Sophie Scholl - Die letzten Tage

Sophie Scholl - Die letzten Tage (2005), DE/FR Laufzeit 117 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 24.02.2005


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6.8
Kritiker
40 Bewertungen
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7.1
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55 Kommentare
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von Marc Rothemund, mit Julia Jentsch und Gerald Alexander Held

Julia Jentsch übernimmt in Sophie Scholl – Die letzten Tage die Hauptrolle der berühmten NS-Widerstandskämpferin, die für ihre Überzeugungen einstand.

Februar 1943: Bei einer Flugblatt-Aktion gegen die Nazi-Diktatur wird die junge Studentin Sophie Scholl (Julia Jentsch) zusammen mit ihrem Bruder Hans (Fabian Hinrichs) in der Münchner Universität verhaftet. Tagelange Verhöre bei der Gestapo entwickeln sich zu Psycho-Duellen zwischen der Widerstandskämpferin und dem Vernehmungsbeamten Robert Mohr (Gerald Alexander Held). Sophie kämpft zunächst um ihre Freiheit und um die ihres Bruders, stellt sich schließlich schützend vor die anderen Mitglieder der Weißen Rose. Sie schwört ihren Überzeugungen auch dann nicht ab, als sie dadurch ihr Leben retten könnte. In Nächten voller Ängste und Zweifel öffnet sie sich im Gefängnis nach und nach ihrer Zellengenossin Else Gebel (Johanna Gastdorf) und findet so zu ihrer inneren Stärke zurück. Beim Schauprozess vor dem Volksgerichtshof – unter dem berüchtigten Richter Roland Freisler (André Hennicke) – bietet Sophie dem Regime zum letzten Mal furchtlos die Stirn, kämpft couragiert für die Ideen der Weißen Rose – und schreitet schließlich erhobenen Hauptes zu ihrer Hinrichtung.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Sophie Scholl - Die letzten Tage
Genre
Biopic, Drama
Zeit
1940er Jahre, Zweiter Weltkrieg
Ort
Campus, Gefängnis, München
Handlung
Abschied, Absicht, Anklage, Christentum, Drittes Reich, Exekution, Familie, Flugzettel, Freiheitsentzug, Gefängnis, Gerichtsverhandlung, Gestapo, Guillotine, Hakenkreuz, Hausmeister, Luftangriff, Moral, Mord, Mut, Nationalsozialismus, Recht und Gerechtigkeit, Richter, Risiko, Schauprozess, Schreibmaschine, Starke Frau, Stolz, Student, Todesstrafe, Universität, Verhaftung, Verhör, Weibliche Heldin, Weiße Rose, Zigarette
Stimmung
Berührend, Ernst, Traurig
Verleiher
Warner Bros./X-Verleih
Produktionsfirma
Both Film, Goldkind Film

Kommentare (50) — Film: Sophie Scholl - Die letzten Tage


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MrDurden

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Bewertung4.5Uninteressant

Mögen die (vielen) Dialoge inhaltlich überzeigen, ist die langweilige Inszenierung derselben ein wahres Trauerspiel und motivieren nicht gerade zum weitergucken, ausser man ist wirklich interessiert am Thema. Das Ende ist filmisch wieder äußerst gelungen und sehr ergreifend, doch bis dahin ist es dann doch ein öder Weg.

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TinaCocaine

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein wahrhaftig erschütterndes Zeitdokument, welches voller Authentizität,Gefühle, hohem schauspielerischen Talent, historischer Korrektheit und sehr guter Musik steckt. Gleichzeit auch eine schöne Hommage an die Mitwirkenden der Weißen Rose, die diese durch ihren unglaublichen Mut und ihre Charakterstärken auch eindeutig mehr als verdient haben. Einige Szenen ließen mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen und gerade bei dem großartigen Ende war ich sehr ergriffen. Realistisch, rührselig und komplett überzeugend! Das Einzige, was mich wirklich gestört hat, ist die schlechte Darstellung des Richters - diese hat in etwa das Niveau eines mittelklassigen Laien-Schauspielers in einer lumpigen RTL-Nachmittagssendung. Fabian Hinrichs ist neben der gigantisch spielenden Julia Jentsch ebenfalls ein bisschen untergegangen - Dennoch: Ein spitzenmäßiger Film, der auf jeden Fall auch in deutschen Schulen gezeigt werden sollte, da mir doch immer wieder mit großem Erschrecken auffällt wie viele Menschen nicht wissen, wer die Scholl-Geschwister waren und was sie getan haben!

