Songs From the Second Floor
Sånger från andra våningen (2000), NO/DK/SE Laufzeit 100 Minuten, FSK 16, Komödie, Drama, Kinostart 18.04.2002
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von Roy Andersson, mit Per Jörnelius und Peter Roth
In einer kleinen Stadt weit im Norden geschehen seltsame Dinge: ein Magier verzaubert sich, ein Einwanderer wird auf der Straße brutal zusammengeschlagen, und Karl steht voller Ruß mitten in seienm Möbelladen, den er angezündet hat, um an die Versicherungssumme zu kommen …
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Cast & Crew
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Roy Andersson
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Lars Nordh
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Bengt C.W. Carlsson
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Peter Roth
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Stefan Larsson
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Lucio Vucina
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Der Zauberer
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Sten Andersson
Regie
Schauspieler
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Torbjörn Fahlström
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Rolando Núñez
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Der Fremde
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Per Jörnelius
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Der durchsägte Mann
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Roy Andersson
Drehbuch
Filmdetails Songs From the Second Floor
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Kommentare (6) — Film: Songs From the Second Floor
Kommentar schreibenJenny von T 2012/05/09 19:19:36
Kommentar löschenRoy Andersson: Trotz Cannes-Erfolg ein offenbar übersehenes Juwel im großen Pool skandinavischer Genies - zumindest legt dies die doch dürftige Anzahl von gerade einmal 102 Community-Bewertungen für diesen Film nahe. Zeit für ein bisschen Werbung.
Wie das wohl bekanntere später erschienene "jüngste Gewitter" untermauern sollte, versteht es Andersson meisterlich, Einzelschicksale episodenartig zu beleuchten und gleichzeitig ein großes Ganzes zu erschaffen, was aber erst zum Ende hin deutlich wird. Bis dahin erscheinen einzelne Dialoge oder sogar ganze Einstellungen oftmals dadaesk und sinnlos, aber keine Sorge, der Mann hat nicht umsonst zehn Jahre lang an dieser Perle gefeilt.
Andersson liebt die Totale, die Kamera und der Blau-Grau-Filter sind dabei so still und steril wie die Dystopie (?), die der Schwede erschafft: Menschen und ihre großen und kleinen Probleme, von denen allein sie eingenommen sind, während die Welt um sie herum irgendwo zwischen Überfluss und nichts, jedenfalls aber ohne Visionen und ohne Glauben vor die Hunde geht, wobei dies zu verschmerzen wäre, würde sich doch wenigstens noch ein Geschäft mit Jesus und dem Kreuz machen lassen. Der Mensch als Zombie (tatsächlich angedeutet durch bleich geschminkte Gesichter), der an seinem eigenen Kreuz zugrunde geht, nämlich an alledem, was er selbst erschaffen hat, ironischerweise sogar an seiner Kunst; nicht einmal Betrug und List führen mehr zum Ziel und auch jede Möglichkeit zur Flucht hat man sich selbst verbaut (grandios: Eine gefühlt endlose Szene gegen Ende des Films in einer Flughafenhalle, in der es die Menschen mit ihrem enormen Gepäck nicht einmal mehr zum Schalter schaffen).
"Songs from the Second Floor" ist ein bildsprachlich distanziertes, aber inhaltlich eindringliches, rabenschwarzes Zeugnis individueller und gesellschaftlicher Resignation gespickt mit Metaphern und groteskem Humor, das Eindruck hinterlässt, oder auch eine Apokalypse, wie sie so noch nicht gezeigt wurde. Meisterwerk!
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Sigmund 2012/05/09 19:42:45
Antwort löschenJa, wow, was ein Film! Auch die Szene mit dem Mädchen, das geopfert wird, nachdem man ihm vor den Honoratioren der Stadt die Notwendigkeit und "Würde" ihrer Aufgabe aufs Seriöseste zugesichert hat – ist das brillant erdacht und inszeniert... unglaublich.
