findet nur schwer Zugang oder entwickelt Neugier an der Persönlichkeit Torka. Was eigentlich verwundert. Denn die agile Sängerin führte ein wildes Leben mit Hunderten von Anekdoten. Czok weiß durch ihre sprunghafte Erzählweise und ihrem schlechten Wechselspiel aus Knast-Impressionen und Kinderheim-Archivaufnahmen nicht, wie das autobiographische Memory-Spiel der Torka zu bändigen ist. Schade, es wäre weitaus mehr drinnen gewesen.
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Kommentar schreibenalter.native 2009/09/10 08:44:41
Kommentar löschenDie Geschichte einer eigenwilligen Frau, die immer dann interessant wird, wenn sie selber zu Wort kommt und die Anekdoten ihres Lebens erzählt. Leider hält sich die Filmemacherin zu selbstverliebt mit vielen atmospärischen Bildern aus dem Frauenknast auf, die möglicherweise eine andre Geschichte erzählen, aber diese Geschichte nicht richtig weiter bringen. Dafür fehlen dann aber wesentliche Schnipsel aus der Biografie von Sanije Torka, die sicher noch viel zu erzählen gehabt hätte.
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