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lsk1965

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Schöner Kommentar. Kann dir fast uneingeschränkt zustimmen, mit einer Ausnahme.
Die schlechte Bewertung von Andre Hennicke´s Darstellung als Roland Freisler kann ich nicht nachvollziehen. Falls du es noch nicht getan hast, schau dir mal Originalaufnahmen von Freisler an. Ich finde es eher erschreckend wie nah Andre am Original dran war.


TinaCocaine

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Vielen Dank für deinen Tipp! Werde ich bestimmt bei Gelegenheit tun und dann eventuell meine Meinung überdenken...


emotionfreak

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Großartiger, bewegender Film. Endlich mal ein Film zu solch einem Thema, der ernst und historisch korreckt und gleichermaßen unterhaltsam und bewegend ist und der sich mit der filmischen Umsetzung nicht übernommen hat. Die darstellerische Leistung von Julia Jentsch gefiel mir sehr gut, dennoch kann ich nachvollziehen, dass die Art, wie sie die Protagonistin verkörpert hat, vielleicht nicht jedem gefällt. Die meiste Zeit über stark und unbeugsam, nur wenn sie allein ist und nach dem Abschied von ihren Eltern, gibt sie nach. Und das erklärt sie dann dem Mohr, der daraufhin nickt, ich denke, er bewundert sie heimlich. Der Film hat mich sehr oft, sehr bewegt, z.B einige der Gespräche mit der Aufpasserin in ihrer Zelle, wie das Gespräch über die Nacht an der Nordsee mit ihrem Freund, und natürlich am Schluss, wo die drei noch eine Zigarette rauchen und sich umarmen und einige weitere Szenen. Einige Male musst ich fast heulen. Der Film erzählt die Geschichte einer großartigen Frau, b.z.w großartiger Menschen. Menschen, die etwas getan haben und sich opferten. Ich finde, man kann diesen Film auch als eine Ehrung dieser Menschen ansehen und das haben sie verdient. Wie oft habe ich ein Geschwister-Scholl -Gymnasium gesehen oder bin über einen Sophie-Scholl - Platz gegangen, ohne zu wissen, nach wem diese Orte benannt worden. Im Nachhinein schäme ich mich dafür, und das nicht wegen offensichtlicher mangelnder Geschichtskenntnisse.

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Homer Simpson

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Bewertung7.5Sehenswert

Der Film hat ein gewisses Etwas, das in so besonders macht. Seriös, Ernst und dramatisch. Ein paar gute Schauspieler. Jedenfalls sehenswert.
Mein Altersrating für diesen Film: 13+

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Riese96

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Bewertung9.0Herausragend

Sehr gut verfilmt!
Gute 9/10 Punkten!!!

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Gildensterne

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Bewertung3.0Schwach

Es tut mir echt leid ich kann diesem film nichts abgewinnen, es ist werder so das ich Historienfilme nicht mag, noch ist es so das mich die Geschichte nicht bewegt, im gegenteil man kann und besonders ich kann den Beitrag die die Geschwister Scholl in dieser Schlimmsten Periode der deutschen Geschichte geleistet haben nicht hoch genug einschätzen. Allerdings wirkt die Schauspielerei ein wenig Maskenhaft, und gerade die Leistung der Hauptdarstellerin ist nich unbedingt schlecht sonders eher unglücklich so das es mir schwer fällt sympathie oder zumindest empathie für die Rolle zu empfinden. unter diesen Umständen bin ich froh das ich die tatsachen kannte bevor ich den Film gesehen habe. allerdings die ausstatung ist gut, eher standart als grandios, Optik ist gut. innsgesammt, die Schauspielerische Leistung macht es mir schwer diesen Film anzusehen, ja ich weiß bei Kriegsfilmen ist das hierzulande ein schweres Thema, ein ungutes Wort zu verlieren aber leider reicht die wahre Geschichte um dieses Heldenhafte Schiksal nicht aus um den schweren Schnitzer der Darstellung auszubügeln, wie immer rein subjektive Kritik

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julius.hibert

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Bewertung5.5Geht so

Die Darsteller bringen die, teilweise als, scheinbar, recht intensiv gedachten, Szenen nicht besonders überzeugend herüber. Was sehr schade ist. Wirklich!