Für die Qualität des Films spricht auch sein Nachhall, der bei mir noch immer nicht verklungen ist. Hochgestuft! ^^
Jenny von T 2012/05/09 19:54:50
Antwort löschenOhja, die Szene ist für mich ebenfalls die wohl beste des Films (ich wusste nur nicht, wie ich sie in meiner Kritik einbauen sollte^^), weil das die Stelle ist, an der die Sache endgültig ins Nicht-mehr-Fassbare abdriftet. Obwohl man ja durchaus die ganze Zeit mit so einigem rechnet, fragt man sich in dem Moment: "Das passiert jetzt nicht wirklich, oder?!" Genial.
Jack_Torrance 2012/05/11 15:15:49
Antwort löschenRoy Andersson ? Noch nie gehört
---------->Asche auf mein Haupt !
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Jenny von T 2012/05/13 17:40:22
Antwort löschenNICHT gut, mein Lieber. Andersson ist zwar eigenwillig, aber zumindest antesten sollte ihn JEDER.
Jack_Torrance 2012/05/14 16:21:33
Antwort löschenZumal sich Das jüngste Gewitter sehr interessant anhört.
Mimuschka 2011/12/17 15:01:05
Kommentar löschendie gesichter sind weiß geschminkt, sehen aus wie totenmasken, doch die personen dahinter leben noch, trotten wie lebende tote durch eine vom zerfall gezeichnete welt. eine welt in der beziehungen zerbrechen, unternehmen bankrott anmelden, karrieren enden. wo verzweiflung und hoffnungslosigkeit regiert, wo keine erlösung am horizont wartet. es scheint als ob das ende der welt naht, die menschen spüren es, zu hunderten verlassen sie die stadt, die straßen sind mit autos verstopft, es gibt kein vor noch zurück. am flughafen werden endlose schlangen von riesigen gepäckwagen richtung schalter geschoben ohne wirklich anzukommen.
als letzte rettung wird ein perfider plan ausgeheckt: ein menschenopfer wird es richten! unter vielen kandidaten wird ein kleines mädchen auserkoren und in einer groß-angelegten zeremonie von einem felsen gestoßen. zum wohle der gemeinschaft. doch dann: nichts geschieht, alles beim alten, die apokalypse scheint unausweichlich...
eine identifikation mit dem geschehen wird sorgsam vermieden. durch das schon oben angesprochene makeup bleiben die charaktere fremdartig. auch gibt es keine nahaufnahmen, der gesamte film wird fast vollständig in totalen kameraeinstellungen gedreht, komplett ohne kamerabewegungen (mit einer kleinen ausnahme). alles ist bis aufs minimung reduziert, karg, kalt und trostlos. ein paar szenen verstehen es allerdings durch ihre absurdität einen gewissen schwarzen witz zu erzeugen, galgenhumor.
alles in allem ein wirklich außergewöhnlicher und sehenswerter film in einem sehr eingeständigen und ungewöhnlichen stil. viele skurille einfälle, schwarzer humor und ein totaler abgesang auf die moderne gesellschaft.
interessant an dieser stelle ist auch, dass regisseur roy andersson in 40 jahren nur 4 filme gedreht hat. wahrlich ein ausnahme-talent. ich bin gespannt was da noch kommt.
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Anoirja 2012/01/06 16:03:34
Antwort löschenIch antworte dir mal hier, wo es besser hinpasst (s. a. "22. Mai"). ;) Da die Sichtung beider Andersson-Filme bereits ein paar Jahre zurückliegt, kann ich die unterschiedliche Wirkung auf mich nur aus der Erinnerung her andeuten. Beim "Jüngsten Gewitter" wurde bedauerlicherweise eine leichtere Tonart angeschlagen und der Humor war mir vielleicht doch bisweilen zu albern und einfach auch zu viel. Der Pessimismus in "Songs from the Second Floor" sagt mir eben mehr zu als der dagegen fast schon optimistisch stimmende "Du levande". Es sieht also danach aus, dass wir Anderssons jüngsten Film ganz unterschiedlich rezipiert haben. ;)
Mimuschka 2012/01/06 17:43:18
Antwort löschenhm, stimmt schon. der hier ist düsterer, was mir eigentlich auch besser gefiel. wenn ich nochmal drüber nachdenke kommen doch beide ungefähr gleich weg, denn der humor bei "du levande" hatte auch was. aber ich verstehe schon was du meinst, evtl ziehe ich ihm nochmal 0.5 punkte ab und gehe danach ein bier trinken um das grauen darüber zu ersäufen dass wir mal unterschiedlicher meinung waren...