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Delonghi

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Ach was....


Lili 9ochefort

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Plädoyer für Menschlichkeit und Julia Jentsch spielt absolut herauragend.
Fesselnde und mitreißende Geschichtsstunde. :)

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lieber_tee

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@ Baum,
ich auch nicht.


Lili 9ochefort

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Aber, den Film solltet ihr doch mal eine Chance geben,... :)


smokingfliege

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Packend und erschreckend. Ein guter Film, der zeigt, wie wichtig die Redefreiheit ist und wie es enden kann, wenn sie zunichtegemacht wird.
Ein sehr interessanter Film!

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ebda3522

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Packender Film! Vor allem Julia Jentsch ist hier einfach nur grandios!!!

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statist

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Bewertung7.0Sehenswert

Für Julia Jentschs Leistung würde ich 10 Punkte gesondert geben.

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A-Wax

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Bewertung9.5Herausragend

Sehr guter, bewegender und vor allem wichtiger Film über den Widerstand der Weißen Rose bzw. der Geschwister Scholl.

Julia Jentsch als Sophie Scholl liefert eine brilliante Leistung ab und trägt den kompletten Film. Sie ist eine sehr talentierte deutsche Schauspielerin, die hoffentlich noch viele solcher Rollen spielen wird.

Kein leichter Stoff, sondern ein Film in den man sich reinarbeiten muss. Aber es lohnt sich auf jeden Fall!

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BibbelDiBubb

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Bewertung7.5Sehenswert

Zuerst warens acht Punkte, ich hab die Wertung aber noch einmal minimal geändert, denn ein Ausgezeichnet hätte der Film nur dann verdient, wenn der Darsteller von Hans Scholl nicht so abgrundtief schlecht gewesen wäre.

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Azazil

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Bewertung7.0Sehenswert

Ehrlich gesagt hatte ich etwas mehr erwartet. Als deutscher Film bekommt er noch 0,5 Punkte Bonus von mir. Die Schauspieler sind wirklich überzeugend, aber irgendwie springt der Funke nicht über. Vielleicht liegt es an den Dialogen, vielleicht auch an der etwas tristen Inszenierung, ich weiß es nicht. Streng genommen eignet sich Sophie Scholl - Die letzten Tage gut als Schulfilm und vermutlich werden ihn viele auch von dort kennen. Jedenfalls, leider schafft es dieser Film die moralische Überlegenheit der Mitglieder der Weißen Rose nur über die Unsicherheit der Nazis zu verkörpern und überlasst die restliche Argumentation der heutigen Denkweise. Hätten sich die Nazis so einfach verunsichern lassen wie es hier dargestellt wird, gäbe es wohl diesen Film nicht, außer vielleicht als Science Fiction.

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fabel

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Bewertung6.5Ganz gut

Es gäbe so ein feines Bild ab:
Die drei Widerstandskämpfer der weißen Rose stehen dort im tristen Warteraum und fiebern ihrer Hinrichtung entgegen. Genüsslich zieht jeder von ihnen ein letztes Mal an der Zigarette, bevor die Tür aufgeht, und der erste in Richtung Guillotine abtransportiert wird. Bevor die Tür ins Schloss fällt, dreht sich der Kopf nochmal um, und ein Lächeln ist zu entdecken. Dann ertönt eine Stimme aus dem Off: „Mit ihr macht selbst das Sterben Spaß.“
Wäre Zigarettenwerbung noch erlaubt, dieser Spot würde einschlagen wie eine Bombe. Kein Wunder bei diesen Vorbildern.

Keine Helden

Sophie Scholl und Bruder Hans sind keine Helden. Sie sind nichts anderes als Menschen mit Idealen, die für etwas einstehen. Menschen, die ganz genau wissen, dass ihr Tun eines Tages einfach schiefgehen muss und sie dafür büßen werden – schlimmstenfalls mit dem Tod. Menschen, die für ihre Gedanken und ihren Glauben an eine bessere Welt sogar ihr eigenes Ende in Kauf nehmen. Die Scholls im Speziellen stehen für den unnachgiebigen Wunsch nach Freiheit.
Heutzutage wird man von der Polizei für derlei Gedanken verprügelt und getötet. Der Fleck Erde, wo diese Träume in Erfüllung gehen, muss noch entdeckt werden. Dennoch kämpft man hierfür weiter. Dies verdient fraglos Respekt und große, hochachtungsvolle Anerkennung. Und selbstverständlich auch ein filmisches Denkmal. Wir sind schließlich in Deutschland.

Kluge Herangehensweise

Drehbuchautor Breinersdorfer vermeidet es, einen abgehackten und oberflächlichen Gesamtblick auf das Leben der Scholls und das Wirken der Verschwörer zu werfen, stattdessen überzeugt seine Idee, sich speziell auf die letzten Tage Scholls im Gefängnis zu konzentrieren. Basierend auf den Mitschriften aus den Verhören des ermittelnden Nazi-Mannes Mohr (Alexander Held) mit Sophie Scholl (Julia Jentsch), rekonstruieren er und Regisseur Rothemund ihre letzten Tage und Nächte, fangen ihr Leiden und ihr standhaftes Eintreten für die Sache und ihre Loyalität zu ihren Mitstreitern ein. So verringern sie die Gefahr, in die üblichen Fallen zu tappen. „Sophie Scholl“ ist keine x-te Vergangenheitsbewältigungs-Geschichte, „Sophie Scholl“ ist auch keine bloße Geschichtsstunde, brave Heldenverehrung oder reine Abhandlung von verschiedenen Lebensmomenten, nein, der Oscar nominierte Film entwickelt sich gerade in den Verhörszenen zu einem packenden Psycho-Duell. Ort, Zeit und Anlass sind da zweitrangig.

Wenn Worte meine Sprache wären …

Es ist besonders Held und Jentsch zu verdanken, dass die Verhörszenen so imponierend herüberkommen. Ihre Gestik, ihre Mimik, ihre Rollenauslegungen, unnachahmlich gelungen.
Held kann als Good Cop, Bad Cop in einem bestechen, dessen Einstellung gegenüber seiner Kontrahentin sich im Laufe der Zeit in stille Sympathie verwandelt; Jentsch dagegen stellt Sophie als junge, intelligente Frau dar, die es Faust dick hinter den Ohren hat. Doch in einer der stärksten Augenblicke des Filmes offenbart sie, dass sie trotz der nach Außen getragenen Stärke innerlich tief angezählt und auch erst 21 ist. Sie steht kurz vor ihrem Ableben und bricht fast zusammen, winselt wie ein Hund, erst jetzt ihr klar, was sie alles für die gute Sache aufgibt. Jentsch gibt ihr bestes, mehr (echte) Emotionen kann man als Darsteller kaum erzeugen.
Ermöglicht werden ihre überzeugenden Leistungen durch einen gehalt- und substanzvollen Inhalt der Dialoge. Mit Wörtern halten sie ihren kleinen Privatkrieg aus. Wortjonglage mit größtmöglicher Wirkung.
Dadurch entsteht eine schöne Charakterisierung der beiden Protagonisten. Die eine ist eine mutige Kämpferin, der andere ein Opfer des Systems. Hier treffen zwei konträre Standpunkte aufeinander, das zieht immer.
Minimalistisch mag es sein, bloß durch Verhöre und dem daraus resultierenden Rededuell punkten zu wollen, maximal ist hier der Ertrag.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten

Es ist ja nicht so, dass „Sophie Scholl“ ein einziges Duell beinhaltet. Leider ist aber genau dies der Schwachpunkt, denn außerhalb des Verhörraums gibt es mehr negatives als positives.
Zuallererst ist da der Vorzimmerhitler zu nennen. Ein Running Gag zur Erheiterung der Gemüter soll er wohl darstellen, leider ist er fast schon eine Zumutung.
Ein wenig nötiger ist da schon die Rolle Hans Scholl, der etwas kurz kommt, da es – wie der Titel es ja schon klarmacht – hier mehr um Sophie gehen soll. Fabian Hinrichs bleibt im Vergleich zu Jentsch nicht nur weniger Screentime vorbehalten, er bleibt auch ziemlich blass, sein Auftritt im Gericht ist der negative Höhepunkt, seine restliche Darstellung nicht immer einwandfrei, oft wirkt er einfach nur hölzern. Das kann er besser.
Auch die Szenen mit Johanna Gastdorf sind etwas zu pathetisch geraten, als dass sie unter die Haut gehen. So raubt man auch Gastdorf alle Chancen, ihre wahren Qualitäten auszuspielen. Ihre Rolle schwebt lange zwischen Gut und Böse, man weiß nie so ganz, ob sie die ist, für die man sie hält, oder ob sie letztlich nicht doch eine Spionin ist. Chance vertan, Potenzial nicht ausgeschöpft.
Oben hatte ich sie schon kurz angeschnitten, die Gerichtsszene, der – aus inszenatorischer Hinsicht – Schwachpunkt des Streifens. Völlig billig inszeniert, und Andre Hennickes Darstellung von Freisler ist nahezu unerträglich. Laientheater.