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Anoirja 2012/01/06 19:20:09
Antwort löschenAch, unterschiedlicher Meinung sind wir ja nicht zum ersten Mal und das ist auch alles andere als grauenhaft. Den letzten Satz hatte ich eigentlich nur in Erstaunen darüber geschrieben, weil du "Du levande" subtiler und grimmiger gefunden hast. Egal - bei mir gibt's jetzt erst mal ein Glas Wein, auch wenn ich gerade gar nichts ersäufen muss. Cheers!
Mimuschka 2012/01/07 12:06:43
Antwort löschenja, ich weiß, sollte auch nur eine art scherz sein ;-)
frau voragend 2010/12/13 23:06:38
Kommentar löschenDie Dänen habens einfach drauf!
Roy Andersson hat einen herausfordernden und in jeder Hinsicht beeindruckenden Film gemacht, der einen verletzenden und bitteren Blick auf das wirft, was unsere menschliche Existenz im Innersten ausmacht. Wer ihn gesehen hat, wird seine Bilder nicht wieder vergessen.
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spanky 2009/12/30 23:23:41
Kommentar löschenRoy Andersson ist für mich der Gary Larson der Filmkunst. Man kann sich über die Quelle solchen Ideenreichtums und hintersinnigen Humors nur wundern. Und dazu diese unglaubliche Bildkomposition. Einfach unfassbar.
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pfeffer 2009/12/31 00:56:02
Antwort löschenNichts, was ich die letzten 10 Jahre zu sehen bekommen habe, hat mich ähnlich verstört, betört & fasziniert. Deshalb folgerichtig: Lieblingsfilm.
spanky 2009/12/31 09:25:40
Antwort löschenIch muss ja sogar gestehen, dass mir "Das jüngste Gewitter" noch besser zugesagt hat. Aber was der Andersson macht, ist auf jeden fall völlig eigen und wahrscheinlich das beste, was im Moment aus ganz Skandinavien in puncto Film produziert wird.
adamant 2008/10/06 23:52:40
Kommentar löschenVerstörende Charaktere, trostlose Endzeitatmosphäre, nicht enden wollende statische Kameraeinstellungen, absurde Dialoge, fieser Sarkasmus - da fühlte ich mich als alter Jodorowsky- und Lynch-Fan natürlich sofort zuhause. Trotz der Dramatik ein äußerst ruhiger und langsamer Film (nur eine einzige Kamerafahrt) in kühlen Farben, dennoch mangelt es nicht an bildgewaltigen und im Gedächtnis bleibenden Szenen.
Roy Andersson drehte über 4 Jahre lang an dem Film, der 2000 in Cannes mit dem Jurypreis ausgezeichnet wurde. Und der ehemalige Werbefilmer hat m.E. einen wirklich unkonventionellen und absurden Film abgeliefert, der zwar nicht ganz die Klasse eines Lynch/Jodorowsky/Bunuel etc. erreicht, aber trotzdem für Freunde des Grotesken und Absurden ein Leckerbissen ist. Stellenweise erinnerte mich der Film in der Kälte und Trostlosigkeit der Bilder etwas an Seidls "Import/Export", in seiner Absurdität bisweilen an Bunuel. Allerdings wird "Songs from the second floor" in der Mitte schon etwas langatmig, bevor er am Ende wieder Fahrt aufnimmt. Eine Kürzung um ca. 20 Minuten und etwas Feinschliff hätten da aus dem tollen Film wohl noch einen genialen Film machen können, doch auch so ist es wie ich finde eine Empfehlung wert.
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donfelipe 2008/01/20 20:31:04
Kommentar löschenIch musste mich mit dem Film mal in der Uni befassen. Mein Resumee hatte dann so einen Titel wie "Die unmögliche Flucht des Individuums vor der Dekadenz der Gesellschaft". Kann mich aber nicht erinnern, dass mich der Film irgendwie berührt hat.
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