Erfrischend anders

Am Ende überwiegt jedoch die Freude über ein konzeptionell gut durchdachtes, schlaues Drehbuch, das deutlich hervorsticht aus dem deutschen Nazifilm-Allerlei. Filmisch gibt es großartige Passagen im Verhörraum, doch andererseits komplett verhunzte Teile.
Gehobenes Mittelfeld.

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hoffman587

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Immerhin, der andere von beiden war bestimmt schlimmer. ;D


fabel

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Das hab ich im Nachhinein allerdings auch gedacht.:-D

@mr.goodkat:
Danke erstmal, und nein, ich fand Hennicke auch trotz Vergleich Realität/Film nicht wirklich überzeugend.;)
Aber ich stimme mit dir überein: es gibt wirklich viel schlimmere Filme aus Deutschland, die ähnliche Themen behandeln - aber auch noch bessere.;)


Dezibelchen

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Bewertung9.0Herausragend

Intensiv und bedrückend, der Film geht unter die Haut. Die Schauspieler machen einen großartigen Job, allen voran Julia Jentsch.
Obwohl das Ende bekannt ist schafft der Film ist immer wieder mich zu fesseln und Spannung zu erzeugen.

Und jedes Mal, wenn Sophies Mutter wieder fest stellt "dann wirst du also nie wieder bei uns vor der Tür stehen" heule ich mir die Augen aus.

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theProphet

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Einer der besten Filme die im schulischen Rahmen gezeigt wurden, es lebe die Idee!

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based_god

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Guter Film. Möge sie in Frieden ruhen...

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JohnnyKee

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Bewertung9.0Herausragend

Endlose Gespräche, müde Knochen, Tag und Nacht. Ruhe bewahren, klar bei der Sache bleiben, jeden Satz gut durchdacht. Denn einmal gesagt ,gibt es kein zurück. Worte können Welten bewegen, Worte können Menschen tückischer verletzen als Waffen, Worte können alles verändern, Worte können umschmeicheln, Worte können jedem zum Verhängnis werden, Worte entscheiden über Leben und Tod. Aber letztendlich sind es doch nur Worte?

Hier wird unerbittlich und rücksichtslos gekämpft. Nur mit Worten, mit nichts als Worten. Mit einer unglaublichen Intensität schreiten Jentsch und Held zur Tat, jeder nach der eigenen Überzeugung. Hart, kompromisslos, intensiv, groß, atemberaubend, faszinierend, ohne Worte! Was die beiden Darsteller hier leisten hat man noch nicht gesehen. Einzelne Blicke sagen mehr als tausend Worte, kontrolliert und minimalistisch agieren die beiden und setzen ein gigantisches Feuerwerk der Schauspielsuperlative frei. Die Dialoge sind die Stars. Jedes mal eine größere Explosion der Gefühle, ein verheerenderer Schlag mitten ins Gesicht, jedes Mal unglaublicher und unvorstellbarer, jedes Mal wendet sich das Schicksal aller. Und jedes mal wenn du denkst du hättest gewonnen folgt der nächste Schlag in die Magengrube. Das nächste Wortgefecht das sämtliche Kraft kostet. Denn über die gesamte Zeit hat sich etwas entwickelt. Eine Verbindung. Eine Verbindung zu allem, zu jedem. Man teilt jetzt ihren Schmerz, ihre Gefühle, ihr Leid, ihre letzte Kraft, ihr Schicksal, einfach alles. Sophie Scholl ist ein Meisterwerk. Ein schlichter Film, ein ruhiger Film, ein tragischer Film, einer der besten deutschen Filme überhaupt!

„Worte regieren die Welt!“

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JohnnyKee

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Ach sev, du bringst mich in Verlegenheit! ;DDD


Der Boernd

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Bewertung9.5Herausragend

großartiger film

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